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Full text of "Versuch eines bremisch-niedersächsischen Wörterbuchs : worin nicht nur die in und um Bremen, sondern auch fast in ganz Niedersachsen gebräuchliche eigenthümliche Mundart nebst den schon veralteten Wörtern und Redensarten in bremischen Gesetzen, Urfunden und Diplomen, gesammelt, zugleich auch nach einer behutsamen Sprachforschung, und aus Vergleichung alter und neuer verwandter Dialekte, erkläret sind"

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Verſuch 
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faſti in ganz Niederſachſen 





| gebräuchliche eigenthümliche? Munda 


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J den ſchon veralteten Woͤrtern und Redensarten 


in bremiſchen Geſetzen, Urkunden, und Diplomen, 
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derer Herren und Gönner, 
— welche auf das 


bremiſch⸗ niederſaͤchſiſche 


WVoͤrterbuch 


u voraus bejahlet haben. | 





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| He: — — Aharverus in — 
Herr Regierungs⸗ Advocat Armbſter in ——— 
Herr Affeffor Bacmeifter in Stade | 
Herr Doctor Barkey im Haag | | 
Here Johann Albert Barmeier in Soningen — 
Herr Bernhard Philip Berdmeyer in Bremen 
Herr Secretar Berens ſeel. in Bremen. | >= 
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. Here fand: Rath von Brock in Stade — 


Herr Yu: Ka von ın Bigen in Debut 
Herr Juſtitz Rath von Börries in Stade | 


Herr Henrich Morij Brun in Bremen 

Herr Paftor Buchol; in Neuenkirchen 

Herr Aeltermann Buhl in Bremen | 

Herr Senator Doetor von dem Buſch in Bremen 


u Hear Johann Chriſtoph Buſchmann in Bremen 
Herr Johann Burtorff i in Bremen 


Here Profeſſor Caſſel in Bremen 


Hert Bruno Caſtendieck in Bremen 


Herr Dapimann am Armenhauſe in Bremen 
Herr Aeltermann Denecke in Bremen 


Herr Camerarius Detelefi in Emden 


Herr Syndiecus Dodt.in Stade \ 
Her Profeffor Docter Düfing in Bremen. 


Kerr Paſtor Düfing in Bremen 


Herr Senator Doctor Joh. Dunge in Bremen 


Hr Senater Doctor Dwerhagen 
Herr Candidat Eberhardi in Golzwarden 


Herr Senator Doctor Eelking in Bremen | Ds 


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| Hat Hof: Rath von Finckh in Stade 


Hert Aeltermann Focke in Bremen 
Herr Advocat Frerichs in Jever J 
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gebräuchliche eigenthümlicheP Munde 


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den ſchon veralteten Woͤrtern und Redensarten, 
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Bremen, 


1768. 


Het Richter, Doetor Schoͤne in Bremen 
| ‚Herrn Syndici Schöne feel, Frau Wittwe in Gramm 
Herr Schütte in Bremen 
E Ser Friederich Schuljze in Bremen — 
| grau Sufanna Schulen in Bremen -, 
‚Herr Doctor Herm. Henr. Schumader in Bremen | 
Herr Doctor Albertus Schumacher in Bremen 
Herr Amtmann Siegen in Kniephauſen | 
1 Herr Canzley⸗ Director von Stade inStde  *_ 
| Here Paftor Steffens in Stade . 
Herr Luder Stord) in Bremen 
Hear Geßeimterz Rath. von Heilen in Bremen \ 
Herr Poft: Commifferiug Teuto in Mienburg -- 
Herr Profeſſor Eberhard Tiling in Bremen | \ | 
Herr Studioſus Johann Nicolaus Tiling in Lernen. 
Aſr. Friedrich Adolf Tiling in Bremen ’ 
Herr Johann Friedrich Trendtel in Jever , 
1 Herr Paftor Ummen in Sr 
Herr Warnefe in Bremen 0 ; 
Her Johann Michael Warneke in Voenen J 
‚Herr. Secvetär Webber in Sue \ 
Herrn Senatoris Doct. Weirfes ſeel. Grau ie in 
Bremen 

Herr Regierungs⸗ Sach son Werfabe in Stäbe | 
Herr Caundidat Weſſelhoefft in Jorck | 


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Here Richter, Doetor Schoͤne in Bremen 


Herrn Syndici Schöne feel, Frau Wittwe in Bremen 


Herr Schütte in Bremen 
Herr Friederich Schulze in Bremen 
Zrau Suſaana Schulzen in Bremen . 


‚Herr Doctor Herm. Henr. Schumacher in Bremen 


Herr Doctor Albertus Schumacher in Bremen 

Ser Ammann Siegen in. Kniephauſen 

Herr Sanzlen: Director von Stabe in Stade Sn 
Here Paſtor Steffens in Stade | 
Herr Lüder Stord) in Bremen 

Herr Geheimter⸗ Rath. von Hellen in Bremen 
Herr Poſt⸗ Commiſſarius Teuto in Mienburg 
Spere Profeſſor Eberhard Tiling in Bremen 
Herr Studioſus Johann Nicolaus Tiling in Bremen 
Mſr. Friedrich Adolf Tiling in Bremen 


Herr Johann Friedrich Trendtel in — 


Herr Paftor Ummen in Jeer 
Herr Warneke in Bremen I | 
Herr Jehann Michael Warneke in Bremen J 


Herr Secretaͤr Webber in Stade a 


Herrn Senatoris Doct. Weitſele ſeel. Grau Wittwe in 
Bremen 

Herr Regierungs Sach son Werſabe in Stade 

Herr Candidat Weſſelhoefft in Jorck 


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Namen 
derer Herren und Gönner, 
welche auf das 


bremiſch⸗ niederſaͤchſiſche 


Woͤrterbuch 


— voraus bejablet haben. 


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9 Acchivarius, Doctor Ahasverns in Bremen 


Herr Regierungs⸗ Advocat Urmöfter in — 


Herr Aſſeſſor Bacmeiſter in Stade 

Herr Doctor Barkey im Haag 8 | | Ä 

Here Johann Albert Barmeier in Gottingen — 
Herr Bernhard Ppilip Berdmeyer in Bremen 

Herr Serretär Berens feel. in Bremen 


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‚Her Zuſit— Kath von 1 Bigen in Deu 
Her Juſtitz⸗ Rath von Börries i in Stade 
Herr Sand Rath von Brock in Stade 
Ken Henrich Mori Brun in Bremen 
Kent. Paſtor Bucholʒ in Neuenkirchen 
Herr Aeltermann Bubl in Bremen 
Herr Senator Doetor von dem Buſch in Bremen 
Herr Johann Chriſtopb Buſchmann in Bremen 
Herr Johann Puptorff i in Bremen | 

Herr Profeſſor Caſſel in Bremen — 

Her Bruno Caſtendieck in Bremen IJ | 

: Her Dabimann am Armenhauſe in Bremen 
Herr Aeltermann Denecke in Bremen 
Herr Camerarius Derilefii in Emden . = 

- Her Syndicus Dodt in Stade 

Her Profeflor Docter Düfing in Bremen 
Herr Paftor Diüfing in Bremen 

Herr Senator Doctor Joh. Dune in Bremen. 
Herr Smaty Doctor Dwerhagen | 
Here Candidat Eberhardi in Golzwarden u 


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Herr Senator Doctor Eelking in Breu 


Hei Hof: Nath von Finckh in Stade 
‚Her Aeltermann Focke in Bremen 
Ken Advocat Frerichs in Jever 
Bi Agent Er in Bremen . | 
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Herr Senator Doctor Geöning in bremen 
Herrn Doctor Hafen feel, Erben in Bremen 


Herr Baron von Hammerſiein. in Lorten Dur 


- Herr Doctor Hanſen in Hoha 
Herr Droſte von Haren i in Jorck 
Herr Doctor Daniel de Haſe in Bremen Ä 
Herr Pafter von Hemoeſſen in Bremen 


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Here General : Kriegs : Sommiferins. u von Sr in 


Oldenburg | | 
Kur Apotbefer Henſchen in Brenen 
Herr Henrich Heymann in Bremen - 
Here Senator Jacolſin ſeel. in Bremen 
Herr Conſi iftorial: Aſſeſſor Janſon in Golzwerden 
Herr J. C. T. Jaſpers in Bremen 
Herr Conſi ſtorial⸗ Aſſeſſor Ibbeken in Prnsurg 
- Hear Senator Doctor Iken in Bremen 
Hear Doctor Klugkiſt in Bremen 
Herr Koſter, Schul⸗ College in Bremen 
Herr Nicolaus Kulenkamp in Bremen - 


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Herr lambert Lamberts, Jacobs Sobn, in nm | 


Herr Jobann Henrich Lamberts in Bremen | 
Herr Johann Jaeob Lange in Bremen 
Herr Aeltermann Jobann Lange in Bremen | 
Her Senator Doctor von fine in Bremen — 


Herr Doctor ening in Bremen . N 


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Herr Recon longoliue in Hof. — 
Herr Henrich Manuel in Bremen 
Herr Gottfried Martens in Bremen . 
Herr Buͤrgermeiſter von Meinertshagen in Dramen. . 
‚ Kerr Senator Daniel Meinertspagen in. Bremeũ . 
Herr Apotheker Melm in Bremen a 
Herr Goͤtje Menke in Bremen —— 
Herr Aeltermann Merrem in Bremen 
Herr Senator Doctor Caſparus Meyer in Bremen 
Herr Henrich Meyer in Bremen | | ” 
Herr Präfident Mindemann in Bremen. 
Herr Doctor Nonne in Bremen — 
Herr Senator Nonne in Bremen 
Herr Doctor Oelrichs i in Bremen . 
Herr Rath Oelrichs in Bremen | 
Herr Paſtor Olbers in Bremen 
Herr Aeltermann Werner Poppe in Bremen | 
Herr Syndicus, Doetor Poſt in Bremwen 
Herr Archivarius, Doctor Poſt in Bremen 
Herr General; Supeeintendent Pratje in Stade. 
Herr Senator, Doctor Pundſack in Bremen 
Herr Aeltermann Ratjen in Bremen | 
Herr Senator, Doctor Rhode in Bremen 
\ Her Doctor. Hieronymus Rhode in Bremen 
Herr daten Sariäiper in Bremen 


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‘ ’ Here Richter, Doetor Schoͤne in Bremen — 
Herrn Syndici Schöne feel, Frau Wittwe in Vranen 


Her Schütte in Bremen 0.000, 
Her Friederich Schuße in Bremen — | u 
Frau Sufanna Schulzen in Bremen a 


Herr Doctor Herm. Henr. Schumacher in Bremen 


Herr Doctoe Albertus Schumacher in Bremen 
Herr Amtmann Siegen in · Kniephauſen 


Herr Canzley⸗ Director von Stade in Stade E tn 


Her Paftor Steffens in Stade 

Herr Luͤder Stord) in Bremen 

Her Geßeimter: Rath von’ Heilen in Beinen 

Herr Poft: Commiffarius Zeuto in Nienburg -- — 

Herr Profeſſor Eberhard Tiling in Bramen ; J 

Herr Stubioſus Johann Nicolaus Tiling in ; Bramen 
Me. Friedrich Adolf Tiling in Bremen ? 


Herr Johann Friedrich Trendteli in Jene, 
Herr Paftor Ummen in Jever 


Here Warnefe in Be tn 


| Herr Johann Michael Warneke iı in. Senn | { 
Herr Secretaͤr Wehber in Stade \ 


Herrn Senatoris Dock, Meirpie feel, Grau Wiew⸗ in 
Bremen 

Herr Regierungs⸗ Star von Werſabe in Stade | 

Herr Candidat Weſſelhoefft in Jorck | 


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Herr Senator Wichelhauſen in Bremen Ey | | = i — 
Herr Studioſus Wienholt in Bremen. % Er 3 
Herr Hauptmann Wilhelmi in Bremen 
Herr Senator Wilkens in Bremen  , | 
Herr Aeltermann Henrich Wilkens in Bremen 

Herr Jobann Gerhard Wilkens in Bremueee 
Herr Johann Chriſtopb Willmannsi in in Beenten | 


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Herr Doctor & Winter in Breinen PER u N 
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z ABBEN, 1.) lecken, — lecken. US. 
4 lappian. E. lap. Alt⸗fraͤnk. laffan, laffen. 
Gloſſ. Boxh. laffu, lambo. Fr. laper, 
ſchlabben, lecken wie die Hunde. Cambr. laib, 
lin&us. Zu der Familie diefes Wortes gehören | 
die Hochdeutſchen Lippe, Lefje, in Vocab, Theu- 
thon. Lebbe: Laffe, Töffeln oder Ieffeln, proca- 
ri: und unfer Lobbe, dicke Lippe, und das gleich 
folgende Laffert: — Zweifel auch die fat. la- 
bium, labeo, lambere, libareu.d.g. Wir. 
machen auch Abgeleitete von diefem Worte mit 
Vorſetzung des f und ſ als Flabbe,. dicke tippe; 
flabben loͤffeln: und ſlabben, auflecken wie 
ein Hund: welche unter ihren Anfangsbuchſtaben 
angefuͤhret find. Dat Kind ligt un labbet un 
labbet: it. Dat Kind labbet man an dem Ti 
te: das on ſauget nicht recht ſondery woher 


| a — 


y 


ru ” | J Lan. Lin, Lan: 


nur an der Beuſt herum⸗ Man braucht dieß Woet 


anuch im veraͤchtlichen Sinn von dem Loͤffeln oder oͤf⸗ 


! teren Kuͤſſen ber Verliebten: in Hamburg libbe⸗ 


labben. 


2) plaudern gehen. Sol laffen. Dem. Friſch fin: u 


pr ‚bet man auc) Die veralteten: laferen und lafern in 


derſelben Bedeutung. Wir ſagen ſonſt auch la⸗ 
veien. ©. unten an feinem Orte. Die Holläns 


der nennen eine Plaudertafche ene Labbei. 


Laffert, ein kaffe, Lecker. Won obigem labben. Da⸗ 
ber das Hochdeutſche läppifch. ‚Een j jungen Laf⸗ J 
fert: ein junger abgeſchmackter Bengel, der fi ich 


"wie ein faugendes, Kind auffuͤhret. 


'LABBERDAAN, eingefalzener Kabbeljau, ober Stock⸗ | 
ff. Morrue. H. Abberdaan. E. Habberdine. 


Vocab, Theuth. Lobben, groffe Stockfiſche. 


 Lacsen, laden. ‚Cod. Arg. hlahjan. A. ©. hla= \ 


‚han, hlihan. €, laugh. S. Wachter, - Dat 
, bare Geld dat lachet: banres Geld hat eine groffe 
Meizung; oder: macht, daß ein Verkauſer ſeine 

Waare wohlſeiler los ſchlaͤgt. nu 
Belachuk, laͤcherlich, Auslachens würdig. 
: Grif- lachen, ſpoͤttiſch Lächeln. nequiter fubridere. . 


Grim- lachen, daſſelbe. it. vor Zorn und VNaqhſucht ir 


, J “hen, 
 Smunfter-lachen. ©, SMUNSTERM. 


 Lache-baard, einer ber immer lachet, oder eine lachelnn | 


de Miene zeiget. . ’ 
Jane, 1.) alles was das. hochdeutſche Labe bezeichn 
kinſonderheit aber, eine Anſtalt zum Beſten 4 


Witwen, oder derer, welche die Ihrigen verlieren‘. 
| welden 


| 








-ABBEN, 1.) lecken, herum lecken. A. S. 
lappian. E. lap. Alt⸗fraͤnk. laffan, laffen. 
Gloff. Boxh. laffu, lambo. Fr. laper, 

fchlabben, lecken wie die Hunde. Cambr. llaib, 
lin&us. , Zu der Familie diefes Wortes gehören 
die Hochdeutſchen Lippe, Lefze, in Vocab, Theu- 
thon. Lebbe: Laffe, loͤffeln over Ieffeln, proca- 
ri: und unfer Robbe, dicke tippe, und das gleich 
folgende Laffert: ohne Zweifel auch die far. la- 


bium, labeo, lambere, libarew. d.9.. Wir. 


machen auch "Abgeleitete von diefem Worte mit 
Vorfeßung des f und ſ als Flabbe,. dicke Lippe; 
. flabben, 1öffen: und flabben, auflecken wie 
ein Hund: -mwelche unter ihren Anfangsbuchftaben 
angefuͤhret find, Dat Kind ligt un labbet un 


labbet: ie. Dat Kind labbet man an dem Tits _ 


- ter das Kind fanger nicht vecht, fondern wühler 


L) 


wu | 


” or 


ax, Mangel, Gebrechen, Tadel, vitium, So fire. 


* 
— 


ſeinen Nein: erbetenen Sranten, , in eines anderen. 


Haus gehet/ und ihn ſchlaͤgt. 


"Lars eine Zubereitung, welche die. Mitch gerininen 


macht. S. Lese. Daher ift vielleicht: 


Latf, adj. und adv. ungeſchmackt, ungeſalzen. R. und S. 


LaAFFERT, von laffen, lecken. S. unter LABBEN. 


LarrmaRnıG, feige, Iſt auch Holländifh, Etwa 


auch von laffen oder Jabben: fo daß es einen Men⸗ 
| ſchen bedeutet? der, wo Herzhaftigkeit erfordert 


wird, ſich bloͤde und furchtſam begeiget, wie ein 


Kind, das ned fauget. - 


Lane, niedrig. Es iſt bolandiſch; und wird, auſſer 


von den Sgiffleuten, wenig gebrauchet. Bir ſa⸗ 


gen dafuͤr leeg. 


Las, Gelag, eine Zecht, eine Geſellſchaft, wo ein je⸗ 


der ſeinen Theil zu der Zeche erleget. compotatio, 


erlegen F zulegen. 


Lages- broer, Zechbruder. Der Ausdruck Be is een 
goden Lages⸗ broer, tadelt bisweilen ‚ bisweilen - 


auch nichts er ift ein Menfch, der beftändig.in Ge⸗ 


ubi ſymbolæ conſeruntur. Von leggen, legen, j 


ſellſchaften lieget. it. er if ein guter Mont in Gr 


fellfchaften.. 


Laer mit feinen zufammengefegien, f. unter Learn. \ 
 LAGEBANK, oder Lakeband, groſſer Toͤlpel, ein 


| langer fauler Schlingel. In Hamburg. R. 
Luduu G. Lesen. 


LAAX, laulich, ſchwul. Im Chur: Braunfchw. wie Ä 


fagen ſlak oder fluf, in fluf- warm, ſchwul. 


bet es ſch auch I dem alten Vocab, - Theuthon, 


Daar 


Da a | Lin. no u 5 
Daar is fien af: an: daran iſt fein Fehler, niches 
zu tadeln. Een Lak in de Ware ſmiten: einen 
Tadel an der Waare finden; j berfelben einen boͤſen 
Namen machen. Man ſagt gemeiniglich, obwol . 
unrecht: enen Klak daarin fmiten. 
Läken, tadeln, verachten. Lake, Laken Chaucero 
eft vituperare, reprehendere, maledicere. Jun. 
Etym. Angl. Es iſt auch bey ben Hollandern ge 
braͤuchlich. T'is mi eens, of mi ene Hore las 
ket, edder een Schelm havet: ich achte fo wenig 
auf den Tadel, als auf das Lob, laſterhafter Per⸗ 
ſonen. De ene lavet em, de andere lafet em: 
j laudatur ab his, culpatur ab illis. u 
Lak-chauen,, Belak- ſchauen, mit aadelſuchtigen J 
Augen vbeſchauen. ſPectatim & vituperakum 
ventre. u 
Lake, 1.) Pfüge, kache, , Sumpf. R Siehe auch 
Wachter unter Lache, welcher die Woͤrter aus den 
verwandten Dlalekten anfuͤhret. Beſonders heißt 
es bey uns eine niedrige ſuͤmpfige Wuſe, ds: 
Hau⸗lake, wo Gras zum Heu waͤchſt. 
2) Salzwaſſer, Pokel. RK. —— B 
Laxen,' Tuch, inſonderheit wollen. Tuͤch, pannus. F 
He weet dat Laken to ſcheren, dat kine Wulle 
daaran blift: ex ſcheret ſcharf bey der Haut. Dat 
| . rit al to veel in't Laßen: das foftet gar zu viel. 
u; fee wol, wo dat Lafen ſcharen is: ich ſehe 


— *— wie es mit der Sache beſchafſen iſt. Bed⸗ I 


de⸗ laken, Bettuch. Diſk⸗laken, Tiſchtuch. Die 
Def Jagen, noch bafie im einigen. mmſammen | 


* u Lar. Lae. Lax. | 


. feinen- * erbetenen Freunden, ; in eines anderen. | 
Haus gebe,” und ihn ſchlaͤgt. F 
“ Larr,. eine Zubereitung, welche die. Milch gerinnen j 
maacht. S. LEBBE. Daher iſt vielleiht 
Laff, adj. und adv. ungeſchmackt, ungeſalzen. R. unds. 
‘ Larrerrt, von laffen, lecken. ©. unter LABBEN. 
Larrnartıc, feige. Iſt auch Hollaͤndiſch. Etwa 
auch von laffen oder labben: fo daß es einen Men⸗ 
ſchen bedeutet; der, wo Herzhaftigkeit erfordert 
wird, ſich blöde und furchtſam bezeiget, wie ein 
Kind, das nad) fange. . 
Lass, niebrjg. Es iſt hollaͤndiſch; und wird, auſſer 
von bei Sgiffleuten wenig gebrauchet. Br, fas 
gen dafuͤr leeg. 
Las, Gelag, eine Zeche eine Geſellſchaft, wo ein jes 
7° der feinen Theil zu ‚der Zeche erleget. \compotatio, 
ubi fymbolse conferuntur. Bon leggen, legen, 
erlegen, zulegen. £ 
 Lages-broer, Zechbruber. Der Ausdruck: He is een 
goden Lages⸗broer, tadelt bigweilen, bisweilen 
auch nicht: er iſt ein Menſch, der beſtaͤndig in Ges 
ſellſchaften lieget. it. er it ein guter Mann in Ge 
ſellſchaften. | 
 Laae.mit feinen zufommengefeßien, ſ inter Learn. u 
 Lagesank, oder Lakeband,. groffer Toͤlpel, ein 
| langer fauler Schlingel. In Hamburg. R. 
Läcku’ ©, Lee  . Er 
LAAx, laulich, ſchwul. Im Chur⸗ Braunfchw. air | 
2. Tagen flaf oder ſ uf, in ſſuk- warm, ſchwul. 
Lax, Mangel, Gebrechen, Tadel, vitium. So fin⸗ 
| det es ſch auch a dem alten Vosab, Theuthon, 
Daar 


. \ 
Eu | Lan. | 5 
Daar is kien Sof: an: daran iſt rein Fehler, nichts 
zu tadeln. Een Lak in de Ware ſmiten: einen 
Tadel an der Waare finden, derfelben einen boͤſen 
Dramen machen. Man fagt gemeiniglich , obwol | 
uinrecht: enen Klak daarin fmiten. | 
Laken, tadeln, verachten, Lake, Laken Chaucero 
eft vituperare, reprehendere, maledicere. Jun. 
Etym. Angl. Es ift auch bey ben Holländer ge 
braͤuchlich. T'is mi end, of mi ene Hore las 
fet, edder een Schelm lavet: ich achte fo wenig 
auf den Tadel, als aufdas Lob, laſterhafter Per: 
fonen, . De ene Iavet em, de andere, lafet em: 
laudatur ab his, culpatur ab illis. . 
Lak- fchauen, Belak-fchauen, mit tadeifüchtigen r 
Xugen beſchauen. ſpectatum & vituperatum 
| venfre. = 
Lak, ı.) Pfüge, kache, , Sumpf. R Siche auch 
Wachter unter Lache, welcher die Wörter aus den 
verwandten Dialekten anfuͤhret. Wefanders beißt 
es bey uns eine niedrige fümpfige Wieſe, als: 
Hau⸗lake, wo Gras zum Heu woͤchſt. 
2.) Salzwaſſer, Poͤkel. R. — 


LakeEn, Tuch, infonderheit wollen. Tuͤch, pannus. 


pe weet Dat Laken to feheren, dat fine Wulle 

daaran blift: er ſcheret fcharf ben der Haut, Dat 
: rit al to veel in't Laken: das Fofter gar zu viel, 

Of ſee wol, wo dat Laken ſcharen is: ich ſehe 


wohl, wie es mit der Sache befchaffen iſt. Bed⸗ 


de⸗ laken, Bettuch. Diſk⸗laken, Tiſchtuch. Die 
Dorfen Jagen, noch dofie in einigen jufommene 
Be © — u \ | 


RR ein Gewirke, deſſen Scherung hanfen 
Garn, der Eintrag aber von Hoͤden, oder Flachs iſt. 


Zeſchen ah als geilad: von bein alten Iah« 


han, legen , auflegen. 


Wuli laken, ein Zeug, deſſen Sceung feinen, und 
der Eintrag mollen.if, 


Laxx, Siegelwachs. Lo jakken zuflegeln R. Es 


bat den Namen von der vornehmſten Materie, wor⸗ 


aus es gemacht wird, einem Gummi aus Oſtin⸗ 
dien, Gummi laccæ in tabulis, von uns gemei⸗ 


u niglich Schell⸗lakk, genannt. 


_ Laxsuoos, Lakkmuus, Lakkmoos-blai, ‚eine 


aus gewiſſen Kräutern gefochte blaue Farbe, die 
ins Violttte fälle, die man beym Weiffen der Wäns 


de unter den Kalk mifchet: von einigen lacca mu- 


ſica genannt. Von Lad, Stal, lacca, Arab. 
lach, weiches eine rothe Farbe bedeutet: und 
BR ein Brey, weil es zum Dicken Brey ger 
kocht, und hernach in Jänglicht viereckigen Stücken 
| getrocknet wird. J 
Laxs, auch Läks und Läke:. ein Idiot, unwiſender 


Bengel, fauler Schlingel, Toͤlpel. Wer ſollte 


unter dieſen Ehrentiteln einen jeden Laien ‚ ginen 


vom weltlichen Stande, fuhen? Und dennoch ife 
aks oder Laͤks, in feiner urfpeänglichen Beden⸗ 
tung, nichts anders _als Laie, und das zuſammen⸗ 


gezogene laicus. In einer nieberländifchen zu Ant 


. werpen gedruckten Bibel ift Up. Geſch. IV, 13. das 


Wort Leeke fuͤr Laie gefeßt, Die Schwedifche Ue⸗ 
berſetzung hat Leekmän: bie Dänifche Legfolck. 


Die ürſache/ warum das Wort laicus, 5. Lits, eis 
| ne 


Ze PP 2 


ne 1 Rhimpfende Bedeutung angenommen, iſt in dem == 
ermfeligen Stolze der dummen Mönche zu fuchen,. 

Denn da in den vorigen Zeiten der unwiſſenheit 
und Barbarey wenige Laien fo viel Woͤrter von dem 
barbariſchen Latein innen hatten, als bie Klerifey; 
dieſe hergegen darin ihre Gelehrſamkeit ftelfte, und, 
ihren Ruhm und Anſehen fuchte; fo verachtete fie - 
alle Laien gegen fich. Wenn man noch dazu beden: ⸗ 

fet, daß gemeiniglich ein bitterer Haß zwifchen den 
. Geiftlichen und Laien, wenigftens den Groffen.und 

Mauaͤchtigen unter den letzten, herfehte, Der fo weit 
Hing, daß es ein Axiom des canonifchen Rechts ge⸗ 
worden: Laicos eſſe Clericorum inimicos: die 
Laien wären Feinde der Kleriſey; fo kann man fi ch 
ohngefehr die ſpoͤttiſche Mine und den veraͤchtlichen 
Ton vorſtellen, womit ein Pfaffe das Wort laicus 
ausgeſprochen habe. Nach und nach iſt es zu ei⸗ 
nem foͤrmlichen Schimpfworte gediehen. Man ſe⸗ 
he das Gloſſar. des Am; Haltaus indem Worte 
Lay. : Unfere Geutige bremiſche Laien find fo we 


N 


nig getwiffenhaft, daß fie die eigentliche md ur:  "' 
forüngliche Bedeutung des Worts gerade verkehren, 


und mol einen. faulen Mönch enen fulen zars . 
nennen, Bu 
Lämpx, Lemede,- und Lämnis, Berläßmung. In J 
der Verordn. des Raths, wodurch die ſogenannten 
5 Stücke ohne Gnade gemildert find, , von 1592, 
beißt es Art. ı. So wor jemand unſer Borger 
den andern mit Füften fleit edder flött, darvan 


nene Wunde edderLemniffe tho bewifenze. Alt i 


Frieſ. Lemelſa, Lemethe. Im uralten Frieß 
En  Yadıt, > 


2 — " Lam. 


landr. aber mit Vorſehung des w, Wlemelſa. 
mit Ausſtoſſung des T'Haben- fie anſtatt wle⸗ 
u 'meth, gelaͤhmet, verlegt, wemed, und weemd ' 
geſaget, und Weme- ftatt: Wlemelfa, Lähmung. 
Bir merken Dieß zu dem Ende an, um die Ueber: 
einkunft des A. S. zu zeigen, tie feltfan es auch 
Ä - einem Ungeuͤbten fcheinen mag. Denn im A. S. 
0 u it Wamme baffelbe mit Weme,'Wlemelfe, Le- 
u ‚ melfa, und unferm Laͤmnißs. ‚Wlite-wamme, _ 
J GFrieſ. Wiyte-Wlemelfa, eine Verletzung im Ge⸗ 
I fi ichte ober an einem andern Orte, die man nicht mit 
F . „Kleidern oder Haaren bedecken kann. Dieß Behr - 
ſſſpiel iſt lehrreich für diejenigen, welche meinen, die 
Wortforfcher gingen zu weit in Auffuchung der ' 
Verwandſchaften der Wörter in verfchiedenen Dia: 
lekten. ©. von Wicht Oſtfr. Landr. p. 726. ſqq 
J Stodt- lämde, die Verläpmung oder Befchädigung ei⸗ 
nes Öliedes durch einen Stoß, oder Schlag, Nah 
- einem Vertrag der Stade Bremen mit den Wurſt⸗ 
frieſen von 1406, beym Renner, follte eine Stodt⸗ 
lcemede gebetert werden mit 6 Mark. Wan es 
abber eben daſ. heißt, daß eine helpende Semede 
ſaollte gebuͤſſet werden mie 3 Marf, ſo fraͤgt fih, 
was helpende Lemede⸗ ſey? etwa eine ſolche, die 
wegen gewiſſer Umſtaͤnde einige Nachſicht des Rich⸗ 
‚ters erfordert. S. Haltaus unter Helpend. 
Laam-lenned, ſ. unter Lenoe. | 
Lang, Dat Iopt up een Lami uut: das dewinnet | 
| endlich ein fchlechtes Ende, | S. von dieſem Worte. 
Wachter und Friſch. 
Laum,. Bä-lamm, dam, Lunnchen: iſt auch ein 
> nu u Schmei⸗ 


— — 


1 





— Lam. Lan. 0 


Sqmeichelwort gegen Kinder, und geliebte Perſo⸗ 


nen. Die Sylbe Baͤ iſt eine Veachahmuns des 
Gebloͤckes der Laͤmmer. | 
- Lämmerken, diminut.: plualis numeti.. 
1.) Laͤmmchen. 
2.) die Fleinen weiffen Wolken, welche bey hellem Wet⸗ 
ter, wie eine Heerde Simmern, am Himmel zu ſehen 
- fir. 2 
3.) die Käßlein an den Haſelſtauden: julus, panicula. 


Lammen, Laͤmmer werfen, agnum parere. Wen de 
Butkke nu lammeden, fo gingen de. Schape 


guͤſt: pflegt man im Spott und Unwillen einem. zu 
antworten, der uns mit ſeinen Einwendungen und 


Schwierigkeiten, die er mit Ben, Wenn aber . 


anfängt,. martert, 


Lamm, ein Hamen,. oder Ne in einem dreyeckigen 


Rahmen, mit einer langen Stange. Zieglers Id! 
Ditm. | 


Länmer, Deferflinge, R. Hol. Lemmer. lat. la- 


mella. 


Lammpar für Lambert. Lammert van der Sieh holt u 


den Kopp up.ener Sied: fage man von einem, 
der den Kopf fchief traͤg t. 


Lampz heißt in dem fabelbaften Thierteiche der Haſe. 


Lann, tand. Landes Wiſe, Landes Ere: laͤndlich 


ſittlich. Land blift Land, Land lopt to'm Siel 


nig uut: Ländereien find die ſicherſten Beſitzungen. — 
PER Aflandsk, wird der Wind genannt ‚wenn - 


er vom Ufer oder Lande abſtehet. 
‚Butenland, Borland gegen ben n Strom, 2 aufrheb des 
Deiches . | 


—6 ⁊ 5 2. and 


0 


10 BE Lam | 


| “Inlind, "das Sand in einet Deich, oder Sid. acht, | 


bewohnet ift, oder einen Herrn in der Gemeinheit 
hat, der zu nachbarlichen præſtandis verbunden iſt. 


Br. iſt bey unſern Nachbaren das Land in einer” 


Meenheit,. oder Commune, als in einer Siel⸗ 
acht, fo feinen Herrn innerhalb der Siel⸗gcht 
Bat, oder worauf fein Haus ift, oder.anderer Ur⸗ 
fahen halben zu den natural- præſtandis nicht 
verbunden iſt, fondern dafür Doppelte Anlagen ber _ 
 zabler, 


5 Unland gering, ſchlecht fand, ſo keinem Lande gleich 


zu achten, das nachbarliche saften ober preoftanda 
wagen koͤnnete. N 


J Vörland, die gränen Ufer, oder das Soße Land auſſer⸗ | 


haalb eines Deichs. Sonft auch Groden, Groen, 
Buten⸗diek, Buten⸗ land, Wurp. 


* diek. S. Binner-diek, unter Diez. 


Land-wuppe. ©. unter Wureren. 
Länden, Tolanden, . zufand werden: wird von on Pl 
Gen, Teichen, und Untiefen in ben Fluͤſſen, geſagt, 
wuenn ſie zu wachſen, oder wenn ſich der Schlamm 
immer mehr und mehr anſetzet. 


_ Belanden, anlaͤnden, an and, fommen. - ' 
' Lan, ein Gelaͤnder. Cs ift verwandt mit lenen, leh— 


nen, ſich anlehnen, frügen auf etwas. Daher iſt 
auch 


‚Läne, Länung oder Lenung O2 _ı A das Grm, 


> 
JG 


die Lehne. 
2;) daß Anlehnen. In der eine fiagen: ſich an⸗ 


lehnen: inniti, reclinace. 


hans, Ing. R, Lange um | un) late: endlich, nad) 
5 lan⸗ 


7? = ‘ u D 
Lam | | SL. 


langem Warten. De lang het let lang hangen: | 
wer Igeoffe Mittel Bat, der kann wol groß thun. 

&s. wird hier eigentlich auf die Schleppe der fangen 

Kteider geſeben. Dat möge ji minentwegen lan⸗ 

‚ge noog doen: das moͤget ipr meinenthalben Inn 

merhin thun. 
Lange-würen, ssielleicht ftatt lange Müren, ‚eine 98. 

wiſſe Strafe in unferer. Stadt, . | “ 
Lange- wage, bas Holz, welches in der Länge unter dem | 
Wagen Tieget,  vermittelft deffen bie Hinter: und’. 
Vorderraͤder mit einander verbunden ſind, und der 
Wage kuͤrzer und länger gemacht werden kann. 
Korte Lange⸗wage, iſt das naͤmliche Holz, wel: 
ches aber kuͤrzer ift, als dasjenige, fo die Bauern 
brauchen, wenn fie mit dem verlängerten Wagen 

Getreide oder Heu einfahren. _ Das kürzere hinge⸗ 

. gen wird vornemlich beym Mift fahren gebrauchen, | 
Hieraus kann man die Spruͤchwoͤrter verftehen:. 
Woor de forte Wage (der Miſtwage) nig fumt, 

daar moot de lange Wage (der groffe Heus und 

Getreidewagen) wedder feren: und: Mat malt 

mit dem Forten Wagen nig bringt, dat Ian 

‚man mit dem langen nig halen: d. i. wer nicht 

‚gut Dünger, der bekommt. eine fchlechte Erndie. 
Läng-wälig, laͤnglich, oblöngus.' 

ng-wilig; langwierig. adj. und adv. 
Länge, 1.) die fänge Idt moot daar weſen idt — 

kame uut der Fänge, edder unt der Brede: es 

. muß da ſeyn, es komme her, wo es wolle. . 

2) ein langes Seil, deſſen beyde Enden an einander 
| befeſtiget ſi fm, and menge um soft Daden W 
—8— 


= 


< \ , 
ı . . . " ! 


E 7 cJc Lam. Ä 


3 ſchlagen m wird, um fie defo bejuener aufwinden au 

koͤnnen. 

3.) die laͤngſte und beſte Gattung des Stoctüfges, bie 
man auch Zartslänge nennt. - 


: EN. die Laͤnge. E. Length. Dat kumt su der 


Laͤngte in de Brede: das iſt einerley. Man fagt 
auch in demſelben Sinne: Dat is ſo lang at 
breed ie. | | 
. Kangelci, der Ditelfnger, weil er der ängfe if ©. 
: ı - Fıineer. — 
Langs, und Entlangs, fange bin, der Lange nach. 
Friſch im Woͤrterb. unter Ende, ſchreibt es end⸗ 
lang, als wenn es von Ende abſtammete, da es 
doch die untrennliche Vorſetzungs⸗Sylbe ent iſt. 
Siine Ware langs de Straten dregen: mit ſeiner 
Woaare durch die Gaſſen laufen, und, feil bieten. 
nn Langs daal fallen: der Loaͤnge nach niederfallen. 
vLangs den Weg: oder: Den Weg entlang: 
neben dem Weg ber. Bi Huſe langs gaan: von- 
elite Haufe ins andere gehen, haufisen gehen, 
betteln. Man fut enem wol entlangs den Ar⸗ 
men, averft nig entlangs den Darmen: d. i. 
man fiebet einem wel den Arm, aber nicht den 
Darm hinunter. Es iſt dieß ein Sprw. des Poͤ⸗ 
Wbels, womit der Aufwand in ſchoͤnen Kleidungen, 
| welchen zu beſtreiten fie ihrem Munde entziehen 
—— wird. | 
Yingelangs, Lingelangft, bie, Länge Kin Ei Ham: 
burg. R. | | 
. Umlangs, meit und breit herum. 0 vn 
‚ Bankiem, Lankfen, langlam, adj. und adv. u 
| Lan- 


nr Lane 23 
Längen, Lengen, verlängern: und (wenn von der Zeit 
die Rede if), auffhieben. Sprw. ˖ Wen fif de 
Dage beginnet to laͤngen, fo beginnt ſik de 
Winter to ſtrengen: nach dem kuͤrzeſten Tage 
wird der Winter am ſtrengſten. Stat. Brem. 1. 
heißt es von der Wahl eines neuen Rarthsherrn, 
daß dieſelbe, de gewiſſen Vorfaͤllen, mol acht Ta: 
ge, aber nicht länger, Bönne-aufgefchoben werben: 
So möget fe dat lengen 10 achte Dagen ‚und 

lenger nicht. | 
Langen, reichen. Won biefem und eitiigen zufammen; 
geſetzten ſ. R. Her langen, zureichen. To lan⸗ 
gen, eben das: it. zugreifen. Na enem Dinge 
langen: nach etwas greifen. Ik kan't nig af 
langen: ich kann fo weit nicht reichen. Eigentlich 
x fagt dieß Wort, den Arm lang ausſtrecken · von 

Ang 

Belangen auſſer der Bedeutung, die in ganz Deutſch 
land bekannt iſt, ſagt es bier auch: bereichen, ers 
reichen, extenfo brachio attingere: 2 welches | 

die eigentliche Bedeutung if. 

Belang, 1.) das. Erreichen, Berühren. Bir brauchen 
es in der uneigentlichen Motion des Betreffens, 
ſpectandi, pertinendi. Ik hebbe daar kien Be⸗ 
lang an: das gehet mich nichts an: die Sache bet 
trifft mich wicht. Daraus flieſſet die folgende: 

2.) Wichtigkeit, Erheblichkeit. Denn was uns nicht 


angeber, iſt fir uns nicht wichtig noch ‚erheblich, | 


Ene Safe var grotem Belang? eine Sache von » 
Auſſerſter Wichtigkeit. Dat is van me I 
veoRn 


4 


- — 5. Lam Lan a 


"ng: das kommi gar nicht in Vennchung wei. | 


dienet keine Aufmerkſambkeit. 


Link, Lenk, wird durch eine verderbte Muoſpreche ge⸗ 
brauchet fie, länger. Je lenk je meer: je laͤn 
. ger je mehr. Je lenk JE lever: je laͤnget je lieber, | 


Renner bey bem J.15 30. De Uprohr Wurde 


=. van Dage tho Dage jo Ienf jo groter. 
u Lanks, die Seite: infonderheit die Seiten des Bau⸗ 
3.7 es’ eines Thiers. hypochondria, ilia. Lan- 
cha ift beym Rab. Maur. de part. corp. ilia: beym 
Notker. Pſ. XXV, 2. renes: beym Kero, und in 
Gloſſ. Pez. lumbus: welches verwandte Bedeu⸗ 
tungen ſind. Mit Vorſetzung des f ſagen die Engl. 
. 7 Flank, die Franz. Flanc. Enem in de Lanken 


ſtoͤten: einen in die weiche Geite des Bauches 


ſtſoſſen: Rippenftöffe geben. | 
—— ein langſamer, nachlaͤſiger Menſch: 


Ain Muͤſſiggaͤnger. Vordem bat man Lenz, ein‘, 
‚faufer Senz, geſagt: daher faullenzen. S. Friſch 
in den W. Lenz. Holl. Lenterer, ein langſamer | 


. Menfeh J Faullenzer: von lenteren, traͤg und faul 


ſeyn: Sr. lanterner. Die legte Sylbe iſt vielleicht: 
daſſelbe mit Bent, ober Fant, ſatelles, famulus. 


SG. VrNT. 
u Laxunaen. ‚©, Dikel- aamme, unter Diem 
Lanze ‚ lancea, ift ein altes erltiſches Wort. ©. 


Wachter. Halve Lanze, eine kurze Lanze, fur; © 
wehr. Man: nennet auch ſo den Unterofficiet der | 


fie traͤgt. 


 Larez, ift daſſelbe mit bem Hochdeutſchent lappe, 1a | 


cinia, fegmeatum panni.. Enem wat up de 


Lap⸗ 





EEE Lar. Län.) 13434 


uppeng geven! einen derbe durch pre. et 
| Y | up de Lappen geven: ſich eilig auf den Weg ma⸗ 


chen, davon laufen. In welcher Redensart duͤrch 


. Lappen die Schubfohlen verfianden werden: SE. 
will di jagen, de Lappen ſchoͤlt di entfallen: ich 
| will dich über Hals und Kopf wegjagen. 6 
Lappen, file ? 
Belappen, ausflicken, Sappen auflegen. Enen belaps | 
pen un befliffen:. jemandes Kleider ausbeffern 
und in gutem Stande halten. J 
Terlappen, in Lappen zerreiſſen, zerfehen. Een ap u 
ped Kleed: ‚ein zerlumptes Kleid. . | I 
Pott-lapper, ein Keſſelflicker. 
Scho.- lapper, Schuhflicfer. . = | 
 Lappeiije, das Flicken: ‚eine. verdrichliche Arbeit, wor . 
, mit es nicht: fort will, und wovon man feinen Vor⸗ 
va theil hat: eine nichtswuͤrdige Sache, Lappalie. 
Idt is up'r ſtee man Lapperije mit der Kor. 
penſchup: man hat jetzt von dem Handel viele 
| Mühe und wenig Berdienf. . 
| Lapp fak, ein Bettler, Sumpengund. u | 
| Läppen, Leppen, Afläppen, einen $appen, oder eiß 
Stuͤck Zeuges non dem anbern, durch Aufttennuns 
der Naht, abſondern. nn 
_ Upleppen, eine Naht. trennen. y | 
Uutleppen, Fäden ausziehen, ein‘ Mert oder den ein⸗ 
genaͤheten Namen aus dem Zeuge machen. 
LAAR-BEREN, torbeeren, baccæ laur. Schaapẽ 
daar ⸗beren, Schaafmiſt. Eu | 
Laar-ölje, ‚Sorbeerößl,. 
karı FARI, ein Seräwäß, , das —2 Seifen — 
"ABER K 


\ 





16 . — Las 


N . " oo. ‘ " N 
. . . .® ’ Bar; 
= — 


Lasxx, | dafäe, ein keil⸗ oder yoitibeige Sei 
fen, der irgendwo angenäher wird. Sonderlich 
nennen die. Schneider fo die Klappen uͤber die Ta: 
ſchen. R. Een Mantel ſunder Laſke: ein Man⸗ 
tel, an dem nichts angefegt iſt. S. Sei in dem 
Woͤrterb. F 


PR. tafchen anfegen: an einander naͤhen. 


Uutlafken, ausficen. Een Klerd urlffen; M 
Kleid flicken, verſtucken. | 
Lass, lahs. J J 


| : Haken - laffe werden in der K. Rolle die achſe genannt 


wenn ihnen Haken ins Maul wachfen, welches ei= 
ne Art von Krankheit iſt. So erläret es unfer feel. 
Herr Archivarius D. Poft in feinem ungedruckters 
‚Idiot. Brem. Nach Friſchs Woͤrterb. aber iſt Ha⸗ 


J J ken⸗ laß das Maͤnnlein, ſo einen Schnabel oder 


Haken am Untermaul hat. eſox maſculus. 


—— ein langſamer, traͤger, fauler Menſch y 


‚ ber. bey.ber Arbeit nichts beſchicket. E. lazy, träg, 


faul, Hochdeutſch ift laß ſo viel. als muͤde , eig: 
: Sp, las und lache. Sat. laflus. : 


Kasi, auffer der Bedeutung des Hdeuiſchen Laſt, b 


zeichnet es 1.) eine gewiſſe Menge, ein Sefinmess 
Gewicht der Warren, wornach die Schiffsfracht 
bezahlet wied: wo Tonnen, Man: beſtimmet die 
Graoͤſſe eines Schiffes nach den Laſten, Die es tra⸗ 
gen kann; "als ein Schiff von 100; 200 x, Laſten. 
Eine laſt iſt 4000 Pfund. E. Lafı A.S. Hläf, 
von hläftan, beladen, beſchweren. Eine aſt Ge⸗ 
creide hält 40 unſerer Scheffel. 


nu 6) ein Auſcas. eine Sammifion. mandatum. _ 
J Laſtig, 


. | . — 0 | N “ 
en Las, m 17 


Lafkg, Aberfäfig „befhtoerlich, Onerofus, —* mo- 
leſtus. Dat i8 mi to laſtig: das,ift,mir zu müße 

ſam. . Enem laſtig fallen; einem zur Laſt ſeyn. 
Belaften, 1.) beladen, be chweren. Br 


2.) einem etwas auftragen, ober anbefehlen. He 


het idt mi hoog baaſiet: ee hat es mir ſchacf 
eingebunden, ſtark anbefoßlen, I 
Ballaſt, Sand, womit die ledigen Schiffe beſchweret 
werden, daß ſie nicht umſchlagen. ſaburra. Die 
Franjoſen nennen es Leſt. Die Wortforſcher ſind 
nicht einig darüber, was bie: erſte Sylbe bal in dien. 
ſem Worte fagen wolle. Hr. Friſch will, es ſey 
das Franz bas, niedrig, was unten iſt: "weiches 
etwa von den Holländern daran gefeget fen: - Here 
Wachter hält es für das alte bal, böfe, ſchlecht: 
daß alſo Ballaſt bieffe eine ſchlechte, ‚unnüße Laſt. 


/ “ - 


Wir fügen eine deitte Ybleitung hinzu, vom t.S.  - 


“ Bat, ein Schiff, und Haft, Laſt. Wenn die 
Schiffer irgendwo die völlige Ladung nicht befoms 
"men: koͤnnen, ſo pflegen fü fie Kreide oder andere 


ſchlechte und ſchwere Waaren, ‚us Noth, einzu⸗ 


“nehmen, welche fie, wie fe fagen, vor Ballaſt 
mitnehmen. 


Laster wurde vor Zeiten, auffer der bekannten Ber 
‚deutung, auch gebraucht für Schmach, Schande. 


So kommt 'es in unſern alteſten Statuten und ſonſt 
vor. 


Laſtern wird in unſern Statuten gebrauchet, far⸗ un 


Frauenzimmer ſchwaͤchen, zu Falle bringen. 


gentlich will es fo viel ſagen, als; ſchaͤnden, mit 


J beige, Sust 54. Son wor weinen = 
W 


2 


— 


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fr . 1 ' r . 1.0. “ “a 
ı ! ' on ft . . — 

pr . . 
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18. oo LAT. \ 
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—— gi na eines. Mannes Wyve offte m mer; 
Dochter, edder na ſyner Nichten, de vor oͤhr 
| | thor Karken geit, (welche vor der Fra: an gehet, 
waan fie zur Kitche gehet. Womit auf die alte&esr 
0 wohnheit. geſehen wird, die zum Theil auch noch 
vbeobachtet wird, daß die Kinder, ſonderlich erwach⸗ 
ſene Toͤchter, vor der Mutter her gehen.) umme 
ho laſterende, unde ward, be darmede begrepen 
Dat ſchall he. beteren mit ſymes ſulpes Halje. 
a Eben /dieſes fommt auch vor in dem5. Urt. des 9. 
= Kap, in.den ſtadiſchen Stamten. : | 
 Yäfterlik; ‚Ihändlich, He het mi laͤſterlik bedragen : 
er hat mich haͤßlich betrogen. Gen laͤſterliken Ber 
drog: ein fhändlicher Berrug, , : ... - 
Lian, Late, adj.;und adv.fpär. X. G.iet, late. 
nn €. late. Im Cod. Arg. fowol, als A. ©. iſt lat- 
1.27 Jan fäumen. R. Daher kommt Iaten, ılaffenz wie 
- auch. laß, träge, ı und lebt, ©. Jun. Gloſſ. Goth. 
unter latjan und letan. Een beten to late ig 
veel to hate: ein wenig zu ſpaͤt iſt viel iu, fpäte 
Up'n laten Avend: des Abends ſpaͤt. Je later 
up den Dag je beter Luͤde: iſt ein Compliment, 
ſo man einem machet, ber etwas ſpaͤt, und zwar 
unvermuthet, in bie Geſellſchaft kommt. Mit; 
ddem lateſten: ſehr fie  - 
len. Leſte, letzt, letzter. Es iſt der Superlativus von _ 
laat, anf fateft, Iatefte : : A. S. lateſt, Ia- 
oft, E. laſt. Leſt ind, auch allein leſt: neulich. 
— ‚Leiten, 1.) pindern,. aufhalten, ſaͤumen, verweilen. 
tardare. E. lett. A. S. lettan. Cod. Arg. lat⸗ 
ja & ſtammet. von Late ab. Lette di nig; 
J = balt 


Pers 
r. 


——————— — 





J 


Lan. ER | 9 


han Bi nicht lange auf, faͤume miht. Dat let⸗ 
tet mi to veel: das hindert mich zu ſebr. \ 


Er aufmerkenn, Acht geben. In dieſet Vedeumng 


brauchen es auch die Hollaͤnder, „und Hambarger. 
R. Indeſſen ift es doch nut eine metonymiſche Ber 


bvdeutung! Denn wer aufmerkeft will, wer muͤß ſich 


auf halten und ſaͤumen · He lettet nig up mine 
WRoͤrde re merket oder art nicht auf weine 
Bote” v.. 17% va 


| — Hinberung Kufemat Bortmeht N ſchel 


iu DE de Praweſt von biefer tüdt an urfer Moder 
alle Jar in dent achte dagen Michdelis 
geven iwe Mack; ſonder Vertogh unde Lettin⸗ 
ger Vohts Moſi. ined. Tikp as... 00 


4 Belt binden; behindern, auf halten..... 

Verletten, Sif verlettew— ſich auf baum/ſich oefohten 
RK Unbelerted ante «7, \t° a 
Unvotletred. —R dt. ungefide j obne u 


Hinderniß, sy 


Laran, 3) IR finere, permittere⸗ omittere, 


miſſum fatere: ęeu: Cod. Arg. letan. "©, læ- 
tan €, let, Schw. læta. Dis left, bu laſſeſt. 
Selen; er Aht. damperlf. ik leet, ich ließe Dat 
Taten bon, oder? Dat laat em doont ea mag 
drum ſeyn wenn Meich; ich frage nichts damad), 
2) Juſonderheit wird es von dem Aualegen ber. Bie⸗ 


gen, wenn fi fe jhmärnen gebraucht npom exa⸗ 


ming emittere. De Immen latet; Die Benen 
— —— oder 'sreiben ; den Jungen‘ Schwarm 


I. dem Sud’ 3:7 ei, j ag X — J 
13) ausfehen ‚ feinen, geſtaltet fen, das Unichen 
B 2 a —XS 


| | 
. x 

| 
2. 


- > ' \ 
% ‚ . 


Lan \ | J 9 IJ J 


F haben, gleichen, ahnlich ſeyn. videri. An einigen 
Oertern in England iſt leeten ſich ſtellen, ſich das 
Anſehen geben. Das Jolandiſche læta bedeutet 


daſſelbe. S. Jan, Etym, Angl. unter leeten. 


.. Dat let jo dull: das ſiebet ja wanderlich aus. 


Wboo let dat? das ſtehet ja nicht fein: fuͤhre dich 
ſo ungezogen nicht auf. Idt let em ſo vardig to: 


er läßt eine ungemeine Fertigkeit ſehen. Idt let 


em man ſo hovardig to: er.pat nur das. nfer 


ben, als wenn er ſtolz waͤre, ob ex es gleich nicht 


fe He let na ſinen Bader: oder, He let as. 


[3 » i 


) binſtellen an. einen. Det, Raum haben. it, faffen. | 


N 


* far * Latunge (mie "Da me Tärung,; 


ſien Bader: er ficher feinem Vater. ähnlich. 


‚locare; capere;.capasem: effe; SE kan nig meer - 
laaten: ich habe feinen Raum mehr. . Als jenem 
° Bauern fir die Mahljeit, welche ihm bey feineng - 
Frondienſte gebuͤhrete, 6 Grote geboten wurden, 
wegerte er ſich; denn er ſagte: if fan wol: vor 8; 


"Grote laten. 


5 laufen laſſen, abzapfen. Dieſe Bodeutung iſt 


3 6) bas Eigenchumsrecht eimes Erbes gerichgfich an J 
jemand uͤberlaſſen. Ord. 53. So we vch en Er⸗ 
yve let vor deme Nichte, de ſchall kamen vor den 


nicht ſonderlich iu Oebsanc: ‚daher c aber iſt Wien⸗ 
verlater, S. unten. 


Radt mit dem jennen, deme he Dat gelaten heft, 


unde laten dat ſchriven in dat Bock, dar me 
de Schedinge des Rades in ſchrifft, in dem 


4. 


"gabe unde Dage alfe dat gelaten is. 


Feu⸗ 


= 


j 


Lan. | >. J 21 


Fenerung Raum, Platz, etwas hinjulegen. Hier | 


is fene Laatje: hier iſt kein Raum mehr. ., 


* die gerichtliche Ceſſion eines Hauſes, , oder Er⸗ J 


bes, an den Kaͤufer. 


Af-Jaten, und. Tolateni, wird, auffer den getoößnlichen | 
Bedeutungen‘, “auch Befonders von den Kühen ge 
ſaget, Yjenes, wenn ihre Milch ſich vermindert; 


dieſes wenũ dieſelbe ſich vermehret. 


Antlau Antlitz, Geſtalt, Auſehen. Es ſtammet u un- 


ſtreitig von laten fu der dritten Bedeutung her, fo 


‚wie das Hochdeutfche Antlitz vom Gothiſchen und 


Angel⸗Saͤchſtſchen wlitan, Isl. lita, ſchauen. 
Die Gothen, A. S. und alten Frieſen ſagten ſo⸗ 


wol Andawleiz, Andwilita, Anlite, als ohne 


die Vorſetzungsſylbe Anda, And (welche gegen, 
, entgegen, wider ‚ bedeutet), Wlits, Wiiz, Wlita, 
“ facies, vultus., ©. Wachter. Ik kenne em nig 


m 


N v 


van Antlaat: ich kenne ihn nicht von Papa, 


oder von Angeficht, 


Gelaat, Geberde, Anſehen. R. Wir Haben bies Wort 
mit den Holländern gemein, aber nicht von ihnen 
übernommen, . Unter andern Unrichtigkeiten in der 
Gottſchediſchen Ausgabe des Reineke de Vos wird 


bdieß Wort bald durch Rachen‘, bald durch Geheul 


uͤberſetzet. Sin ganz Selant veränderde fif: | 
er veränderte feine Geberden: er.entfärbte f ich ganz, 


oder, wurde beſtuͤrzt. 


ie, ein uͤbeles Anfehen, ‚ ¶Verſtellung der Geber: 5 


den, ein beſtürzter Blick. Rein⸗ de Vos, 1B. 
- 38 Kap... 


u © Intet yw but neen Bunter fm, F 


B3— 


9. 
nn \ 


. u " 
22 J on Lan u 
t 


Dat: m myn Herte lydet Pyn, — 
. Edder dat ick ſus hebbe Mobohelaet. 
—E laßt es euch nicht wundern, daß es mir jetzt im 
u Heryen wehe thut, oder daß meine wlicke Ir barlıs 
u ber verſtellet find. 
Naleat, 4.) die Verlaſſenſchaft. heereditas, | 
22) die Rachkommen, Geſchlecht. pofteri, © 9pF 
PER 3 ) Inſonderheit hedeutet es guch Bier, wie in 1 Sams 
— n | burg jemand, der feinen Aeltern, oder einem fei⸗ 
„met Vorfahren, an: Geſtalt eder Gemüthsart aͤhnæ 
uch iſt. R. Dat is fi ien regte Nalaat: er iſt 
fein wahres: Ebenbith,. 
Bl; aten, 1.) eben das, was das folg. verlaie. ©. 
Vogts Men, ined. T. II. p. 282... | 
> gerichtlich verlaſſen. Stat. Stad. I. 2.. Sr we 
fin Erve verkoft, the ſcal that theme anderen 
uplaten vor theme Rabe. So auch 1. 16. 1V. 3. 
Verlated, auſſer der befannten Bedeutung heißt es hier 
Ps ‚auch 1.) den Beſitz eines, unbeweglichen Guts einem 
on beeraͤftigen. refignare ſundi dominium.ac polles 
ionem. 
» Vorlaten bedeutete auch vor Zeiten, etlaſſen, nach⸗ 
laſſen, ſich hegeben. remittere. In der Tafel 
Art. 1. Sif under malk anderen den Ed von. 
Der Eendracht wegene — togeven unde vor⸗ 
laten. Renner unter dem J. 1532. Idt were 
denn, dat de Gemenheit dem habe in dem 
Falle des. Eidts vorlahten wolde. 
Verlape, 1.) tag. Recht, welches einer Perſen, die ſich 
anf eine Meierſtelle verheurathet, gegeben wird, 
‚dep entweder lchenclars⸗ oder nur auf Seflimmg, 
“ 


\ 


- 


! 


‚erften Falle bringet fie die Meierftelle auf ihre leib⸗ 


WVoerflieſſung der Jahre, einem von den Vorkindern 


ftelle Tebenslang unterhalten, 
; 2.) Vertrauen, Zwerſicht. Daar is nien Verlaat 
t80o: darauf kann man ſich nicht verlaſſen. 
39. Raum. Ti'is hier man een kort Verlaat: es 


iſt hier nicht viel Platz. 
8 In dem benachbarten Marſchlande bedeutet Ver⸗ 





laat auch die Schuͤttung, oder Zuruͤckhaltung des 
Waſſers mit Schotten oder Thuͤren, mittelſt de⸗ 


ren es fo (ange aufgehalten wied, bis man es ab⸗ 
laſſen will. a 
T overlaat,. Vertrauen, Sunesläftgleit 5. Toeverlaat. 


Wien- verlater, ein Weinfchene. „Man febe Laten in 


‘der sten Bedeutung, Im Scherz ſagt man, wenn 
jemand geftorben ift: daar is een Bien ‚verlater 
fturven, d. i. einer, der den Wein nicht wieder 
trinken wird. | 
- Laat-loos, muthlos, niedergefehfägen, . 
Lauwe, vieleicht beffer, Louwe, Loͤwe. Heid,nd. 
een Lauwe un een Paar, ift bie Beſchreibuns eis 
nes ergrimmten Menſchen. Daher - 
‚Lauke, dag Verfleinerungsmort „welchen wir nur in den 
‚ „folgenden jufammengefegten Wörtern gebrauchen. 


B 4* POö· 


\ 
% 


N 
N. 


Lan. Lau. 23. 


liche Kinder: in dem letztern muß fie dieſelbe nach” | 


- abtreten, und, wie bier das eigentliche‘ Wort iſt, 

| übergeben. S bekommt z. E. der zweite Eher - 

. mann das Verlaat auf 15, 20, 25 1. Jahre. Her: . 
. nach muß er avergeven, und heißt een avergeven 
Baer: und wird von dem Erben auf der Meier⸗ 


“te Sabre, als ein Eigenthum zu beſthen In dem 


& 


24. Br Lav. | 
_Keller-lüke, ein ſchmutiges Kind armer kei, die im 
Keller wohnen, dem Die Haare um den Kopf her⸗ 
um flattern, fo wie ein Loͤwe abgebildet wird. Auch 
insgemein eine jede Perſon/ die im Keller geboren 
und erzogen worden, von ſchlechter Ersiegung- und 
nieberträchtiger Aufführung. | | 
Smul- lauke, eine fchmugige Weibsperfo. 
 Lavsıen gaan, muͤſſig herum laufen, plaudern ge 
. ben. H. laffen. ©. Lassen in der sten Bedeu⸗ 
tung: und vergl. Laweı. Auch ‚bey den Hollaͤn⸗ 
| = dern beißt lauweyten, mu: vagori, obligua 
E curſum. 
> Laven, 1) loben, jaudare. A.S. lofian. Rot 
gogod geit, ſo will ift laven: atht es gut, fo will 
ichs —*8 
2.) feine Waare ſchaten , einen Preis für. feine Waare 
fordern.” Weil, nach dem Sprähworte, laudat 
3° Venales, qui vultextrudere, merces. Wo hoog, 
>02 ober veel, lave ji dat? wie viel fordert ihr dafur? 
He verſut ſik nig in't Laven, ſagt man, wenn 
jeeemand viel Geld für feine Waare fordert, aber 
5. bald näpern Kauf gibt, und ſich gut bedingen läßt, 
9) geloben, angeloben, Geluͤbde thun. ſpondere, 
vovere.R. Hr. Wachter will das Wort loben, ges 
loben, ‚in diefee Bedeutung, herleiten. vom, celtiz, 
ſchen Law, im Cimbriſchen Lofa, Hand, weil es 
eigentl. bedeutet: mit einem Handſchlag verfprechen, 
tram fidemque dare. Dat hebbe ik God 
. Tavet:. das babe ih Gott gelobet. Dat will if di 
laven: das habe ich mir feft vorgenommen ‚die zu 
m: : iſt gemeimigl, eine Drebunas⸗ hormel. La⸗ 


ven 
| | “ — —\ 
— | De ” J 


— 


Lav. BE 25 


ven waket Scuh: durch Zuſage macht man 6 — 
verbindlich. In alten Dokumenten finder man au = 
koven. In einer alten Nachricht, weiche Wille: . 
brandt, Hanſiſche Chron. S. za. anführet, * u 
«s: Do he gehindert was, do hengeden feene, 
na Uthwiſinge des Landvredes. Vele bedder - 
ber Vrowen weren darby, un loveden den bes 
geden Mann to deme hilgen Blode ‚to der 
GWilßnack. Dar ſchude en grot Teken, dat 
de verwunnede hengede Mann wedder levendich 
wort, unde levede.menigen Dach na: als er 
(der Straffenräuber) gefangen war, haͤngten fie 
ihn, wie es der $anbfriede mit ſich brachte. Viele. 
anbächtige Weiber, die dabey waren, thaten.dem 
Erbhaͤngten zu Gute ein Gelübde zum heiligen Blu⸗ 
te zur Wilßnack. Da geſchahe das groſſe Wundet, 
| daß Der verwundete und erhängte Mann wieder le⸗ 
bendig wurde, und noch viele Tage hernach lebte. 
Imre, das Lob, dag Gutheiſſen, Bewilligung. Ord. 
4. So weme ein Erbe beflervet, de Erven 
heft, —— deren. mag dat nicht laten, hen 
doet mit Erven Tape, d. i. mit Gucheiſſen feinee 
Erben. Jetzt wird es nur noch von dem Ye 
- Der fand» und Deichgeſchwornen gebraucht. 3— 
iſt die gewoͤhnliche Formel in den 3 Be 
Befehlen zur Ausbeſſerung der Wege, Deiche und 
Daͤmme, daß fie muͤſſen unſtraͤflich gemachet und 
ausgebeſſert werden, to der Swaren Lave, d. i. 
daß die Geſchwornen, bey der Schauung (in lu- 
ftrationibus viarum & segerum), nichts daran J 
in radeln ſinden. en BE 


% - > 
IE. 7 Lad. 
— 


N. 


. Voß; Er ee '& Lofer” BEREERE ER. 
| Lolte Lovte und’ Lövte: 1.) das Verſprechem Ange 


lobung Gelubde. Eendr! Art. ır. Id ſchoͤle 
ob ein jeder Rottmeſter by demſulven finen Ee: 


: de nemand in ſinem Rotte lyden, de nen Bor⸗ 


ger ſy geworden, unde ſik alſo dem Rade mit 


Loovten unde Eeden nicht verplichtet. Ord go 


So wor twe edder mehr lavet mit ſamender 


2: Hand ene loßte ꝛc. Schw. Löfte, das Verſpre— 
chen: Löftesmän, der etwas verfpricht, ein Buͤr— 


ge: von lofwa, verforechen, gefoben.. *- 


on ® Verloͤbniß. Bey den Bauern, Dieſe Bedeutung 


iſt auch in Hamb, uͤblich. K. Holl. Bruyloft. Alt 
Fraͤnk. Brutloufti. San. Trolofning, | und 
 Brötlop, 
Laie, eben wie Lofte in der woten Boeurung. 


Lövel- beer unb Lavel-beer; die Mabtʒeit de ben 


Verloͤbniſſe der Bauern. 


u A laven, ſich etwas verreden: bey ſich ſelbſt ein Seth 


de thun, "oder fich feft vornehmen, etwas zu unter⸗ 
laſſen. Dat hebbe if mi äf lavet: ich habe mie 
‚an Eides flatt vorgenommen ’ ſolches wicht. wieder 


Zu zu thun. 


| Anlaven, angeloben, fh zu einer Di verbindlich, 


- machen, ſich zu beffern verfprechen. R R. 


. u Belaven,' geloben, , feierfich und eidiich zuſagen. Dat 


het he mi in de Hand belavet: darauf hat er mir 
‚bie Hand gegeben. en 


— Baen Verſprechung, Angelobung. 


Vut laren, x.) verheiſſen/ orſprechen m geben. Berl 


uut 


— 


\ 


unit Idoen:: : N Berfprechungen chany  gäfbı | | 


Berge werheiffen.  ‘. 


3.) verloben. Oftfes Landr. 1 B. 121 Rap. Mair ä 170 
.ne Maget:eder Züffer ſick ſuͤlveſt uth lavet (ſich 
ſſelbſt mit einem Manne verſpricht) ſonder Vaders, 
Mocders, Suͤſters, Broeders Rajt, fo moe⸗ 
gen de Olderen bir geven, wat fe.willen tho 


Bruitſchatte, mo fe benedden 25 Jaren olt ig, 


W8bcoir bat men eine Sjüffer eder aget ulm. 
143 fo. fall men oir geven, dat men ir lavit 


| Verlaven, I.) daſſelbe mit af laven 


2.) im Verkaufen zu viel fordern, den Drei [2.02 


‚ve zu. hoch feßen, | 
. 3) verloben. defpondere, R. & funt verlanede 


Side: fie haben fich wůrtich cbelich vriloben. nn 


Verlayung,, und - 
Verkfnifs,. Verloͤbniß. 


Laven,. laben, erauicten Dan feite wdieß Wort ge⸗ 


meiniglich her von, leven, leben, als wollte es ei⸗ 
gentlich ſagen: wieder lebendig machen, Allein man 
uͤberlaͤßt es der Beurtheilung der Leſer, ob es nicht 


faͤglicher herzuholen fey von dem Goth. in Cod. 


Law. Zu — *7 


Arg. Hlaibs oder Hlaifs: A. ©. Hlaf: €, Log- 


fe, ein Brodt. Daher die Deutfchen noch: fagen, 


Hlib, Ruſſ. Chlaeb, Poln. und Böhm, Chleh, 


- eg der labenden und ſtaͤrkenden Kraft des u — 
| | Bun. . 


ein Beib, oder (wie es-in einigen Eegenden nach. 

ausgeſprochen und gefchrieben wird) Laib Brodt. 

In der alten frief, Sprache Leef und in den fl 
voniſchen Mundarten, Wend. Chlieb, Kroat. 


N 


4 Pu ' 
“ . 
28 
\ v 


u Lavzarn, bin und wieder fegeln, damit man. gegen | 


0 führen. — Eee 
"Lavıa. ©. unter dem folgenben Lener BE 
Laweı, ein Nufftand der Deicharbeiter, Da felbiger | 
insgemein mit Aufftefung und Vortragung einer 
Fahne anzufangen pflegt; la waie aber, anſtatt 
laat waien, d. i. laß/ wehen, ein gewoͤhnliches 

J Kommando; Wort im Holländifchen und Dänifchen 


J 


| Lav. Law. Leu 


POS Man vergleiche auch das sen Pre 


- (chalaph), innovare, inſtaurare. 


den Wind fortkomme. obliquis curſibus ventos 





m ir nd. 


. captare. Fr. louvoyer. Iſt ein Wort der Schiff 


fer. Uneigentlich, ſich in die Zeit ſchicken. Mit 


enem laveren: mit einein in’ die Gelegenheit fe . 


ben: einen mit. Glimpf zu einem gewiſſen Ju i 


> 


iſt, wenn auf den Schiffen Die Flagge, zum Zei⸗ 


chen 'des Angriffs, aufgeſtecket werden ſoll; ſo koͤnn⸗ 
te man den Urſprung deg oberwaͤhnten Wortes fuͤg⸗ 
lich darin ſuchen. Wenigſtens iſt uns Leine beque⸗ 
miere Ableitung bekannt. Vieleeicht lieſſe ſch bier: 
aunus auch"oben angeführtes Laveien gaan, muͤſſig 
herum laufen, am beſten herleiten: weil bey einem 
dergleichen Aufſtande die Arbeiter muͤſſig gehen. 


Pr "mn nt one 


J Leber, ift daffelbe, was wir fonft Stremſel nennen; 


“un 
. ir 
. 


nämlich die falzige und faure Feuchtigkeit, weiche 
vornemlich aus dem Magen. gemwiffer Thiere, fon- 
derlich der Kälber ; zubereitet wird, womit man. - 


Die ſuͤſſe Milch gerinnen machet. Der Vokal die 


ſes Worts wird, in den verfchiederien Dialekten, 


nm alle andere veraͤndert. Hochdeutſch Lab. Holl. 


Lebbe und Libhe. Som. Löpe. | In Dafypodii 


Lex. 


‘ 
5 — 


— — 
Lem Lecn. j a9: . 


| Lex Zuppe ‚Wen andern Lupp amd . Lyp. S. 
Friſch unter Lab. Wir ſagen auch Laff. So auch 
Chytr. in Nomencl. Se. col. 39 I; wilcher es 
auch Lipenennet. u . 
lebbig und Lavig' melähes. Ießteie ben ung geroäßnficher i 
iſt), wird-vom, Käfe gefagt, worin zu vieflabge 
than iſt, wan. nämlich die Milch zu ſtark coaguli⸗ 
ret worden, wovon ber Kaͤſe aufgeblaſen, zaͤhe und 
von widerlichem Geſchmack wird. Dan ſagen wir; 

de Kaͤſe is lavig. 

Libberig, was kleberig, und deswegen widerlich zu ge 
nieffen iſt: Pleberig.füß. _ Obne Zweifel von Leb⸗ 
be.R. Wir. fagen auch: t'is mi to libber: es 
iſt mir zu ſuͤß und widerlich. In Preuffen labbrig. 

Libberhaftig, imd Libber-föte,. eben da; 

Levern (#),.. gerinnen machen.. coagulare. Levert 
Blood, geronnen Blut. Beym Friſch finder man 
läbern in diefer Bedeutung, für labben, ; von Lebs 
be, tabs. Die Hochdeutſchen ſagen alſo unrichtig 
geliefert But. 


Lecnt, I) ſubſt. Licht, Berg. Inx,, lumen, am -· 


dela. Talg lecht nſchuccterze  Wasslecht, 
Wachskerze Dat Lecht brennet em up den Ra 


u gel, ‚oder inder Pipen: en iſt mit ihm aufs auſe 


ferfte gefommen: er kann es nicht‘ länger Halten, 
it, er darf Leinen Augenblick Länger faumen.. Dat 


Lecht breiinet nog: noch iſt es Zeit. BonbeGe _ . 


wohnheit, etwas. bey brennender Kerze: zu verfaus - 
fen.. He ward uut gaan, as een Lecht, fagt 
man von einem Schwindſuͤchtigen, ber nach und 


nach abserebret wird. =; ſehe daar sen. Lecht u 
- N W 


J 
—2 x 
— J - 
b x . 
. ‚ 


* ne — iron Y 
van ddr. Wenn man voraus hebt, daß eine Sa⸗ 
che/bald werde verderben, und zu Trummern gehen, 
” . —6 entlehnet von den IFerlichern, die nach de 
Aberglauben. der Leute, eine Leiche, oder ander Uns, 
2 Bet dedeuten; Kiek⸗lecht iſt im der tändelndenl. 
I, Hinderfprache eine brennende Kerze. Lechte to ko⸗ 
pe hebben Heißt im Scherze, bey den Kindern, 
‚ der Rotz lang aus dee Naſe bangen: laſſen. | 
a adjek. licht, ‚helle. Das Stammwort iſt das cel⸗ 
iiiſche Lug, Licht. Welches noch deutlicher wahr” 
0 zumehuten ift aus dem gleidy folgenden Lugt, und! 
ven damit verwandten, die wir bier‘, um die Woͤr⸗ 
re ‚ereines Stammes bey ein ander zu haben, folgen. 
Br ‚Jaflen,. opme zu beſtimmen, ob Lugt von Lecht· 
oder Lecht von Lugt, zu naͤchſt herkomme. ;5-! 
—8 -geter, ein Lichtzieher, der Kerzen macht andi 
verkauft. Im Schetꝛ ‚en Kino, , das den ‚Ro 
"bangen läßt. -  - 
— ‚oder Lugt; 2.) Licht R. ‚Cod, Ase: Linhach, 
Brcoey den alten Galliern Lugt.. bey den Walliſern 
J .-.. Hug (wie: auch Luched; der Blitz: Luchad, 
Auge: amlug, fheinbar): A. &: Lecht. Vergl. 
das Gr, Auna', das erſte Morgenlicht. Daher lue 
gen, ſehen. Lucht anfengen: te: Dat Lucht 
upſteken: das Licht anzuͤnden. To Lucht un to 
327. Vuͤer ſeen: "fein Licht und Feuer bewahren, daß 
2 Pin Unheil daher entftehe: Wenn: wie ſowol, als 
die Hamburger, die Fenſter Lucht nennen, weil 
verrittelſt derſelben das Licht, in seite Gebaͤude ges 
bracht wird, fo muß ſolches nicht, als em neue 
F Bedeutung bemerket OERDEI 
ar | Ä E) tuft 


‚buch. a ka | 
ar: Auft, R. Die ‚Holländer fügen auch ko Sie wird: 
ſo genannt ‚ weil ſie ein züchtes Element iſt, und 
das Licht am leichteſten durchlaͤſſet. Wachter und: 
Eccard ziehen: mir Recht dag, ch dem 1m welches die: 
ubrigen Dialekter in dieſem Worte haben, vor. 
Doch will es erſterer lieber von licht „.leicht, her⸗ 
leiten. Lucht halen, Othem ſchopfen · Het was, 
.- a8. wen he nut der Lucht fylf: von jemand, der 
ich unerwartet zum Vorſchein kommt. oh 
3.) das oberfte Stockwerk im Hauſe, ein Kepnboden; 


weil das Getreide daſelbſt Hchtig,oder lüftig liegt. | | 


Yun’ Renner unser dem J. 1315. 1336. dat thon: leiten 
ſin Gefnde ſprack: Here, gu hehben. nicht me © 
up der Sucht, edder in en, Kaflen x. Ee iſt 

vom Rocken Die Rede · SINE. 

+) Zucht, fü fern es einen Hondgriff bedoncet, iR: 

. ante ‚feinem, Siammort Licht, lacht⸗ ® fu | 

meh. v 
Uut hucht, ein. unten gm Haufe hatver. gehender Eee, j 
. „mit Fenſtern. menianum- ,. Dans wird ns, 
‚wen, wie in Hamburg, viel Wexks gemacht. R. 
Lüchte, zeuchte. Enem de Luchten agter dem Eers 
hangen: zinem Brille werfayfenz einen hinters l 
Uücht fuͤhren. Wir haben hier. an. das. Sprw. 
. Man hanget: dem. Roland. de Luchte vor dem 
Eers: wenn man fagen will, daß anfehnliche und 
kluge Leute ſich wohl hinter das Schr führen laſſen. 
Dem groſſen Roland am bremiſchen Fleiſchmarkte 
yſtehet eine Leuchte Binser dem Ruͤchen. Mit der 
¶ Pommerſchen Luchten Topen:. im Ser, das 
Be uber die Hoſen bangen. laſſen. er | 
. Staa on 


I 


32 LxemLxn. 


Ä Stok- luchte, e eine groſſe geuchte, die auf einer Een = 
in die Höhe vorgetengen wird. Sn | 
Luchter, Leuchter. | 
Luchten- 1.) leuchten. lucem emittere. 1 proebere, . 
‘Cod, Arg. liuhtjan. A. ©. Iyhtan; Alt —* 
liuhtan. Sprw. De Finſter, dein luchtet, moͤ⸗ 
tet- ook wedder uut fuchten: wer Wohlthaten 
empfaͤngt, muß fie auch erwiedern: wer ſich trafs _ 
tiren läßt, muß wiederum traktiren. He luchtet ze 
as een ſwart Half: feilioee. \ 
>) ein Licht vortragen. Jucem preferre, | F 
89 blitzen, werterfeuchten. Cod. ‚Ars Ianiatjan 
u Cambr. lluched, det Big Br | 
| Luchtig, luͤftig, BL R. : | 
Verluchten, 1.) einen durch ein hits ucht blenden it. 
— vurch Leuchten in die Irre bringen. De Snee 
verluchtet: der Schnee blendet, ober, führer eis 
nen vom techten Wege ab. E 
22.) ausluͤften, feifche Luft duirchjichen laſſen. 
Verluchting, Erleuchtung. If veraltet. Cs komnit vor 
in einer alten Urkunde hinter Meieri Orat. de 
Scholæ Brem. natal. &o. p: 65. = 
dern, Leid, Trauer. Boxhorn. in Lex. Ant. Brit, | 
"alaeth, luctus. Daher liden leiden. Sik 
Leed doon: ſich umbringen. Joue Sorge is mi 
leed: iſt das Kondolenz⸗ Kompliment bey den 
Bauern, womit fü e iht Beyleid den naͤchſten Ver⸗ 
| B wandten eines Verſtorbenen bezeugen. 
J >») Lieb. cantilena.: Dit was dat Ende vam Leder .- 
: darauf lief es endlich hinaus: einen ſolchen Aus 


gang ge Ye San Dim moot nig all * | 


N 





. ” Bu . “ " \ 
soo " y 
 , LED. — J 33 


ber, nut fi tigen man darf uicht alles fagen, was 
man. weiß. Leed in diefer Bedeutung iſt von lu⸗ 
den, lauten, gehoͤret werden. 

Leed-fpreken, uͤbel nad) reden, veiläumbden, Einige | 
ſagen leeg⸗ſpreken. Von leeg, ſchüimm, bös, R, 

Leed-fprekern, verläumbderifh. R. 

Lspper, 1.) Leder. R. Cambr. lledr. %, ©. Lether, 
E. Leather. Goth. hiethr. Van enes andern 
ſien Ledder i8 good Remen fnien: ‚aus eines an⸗ 


\ 


an 


* 


bdern Beutel iſt es leicht freygebig ſeyn. Criſpi⸗ 


nus ſtilt dat Ledder, un gift de Schoe um 
Gottes willen: von einem, der den Armen Su 
tes thut, oder Vermaͤchtniſſe ſtiftet, mit uͤbel er⸗ 
worbenem Gute, Van Ledder teen, heißt nicht 


nur den Degen ziehen; fondern auch, die Kleider “ 


ansich, 


2.) keiten. WS. Hisedder. E. md H. Ladder. u 


Das Starimwort ift ohne Zweifel das ceftifche 


‘ Nethr, was Berg an gehet, clivus. Sprw. Lan⸗ 


ge Luͤde ſunt ſo good, as ene Huus/Ledder. 
Ledder- balken, Leiterbaͤume. | | 


| Ledder- tauer , Lederbereiter, Gerber. S. unter 5 


TAuEN. — 


Leooıe, I: y ledig, leer. Hr. Wachtet halt mit Recht | 
Bafür, daß es von Taten, laſſen, verlaffen, Bers : 


ſtanme. In diefer Bedeutung Jagen wir auch, 


wie die Holländer, Teeg: . Lege Tunnen, ledige | 


‚Tonnen. Sprw. Ene leddige Tunne raſet am 
meiſten: je weniger einer verſtehet, oder auch, je 
„Mengen einer im Vermögen hat, Defto mehr prafet 
Die folgenden Bedeutungen find apich.- 

C 


c 


ar) N 


! 


2) unverheurathet, coelebs. Een bi ı looe 
Minſk: eine Perſon, die in Feiner Heurathsver⸗ 
bindung ſtehet. Die Hochdeutſchen ſagen auch⸗ 

lediger Stand, coelibatus. 
3.) als ein adverb. heißt es auch, y Fe % Leddis 
)gaan: muͤſſig geben. Daher, - ee 
‚ Leddig-gang, Möüfliggang: udd 
. „Leddig-gänger, Muͤſſiggaͤnge. 5 Ä 
 Unleddig, 1.) noch nicht ausgeleert. — 
2.) der viel Geſchaͤfte bat, der ſich und andern ſtete et⸗ | 
u was zu ſchaffen macht, unruhig. De Kinder ſunt 
alltied unleddig ; die Kinder find allzeit in gefchäfs 
: tiger Bewegung, machen einem viel Muͤhe tind Uns | 
rube. I 
u Unleddigkeit, eine dringende Veſchaͤftgung, die einem 
| feine Zeit uͤbrig laͤßt. Zufolge des Stat. 3. muß 
in Bremen die. Wahl eines neuen Rathmannes 
- gleich den folgenden Tag nach der Beerdigung des 
y verfiorbenen vorgenommen werden, es wäre denn: 
, daß es ein groffer heiliger Tag wäre, ‚oder; Daß ſol⸗ 
N che wichtige Sachen abhanden. wären, dat ſe dat 
| van Linleddigheit wegen nicht doon en konden 
" Denners Ehron. unter Erzb. Hildebold. In den 
tiden, eher de Amte er eigen; Richte hadden, 
entbrock oͤhnen nummer Hates oder Kives un⸗ 
der ſik, und de Raht hadde hirvon al tho vele 
| Unleddigheit - 
- Voileddigen, ios und ledig werden. Iſt veraftet, Sn | 
einem alten Kaufbriefe von 1352, alsden fchole 


de vorbererde & Bode ou, i feines Hoaus) vh⸗ 
rrer 





— 





en ben Lea, u u 33 = 


rer : Karen frig und quidt wedder fi le \ 
und vorleddigen. 
EDEN (95 und Geleden, verganugen vberwichen. 
Es wirv von dur verfloſſenen ‚Zeit gebrauchen Tis 
all lange leden, oder geleden: es iſt ſchon lange 
her: Bey dem Ulfila heißt leithan, geben, vor⸗ 
beygehen: Theot. und X, ©: litham. Daher auch 
— bie Holländer ihr Iyden, votbeygehen (welches 
von der Zeit Hebtauchet wird), und Lydt; Ueber⸗ 
"gang, noch haben, Kero, kalid, diſcedit? ke- 
idet, diſcedit. Junius it Gloſſ. Goth. v; les 
than, vergleichet dieſe Wörter mit dem alten Griech. 
‚EAsuda, ich gehe. Man ſehe auch die Aumerkung 
des Hrn. Gramm bey R. unter Verleden. 
erleaen ‘eben daſſ. Rı. nur mir. dem Unterſcheid: daß 
jenes geleden nie. ben einem Nennworte geſetzet 
wird, wie dieſes. Verleden Nacht: verwichene 
Nacht. Verleden Maal; das letie Mahl, jngſe. 
Ady. Verleden, vor einiger Zeit. 
— MATEN.) ©. unter Erd, F I . 
SEDE-WATER:) | — 
zut, oder Lehe, ein Dorf dieſes Namens, eine halbe 
Meile von Bremen. Im A. © iſt hleow und. 
. hleowth eigentlich. ein Ort; der an der Sonne J 
liegt, und vor dem Winde ſicher iſt: it eine Woh⸗ I 
:. hung, ſicherer Aufenthalt, Zufluchtsort: Isl. hle, 
nilic. Im AltEngl. iſt Lea; Lega, ein umzaͤuntes 
Kand, ein Dies U. ©. Leag, Leah, Lea; Bw 
her vielleicht das Fr. lieu:. ... ' 
Lex, S. unfee Leven [OR | j 
Lens, Lege (2 t ? — (tim, BIER. Rene. 


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.,. Man bebenket, welche ſchimpfende Bedeutung: has 
Eu Wort vaͤks oder Leyge (tie es auch bey uns ge 
funden wird), laieus, ben den Mönchen in den vo⸗ 
rrigen Zeiten gehabt, fo ſollte man faſt auf die Ge⸗ 
danken kommen, daß leeg in dieſer Bedentung da⸗ 
her abſtamme. ©. Laxs. 
42.) Brant. Leege uut ſeen: kraͤnklich auſeben. Se 
is Teeg wurden: er.ift mager worden. /: 
2.) niebig, untief, ſeicht. Dat, Mater is leeg: 
das Waſſer iſt niedrig. Inſonderheit heiße leeg 
| ter der niebrigfte Waſſerſtand bey, det Ebbe, 
vor wieder anlaufender Flut. Bon diefer und der 
2 erfien Bedeutung handelt weitlaͤuftig R. in Id. 
Hamb. Wobey nur anzumerken iſt, daß Low 
bey den Engl, niedrig heißt. Leeg, und das Holl. 
laag, laegh iſt one Zweifel von leggen, legen. 
a) ledig, Es ift das zuſammengezogene leddig. 
Lass (#) it. wie es Frifch erPläret; ein Bölzern Gefäß, 
meiſtens Getraͤnk darein zu thun, als ein Faß, ſo 
von unterſchiedener Groͤſſe, und gegen den Spund 
etwas enger zugehet, damit es ſowol auf der Achſel 
2... des Menſchen, als wan es groß iſt, auf den Ruͤk⸗ 
ken der laſtbaren Thiere beſſer und bequemer zu tra⸗ 
gen, weil es ſich beſſer anlegt. Won welchen le⸗ 
gen und feiner Lage es auch den Damen befoms 
men Es kommt überein mit dem: lat, lagena: 
Gr. AMynvoc, eine Flaſche. In Gloſſ. Pez. kommt 
das Verkleinerungswort Lagella. vor, welches 
durch das Lat. laguncula erklaͤret wird. Legel, 
Laͤgel, braucht auch Luther. ı Sam. XVI, 20. 
Leyen, ein khein dachen beſonders zu fluͤſigen, 
| aber 


ira 37 


aber auch andern Sachen. Vonnchich we werden die 
I Neunaugen⸗ Faͤßchen in Bremen alſo genennet, 
Wer, etwas in den alten. Schriften bewandert ift, 
doer wird fich die Rechtſchreibung der Alten nicht i ir⸗ 
we machen laſſen. Sie ſchreiben es naͤmlich bad 
Lechelken, bald Loͤchelken bald wieder anders. 
In der bremiſchen Acciſe-Rolle, unter der Rubrike 
Neunaugen, wird ganzer, halber und viertel Le⸗ 
chelchen gedacht: ſtatt deſſer in der Elsfleter Zoll⸗ 
Rolle Faͤßchen ſtehet. Kuͤnd. R. Art. 150. Od 
en ſchall nemand uthfoͤhren · droͤge Negenogen, 
offte in Lechelken, gebraden, de Stadt hebbe 
de Zieſe darvan: Auch ſoll Niemand getrocknete 
Reunaugen, oder gebratene in Faͤßchen ,ausfuͤh⸗ 
ren, es fa) denn der Stadt bie Acciſe davon ent— 
richtet. 
Liorr (0), Notb, ſchlechte umſtaͤnde Witerwet⸗ 
tigkeit. R. will, es fen eine ellipſis für leger 
Wall. Fuͤglicher kaͤnn man es zu dem bald for 
genden Leger (m) bringen. He het fien Leger: u 
er hat feine Noth, ober. Gefahr , ur 
Leger-Wall, das Ufer, worauf der Wind ſtehet. 
Beige für bie: Schiffabrende, eine gefährliche 
. iſt. Daher die uneigentliche Redensart zu 
* ef, S. Richey unter Leeg. Dem ſtehtt 
entgegen Upper⸗Wall, das Ufer, wovon ber 
: Wind abftehet. i 
krocen, tegen. Cod. Are. lagjan.. A. S. lecgan. 
Din; legga. H. leggen. Imp. if lede, ich leg 
te Hände un Foͤte to ſamen leggen: flebent 
ig Bitten. ‚ Enen, Dar Sun 8. vn | 


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age (#), die Unterlage, oder das Geuhdgofz, wor⸗ 


— 
— 


| on j Ina, N | | 
"einen. Hengſt oder Rind verſchueiden, caſtraro. 


Beſonders iſt dieß Wort bey der Schiffahrt Ni 


lich · Worup to leggen: das Schiff irgend ivor 


- hin lenken. it. die Abſicht worahf haben. Daber 


Z2oles die Abſicht. In unſern Statuten wird: 
das einfache leggen bisweilen fuͤr ein und anders 


— Zufammen ae gebraucht: für erlegen; Stat. 
6 Birnen 
. Schaden. wieder erſetzen. Fuͤr ablegen, ‚Stat. 


chaden wedder leggen: feinen 


37. So welt Swarne einen falfthen Tug le⸗ 


de: wenn ein Geſchworner ein falfches Zeugnif 


‚eblegte, It. für, mit dem Schiffe ablegm, ſich 
vom Ufer entfernen. K. Rolle: Met Schepen 


van der Slachte leggen. Auch wurde es im me⸗ 
taph. Sinn. gebraucht fuͤr anordnen, feſtſetzen, 


beſummen u. ſ. w. Een Botding feggen: ein. 
Botding anordnen oder halten. Ehen fredelooß - 


leggen: einen für vogelfrey erffären. Ene Tin 
leggen, und enen Dag leggen: eine Zeit, & 
nen. Gerichts: Termin, beſtimmen. 


\ 


auf der ganze Stapel eines hoͤlzernen Gebaͤudes 


| esse, 2) Erlegung des Geldes, VBelonders wird 


au. .. 


Oohn dod darmede bene und (mer Denn Be 


— 


ruhet. Von leggen oder liggen. S. R, unter 
Lede. 


es im ı Ord. ſunder Gin gebraucht für die Bar 


.. Se, ober das Geld, fo der Beleidiger dem’ Beleis 


digten für Schnach und Pein bezahln muß: Sp 
u he leggen fines Gudes alſo vele, alfe.; 
me duncket, dat he oͤme finen Schaden und 


— *9 
v 


9 


RG - . _ ‚» . . 
— o 
⁊ . or xı {) 
j J Z- j & 2 2* N 


| Leo, 388 
tho den Hilligen, dat he mit dem Legere, Be⸗ 
de und Legge (Hausarreſt, Abbitte und Buße) 
ſien Hohn und Sehre gebetert hebbe. 

2.) Aal⸗legge, ein durch Pfaͤhle und Bretter bes 
‚engten Bad), oder kleiner Strom, vor welchem - 
man Hamen oder Fiſchkoͤrbe ſtellet, um Fifche, 
befonders Aale zu fangen, In der fifchreichen 
Wunme find deren viele, Man vergleiche Lage, 
Nachſtellung. 

lae un Peol-geld; iſt das Jaͤhrliche, welches für 
den Hal und Aentenfang der Oberkeit beahler 
| wird, 
lage iſt nach der berſchiebenen Vedeutung ; ; dies 
bat, entweder von Jeggen, oder von liggen. Es. 
bedeutet 1.) eine jede Grundlage: bie lage eines 
. Dits ꝛc. wie im Hochdeutſchen. Een Die ‚to 
. vuller Lage, Hr in den alten Landbriefen ein 
Deich, der die gehörige Brejte und Höhe har, und 
in gutem Stande iſt. 

2) eing Reibe ordentlich gelegter Dinge: und wird: 
infouderheit var den Kanonen auf den Schiffen 
gebrauchet. Daher die Redensarten: Enem de 

vulle, eder ganze Sage geven: bie ganze Reihe 

Kanonen auf einen abfeuern: einen derbe zůͤchti⸗ 

gen. He het fine vulle Lage: er iſt ganz be: 
trunken. 

» Nachſtellung, Hinterliſt, maie Enem u 

gen leggen: einen zu beruͤcken firchen. Es fommt 

auch wor im Meinefe Fuchs. Und. im Sachfen⸗ 
Spiegel if: mit Worten lagen, verbis infi- - 

. all, & in auq Fa | 

E 4 u Legsik, 


J 


| 


* Tu | \ u 4 | Lea Ä | u 

| Lege, ) gelegen, fitus. . | Br auffer Gebrauch, | 
In einer Urkunde von 1445. in He Brem. und 
Verd. 4te Samml. ©. 108, Einen halven 
Droem Landes, dede legelik is in der Velt⸗ 


. jnarke to Soft ” 
Eu *) gelegentlich, bequem, gelegen. In der Tafel. | 
5. Art. 6, heißt es: Unde feholen treden-in de 


Stad Schulde, unde de na legeliken Tyden 
(zu gelegenen Zeiten‘) fo ſe erſt kunnen, van 
der Stad menen Guden, betalen. | 
Leger (9)» 1.) eigentlich, das Lager. Es wird aber, 
‚ fo viel mir wiffend, nur von Pferden und andern 
Die gebraucht, wenn fie in einen weichen Grun⸗ 
de ſtecken bleiben, daß. fie ſich nicht heraus arbei⸗ 
ten koͤnnen: da man alsdan ſagt, daß ſie to Le⸗ 
ger famen. — | 
' =) Oft bedeutet es auch, in alten Dohinenten, das 
Einlager, Geiſelſthaft, obftagium. ©. das wei⸗ 
ter unten vorkommende Inleger. 
Lexerig, eben das, mas Legerhaft in de aten Bes 
deutung . 
Legerhaft, 2.) bettlägerig. Stat. rox. Wert ein 
Man geſlagen, dat he legerhaftig wert ?ꝛe. 
2.) Wird es von den Landſtraſſen gefagt, wenn die⸗ | 
‚ felben, wegen der eingefahrnen tiefen Loͤcher, uns | 
- brauchbar ‚worden find: und Pferde und Wagen 
| „darin, liegen bleiben, daß fie fo Leger kamen. 
Leggel-hane. ©. Häne unter Haan.- . 
- Legge-fchipp fommt in der Künd. Rolle vor. Er | 
etwa daſſelbe mit Uutlegger. S. weiter unten, 
J Ai Ieggen, überbaupi oblegen, deponere, amove- 


Fo | ( re. 
F / _ . oa , 
f . J J 
* “ 
j 2 \ 
. . { 


” 


—— 


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re. "yasbefonder w wird es 2 ven ven Kalben | 


ber Kühe gebrauchet. De Ko fchall bald af leg⸗ | 


i ' 2 ‘ 
‘ ‘ ’ „s . \ 
. ⁊ 
t “ 
' F J . r 
® 


. gen? bie Kuh wird bald kalben. Auch im vers 
Achtlichen Ginn von einer Sraumsperfous Se is 


J hen u un kegt af: fie ift verreiſit um heimlich ihe 
Wochen zu halten. 


2) * Nebenſchuͤſſe der Nelken und anderer Pflan⸗ J 


zen ſenken, daß ſie Wurzel ſchlagen- ‚propagare J 


caryophylla. — 
3.) ſich mit dem Schiffe vom Ufer entfernen. — 


Aflegger, die jungen Senker der. Melken. 
Anleggen, anlegen. SSufonderkeit : das Schiff ans 
and bringen, aus Ufer legen. Metaph. eine ges 
wiſſe Abſicht haben, ſich vorgenommen haben. I 


He het idt darup anlegt: ex hat es fi ch vorge 
nommen: es ift Darauf angeſehen. | 


Anlage, wie im Hochdeutſchen. Opnfonderheit bie un⸗ 


‚tere Grundfſlaͤche und Baſis von dem Durchſchnitt 
eines Deichs, oder einer Hoͤhe. 


Averleggen, uͤberlegen. imponere, perpendere, — J 


‚ Averleg, Ueberlegung. 


Beleggen, 1.) belegen, aberlegen, bedecken, beſchws | 


‚ren. mit etwas. Metapb · beſchoͤnigen; mit ſchoͤnen 


Worten verzieren. Lukke belegge mi dat, ſagt 


man, wenn jemand ſich Muͤhe gibt etwas zu bes 


ſchoͤnigen. Ene Lukke belegge mi dat, ift auch - 
. der Spotthame eines Frauenzimmers, welches al⸗ 


les gut bemaͤnteln kann. 


2.) Verguͤten, erſetzen⸗ Stat. 57. Den Schaden J 


beleggen: den Schaden verguten. | 
3) belagten. ron 


—A voerier 


x 
. ' — .2 
ı . . ”. ci 
“ 


— 


— 


. 4% Er - Lxe; u . 2 J J | * | Bu 
" Beltgeing, ; Belagerung... Sf veraltet.“ u 


Bu Dörleggen, 2) durch alle BVefriedigungen brechen. 


Die taudleute brauchen es vom Vieh, dag durch 
alle Gräben, Moraͤſte und Hecken ſetzet. 
2.) das Schiff ſo nach den Wind lenken/ u es 
ſchnell ſegelt. 
Dörlegger, ein Menfch, der alles unternimmt, i amd 
ſich für nichts ſcheuate. 
Entleggen, 1.) entledigen, ſich entledigen. | 
4 ) vorenthalten: machen, daß einer feinen Zweck nicht 
eerreichet. Renner unter dem J.11430. Do toch 
he (des enthaupteten Joh. Vaßmers Sohn) 
wedder na den Keiſer, um klagede idt ſinen 
Reden (Raͤthen): he konde averſt jo nicht ı ge⸗ 
——— fordert werden (fort geholfen werden). Idt 
WWwurddt oͤhme entlecht mit des Keiſers Unleds 
. 2: >Digheit, d. i. feine Klage fand Fein Gehoͤr, un⸗ 
ger dem Vorwand, der Kaiſer wäre L ſehr mit 
. Gefchäften überhäuft, - Bu 
_ Inlage. ©. Uutdikung, unter. DıeR. 000 
Inleggen, enen, einen das Einlager halten laſſen. Ee 
omt vor in unſern alten Statuten von 1 30 3. At * 
Tolage, 1.) Zulage. 
= 2) die Kontriburion, fü die Bauern beahlen. 
3.7 Beſchuldigung. Renner unter. dem J. 1547. 
Doch dede duſſe Tolage dem Manne (Tilen 
von Eleve, einem bremiſchen Rathsherrn, wel⸗ 
chen may der Verraͤtherey beſchuldiget hatte) ſo 
hertlick wehe, dat he de Lidt ſines Levens it 
nicht vergath. 
Toleg, Abficht, Endzweck. Iſt eine Metapher von 
J ‚DR Schiffahrt; © Legen: Um- 


7, Iea ed 


Umleggen, : L. * umſehen, Ge obet Waare Veel 
mit een ander umleggen: vielen Handel und 
Verkehr mit einander treiben. 


2.) Ben den Schiffern, mit dem lager der Sie . 


umwechſeln. | 
Underlegen, adv. unterſchichlich, verſchieden. 8. 
Dis underlegen mit dem Koop: es gebet verr = 
ſchiedentlich zu mic dem Kauf. 
% leggen, wuflegen. it. aufheben, zuſammenſparen. | 
Geld upleggen: Geld vor fich bringen, zu Ka 
pital machen. Ord. 63. So mag de Schips 
per wol upleggen fin Schipp funder Brofer 
- fo kann der Schiffee ungefttafe fein Schiff in den 
Hafen legen, ober ins Winterlager bringen. 
Uutlegger, Uutligger, 1.) ein Wachtſchiff: ein 
jedes Schiff, das auf einen Poften lieger, es .feg 
. in Krieges: oder in Friedenszeiten, J 
2.) daſſelbe, was Boog⸗ ſpreet. 
3.) eine Art Seeraͤuber, Freibeuter. In einem 
Vertrag der Grafen zu Oldenburg mit einigen in 
Bremen verfammelten Hanfeftäbten ‚14 
geloben bie Oldenburger: dat ivy van Stund 


an fchullen unde willen uth unfer Herſchup, 


Sand und Gebeden vorlaten allerleye Utligs 

gers, Zeeroverd ofte mo men de nomen will: 

— unde wy und unfe Erven — feholer noch 

en willet nenerleye wys to ewigen Tiden yania 
gerleye Zeerovers, Vitalien⸗Brodere ofte 
Uthleggers, wo men de nomen mad; holten, “ 


„babe ofte huſen. | 
N Of« 


\ 


44 . V Lea. . vo 


Vorlage. ©. Stak+wark, ‚unter STEKEN. | 

Liggen, liegen. U. ©, licgan. Gr. Asyıodan. Wie 
laſſen es hier unter Leggen füglich folgen, um bie 

Bu verwandten Wörter bey einander zu haben. 

ULLsgger, ein Schiff, Das dazu beſtimmt ift , daß es an 

einem Orte ſtill liegen ſol. 

Ligge-dage, die Tage, welche ein Schiffer wor der 

"Eins und Muskadung, ‚unentgeltlich liegen muß. 

Ligge-geld, das Geld, fo dem Schiffer für jeden Tag, 
den er nach verfloffenen Ligge⸗dagen rl liegen 

on muß; zufommf. - . 

- Liggerije, das Siegen. it. der unerlaubte Umgang mie 

“dem andern Geſchlechte. Goth. leegher, illici- 

tus cancubitus. Gloſſ. Boxh. Ubarligida, adul- 

nn ven A. ©. legnyfle, kegerfcipe, fornica- 

BE ° He het fine Liggerije mit dat Minſk: 

i hat einen unerlaubten und- ſchaͤndlichen Umgang 
mit dem Weibsbilde. 

v*r Lager und Leger: imgleihen _ 

u Anleger, fammt in unfer alten Geſetzen und urkunder 
nicht ſelten vor, und bedeutet: Arreſt, Hausar 
reſt, Geiſelſchafſt. obftagium, jacentia fidejuß 
ſoria. Enem een Leger liggen, ober Inlege! 

holden, iſt alſo: ſich zur Verſicherung für ein 

ESchuld, oder zu erſetzende Beleidigung, an einen 

Ort ſtellen zum Arreſt, auf eigene Koften, ehtroe 
der bis zu einer beftiitten Zeit, ober. Die zum Yu 
erag der, Sache, Art. x. funder Gnade: Se 

wel Borger den andern ſleit bat cha 

he beten der Stadt mit it Vyf Mar und 





B ’ \ — J 
nn . n . I _Nn u ! 
DS , . . B \ . u . t 
vo. ii: J 
\ . KT 


deme genne, deme dat seen J ein leger 
liggen Veer Weken. Stat. 77. Jegen al⸗ 
dus dannen Knechte, alſo hir vor beſchreven 
ftaedt, en ſchall neen borger to legere kamen. 
Man ſehe auch Stat. 94. und 99. In einem 
Rervers Wilhelms vom Buſch, wegen des an ihn‘ 
verpfaͤndeten Amts Wildeshauſen, von 1493. vers 
pflichtet er ſich: Wen aber ick duͤſſer vorfchrer 
ven vormede (ſoll wol. wor mede heiſſen) vor⸗ 
brecke, fo ſchall ick van ſtundt mit duͤſſen na⸗ 
beſchreven minen Borgen tho Bremen inka⸗ 
men, unde holden bar ein recht Inleger, wen 


—2 


wi mit Baden edder Breven vom upgenanns - - 


ten unſen gnedigen Deren‘, ſinen Nakomelin⸗ 
gen, edder ſinen Capittel vorſchreven in unſe 
Wohninge edder Gegenwardigheit darumme 
geeſchet werben, unfer ein na dem andern 
u nicht tho wachtende, unde holden dar ein recht 
Inleger, went aller Gebrocde, de mißgebro⸗ 
&en find thovoͤren deger unde alle fi nt verfult | 
%. S. Inriden, unter Rınen. u . 
‚Afliggen, Ablager halten ; Herberge, Machtlager oo 
“nehmen, Renner unter de J. 1430: Und - 
waurdt gefangen: — dar he aff-liegen wolde, - 
liegen, anliegen. it, ‚betreffen, zuſtoſſen. Stat, 
106, Idt en were, dat dir Stadt alfo grote 
Noet * es waͤre denn, daß die Stadt in 
fo groſſer Nor ſich befände.” Stat z. Dat dem 
Rade alfuͤlke grote Sake anliggende Kere: 
daß der Rath mit einer ſo wichtigen und angele 
gentlichen Seqe beſchiſtizer waͤre. u | 
nu Belegen 


en 


46 W ma Lem | Le. 
Belezen ( c 5 adj. das durch langes Siegen, feſt zuſarn⸗ 
men gedruͤckt, ‚und dichte gepreſſet iſt. Een bele⸗ 
gen Grund: feſter Gruͤnd. 
Inlage, ein neuer Deich, der um ⸗eine Safe ainwirts 
| gegen das Land gezogen wird. | 
| Vatlage, ein folcher Deich, der weiter Bine gegen 
das Waſſer gezogen werden muß. 
Underage „Riederlage, das Unterliegen beh einer 
| Schlaͤgerey. Kinderlage liden: den Kuͤrzern ziehen. 
N Tasse ‚aus Faulheit im Bette liegen: Es ſtammet 
zunaͤchſt ab-yan-Tiggen: oder von dem Goth. in 
———— Arg. Ligrs das Lager, Bette, ‚Höhle des 
gr Be. Verwandte Wörter find: E. läg; zw 
ruͤck bleiben, fich aufhalten: Lagger, einer der 
verjoͤgert, ſich aufhaͤlt: Log, ein Klotz. Theu⸗ 
be, von. luggich, träͤge, langſam: beym Otfr. 
N. Scahero Luage, : ‚eine Mördergeube: bey den alz 
ten Frieſen iſt Lugge ein Fauler, Traͤger. Hier⸗ 
ee AN iſt deutlich zu-bemerfen,-baß, eg-in Hainburg 
a ’ seine verderbte Ausſprache iſt, wenn ſie e daſelbſt 
lurgein ſagen. Lungern sei bey uns- gang 
an „ee wo he lug et: eben. Die 
er im Bette faullenzet. 3 
Kıgenen, ein ſauler Menſch, der ſch gen im Vene 
ſtrecket. — 
— Lugger-bank,, gaulbeite. Up der ug ugger bent lig⸗ 
2 rn get faullenzend lijegen. 
Luggex- ſtool, ein groſſer Lehnſtul, den man, jur mie 
agsruhe aus einander fehlagen kann. | 
- Lens, eine Senſe. She, Lie Divlis .:  . 
heine, 1 Nu Geleue, comitatus. its das ſichere 
a Fr Bam: \ x — Pleite, 


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' ' . — *i 


Ce, falvus conductus. Enem. dat Lide u 


geven:. einen begfeiten, - | 
5 der Zügel. Up't Leide gaatt, fagt man eigenes 


\ lich von dem Pferbe,. welches zur £infen vor dens . 
Wagen geſpannet iſt, und allein den Zuͤgel führets 


ze uneigentlich, der Anführer, Vorgänger feyn. = 
Leiden, 1. ) keiten, führen; it. das Pferd Ienfen und 
regieren. A. S. lællan. el, leida, a len 
da &led - 
2.) leiden, geleiden, fi fi her Geleit geben. Eendr. | 
am Ende: Dat defulften — in Unfern Stif⸗ 
„ten, Forſtendomen, Graveſchoppen unde Ge - 
beden — ‚nicht geveliget, vorſelert noch ge⸗ 
leidet ſcholen weren ꝛc. 
heleiden verleiten durch Verdrehung der Worte: den 
Sinn der Worte verdrehen: eine falſche Ausle⸗ 


gung machen. Es iſt nicht mehr im Gebrauch. | 


“Sn der Kuͤnd. Rolle Heißt es: Nemant fchall 


in jenigen Studen.differ Sate brufen umme 7. 
» . 2eidingey. ofte arge liſt, unde fi erwehren 


mit.behendichheit der Worde jegen den Sinn. 
der Sate — Scholde geven finen Bröfe in - 
dem Stude, dat he beleiden.wolde:- Niemand 
= tl in feinem Stücke ſich diefer Ordnung Brau⸗ 2. 
⸗Societaͤts⸗Ordn.) bedienen. mit betruͤglicher 
R —— oder arger Liſt, noch ſich mit ſchlauen 
Worten gegen, den Sinn der Ordnung ſetzen. — 
Er ſoll Strafe geben in Betracht des Stides, | 
das er-verdreben wollte. - _ 
Mid, vehien, vesfiben. & &misiend, 


ur Be . \ L 


_ 


v. 


\ 


De 
eilig, ſchmeichelhaft in der bſicht FR verführen, nee 


. J 
NZ , 


‚Ler | 


‚zu verlegen, argliſtig. Man ſehe R. 


lLeing. Berleitung Durch falfche Auslegung Verdre⸗ 


hung des Sinnes der Worte j Iſt veraltet, &. 


“ Beleiden. 


a \ Kärgeld, Gefeitsgelb, welches die Keifende fir bie 
| . Sicherheie der Wege bezahlen, Lats barb. gui⸗ 
= dagium. Renner unter dens J. 1464. Daſelbſt 

beklaget ſich Erzb. Henrich I, : Baven duth al 


les hefft uns Grave Gerdt von Dldenborih, 


dewile dat wy ein. Here des Stiftes tho 
Bremen geweſen fin, groten drefflichen Schw 
den an unſen Tollen, Seigelde und Gerechti⸗ 


— cheit jehrliches gedahn ꝛc. 


ta Beleitzagen, ſicher Geleite geben : 2” | 
. . glitung zur Sicherheit, durch ſein Land, mitge | 

en. . praefidiariam ig itinere przeftafe opem. 
DE Es iſt veraltet. Friſch fuͤhret aus dem Jeroſchin 
ann das gleichfalls veraltete Leit⸗ ſage, ein Weg 


weiſet. Renners Chron. in dem Leben des Erzb. 


— — 


Hartwich J. De Keyſer (Friderich der Rothe 
vart) verſchreff den Köning Suenen (von 

Dannemart) tho fi: deſuͤlbe quam, mit ei⸗ 
mnen koͤniglicken Pracht, thom Keyſer, und 


wurde van Hardwico befeitzaget. Bisweilen 


wurde es auch nur genommen. für begleiten, leie 


7 8en, führen, Kenner unter dem J. 153. Des 


. „den Borgermeifter Marten van Heineborgh 


“md Dir Doms geleinnageden en herup. 
| Geleitig, 


andern Dages wurdt de Bifchup (Chriſtofe 


fer) upt Rhatthuß tho Gaſte geladen, de beis 


j 





— — ut 


Le 00 . 49 


zeleitüg, dem freien Geleit gemäß. 3 8. wer das 
Geleite genieſſet, der muß ſich geleitlig auffuͤhren, 
und anbere nicht beleidigen, Renner. | 
Leın, Leide, 1.) $eid. ‘Dafür fagen wir jeßt Leed. . 
2.) Haß. Stat. 56. We tho Swarnen farn 
werth, de ſchall ſweren, Dat.he deme Made: 
und der Stadt truwe unde holt will weſen, 
unde rechte Tuchniffe doen, und doen dat noch 
dor Leve edder durch Leide: d. i. und thun 
ſolches weder nach Gunſt, ‚noch. nad) Haß. | 
‚eidig, betruͤbt, Leidtragend. Leidig weſen aver een 
Ding: Leid tragen über etwas. Es muß mit obi⸗ 


gem leidig, ſchmeichelbaft nicht vermenget wer⸗ | 


den. 
— Beleidigen, Leid tragen, betrauren, bekla⸗ 
gen. dolere. Iſt veraltet. Nenner unter dem J. 
157. Denn folder Fall were nicht genochſam u 
tho beleidigen :. ‚ein folcher Zufall koͤnne nicht ge 
nug beklaget werden, 
EIDEN, Schiefer. it. eine ſteinerne Nechentaͤfel. 
Von dem alten Ley, ein Fels, beym Schittet. 
eiden- dekker, Schieferdecker. u 
„eiden-ftikken,, ber’fteinerne Griffel, womit man in auf 
den Schiefertafeln ſchreibet. = 
„EIDJEN, das abgefürjte Bertlinerunsmort von n A 
delheid. J 
„EIER-KAPPE, ein Tuch, worin man die ganz lei | 
nen Kinder wickelt, und womit vornemlich das Haupt w 
bedecket wird. 
Leian,. ‚ein Laie. So redete und ſchrieb man vor Zei⸗ 
ten. In der Lafe see alten Eendracht von 


A, 


50 Lex. on \ 
21433. Se ſyn Papen/ Cie, Legen, Man⸗ | 
ne, Frowen ie 

‚Leiten, plur. die ‚Räude ber Sunde | Im Ebut— J 
Braunſchw. 
Lese (n), eben daſſ. nit Laxs und Leier.. . 
_ LEken,. im Olbenburgiſchen ‚. eine flache Doffirung : 
eines Deiches mit grünen Rafen belegen. Souſt 
m. auch offen. Es ift ohne Zweifel baſſelbe mit 
liken, eben oder gleich machen, i 
 Lussen, 1.) tinnen, triefen, tröpfeln. it, durchlaſſen, 
| _ "perfluere. R. Man fagt ſowohl: dat Dat ler 
ket: das Faß iſt undicht: dat Schipp lekket: 

* das Schiff laͤßt Waſſer ein; als auch: Dat Was 
teer lekket: das Waſſer traͤufelt aus. Lekkende 
Ogen find bey dem Chytr. trieſende Augen. 6. 

0 Jeak, lech werden. | 

ur 2») In der Künd. Rolle wird es auch gebrau | 

het für, zapfen, ausjapfen: Ock en A ne⸗ 
mand Claret lecken tho verkopen, ohn alleen 
in unſer Stadt Keller: auch ſoll Niemand Kla⸗ 

tet: wein zum Verkauf ausjapfen , ohne allein im 

J Stine 3— 

Vut lekken, austräufeln. De Safe 18 endlik unt 

lekket: die Sache iſt endlich ruchtbar woerden: iR | 

auch eine bolländifche Redenſsart. 
ek, 1.) fubft. eine Rige, Oefnung, wo gFeuchtigh 
keit durchlaͤuft. Dat Schipp het enen Let: das 
Schiff bat eine Ritze. 

=), adj. : undicht, - was Riben bat. rimofus, per 
fluus. Lek werden: undicht werden, :R. Ber 
ande g Wörter nn nd, bey dem Verel. in "ar 

>; ckar,, 


— 


ie 
— ——— 


2 





? 


m . 
4 


u Lem Ler; en se 
- char, rim® navium : und lekt, Nekara, rimo- 
Tum, rimofitas: Gr. Aauc, fillura; unſer La⸗ 
| fe, Sache, :lacus, lacuna, ein Ort, wo ſich das 
Waſſer ſammlet: Hochdeutſch lechen, tropfeln, 
ſttillare, hiare: lechzen u: a. m. 
Lekkaſie, der Schade, den man an naſſen Waeren, 
durch das Auslecken, leidet. E. Leacage. | 
‚Lek-trog, das Gefäß, welches man unte undichte 
Tonnen, oder unter das Zapfenloch ſetzet. 
Lerker, 1.) adj. wohlſchmeckend. Bu 
2.) der germ was gutes iſſet, ein Leckermaul. - 
8 .) ſubſt. die Begierde nach einer leckerhaften Kofl, 
oder nach einen andern Sache, die man. zu haben 
wuͤnſchet. Daar fleit mi de Lelfer na: darauf 
Bin ich verleckert, das hätte ich gern. Wachter 
leitet das Wort ber vom Gr, YAunsLOG > ſuͤß. Dar J 
‚pe auch das lat. ligurire, nafchen, . Wenn ein 
Ä F: Davor geſetzt wird, ſo iſt daher unſer ſlik⸗ | 
Fern, ſchleckern, welches mit liguire daſſlbe be⸗ 
deutet. 
Lekker- ‚täne; keckermaul. Ba \ = 
Lexs&, eine kection : was den Rindern. aufgegeben . 
wird zu lernen, oder zw-fhreiben. nem ene 
Lekſe vorſchriven: einem eine Seite vorſchreiben. 
Alt Fraͤnk. Lecza. R. Lex. Von lectio. 
‚Lekfen-blad, in Hamb, Lepsband, R. ein Zeichen, | 
fo man ins Buch leget. | . 
Lexrer, eine Bühne fiir die Zuhörer und Muſtkan⸗ I 
ten, in der Kirche. Won legere, lectumm. 
LEMLIR (0), oder Lelk, garſtig, baͤßlich: aben wir 
von den Hollandern uͤber genontmen— E. lewd. 


Da. 


— 


52 — | Lem. ‚Lem. . 
a Haid. Lelik wird alſo richtiger zeſchtieben und 
augsgeſprochen leedlik, leetlik. Und fo findet man 
os auch im Mein. de Dos, 13.9 Kap, 

It mene, men ſach nü (nie) Ile Deer. 

und 10 Kap. - 

7, Dyt is yw enne leetlyke Sake. 
Man vergleiche Leed, Leid. nn 
Lelkert. ein garſtige Mn. 
Lemmer. © Lämmeın nn 


In 


| ‚LEMMERN, Belemmern, beſehen: in den Weg le 


gen, daß man nicht durch fommen kann: hindern, 
| \ in DVerlegenheit bringen. K. He is daar mit 
belemmert: er ift Dadurch im DVerlegenheit ge 
bracht, er weis fi ch dabey nicht zu rathen und zu 
helfen. 
 Lemmern, adject. wird von der zarten Haut ge⸗ 
braucht, bie über. eirien Brandſchaden oder Wun⸗ 
de gewachſen iſt. De Finger is mi nog ſo lem⸗ 
mern: ich kann den Finger noch nicht recht ge⸗ 
brauchen: er iſt mir hinderlich im Angreiffen. 
Leen, techn, feudum. Von lenen leiben. ©. un⸗ 
ten. — 
J Leuiſch. Leenfk, tehnfaft, was zum Lehn oeboret, 
feudalis. Syn leniſchen Weren hebben: zu 
Lehn beſitzen. Diederich, Graf von Oldenburg, 
belehnete A. 1422. Hinrich von Haren mit einem 
Stuͤck Landes, dat Joh. van Haren des vor⸗ 
ben, Hinrikes Vader und fi ine Dorbarene 
-(Borfahren) van unfien Elderen to Lene und 
in lenefchen Weren gehad hebbet ꝛc. Caſſels 
Brenæ. TI I. p. 296. 
LEEN,. \ 


N 
Lex. ILxx. 53 


| Lee, ı mager, abgezehret. Viele fprechen es unrecht 

löne aus. Denn auch im A. ©. iſt hizene, und 

€. lean, mager. 

„Lenpe, gende, lumbus. De Senden f lepet em na, 
von einem, der einen lahmen Gang hat: eigentl. 
von vierfüffigen Thieren „ ‚denen die. * Hinterbeine 

| gelaͤhmet find, | | 

Lenden-laam, und umgetehrt on | 

- Laam-lenned, an der Hüfte gelaͤhmet, elumbis. it. | 
von langſamem, trägem Gange 

Lenden-lave, Lenden-löfte, früßzeitiger Brite, u 
Bon Javen: verlaven, verloben. u 

Lese (6), undLeenke, Hin. 

LEnEN (s), 1.) leihen, ausleihen. commodare, 
mutüo dare. Goth. lewjari, praebere: und 
‚leihwan, mutuo dare: A. ©. hlenan. Der. 
ber das Wort lebn ‚ bey den Alten Sen, feu- u 
dum. . 

2.) etwas von einem andern empfangen, auf eine 
Zeitlang, das man ihm nach dem Gebrauch u wie⸗ 

| der zuſtellet. mutuo accipere. , 2 

 LEn@Ge. ©. unter LANG. ‘ = 

Lens, trocken, da eine Naͤſſe mehr it. De Pum⸗ 
pe geit lens: die Pumpe will nicht mehr ziehen, 
kein Waſſer mehr geben. De Kanne is lens: 
die Kanne it ausgetrunken. nes lens maken: 
einen ſo lange beſchmauſen bis das Getraͤnke u J 
iſt. 

Leer, wird von einigen, ſonderlich Landleuten, se 

- braucher, für: ſchlecht. gap on niert, ai; 5 

kommenes Vieh. 


— u 


‚» 3. "Liren 


. . . 
. De . 
> 
4 u > . 
— x 
” 


54.00, Lem Lxx. 


Lexx On üffel. R. Den gap! upfifen, im : 
Scherz, fir: flerben. He het nig den Lepel 
. up'nBrebe beholden: ex Hat nicht dns gering: 
fie fonderfic) an Hausgeraͤthe) behalten. Den 
Lepel up'n Brede mit ſinen Kindern delen: 
alles, bis auf das geringſte Stuͤck, mit ſeinen 
we Kindern teilen. He is't ſo öde, oder fatt, ; 
98 wen he’t-mit epeln geten het: er ift der 
Sache ganz überdeüffig” Daar kan he finen Le⸗ 
pelto waffen: er Fann nice dazu beytragen. | 
epel koft, Löffelfpeife, Suppe.K.. 
“ Lepel-fnute, 'töffeigans, a 

. Lerren, Upleppen. S. unter LAPpEN. Br 

Leer, Bade, Wange Ord. 102, beißt es, def 
man einen Dieb mit einem gluͤenden Schläffel : 
(Cals dem Wapen der Stade Bremen) fol an 
fine Leer barnen, auf’ der Wange brandmarken. 

A. S. Hleare, das Geſicht, vultus. Dakin 
gehoͤret auch das E. leer, ſcherzhaft laͤcheln. 

Daͤn. eg leer, ich lache. S. Junii Etym. Angl. 
Leerke, das Dimin. die Wange. Rode Kerken, | 10: 
\ the, blühende Wangen. | 
- „Leer-kullen, Kopfküffen, Ohrkuͤſſen. Es wird in der = 
Verordnung vom Heergewette mit aufgegäpte, 5 
Leren (6), 1.) lehren, 

2.) fernen. R.. im Nachſchuſſe. E. learn, lernen. 
Auch bey den Holländern und Schweben heißg dieß 
Wort beydes, docere‘ und difcere ; fo wie ap- 

. bprendre bey den Franzoſen. nu — 
Kir, 1.) insgemein, die Sehe. 
. 2); pie Religion, eine beſondett Glauberechte He 
| iss 





a... . 


-— — 


— 


J N T " | \ — 
2 Les. 555 


Dt. ng: reiner Lere: es iſt mit ibm nicht wichtig: | 


er iſt ein Schalf. - 


| 3.) die Kinderlehre, * Reiehifarion, In ser Lore = 


gaan: zur Katechifation gehen. Die Bauern Tas 
fagen auch: to'nt Beden gaan. | 
. Lese, der Schein. it. Loskuͤndigung. ei unter ‘Los. 


LESE, Gleis, Wagengleis. it. die Suche, ſo der 


Pflug, oder die Ege machet. S. Friſch unter, 


Gleiß. Gloff. Boxh. Wakanleifan, orbitam. 
Leeske, diminut. eine. Runzel vor der Stirn. Es 

kommt im Oſtfrieſ. Landr. vor, 3 B. 65 Kap. 

De Leeske, dat ſinnen de Rimpelen. | 
Lesen (»), lefen, ſammlen, ausſuchen: wie im 


Hochdeutſchen. Daber 


Toleſen, und 


Verleſen, das unteine und Unnuͤte aus araͤutern, Ge⸗ — 
muͤſe u. d. g. ausſuchen. Den Kool, Bonen, 


2e. tolefen; oder verleſen: den Kobl, oder Bohr 


gen, reinigen, 


Lesen (8); Verlefen, verlieren. Das, einfache le⸗ 


ſen iſt bey uns nicht mehr im Gebrauch, aber 


noch im Engl. leeſe, loſe, looſe. A. S. los- 


jan, forleoſan, und auch mit einem r Ratt des 
f: forlyran , forleoran. Cod. Arg.'liufan, 
fraliufan. Beym Kerd, forliofan. H. verliefen. 
Man kann das Stammwort [008 annehmen. Da: 
her ift auch zu erklären das Wort Naamskieß, 
Naam⸗luͤs, und Naamsliesfe, womit man die 


Heinen Kinder , die noch keinen Namen haben, | 


benennet: Namenlos. 
Verl, Verlüs, 1.) Verluſt. Sn einer Urkunde 


D 4 oo N... 


/ 


⸗ 


56 — Les. Ler. Leu. BEE 


Ä son 1433. bekennet Otto, Sr. zur Hoye und Vor⸗ 


nn mund des Stifte zu Bremen, daß er, des Stiftes 


wegen, Hermen van Duͤringhe, ſchuidig fey 


twintich dremer marf, van Vorlüfes wegen, 


- 


0 
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2} 
s : 
f . 
5 2m 
\ 


—— 


dat de, vorbenandte ‚Hermen verloren hefft, 
, Jamie des Stichtes van Bremen. S. . Mus⸗ 
) bards Monum. Nobil. Brem. et Verd. S. 206. 


rn 2) ein. tiefer Keller bey dem. alten Kornhaufe in 


Bremen, der vormals zum Gefängniß. gedienet 
bat. it. ‚ein: jeder‘ Drt, wo die Leute unfichtbar- 
werden: ein Abgrund, In't Verlies kamen: 
unſt chtbar werden in der Welt: verſchwinden. 
 LEest heißt im Oldenburgiſchen ein breites Sthil. 
‚Lest, letzt. S. unter Laar. 
"Lertten. ©. gleichfalls unter Laat. | 
 Lauen, boͤlken, wie ein Rind. boare,. mugire, 
A. S. hlewan. E. lowe. H. loeyen. Gloſſ. 
Lipf. luoginda , louenda, rugiens, bruͤllend. 
Man vergleiche auch das A. ©. hlem und hlynn, 
‘ein Schall, Ton: hiynnan, ſchallen. ©. Friſch 
unter Luyen. Von diefem Worte ſtammt ohne 
Zweifel Lew, Leu, Löwe, her, wegen ſeines Ge⸗ 
bruͤlles. Vielleicht urtheilet man auch nicht un⸗ 
recht, wenn man das Gr. und fat. Av und leo, 
zu denen Wörtern zaͤblet die eltiſchen Urfpeungs 
md. ü 
_ Leuwacen, eine Schäuebürke, R. Wir haben | 
es von den Holländern. Sonſt ſagen wir auch 
Schrubber. 
Laven (7), leben. . A. ©. libban, Iyfian und 1y- 
ſan. E. live. „Gm: vie Din. leffue. 
Cod. 


— 


 Cod) Arg. Hban.. He weenv vor nig, dat he 
agter levet: er iſt ein Traͤumer, ein Si 
‚Levend, ſubſt. 1.) das Leben. 


J J J u - ' 
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2.) das Geburtsglied. . BE 
3.) Laͤrm. Dat id cen Seven! m was Be für ein 
Laͤrm if! 


Levendig ( welches levvendig auegeſprochen wird, | 
mit dem Accent auf der erften Syibe ), Tebendig. | 
He will de Ievendigen bi den doden hebben: er 
will vollfommene Sicherheit, pber bey der Uefe⸗ 
rung das Geld haben. | 

Beleven,. erleben. Daar beleve if wat mit: da 

macht. mir viele Müpe und Verdruß/ oder auch 
Elend. 

Beleved. hoͤflich, ber zu (eben weiß. Einige Hoch⸗ 

deutſche haben es in dieſer Bedeutung © von ben 

Niederſachſen übernommen. — - 

Beleevtheit, gute Lebensart, Höflichkeit. 

Unbeleved, unböflih, der nicht zu. leben weiß. Vo 

Unbeleevtheit; Mängel an guter tebensart, on u 

keit. 

Leven (e) ),. 12)» lieben. Eine beſondere Redensart 
iſt es: dat levet mi: das iſt mir angenehm. Dat 
bare Geld levet dem Verkoͤper: der Verfäufer | 
hat gern baares Geld, | | 

>). aus Gewogenheit michlaffen: nach dem Tode bin⸗ 

terlaſſen. €. leave. Es iſt ein kleiner Irrthum, 
wenn Hr. Richey glaubt, es ſey eine verderbte 
Ausſprache, ſtatt levern (4), liefern: nicht al 
lein, weil bier ein n und dort ein⸗ gehoͤret wird, 
fordern vornemlich augen bes im Anglänbifhen 
| 5 


f 


ET ne 9 7 
5 nah Befnötigen Urworts. Dh dergfeice das, 
| Goilh. lewjan: A. ©. lævan, belævan: E. 
| ‘allow: übergeben, reichen, præbere, tradere, 
Imgleichen Goth. lifnan, aflifnan , übrig ſeyn, 
ſupereſſe: Gr. Auen. At. Frieſ. Iawan, laer 
vwWwan, lewan, liowan. Daher Lawa, Lowa, 
Machlaſſenſchaft, Erbſchaft. Alt. Fraͤnk. leiben; . 
übrig laffen, relinguere: und liwun, liefern. , 
S. Schilter ünter diefen benden Wörtern, umd des 
Herrn von Wicht Oſtfrieſ. Landr. S. 257 u. folg. 
Levern, liefern, ſtammt ohne Zweifel davon ab, 
miuß aber nicht damit vermenget werden; Hi 
. finder auch bliven und bleiben, gleichfam belei⸗ 
=. ben, feinen Urſprung. He will finen Kindern 
nnig vbele leven: er wird ſeinen Kindern nicht viel 
7. nachlaſſen. He het mi vele Schuld leyet: er 
. hat mir viele Schulden auf dem Halſe nachgelaß | 
i ſen. 
‚Beleven, belieben, ſich gefallen laſſen, gut heiſſen) ſei⸗ 
me Snftimmung geben. Oſtfr. Landr. 1,B. 64 
Kap. Eine Mutter kann das Erbe ihrer Kinder 
3nicht verkaufen, verpfänden, oder versaufchen, es 
=. Wäre _ denn, dat de Kinder, , wanner fe tho 06 . 
ren Jaren koemen, ſodaenen Koop und Be 
ſelinge beleven. 
Lich, adj. Lieb, Leef hebben,. lieben. it. ruſſen: wie 
Siem - Sprw. De Leef hebben will, moot 
Leef varen laten: man muß den einen Vortheil 
dem andern aufepfern. Daar is mi leve to: 
Des bin ich froh. Een leef Weer? ein Gewit⸗ 
ter. A. © keof, leöfa, gelichet. Lever, lieber, | 
Te arior, 


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0 no. nl | | \ h " | | u j Zu 
N Ta Lrv. —— 39 
\ 


charier, gratior.. Sprw. Dr Fever fumt, 
moot Leider gaan: das Angenchme verdraͤnget 
das Unangenehme. 
Lever, Leverſt, adv. lieber, potius, magis. | 
Leefte, auch Leve, Liebe. Sprw, Mate Leefte 
fange Leefte: gemaͤſſigte Liebe dauert am laͤng⸗ 
ſten. Oolde Leefte ruſtert nig: alte, oder die 
erſte Liebe verſchwindet nicht leicht. Mit Leve, 
in Guͤte. Dat krige ik van Dage mit Leve 
nig daan: "das kriege ich heute nicht ohne viele 
Mühe fertig. Mit jemands Leve: mit jemande 
Erlaubniß und Conſens. Es ſcheint aber, daß 
es alsdan zu loͤven, verlöven, erlauben, gehoͤ 
re, A. S. Leve und Lyfniffe, Ertauöni; vo 
.  ]yfan, erlauben. 
Leefdalig. Leeftalig, liebreich, zärtlich. 
Leefliken, ‚adv. tiebreich, freundfchaftlich, mit Gh =. 
So beißt es in der Eintracht, daß beyde ſich ver⸗ 
gleichende Parteien ſich einander ſollen die Unko⸗ 3 
ſten leefliken helpen dragen. | = 
Leef-mood, Vergnügen. Iſt veraltet, In einem 
Schenkungsbriefe von 1534, der hinter Meieri 
Orat. de Scholæ Brem. natal &c. gedruckt iſt: 
tho Troſte und Leffmode ehren Olderen: vum 
Troſt und Vergnügen ihrer Achten. 
LEVERENZ wird hier, wie in Hamburg gebracht, 
it der Redensart: So lang a8 Leverenz fien 
Kind: wenn man etwas ziemlich langes beſchtes 
| ben will, R. | " 
Leveree, Lewerk eo. Lerche. R. A. S. 
ſerce, Laverce E. lack. Daͤn. Lerke. H. 
F ; Lauwenick, 


6 Lev. Lim, Lin Lion Yu 


Läuwerick, Leuwerick ’ Lewerek. | ©. Tun. | 


4  Etym. Angl. 


; LEVERLAGE, Liberlage;, algemach, langſam. R 
J Luveen (n); liefen. Fr. livrer. ©.L&ven (e); 
in der aten Bedeut. Heid leyert: er iſt verlo⸗ 
ren;: er iſt ein Kind des Todes, Kumt de Va⸗ 
gel in der Kinder Haͤnde, fo is he levert: ein 
Vogel in der Kinder Hände ift verloren. | 
| Leverd Blood, .cruor. ©. Levern unter Less. 
Leverstör, ebſtöckel, leviſtichm. 
| Leverrt, ein männlicher Tanfname, Ubert, Liber 
| - tus, . 
J Levır, fest. Enem de Leviten een: einen einen 
5, |oharfen Text leſen. 5 - 
J Levver, Leber. A. S. Lyfer. €. Liver. Schw. 
Lekwer. Isl. Lifur. Holl. und Daͤn. Lever. 
| Lewenn, Leinwand: :in.des feel, Nichivarii, Hrn. 
De: Poft bremifchen Idiotico, welches die deut 
ſche Geſellſchaft beſitzet. Hieraus iſt wol am be 
ſten zu erklaͤren das im Verd. Heergewette vor⸗ 
kommende leuuendes Reph, welches entweder ei⸗ 
nen flaͤchſernen Strick, oder das Seil, auf wel: 
chen die leinen Waͤſche zum Trocknen pflegt aufge⸗ 
bangen zu werden, bedeutet. S. Vogts Monum. 
ined. T. I, p. 278 & 291. 
LIBBERIG. ©, unter LesBe. , _ 
LiserLocken,.liebfofen, fehmeicheln. Im Kein: 
de Vos mird das einfache loffen in diefem Sins 
ne gebrauchen. Die Stelle ift unter F OEREN 
angeführet,. ..... 
Lienam, lehnam ©. unte Liex. 


'  Lic#r. 


- ' : . “ 


.) Liem 61 


„ICHT, 1.) adj. leicht. A. S lecht. E. light 
Dän. let. Alt Fraͤnk. liht. Ene lichte Deren: 
‚ ein leichıfi inniges, leichtfertiges Maͤdehen. ‚sat. le- 
vis aud) alſo. \ 
2.) adv. leichtlich. it. vielleicht. eicht daaran, 
licht daarvan: leicht gewonnen, leicht zerronnen. 
Licht un digt, ſagt man ſtatt: licht und icht, 
> E; von einem Gebäude, das nicht ſtark und 
dauerhaft, ſondern nur zum Behelf, gebauet iſt. 
»8— Icu7T. R: Licht un loſe iſt daſſelbe; ie, 
falſch, Dat fan liche weſen: das kann wohl 
ſeyn. F u 
ichten, 1.) leicht machen, aleichtern. levare, ex- 
nerare. Es wird von det Ausladung oder Aus⸗ 
lerung der Schiffe und anderer Gefaͤſſe gebrauchet. | 
Ene Tunne lichten: eine Torme austrinfen. it . 
hinten aufheben. De. Kaffe lichten: das Geld 
aus der Kaſſe nehmen. Man fagt auch: dat Geld 
Fichten: im’ der aten Bedeutung. 


2.) aufheben. tollere. €, lift. ‚Schw. Iyfita, I 


Bergl. das E. light und alight, von einer Hd: 
be herunter fpringen, welches: nicht geſchehen kann, 

wenn man fich nicht in die Höhe hebt. Lichte! 
iſt das gewoͤhnliche Wort ber Suprleute, wenn die 
Pferde den Fuß aufheben ſollen. Den Anker 
lichten: den Anker aus dem Grunde beben un⸗ 

- ter Segel gehen. 

ichter, ein Schiff,. welches die Waaren aus dem nit 
ſen übernimmt, und daſſelbe erleichtert. R. & 
‘Lighter, Lighter-boat. Ä 
Jchtel- buk, Luchtel- buk, ein platter uchter. 
| „Kein. 


vo. 


r - E 
6 
2 
N 


‚Lrem 


Kichtfardig, —* — Br | 
| u leicht, burtig. hffardig Fleet g gann: Tele 


und duͤnn gekleidet gehen. . Een. lichtfardigen: 
Gang: ein hurtiger Gang. Ene lichtfardige J 
Arbeit: eine Leichte Arbeit. De Arbeit is licht⸗ J 
fardig an to ſeen: wenn man dieſe Arbeit an 
ſiehet, follte man meinen ‚, fe. wäre nur leicht. . 
. Dat geit em fo lichtfardig van der Hand; die 
Arbeit geher ihm hurtig von der Hand. Lichtfar⸗ | 
dig to Bote weſen: hurtig zu Fuſſe ſeyn. | 


u Licht-holt, Ener dat Licht ⸗ holt to flefen: einem ; 


eine Erleichterung. verfchaffen ,. einem. ‚nicht das 


Schwerſte auflegen. Es iſt eigentlich eine "NE 


densart, bie bey dem Fuhrwerke üblich iſt. Naͤn⸗ 
lich in dem Hauptſchwengel ſind zwey Loͤcher, 
durch deren eines, welches gerade. in der; Mitte 
des Schwengels iſt, ein eiſerner Bolten oder Na⸗ 


Sigel geber\: der denfelben an die Deichfel befeſtiget. 


| Licht⸗ holt to ſteken. | 
u Lichtung, die Hebung, ‚oder Hecueichauns des Sc 


. Lucht, aud wol Luft, der Hantrift, eine. ſhtoen 


Wenn aber der Fuhrmann etwa tin junges. Pferd, 


welches noch nicht fcharf ziehen foll, vor dem Be. 
gen bat, ſo ſtecket er den Bolten durch das andere 
Loch; wodurch alsdan die eine Hälfte des Schwen⸗ 

gels, wo das junge Pferd gehet, länger wird: - 
- welches dem Pferde: eine —— im Ziehen 





verſchafſet. Dieß nennet man: dem Peerde dat 


des aus der Kaſſe. 


"Sache zu heben und zu regieren. Tis nig ſwaar, 
wenn man de he da daarvan het: es iſt nic 
| u Par, 


= nur 


\ 


| E U Lren. Lid.. 63 


au 


ſchwer, wenn man nur den Handgriff weis Es 


laͤßt fi ch vermuthen, daß dieſes Wort ſowohl, als J 


licht,urſpruͤnglich von Lucht, a abſſamme· 
Up lichten, aufheben. 

Verlichten, Verlic hıterh; A erleichtern. I 
Verlichterung, Erleichterung, Huͤlfe. 
Lı»,.ı.) Glied, membrum.“ Plur. Lede, Stier 


maſſen. Sen Lid vam Finger: ein Gelenke, 


oder Glied des Fingers. . Ord. ıo2. Dem 

- Mordberner ſchall men fi ſi ne Lede toſtoͤten mi 
einem Rade 

J 2.) Gelenke, junctura artuum. Den Arm uut 

dem Lede fallen: den Arm aus dem Gelenke fal⸗ 

fen. Den Arm wedder in’t Lid fetten: den 


verrenkten Arm wieder ins Gelenke feßen. . 


3.) der Dedel, welcher durch ein Gewinde an. dem 
‚ Gefäffe feft if. Dieb heißt auch im Engl. Lid. 
A. ©. Hlid. Kroos⸗ lid, ein Krugdeckel. Sul⸗ 


een 


Dedel. Daher auch Ogen⸗lid, Augenlid, d. i. 
der Deckel des Auges. Sprw. De dat leſte 
uut der. Kannen hebben will, dem fleit dat 
Lid up der Näfer fagt man von einem, Ber feine 


ver⸗ Lids Kroos, ein Krug mit einem ſilbernen 


Waaren nicht los ſchlagen will, in Der Hofnung, 


| Der Preis werde noch ſteigen, aber endlich mit | 


Berluſt verkaufen muß. Wie diefe 3 Bedeutun⸗ 


gen unter fich verwandt find, fiehet ein jeder. Lith 
vox Scot. artus, articulus, membrum. A. 
S. Lith. Alam, Lid. Cimbr, Lid. Isl.«Lyder, 


-  Goth. Lithus. Islandis Led eft-fexus, à Le- 
| da, flectere, ad quad non incommode ( omnia 


oo 0 yelertı 


aA 


—8 


. Ledematen, Gliedmaſſen, artus. R. 


64 u . — Liv. I 


u Zu .referli poffunt: L in Jun, Er. Anal Tab Lich, 
J S. auch Wachter v. Lid. 

u ode-ganz, ein. veraltetes Wort: nach dem Bucht 
ben: ganz in allen Öliedern ober Theilen, unver 
ſtuͤmmelt, ‚ungefränft, - Dann de: (Rechtig⸗ 
Heiden, Privilegien, Richte) ſcholen alle le⸗ 
degans unde unverbrofen ſyn. Herz. Berm 
2 und Verd. 6te Samml. ©. 190, | u 





Lede-vwater, Gliedwaſſer, cK. 
J Lede- week, das in feinen Sliedern oder Engen nicht 
| feſt iſt, ſchwach, gebrechlich, unfeſt. De Stool J 
is lede⸗ week: der Stul wackelt. R. 
| ‚Liven, leiden. De Mere will den Hingſt nig li⸗ 
den: die Stute iſt noch nicht bitzig. 
Etligen. erleiden, perpeti. In einer befondern Ve⸗ 
| deutung findet es-fich in einer alten Urkunde, für: 
” u geftatten ‚fi nicht widerfeßen, willig annehmen. 
Btremenſ. T. II. p. 305. Wanner de Dorch⸗ 
luchtige Hochgeborne Furſte und Here, Here | 
Eruſt Dertoge t0 Brunfwif un Luneborch — 
: einen volmechtigen Sprofe der Billicheyt ge. : 
mete darinnen.dede, dat wy dt darby to bey 
den Syden unmwedderroplif follen und willen 
bliven laten, un fodane Erlanteniſſ darinne | 
" erlydenn. J 
> Lidend, in Hamburg, ziemlich, ſehr. | Idt is lidend 
warm : es iſt ziemlich warm, R 
Lider⸗ einer, der da leidet, oder nachgiebt, ein Gedul⸗ 
tiger. Sprw. De Lider beholt dat Land: wer 
machgiebt, dev hält am laͤngſten aus, gewinnet am. 
j . - 0 mei⸗ 





Lin. Lim. Lim Eu 65: 


9 meiſten. Ee druͤcket den Spruch Math. v 5 


Die Sanftmuͤthigen werden das Erdreich be⸗ | 


fißen, vollfommen aus, 

Liedfam, vertragfam, gedultig. 5 Iydzaam. 

Lid- teken, ein. Wundmaal. Entweder von liden: 
oder van Lid, Glied. 

Lior. RECHT, Liet-recht, ‚der Gehorſam und die 
- Dienfte, weiche ein Knecht, oder untergebener fand: 
mann (welcher litus, lidus, lito hieß) ſeinem 
Herrn zu leiſten ſchuldig iſt. litimdnium. Im 


Jahr 1436 verkaufte Heinrich von der Lith ſein 


Lydt⸗recht an dem Kirchſpiel E Ditkerskope und 


dem Wall im Alten lande. ©. Mushards brem. 
Ritterſaal Cu 356. Vergl. Wacıer unter Liti — 


und Litimonium. | 
Lıen, Beliön, alt Frieſ. hiya, bekennen. Es omme - 


dor im Oſtfrieſ. tandrecht. Die Hol ander ſagen J 


belyden. | 
| Lie EN, aufthauen. ©. Lüpm. | 


: vw 


Lıer, 1.) tb R. Enem wat upet Si feagen, J | 


‚oder lögert: ‚einem etwas andichten. Wat um't 


Lief, uñ int Lief : Nahrung und Kleider. De 5 


Wien het verlief: ‚von einem Wein, der Kraft. 
und Geiſt has Nach Stat. 3; muß einer, der 


ſich wegert Rathsherr zu werden, ſchwoͤren, wenn . 


ſolcher Eid von ihm gefordert wird, dat he des 


nicht vermoge an Live offte an Bude: d. i. 


daß er von fo ſchwachem Körper fen, oder nicht fo 
viel Mittel habe, daß er. dem Amte vorftehen koͤn⸗ 
ne. He weet firied Lives Finen Rand: eu weiß 
ſich weder zu rathen noch zu beten | Dat id 


BG 


66. ER Lix. 


ie em uutgaan: der Dapdarn it im age 
ſchoſſen. 


> Es wird auch für das teben | genommen, Cod. 


Arg, Libains. A. ©. Lifr Alt Fraͤnk. und 


Alam. Lib. Isl. Lif. Leib und Leben ſtehen alſo 


u in genauer Verwandſchaft. Länger: Lief, laͤn⸗ 
ger Good, iſt die gewöhnliche Formel in’ den 


_ Ehenatten ’ ‚wenn beyde. Eheleute in Gemeinſchaft . 
der Güter treten, und einer den andern beerbet. 


So heißt 8 auh Stat. 8. Beholt de Mann 
dat Lief: bleibt der Manu im Leben. Ord. 93. 
: heißt es von.einem Eher, der jemand beſchaͤdiget: 


De Beer (ſchall dat betereh) mit finem ly⸗ 


‚ Renners Epron, So dat nicht. alleine de 
Olderkide — ſondern oc de Borgers und 
gantze Rhat in Gefahr öhres Lives ſtunden: 


.. fo daß nicht nur die Aelterleute, fondern auch die 


andern Bürger, und her ganze san, in gebens: 
‚ gefahr waren. 


| 3) Im Offfeief Sande. bedeutet es auch das Wehe 


geld, das Geld oder bie Buße, welche den nd, 
ſten Verwandten eines Entleibten bon dem Moͤr⸗ 


der vor Zeiten mußte entrichtet werden. pretium | 


vitee, ’ “ 


J Lives- -bargung Lives- batje; Sebensunterhalt : : P \ 


viel Nahrung und Kleider, als eben zur Unter: 


haltung des Lebens binreicht. He het van ſiner 


Kvoßßenſchup man even Lives⸗barje: er verdient 
| mit feinem Handel nichts. mehr, als zu den Moth⸗ 
wendigkeiten des Lebens erfordert werden: er kann 
wine dabir erſparen u und d eräbrigen. 


iv ed- 


| Ba Lır. 67 
Lived-garde, Luit-garde, heißt in den alten Frieſ. 
| Gefegen eine Machlaffenfchaft, Erbſchaft: eigent: - 
lich, Lebensaufenthalt, Habſeligkeit. Bon Fief, 
“Leben, and Gard, Wohnung. S. Oftfe. Lande, 
x B. 58 Kap. und dafelbft von Wicht Anm. m. > 
‚Liefken, MWeiberwams , Leibrhen. Snör ; ‚ lieffen, 
Schnuͤrbruſ. RK. 
| Livig, in vielen zufammengefeßten : : als Hart lioig,. 
der feinen öffnen teib hat, alvo adftrieta labo- 
rans: umeigentlich, der nicht gern vom Gelde will, 
- Dunn;livig, alvum laxam habens. 
Aflivig ,, geftorben, tod. Aflivig werden, ſterben. 
Stat. 3. Wanneer ock der Borgermieifter een 
af livich werd c. S. auch Stat. 7. 
Lief-fake, Halsgerichtsfache, | | I 
Lief-tied, adv. Zeit Lebens. Iſt veraltet, In einer 
J Urkunde, das Ilſabeen Gafthaus in Bremen be. - 
treffend: Welcke vyff Marc Rente deſulffte 
fulveft manen Ceinfordern ); boren theben ) 
‚un brufen will Infftnd. Wen he ock in Goͤd 
vorfallen is Cfelig entfchlafen ift), fo feal fos. 
daane Rente ewich blyven by dem nigen Gaſt⸗ 
huſe. Und bald darauf: ſodane belechte Mens‘ 
ten lyfftydt alle yar entrichten 2. 
Lief-tucht, überhaupt die Einkünfte, die einer Zeit 
feines Lebens genieſſet. Insbeſondere: 1.) Leib⸗ 
gedinge, Witwengehalt, Wittum, die Wohnung 
eines Landmanns, die er von dem uͤbergebenen 
Erbe Zeit Lebens. bepätt. vitalitium, dotalitium, 
uſus fructus perfonalis ad dies vitee. 
2.) Leibrente: die Zinſe, die einer nur fuͤr keine 
ze E22 % 


— ‚rt 
68 0. Lie. LIX. u 
Perſon, von einem ausgethanen Kapital, fo lan⸗ 

ge er lebt, empfängt. it. eine. Wohnung, ‚oder 
Grundſtuͤck, fo einer auf feine Lebenszeit kauft. 
Stat: 106. Wolde od wol Lyfftucht fopen 
van der Stadt vente, de mac) de Radt vor 
kopen jewlife mark vor tein mark ꝛc. dei. der 
Rath ſoll zehen Proeent geben. Die Bauherren 
von u. F. Kirche in Bremen ' pert aufen in es 


-'-\ 





Und Se und pre — Nrafomlinge —— 
willen und ſcholen dem gemelten Goſſen ſo⸗ 
daaner Lifftucht in der vorſchreven Boden rech⸗ 
se warende weſen — Darto willen Se 
deſulven Boden in notturfftigem buwete und 
droge under dades holden, are Goſſens to⸗ 
doent — Wenner aver Goffen na.dem 
willen Gades vorftorven is, alsden ſchole de 
vorberorde Bode ohrer Karcken frig und quidt 
wedder heim fallen und vorleddigen. Jedoch 
unſchedelick der Lifftucht, de Catharine Ko⸗ 
kes, nu tor tydt deſſulven Goſſens ehelicke 
2 Hußfreiwe, rede in der gemelten Boden heb⸗ 
be, und dat duffe Lifftucht erſt na Eatharinen 
dode mit Goſſen angan ſchole. & auch 
| Stat 6. 
"Li@deEn, liegen. ©; antet Leaazn. 
Lies, leicht. S. Licar. | 
 Lisx, sine Seiche. Cod. Ars, Leik % S. Lie. 
J Sbne 


—1 


yo 
” N 


Licham, Leichnam, der Leib. Es wird ſowol vom J— 


ohne Zweifel von, liggen, liegen, wie dis lat. 


cadaver von cadere, und Das. Gr. mouæ von 
saınlm. » 


benden, als_todten Körper gebrauchet. Eben —J 
auch das Goth. und A. S. Siehe Jun. Gloſſ. 
Goth. p. 229. 230.. Hier in Bremen heißt ein 


Gaͤßchen die Lichams⸗ ſtrate, durch welche, in 


den papiſtiſchen Zeiten, am Frohn· Leichnams Fe⸗ 


ſte die Proceſſi on gegangen. 
Liek- hoon, ein Uhu, eine Nachteule, deren Geſchrey J 


nach dem Aberglauben der Einfaͤltigen, ‚eine Lei⸗ 


de ankuͤndigt. 
Infelix bubo, dirum morttalibus omen. 


Laxx adj. und adv. gleich, «ben, aͤhnlich , FAR 


bilfig, recht. R. Cod. Arg.leiks und galeiks. 


A. ©, und Fränf. lic, lih und lich. E. like. 
Schw. Iyk. Hieher gehöret auch das Or. sinsdoe 


und arsyaroc, fimilis. Wie fagen auch gliek, 


u ſonderlich wenn es ſo viel heiſſen ſoll, als abs 
lich:, welches ohne Zweifel eine Nachahmung des - 
w Hochdeutſchen iſt, wo man ein g ſtatt des ge und 


N 


gi der "Alten davor feßer: wie beym Otfried gi- 


lih ‘und gilicho. S. Schilter unter Lic, fimi- 


lis. Enem lieks genog beden: ſich Billig gegen 


jemand herauslaſſen. Liek ſogt ſik, recht findet 
fi: gleich und gleich gefellet fich gern. Lie un 


Mecht het God fchapen: Gott will, daß mir J 


recht und redlich handeln. Heryogth. Brom, und. 


Werd, 6te Samml. S. 166. Den befchedige, 


den to hie unde to sehte to einge: dem ber 
E ‚we 


/ 
“X 


ot 
LG a N 


— 


\ 


a —— Lıx. / —— | 

ſchödigten zu ſeine Rechte zu nheifen He is 
ſo lief uut vor fin weg: er ift aufrichtig, ohne 
‚viele Worte und Umſtaͤnde zu machen, offenherzig 

ohne Raͤnke. Moor he lief in't Huus fift, 
daar dijet de Kalver good: ift die Beſchreibung 
eines ſtark ſchielenden. Life veel ſunt twe halve 
Grote, antwortet man, wenn jemand ungegruͤn⸗ 
det ſagt: es iſt gleich viel. In Erzb. Joh. Ro⸗ 
den Beſchreib. des Botdings: De ſchall Tief 
ehnen ſchuldig weſen: der ſoll ſowol, als ſie, 
ſchuldig ſehnn. 

" Likendeler, in Hamburg Snfendeelfen, ein ine. 
Maaß, „womit die Arbeitsleute ihr Gerrant unter 
ſich vertheilen. Bu 2 | 

Likers, gleichwol, dennoch. R 

 Liken, 1.) gleichen, aͤhnlich ſeyn. He uͤtet mi watt 

cerr hat einige Aehnlichkeit mit mir, 

2.) gleich, oder eben machen: De Summe lifen:. 
die Summe voll oder eben machen. Befonders 
wird es gebraucht bey den Deicharbeiten, für: die 
gruͤne Bekleidung der abhängigen Fläche eines . 
Deichs fo fehnur eben machen, daß fie weder er- 

7 boben noch hohl fen. Im uneigentlichen Sinn 

iſt ſik liken, ſich vergleichen, eins werden. Wel⸗ 

ches aber jetzt in gemeinen Reden nicht mehr ge⸗ 
braͤnchlich iſt. Erzb. Alberts Renuneiations⸗Brief 
an die Stadt Bremen von 1366. Wi Albert 
— befennen unde betüghen openbar, an.defz . 
m Breve, Bat wy Uns gelifendt hebbet myd 


me. Rade unbe: ber Stadt san Bremen, al⸗ 
‚dis x. J 
| F 


Lix. I 72 
3) & hat auch noch die beſondere Bebeutung des . 

- Gefallens, welche auch im Gothiſchen, A. Sähfe 
fchen, Englandiſchen und Holändifchen Platz hat. 

Im theot. Dialekt licon, lichan und gelichon, | 
gefallen, placere. : Bon lief, Abnlich: quia fi-. 


milis fimili placet. Schilter in dem W. Licon.. 


. Dat lifet mi: das gefält mir. €. I like it, 

oder: itlikethme — \ 

Likung, die Gleichung oder Ebenmachung: die auſſere 
Bekleidung eines Deiches mit grünen Soden, 

‚ welche ˖ſchnur gerade ſeyn muß. Oſtfrieſ. Deich⸗ 
und Syhl⸗ Recht e. 1. $. 19. Dat nemandt de 
groene Soeden midden in’ den Dyck ſchall 
werpen, denn alleene tho der Lykinge holden. 

Liek-foden, die grünen Soden, welche zur Betteidung E 
des Deiches gebräauchet werden. - Eben daͤſ. 

Liek- teken, Merkmahl, Kennzeichen. Ben den Hole 
laͤndern if Lickteyken, fo wie bey den riefen 

_ Licklaven, eine Marbe, und Merkmahl, ſo von 
Wunden uͤberblieben iſt. Dieß ſtammt aber ber: 
von dem alten Liek, Lic, Leik, welches nicht 

nur eine Leiche; ſondern auch Fleiſch bedeutet. 
Das. unftige aber ift,von liek, gleich, aͤhnlich. 

Belicktekenen, bezeichnen, burch angegebene Mes , 
mahie kennbar machen. 

Beliken, Belikenen, von Rechts wegen zufommien , 
competere. Bon obigem Tief, billig, recht. 
Vogts Monum. ined. T. I. p. 353. le 
derus, Praveſt, Priorin um Convent to Ze⸗ 
ven verlaten un avergeven jegenwaͤrdigen den 

| vorbenoͤmeden Erotheel, de Cathrinen in jeni 

| i 4 Br 


, 
F 


8 


72 — ‚Lin Lır Lim 


gen tokamenden tyden beliken niogte, fander 
furder Anfprafee.  .-. 


er: vergleichen, Vertrag machen. Kenner bey 


dem J. 1533: Up Dat. midler tidt. de Safe the 
‚ Rechte, oder in Frundſchup, der Weide hal⸗ 
ven vorlikent wurde. 
lLiek- doorn, Huͤnerauge, clavus pedis. R. Bonz 
‚dem alten-Lic, Liek, Fleiſch: wegen des Schmer⸗ 
zens, ben es, wie ein Dorn im Fleiſch, verurſachtt. 
Linken, lecken. + U, ©. liccan, liccian.: €, lick - 
Daͤn. licke. Gr. Aergen. Hebr. pp" (akak)- 
Lat. lingere. | 
Aik- mulen, und LiK- munden, die lefzen lecen He 
lik⸗mundet daarna: er iſt Abe begierig” darnad), 
| er. ift Darauf verleckert, 
Liks, alles was ſuͤß ift;, eigentlich, was mit Wohlge 
ſchmack gelecket ir, © ofüte a8 ats: über: 
7 aus. ſuͤß, gar zu füß. 
Liks- Tite,- uͤbermaͤſſig ſuß. 
Gad- likker, iſt eine poͤbelhafte Benennung eines, nie 
> berträchtigen Schmeichlerss. 
Linken, oder Lülken: Uut lilken, ein. Geteänt, 
das einem wohl ſchmeckt, oft anſetzen, und nach 


— und nach austrinken: mit oft wiederhoblten kleinen 


Zügen ausleeren. Daher der Name Lilken⸗dei, 
welchen eine Dorfſchenke im bremiſchen, wie auch 
auch eine Dorfichaft im Leesmer Stotel fuͤbret. 


Lem, feim. gluten. A. ©. Lim, E. Lime. In 


dem Beer is kien Liem, ſagt man von dannem 
ſchwachen Bier, das nicht klebrig iſt. | 
Limen, 1.) leimen, glutinare. - 
| =) findifch wihtg / eyn, baten, ‚ Liem- 


un Liu. 73 
Liem- -pott, 1.) Leimtiegel. | — 
2.) Einer, der auf eine kindiſche Art witzig iſt, der 
immer ſcherzet: ein Hafenfuß. 
Liem«ftange, . Leimruthe. Es ift ein Wortfpiel, wenn 
wir fagen: He lopt mit der Liemſtange: er iſt 
ein Geck, ein Haſenfuß. 
Täkelimen, bafelieren , zum Shen unge Plaue 
reyen vorbringen. . - 
Liner, Glimpf, Sanftmuth. Es bedeutet eigentlich 
und uͤberhaupt das Anſtaͤndige in den Handlun⸗ 
gen: decentia, convenientia: von dem ur⸗ 
ſpruͤnglichen Worte limphan, anſtaͤndig ſeyn, 
fh geziemen: A. S. limpian: Schw. lämpa. 
Beym Otfried limphit, es gebuͤhret. S. von 
Stade Erklaͤr. der Bibl. Woͤrt. p. 678. Sprw. 
Mit Limpe krigt man dat Ei in den Hoppen⸗ 
fat: mit Glimpf fann man vieles ausrichten : 
‚wer Vögel fangen: will, muß nicht ‚mit Prügeln 
dazwiſchen werfen. Wir fprechen auch). Lumpe. _ 
Limpig, imgfeihen. | 
Limplik,, und Lumplik, Ranpfich- geziemend, ohne 
Ungeſtuͤm. = 
Unlimpig, ünglimpflich, ungeſtam, plumip. Kein. de Vos 
S. 268. ( Edit. Wulffenb. 1711. ) Grove uns 
lympyge Mynſchen de vorftan nenen wyſen 
Rad, un Lyſtycheyt wyl en nicht to Synne. 
Gelimpicheit , Glimpf, Gelindigfeit, Sanftmuth. 
Kenner unter dem I. 1562, So willde Rhat 
nicht deftomin, uth hriftlicher Gelimpicheit 
und vederlicher Thoneigunge, de ſe tho oͤhren 
Vorgeren dragen a. | 
u a 2 — Lu 


ı 
/ 
W 


Lızn, Lien- ſaat, Leinſaat, Auch nehnt man fo den : 
Flachs ſelbſt, der noch wählt, Faſt in allen ver: : 
W wandten, alten und neuen, Sprachen heißt es tin: I 
auffer im Goth. und Hohdeuſchen, wo ei fan \ 
it. Slav. Len. Daher iſte 
Lind, .Lint, leinen Band. Wiewol der Gebrauch ein⸗ 
| gefuͤhret hat, daß man alle Gattungen Bänder, J 
2 feiden und wollen, auch Lind nenne. Schwed. 
| Linda, fafcia. Hievon ann am bequemften das 
Wort Findivurm hergeleitet werden. Denn bey ? 
ben. Alten war Sind, Linne, eine jede Schlange: 
weit fie. gleichfam als mit ‚einem Bande feft bin -; 
det, wo fie ſich berum ſchlinget. ©. Schitter und 
Wachter. | 
Line; Schuur, dünner Strick R. Dieß hieß auch 
ben den Lateinern und Griechen linea, Avov. E. 
Line. Fr. Ligne. Enem de lange Linen laten: | 
jemand feinen Willen laſſen, viel Freiheit goͤn⸗ 
nen. ne Line treffen: ſich ine einem Zweck ver 
‚einigen. | 
Aflinen, mit einer Schnur gerade men, . E. wie 
die Gaͤrtner die Betten. J 
Linen-danzer, Seiltanzer. 
Linnen, Leinwand. | . 
Linnen-wever, Leinweber. Sinneitsniener Beer nen 
nen wir Bier, fo aus ſtarkem und etwas mern 
zuſammen gegoſſen iſt. 
Lixx Linde, gelind, lenis. So auch im Gloff 
Pez: Mit linden uuort:n, verbis lenibus. 
| Lıer, dicke Unterlefze. Bey den Franzoſen bedeutet 
es s auffe dem auch das ha gende Pferdemanl. ©. 
nn Bade 





N 


PER in Lipp. De Kipen, hangen laten: ein I 


ſauer Geſicht machen, ſchmollen. 


pen, verb. Enem to lipen, oder.an lipen: ein 
ſchiefes Maul gegen jemand machen: die Lippen 


Lux. Lem! | Lie 45. 


ziehen, wie die Kinder, wenn fie, ihren Unwillen | 


jemand zu erkennen geben wollen. 


ppe, tippe, Leſze. In der heutigen perſi ſchen Spa 
he Lib. . De Dood fit em up der Sippen: er- 
ift dem Sterben nahe. even Pund Lippen 


fleeff hangt vor- Mulen Düre, fagt man im 


Spott von einem, der. dicke Lefzen bat. oT 


PS, einer, der bie. Lefze bangen laͤßt, oder. der dicke ; 


tippen bat. E. auch Lips. Fr. lippu. Ben uns 
wird es nur in folgender Spaßrede gehöret: Tips, 
tuͤh de Brugge up: laß das Maul richt Kann; 
ſiehe nicht fo fauertöpfig aus. 

pen-ſnute, Liep-ſnute, daſſelbe. 

FPELT, Leopold. . 

‚REN, leyern. it. weinen. R. | 

ren-dreier, ein Leyermann. it. ein Plerrmaul. J— 


⸗ 


N 


SE, und das Dimin. Lieske, Elifaberh. Puder 


Lieske: ‚eine Bublſchweſer ‚ein unzüchtiges 


Weibsbild. 


SB, leiſe, ſanft, gelinde. Notk. liſo. Willeram⸗ 
lifno. Liffe Chaucero eſt remiſſio, relaxatio, 


ab A. S. Liffe, quod idem ſignificat. Hinc 


fortaſſe ejusdem Liffen, to abate, allay, 
Leffen. Edu. Lye: in In Etym. Angl. ſub 
Liffe. Ä 


esken, Af liesken, einem etwas abſchmeichela. : 


Vergl. das Goth. lausjan, exigere, Tepetere, 
BE 1 | , f u = i Deu 


.n.. 


N. 


Bi i — LISs Lim Los. 


[4 


— 


‚Bellesken, ‚einen „mit Schmeichelen ainnchmen, „mit 
ſuͤſſen Worten betruͤgen. 
Liesken- treder, der leiſe einher tritt: ein ‚Säteice, 
Schmeichler, ſchmeichelhafter Bettler. it. der um | 
ter dem Schein der Freuindfchaft berrügt: ein Spi⸗ 
on, Verraͤther. In, Rethmayers Braunfchteig. 
Chron. die Friſch in ſeinem Woͤrterb. anfuͤhret, 
wird dieß Wort auch fuͤr einen gelinden Prediger 
gebraucht: Kuͤſſen⸗ Leger, Pflaum⸗ Streichen 
Leiſen⸗Treter. 


Liste, Leiſte, ein jeder. Rand: beſonders der grobe 


am einem Stuͤcke Tuch gewebte Rand. limbus, 
fimbria, limbus attextus et aſſutus. Es fommt | 
mit dem lat, licia überein. 4. ©. und €. Lift; - 
Fr. liſiere. Fragm. de B. H. 
Thie tiuren Mentel karmin, 
| Thie-lifte von. Zobele, .» : 
- Daher ift, mit Verfegung des 8 undt, Litze. © 
Jun. Etym, Angl V. ‚til t, und 5 une 
Leiſte. 
Water‘ liſte. S. Rımm: N EEE 


guet. ©, Lin, 


Lırrix,.Litjet. ©. Lürrtie. | 

„Litse, Litze, eine jede, beſonders runde, Squ, 
zur Einfaſſung 'eines Kleides. E. Latchet, ein 
Riemen. It. Laccio. S. Liste. “Daher iſt 
die Benennung der Lihen/ beöber in Hamdurg 
©. Richey. 

Lrev. S. oben Lier. 

Lıxe. ©, L'ks unter Likken. nn | 

LoBsaE, 1) Handtrauſe: inſonderhein die fang San | 

genden 





we \ t . . ‘ 5 > \ . 
j 


Los . \Locm.. — UT. 


genden Frauen: Manſchetten. In Dsnabr. Low⸗ 
wen. 8. Vordem hieſſen Lobben oder Lubben, 
wie noch bey den Hollandern, die groffe en Sale 
‚Kaufen, | | 
van gamerdoek — 

Een Rage, groot ale een imire Bags 


Dar de hochwyſe Kop rech midden inne = 
t: 


wie fie J. W. Laurenberg in ſeinen Schenzoedicht. 
(welcher ſich auf dem Titel Hans Wild. L Roſt. 

nennet, weiler ein Roſtocker war: wodurch aber 
Hr. Wachter in ſeinem Gloſſar. unter dem Worte 
Bunge, zu dem Irrthum verleitet worden, daß... 
er denfelden Roftius.nennet.) beſchreibet. Das 


- bin geböret auch der Spottreim auf geputzte "Du Bu 


leeinnen: | 
Fi moͤgt mi wol pipen un flobben, nn 
Man schont mi de Lobben. BE 
2) Es wird auch gebraucht für dicke, hangende Lip⸗ | 
pen. S.LABBEn. Daher bat ein Wirthshaus in 
hieſiger Oſterthors Vorſtadt noch den Namen in 
- den diffen Lobben, weil dafeldft vordem, auf 
dem. Schilde, ein Mann mit dicken. tippen. aus⸗ 
hieng. Lat labeo, ein Dickmaul. 
3 Im Hanndv. ein groſſer Hund, Mufel: v veri- 
muthlich wegen des hangenden Mauls. N 
OBBES, ein Schimpfwort auf einen groben und une, 
E geſchickten Menſchen. Zr 
OCHENT.: ©, unter Lösen. 


ÖCHNISSE, | 6 Löanısse. 
\ ” .. 


W 


Uoov | , 


48. . Lo». | | 
Loop», 2.) Bl. it. Schrott, Hagel, bleieine Aus 
gel. A. ©. Laed, Leade. €, Lead. 9. Loot. 
Gr. Aoros, mas fi) fehmeljen Tape. In't Lood 
weſen: fenkrecht ſeyn. Kruud un Lood, Pul⸗ 
ver und Ben u 
3.) ein Loth, uneia femis. 

3.) die Ladung' der Kanonen, eine Ranonenfugel, 
In diefer Bedeutung, die jeßt veralter iſt, fcheint 
dieß Wort von laden abzuftammen. Renner bey 
dem J. 1539. Am Avende Dionyſii richtenden 
ſe 24 grave Stüde in der Schange.tho, und 
„ſchoeten aver 300 Löde in de. Stadt. ( Efens) 
ſampt Fürbellen. ie. 3. 1547. Ein iſern Loht 

- van 9 Pund fell in de Krummen Strate up 
©. Steffen, und wurdt under einem Bedde 
gefunden: de, andern fellen,alle indt Feldt. Cr 
redet von der damaligen Belagerung ber Stadt 
Bremen. ' Vergl. Friſchs Wörterb. unter Pot, 
Lood- buſſe, eine Handbuͤchſe, die ein oder ein Paar 
Loth Bley ſchießt. Amtsrolle der Goldſchmiede: 
fo hebbe wy avergeven tho holden twe Schuts 
ten, einen mit einer Loth⸗ buſſen, und !einen 
mit einem Armborft : fo haben wir bewilliget 
zween Schüßen zu balten, einen mit einer Loth⸗ 
" büchfe, und den andern mit einem Aermbruſt. 
 -Loed- regt, ſenkrecht. 
Loots Loots-mann, Piloot, der mit dem Senkbley 
die Tiefe des Waſſers ergruͤndet. Ueberhaupt ein 
erfahrner Mann, der das Fabrwaſſer, die Tiefen 
und Untiefen kennet, und die Schiffe, wenn ſie 
aus der See kommen, die Stäffe hinauf hilft. 
| - N Löden, 


Lon. Lox. og 


Löden; Löen es), 1.) töchen. | 
2.) bleierne geftempelte Merkzeichen an das Tuch 
haͤngen, wenn es in die Faͤrberey geſchickt wird. 
LODDIG, tudwig, bey den Bauern, In den Urfune 

den Luedicke. 

Loppık, Lödke, ein gemwiffes Krant mit ſehr groß 
fen.und breiten Blättern, welches an allen Hecken 
und Zäunen waͤchſt. Sprw. He waſſet up, as 
de Loddik bi'm Tuun: er wird groß, Bleibt aber. 
ungeſchickt: er wächft ohne Zucht ins Wilde aufe 

Lor, Lob. ©. unter Laven, loben. - 

Lor, Erlaubniß. S. Verlöv, im Buchſtaben V. 

Loor, taub, , Cod. Arg. Lauf. A. S. Læf, Leaf. 
E. Leaf. Loof ſcheint in der urfprünglichen Ber 
deutung etwas Flaches anzudeuten, welches fich 
ſehr wohl zu Laub und Blätter ſchicket. Im Celt. 
iſt Law die Flaͤche der Hand: im Cimbr. Lofa. 
Im Alt Frieſ. heißt Lewyn, 'Lewin-Bekken 
ein flaches, oder aus duͤnnem Bleche verfertigtes 
Becken. Laye, Leie, eine dünne Sciefertafel, 

Gr. Asmıs. Hell. Loveren, Eifen: oder Metalle 
bled. S. von Wicht Oftfe. Landr. S. 93. | 

Löve (ss), 1.) taube Chytr. Loͤving. “ 

2.) ein > echte Sihplab vor oder binter dem Hau⸗ 
ſe. R. 

3.) Insbeſondere wird alſo genannt eine Stube 
vorne am Rathhauſe zu Bremen, über den Eins 
gang des Weinkellers, von welcher Die Policeys 
Gefege, die Kuͤndige Rulle genannt, vor Zeiten 
jährlich am Sonntags Laͤtare, „vor den auf. dem 
Markte verſammleten Bürgern, abgeleſen J | 

. on , , N 


— 


80 Los. 


In dem Abdruck der Kuͤndigen Rufe, ir Bi 
* fendorfs Obf. Jur. Univ. T. II. Append. p. 104. 


en hat fie Diefe Aufſchrift: Volget de Burfprafe, 


N 


⸗ 
\ 


ſo jährlich8 to Mitfaften van der Loven geles- 
. fen wert. Renners Ehren. A, 1513 fettede de 
Raht den Riniſchen Gulden up 36 Brem.r. 
. Grote, de dubbelden Bifchup Hinrichs Gros 
‚te up ır Schware, und de eintfoldigen up. 5 
1 Schwaren. Solcyes verfündigede Her Jo⸗ 
han Trupe Borgermeifter, up Latare van 
der Lovenn. Nach dem Schilter hieß Loube ein: 
Ort, 106 die Bürger fich berathfchlagen. Beym | 
- Du Fresne ift Lobium ein bedecfter Gang. 
Loce heißt an einigen Orten im Bremiſchen ein niedeb 
ger Ort, Grasanger 
LöGen (os), lügen A. ©. leogan. Etwa vom 
Gr. -Asya, ich rede, nämlich die Unwahrheit: 
‚wie fehon Cafaub. angemerfet hat. Du lugſt, 
du luͤgeſt. Imp. if loog. Perf. if hebbe Tagen. 
Loͤgen as wen't druffet- is: umftändfiche Lügen 
vorbringen. He kan Boͤme uut der Eerden loͤ⸗ 
gen: er kann entfetzlich Lügen. | 


Lögen (an), fublt. eine füge Schw, Lögn. Gr. i 


"Aoyo, Mähren, Fabeln, Luͤgen. Heid van 
der rerſten Lügen nig durften: er mache. ſchon 
laͤngſt ein Handwerk aus dem Lügen. Sprw. Lo⸗ 

‚gen hebt forte. Bene: bie. Lügen kommen bald 
ans Licht. 


‚Lögen- vatt, Lüg- vatt, ein auagenmut ‚ homo 


.. mendax. R. - ; 


Verlagen, adj. und. adv: nme, mendax: “ 


} \ x Liggen, 


« 


Lo 81 


Lögnen, .Löchnen (es), laͤugnen: wert bie Lügner 
| pflegen, wovon dieß Wort auch abſtammet. Cod. 
Arg. laugnjan. Alt Fränf. lougnen. H. loo- 
chenen. Einige vermutben, aus Stat. 94. daß 
+ Die Wort: wor Zeiten audh die Bedeutung des Luͤ⸗ 
genftrafens gehabt babe; wo es heiße: So wor 
een Borger deme anderen fpredet an fine eh⸗ 
re, fo dat he ene Iochent edder Hoerenfone 
heth te: nach Pufendorfs Leſeart: loechende ebs 
der Huerenſone. Allein ſollte dieß Wort, weil 
es mit Hurtenſohn verbunden iſt, nicht etwas mehr, 
als Luͤgen ſtrafen, bedeuten? Sollte es nicht be⸗ 
quemer abgeleitet werden von Lage, inſidiæe, in 
Vet. Vocab. von 1482, Log, plur. Logen; 
‚oder vom eeltifchen, -beym Boxh. in Lex. Ant. 
Brit. Hech, Schlupfwinkel, latebra ; llechu, 
latere? So wuͤrde im diefer Stelle Lochend eis 
nen Nachſteller, infidiatorem, bedeuten: welches " 
- zu den Zeiten der Befehdungen ein ſehr verhaßter 
Mame muß gerefen ſeyn. Unterdeſſen iſt es auch 
vabr, daß das Ligen ſtrafen vor Zeiten für eine. 
groͤbere Injurie gehalten worden, wie jetzt. Und 
unſireitig kommt eben dieſes Wort in dieſer Be⸗ 
deutung vor in Renners Chron. im Leben Erzb. 
Johann J. Do bewehrede fi de Raht alltho 
hertlick mede in duſſe Wieſe, dat Tideke Boͤ⸗ 
dendorp, fo Hinrich lochent hadde, dar mo? 
ſte ſpreken: wat he geſegt hadde, dat hadde 
he in drumken Mode geſegt, und wehre oͤhme 
eidt ꝛc. So auch in der. Amtsrolle der Golde 
ſchmiede in Bremen: Welk Amptinaan: Det. 
68 | Be 


N 


j { \ 4 


Fe 7 Lon. Lox 


anderen lochnet im Torne offte mit Vorſaic 
“de ſchall geven dem Ampte ein half Pundt: 
wenn ein Amtsmeiſter den andern einen Luͤgner 
heiſſet, es ſey in zorniger Uebereilung, oder mit 


N Vorſatz, der fol dem Amte ‚ein balbes Pfund 


Strafe geben. 
Löanıss (as), die Lohe, Flamme. Bir, ſchreiben 


es nicht mit einem ch, weil in den alten Stamm⸗ 


— 


— 


woͤrtern ein g if, A. S. Leg, Lig. Fraͤnk. 


und Alam. Laug, Louc, Loug. Schw. Læ- 
ga. Jet. Log. E. Low. H. Laey. Cod. Arg. 


Taun. . Die giederſachſiſche Ueberſehung B. der 


Nicht. XIII, 20. hat de Lochem, we Luther die 


Lohe ſetzet. Es iſt verwandt mit Lugt, das Licht. 


De Loͤgniß ſloog to'm Dakke heruut: die 
Slamme ſchlug oben zum Dache heraus. De 
Loͤgniß fleit em. to'm Halfe ut, fagt man, 
durch eine ftarfe Vergröfferung, von einem, ber 


üuͤbermaͤſſfig viel hitziges Getränk zu ſich genommen 
hat. R. fehreibt es Loͤhchten. 
Lone (von Lohe), einen rothen ober btaͤunlichen 
Flecken machen, als wenn er vom Lohe, oder 
Gerbetrinde, entſtanden waͤre. De Kaſs⸗be⸗ 
ren lohet: die Kirſchen machen Flecken. 


| Lor Coi dipht.), äge, faul. I anch ol Briefe 
R. 


loay. R. 
Lo 8, lofe, nicht fell. Loje Garen, Gart ſo nicht 
gar ſtark gezwirnet iſt, und dem drallen entgegen 
bebet. Loje in der Hand holen: loͤslich in der 
Hand halten: die Hand nicht feſt andruͤcken. 


Lexꝝ Loyen, ein wunderlich erfellier Name des 
beiligen 


Lor: Lox. — 23. 


beiligen Elegidiug, weicher: bee Goldſchmiede Pa⸗ 
tron war. In der Rolle oder Willkoͤre der hie⸗ 
ſigen Goldſchmiede beißt. es, daß ein Lehrjunge 
fchall geven Sunte Loyen (to). Sichten ine 
Pundt Waffes, wen de Meſter dat eſchtt. 

LOIXN. © LROBN. a | u 

Loox, 'i.) Sauch. U ©, Leac;, Leah, E. Leck, 
H. Look. Daͤn. Log. Polu. Luk. 

2.) der Samen der Fiſche, Rogen. et 4 Ioof, 

Fiſchlaich. OS. Wachter in Laich. 

Bees-look, Graelgud, Schnittlaude ,.: :  , = 

- Huus-look, Hauswurz, fedum. | 

| Knuf<look; Kiuf- look, Knoblauch. 

| Löken, laichen, ben. Samen ausfgüt, r wie die Fi⸗ 


ſche. 
Lox, Loch. R Sn edaigea «alibus lid bieweilen 
das o in a veraͤndert: als, gemn: Lokes und Da 
kes, des Lochs: dat. und abl. Lokke ind Lake: 
| pluf, Lokker uud Loͤker (or). Wi wilt idt bi 
den len Lokkern Inte; wit wollen bey der als 
ten Gewohnbeit Bleiben. Lok nut Lok in fpelen? 
aus einem ˖ Leche ins andere m Aus einem. Zimmer 
ins andere, laufen. Ik fee daar Fien Sof dr 
ich ſehe dabey Eein Uusfommgn: ich ſehe davon 
das Ende. nicht ab.Idt is bi den Loͤkern heel, 
ſagt man im Spott von Tuͤchern ‚oben Kleidun⸗ 
gen, die voller cher find, Eo iſt verwandi mit 
Luken.., Sa unten an ſeinem Orte. 
Looks; - ein kleiner, ſchlechter, dunkler Ort: 
Loxken;. Wger- lokken. & unter — 


Pr ya Le; 


Lozmen, 1 locken, ‚Allicere, a) iii | 
‚8: a “ a nat X 


[4 
«N. 
’ 


76 I Lrs. Lrr. Los. 


\ 


‚Bellegken, einen ‚mit Schmeichien einnehmen ‚ 
ſuͤſſen Worten betruͤgen. 

Liesken-treder, der leiſe einher tritt: ein Säle 
Schmeichler, fehmeichelhafter Bettler. it. der 
ter dem Schein der Freundſchaft betrüge: ein ( 
on, Verraͤther. In Rethmayers Braunfchn 
Chron. die Friſch in feinem Woͤrterb. anfuͤl 

wird dieß Wort auch fuͤr — Drei 
gebraucht: Küffen:Leger, Pflaum Streit 
Seifen, Treter. 
Liste, Leiſte, ein jeder Rand: beſonders derg 
an einem Stuͤcke Tuch gewebte Rand. limt 
“ fimbria, limbus-attextus et affutus. Es fo 
. mit dem lat, licia überein. 1,6. und €. | 
Fr. liſiere. Fragm. de B. H. 
Thie tiuren Mentel harmin, 
| Thie-lifte von Zobele.. — 
"Daher if, mit Verfegung des 8 undt, Pike, 
Jun. Etym, Angl. v. Lift, und sa u 


\ Leiſte. ] 
Water-lite. S. Rımm; —— 
‘ &uetT. S. LuD. 


LIiTTIK, Litjet. ©. LUTTIX. | 

 Litse, Litze, eine jede, befonders runde, & 
zur Einfaffung eines Kleidee. E. hatelet, 
Riemen. St, Laccio. S. Liste. Dah 
"pie Benennung der Litzen/ broͤder in DR 

- S. Richey. 

LIEV. S. oben LIEF. 

LIXE. &,L'xs unter LIXXEVN. 

LoBBE, I.) Handkrauſe: inſynderhen. die fang 

R V 


— 


--  . . Los. Locu. 77 


“genden Frauen: Manfchetten. Su Osnabr. Low⸗ 
wen. S. Vordem hieſſen Lobben oder Lubben, 
wie noch bey den Hollandern, die groſſen Hale⸗ 
krauſen, 

van Kamerdoek | 

En Krage, groot als een tem Wagen⸗ 


dar de hochwyſe Kop * midden inne 
t: 


wie ſte J. W. Laurenberg in feinen Scherzgedicht. 
(welcher ſich auf dem Titel Hans Wilh. L. Roſt. 
nennet, weil er ein Roſtocker war: wodurch aber 
Hr. Wachter in ſeinem Gloflar. unter den Worte 
Bunge, zu dem Irrthum verleitet worden, daß 
er denſelben Roſtius nennet.) .befehreibet. Das 
hin gehoͤret auch der Spottreim auf geputzte Bu⸗ 
lerinnen: 
Ji moͤgt mi mol pipen un flobben, 
Man ſchont mi de Lobben. 
2.) Es wird auch gebraucht fuͤr dicke, hangende kipr 
pen. S,LABBEn. Daher bat ein Wirthsbaus in 
hieſiger Oſterthors Vorſtadt noch den Namen in 
den dikken Lobben, weil daſelbſt vordem, auf 
dem Schilde, ein Mann mit dicken Lippen aus⸗ 
hieng. Lat labeo, ein Dickmaul. | 
3. 3) Im Hanndo. ein groſſer Hund, Muffel: ver⸗ 
muthlich wegen des hangenden Mauls. J 
OBBES, ein Schimpftvers auf einen groben und un⸗ 
geſchicien Menſchen. aL 
ICHENT.: ©. unter Löcen. . 
jcunisse ©. Löcnısse 
) un I 


\o 30, 


| =. | | Lo». , 
| Loop,, 1.) Vley. it. Schrott, Hagel, bleiern⸗ Aus 


gel. A. ©, Lad, Leade. E. Lead. H. Loot. 


Gr. Aöroc, was fich ſchmelzen laͤßt. In't Lood 
weſen: ſenkrecht ſeyn. Kruud un Lood, Pul⸗ 
| ver und Bley. 

3. ) 'ein Loth, uncia femis. 


3.) die Ladung' der Kanonen, eine Kanonenkugel. 
In dieſer Bedeutung, die jetzt veraltet iſt, ſcheint 


dieß Wort von laden abzuſtammen. Renner bey 
dem J. 1539. Am Avende Dionyſii richtenden 
ſe 24 grave Stuͤcke in der Schantze tho, und 
ſchoeten aver 300 Loͤde in de & 


©. Steffen, und wurdt under. einem Bedde 
‚gefunden: de andern fellen.alle indt Feldt. Er 


redet von der damaligen Belagerung ber Stadt . 


Bremen. Vergl. Friſchs Wörterb, unter: Lot. 


| Lood buſſe, eine Handbuͤchſe, die ein oder ein Paar 
Loth Bley ſchießt. Amtsrolle der Goldſchmiede: 
fo hebbe wy avergeven tho holden twe Schut⸗ | 


ten, einen mit einer Loth; buſſen, und einen 


tadt (Eſens) 
ſampt Fuͤrbellen. it. J. 1547. Ein iſern Loht 
van 9 Pund fell in de Krummen Strate up 





— — — — — 


mit einem Armborſt: fo haben wie bewilliget 
zween Schuͤtzen zu halten, einen mit einer Loth⸗ 


buͤchſe, und den andern mit einem Aembruſt. 


ad tet fenfrecht, a 


Loots,. Loots-mann, Piloot, der mit dem Senkbley | 
"bie Tiefe des Wafjers ergruͤndet. Ueberhaupt ein 


| erfabrner Mann, der das Fahrwaſſer, die Tiefen 

und Untiefen kennet, und die Schiffe, wenn fie 
aus der Sn kommen ‚bie Zluſ⸗ binauf hilft. 

| - a Löden, 


| Lon Lom el 2 
sden,. Löen es), 1.) lochen. nn . 
2.) bleierne geftempelte Merkzeichen an das Tuch 

haͤngen, wenn es in die Faͤrberey geſchickt— wird. 
onpıG, Ludwig, bey den Bauern, In den Urkun | 
den Luedide. 


oppıK, Lödke, ein gewiſſes Kraut mit ſehr gr 


ſen und breiten Blaͤttern, welches an allen Hecken. 
und Zäunen waͤchſt. Sprw. He waſſet up, a8 

de Loddik bi'm Tyun: er mird groß, bleibt aber 

ungefchickt: er wächlt oßne Zucht ine Wilde aufe — 

»F, 0b. ©, unter Laven, loben., 

»x, Erlaubniß. S. Verlöv, im Buchſtaben V. | 

OF, Laub. Cod. Arg. Lauf A. ©. L&f, Leaf 
E. Leaf. Loof ſcheint in der urfprünglichen Be 
deutung etwas Flaches anzudeuten, welches fich 

ſeehr wohl zu Laub und Blätter ſchicket. Im Celt. 

iſt Law die Fläche der Hand: im Cimbr. Lofa. 
Im Alt Frieſ. beißt Lewyn, 'Lewin-Bekken 
ein flaches, oder aus duͤnnem Bleche verfertigtes 
Becken. Laye, Leie, eine duͤnne Schiefertafel. 

Gr. Asmıs. Holl. Loveren, Eifen: oder Metall⸗ | 
blech. S. von Wicht Oſtfr. Landr. S. 93. 

ve (s),:2.) taube. Chytr. Sin 

2; )-. ein „baute ‚Sigplag vor oder binter dem Hau 
ſe. R. 

3.) InsSefondere wird aiſo genannt cite Stube: 
vorne am Rathhauſe zu Bremen, über ben. Eins 
gang des Weinkellers, von welcher die Policeys 
Geſetze, die Kuͤndige Rulle genannt, vor Zeiten 
‚jährlich am Sonntaga Laͤtare, vor den anf. dem u 
Markte verſammleten Bürgern, abgelefen urnen 

on : 0, , eo h NN, 


— 


” t . ‘ Pi ‘ . 
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N . IS J [2 “ - ’ 
. un . ‘ . Bu . 4 \ 
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Sn dem Abdeuck der gundigen Rue, Bi 
fendorfs Obſ. Jur. Univ; T. II. Append. p. 104. 
hat fie dieſe Aufſchrift: Volget de Burſprake, 
sr -fo.jährliche to Mitfaſten van der Loven gele⸗ 

ſſen wert. Renners Ehren. A. 1513 fettede de | 

Raht den Rmifchen Gulden up 36 Bremer 
‚Grote, de dubbelden Biſchuͤp Hinrichs Gros 4 

‚te up ır Schware, und de eintfoldigen up | 
1 Schwaren. Solches verfündigede Her 3, | 

han Trupe Borgermeifter, up Lätare van. | 
: der Lovenn. Nach dem Schilter hieß Loube ein: : 
Ort, wo die Buͤrger fich berathſchlagen. Beym J 
du Fresne iſt Lobium ein bedeckter Gang. Ze 
Bu Lose heißt an einigen Orten im Bremiſchen ein niedei⸗ | 
\ ger Ort, Grasanger, Ä 
Lösen Ges), fügen. A. S. leogan. Etwa’ vom 
Gr. Asyo, ih rede, naͤmlich die Unwahrheit: 
wie ſchon Caſaub. angemerket hat. "Du lugſt, 
du luͤgeſt. Imp. if loog. Perf. if hebbe lagen. 
Loͤgen as wen't drukket is: umſtaͤndliche Lügen 
vorbringen. He kan Boͤme uut der Eerden lo⸗ 
gen: er. kann entfehlich fügen. u 

Lögen Con), fublt. eine Lüge Schw. Lögn. Gr. 
2. Aoya, Naͤbrchen Fabeln, Luͤgen. "He-is van 
der eerſten Loͤgen nig burften: er macht. ſchon 
laͤngſt ein Handwerk aus dem Luͤgen. Sprw. Lo⸗ 

gen hebt korte Bene: die rugen kommen bald 


Tan Licht. 
‚Lögen · vatt Lüg- vatt, ein uUgennaul nomo 
mendax. R. - ; 





Verlagen, “> und: adv; innen, mendax. | 
' Lögnen, 


r J . B — J 
. 
J rn v . 4 — "u. 
.. oO m , 1 - 
. j — 8 von 
‘ B > ..0” 3 


Sen, Töchnen Co); tdugnen: soft bie Lügner 


‚pflegen, wovon dieß Wort auch abſtammet. Cod. 


Arsg. laugnjan. Alt Fraͤnk. longnen. H. loo- \ 


\ \ 


chenen. Einige vermurhen, aus Stat: 94. daß 


— dieß Wort vor Zeiten auch die Bedeutung Des Luͤ⸗ - 
‚genftrafens gehabt Babe; wo es heißt: Sowir 


een Borger deme anderen ſprecket an ſine eh⸗ 


26, fo dat he ene lochent edber Hoerenfone 
heth ꝛc. nach Pufendorfs tefeart: loechende u 


\ ‚Der Huerenſone. Allein ſollte dieß Wort, weil 


es mit Hutrnſohn verbunden iſt, nicht etwas mehr, 
als Luͤgen ſtrafen/ bedeuten? Sollte es nicht be⸗ 
quemer abgeleitet werden von Lage, infidiee, in 


Vet. Vocab. von 1482, Log, plur. Logen; 


‚oder vom. eeltifchen, -beym Boxn. in Lex. Ant: 


Brit. ech, Schlupfwinkel, latebra ; llechu, 


 Jatere? So wuͤrde im dieſer Stelle Lochend eis 
- . nen-Machfteller, infidiatorem, bedeuten: welches 


- 2 zu dent Zeiten der Befehdungen ‚ein ſehr verhaßter 
Name muß geweſen ſeyn. Unterdeſſen iſt es auch“. 


wahr, daß das Ligen ſtrafen vor Zeiten für eine: 


groͤbere Injurie gehalten worden wie jetzt. Und 


unſireitig kommt eben dieſes Wort in dieſer Be⸗ 


bdeutung vor in Renners Chron. im Leben Erzb. 
Johann J. Do bewehrede ſick de Raht alltho 


hertlick mede in duſſe Wieſe, dat Tideke Boͤ⸗ 


dendorp, fo Hinrich lochent hadde, Darm 


ſte ſpreken: wat he geſegt hadde, dat hadde 
he in drumken Mode geſegt, und wehre oͤhme 


eildt x So auch in der Amtsrolle der Gold⸗ 


„feier in Grein: r Welt npanann 


nu 32 0 om. Lor 
nu anderen lochnet i im Torne offte: mit Gorfite 


| Ber de ſchall geven dem Ampte ein half Pundt: 


wenn ein Amtsmeiſter den andern einen Luͤgner 
beiſſet, es fen in zorniger Uebereilung,, ‚oder mit 


— 


„Worſatz, der ſoll dem Amte ein balbes Pfund 


Strafe geben. 

Löanıss (os), bie Lohe, glamume. Wir, ſchreiben 

es nicht mit einem ch, weil in den alten Stamm⸗ 
woͤrtern ein g if. A. S. Leg, Lig. - Fraͤnk. 

and Alam. Laug, Louc, Loug. Schw. Lx- 

ga. Seh Log. E. Low. H. Laey. Cod. Arg. 

. . Lauh. . Die wiederfächfifche Ueberfegung B. ber 


Nicht. XII, 20. bat de Lochem, wo Luther die 


Lohe ſetzet. Es iſt verwandt mit Lugt, das Licht. 


De Loͤgniß ſloog to'm Dakke heruut: die 


Flamme ſchlug oben zum Dache heraus. De 
Loͤgniß ſleit em to'm Halſe uut, ſagt man, 


durch eine ſtarke Vergroͤſſerung, von einenn, der 


uͤbermaͤſſig viel hitziges Getränk zu ſich genommen 
> Bat, R. ſchreibt es Loͤhchten. 

| Lonen (von Lohe), einen rothen ‚ober btaͤunlichen 
Flecken machen, als wenn er vom Lohe, oder 
Gerbetrinde, entſtanden waͤre. ‚De Kaſs⸗ bes 
ren lohet: die Kirſchen machen Flecken. 


| ben (oi dipht.), wäge, faul, Iſt auch Hol, Zrieſ. 


loay. R. 
Los, Iafe, nicht fe, Loje Garen, Sart, ‚fo nicht 
. u gar ſtark gezwirnet iſt, und dem drallen entgegen 


— —— — — — — 


ſtehet. Loje in der Hand holen: loͤslich in der 


HMHand halten: die Hand nicht feſt andruͤcken. 
kom, Loyen,, ‚ein  wundenieh werpelis Dame bes 
. beiligen 


Los. dom U 28 

beiligen Eiegidiue, MWelcher · der Goleſchmiede. Par 
tron war. In der Rolle oder Millfüre der his 
ſigen Goldſchmiede heißt es, daß ein Lehrjunge 
ſchall geven Sunte Loyen (to) Lichten twe 
Pundt Waſſes, wen de Dieter dat eſchet. — 
Loıen: SS: LRBEn; ; or, 

Loox,‘ 1.) Lauch. 16, Leäch, Leah. E. Leck, u 
u H Look.. Din Log. Polu. Lukx. 
2.) der Samen der Fiſche, Rogen. a k⸗ It, 
Fiſchlaich. 5. Wachter in Laich. 
Bees look, Graslauch, Schnittlauch. — 
Huus- look, Haus wurz, ſedum. 
. Kouf-look, Kruf-löok,. Knoblauch. . 
Ä Lökeh,, laichen, den. Samen eu, 2 mie vie ze 


’ 1 


fer | 
Lok, tod. R Sa, ehhigen ‚albus. wird: bis weilen — 
DD ing verändert: als, genn: Lokes und I 
kes, des Lochz: dat. und ahl. Lykfe und Lake 
Bu ur, Koffer und. Loͤker (en)cWi wilt idt bi 
Dei vlen Lokkern latenz wir gollen bey der ab 
= ten Öemwohnbeit. bleiben... Lok uut Lok in ſhelen: 
aAus einem · Lecho ins anderen aus einem Zimmer 
ins andere, laufen. Ik fe daar fin Lok dör: 
ich fee dabey kein Arckommen ich ſehe davon 
das Ende nicht ab. be ie bi den Loͤkern heel, 
ſagt man im Speit von Tuͤchern bder Kleidun⸗ 
gen, DIE: vofler Shcher find, Ees iſt vetwandi mit n 
Luken. , .& unten an feinem Dit _ 
Locks,. ein kleiner, ſchlechter, dunkler OHri. 
Loxker;: Weer=iok ei: S. unter Wadan' 
—— 15) iockin, alcere. lad) Vis 
‚&: F v .8 as Ss 


Pre 


4) hebtoſen, Rhineichetn, dung ucbvſe abes m 


or: 


“2. erlangen ſuchen. ©: LipenLoxgen. ! 
'-  Lokke-brood, todfpele © i — —— 
Löne. ©. Lesen 0. Pe 


" Lörkr. & Lerst. 


J Loren, 1.) laufen. zu Cod: Are; gif hlaupan, | 


A. S. hleapan, und. E.ileap, tanzen, fprins 


‚gen! Aus dem h vor dent I haben die Franzofen 


| pas laufen. Schw. Töpa.” Es kommt auch mit. 


ein g gemacht in galopper, tennen. Isl. klei- 


dieſem Worte überein. das "Gr; beym Hlefych. 


nes Wort der Schiffer, für: in einen. Hafen, 


J 2 aufgehen, ‚keinen, ‘Aus der Erbe hervor ſeroſ⸗ | 
ſen. Dat Kobrn lopt al: das Korn gehet 


"Bucht oder Fluß einlaufen. In den brem. Sta⸗ 
tnten iſt lopen laten fo viel, als zum Verkauf 
betqh Kleinigkeiten auszapfen, : fehenfen. 3. B. 
Stat. 66. Meen Borger ſchall vele (fett, zum 
Verkauf): Iopen laten Wine: binnen Bremen, 


ſunder (auſſer) Torte Wyne sc. 
2 in der Brunſt gehen. Es wird beſerdere von 


den, Hunden‘ gebrauchet. catulire. 


ſchon auf, * 


| „koop, 1.) der sauf, curfus: Ri Up Loop gaan, 


beißt bey uns: ſeinem Vergnuͤgen mit Verſaͤu⸗ 


— 


Aaupdalu, ich eile. Daar up to lopen we⸗ 
ten: ſich gut darauf verſtehen. Loop an de 
Mane:“ packe dich. Binnen lopen iſt ein eige⸗ 


mung ſeiner Geſchaͤfte nachgehen. Daarmit is 
an veel Geld up den Loop gaan: damit hat er 


viel Geld verthan. n dem J bliven: ver⸗ 


loren an. u u 2) ber 


Lor, I 88 


— der Zurchel. diarrhoea. Frieſ. Luup. De 
rode Loop, iſt nicht, was. im Hochdeutſchen 
Rothlauf, ſonſt das heilige Feuer, ‚ erylipelas, _ 
yes, fondern die vorbe Ruhr, - E 
3..) die Roͤhre, der.tauf einer Buͤchſe oder Flinte. ; " 
4.) ein Waſſerlauf, beſonders auf den Geeſten. 


Auch Gete und Re.. n 
5.) die Weite eines Sie, einer ride, eines 8 
nals ꝛc. | - 


6.) der Gang von hingelegten Dielen für die fav 
renſchieber, - weiche Erde oder Raſen an ben Deich 
ſchieben. Dieſe letzten drey Bedeutungen ſind be 
fonders im benachbarten Marfchlande üblich, 

Lopel- deren, .Lopel- mägd,. die Magd, die man 
zum Ausſchicken gebrauchet. | 
Lopel -gaarn, ift nur ein zum Scherz gemachtes Wort, . 
in dem Sprw. Se fpinnet Lopels garen un: ha⸗ — 
ſpelt mit den Hakken, von einer Seanensperfon, 
welche, anftatt daß fie zu Haufe bleiben und ſpin⸗ 
| ‚ nen follte, auf den Gaffen herum läuft. | 
Löper, 1.) £äufer. Alle. Löpers funt Fine Köpers: 
nich€ alle,. die ‚gelaufen kommen, die Waaren zu 
beſichtigen, wollen etwas kaufen. Pater Loͤper, 
ein Scherzname, womit man einen muntern Kna⸗ | 
ben beleget. ; | 

2.) der oberfte Muͤhlſtein, ber herum gehet. | u 

3.) die Ranken an den Erdbeeren. ſarmenta ſrase. u 
rum. 
4.) die Karrenfchicher bey der Deicharbeit. o. 

5.) eine Schnelffugel, womit die Kinder fpielen. R. 

Loperije, beimliche und unehrbare Fieiereh. Loperije 
33 — RR 


36 :..  Lor Lom 

mit dee Deren hebben: einen unehrbaren um 
| gang mit pem Maͤdchen haben. .. 

J Loep reifen, "in unferer Nachbarſchaft, Reifen in Hoß 
| dienſt, nach der abme hſalnden Hernung· u 
Loup-fand, G. Sluup-Tand. “ 


a 1 " 


ı Löpsk (6), bitzig ſtimulo venereo meitatus, ea 


wird von Hunden geſagt, wenn fle in der. Brunſt 
nd. Ene löpske Göge: :ein’geiles Menſch. 
Löpsk (04), oder Lepsk, vom Imperf, if leep, ga⸗ 
loppirend, flüchtig, Een loͤpsk Werd; ein 
fluͤchtiges Pferd. : De Peerde lopet löpsf: die 
Pferde geben durch. Man ſagt auch gloͤpsk, 
vom Franz. galop.: 


| 
| 


* 1.) durch Laufen ausrichten. x mot idt 


Y 


NEO rennen. 
ya =) wie dag Hochdeutſche belaufen, betragen. ot 
 belopt fif up 100 Daler : es beträgt Too Rebe, 
Terlopan, adjeck. geil, von verliebter Natur, dem 
E Mannsvolke nachlaufſend. Es wird nur von (de 
derlichen Weibsbildern gebraucht: 


 Vör-loop, Weingeiſt, Kornbrantwein. Apiritis vi 


reectificatus. 


all belopen un beronnen: ih muß Barum Taufen . 


LöRRW. (cs), ein hoͤtzernes Gefäß, Kübel, S. Beym 


Schilter Lapel, labrum, concha. 
Lbopelken, dimin. ein kleiner Milchkübel, 
LürEn (oe), Lappen un Sören: Plunder. _ Su 

Hamb. R. Eigentlich‘ bedeutet dieß Wort, worin 
man bie Kinder wickolt: and iſt daſſelbe mit un⸗ 
ſerm Luren. S. unten. 


Lorenz, fauren« nen frummen Lorenz ma⸗ 


fen; eine tiefe Berbeugung machen. = konz 


⸗ 
[4 . 


Lorx, eine Keöte, bufo. Wir brauchen es aber nur, 


als ein Scheltwort, auf einen unanſebnlichen und 


finftern Menfchen. 


Los, Lofs,, Luchs, lynx. A. S. Lox. Go Pez, J 


Lubs. Wachter leitet es her von lugen nach⸗ 
ſtellen. Vielleicht beſſer von loſen, lauſchen, hor⸗ 
chen. Es kommt vor im Reineke de Vos. 


J Lofs, Loos, i.) alles was das Hochdeutſche 


los, loſe, bedeutet, als: frey, ledig, undicht, 
in nich fefte, weit ꝛe. Loſe Luͤde heiſſen in der K. 
Rolle ledige, unverehlichte Perſonen. 


—* tiſtig. it. argliſtig, falſch. A. ©. leas. Glofl. | 


RR Lipf. lofon, dolofum: lofonga, dolos, Verel, 
"in Ind. Leyfung, perfidia. -€. Leaſing, eine 


a Een ofen Bove; ein verſchmitzter Schalk. 


Lox. Los 37 


3.) uhachtſam, nachläfig. He drift fine Saken 


heel loß: er tft ſehr nachlaͤſſig in feinen Verrich⸗ 
tungen. Een loſſen Vent; ein unachtfamer 
Buͤrſche. 


r * 


Kö: (os), I.) die Losfündigung eines Kapitals, oder 
gemieteten Haͤuſes. De Loͤſe kundigen: los 


kuͤndigen, aufkuͤndigen. 


—J das Deo des, Wiederfaufs, nad) vorgängiger. Ä 
Loskuͤndig ng. In einem Vergleich zwiſchen der 
Stadt Bremen und’ den Grafen von Oldenburg 


über das. Deich⸗ und Spadenrecht vom J. 1579. 
Dar od jenich Guedt ‚Im Stedinger Lande 


geweddet edder gekoft were, dar Loͤſe inne is 


wäre auch Land ‚unterpfändlich genommen, 
"oder mit Vorbehalt des Wieberfaufs gefauft — 


3.) der auſſerliche Schein: blauer t Dunſ. S. die 
"84 ae 


x 


. ee , 2 oo. 

Br , j urn | \ 
8 en ! ‚Les. . | — 

‘ N ” / - — k — — J 


ate Bedeutung von Los. Wir breichen es nur 
in der folgenden Medensart: Vor de Löſe doon 
nur zum Schein (ſimulate, dicis cauſſa) thun. 
4.) Water-loͤſe. S. unter Waren. . 
| Löfe- kunde, Löfe- kundigung, Loskuͤndigung. Daher 
7 ut loſen, welches man in den alten Dokumenten 
finder, für: auffündigen, ein Kapital loskuͤndi⸗ 
gen. In dem Stiſtungsbriefe des Ilſabeen⸗ Safs . 
‚haufes in Bremen non 1499. ‚Hundert Mark 
Hovetſtoles, Rente vyff Mark, in Wolder 
_, Bavenborges Hufe,, de man na lude der 
— Hantfeften dar wedder uthloſen mach, unde 
| wedder uppe Mente beleggen c.. 
N Löfer, der ‚einen andern ablöfet, ober. in deffen Siele 
irit. Amisrolle der Goldſchmiede in Bremen. 
De nieſte ſchall Bade weſen in unſem Ampte, 
und ſchall unſe Lichte vorwaren, beth em een 
vLoͤſer kumpt: der juͤngſte (oder der am letzten 
Mhkeiſter geworden) in unſerm. Amte fol Amtsbo⸗ 
— ctz ſemm, und ſoll unfere Lichte verwahren, ‚bis et | 
or. mer nach ihm kommt, "der ihn ablöfe 
| Losheit, 7.) Unachtfameeit. 
2). Falſchheit, Schema, 
. Läfg (4), ober. Leſig (2), adj. 1.) wird; von kom | 
Brodt ober Teig gefagt, wenn es locker, und mit 
vielen groſſen Löchern aufgetrieben | — 
2.) In Hamburg auch, laß, träde, müde, <. . 
Löslik, etwag Iofe, nicht gar zu dicht und fe, Es 


E Es u kommt in der Bedeutung mit loje überein. ‚Dat 
innen js lbolit: d das Leinwand in nicht ‚gar zu— 
Eu 


— u Pe . Loos! 
nt x ' \ a0 . oo. 


 Toosbändig, alles was wicht PR M ‚oder in a Vertin⸗ 

‚dung ſtehet: unbefeftiget. Bon Band, baͤndig. 
Die Diebe nehmen gern mit, was [008 ;bändig 

iſt, d. i. Geraͤthe, das nicht befeſtiget iſt, und 

ohne Geraͤuſch kann weggenommen werben, Wos⸗ 

| | baͤndig Volk: loſes Geſindel, das nirgends zu 
| Haufe gehöre. Een 006: Singen Seel; ein 

“Kerl, der in Feiner Verbindung ſtehet. | 

Lofchen, 1.) löfchen, extinguere. | 
2.) löfen, los laſſen. Es mird aber nur von n Pan; Ä 
nen gefaget, an welchen f ch der Kuchen nicht feſt 

ſetzet. De Schapen will nig loſchen: die Pfaw | 
ne will den Kuchen nicht los lafjen. .. ” 

_ Loffen, ein Schiff ausladen. Einige Oberlinder mo 

chen ımrecht, Töfchen, | 

Lofung, bie Wiedereinlöfung eines verkauften. Erbes; .: 

- „das Recht des Wiederkaufs. jus retractus. In 

Vogts Manum. ined. T. II. p. 253. Ock ſo 
heft he unde fine Erven uns unde unſen Er⸗ 

‚ven be Gnade geven, dat wy unſe vorſchr. 
- Hurt mogen wedder kopen —— no wy de 
Lid der Loſinge kundigen vore binnen de twolf 

Machten in der hoghtid to Wonadten. Und 
bald darauf: Wan aver achte Jare verfleten 

fd — ſo ſchall ick unde mine Erven dar | 
nene Loſinge inne hebban. 

Löfen, los kaufen, wieder einloſen. 

Af löfen, 1.) ablöfen. Af loͤſede Diek: ein Das, . 
wovoor ein neuer weiter hinaus angeleget iſt. | 
2.) ein Pfand, wieder einlöfen, Sur einer Urkunde 

von ‚ws Opsfehet eriſch Aldert dem Kapitel | 
f 5 | RO 


- 30 00 Los. Lon —— 5 
und: ver Siedt Brenn‘ das Stk ung * 
on Wildeshauſen, und machet fi fi) verbindlich : 
nund feine Nachfolger ſollten Den Dekene unde | 
Capittele ere Helfte nicht aflügen, wi'en Ih 

zen of den Raetmannen unde Borgheren ere 
*Heklfte af, unbe lozen fe tho zamende. Und im 
folgenden 1377 9. verfegere eben diefer t Erzbiſch. | 
an die Stadt Bremen das Schloß und bie Vog 
— teey zu Tedinghauſen, alſo lange, wend wi ofte 
unze Nakomelingh Ertzebiſchop tho Breinen 
u en dat wedder aflofet. 

Redde-loos. "&. im Buchſt. R. 
' Verlöfen, los machen, entbinden. Venet werte 
eines Kindes genefen. | 

Verlöfung, bie Entbindung einer Schwanger. 





| Timır (003 teiſten. A. S, Izeftan. Orb. 9: 


. Alfe men ene vortuget, alſo ſchall he töften ı un⸗ 
‚de gelden: er ſoll leiſten und erſtatten, ſo⸗ wie die 
Zeugen wider ihn ausgeſaget haben. In andern 
Handſchriften ſtehet leſten. —— 
Loor. "&.Löon 
Lore, Lootfe, in’ einigen Gegenden ste, eine an 
“ einer fangen Stange befeftigte Schaufel, um dei 
Schlam aus einem Graben oder Waſſerzug zu zie⸗ 
: ben. Welche Arbeit man ſoten und lootſen heißt. 
Lor, das fos, ſors. Cod. Arg. Hlauts. Ka 
Nlot, Hlyt, "Hier. Vereél.in Ind. Lut. 
H. und Fe. auch Lot. Die Hochdentſchen Gaben 
dast behalten in Lotterie,  "- | 
Lotten, loſen. A. S. hleotan, nyttan. Vefel. 
= luta. *. lotir. In unfern Starten bedentet 
. es 
N 


Lov. Loy! | 2. 


wit gr auch: durchs {08 ertwäßlen. Stat. 3. Enen 
van oͤhnen lotten: einen aus ihnen durchs Los 
erwaͤhlen. Enen to lotten: einem Durchs los 
zufuͤgen. 
* lau, laulich, tepidus. X. e. hleow, nliw. | 
ep hle, hlie, welches eigentlich einen Ort, der 
an bee Senne liegt, und. vor dem Winde bedeckt 
ift, bedentet. - Schottländ, .lew;;; tepidus: - Lew 
warm, fo wie wir louz warm. Hieher gehönk 
auch unfer luͤern, luͤhen, aufthauen. ©. unten an 
feinem Ort. H. lauen, waͤrmen, erquicken: lau 
Wien, waͤrmen, und, warm oder lau werden. 


Lauxe. S. une Lauws, '. - BE 
Lov, Lovte. S. welarem.. 0 02.0. 
Loov, 'Löve, . ©. Loor, 1 


—— und Löven (os), 129) glauben, Daß es | 


900 Zeiten‘ Die Bedeutung der Zuſti mmung —. 


| Aberhaupt gebabt babe, erhellet aus dem zuſam⸗ 
mengeſetzten verloͤpen, erlauben. S. VErLd- 
NEN: Bucht. V. Hr. Wachter leitet beydes 
ber von dem Celtiſchen Law, die Hand. Heutu 
ges Tages ahmen wir auch wol die Hochdeutſchen 
nach, und ſagen bisweilen gloven und ih) 
>... von, aus gelöven, wie die Holländer ſprechen. 
Dieß ge ift nur eine abgeſchmackte Verlängerungss ⸗ 
Sylbe, melde fo manches. ehrliches deutſches 
Wort zwar gedehnter und fehmwerleibiger , aber 
nicht zierlicher gemacht dat. Die A. Sachſen | 
fagten leafan, glauben, Iyfan,: erlauben: ' die 
. Alten Franken louben,, loven,- glauben, un 
‚duwen, iwun, erlauben. Es iſt alfo_irtig, 
| ; | | RUN 


u * en Lum Luck. 


"wenn, R. meint, man fage loͤven, per apbene 
fin; da vielmehr gloͤven eine profthefis iſt. 
moot daaran: löven : er muß daran. Rs - 
nig loven will, moot foͤlen: wer eine ee 
Warnung in den. Wind Schlägt , dem gefchiehlt | 


recht, wenn die Erfahrung. ibn mit ſeinem She 


ben Flug macht. - | | 
J 45 Loven fuͤr geloben. - ©. Laven nn 


\ “ Love, Glove, Glaube. Fragm. de B. H. Loube‘ 
und Lobe....Willeram..Lowa. An dat Tüg is 


Love an: das Zeug ift ſtark und. dauerhaft; - Lo— 

” m is beter as vede Geld: Credit iſt beſſer, denn 
baar Geld. Up Loven: auf guten Glauben. 
Bilove, Biglove, Aberglaube. | F 





- .Mislove, Mistrauen. 


Unlove, Ungleye, Unglaube. | 
Lusee ift in Stade ein Schimpfwort:, bes einen 
groben, ungefchiefteh und faulen Menſchen an 
zeiget. Etwa von dem folgenden. hubben. Wir 
ſagen auch dafür: Laban: Een groten Yaban: 


“ ein groffer träger Luͤmmel. E. Lobb, Lubber. 


Cambr. llabi, 1labwft, lleban. 
— Lussen, verfchneiden, entmannen. 9. Es iſt auch 
Bollaͤndiſch. €. libb. Vocab. theut. Hamel, 
eyn gelubt Scaip. Bey den Griechen iſt Außas 
in derſelben Bedeutung. E. lop, amputare. J 
Preuſſen wird lubben fuͤr ſchinden braune 
Lunnert, ein männlicher Zaufname, 
Luca mit dein Yögeleiteten ſ. unter LecHt. 
Ä bue HTEL-BUR, f Lichtel- buk unter Lı EHT. 
% BEP ESE er EEE re ‚Lun 


j 


4 


| Lup. —— u 98: 
ün, Lüt; ein. dummes Kind: wird als ein Schelt⸗ 
wort gebrauchet. Damit iſt verwandt: J 
DB, adj. und-adv. kleinlautend, niedergeſchlagen, — 
wenn. man den Trotz fahren laͤßt· Alt Engl. 
2 leuds, dum, albern; und lout, lowt. A. S. 
Rilutan, welches den Begriff des Schmiegens und i 
Biegens ausdruͤſkt. S. Jun: Etym. Angl. in 
Leude und Lout. Lithe, ‚fläceidus, len? 
“tus, vietus,. mollis, eft purum-putum A. 
Saxonicum, Lithe, mitis, mollis, lenis. — 
E. Lye in Jun. Etym: Angl. in Lithe. He 
J „ „Wurde fo luͤd: er wurde ſo niederseſchlagen- ſe 
| ril. — | 
vun, Lude, 1.) fübfl. Laut. Alt Frank. Luta. 
Chron. Brem. Joh. Rode Archiep.-apud Leibn. 
Na Lude der Breve up der Treſe⸗ kamer: laut 
der Briefe in dem Archivhe. 
2) adj. und’ adv. laut. it befannt, berũhmt, wm 
in aller Leute Munde iſt. A. S. hlud. Fraͤnt. 
and Alam. hlut, lud, liut, €. loud. H. ‚luyd. 
Junius in Gloſſ. Goth. und Wachter halten das 
Gr. xAuroc ſonorus, clarus, argutus, für 
das Stammwort. " Da’ denn, die Alten das-P in 
ein hi verwandelt haben, welches aber in neuern 
Zeiten ift weg gemotfen. Eben fo wie lenen, leh⸗ 
nen, bey den Alten hlinen, vom Gr. wAwem: 
uud-barig, gemeiniglich fpricht man Tuudsbördig, 
ruchtbar. Es iſt entweder für luud⸗ woordig, 
von Woord, Wort; ober für lund- marig, 
von Mare, Mähre, eine Erzählung WBeyden 
ein Sranten: wenigſtens bieß lutimar, ruchtbar. 
RN Se 


. n 
: D 
| | | g 
— 
. 21 


A Lv. 
Wiewolr die Endung. barig fe baer, . de Pr u 
. = bequem genug:ifl. -\ | 
Inden, Luen, Stimme und kaut von ſich geben. u 
Fraͤnk. lutan. Schw. liuda, Laut von ſich ge 
ben. A. S. hiydan, ſchreien. Gioſſ. Lipſ. lu» 
dan fol,.tonahit, Gloſſ. Pez. lutan, mugire. 
Es ift alfe ein Irrthum, wenn Leibnitz Collect. 
Etym P. I. p. 47. dieß Wort durch Athem ho⸗ 
Jen überfeßt. Ik fan: nig [uen: ish bin fo bei 
ſcher, daß ich keinen Saut von mir geben kann. 
J nden ‚„ Lüen, laͤuten. Im Scherz: mit den Bus ; 
I ſern anſtoſſen, brav trinken. J | Ä Ä 
In lüden, zur Kirche laͤuten. 
er Enen Dodn belüben:- dey einem Sar | 
fol, oder bey einer Veesbigung, die Glocke (Aus 
ten. 
‚ Lüos, Leute. Vom ciltiſchen bey Borhoen lLüwed 
ein Volk, A. ©. Leode. Verel. Lydur. Im 
Alt Engliſchen ift Lede, Leid, ein Menſch. 
Man vergl, das Gr. Aucc, daher Asırov, publi- 
DE cum. : Andere Ableitungen gibt Wächter an unter, 
N. dem Wort Leute, Unterdeffen ift Die Vermuthung 
des Hru R. daß es; von lude, laut, abſtamme, 
In wegen des Tauten Getöfes , das viele verfanimiete 
. Jeute machen, ‚nicht zu verachten. Echte Tude), 
verehlichte Perfonen, Uſe Luͤde, bie Unſrigen! 
unſer Hausgeſinde. Sprw. Bi den Luͤden id 
de Narung: wo viele Leute find, da gibt es Ge⸗ 
legenheit was zu verdienen. Armer Luͤde Kin; 
der ſtaat achter de Doͤren: Armer Leute Kinder 
| wirden hindan gefeßt und verachten, Je later Up 
2 en 


/ 





. up; kun - U - 2); u 


den dns Abend), je beter de: - iſt en u 


* Kompliment, welches. man jemand macht, der etz 
was ſpaͤt und unvermuthet in die Geſelſcheſt ei oder 
Zeche kommt. u 
Buten-lüde, tandleute, Auewaͤrtige. nn I 
Lüde»brier/ Lüe- brüer, ein Gpötter,, ein oagbaf 
‚tee Menſch, der, jederman aufziehet. it. der andere 
bintergehet. — 
. Lüde-brüerije, das Vexiren, Neckerey. 
 Luppern, teäg, faul ſeyn. €. lither; faul, des | 
| fes, piger. Schw. laat. ©, Friſch, und Wade 
ser unter Lotter und Luder. Setzet man ein \ “ 
davor, fo iſt daher unſer ſ ludderig. 
Ludderhaftig, und J 
Ludderig, traͤg. Man ſagt auch, mit Auelaſſung der 
beyden dd, luurhaftig, eben wie ſlurig anſtatt 
ſludderig. Wiewol luurhaftig ſonſt auch eine 
andere Bedeutung hat S. unter Luren. 
Lüen, Lühen, aufthauen, regelare. Es kommt 
ſehr mit dem Gr. Aus, aufloͤſen, uͤberein. In 
einigen Gegenden ſagt man leinen. ©. Friſch. 
Es wird gebraucht als ein activum Und neu- 
trum: auch als ein imperfonale, Idt luͤet: 
es iſt Thauwetter. De Sunne luͤet ſtark: die 
ESonne ſchmelzet den Schnee, oder das Eis, ſtark. 
De Snee luͤet weg: der Schnee fhmize: De 


t 


ESnee id weg het: der. Schnee. tft gefchmofzen 


Daher mag. der Meine Fluß Luhe oder Liehe im 

| Herzogthum Bremen den Namen haben, Bush 
Lov, tepidus. I | 
—* Einen. m \ 


f 


. 


E . | Tuchteren Stiebögel ‚des ſick de Pauſt tho 


— * 


—— tler, auſchauen 9 


 - Mails, ein Brodi, ein Leib Brodt. Man ſehe, 
was angemerket iſt bey LAvEn,- laben. u 
Lurr. ©. Lucht unter Lec#F, und: Lıiert. 


— Lüften fügt nian aber in Stade, 1.) für, im die Luſt 


“ Lurrp. im Hannoͤv. grob weijen Brodt. Cod. Ärg. Ä 


| 
| 


heben. Wofuͤr wir lichten mu G. unter - 


Licur, leicht. 
2.) Luft machen, Luft geben. | ir ſahen luchten. 


Lusr, Zeitlaͤufte temporum ratjo aut conditio. 


Von lopen, laufen. Man Höre es jeßt nicht 
methr. Es kommt aber vor in einem Vertrag zwi⸗ 


ſchen dem Rath und deu ſchwarzen Mönchen in _ 


Bremen von 1534.. welcher G. Meieri Orat. de 
Schol. Brem. beygedrucket iſt * Nah jetigen 
Lufften der Welht. 


Lvsi S. unter Uxganx, Liggen. 


Lu &T,; oder-Lucht, Lugter,. inf, linker Lugts 


links. So auch im "Denabt. und Ditma 
Wir fagen aber jegt lieber lunk. Dein Chron. 


im Leben: Erzbiſch. Hartwich J. de Pauſt 


Adrianus affteeg ‚.helt: öhme 6 See den 


höne tog, und mit unmillen von dem: Keyſer 
ſchedede. Der arme Kaifer war in den Verrich⸗ 
tungen eines Reitknechts unerfahren. 
iv K, Gluͤck. E Luck. Frieſ. Lock. Schw. Eycha. 
Es iſt dieſes Wort auf dieſelbe Art gedehnet wor⸗ 


dern ˖ in Geluk, Sf, wie ldben in.glöden, 


glauben, 


u Luk-prt, € Seef, si mooi ins in den Luk⸗ 


pott 


Er A 


pott grepen hebben: f ſagt man von einem, den 
ploͤtzlich reich worden iſt, ohne daß man weiß, 


woher. 
Lukken, gluͤcken, gelingen. Wen' t wol lukken mil: 
wenn das Gluͤck günflig if: 
Mislukken, mislingen. | 
 Lüxs, 1.) eine Defnung in ben Boden und Wänden 


‚der Häufer ımd Schiffe, die mit einer Fallchaͤe 


geſchloſſen wird. 


2.) die Fallthuͤre ſelbſt. R. A. SAoc, ein von j 


fehloffener Ort. _ Gloff. Pez. Luchun, apertu- 
ras. Zu diefer Verwandſchaft gehöret das Hoch⸗ 


deutſche Loch und Luͤcke. Cod. Arg. lukan, gaä- 


lukan, ſo auch A. S. lucan, belucan, E. to 


"lock, H. luyken,; Dän; und Isl. huka, liuka, 


derfchlieffen. We Frief Lok, ein Schloß. Mehr, 


bieber gehörige Wörter ſ. beym Friſch unter u 


hen, und Wachter unter Lucken. . 

Luken;: ziehen; zupfen. “it. ben Den Haaren reiſſen. E 
lug. Frieſ. luwck. Es iſt unſtreitig von ke: 
und ſagt eigentlich: aus dem Loche ziehen. Wur⸗ 
teln luken, oder up luken: die Wurzeln aus 
der Erde ziehen. Dat luft mi: das Ziehen ben - 
den Haaren chut mir wehe. - Im Scherz heißt. 


dieß Wort, ſtarke Züge beym Teinfen- thun. 


Seet wo he lukt: ſehet, weiche Züge er thut. 
Cut luken, ausziehen. A. ©. utalukam. Cod. Arg. 
uslukan: uslukan hairu, Ver’ Degen zieben. 
Lukſen, Aflukfen, vbehende'tveg ſtehlen. Es iſt 
das frequentativumm: von fufen.. Es kann a 
7 eigentlich bedeuten: einem das Geld, ‚oder font 
Ä 6G 


a 
g 


er? Lux. Lu. Lum’ 
eines, behende aus der Tape, oder unter den 
> Händen weg ziehen, * Im Hanndv. bedeutet es ſo | 
0. sie, als: ‚verborgen auf lauren. u 
Belukfen, beftehten, abjwaden, depilare. Bon bes 
| Yuffen kann am beften pluffen, pfluͤcken herge⸗ 
‚leitet werden. © at in Pflücken. \ 
' Weg lukfen, liſtig ſtehlen. R. 
' LÜKRER-WAALSE, unverſtaͤndlich, wie die teure im 
. Luͤtticher Lande das Franzoͤſiſche, reden. S. ” 
Luxse, tucie, Lukke, fe luret di: du fromme Ein 
I falt wirſt betrogen. | \ 
 Lurkem. ©. Lumpen. Eu 
. Lv LL,. Luli-pipe, eine Roͤhre, wobdurch man etwar 
ablaufen laͤßt: eine lederne Schlauchröbre, war 
durch man etwas aus einem Gefaͤß in ein anderes 
laufen laͤßt. Im Niederlaͤndiſchen itLul-pype, 
'tibia utricularis. - Daher lullen, ohne Tor fin 
gen, numeros non verba canere. ’ 
‘ Lüreı,' im Hannoͤv. ein Müffiggänger, Faullemer, 
traͤger Menſch. — . | 
. Lunınane beißt in Bremen daſſelbe. In Holland | 
iiſſt lollen, der Wärmetopf unter fi ch ſehen: und 
Lolle-pot, eine Feuerkike. S. Kilian. | 
Lunmmeı, ein Weichling, ein fauler Schlinge. Ei⸗ 
gentlich bedeumt es das Eingeweide der Thiere, 
qls Lunge und Leber, Geſchling. Sm Hannoͤv⸗ 
Luͤmmelſe, gula cum annexis viſceribus in pe- 
ctore. Bey dem Friſch iſt lummlen, ſchlaf her⸗ 
unter hangen: und luml, weich mollis. J 
. Lumpz, Glimpf. ©. Lımee 
+ LUMpEN, 1.) ein 3 wenig bintn: im Gehen den ri⸗ 
nen 


. 


- 


kun. z R l 5 v . 9 9 
* 


am Pen nachziehen. €, limp: Ennige ſprechen — 
"auch lulfen: . aber lumpen iſt gewößnlicher. 


—E Sik nig lumpen laten: ſich nicht filzig auf 


führen, es im Aufwand \einen andern gleich thun. 
it. ſich nicht veraͤchtlich behandeln laſſen. Dieſe 
Bepdeutung ſcheint von Lumpe / cin Betlerlap⸗ | 
"pen, zu ſeyn. ww | 


_ Lumpen- fteert, ; ‚einer der ein wenig Hinten. it. ein | . 


“r 
4 


>. 


—* 
34. 


oe 


' 45* 


träger Menſch. Luͤer daer · Lumpen⸗ ſteert is 
kien dre Sware weerd: iſt ein Spruͤchwort, 
das man von einem Arägen gichtewurdigen Mens 


ſchen gebraucher. ! 


Lunseg, Laune. Du dropft ı mi bald in der Sune, ä 
dat ik di fla: es fehler, nicht: viel, daß ich dich 


nicht ſchlage. Luunsk, lͤuniſch. Ber: luuust, 
wetterlaͤuniſch. 


Lunen, in boͤſer tanne feyn ‚ ſauer ſehen. R. Enem u 


to lunen ; 5; einem, wegen rines erlittenem Ders - 
druſſes, eine Zeitlang unfreundlich begegnen; Im 


Chur: Braunſchw. luͤnſchen. Luͤnſche⸗ winkel, 
“ein Ort, wo ſich jemand aus Som ober Ver⸗ . 


druͤß verbirget. 


—— ſich merken iaffen, deßr man etwas gern 


haͤtte: feine Begierde nach etwas durch. eine bet⸗ 
telnde Gebaͤrde zu erfennen: ‚geben. | E. long, luͤ⸗ 


ſtern ſeyn, ſich nach etwas ſehnen. In Bode 


Id. Pruſſ. lunkern. Die Bedeutung des Faullen⸗ 
zens, welche⸗Hr. R. anfüßrer, iſt bier unbetannt. J 
Dafuͤr faan. wir  luggemn. 
Lüngerer, und er 


55 j Dr s 
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9 uK? A Ze 
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ie 5. ,?: un ° 
* * 2 32 oo. 
“x > 2 Fan 


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N. 


100 I | u Lom. Lun, 0 


Lunger- „taske, einer; det ſich mierkon nßt, 26 sin 
‘der Lecker nach etwas ſtehe, das ein anderer bat. J 
"Lüne,: Luning, Lünke, und 
 Huus- lünke, ein Sperling. Heft du Sünfen to ko⸗ 
"pe? launeſt du? haft du eine verbrüßliche Laune? 
Es iſt sin Wortſpiel in Luͤnke und RLuͤne. Hemp⸗ 
luͤnke, ein Haͤnſting. 
| BUNETOREN, ‚neugierig yubören;. um etivas ausjuſpa⸗ | 
ben; ſich unvermerkt nach einer Sache erkuͤndi⸗ 
gen. Vielleicht ſtatt Lunsk⸗oren: denn lun⸗ 
Wan iſt im Idiot. Ditm! forſchen. 
Lunscnen, 1.) binfen, kuͤmmerlich sehen. In 
Stade, Hier ſagt man lumpen. 
"): Im Ditmarſ. forſchen. 
 Lunsz, Lunze,. der Achsnagel, paxillus. Som, 
3 ringet noch ſo lange na den bergulden 
agen, bet he de Lunfe daaryan Frigt: 
treibt feinen Küßel ſoweit, bis er endlich übel. * 
laufen wird. 
Lür, Luer, Luͤder, lochariue. 
LuRpæm. Lurdings, nennet man auf d den Schiffen 
duͤnne getheerte Stricke, oder auch was aus alten 
Tauen geſtochten wird, womit die Sthifffeile, we 
es nöthig iſt, umwunden, und die Schiffsbort be⸗ 
leget wird, um fie für Bas Reiben zu bewahren. 
Die Yorammung f. unter folg. Worte. - | 
Luren, ſubſt. Windeln: das wollen Tuch, worin 
‚man, ein zartes Kind wickelt: vornemlich das um 
den teib gefchlagen ‚wird, : Das Aber den Kopf 
geſchiagen wird, heißt Leier⸗kappe. Beydé 
En ſchemen verwandt zu ſeyn. Etwa von dem 
alten 


x 
j 


| .. Dumm 0.0.0200 
alten. Loͤr, fafcia, beym Iriſch. Durch ein. Wore 
ſpiel ſagt man: dat funt Luren: es ft auf Bei: 
ven angefehen: anftatt, dat is Luren, vom fol⸗ 
genden luren, vexiren. = 
Luxe, verh. 1.) mit falſcher Hofnung betruͤgen J 
fruſtrari, verba dare. Auch insgemein: vers 
ren. Koll. ter Leur ſtellen. Das Engl: Lure, 
das Fr. Leurre,' das Ital. Logaro, und bey 
dem Kilian das Lore, iſt ein Lockaas, und inſon⸗ 
derheit dasjenige, fo man. einem Falken ſehen 
laͤßt, um ihn wieder zuruͤck zu ruſen. Dabin ge 
boͤret auch das Hochdeutſche Luder. E. allure, 
locken, reizen, koͤdern. Enen nig luren: es ehr⸗ 
"fi mit jemand meinen: auch, im. boͤſen Vei⸗ 
ſtande: einem einen derben Streich verfegen, Im u 
Chur Braunfhe, belurfen. — 
8 lauren, hinterliſtig aufbaſſen: gleichſam na | 
einer Lockſpeiſe fehen; oder, wenn man lieber will, 
Achtgeben, ob nach dem vorgemorfenen Lockaafe 
gegriffen wird. Schw. lura. Luren ad een 
Pingſt⸗ voſs: auf der Laur liegen: auf ſeinen 
Vortheil paſſen: auch nach der folgenden dritten 
Bedeut. fich zuruͤck halten. 2 als 6 einer, der fein gu⸗ 
tes Gewiſſes hat. — 
3.) ſich tuͤckiſch zuruͤck Gaften : : bie Augen nicht auf 
ſchlagen dürfen. Dieſer Begriff iſt offeubarer in 
dem E. lowr, die Stirn runzeln, ſauer ſehen. 
Etwa vom A. S. hleare, hleore, die Stirn. 
Wir ſagen auch in dieſem Sinn gluren und plu⸗ | 
ven, | 
*) träg und untafig ſeyn, es ſey aus geek, 
G 3 J Sr. 


7 


0  .... Low | 
- oder ins s Rronfgei. Diefe Sabentung 1 Tann aus 
der 2ten ober zten entſtanden ſeyn; oder luren iſt 
das zuſammen gezogene luddern, oder luggern. 
Luur, die Laur, das Lauren. In eigentlich ein Se 
I gerwort. U 
| Luur- angel, ein tuͤckiſcher Menſch, der ein aweyden⸗ 
tiges Geſicht hat: der nicht offenherzig ausſtehet. 
Man ſagt auch Gluur⸗ angel und Pluur⸗ ape. 
Von der Endung angel ſ. im Bucht, A, unter 
1 Diefem Hort, 
Lövr- haftig, - 1.) der ein eüchifchen Geht und We 
fen bat: Een luur⸗ haftig Weer: eine mwweyden \ 
tige Witterung. Ä - 
3.) unluſtig, als einer, ben eine Keanfpeit anwans 
2 F delt: traͤg aus Faulheit. S. auch Ladderhaftig 
zu . unter Lupoern. 0 
Af luren- ablauren: einem die Kunſtgriffe abſehen: 
etwas von jemand unvermerkt, blos durch das Zu⸗ 
ſehen, lernen, womit er geheim iſt. 
Beluren, 1.) belauren, beiauſchen. 
3.) bintergeben, aͤberliſten, betruͤgen. He het mi 
doͤgd beluret: er bat mich rechtſchaſen gezwacket, 
2 betrogen, J 
Kukeluren. ©. im Vuchſt KR. | | 
Lunrz, 1.) die Sende, der Schenkel. R. ‚Zur Er 
laͤuterung des. Urfprungs diefes Worts dienet, 
was Ebd. Lye in Jun. Etym. Angl. unter Lyre 
‚ bat. Lyre, ſchreibt er, Scotis dicitur caro, 
aBb A. S, Lir e, quod fignificat pulpam, quic- 
. quid carnofum eft, et nervolum, > In homine, 


2. Lum Lus. 103 
at: Earslire, nates, Spärlirs, Scanc-.. 
lira, fura. 

2.) In Hamburg, wie auch im —— ein 
falſches Vorgeben, eine Luͤge. | — 

Lurren-laam, lendeniahm, hinken. 5. 

Lurrken-holl, Lurrken-lok, der Schlitz, oder die. 

Defnung in den Weiberröcken, wo fig durchlan ⸗ 
gen, um zu den Taſchen der Unterroͤcke zu kom⸗ 
men! Wir nennen es fonft Schroͤer⸗lok. Lurr⸗ 
fen iſt Hier das Verkleinerungswort von Lurre. 
Lunren-DRefer, beffee Lurden - dreier, ein 
Schiffer, der unerlaubte Fahrten thut verbotene 
Waaren bringt, und einen Schleichhandel treibt. 
‚it, ein Beträger,. Schurke Es iftnicht von fu ⸗· 
re, wie R. meint; noch von luren, lauten, wie 
Hr. Gramm murkmaffer ; fondern von Lurden, 
falſche Briefe, Päffe, -Connoilfemente, Siegel 
u . d. g. wie Hr. Friſch in ſeinem Wörterb. wohl u 
bemerfet. - © f 

Las, ein männlicher Taufname. 

Luvs, Laus. A. S. Lus. —— Fraͤnk. nd Alam. u 

eben ſo. E. Louſe. H. Luis Schw, Lws. 
Man vergleiche das Schav, und Wend. lizu, ich 

krieche. Auſſer den Sprw. und ‚Redensarten, bie. J 
R. anfuͤhret, ſagt man hier auch: Man kan nig 
Odr⸗luus hoͤren, , wenn man bey einem groffen _ 
Getoͤſe ‚nichts ;vernehmen kann: wenn man feldft- 
eine am Ohr raffelnde Laus nicht Hören fan, ©. 
R. unter Ohr. De hungrige Luus bit ſcharp. 
‚wird von feuten, fonderlich oberkeitlichen Perſo⸗ 
nen und Beamten, geſaget, bie, wenn fi e dürftig: J 
64 N 


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J nd, andere beftomehe finden und 3 preffen, Le⸗ 
ven as de Luus in dem Schorve: ſebr wobhl 
leben, ohne Rechnung zu machen, ob man aus 
kommen kaun. Ene Luus in't Oor hebben: 
Fein Recht zu ff fptechen baben: ein böfes Gewiſſen 
baden. Daar kan nine Luus up heften, ſagt 
man von einem.äbgetragenen kahlen Kleide. Su⸗ 
pen dat de Luͤſe up dem Koppe barſtet: un 
menſchlich ſaufen. en Streke in de Rigte, 
as de Luus aver de Eers⸗karn, ſagt man im 
Scherze von einem kuͤrzern Nebenweg. Man 
kan der Luus nig meer nemen, as dat Leven: 
wer nichts hat, der kann nichts geben. Von den 
Spypruͤchwoͤrtern: Luͤſe in den Pilz fetten, und: 
‚De Luus lopt aver de Levver, ſ. Friſch in ſei⸗ 
nem Woͤerterb. Andere Redensarten mehr find 
von ums unter andern Wörtern angeführet, Br 
Kleve- luus, Filzlaus. ie ein Menſch, der, wenn er 
bey einem fommt, das Weggehen vergißt: beffen 
Geſellſchaft man ſich nicht entladen Fans Wen⸗ 
net jou de Kleve Tuns nig up't Lief: beladet 
euch nicht mit dem Schmarutzer. W = 
„ Luus- angel, ein‘ lauſiger Menſch auehund. S. 
“ Anckı. — 
lIuſe bung, der voller Laͤuſe if R | | 
_ Lufe-knikker, ein $aufer: ein geiziger Menſch. 
Lusken-Kknikker, im Scherz, der Daumen. R. 
Luus-hund, ein lauſiger Kal; — I 
Luſen, Laͤuſe abſuchen. | 
‚Lust, uf, fndium, volapts, eupiditäs, defi- 
‚derium, 


Line geluͤſten, begehren, verlangen. Cod. Arg | 


f 


Lustern, laufen, horchen. A | .&. hlyftan. 3 


Ion 


Los.‘ = | 108 


derium. 1. S. Luſt, ‚defiderium. Mit Lu⸗ | Ä 


ſten weſen: luͤſtern ſeyn. Es wird inſonderheit 
gebraucht von der Luͤſternheit der Schwangern. 


—* 


luſton. A. ©. luſtan, lyſtan. Dat ſchall mt 2% 


luſten: das foll mid verlangen zu hörem, ober 


zufehen. Mi Iuftet nig meer: mein Appetit 
iſt geſtillet. Dat mogt mi luſten! dazu habe 
ich gar keine Luſt: das will ich wol bleiben laſ⸗ 


ſen. Man ſagt auch: Dat hifte ik ig: das > 


mag ich nicht eſſen. 
Lufteten, Verlufteren, beluſtigen. He geit uftes 


: er gehet aus, fich luſtig zu machen. Sik 
—— : ſich erluſtigen. 


liſten. Alt Fraͤnk. hloſan. Im Hannoͤb. fagt 
man gluſtern, horchen. it. heimlich zu ſehen. 


Die Schwaben und Baiern brauchen noch loſen 


fera militaris, als welche einer dem andern ins 
Ohr faget : nicht weniger, mit Vorſetzung des f, 


fluͤſtern, ins Ohr raunen. Im Hollaͤndiſchen 


heißt luyſtern beydes, ins Ohr raunen, und, 


horchen. Das Stammwort iſt das U. S. Hlyſt, 
das Ohr, vom Celtiſchen Cluſt. Gr. xausas, 
hoͤren. Eben ſo kommt das Goth. in Cod. Arg. 
hausjan, hören, von Aufo, das Ohr; und das 


Hochdeutſche hoͤren, von Obr. Wir brauchen 


anſtatt hören. Daher iſt auch das Hochdeuntſche : 
laauſchen und lauftern: wie auch Lofung, tefe 


Be Wort uch vielfältig von a lebloſen Dingen, 
65 wobey 


1 > \ x. 
FE ZN 


- 806: 0" Los Lun 


wobey eine e Genauigfeit Seat findet, eben wie ĩ in 
Hamburg. S. R. De Farve luftert nau: die 
| Farbe will forgfäftig geſchonet ſeyn. J 
Beluſtern, belauſchen, behorchen. | | 
| To luftern,- genau zu hören. Glofl. Kerön:: zua luu- 
| ſtren. Luſter nippe to; borche wohl zu 
2. Lüstern, Up lüftern, erhellen, aufbeitern, Sn. 
n geben. Es iſt das Molländifche. luyſtern. 
luſter. Die Stader brauchen es. 3. B. Denn 
5 Pie Mutter will, daß die Tochter fich pußen und 
.ſſhmuͤcken ſoll, fo ſprich ſie: luͤſter die een-bets 
jen up. Wenn einer krank, oder niedergeſchlage⸗ 
nen Gemuͤths iſt, fo ſagt man: he moot ſik eert 
betjen upluͤſtern. Wenn niedergelegene Betten 
0. oder Federn: an die Sonne gebracht find, und is 
27 dan wohl in die Höhe Heben, : fo’ Heißt es: 
., BSeddern hebt ſik good upluſtert. Bus 
Lur. S. Lün. | = 
, „ Leu. S. Luvn. | 
_ LuTer, lautee, unvermiſcht pur, ürum putum. 


C — — 


Pe 
— -._ 


» DS 
— — —— 


—— - 


u Luter Water: nichts als Waſſer. Dat 18 lu— | 


‚tet Wind: es iſt alles erlogen,. 
Lünen, und Lüttik, Mein, wenig. R. Cod. Atg 
leitil. A. S. lyt, lyte, lytel. E. lite, little. 
5 luttel. Set. litil. Schw. lyten. Die Uthau⸗ 
3 er ſagen liatka. Alt Frank. Lützel. ‚Gr Artosı 
2 und iAarlav. Cambr. Ilyth, gering, valis. 
"Daher vielleicht Lit, ein junges Kind. Luͤtjet 


J u unn wol iß beter a8 wiet un weh: ein Sprw. 


ee weiten von der Wehnung, ober überhaupt von 
De Ä Einrichtung 


en‘ 
In 


- j ' . BE 7 . 
& 
z _ -_ R . . N 
, . or 
- . ‘ x 


Lur "000 of 


Einrichtung der- Sebensart gebrauche wird. Luͤt⸗ 
jet un vaken: bey oft wiederhohlten Kleinigkei⸗ 
ren. Um't luͤtje, oder all um't luͤtje: oft, ges 
ſchwinde nach ein ander.” Aver luͤtje Luͤde fut 


- 
ET 


man hen: Pleine, geringe Leute werden nicht der 


merket noch geachtet. - Vele luͤtje maakt ee > 
Grotes: aus vielen Kleinigkeiten erwächft was 


Groſſes. Luͤtje wird auch oft als ein Schmes 


chelwort gebrauchet. Rein. de Vos Fi B. 25 
Kap. — 

Wo luttyk wuſte he, dat deDeve 

Em fonen Schat hadden genomen: d. en 
Wie wenig wuſte er, daß die Diebe ihm ſeinen 
Schatz genommen hatten. 

Lier- lütjet, ſehr kein. R. 

“ Lütje levet nag, ein Kinderfpie, worin ein manga. 
detes Birkenreis, in einer Geſellſchaft, von einer 
Hand in die andere herum gehet. _Derjenige, 
ben welchem es gänzlich verlöfcher, muß ein: Pfand 

erlegen. 

Lütje- mann, ein tleiner oder geringer eur, den 

v man nicht achtet, Es wird aur ın der Redensart 
gehrauchet: Enen vor den Luͤtjen⸗ mann J— 
len, oder hebben: einen nicht achten: einem ale 
tles bieten dürfen, 5 
Luxen; Afluxen, Beluxen &. ©. oben un 
ww Luzen. Ä 


— 


„a8.  Macn Man Mi 
x ty 


oo: 
. . u 
2 ‘ | 
. r2 . 


F ACHANDEL, Wachoider Mochendel ber | 
A ven, Wachofderbeeren. ML und W werden 
mebrmahls mit einander verwechfelt. © fagen : 
wir z. DB. jet Wangen, für das alte Man 
gon, Kinnbacke: daher das. Sr. manger, eſſen, 
:.. mandere. Sn Sleſi ien ſagt man für Waqhlder 
J Jochandel. 
Mach EI geböret zur niedrigſten Pobelſprache ‚ und : 
wird in Verwünfchungen gebraucht: Dat dur de 
ſchwere Machei frigft! ‘wenn man einem alles 
J u Unglück anwuͤnſchet. Die beftimmte Bedeutung 
. beffelben, wo es eine bat, iſt uns unbekannt. 
— Manz, Mae, ı.) Made, ein Wurm, der in der 
Faͤulniß erzeuget wird. Goth. und A. ©. Ma- 
ctha. Alt Fraͤnk. Mado, Modo. Herr Wachter 
lieeitet es her von maͤhen, mayen, maiten, ſ ſchnei⸗ 
ben Aber warum nicht lieber von dem Alt Goth. 
matjan, eſſen. A. S. metfian. : Celt. Maeth, 
Mat, Mats, Speiſe? Deſſelben Urfprungs find, 
das Hochdeutfche Motte," tinea: und unfer Mis 
—te , eine Milbe. S. unten an ſeinem Orte. Ver 
gleiche von Stade Erlaͤut. bibl. Woͤrt. S. 418. 
a) Schlamm. - S. Muppe 
MA DDELN, für Martern, ‘quälen, übel: pandhaben. 
| Maddeler, Stümper.' Maddelije, Quaͤlerey, 
Stuͤmperey. Maddelig, übel zugerichtee, ver: 
bunzt. -Vermaddeln, verderben © Richey. 
—R ©.Maın. 





Maaz, 


\ 


Mao. 2 | 109 


Mage, ein Verwandte , Verſchwůgerter. a. S. 
Mæg, Mag. Schw. Mag. Isl. Magur. Bey 
den nördlich. Englaͤndern iſt Meaygh.ein Schwas 
ger, nad) Jun. Etym. Ang. unter Maich. 67 
Fraͤnk. machen, gebaͤren. S. Schiltet und 
Wachter in ihren Gloſſariis. Stat. 7. Beha⸗ 

get idt ſinen Frunden unde ſinen Magen: 

Wwveoſelbſt Magen ohne Zweifel angeheurathete 
Perfonen bedeuten, weil fie von Frunden, oder 

Blutsfreunden unterfchieden werden. In andern 
Stellen aber wird es auch für einen Blutsvere 
wandten genommen. Stat. 77. Heft ein Mark 
od einen Maech, den he. jettet to finer Bas 

deſn Tafeln, dede Loen up nemet: — bat 
auch jemand einen Verwandten (andere. erflären 
bier Maech durch Geſellſchafter, Compagnon, 
Maffer:. aber unrecht ), den er an die Geſinde⸗ 
tafel feget, und der Lohn empfängt. -— Sweerd⸗ 
magen, Anverwandte von vaͤterlicher Seite: 
Spill⸗ magen, von muͤtterlicher Seite. © im 
Buchſt. S. | 

Maagfchup ; Werwandſchat. A. S. Noegfeipei 

; . Stat. 18: De‘ negeften Mage van jwlife 
Syden, beyde van Bader unde van Moder, 
liker Bort und liker Magefchup, feholen dat 

Gudt like deln. Ord. 17. Weren of de 

- Zügen des Klegerd Magen an de drudden Li⸗ 
nien —— fo fcholen feeinen Voreed doen, 

dat fe dat doen dorch Rechtes willen, unde . 

nicht dorch Mageſchup. Es wird im unferer 

Stadt auch noch gebraucht in der Eides; Formel, 


N er nn Mac, Mau‘ 2... 


| in welcher ein neu ermäßlter Karheßerr ſchwöͤet, 
‘daß. er richten tolle, nig na Frundſchup, nig 
na Maagſchup. | 
Magen -{wager, ein. Verſchwaͤgerter Ei. Joh. De 
>: be Beſchreib. des Botdinges, in Herzogth. Bra 
0: men und Verb. 1. Samml. ©. 55. Pu bebe 
u... Mo. Borgen (lade ich vor, Buͤrgſchaft zu lei⸗ 
;,.. ſten) Fruͤnde, Magen⸗Schwaͤgere, eene 
0... Warve, andere Warve, tho dem druͤdden 
Mahle bedde ik tho Borgen, Srinde, Din 
. gen ⸗ Schwägere. 
Mach- tale, die Grade der Verwandſchaft. Su den 
2... alten bremifchen Statuten : Unde de Machtale 
ur . - feal men anrefenen , dat Brodere dat erfte 
0 Lith ſy: und die Grade ber Verwandtſchaft foil 
man anfangen zu rechnen von Bruͤdern, welche 
das erſte Glied find. Stat. Verd, 138. Ran 
'. .. be Upbörer des Herwedes — — benomen de 
WMaechtale wo hemelick e dar to.fh mit 2 
WMannen —— uth der‘ — **— van Va⸗ 
der ofte van der Moder wegen. — 
Macr, Mägtig u, a. m. S. unter Mösen. *9— 
Maı, May, ‚Majus. ©: Wachter unter dieſem Wor— | 
| te. 
‚ Ma- boom, eine Birke. Weil man im May die jung 
zur  ‚ausgefchlagenen Birken, des Geruchs wegen, in 
den Käufern zu haben pflegt. Man ſagt auch 
ſchlecht weg Mai. So braucht auch luther dieß 
Wott einige Mahl in der Bibel, für grüne Zwei⸗ 
ge. Pfr CXYII. 27. Se dae "a mit 
ü , \ 1 Mayen. 





“‘ . 


7 £ Mar. De 111 


Yai-fisk, Ei, aloſa. Ein Fiſch, ori im m u 


häufig gefangen,wird. 


Mai-vagel, 1) Sonmiroosel Schmeuttling- Per. 


pilio, 
2.) der Kukuk. 


M aD, für Maagd, Magd/ Midchen, — 


Cod. Arg. Magath. 4. ©. Maid, Maiden und. 


M&den. E. Maid, Maiden. H. Meyd, u i 
Meysje: aber auch Maagd. Ser. May, Mey, 


Alle in der letzten Bedeutung, virgo, puella; 
Wachter laͤßt dieß Wort abftammen von dem ab. 


ten machen, verbinden. Man kann aber eben fo 
gut eine andere Bedeutung von machen, naͤmlich 


gebaͤren, zum Grunde annehmen. Als dan mis 


xe es auf beyderley Weiſe verwandt mit obigem 


Mage: weil eine Jungfrau das Mittel iſt, we⸗ 


durch zwo Familien mit einander verbunden /voder 


neue Schwaͤgerſchaften geſtiftet, und auch die 


Blutsverwandſchaft fortgepflanzet wird. Ka⸗ 
Mer⸗ maid, Kammermaͤdchen. Stat. 4. Wol⸗ 


de od eine Vrowe edder eine Maget unfe 


Borgerſche werden, de fehall-der Stadt ok 


geven ene Mark: wollte auch eine Frau, oder | 


Yungfrau, Bürgerinn unferer Stadt werden etc. 


ndeken, Mäken, Mädchen, Mägdlein. Verkleine⸗ 


rungswort. Vor Zeiten fagte man vollftäidiger - 


is binnen Jaren: pin Juͤngling, oder eine juns 
ge Tochter, kann ſich nicht verlo en, r lange fie 
minder nd. | 


Mägedefen. Stat. 82. Ein Knecht edder Me⸗ 
gedefen mach fi nicht vorreden, - dewyle idt 


en Na 


er u. f | Man. i 


\ Jäagddoom, Jungfrauſchaft: : hehe, Wogbthum | 
—. Goth. Magathei. A. S. Mædonhad. E. Mai- | 


Fr - denhead. ) Alt Frank. Magadheit. 
| Msideborg, Meideborg beißt. die ‚Stat: Magdeburg | 
0. Inunfern Chroniken. 
'Maıen, mäßen, metere. Lat. barb. madere. Gr. 
emαν, emauar. Cod. Arg, maitan, afrnaitan. 


A. S. mawan. €, mow. 9 maayen. Camb. 
medi? Isl. meida. 

Maler, 1.) ein Dein, ber da mißa, Scnitter, 
meſſor. | 

a) en lobnbauer, Hofmeier, den man um einen 
‚jährlichen Lohn dinget, daß er die Aufſicht über 

“ein Landgut babe, und die Arbeit verrichte. villi- 

cus mercenariUs. 

3) Meier, ‚oder Bauer, der einen n Gutsherren bat: 

‚der feine &änder zu Lehne, oder Meierrechte bat, 

Er Lit. Pächter, Erbpäcter, colonus, emphyteuta 
u j pradiorum. \ 

9 eine oberfeitliche Perfon, nicht nur auf dem 
Sande, ſondern auch in den Städten, Vogt, Ober⸗ 
ſchulz. præſes municipalis Jurisdictionis, pr- 
poſitus, prætor. Diefe drey letzten Bedeutun⸗ 
gen find ſtuffenweiſe aus der erſten entſtanden. 
Friſch, umter dem Worte Mayer, läßt es. ab 
ſtammen vom tat. major: Wachter aber naͤher 
und richtiger vom Celtiſchen Maer, welches alle 

dren angezeigte Bedeutungen hat. Und noch jeßt 

iſt Maire im Franz und Engl. bie vornehmfe 
7 gberkeitliche Perfon einer‘ Stadt. Man vergl. das 
ambriſche Mawr, groß‘ S. Spelm. Gloſſ 
N archæol. 


— 


at. 


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— —— A — — — — 


Mar Mix. u — Fire 


archzeol. voce Major, Hr Brem. und Verb, 
 ıte Samml. ©. 53. Dat fick des Gudes ne⸗ 
mand underwinde, he dhoe bat mit Heren’ 
Orloͤve, und mit Meyers. Leve, alle under 
des Königs Bann 
Maier -jagd heißt, im Rothenburgiſchen eine geor, | 
weiche bie Gutsherren und Aedelleute zweymaht 
im Jahr, im Fruͤhling und Herbſt, auf den Laͤn⸗ 
dereyen ihrer Meier, zu halten befugt find. Die— 
fe Jagd gehet fo weit, als des Mieters Hut und - u 
- Meide gehett und beißt fonft bie Jagd bi Gras. - 
‚und Stro. u 
Mäde, Mädland , Meetland, iſt im benachbarten. u 
Dftfrieslande, Heuland, Grasland wovon das 
Gras gemaͤhet, und zu Heu gemacht wird. A. 
S. Mixed. €. Mead, Meadow, Wieſe. Beym 
Friſch, une Maͤhen, iſt Mad das abgemaͤhete 
Gras. Daher das Hochdeutſche Maͤtte fir Wie⸗ 
fe Oſtfre. Landr. 2 B. 266 Kap. Dair ein olt 
Sloet geweſt is, ſo ſall itlich ſinen halven 
Sloet maeken, dat ſy in Venne⸗ Sand eder 
Meet⸗Land: woelbf ein alter Graben geraefen. 
Aft, da follein jeder feinen halben Graben machen, . 
....88:fen im Weidelande, oder Heulande. I 
Mai-feld, die ordentliche Hoͤhe des grünen Landes in 
einer Gegend: der mit Gras, bewachfene Grund, 
worauf ein Deich lieget. Weil es kann abgemaͤ⸗ 
het werden. | | 
Mas, adj. gelinde, fanftmüchig, friedſam, der Ge⸗ | 
mächlichkeit liebt , und andern ‚gewähren, & 
Meck, sl, Miuk, g" Dat, und. Osngbr. | 


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"Max 


ſagt min, wie wir, mak. Von einem Mferde 
ſagt man: 'tis mak: es iſt fromm. SE bin maß 
un moͤde: ich bin ganz muͤde und abgemattet, 
daß ich kaum Luſt habe, mich zu regen. 


Mk fubtt. für Gemak, Ruhe, Gemaͤchlichkeit, Be⸗ 


u 


. quemlichkeit. S. Gloſſ. Boxh. Kimah: Verel, 
in Ind. Mak: aptum, commodum, otium. 
©. Wachter in’Machen, aptare, : concinnare, 
| Sprw. Melk un Mak: : gute Koft und. ein ru⸗ 
biges $eben: davon das. Gegentheil ift:- Wad—⸗ 
dik un Weedage. Up Gemaf: mit Bequem: 
lichkeit, bey guter Muße, in Ruhe. Up fi en 
WGemak een Pipe Tobak roken: in Rube eine 


Pfeiffe Toback rauchen. Holt Gemak: halt 
Frieden, ſey ſtille. In einem Vergl. der Grafen 


u von Oldenburg mit der Stadt Bremen, von 


403, verſprechen erſtgenannte: Bortmer ſchul⸗ 


le wy und unſe Erven und willet de van Wre⸗ 
men bruteliken unde mit Make befitten laten 


inmn allen Erveguden, de fe hebben in unſer 


Herſchup unde Gebede: ferner ſollen und wol 


u E Ten wir und unfere Erben die von Bremen in-den 
rubigen Gebrauch aller ihrer Erbguͤter, die ſie in 


unſerer Herrſchaft und Gebiete baben, ſi ſiben laß 
en. 


. Maklik, Mäklik, r) adj. gemächlich, , träge. % 


.&. maccalic, opportunus. Gloff. Pez. gimah- 


chor, commodius. Maflife Arbeit: gemaͤch⸗ 


üüche Arbeit. Ene Maflife: ein gemaͤchliches 
Frauenzimmer, das ſich gern bedienen laͤßt. 


E adv, mit mGemachucheet, leichtlich, ohne Muͤ⸗ 


be 


— 


- \ zu ‘ — N 
—— Mar. 113— 
be, in Rufe. R Bor Zeiten auch makliken, 


makkelken. Dat geit maklik an: das geht leicht 


an. Vogts Monum. ined. T. II. p. 494. Wy 


unde unſe Erven ſchoͤllet de vorfehrenene 2. 


Stichte mackelken (ungeſtoͤret) unde brukeli⸗ 


ken (im Genuſſe) an den vorſchrevenen Gude J | 


- befitten laten. So auch p. 499: 


—E in der Redensart Hat un Mak, oier⸗ 
Geſindel, ſ. Hau. ° 


NäkeELn ſollte wol eigentlich heiſſe en! Matlereh trei⸗ 


ben. Wir brauchtn es aber nur für: tadeln, 


Fehler finden. R. Weil naͤmllch die Maͤkler 
beym Einkaufen der Waaren allzeit Mängel an 
denſelben finden. wollen, um einen defto wohlfei⸗ 

lern Preis bedingen zu Finnen. Es ſtammet oht 

ne Zweifel ab von maken. S. Wachter. | Aver, 


oder Up een Ding maͤkeln: vieles an einer Sa⸗ I i 


che auszufeßen finden, eine Sache tadeln. 
3emäkeln,. verb. act. tadeln, viele Worte zum Nache 


theile eines Dinges machen. He moot alle Fu 


bemaͤkeln: er iſt ein Zadelgern, er baͤlt ſt 9 uͤber 
alles auf. — 
Mläkeler, 1.) ein Matler, proxeneta. H. Maake- 
laar. Een Geldimäfeler, ein Wechſeler. Vor 
Zeiten fügte man Maͤkeldie, Matllohn v. J 
Maakelaurdy. ein 
2.) ein tabelfüchtiger Menſch. —— 
8.) der in die Hoͤhe ſtehende ſtarke Veum, wecche 
die Windmuͤhle trägt, Dahin kann man auch 
bringen die zte und gie Bedeniung welche dieſes u 
Wort beym R. bati. ni der Diet, an einer 


Wxo 
| N | 2 . u 


1 j 


J W Mac Le 


Windeltreppe, und der Pfoſten in der Splhe des 
Giitbels, auf, welchen der Knopf geſetzet wird. 
Mukelije, 1.) Mareleh/ ‚ bie Verrichtung eines Maͤt⸗ 

lers. | | 
2.) das Tadeln.. it. bie Tadelſucht. 
MAxen,'maden. A. ©. macan, inacian. ©. ma. 
ke. H. maaken. Mafe to: made fort, zau 
dere nicht. move te ocyus. 5, | 


= Nake, das Machen. Auch die Hochdeutichen brauchen | 


zuweilen das Wort Mache. Dat Tüg is nog 

in der Mafe: die Kleider find noch in der Ar 

u beit, “fub manibus Tartoris. _ De Safe is lan» 

ge in der Mafe wegen: die Sache ‚ die Unter 
handlung, ift Tange im Werke geweſen. 


Maker, der etwas machet. Scho⸗ maker, Korfima 


fer u. ſ. w. Maker⸗loon, der Machlohn. 


\ Maker] e, Maak-wark, Gemake, Macherey, Au 


beit. Otfr. Gimach. Wir brauchen dieſe Woͤr⸗ 
ter mehrentheils im nachtheiligen und verächtik 
chen Sinne „fuͤr Pfuſcherey, Stuͤmperarbeit. 
Dat is jo een dull Maal⸗ warf, oder ene dulle 
Materie: s das ift ja eine wunderliche Arheiy 
oder, ein wunderlich gemachtes Dinge on 


. fir gemake,. Vermaͤchtniß, legatum — 
‚ * "Maakfel, Arbeit: , verfertigee Arbeit, Wemchte. 


AM | maken, abthun, eine Serung fehlichten, zu Ende 


bringen. Lat und de Wirwarrije af mäfen: 
laß uns die Irrung aus dem Wege machen, ' | 
en, 1.) einfperren, einſchlieſſen. De Katte 
in der Donfen bemaken: bie gahe in dee Stube 
‚einfperen, 





. ı 


Mer er 


2.) ſthuuatig machen, beſudeln. Wo de Swien⸗ 
egel ſik bemaket het! wie bat ſ ſch das BZerten bu 
fudet!_ us 

)Jaal maken, nieder laſſen. 
lismaken, in der Mache, oder Arbeit ommchen, Ka 
lich machen, verſtellen. | 
Nismaakd, übel gemacht, in der Mache verdorben. J 
baͤßlich, ungeſtaltet. Een mismaakd Minsk! 
ein übel gebildeter Menſch. Een mismaald Ge⸗ 
ſigt: ein haͤßliches Geſicht. u 
Im maken,. von neuem ‚machen, it. ‚eine. neue Geſtalt 5 
geben, verändern. Sien Tüg um mafen laten: | 
feine Kleider ändern faffem 
Jp maken, 1.) auf machen. - 

2.) auffägig machen, aufhegen, eine Perfon gegen 

- Die.andere, ‚durch Ohrenblaͤſerey aufbringen. He 
- het em gegen mi up mafet: et : bat ip gegen u J 

mich aufgehetzet. | 

Ipmaker, ‚Upmakerf ke, Aufbeßer J Aufpegerinn, Pas 
Ohrenblaͤſer. Den Upmakers in den Mund 
hoͤren: den Ohrenblaſern und Berläumbern Ge 
hör geben, u | | 

pmakenije, Oprenbläferen, das Aufhehen. | 

ut maken, 1.). aus machen. Dat Vuͤer uut ma⸗ 
ken: das Feuer ausloͤſchen. | u 

2.) einen empfindlichen Verweis geben, ausſcheiten E 
Sonſt fagt man auch uut raffen. . 

3.) nad) vorgängiger Ueberlegung und Karhofegung 
beſtimmen. Enen to ener Safe uut mafen: 
nen zu einer Sache, zu einem m Geſchaſte , Schi 

| men Pe beſtellen. | | 

53 | — . Nor | 


. . 
. - 
= F * 
1 ”. 
' * » F 
_ * — 
—E 
⸗ 55 .n 


| Vermaken, ) vermachen. | 

I 2.) vergnuͤgen, ergoͤtzen. Sif vermaken: ſi 5 eis 
"ne Veränderung machen, erluſtigen. He fan 
mit ſinen Putzen de ganze Öefeltfchup verma⸗ 
ken: er kann mit feinen ſcherzhaften Schwaͤnken 


u 1 bie ganze Öefellfchaft betuftigen. ‚5. vermaaken. 


Vermaak, Eroößlichfeit, Vergnügen, Beluſtigung. 
Daar hebbe if kien Vermaak an: daran finde 


iich Fein Vergnügen, 'oder Gefallen. Cen ſlegt 


— Vermagak: eine ſchlechte Luſt. 
Vermanbliſe, ergoͤtzend, beluſtigend. | 
Maxxer, Geſellſchafter, der zu einem gef Zoet 
mit jemanden gemeinſchaftliche Sache Macht, 
Kaompagunon, ſocius. A. ©. Macca, Mæcca, 
ſocius, confors, sequalis. E. Match: vormals 
Mache. Isl. Maki, aequalis, par. 
"Maar, Ein Wort von tweitläuftiger Bedeutung: wor 
5 von Wachter unter Mal nach zu fehen if. Wir 
J bemerken folgendes: x.) das Zeichen, Grenzzei⸗ 
hen, fignum, meta, limes,. it. das Ziel, 
Soot bim Maal holden: Zuß halten, nicht zus 
ruͤck weichen, ſtandhaft bleiben. | 
2.) der bezeichnete Dre, Z. E. wo die Kinder beym 
Kegel: oder andern Spielen ihren Stand und Ru⸗ 
beplatz haben. Maal un Unmaal: die Seiten. 
| eines Dinges, z. E. eines Wuͤrfels, die gezeichnet 
„nund nicht gegeichner find. . Unmaal fallen: | nicht 
guluͤcklich fallen, als ein Würfel, ober ein anderes 
auf den Seiten gexeichnetes Ding: die Hofnung 
betruͤgen. 
 Maal Doom, Sense, arbor terminalis, 
| Maal· 


/ ‘ 





A 


‚Man nr as 


.Maal - (chat, Brautſchat — 

Maal-ſtede, Mahlſtaͤtte, ein beſtimmter Set, zu einem 

Vroergleiche, oder Gerichte. :Menner bey dem J. 

1580. Und oͤhnen tho ſolcher Gelegenheit . 
Tide und Mahlſtede benohmet und angeſeutet: 

Zeit und Ort beſtimmet. 

Maal-fteen, Grenzſtein. = 

Maal-teken, Mahlzeichen. it. das Bit, eine Sp | 
‚be, wornach gezielet wird. 

Mismaal, eine fchlechte Maßkpeit, Mangel an Appetit 
bey der Tafel. He het nig een Mismaal dar⸗ 
um daan: er bat deswegen nicht eine Mahlzeit 
weniger gethan; er hat ſich deswegen keine graue 

aare wachſen laſſen. 

NALBN, mälen, molere. S. Mörr, Muhie. nd | 
Wachter unter Mulen. Sprw. De am eerften 

| fumt, de malet am. eerften: prior tempore;. , 
potior jure Dat malet mi im Koppe herum: , 
das gehet mir im Kopfe herum, erwecket beforgli: 
che und verdrüßliche Betrachtungen. Sa fofen 
malen den Begriff von drehen und wirbefn in ſich 
ſchließt, fo koͤnte mam daher am beſten den Na⸗ 

men des bekannten Maalſtroms berleiten. | 

Marx, nom. 1.) ein jeder, jedermann. Es iſt zu⸗ 

ſammen gezogen aus manlif, manniglif, au . 
libet. tat. 3. da von ber Rathsherren Wahl 
die Rebe iſt: Were ock, dat twe up einen Eos 
ren, umd de andern twe malk up einen Foren: 
geſchaͤhe es auch, daß zween einem die Stimme 
geben, die andern benden aber jeder auf. einen es 
| ſonders ſtimmten. Stat. 7. De Kine, de, 
— 94 | SE 


+‘ 


120 u at Mau. 


ock mit der Moder blivet umgeht, de beer 
pet malk den anderen, de Moder den Kinder | 


ven, unde de Kinder der Moder. — 


2.) ein anderer, ein jeder anderer, - Malte Sins 
» der verfüren : anderen feitte. Kinder verführen. 
Kund. R. Art. 43. DE hoͤde ſik ein jewe⸗ 
lick an malckes Dyken by dem Weſerſtrome, 


de betuͤnet, bepalet und beäftet ſyn, nicht tho 
krenkende. 
', Malkander, einander, Mit malfander: mit einans 
rer, zuſammen. Under malfander: unter eins 
ander. Dan malfander bringen: ans einan⸗ 
0° 2er beingen.: Malf.een, malt ander 2” under 
“2, einander vermengt. tat. 1. oder Tafel Art. 
2.72 Sf under mal anderen den Erd varı der 


Eendracht wegene — togeven unde vor⸗ 


laten. | 
Maus, unklug, choͤrigt. it. wild, unbeſdnnen in der 
der Auffuͤhrung. Die Holländer haben es auch. 
Es — * aus dem Celtiſchen ab. Een mallen 
Gekk; ein thoͤrigter Menſch, ein windiger Nar⸗ 


re. Een mallen Bent: ein junger Saufewind. 


— Biiſt damall ? biſt du etwa nicht klug? 
"Mailen, thoͤrigt reden und handely: eitel, undefonnen 
ſeyn, ausgelaffen ſeyn, im Saufe gehen. 


_ Vermallen, auf eine thörigte Weiſe vershun, undefon 


"nen durchbringen. Sien Geld:vermallen: fein 


Geld vertändeln, luͤderlich durchbtingen, mit Un 


verftand vertbun. 


J ‚Marmasıen, und Malmefien , Malvafier. E. 
 Malmfey. Renners Chron. & 1445: Defulve 


H 


— | j Arad) | 


Mau Man. EEE 27 BE 


_ (Kiade) waſs geladen mit Moalmaſt ven, 
Kruderen, Dlie, Waſs und anderen 50 | 
chen Guderen. Stat. 66, Neen Borger 
fchall vele lopen Taten Wyne binnen Bremen, - 
ſunder forte Wyne, de mach he upſteken de 
- warten to 4 waren, unde hoger nicht, 
uthgeſpraken Malmefien unde Rummenie, 
Tars, mürbe, zart, weich, mollis. Es wird vor⸗ 
nemlich vom Obfte, und andern Speifen —* 


chet. Im Osnabr. malff, malfam. S. Die 


Preuffen fagen molfch: die Holländer-aber, wie 


wir, mals. Es gehöret zur Werwandfhaft von 


Meel, farina, und Mull, was zerrieben iſt. 

Es bedeutet alfo eigentlich, was fich Teicht zermal⸗ 

mien laͤßt. Dat Fleesk is mals: das ‚Sein iR, 
muͤrbe und arte 

lalſig, daſſelbe. 


LALSCOLDT kommt vor in einem Sefieigugesee nn 


fe des Erzb. Hartwich TI. in Vogts Monum. in⸗ 
„ed. T. I. p. 13. Conſenſu etiäm eorum, qui 
‚ recipere debebant cenfum Malfcoldt, Daß ed 

- yon Mal abftamme, und eine Art Steuer, oder 
Kontribution, bedeute, das leidet keinen Zweifel, 
Aber was für eine? Man ſehe die Anmerk. dee: 
Heren Paſt. Vogt am angeführten Orte, . 
Ian, Men, vor Zeiten auch am Ende abgefürzt, me, 


vie Partitel, hat eine drenfache Bedeutung: 1. Bu 


aut, tantum, wong. Holl. men. Gloſſ. Ke- 
ron : mon doh, tantum. Da dieß Wort, in 

dieſer und der’folgenden Bedeutung, einen Mans 
se und eine Aueſchlieſſins zu erlennen gibt, ſo 

DE een 


. 
' 


7a 


F Woord een Ban een Man en Man: ein 


! 


flammet es ab von dem Celtiſchen man, wenig, 
gering. ©. ungen Mın. Man een luͤtjen Be⸗ 
tan: nur ein din wenig. Dat is man niks: das 
‚das hat nichts zu bedeuten: "Einige fagen auch mant. 
3.) aber, fondern. Holl. und Dan. men. Sf 


weet dt wol, man if ſegge idt nig: . ich weiß 


es wohl, aber ich fage es nicht. Stat. 8. Men 
levede de Man unredeliken: lebte aber der 
Mann luͤderlich. Stat. 14. Alfo dat de Vor; 
mundt funder öhren Raht nicht en dde —— 
men dat fe dat Gudt den Kinderen truwliken 
- ho famende.holven: fo daß der Vormund, ob⸗ 
ne ihren Rath nichts thue — fondern, daß fie der 
Kinder Gut treulich verwalten. 
2.) Man, ben den Alten men und me, man, ift 
das unbeſtimmte Fuͤrwort, womit die unperfönli 
üuchen Zeitwoͤrter gemacht werden. R. In dieſer 
Bedeutung gehoͤret dieß Wort zu Man, Menfch, 
federmann. tat. 43. Wolde men uf eme 


darumme ſchuldigen: wollte man ihn auch dar: 


am verklagen. Stat. sı. So mochte me eme 
loſen edder borgen s fo.möchte mau ihn mit Geb 
de, oder Bürgfchaft, loͤſen. | 


:Maan, Mohn, papaver. Vor diefem Magen: mit 


melden das Gr. unzay, ‚Und das Slav. Mak, 
überein kommt. ©. Friſch in Mahn. 


Man, Mann, Mann: auch insgemein Menfh, Celt. 


Man, Mon, Myn. Cod. Arg. Manna &c. 
- ©. Wachter. MDiannes Hand baven; ein 
Maun hat die Oberhand über ein Weib, Ken 


ehr: 





0% 
\ 


\n 


Mam. 000000 123 


J ” ehrlicher an balt fein Wort; He fprift as 


een Man, um ward hoͤret as ven Kind: ſagt 


man von einem afbernen ader jungen Menfchen, 
der fih mit ‚pralerhaften Worten ein befehlendes 
und entfcheidendes Anfehen gibt, worauf aber 
Niemand achtet. Up den. olden Man venfen: 
in der Jugend fparen ‚ daß man im Alter nicht 


Mangel leide, Man druͤckt auch zumeilen mt 
dieſem Worte die. tandsmannfchaft aus, als 


Franz man, ein Franzos. Munftersmm, ein. 
Muͤnſterlaͤnder. Die Engländer thun daffelbe, z. 

‘ €, English-man, Scots-män, Irish-man. 
 Allıman, jedermann. Hanke un Allman: der ge 
meine Mann, ein jeder unter dem Poͤbel. Ag⸗ 


ter Allmanns Eers gaan; bey einer Proceſſion 


hinten an gehen. Een Allmans⸗frund: ein 
Menfchenfreund, der aus gutem Herzen gegen jes 


dermann freundlich if. ‚Eine Allmang; hore: us 


eine gemeine Hure, proftibulum. 
Deenit- -man, BDienftmann, colonus, ninifterialis, 
 cenfualis. Vor diefem atich. ein: gemeiner gehn 


raͤger, ein Vaſall, der Feine Risterdienfte thut. 
= Deenſtmanne⸗Gud, gemeine Lehne; in Entge 
genſtellung der Sehne , wovon ritterliche Dienfie 


geleifter werden. tat. 9. Is dar od Leens 
gudt edder Deenfimanne Gut, dar fchall idt 
umme gaan, als ein Recht 18 vor den Heren. 


Nalf· mep. S. unter Haur. 


Land- man, auſſer der befannten Bedeutung, ein Ein⸗ | 


M Sulveit-man, su : Ansemeifer, der fine eigene Nabs 


gefeffener in einer Dorfſchaft. S. Uutman. 


wWoð 


> 
3 


224 ' U u Max. . J 
Be rung treibt, Sonſt au Suff/meiſter, welches 
Wort Friſch im Woͤrterb. II Th. ©. 262, erklaͤ⸗ 
ret: ein Handwerksgeſell, der als Meiſter arbeis 
gen will, und nicht dazu ‚gemacht iſt. Stat. 


69, Veen: Beder [hal Sulveſt Man tvers 


den, fon Gudt ſy unbeworen werth 20 Marf, 


Upperman. -&, Overman, unter Over, 
Untman, ein Auswaͤrtiger: der zu einer andern Ge⸗ 
mieine, Stade oder Dorſſchaft gehoͤret. Stadt⸗ 
brem. Deichr. von 1449. Vellet ſick ock, dat. 
cin Uthman, he were geiſtlik offte werltlik, 

van ſines Landes wegen Swarne fcholde we 
fen, und in der Swarenfchup velle, de ſchall 
u * ein Landtman dartho vermogen, und in fine 
Stede | cBaffen : begaͤbe es fih auch, daß ein 


Auswaͤrtiger — feines Landes wegen Geſchwor⸗ 


ner ſeyn ſollte, und: die. Ordnung der Geſchworen⸗ 
ſchaft ihn traͤfe, der ſoll einen Eingeſeſſenen da⸗ 
| zu vermögen, und in-feine Stelle ſchaffen. 
Mannken, 1.) Maͤnnlein, Männchen. | 
u die Stellung der. Hafen und Kaninchen, wenn 


fie ich aufrichten, und mit.den Vorderfüffen üben 


die Nafe fahren. it, poffierliche Gebärden. Als 
lerhand Maͤnnkes maken: allerhand luſtige Gri⸗ 


maſſen machen: ‚Komplimente, machen, wie ein 


- 0 füffee junger Herr. 
ö Marie, Männig, Mannig-een, manch, , mancher, 


männiglih.: Man ba: vor diefem auch manlif : 


7 gefaget,, welches: zufammen gezagen worden in 
— malf. S. oben an. feinem Orte. Cod. Arg, 


*°  manag, in ber mehrern Zabl managal, viele. 


* e 


Mau etz 
1. © manige, mænige. ©. many. $. mes 
nig. Schw, maeng Fr maint. Im Ord. FE 
12. wird gelehret, daß die Wiederklage erſt nach 
geendigter Klage Platz habe, aber am Ende beye⸗ 
gefuͤget: mer he ſchall benomen, wo mennige 
Schult he eme geven wille: allein er ſoll ange | 
ben, wie groß die Wiederffage fe 

Mannig- vuldig, mannigfaltig. Cod. Arg, manag-_ | 

| falth., A. S. manig-feald, E. manifolk 

Man-deel, der Theil, weicher aus dein gemeinfihaftli: - 
chen Heulande einem jeden Eingefeffenen des Dorfs, 
bey jährlicher Theilung, durchs Loos zufälle, > 

Manne- guud, Manniehn. tat. 8. Is idt ockk 
alſo, dat dar Manne gudt is, edder Deenſt⸗ 
manne gudt, dar fehall idt umme gaen, als 

ein Recht is vor den Heren. 

Man-leef, verliebt auf die Mannsleute, mannfuchtig, 
buhleriſch. De Deern is Man⸗ /lef: das Min . 

| chen laͤuft den Mannsleuten nah;  - Ä 

Man-tall, und Manns-tall. ©. unter Tar.: 

Man-rode. &, Huus-maten unter MErENn. 

Man-volk; bie Mannsperfonen in einer Hausbaltung. | 
Ben den Bauern, = 

MaaAno, Maant, Monat. Sr. Menath, Me 

“ noth. %. S. Monath. E. Month. H. Maand. 
Gr. um, menfis. Een Maand Tides: einen 
Monat, oder Monat lang. Binnen Maand 
Tides: innerhalb eines Monats. ‚on on Mane, 

Mond. | 0 

Ulen-maand, S. unter Urz. 2 

Manz, ein Korb. ©. Mani, PR E. 

| Nu | 


230 Mas; 


no: Maund. Gr. Manne, Einige wollen Mandel | 


"eine, Zahl von fünfzehn, von dieſem Worte herfeie 


ten: gleichſam, ' fo viel, als man in einem, Korbe 


bequemlich tragen kann . 


Mass, 1.) der Mond, luna, Cod. Arg. Mena, 


A. S. Mona. €, Moon, Alt Fränt, Mano, 


--... 9. Maan. Gr. pnem: nach der Dorifchen Munde - 


20. art were, In ber Procop. Tatarey, Mine. 


* Maͤhne, juba. E. Mane. Schw. Maan.. 
- Sambe, Mwng. Einige leisen es ber vom Gr 


æawoc, Halsſchmuck. 


Oſter -mane, eine Art runder Fladen mit einem aufge | 


bogenen Rande, worüber Butter gegoffen wird 
Dieſe Fladen haben etwa ihren Ramen daher, 
weil, fie den vollen Mond vorſtellen, und um 


Oſtern, aus Semmelteige, gebacken werden. Von 


einem Frauenzimmer, weiches ein Kopfzeug bat, 
2 fo rund um das Geſicht gehet, und voll Falten ift, 
| fagt man: Se het een Ding up'n Koppe, aß 
ene Oſter⸗mane: oder: Se fit. daar as ene 
Oſter⸗ mane. In Osnabräd beißt Oſter⸗ ma⸗ 
ne auch, ein Spektakel, Aufſehen. 8 | 
Manen- kind, Monkalb, Mondkalb, miola. | 
 Manen, erinnern, « it. ermahnen , monere, admo- 
.nere. A. S. manian, manigian. Alt Fraͤnk. 
manon, monere, Gr. wau: . Cod. Arg. ga= 
munan: A. ©. munan, gemunän , gemy- 
nan, ‚reminifci,‘ recordari: Mund, memo- 
ria: Schw. Minne: Dän. Minde. Das 
Stammwort iſt noch einiger Maſſen bewahret in 
.dem E. Mind: 65 ‚Gemynd, Gemuͤth— 
| mens; 


\ 


| Mas RE 
mens: "Un; usce. Zu dieſem Stamme geh 
ren alfo auch unfer menen, meinen: Er mean: 
A. S. mænan: Cod. Arg. munan: Isl. eg 
meine: Schw. mena.ı. a. m. Dat manet 
mi an dit of dat: dabey erinnere mich an dieſes 
oder jenes. Enen manen: die Schuld von je: 
manden einfordern: welches durch Erinnern ger 
ſchiehet. Ord. 33. Dat ſchoͤlen de Rathman⸗ 
ne jo doen binnen den negeſten 14 Nachten, 
werden fe des van dem Kläger gemanet: wer. 
den fie von dem Kläger daran erinnert, oder des⸗ 
ae angefprochen. . 

g, Manung, Erinnerung ‚das Mahnen. ad- 
— exactio. A. ©. Manunge. K. Rol⸗ 
le Art. 146. Maninge doen: mahnen. 

manen, einfordern, reclamiren. Renner J. 1459. 
In einem, in dieſem Jahre getroffenen, Verglei⸗ 
che mit Bremen, verſprach Graf Mauritz von Ol⸗ | 
denburg, daß er wollte truwlich by dem Rahde 
tho Bremen bliven,, und öhnen öhre Recht - 
flitigen helpen jegen Grayen Gerde bemah⸗ 
nen. Her Brem. und Verd. 6te-Sammi, ©. 
165. So feholen unde willen wy anderen — - 


deme ghennen, de fo overfahleh wäre, van des - 


‚me Beſchedigenden fon Recht helpen bema⸗ 
nen: d. i. Gnugthuung fordern. 
manen, erinnern, ins Gedaͤchtniß bringen. "Dat 
gemanet mi an't Vorige: das bringt mir dag 
Worige ins Gedaͤchtniß. Dat gemanet mi even, 
06 — das kommt mir eben p vor Z als — 
vn faut mir ein. | 
| "Nemmmen, 


18 Man Man. | 
u Vermanen,-1.) eben wie gemanen, R. 


=.) einmahnen, wieder fordern. Kenner J. 1430. | 


" Dat men fines Broders Sohne ſcholde vers 
don und. von finen Gude Handtrefinge 


ohn, dat he fines Vaders Guth mochte ver⸗ 
mahnen. 


Mantus, Mangel, sine Walze , oder Holle, ; womit | 
= das Gewirke, und die Wäfche, gplaͤttet und ge . 


glättet wird, S. Richey und Friſch. 

Mans, mangelhaft, verſtuͤmmelt. S. at inancıs, 
‚5. mank, lahm, binfend, - Fr. inanchot, det. 
eine lahme Hand hat, Es ift von celtifcher Ab: 


kunft: won man, wenig, gering. S. oben 
—Mann, nur E. mangle, verſtuͤmmeln. Lat. 
barb. mancare. Daher ſtammet atfo bag Hoch | 


deutſche Mangel. Ital. Manco. 


|  Mankeren, mangein. Fr. manquer. Sal. mandate: 


Es ift bey uns einheimifch ; oder mit dem Ft, 
manquer aus einer Quelle gefehöpfe ; 


u Man, Manken, jwifchen, darunter. In Hamburg 
|  Manft, R.S. Im A. ©. amang. €. among, 


Ess iſt das Stammmort. von mengen, miſcere. 

Sdudien⸗koͤtel manfen de Plummen , ſagt man 

| im Spruͤchworte von einem Menfchen, der ſich 

unter Geehrtere, als er ſelbſt iſt, menget. Mid⸗ 

den mank: in der Mitte dazwiſchen. Daher it 
Almangſt, bisweilen. S. im Buchſt. A. 

MAAN-SAAT. Sand zu Maan⸗ſaat austhun Beben 


tet im Sande Burfen, es zum balben Bolten 


. austhun. . 
Maas, Nagt-maar, S Moom 


"Manaxcen | 





a — — *2 


⸗ Mar. nn vg 


ARAKKEN, 'ermübden , abmatten. Iſt in Ham⸗ 
burg, und im Hannoͤveriſchen gebräuchlich, R. | 
Ohne Zweifel von dem alten Mar, Marach, 
Mark k, ein Pferd, Reuterpferd im Kriege, 
ſchaͤler. Marakken waͤre alſo eigentlich, durch 
ſchwere Arbeit, oder Pferdearbeit, ermuͤden. 

üre, Stute. A. ©. Mere, Mære, Myra. E. 


Mare. H. Merry. Im Celtiſchen mar Mar) —, 
Marach, March, ober Mark, ein Pferd: wie 


unter Maraffen erinnert iſt. ©. Wachter in 
Mar,‘ und March. Bi der Mären daal lig⸗ 
gan: vom Pferde gefallen ſeyn. it. ſich in u 
glücklichen Umftänden befinden. Ik meende, ri 
ſat'r baven up, un ligge bi der Mären daal: 
ich befinde mich in einem ſchlechten Zuftande ‚» 
u ich meinte, i ) wäre allen Uebel entlaufen, Mi 
rens arbeit: Pferdearbeit. 
‚AR- -REDDIK, Meerrettig. Welches ber- geineine 
Mann bier in Bremen, eben ſo, wie in Hamburg, 
Marz etif ausſpricht. Voͤn dem alten Mar, 
Pferd: weil dieſe Wurzel den Pferden gefund feyn. 
foll. Weswegen fie auch bey den EngländernHorfe- 
radish, Pferderettig, genannt wird. Richeh = 


x 


‚meint, Mar: reddik fey fo viel, als Mouotreds 


dik, weil er gern im Moorlande wachſet. Holl. | 
Mierik- worte. 


[ar GRETE. Margretens frede m zu Sionl, wenn 


der Gerichtsdiener, 9 Tage vor Margreten Tag 


eine rothe Fahne aus dem Kirchthurm ſtecket, und 
de bis am gen Tage nach Margenen wehen — u 


v \ 
\ “_ Ps . 


130 . Man. 


Wer! in dielen 18, Tagen ſi 5 ftäge , der witd 
— ſchwerer, als ſonſten, geſtraft. 

z Maayn Marie. Marje Pillen, ein dummes, oder 
thoͤrigtes Frauenzimmer. | 
Marjen- -appel, eine Are füfer früßzeitiger Aepfel. 
Marjen-blome, Marienroͤſslein; beſonders die Ge 

fuͤllten, welche man in den Gaͤrten hat. flos bellidis. 
Mann, 1.) Merkmahl, Zeihen A. €. Mearc. 

E. Mark. Fr. Marque. Span, Marea. Celt. 
Marc. Perf. Marz. Ener Safe een Mark 
—biten: einem Dinge ein deutliches Unterſchei⸗ 
Dungszeichen geben. Diefe Medensart aber wird. 
gemeiniglich nur im Unwillen gebraucher: Heft 
x Du em een Marf beten? kenneſt du ihn fo ger 
‚nau , als wenn du ihm yusch einen Biß ein 
Kennzeichen gegeben bätteft ? Marf un Maal 
if. eine Medensart ,„ die befonders im Wurſt—⸗ 
u Srieslande „bey Verbeſſerung der Wege und Dei⸗ 
he, gebraucht wird, Naͤmlich die Deichgeſchwor⸗ 
ne ſtechen am Ufer des Weges eine dreyeckige gruͤ⸗ 
ne Sohde aus, und werfen fie auf. diejenige Stel⸗ 

Se, welche erbößet und verbeffert werden fol. 

Wan man nun dergleichen Sohden auf dem We⸗ 

ge liegen ſiehet, fo weiß ein jeder, daß er das 

“ . , Geinige. ausbeffeen muß. Auf ‚welchem Wege 

nun die Geſchworne dieſes verrichten, davon heißt 
nn, daß fie Mark un Maal darauf haben, ober 
daß. fie die Wege aufgemerfer haben. . 
=) Ein Bremer Mari ift eine cingebildete Man⸗ 
: 3: 32 Grote. | 
Marken, 1») merken, ein Kuinyigen geben, Sign 
Ä | Te, 


"0... Mar. 131 


re, notam imprimere. Beſonders, den zu ver - 
ſendenden Sachen, oder Kaufmannswaaren, ein, 
Zeichen geben. Cod. Arg. markan. A. S. 
| mearcan, mearcian. "Alt Fraͤnk. ‚märchen. 
g 4.) an einem gewiſſen Merkmahle Fennen, wabrneb⸗ 
amen, animadverfere, vifu notare. | 
Mark- -pott, das Gefäß, in welchem die Farbe if, , 
womit man das Mertjeichen auf bie, zu verfendende J 
| _ Kaufmannsgärer malet. 37 
Markel-queft, der Pinfel, den man dazu gebrauchet. 
Mark Marklik ift eine. veraltete Redensart, die get 
braucher wurde, wenn die. Bezahlung unter wer 
ſchiedenen Perfonen zu gleichen Theilen verfüget - 
wurde, Stat. Stadenf. II. 5. ©. wor an. 
Man unde ein Vrowe to famene fomet in 
— unde twierhande Kindere hebbet — 
unde ere Goet to ſamene is unghedeilet, ſtor⸗ u 
ve erer ein, -dhe Scult ſcal men van dheme 
menen Gode ghelden, mare markelic: Und 
V. 134..So wor ein Man bi:flapender: Dhet 
(Zeit) varet uter Stat, unde goden Luden 
ere Öoet:umtforet, fo wat an dheme Huf. 
blift fies Godes, dhes ſcal allererſt nemen 
dhe Hushere vor: fine. Hushure —— unde 
wat dhar boven is, fo wat fo dhat is, dhat 
ſcolen dhe anderen hebben ghelic., de it mit 
— rechten Tughen winnet, march markelic. 
Dieß letztere marke lik ſind zwey Wörter Mar 
und liek, gleich. So auch in den bremiſchen Star . 
tuten, Ord. 87. Wert ock dat ander Guedt 
belummert, men ſcheu daraf gelden marc by 
NT 


** 


a | 
marck Ayck, wes men fullnkamen mach. DS. 


M AR. 


99. Unde wat dat baven is, dat fcholen be 


Anderen - (Glaͤubiger) hebben gelyck, de idt 


mit rechten Tugen winnet, marck marck li, 


Man erklaͤre es von einer Mark Geldes: daß ein 


| jeder, nach dem Verhaͤltniß ſeiner Sorberumg, | 


gleiche viel Marke befommie. - 


| | Manzeın,. die Hände worin haben, manſchen, be ‚be 


taften. Im Chur⸗ Braunſchw. 


MARKETENTER, ein Feldkoch. ©. ‚unter Text. 
. MARKT, ode Marked, "Markt: forum, .nundi 


> ‘ 
i- 


> .. 
a 
\ “ 4 ! — 
° ° . 


nee, mercatus. Cambr. Marchnad. Verel. 
in — Markadr. E. Market. He ig van 

allen Markeden wedder famen: er ift-ein ver: | 
 fihlagener , durchttiebener Menfch, voller Raͤnke 
und Schalkheit. Sprw. Dat Markt leert fra 
ment die Umſtaͤnde einer Sache geben: Berhak 
tungsregeln: conſilium resque locusque dant. 
it durch Uebung erlanget man eine Fertigkeit. 
Wenn dat Marft uut id, brikt man de Telten 
9. Setted Markt: das öffentliche Marke. 


„ Maikts- gang‘ der Preis der Waaren, deren Werth 

bald ſteigt, bald faͤllt. curfus fori mutabilis. 
ni quo rerum venalium pretia pro tempore vel 
ausgentur vel minuuntur. Ma Markts⸗ gang 
verkopen: nach dem dermaligen Werth Yerfaus 
fen He will mi de Waren levern to dem Pri⸗ 
|, wat denn Markts⸗ gang is: er will mir die 

Waaren Kiefern zu bem Preiſe den f t aledan ha⸗ 


Im werden. 


"Marktz 


Karkt- Vaagd iſt in Brenn. ein x oberfeitlicer oder “ 
Stadtdiener, der an den Markttagen die Aufficht — 
auf das Markt bat, daß feine Unordnungen vor⸗ J | 


gehen. \ > 
ÄarLEN ©. Aante- Kruud, unter Aanık 


Aarıınan, Marrel- linen, eine feinere Gattung 


/ dünner , geflochtener Stride, dicker gedreherer 
- Bindfaden. 9. Marling. Vieleicht von dem 


vetalteten marren, welches die Hollaͤnder noch bi. - 


ben, A. ©, meran, hindern, aufpaken: ein 
Schiff mit einem Seile feſt binden. | 
NARREL, eine Schnelffugel _ ‚(globulus Iuforius), 
welcher nicht, wie die Kniffer, aus Thon gebaf: 
fen, fondern aus Märmor (woher er auch ver⸗ 
mutblich den Namen hat), oder Alabaſter vema cht 
if. RR. - 
IARSCE, Marfch- land, gemeiniglich Maſch, ein 
niedriges, fettes und leimiges fand, welches ger 
meiniglich an dem Meer, und an: groffen Fluͤſſen 
liegt. S. Richey im Nachſch. A. S. Merle 
E. Marsh. Das Stammwort iſt das Celt. 
Mar, Mer, welches uͤberhaupt Waſſer, oder 


Feuchtigkeit bedeutet. Zu dieſer Verwandſchaft 


gehören alfo, Meer, mare: Moor, Moraſt: 
Fr. Marecage, ein Sumpf: Goth. Marifaiw, | 

u. a. m. S. Wadter in Marfch, und Mer: 
und von Wicht Oſtfr. fandr. ©. 43. 44 “. 
TAARTE, der Marder, muftela Scythica. Lat 
barb. martes. % ©. Mxrtk- E. Märtern. 


% Marter. St Martre. tal. Martori. Span. 


I3 Ma 


t 
N 


1346 Man Mas / 


. Marta. Schw: Mierd. Maarten⸗ muffe: eine 
Muffe von Marderfellen. Im Hannöv. iſt Mu 
ter, 2.) ein Marder. 2.) ber Alp. Bu 
Maxzeın,. ‚und Maddeln, . martern , peinigen. 
I Marteln un quälen: auf allerley Art peinigen 
Sit afmarteln: ſich abquäien, fätigare ſe. 
Mbarteler, Märtyrer. it, einer der ſi ch beſtaͤndig abgud⸗ J 
tt. Sonſt Quaͤl⸗page. Bu | 
| MAArTEN, die Wachsſcheiben im Bienenſtock, Wa⸗ 
ben, Wefel, Kuchen, Tafeln, Rooß, Geeren, 
EScheiben: welche Namen mit Maarten gleich 
bedeutende Wörter find, favi, ceræe. Brood⸗ 
maarfen, die Scheiben, welche mit Immenbrodt 
“ oder Sandaraf_von’ allerley Farbe angefüller find. 
Dronen⸗maarten: Dronenſcheiben, worin die 
junge Dronenbrut iſt. Das Wort Maarten 
koͤnnte aus dem lat, matrix, wie man bie Waben 
| wohl nennen kann, vwerdorben feyn. | 
- .Maarten-honnig, Honigſeim, Honig in den Waben, 
der nicht geſeimet iſt. 
. Marten, Mörfer, mortarium. A. ©. Mortere. 
E. Mortar. . $e. Mortier. _ Zu dem Heergewette 
geboͤrete ehemals der beſte Marter. Jetzt ſagen 
wir Moͤſe. 
MAas, oder Maſs, der abgekuͤrzte Name Thomas: : 
der aber mit Mag, Matthias, nicht zu vermens 
gen iſt. Vogts Monum. ined. T. II. p. 254, 
355. od Gerwert von Gröpelinge, Knape, 
befenne — dat ick mit fiyhen Willen, unde 
Vulboꝛth Maſes, mynes 4. Bioders, hie 
hebbe 


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uͤnde Au myn Broder —. - 

"Mater, -Maaflel, die Mafern. E. Meaffels. Alt 
„Bein, Mifelfucht, Maſelſucht, Ausſatz, le- 
. pra: Mifolen; Nusfägige. Man vergleiche das 


7 


z Re — RE —und bald daranf: : unde Tat ie, Ä 


Er . 
ie Rn er 
* 7 


Hollaͤndiſche Malaets, malaedfch , ausſaͤtzig. 


Der Hauptbegriff dieſer Woͤrter liegt in den Flek⸗ 


fen, der die Mafern machen. - Wan Mafe, 

Flecken, Muttermahl⸗ 

Anb. in Mafe und Maſeln. 
Mafeln, Maafleln, die Mafern haben. | 
Mask. ©. Marsch. 


MaAsKur. S. unter Maar, Kamerad. 


MAST, Maſtbaum, malus. . Befaan: maſt, der hia⸗ 
tere Maſtbaum. Fok⸗ maſt, ber vordere Maſt⸗ 
baum. Top⸗ maſt, Bramſtange. 


| Vermaften, ein Schiff mie Maften verfehen..” Kenner. 


bey dem J. 1445. Averſt de Krade was ühne 

veele to ſtark, beide tho hoge verbordet und 
vermaſtet. 

Maar, und Maatſe, Sein Kamerad. R. it. ein, 

| Freund, Vertrauter. E. Mate, focius: Match, 

zequalis. Koks Maat: der Küchenjunge auf - 

den Schiffen. Schips Maat: Scifffneht, 


Narbe. S. Friſchs Woͤr⸗ 


Matroſe: Fr. Matelot. Jan Hagel un fien J 


Maat: der gemeine Poͤbel. Gode Maatſen 


toſamen weſen: ſich gut mit einander verſtehen, 


gute Freunde mit einander ſeyn. S. von dieſem 
Worte Jun. in Willeram. p. 199. 


Maatfke, fo nennet ein Mädchen das anders ‚ fo neben 


ihr in in einem Hauſe dienet. 


, 


5. | SU En Nur. 


x — 
x 


— 


136 . Man 


Maatf kup, gemeiniglich Mäfkup, und — 
Aaatſkuppije, Maſkuppije, eine- Sleltchaft, | 
ſich zu einem gewiffen Zweck verbunden hat: Rn; 

in einer gewiflen Handthierung, Gewinn und 
Verluſt unser. fich theilet: befonders“eine Hands 
lungsgeſellſchaft. K. Maffuppije mafen: eine 
ſolche Geſellſchaft errichten: auch insgemein, ſich 
zuu einem gewiſſen Zwecke verbinden. 
 Mafkup - dräger heiſſen "daher die Brüderfchaft der | 
Traͤger, weiche Hier in Bremen allerhand Getreis 
de und Korn nad) einer gewiffen ‚unter fich verab⸗ 
redeten, und oberkeitlich beſtaͤttigten, Ordnung, 
aus den Schiffen und in die Schiffe bringen. Sie 
tragen die Kornſaͤcke auf den Rücken: und fi nd zu 
uunterſcheiden von ben Boom + drägern, welche 
Die Kaufmannsgäter (das Korn ausgenommen) 
auf Tragbaͤumen aus ynd ein bringen, - Man 
nennet fie auch Maffupdräger: Broͤrſchup. 


. - Mate, Maaß: und 


MaTEN, Anmaten, Undermaten , ſich aiciaſen. e 
©. unter METEN.. Ber 
J "Maarjes- -Herıng, wie es. jeßt ausgeſprochen 
| wird, oder Madikes- -Hering, Hering, der ge 
. fangen wirb, ehe er voll Rogen oder Mile iſt. 
Wan er voll Rogen oder Milch iſt, heißt er 
Vull⸗Hering. In einer Urkunde vom Ilſabeen⸗ 
Goaſthauſe in Bremen: ſcholen unde willen ko⸗ 
pen vyff hundert Pundt gudes Rothſchers 
Wiſches (Seockſiſches) — unde ene gude 
Tunnen Madices effte vulles Heryngts 1 
5 t w. 
. Marszen, 


zu . 


Mar.. — —— | 1 132 


MATSKEN, öneiden, "Bauen, ſehen Es iſt daſſelbe 


mit dem Hochdeutſchen metzen, metzeln, metz⸗ 
gen. Cod. Arg. maitan. H. matſen. FIr. maſ- 
ſacrer. Ital. mozzare, und amazzare. Span 
matar. Die Ungern fagen - metzöm. Slav. | 
meſſar. Dalm, meszhar. Alt Sränf. meitzon. 
Verdi in Ind. meida, Celt. medi. Arab. ma- 
Dabin gehoͤret auch das $atein. mactare, 
ehfachten » : macellum’, Fleiſchbank: und die 
deutſchen Metzger, Meft, Mefler, welches uch 
im Cleviſchen Meb beißt: Meiffel, und viel 

- andere mehr. ©. Wachter in Metz und Metzen. 
‚De is elendig to matffet: : er if elendig zerfetzet n 
und zerhauen. 
MATTE, 1.) eine grobe’ Decke, die aus Stoß, 


Baſt, Binſen u. d. g. geflochten iſt. Lat. ſtorea, — 


auch matta. R. A. ©. Meatta. E. und H. 
Matt. Daber Matratz. Dan der Matten, 
up’t Stro kamen: aus dem Regen in die Trau⸗ 
fe kommen. nen van der Matten up't Stro 
helpen: einen, der ſchon in ſchlechten Umſtaͤuden 
iſt, in einen noch ſchlechtern Zuſtand ſetzen. Yan 
der Platten in der Matten kamen: :1. 
Pıapvoe | 
2.) Meße; der Theil vom Korn , welchen der Mist 
fer für das Malen nimmt. R. Es iſt von Mas u 
te, Maag; meten, meffen: weil der Müller mit 
einem Meinen Maaß feine Gebühr aus den Saͤcken 
nimmt. Eben fo, wie Metze auch ein Man bedeu⸗ 
tet. Man vergleiche das alte Mut, ein Kornmaaß. 
sat. und Or, modius, uodioc. Celt. Mid. Beym 
55 | ze 


\ 


Er | Mau Men; 


fayius Mute, } proemium, merces. Sm Deflen; 
reich, und Baieriſchen Maut; Boll; ‚telonium.:; 
Bey .den Frieſen int Matte der Theil ausgebror ä 
J ſchener Fruͤchte, welchen der Deeſcher anſtatt des 
Taglohns bekoͤnmt. 
atten die Gebuͤhr fuͤr das Mahien vom Korne nf 
men: "Aber Bermatten, diefe Gebühr geben. | 
“ ‚Mattel- geld, Was Geld, womit man die Matte ab: 
05, fauft, das Mapigel, Mälterlopn. ” 
_ Marrtier if ih Hannoͤveriſchen eine Münze, welche 
4 Pfenninge, oder einen bremer Groten, gilt. 
Die Benennung wird vom Goldaſt vom heiligen 
Matthias hergeleitet, deſſen Bildniß ehemahls dar | 
auf geftanden. ©. Friſch im Woͤrterb. u 
Marz, 1.) Mattbis. u 
2.) ein eitler Narre, abgeſchmacktet Menſch. er. 
Madꝛette. €, mad, unfinnig? amate und ama- 
ze, finnlos machen, entſetzen. Gr. paraucc, ei 
- tel, leer. Daher die Schimpfwoͤrter auf einen 
weibifchen Kerl: Mas Got, und Mas Fuͤſel. 
Mas Pump, ein einbildiſcher Narre. 
Maux. S. Mour. 
MAuEN, Miauen, mauen, ſchreien, wie eine Kae 
Fr. miauler. Ital. miagolare. Daher 
_ Maukatte, eine Kabe: ben den Kindern. | Auch wol 
Pauus⸗ mau. | 
Me, man. ©. Man © 5 
‚ Meover, Muhme, bee Mutter Schweſter. Viel⸗ 
leicht beffer- Moͤdder: beym R. Moͤdderſche: 
von Moder, Mutter, Dein. de 808 1 B. 
36 a. . | | 
ee Latet 





4 u « 


⸗ 


Latet yw dat nicht im to wedberen; | 
u is feer vrolid) myt ſyner Medderen. 


Bu Stat. Stad- II. 12. Och is dhe Halfbrobher: | 
pſte dhe Halfſuſter, dhe echte Kindere fint, 


naghere Erve op to nemende, dhanne dhe 


Dm, oftedhe Vebdere, ofte dhe Vahde (des . 


Vatirs Schwefter), ofte dhe Moddere. 


y Me 


erDıK, Meddike, Metke, ein Regenwurm. Ya 


Hamburg Mettke. R. Im Hannöv. verbeißt 


man es, und ſagt Meke. Daͤn. Mäddike. _ 
Schy. Matk. Isl. Modkar, oder Madkür. 1 
flam ab von Made:  Cod. Arg. und. % ©. 





Matha, ein Wurm, Inſekt. - ©. Mavx. 


Vepe, Mee (n), mit, zugleich mit, una. Der, | 


mee ift allzeit ein. Nebenwort; und nimmer das 
Vorwort cum. Dieß letztere heißt bey uns ſowol, 


als bey den Hochdeutſchen, mit. Mee gaan, 
mit gehen. Stat. 1. de dat mede anroret: on 
‚die das. mit-angehet. Darmede, zugleich mit. it. 


damit. Die Holländer ſagen auch mede. 
Menue, Meed-land. S. Made, unter M ALIEN. 


MEDE (e), 1.) Lohn, Vergeltung, merces, præ⸗ 
mium. Man findet es verſchiedentlich geſchrieben: u 
wie Haltaus in dem Worte Miete bemerfe. U 


E ©. Med, E. Meed. Alt Sränf. Mieta. Daher 


das Hochdeutſche Miete, welches ehemals auch eis 
nen Lohn bedenter hat. Auch in Pohlen Beißtes 


Mito: in. Bößmen'Mzda. Cod. Arg. Mizdo. 


. Womit das Gr. wirdoc überdin Fommt. Vieh. 


leicht gehöre dahin. Das veraltete deutſche Medel, 


und Dei, weiches vor Bein eine Der germgſten | 


u 


Mowr 


E77 Zu J | Mes. 


Minen bedeutet bat; noch im Hollind. My 
E. Mite. S. Friſch unter biefen I. 
, 2) eine Gabe, Geſchenk. A. ©. Med-feoh, und 
j Med-fceat. Beym Schilter, Miete, donum. 
7. Mede nemen tft, in dem uralten Frieſ. Landr. 
2 ©efchenke nehmen, ſich beſtechen Taffen. Be 
Bedeutungen find jeßt nicht mehr im Gebrauche. 
Daher Bumede, Kurmede, Willig⸗ mede 
= E welches noch ben uns üblich ift) u. a. m.- welche. 
man in den Gloflariis fuchen muß. © wr 
Wicht Offer. Landr. S. 10. uf. | 
 Wilig- mede. ©. unter WıLLen, mollen | 
Neden iſt in den bremiſchen Statuten das Geld, web 
ches man einem auſſer dem eigentlichen Lohne gibt? 
20 bey dem Geſinde, das Handgeld, der Mietgro⸗ 
ſchen.“ Wir nennen es jetzt Medel⸗geld. Stat. 
74. Een jewelik Minſche, de dar denet, mach 
voor Rechte holden up den Hilligen fine Mies 
derclſe, dat is 4 Schillinge. So lieſet Pufen⸗ 
dorf in feiner Ausgabe unſerer Statuten, Obferv. 
Jur. Univ. T. II. in Append. Sn andern Hands 
| ſchriften aber, wie auch in den aͤlteſten Statuten 
von 1303, Ord. 84. nach der Ausgabe des 
Herrn von Nettelbla, S. 90.) ſtehet das noch 
dunklere Menasle. Und eben fo in den Stadi⸗ 
| fhen Statuten. Pufendorf am angezogenen Or - 
, und Haltaus in Glofl. v. Menafne, meihen, 
08 bezeichye den Gefindelogn, mercedem famu- 
litiam, oder famuli defervitam, und wäre daſe 
ſelbe, was meinen Aſne in den Braunſchw. Ge 
ſehen y Km Leibnitz Tom. III. Script. rer. 
nn | Ä Brunfv. 


\ 





! 


Brunſv. C 1.0.37. An e wird in den bre i 
miſchen und ſtadiſchen Statuten ausdrücklich vom 
Lbohne unterfhieden. ‘Denn unmittelbar nach den 

angeführten. orten folget : Schuldiget he 
averſt ſinen Heren, ofte fine Frouwe umme 
ſinen Lohn u. ſ. w. Vielleicht aber fat Me⸗ 

—nasle oder Menasne auch bisweilen den Lohr u 

des Geſindes bedeutet. Es ſcheint wenigſtens, Pa 
daß es in einer alten bamelſchen Urkunde, welche 
Haltaus anfuͤhret, dieſe Bedeutung habe. 
Teden, Meen,: mitten, mercede conducere. Gr. 
wogacas Von obigen Miede, Sohn. Es har 
- aber keinen fo. toeiten Gebrauch, als das: hochdeut⸗ 
ſche mieten. Denn wir brauchen es hier nıir vom 
Geſinde. Ene Maagd meen: eine Magd mie⸗ 
ten. "Stat: 74. Stervet ock de medede Min⸗ 
ſche, men is ſinen Erven nicht mer ſchuldich 
cho gevende, denn he vordeent hadde: - ftirbei 
auch der gemietete Menſch Von andern 
"> Dingen, die man mietet,- brauchen t wir das Wort: ! 
huͤren, heuren. 
fermeden, Verméen, 1.) mieten, Bingen‘; Wief 
. Bedeutung iſt nicht mehr im Gebrauchesi Ofte 
frieſ. Landr. 1 B. 94 Kap. So balde alſe 
Hans horet, dat ſyn Knecht, den he alſo vor⸗ 
miedet hefft um dat Gelt, eder Dach» Even; 
unmme bat Levent gefoemen is — ſo bald 

Hans böret, daß fein Knecht, den er ſolcher Ge⸗ 
ſtalt fuͤr Geld, oder im Solehn gedungen dat, | 

ums uchen getommen ſey ⸗ 





we 5) ver⸗ 


\ 


2 u Mar. 


2.) ‚vermieten: Se vermeen: ſi *— in Dienſt 6 vo 
mieten: locare operam ſuam ad famulatum. 


Meer‘ ke, -Vermeörfke, Maͤgde⸗ vermeerffe, eine 


.: , Mäflerinn für das Gefinde , ben welcher fich das 
Geſinde, fo eine Herrfchaft, und eine Herrſchaft 
ſo Geſinde ſucht, angibt. 


—* geld, Meel-geld, Miergrofgen, das: Hand. | 


‚ geld, welches Herrfchaften. dem. gemieteten Ge: 

finde, u beyderſeitiger Verſi wen. z er die 

Hand geben, 

'Mrıen, Meier u. €. Mars, ; 

Meveen cH ift ſowol ein männlicher, als weißticer 

.; Zaufname: Meimericus und Meimerica. Seßt 

ri: aber: ift er im. weiblichen Geſchlechte am oebraͤnch 

— lichſten. Be | 
MeEIMERN: aber ik. ein bloß mannicher Dame, der 

jetzi faſt aus der Mode gekommen iſt. 


NMEIıNERT,: gleichfalls ein mänpicher Zauſbame: 


Meinhard. 
Meist, meift, meiſte, plurimug, » Von. dem alten 
poſitivo Meh: daher mehr, plus; und mehis 
a zuſammen gezogen, . meifte. In Cod. Arg, 
findet fich Der comparativus mais; mehr: womit 
der G. usa „ groöſſer, uͤberein kommt. 
Meiklik meiſtens, mehrentheils. 


MELX, 1I.) Milch. A. S. Meolc, Meolac, Meo- 


luc. E. Milk. Schw. Miölk : Slav. Mleko, 
Mliko. Wend. Melauca. Theot. Miluh. Holl. 
» > und Daͤn. Melk. Dieſe Uebereinkunft in fo ver⸗ 
ſchiedenen Dialskten: zeuget von dem Alterthume 
u,: des Worts. Die alten Roͤmer haben ihm den 
= En Ze Kopf 


— 


N 
„I 


— Mer. — 24143 
J Kopf abgehen, und lac dataus gemacht. Beym | 
Galen, und andern fpätern griechifchen und lateir . 


niſchen Schriftſtellern, iſt melca entweder But⸗ 


termilch, oder durch Kunſt geſaͤuerte und verdickte 
Milch, welche zum Woplfhmar genofien wurde: 


De Melk Iopt mi nig meer uut dem Munde: 


‚ich bin fein Kind mehr: ich weiß wohl, was ich — 
thue und rede. Sprw. Melk up Wien, dat. . 


is Venien; Wien up Melk, dat is vor elf: 
Milch nach, Wein genieſſen iſt ungeſund, aber 
Wein nach Milch, iſt keinem ſchaͤdlich. Es wird 
gemeiniglich als eine Geſundheitsregel angeſehen; 
wird aber auch im moraliſchen Verſtande von ei⸗ 
nigen gebraucht, wenn fie ſagen wollen, daß em. | 
beffer fen, in der Jugend, fümmerlich.Ieben, und 
im Alter voll auf haben, als umgekehrtrtt. 

| * Melk nennen die Bienenwaͤrter die jungen weiſ⸗ 

ſen Bienen, welche noch als Würmer in ibrem 
weiſſen Saft liegen: | | 
Helken, melten A. © melcan, meolcian. “& . 
milk. Schw. molka, . Lat. mulgere. ©. dUSA- 
yw. Ma'r melfeh gaan: nach der. Weide ge 
ben, die Kühe zu melken. Man braucht.es auch - 
yon einem fehfimmen Advokaten, ber feine Clien⸗ 
ten, durch Aufhaltung der. Proceſſe, ſchneuzet. 
Daher pflegt ein. beguͤterter Mann, welcher mit 
einem wichtigen Proceſſe ſolchen raubgierigen gear 
“sen in die Hände fälle, ene mellende Ko genannt 


zu werden. BE \ ne Zu 


Vielker, Melkerske, eine Deren, > ‚sine u, wel⸗ 
⸗ melket. * | | Ä 
Zu a Boten. 


— 


: Meume ©, Magens, unter Mönm. 


) 


144 * — Bien : u » — 


VNolken beißt bey unſern Landleuten die Much, und dl 


les, was von der Milch kommt. Ge hebt vele 
Molken: ſie haben viele Ri, melfen viele Kue 


x de A. ©. Molcen. 

_ Molken- -dag hieß‘ vor Zeiten. der Tag, an n polen in 

den Hoſpitaͤlern Milchſpeiſe gegeben wurde. Sn 

einer ‚zum St. Jürgens. Gaſthauſe in Bremen 

gehörigen Urkunde von 145% Were of, dat 

u Sunte Mattheus up enen Molkendag, ed⸗ 
der up enen Vaſteldach queme, fo ſchullen fe 
und willen en geven een Richte, van gronen 


J 


 Bifihen, ald Koddogen, edder ‚Defede ofte 


Stcockviſche ꝛc. 


Brei. baard, 7.) einer, der gern Michfpeifen ft 


Auch wol Meitsfalf. 
| „2 einer, . der noch Die Milchhaate um den Bart 


hat, der eben anfängt Haare um den 1 Bart zu be 


kommen. ren 


_Meikel- ftede, ‚der Ort auf der Weide, wo die athe zu 


gewiſſen Stunden zu kommen gewoͤbnet ſi find, u 
: "dafelbft gemelket zu-merden. - 


Meik-mösken, Milchbrey, Weizenmehl in Mich ge. 


: tot. S. Moos, Mösken. 
Melk- rinfe, tab, coagulum lactis. Beym Chytraͤ⸗ 


us. Rinfe, vor Zeiten auch in.andern. deutſchen 


Mundarten Renſal, iſt von rinnen, gerinnen. 
Merk. wark, 1.) mas zur Milchwartung gebdrn, 
a Milchfpeife. . 
- Mulken- töver, ber das Milchwerk Sejaubert 6. un⸗ 
5" ter TOVERN, zaubern. 


⸗ 


Mes, 


Eau... 





— 


| — — 1718485 
Men, man: S. Maui. 2: SEE Er | 
Maus, böfe, malus, rare. achrai⸗ ein Hupe | 
work, ‚eine boͤſe That, malum: ackionis. ite 
. Elena das Leiden, nitalatrispalienis.: A. ©. 
man. Alt Fraͤnk. mein. S. Wachier unter 
Meist: and von Stade:Erlaͤut. bibl/ Woͤrter & 
4431. und 903 Daher iſt. Meen⸗eed, Meineid, 
falſcher Eid. Meen⸗ eben, Mein: seder, ein 
Meineidiger. AMuſfer: dieſen zuſammen gefegten iſt 
48 auch. hier ganzlich veraltet. Wir bemerken bey 
dieſer Gelegenheit, daß Herr’ von Senne im ange⸗ 
fuͤhrten Buche S. galzu:: da er einem Irthum in 
Anſehnng dieſes Megts Ziigen wollen, ſelbſt in eis 
nen woch · groͤſſern gafallen iſt, welchen nachher 
Bi Wachter indem Worte Mein, malum Acti« 
onis uf guten Glauben, ſuͤr Wahnpeit, ange: 
nonmen bat ; Nämlich; wenn is In.deun vargebli⸗ 
: heit WVertrage ns, Hillebal mit der Stadt 
Geemen? von 1256, CAſſert. Libert::Reipubl, 
Brem. p. 743-Iegg.):Beißt: "Spawor. meyne 
Gut ſteit up deßKoͤnings fryen Straten, 
und kumpt dar nemandt na, deme dat Gut 
fe 8. fo ſollnes cverfallen ſeynz ſo Te 
900" Stade meyne ABU: bucch geſtohlnes But. 
Alleinr es wird hier weder von geſtohlnem, Noch 
gemeinen, ſondern von gefundenem Gute geredet. 
Denaudie Stelle. iſt durch Unwiſſenhtit dee Ver⸗ 
bkeniger. dieſes unaͤchten Vettrags verſaͤlſchet. In 
dem 38 Ordeel der hrem Statuten, wornus obi⸗ 
ger Artikel genommen iſt, ſteht: Sp nwor men 
A meyne oder meene) Cut Mae up deß 
K— Ey 


146 


Max, x. 


u 


Könige Heerfiraten — wenn man ingendun 


Bur finde: ſ. wir Ein Koͤnigl. Schwed. Ar⸗ 


chivarius in den Herzogth. Bremen zind Verden 
Hätte dieſes wiſen Finnen. ©. Aſſert PB 764 


u 765. — 


— „Mene, gemein, allgemein, ubiieis;. com- . 
: munis.: A. S. maepe und gemazene: „Es iſt 
ohne: Zweifel von denn unbeſtimmtun Fir worie 
man, men; oder som: Man, Menſch. "Und fo 
fiehet man leicht, wie mannig, maͤnnig manch, 


fſolguch das Hochdeutſche Menge, vorZeiten 


Zu Meinge, multitudo mit dieſem meem, ges 
mein, von einem Stamt ſey.FJetzt verlaͤngern 


— wir, mit den Hochdrucſchen/ lieber⸗ dieſt Wort, * 
mit dem entbehrlichen Zuſatze ge, - und ſagen ge⸗ 


ne ers Sn unſern alten. Geſehhen kommt es hä 


nn or FE in‘ der Eendr. um des menen 


+ Belt: willen‘: des gemeinen Beſten wegen, 
Steh zi.i em nie Orlich: ein? allgemeiner, 
‚ober oͤffentlicher Krieg. - Sp: auch, mene Bor⸗ 


gere: die Gemeine fer: Bürgerfihaft ;:älfe Buͤr⸗ 
geb. DE mene Koopmann: die Kaufleute, oder, 


die geſammte Kaufmaunſchaft. It: der; Tafel 
heiße es . ben Schäden, der :gefchehn- toäre, 


men oͤhme wedder verbetern van der _ 


E ‚Stadt menen Guderen, fo. alſe dat. was, vw 


fe des entweldiget wurden. Gleich darauf: 


= van der Stadt. menen Guderen: entrichten. 


- Und bie Rathsherren ſchwuren vor Zeiten, daß fe 


dem menen Gude wen fon wolten. Be 
Meshei, van * | .. zu 


ö Meente, 


Men. ' 147 5 
Meente, Gemeinheit, Allgemeinheit, communitas. 
Es bezeichnet hauptſaͤchlich zweierleyv: 1.) eine 
Gemeine, Buͤrgerſchaft, Bauerſchaft, die ge⸗ 
ſammten Einwohner eines Orts. In der Tafel 
beißt es: daß der Rath mit Thodaet ber Meen⸗ 
heit die Statuten nachfehen ; und fo verbefien 
folle, als dat nutteſt und beft vor-de Meenheit i 
unde Stadt van Bremen is. 
| 2) das gemeine Gut: dasjenige, was eine: Bar⸗ J 
ger⸗oder Bauerngemeine ‘in Gemeinfchaft beſitzet. 
Inſonderheit heißt Meente noch bey unſern Lande 
leuten eine gemeine Trift, oder Wieſe, wo ein je⸗ 
der fein Vieh unentgeltfich weidet, oder feinen 
— Gras mahet. 8. Im Dimatſchen Meen⸗ 
ma 
Meenlik, adj. Meenlikent, adv. ſammtlich, maͤn⸗ 
niglich, allzumahl, Mann fuͤr Mann. Hier ſi Zu 
het man — die Uebereinkunft mit maͤnnig⸗ 
lich, maͤnnig, manlik, malk, ein jeber, und 
Die Verwandſchaft diefer Wörter mie Mann. 
In einer ftadifchen Urkunde, in der 6bten Sammt. 
der Herzogth. Bremen und Berden S. 139. dat: 
Her Johann Yge Borghermeiter unde Mu 
ſter der Wantfnydere mit Vulbord der Sm 
ren meenhifen unde 40 ber Wantſnydere — 
zint to rade gheworden u. ſ. w. = 
Menäsıe, © Medelſe, unter Mens. Gras 
Lohn. 
MEnEn, meinen. it ‚gedenken, Vorhabene ſeyn. 
putare, animo proponere,  Cod, Arg. mus 
. nad, ©, mean, Schw, mena. Isl. eg meine. 
J 8 2. \ 9. mes. 


130 


| Mes. | 
das Same, Tetta, welches eben biefen Voet 


bedeutet, und auch das Engl. Titmouſe, von 


zurdoc, Hein. Auch das Lat. parus kommt ver/ 


muthlich von parvus, klein. Weil die Maiſe zu 


der kleinſten Gattung der Voͤgel gehoͤret. Steert⸗ 
meeske, Schwanzmaiſe, Pfannenſtjel. Reit⸗ 


meeſtke: f- unter Reır. - 


ESKE, eine Mafche, eine. Rante im Nehwerke, ein | 


Stich im Strumpf ſtricken. 


— — Meſſing. Beym Pictor: Moch. Ak 


. Engl. Maſtling. A. S. Mæſtling. Vermuth⸗ 
lich von miſ ken, miſchen, mengen: weil der 
Meſſing ein aus Kupfer und Gatmey gemengtes 
Metall iſt. 


Mess, Mitt, Daunger. R. Cod. Aig. Maihft. A. 


Zn 


S. Myx, Meox. H. Melt, Miſt. &s fönnte 
daher abgeleitet werden meflen Ce), mäften, 
und Maſt. Die Holländer fagen: 't Land mes 
er das fand düngen, Welches chen fo Klinger, 
als wenn wir fagen wollten: das, fand mäften. 
Welches fo. unfüglich nicht wäre. : Sinen Meſs 
maken: die Exkremente von. fich laffen, cacare. 

Welches vont Vieh und Inſekten gebraucht wird, 
De Hane up finem Meffe het groot; Recht: 
oder: Men be Hane up. finem Meſſe is, fo 

kraiet hei in feinem Haufe bat einer ein groſſes | 
Recht. 


 Meflen, 2.) miften, den Acker Bingen, . meſten. 
2.) den Miſt aus dem Stalle werfen. Den Stall 


‚amt meſſen: den Sul vom Ba at 
nn at 


N J 


- Dat: ee af mefen: den "Mil aancer ‚beim mi 


0. weg neßmen 
Meſs- ale. &Aıe . . 
"Mefs- beer, ein Schmaus, den. semanb ben Bauen Ä 

0 gibt, wofür ibm ein jeder ein oder mehr Suber 
Miſt bringt. mn 

‚Mefs-faal, und 

Meis-forke S. im Buchſt. F. 

Meſs-hoop, Miſthaufe. 

Mefs-kule, Miftpfüge, eine Geube Fu worin ber PB 

aus den Ställen geworfen wird»... . . 

 Meis-lake, Miſtlache, u. d en. — 

MesrT, Meſſer. R. Hollaͤnd. Mes. Im Cieviſchen 

Metz. Ung. Metzökes. S. Marseen.. ' 
Dort Meſt ſtarven: abgeſchlachtet werden. 
Sien Meſt up ſteken: fein Meſſer in die Schei⸗ 
de ſtecken: aufhoͤren zu eſſen. it. ſterben. Von 
‚einem ſtarken Eſſer ſagt man: he moot wat 

vor't Meſt hebben: er rs fi ch mit Wenigem 
nicht abſpeiſſen. 

Steck. meft, ein Dolch, . Verel. in. Ind. Stekametz, 
pugio. end, Mecz: und Poin. Miecz; ein : 
Degen, Zum Heergewette gebörete vordem. des 
Verſtorbenen Stefemeft und fien Brrdmeſt 

fein Dolch und ——— 

Meſt-maker, Meſſerſchmid. R. 

Mer, das reine Schweinfleiſch, woran kein Sn fi 
wovon die Metewürfte gemachet werden, und ben ' 
Damen haben. (Welche Herr Wachter, aus eis“ 

ner eingewurzelten Liebe zum, Hellenifiren, mit Un: 


| recht von dem Gr. orlcs. weih, herleitet.) In 
Ra | Ham⸗ 


. 


J Zambur heißi, nach dem Michen, Miet: 9006 5 


Be Men 


gehacktes Fleiſch und Speck zu Mertwärften. Es 


iſt ein uraltes celtiſches Wort, wo Maeth Spei⸗ 


ſe bedeutet, cibum, "nutrimentum: . fo wie in 
2. God. Arg, Matsı A. ©. Met, Met: Frieſ. 


Meytı ©, Meat: Jel. Mat: Pän. Mad: 
beym Notker. Mazze: Fr. Mets; welches 


aber ohne Zweifel vᷣon mettre, auffeßen, zu Ti⸗ 


ſche bringen, berzuleiten iſt. In Cod. Arg. iſt 


matjan. eſſen U S. ‚metfien. · S. Wachter 


unter Mus, Man vergleiche matffen, meßen, 
meheln: Miet, Mes u. as m, davon oben an 


feinem Ortes weil dieſes Fleiſch in. Fleine- Stick 


joerſchnitten: und gehacket wird. 


- Met. wurft, eine Wurf, die von ſolchem Schwein j 


fleiſche gemacher wird. Mit der Met⸗wurſt na’n 


Schinken fmiten: durch ein kleines Geſchent ein 


Be gröffets fügen. . : 


Ovum dat nulli,- niſi ſit retributio pulli. 


Siaffen as ene Met- ‚wurft, de an beiden Eis 
den apen is: etwas dummes und unbeſennenes 
daher plaudern. 


Maren Ca), meſſen. Dieß Wort findet ſich faſt in 


9 


- allen. befannten Sprachen. God. Arg. mitan, 
A. ©. metan, Gr. para. Lat. metiri. Schw. 


. mæeeta. Alle vom Hebr. Tin (madad), meſſen: 


7 


"me (Mad), Maaß. Enem mit det korten 


len meten: ‚einem zu kurze thun: einem mehr 


Schuld geben, als er verdienet. Sik meten la⸗ 


ten : ſich von einen Krankheit, als ‚Gicht u. d. 9r 
von einer Somprahartan (welche unser. ſtetem 


Mur⸗ 


# 


Mer. u. J rys 


WMirmeln ben Körper bes Patienten, nach der fie 


ge und Breite, etliche mahl mißt) kuriren laſſen. 
Sprw. Idt 18 beter time maal meten,. ad em 
man ſich ein mahl verſiehte.. 
To meten, zu meffen, an meffen. -Sif een Paar 
Schoe to meten laten: ſich die Maaß zu einen 
Paar Schuhe nehmen laflen, . 
Meter, ein Meier, beſonders ein beeibigter Kornmeſ⸗ 
ſer. 
Metel-boen, ein Haus bier in Bremen auf ber 
Schlachte, wo die geſchwornen Kornmeſſer zu fin⸗ | 
denfind, 

Metel-geld,, Defgeh, Dieferiopn, merces menfir 
rationis. J 
Mate, Bas Maaß menſura, modus. R Sehr = 
2 (Mad), A. S. Mete, Dat Kleed is mi 
nig to Mate: das Kleid iſt nicht nach, meinem. 
Leibe gemacht, fi gt mir nicht gut, Kinder Mate J 

un Kalver Mate moͤtet olde Luͤde weten: dem 
Unverſtaͤndigen muß fein. Befcheidener Theil gegen 


maal vergeten: man miffet Lieber mweymahl- de, 


ben werden. Man bediener fich oft diefes Spruͤch 


worts gegen Kinder, wenn fie mehr zu eſſen for⸗ 
bern, als ihnen zutraͤglich if. Mundes Dias 
te; fo viel Speife, als eben genug ift, davon 


' — 
— 


maͤſſig trinken. it. im Scherze: das Getraͤnke bey 
Maaſſen einſchuͤtten. Alle Ding mit Maten, 
dit to doon, un dat to laten: man muß in al⸗ 
fen: Dingen Maaſſe halten. To Mate kamen: 
zur rechten, und gleichſam abgemiſenen ae fome - 
Rs MU 


⸗ 
— 


—— 


8 


nichts uͤbrig bleibet. Mit Maten drinken: J 


E73 . Mer. an 0 


wen Oevel t6 Mate kamen: über. anfaufen, | 
Bo fame if hier to Mate! hier komme ich ja 

. übel an In welchem Sinne wir fonft auch die 

Redensart: to Paffe Famen, gebrauchen. Mo 

nu to Mate! kann es nicht weniger, oder fach: 

ter ſeyn: iſt eine Beſtrafungs⸗ Sormel, | In den 
alten Urkunden findet man auch: In Maten 
vorgeſchreven : vorhin gefihriebener Maaſſen. 

Sn aller Mate, as uf eben, bie Art, 

| wie — 

” Mate wird.auch als ein Veywort gebrauchet, für; mäf 
fig, gemäffige, modicus. Mate Leefte lange 
Leefte: gemäffigte Liebe. dauret lange. Ä 
- Matelik, mäffig, mittelmaͤſſg. | | 
u Even- mate, adj. und adv. mittelmäffig: Even⸗ 
mate Luͤde: mittelmaͤſſige Leute: Leute vom Mit 
telſtande, oder von mittelmaͤſſigem Vermoͤgen. 
Idt geit em man ſo even⸗ mate: es gehet ihm 
nmur mittelmaͤſſig: fein Zuſtand ift. nicht der vor⸗ 

. theilhafteſte. 

Huus- maten heiffen ‚in unferer Nachbarſchaft die abe 
getheilten Schlaͤge in den Deichen und Sieltiefen, 
welche von. Häufern oder Intereſſenten, nad 
-Kopfjabl, gemachet und, ausgebeffet werben. 

ESonſt auch Mann; roden. 

Mast- ftok, Maaßſtab. 

Anmaten, Anmatigen fi k), ſich anmaſſem. ger | 
Wachter leitet das Hochdeutfche ab von Maaß, in 

ſo fern es Wilkuͤr bedeutet. Allein, warum nicht 
lieber von der allgemeinen und etgentlichen Bedeu: 
u dieſes Ayers ‚ menſara, modus? Dan 


ter 


‘ 
— 





Mar. EEE 17 


⸗ 


bieſſe es ſo viel, als: ſich als heinen Zeit zumeß 


ſen. Oder man koͤnnte es füglicher von dent Go⸗ 


‚tbifchen, in Cod.- Arg. anamahtian, mit Gewalt 
entreiffen., per vim extorquere, von ‚Mahts, 


Macht, ableiten. Dan bedeutete fif anmaten eis . 


gentlich, ſich bemächtigen, ermächtigen. 


Undermaten, ſich anmaffen, an fich reiffen. Es kann 


bbenmaͤſſig von dem Gotbifchen: Mahts, Macht, 

abſtammen. Eendr. Art, 3. Deögelifen fchal 
fit Nemand jenigerlei Regimentes, dat dem 
Rade allene to- rathfchlagende gebören wille, 

annemen unde undermaten, by Verluſt der 
Borgerſchup unde der Stadt Wahninge. 
Andere leſen undermachten. 


t 


Merjz, ein weiblicher Taufname ben. den. Bauern, Be 


Metta. Metje mit dem langen Arme: ein 


Waſſer⸗ Nir, womit man die Kinder ſchrecket, daß 


ſie nicht ans Waſſer gehen. Schal hi de Metje 


mit dem langen Arme ins halen? willſt du vom 
Waſſer weg gehen, ehe du hineinfaͤllſt? | 
Merz, Regenwurm. R. S. Meopie: U 
METTE if ein allgemein bekanntes Kloſterwort: bee 
|  Morgengefang ‚. bie erfte yon ben fo genannten 


horis. cantus matutinus, Es ift aus.dem Lat. 


matutinus gemacht. In Koͤnigsberg in Preuf 


ſeen nennet man noch die Fruͤhpredigt alſo: wie 


Herr Prof. Bock Idiot. Pruſſ. bemerket. Wan 
er aber daſelbſt dieß Wort mit Meſſe vermenget, 
ſo muß man ſich billig. über einen ſoichen Irthum 
verwundern. Sum de a lang malen: 
einen 


— 


Fa N ” - Ed 
‚ . [) 


a a 


) 
— 


— — — 
L.- " “ 


156 Mer, Mev. Mew. = 


| einen länge warten iaffn: durch —* Zaubern 
© verbräßfich machen, 
 Merze bieß vor Zeiten eine Gattung ber größten Ka⸗ 
nonen, die in Belagerungen gebrauchet wurden: 
ein Mauerbrecher. Der Name iſt aus Amaʒone 
verderbt. S. Friſchs Woͤrterb: Eine ſcharpe 


Matze war eine ſolche Kanone, die 100 Pf. Ei: 


Sen ſchoß. Renners Chron. bey Erzaͤhlung der 
Schlacht vor Drakenburg in welcher Herz. Erich 
von Braunſchw. nach Aufhebung der Belage 
rung ber Stadt Bremen, von den ſchmalkaldi⸗ 
ſchen Bundesveryandten aus dem Felde gefihle 

‚gen wurde: Hertogh Eric) verlohr fine Ruf 
wagen, und 18 .grote Stücke Geſchuttes, 
- darmit waß eine ſcharpe Metze, > Kartou⸗ 


wen, s Schlangen, 7 halve Sehlangen. De 
“Sharpe Meztze hetede eopardt, de eine Kar⸗ 


touwe hetede Nachtigall, de andere Catarina 


— von Saffen, de eine Schlange hetede Serge 


rinne, de andere flegende Drade, de drudde 
de Falfe, de veerde Catharina. | 


= Mevzs, oder Mewes, iſt der abgefürzte Name Bar 


tholomaͤus. R. He gift et up, as’ Meves de. 
Bicht: er Reber davon ad, bemuͤhet, oder bekuͤm. 
mert ſich nicht weiter darum. Der Urſprung die⸗ 
ſes Spruͤchworts ‚ toelcher vielleicht in rinem klei⸗ 
nen Hiſtoͤrchen zu ſuchen iſt, iſt uns nicht bekannt. 


I Men 1.) eine Art Waſſervoͤgel, wie Seeſchwal⸗ 


“ben geftaltet, welche ſtets Dicht an ber Oberfläche 
des Waſers Risen, und die Fleinen Fifche weg 
| ſchnappen. 


— —1— 


| chaarpen. Die Griechen nannten. diefen Beach | 


Angog, larus: die Lateiner gavia,'A, ©. Mau. 


E. Mew. H. Meeuw. $t. Mouette:” und am - 


Mi Min. 14152 


der Kuͤſte bey Dieppe Mawe. Herr R. ſchreibt 


Meve, und erklaͤret es unrichtig durch Fiſch⸗Ar, 


niſus: welcher vielmehr eine Habichtsart iſt. Kir u 


nige leiten den Vamen Mewe her von mauen, 


.. BU die Stimme dieſer Voͤgel eine Aehnlichkeit, . 


mit dem Mauen der Kaberi ba. S. unfers ge 


: „feptten Martinit Lex. Etyın. v. Larus. Se 
mewe, eine gröffere Gattung Mewen, welche 


J ſich am Meer aufbalten. E. Senmew: Jarus - 


 maritimus.. 
4) eine. Art Tauben mit eurzem Schnabel. 


t iſt der Gebe⸗ und Klagefgll des Fuͤrworts St, ich; 
mit, mich, Lat. mihi, me. Gr. por; mir; ne; - 
mich. A. S. und E. me, mir, mich. H my, 


ir, mich: Fr moi. Eben fa zeiget ſich dieſe Br 


Verwandtſchaft nur mit veraͤndertem Anfange⸗ 


buchſtaben, in unſerm di, dir, dich. 


ODE, die Mitte, medium... Cod.- Arg. Midjag. | 
- % S. Midle,. Mittelpunkt, Centrum: Midiem, u 


die Mitte E. Middle. 


ddel, die Mitte, das Mittel, Patricien, den de | 


-. Middel entſprungen ſunt, nennet man, "im 


Scherze, alle verarmete Familien. Sunder J 


Middel: unmittelbar, In einer Ofterbol;, utr 
krunde, in den Herzogth. Bremen und Verden ste 


Samml. ©, 432: De Eopie des vorfegelben | 


\ Vreves fol byena hunde? Middel. 
niden 


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« . . ’ . 

ar 0. x x . 
158 | et Min. u 1 


Ä 'Middel- farig voied hie und da ginn fe, en i 
— ſig. Von faren. | on 
Ä Middels been, die Mitte des Beine, bis an die Was 

He geit bet Middels⸗ benen int Water: 

oo — im Waſſer bis an die Waden. | 
Middel-fJag, Mittelgattung. Middel⸗ ſ lages eide: | 
| Leute von mittlere Gattung. 

Middels- -mann, Mittler, Schiedsmann mediator, 
u arbiter. | 

Midden - fommer ,. Mid! fornmer., y die Mitte der 
| Sommers, die Zeit um Johannis Tag, E. Mid- 
ſummer, Mid - fummer day. In dee Tafel 
Art. 4. Unde deffet feal ſchen (geſchehen) twi⸗ 
ſchen dit unde funte Johannes Dage to Mid | 
denſomere negeſt komende. | 
Ä Bid -wege, adv. in der Mitte, auf die Haifte eines" 
| Raums, E mid-way.. Midde⸗wege up der 
 Straten ‚mitten, auf der Gaſſe. Midder wege 
im Hufe: mitten im Haufe. Midde⸗wege up 

dee Leddern: auf der Mitte der feier. 


. f Midde- winter, die Mitte des Winters, die. Zeit ani 


das Chriftfeft, ober Neujahr. Aber Medewin⸗ 
ter⸗ thing bieß vor Alters das Gericht, oder das 
allgemeine Land⸗Ding, fo im Februar gehalten wur 
de, wie die Saga lehret. S. Dreiers Sammi. 
Vverm. Abh. Th II. S. 720. 
Mid· faſten, die Mitte der Faſtenzbit. Eben ſo nee 
| es die Engländer Mid-lent.. : - | | 
Mid-nagt, Mitternacht. . E. Midnight. 
Mıoder, die zarten und wohl: kömestenden Deifmn 
am Sale ober vor der Bruſt eines Kalbes oder 
Lammes. 


* Mın.: Mi«.- — 19 
3 


">: nen es vielleicht deswegen Midder, weil € es mit 
ten vor der Bruſt ſihet. J 

Mınzy, Vermiden, meiden, vertaeiden, vitare. . 
Alt Fraͤnk. midan. Enen miden, ad een flaend 


Bed: einen meiden, einem aus dem Wege ge⸗ 
- ben, wie einem Pferde, fo hinten aus fölägt- u 


cane pejus-et-angüe fügere. 


Huom, in der Pöbeifpiache, piffen, feichen, R Jel. n 


imũiga. Lat. mejere und mingere. Gr. sure 


Ik will die ſlaen, du ſchaſt * migen, iR u 


Teile: pöbelhafte Dropung, 
Bemigen, befeichen. R.“ 


Vermegen. (5), alj.i der oft und viel eigen, it, Beni 


ipder das Bette beſeichet. Een vermegen Cat: 
one wermegen ne ein Madchen das‘ ſich sie | 
beſeichet. 


Mige, Urin, lotium, R S. wenẽ / mige: Dr | \ 


nes, ſchaales Bier, elendes Getraͤnk. 
Mieg- eermke; Ameife S. unter EmeErKEN. 7 


. Migen-kiker, ein Arzt, der das Waſſer beſtehet, uro- 


| - ſcopus. R. Man braucht es gemeiniglich/ als ei⸗ 
en Spotenamen auf: einen’ ſchlechten ct, oder 
Pfuſcher in der Arzneykunſt. u | 

Miog:oord,, ein Dre zum Abtritte. - BE 

Mieg-pott, Nachttopf a 

Mieg: wäter, Urin, Harn, Dat. Miey· w water wſat 
em jummer in den Ogen: die alte Hure ſtehet 


immer und weinet. Di gründet fich wol auf 
RE, 


auimes : Kalbermilch, Kälberpreis‘, "gländula 
tiymus, glandium vitulorum. An einigen 
Orten wird es auch Sweder genannt." Wir nen⸗ 


— 


- Middel- farig. tote Sie und da atdben Ar, miretnd 
| fig, Bon. faren. ne 
| Mies ‚been, die Mitte des Beins, 6is an’ ‚die War 
He geit bet Middels⸗ benen i in’t Water: 
oe — im Waſſer bis am die Waden. 
Middel- flag, Mittelgattung. Middel⸗ ſ lages Biber | 
eute won mittler Gattung. 
Middels- -mann, Mittler, Shiamam, ‚ medien, 
'arbiter. 


E " Midden - fommer „. ‚Mid! fommer-, » die Miae ben | 


- Sommere, die Zeit um Johannis Tag. E. Mid- 
ſummer, Mid-ſummer day. In der Tafel 
Het. 4. Unde deffet fcal fchen (geſchehen) twis 
fehen dit- unde funte Sohannes Dage to Mid⸗ | 
denſomere negeſt komende. | 


Ä —* wege, adv. in der Mitte, auf die Hätfee eines‘ 


Raums, ©, mid-way.. Midde; wege up der 
Straten z' mitten auf der Gafe. Midder wege 
im Hufe: mitten im Haufe, Midderwege up 
der Leddern: auf der Mitte der Seiten. 


. Winde: winter, die Mitte des Winters, die. Zeit an: 


das Chriſtfeſt, ober Neujahr. Aber Medewin⸗ 
ter⸗ thing hieß vor Alters das Gericht, oder das 
ullgemeine Land⸗ Ding, fo im Februar gehalten wur 
de, wie die Saga lehret. ©. Dreiers Samml. 
u u verm. Abh. Th I. ©. 720. 
-.  Mid«faften, die Mitte der Faſtenjeit. Eben pr nee 
es die Engländer Mid - lent.‘. : | 
Mid-nagt, Mitternacht. E. Midnight. 
Minen, die zarten und wohl. cpmerfenben Deifen 
am Halfe oder vor der Bruſt eines Kalbes oder 
Lammes. 


“Min. Mi«- 189 


Uammes: Kaͤllernulch, Rälberpieis, 'gländula. 
thymus, glandium vitulorum. An. einigen 
Orten wird es auch Sweder genannt. Wirnene 


nen es vielleicht Deswegen Midder,. r weil es mis 
ten vor der Bruſt ſitzet. Eee 


IDEN, Permiden, meiden, vertieiben , vitare). 


Alt Fraͤnk. midan. Enen miden, ad een flaend 
en einen meiden, einem aus Dem Wege ge⸗ 


- gen, wie einem Pferde, fo hinten aus fölägt, u 


! ‚cähle pejus-et’dngüie fügere, 


— in der Pößetfpsache, piffen, feichen. R * 


miga. ‚tat mejere und mingere. Gr.⸗ 


will die f laen, du ſchaſ Oehe migen ir | 


eine pöbefhafte: Ben 


emigen, beſeichen. R 


megen (5), eodj. der oft und Liel riſſet. it. Din . 
»Siober das Bette beſeichet. Een vermegen Sat: 
“ehe vermegen Ko: ein Madchen⸗ das ſich of | 


beſeichet. iR BE BE 1. N 


ige, Urin, lotium. R. 8 erde mige: DD u . 


nes, ſchaales Bier, elendes Getraͤnt. 
ieg- „eernke; Ameiſe. S. unter Emerzen. 7 


igen-kiker, ein Arzt, ‚der das Waſſer beſiehet, uro⸗ = 


ſcopus. R. Met braucht es gemeiniglich, als ei⸗ 
nen Spotinamen Auf: einen’ ſchlechten At, ‚oder 
Pfuſcher in der Utzuienkunfl. 9° 
—*—* ein Ort zum Abtritte. 
ieg-pott, Nachttopf. J 
jeg- water, Urin, Harn. Dit: liegen water T 
em jummer in den Ogen: die alte Hure ſtehet 


Sammer und. weinet. nu: gründet fih wol auf 
| RE, 


J 


— 


⸗ 


Mir Mır.. 


nig. 


as N, Mikken,, in Augenmiet nehmen , eicen, , 


viſiren. R W 


Vant mikken, ansefehen, mi den Augen aucheichuen 


nlicer ein in Handlanger ben den Artilleriſten Dit 


vaagd, der Aufſeher der Miter. 


Mikkr, 1.) eine kleine Pumpe i in den Hauſern, wo⸗ 
durch das Weſerwaſſer aus. ;den unterirdiſchen 


e >. das, wong wir in einem andern Syruchworte w | 
ſagen pflegen: wat ener wenet, dat piſſet he | 


{ 
N 
i 
F 
Ä 


‚Röhren, ‚welche es durch die ganze Suade leiuen, 


gepumpet wird, 


Gliedern, und ſchwaͤchlichem Anſehen. 


3 In einigen, Gegenden :ift Mikke eine Brode 


ſchnitte, gder ein kleines Brodt, etwa da Pfund 
ſchwer, welches denen gegeben wird, die den Zehn⸗ 
ten einfahren, oder ſonſt zu Hofe dienen. 


Mikken, Waſſer pumpen. | 
Muz, Meile; Lat. milliare; * & Mila, & Mile . 


H. Myl. Alt Fraͤnk. und Alan, Millu, --Stt, 


_ Myla. Chald, Mil. Syr. Milo. Arab. Milon, 


Ohne Zweifel alle. von dem lateiniſchen. GS. 


Wachter. Ene Mile upfief Barudeel: gun: . 


ohne Noth einen Umweg nehmen. De Mile 
hebt ſe mit dem Hund meten, ſagt man von eu⸗ 
ner groſſen Meile. © Husp... ..::- 


MıLorn, bloͤde, leutſcheu. Wird, mr im. Fr 


nboeifen sen nn fr 
en Mivrs, 


” . 
‚ 


2) Ene kütje Mikke: ein. Feines Kind son, garten 


nd 


— 


Min Mm. Min. 1686x 


Morr 1) wit, fplen. Im A.S. ſewol, als im 
| Engl, Schw, und Niederl, auch Mile 
2.) Mid in den Fifchen, lactes. Daber 
Milter, ein Milcher, das Maͤnnlein von den Fifchens. 
weil er Mich anſtatt des Rogens im Bauche hat. 
MımERN, verwirrt im Haupte ſeyn, hantaſtren, ver⸗ 
wirrtes Zeug denken und reden. Fi tieffinnig über 


ein erlittenes groſſes Unglück nachdenken, Rund . 


8 Hl inymeren, He ſit UN mimert; er 
—ntzt und ſpricht mit ſich ſelbſt, „als ein Nark. it, 


er ſchlaͤgt ſich mit wahnſinnigen Gedanken berum. 


Minmerſt du woor? biſt du etwa nicht Hug? 

- Die andere Bedeutung, welche R. diefem Worte 
gibt, zum Verkaufe ausrufen, ift bier gar. nicht 
gebräuchlich, * Mir fagen dafuͤr minen, unt mi 
nen. ©. unte Mıizn, wien, N 


. 


Mimerer, einer, welcher phantaſtret, oder im Kopfe | 


verruͤckt iſt, ein Grillenfaͤnger. 
Miinerhaftig, dem Wahnſinne ähnlich, Mimerhaf⸗ 


tig uut ſeen: einem Wahn innigen, oder Grib 


lenfaͤnger aͤhnlich ſehen. Gen mimerhaftigen 
Snak: ein wahnſinniges Geſchwaͤtz. 9 
Mimenije, der. Wahnfi Inn, das Phantafiren, die Grife, 


lenfaͤngerey R, In der Mirherije verbeept: 


in der Grillenfaͤngerey vertieft. 
Mızn, Mine, mein, meine Von mi, mich, mir. 


Cod. Arg. meins. A. S. und Alt Fraͤnk min. 


Camb. man. Und noch im Perſiſchen men. 

Minen, Uut minen, in einem öffentlichen Austufe 
den meiftbietenden verfaufen, verauftioniren, Es 
kommt ohne Zweifel von dem mien oder mein ru⸗ 


m 


-, 


T- 


162° Be | 77 


+ fen der Käufer, wenn fie ben Kauf-fich zueignen, 
ber. Auch in Holland beißt mynen fo viel, als 
myn reepen, mein tüfen, etwas zum eingefeßten 
Preiſe annehmen, in einer Auktion erhandeln: ſo 
U wie Myner einen Kaͤufer bedeutet. Es iſt aber un⸗ 
ſer uut Minen zu unterſcheiden von aus minden, 
welches an einigen Orten die oͤffentliche Verdin⸗ 
gung einer Arbeit an denjenigen, der am wenig⸗ 
ſten fordert, bedeutet. Wovon Friſch im Woͤr⸗ 
terb. unter Min nachzuſehen iſt. In Hamburg 
ſagt man unrichtig uut mimern: welches vers 
muthlich eine verderbte Ausſorache von uut mi⸗ 
nen iſt. 

Vautminer— eine beeidigte Perſon, welche in den df 
fentlichen Verſteigerungen die Sachen den meiſt⸗ 
bietenden zuſchlaͤgt, Auetionarius. 

Mix, 1.) wenig, gering. Rund S. Celt. man. E. 

. mean. . ft. moins, und mince. Obgleich dies 
% Wort jeßt bey den Hochdeutſchen gänzlich auſſer 
ebrauche ift, fo findet es fih doch fehr häufig in 


— J 


den alten fraͤnkiſchen oder teutoniſchen Monumen⸗ 
ten. Wovon Schilter in feinem Gloflar. nach 
LE zuſehen iſt. Und noch jetzt haben die Niederſach⸗ 
— ſen faſt kein ander Wort, das. Hochdentſche we⸗ 
ig auszudrücken. . Es irre alfo Herr Wachter 
ſeehr, wenn er fo zuverfichtlich fchreibet, daß min, 
auſſer den Abgeleiteten, bey den Deurfchen gäny 
lich aus dem Gebrauche gefonmen fen; da ganze 
anſehnliche Kreiſe in Deutſchland es taͤglich im 
Munde haben. Dat is man min: das iſt nicht 
viel. Comparat. minner/ weniger, geringer. 
7 | | tat 


fat. minor. Stat.2; "De Minneren ofte de 
Mehreren: die Gexringere oder Angeſehenere. 
Stat. 84. Is de Koep minnere, wenn eine 
Marck: — * es unter einer Mark gekauft iſt. 
Superlat. minſte, mindeſte, kleinſte, geringſte. 
minimus. Sm: Gothiſchen, Schwed. und Fraͤnk. 
minſt, minniſt. Auch in Leg. Sal. tit. 32. 
kommen Spuren dieſes Worts vor, woſelbſt 
Minechleno den kleinſten Finger bedeute. Ulp’t 
minfte: zum wenigſten. &Stat. 3. Und wes 


Min. . 5 x -. 163 BE 


de meifte Deel der Körheren fir onrdregen, 


des ſchall de minfte volgen: worüber der größte 

Theil der Wahlberten einig wird,. dazu fell ber 

Fleinfte fich bequemen, | 
4) Wir brauchen aber min auch, , ale einen Com- | 


parativum, für.weniger, geringe. Min of“ 


meer: weniger oder mehr, ungefehr, bennabe, 
circiter. Kuͤnd. Rolle Art. 144. Nemand 
fchall min vorzifen - dan veermal: tier 





mand ſoll weniger, als viermahl im Jahre, Au 


ciſe holen Taffen, Ss wird hier von den Brauern 
— geredet. | 
Mindern, Minnern, . vermindern, weniger machen. 
Insbeſondere, im Stricken die Mafchen verminz 
dern, daß der Strumpf enger werde. R. Isl. 
minka, Schwed. minska. fat. minuere. Gr, 
piwudew. Und im ‚Alt Fraͤnk. iſt minnironne, 
weniger werden. 
Mınwe, tiebe. Dieſes Wort iſt mit feinen Abgelei⸗ 


teten durch ganz Deutſchland, fo wie bey uns, 


veraltet, ‚bey den Miederländern aber noch im Ge⸗ 
* 2 XRRXXRX 


en Mın. 


brauche. Nur iſt Minne bey uns noch ein 
| Schmeichelwort der Kinder , welche ihre Gäugs 
ammen und Wärterinnen alfo.nennen. . Zn wels 
her Bedeutung, fo wie im Anſehung eines ger. 
| meinfchaftlichen Urfprungs , es mit dem Franz. 
--.. Mignon, und Engl. Minjon, ein Günjtling, - 
Schooßkind, überein Fommt. Stat. so. En 
ſchut eme dar nicht aff Minne edder Recht, 
fo ſcholen eme helpen de Raedtmanne - 
und fann er in Güte, oder durchs Recht nichts 
erhalten, fo m Pratjens Herz. Bremen und. 
Verden 6te Samml, ©. 139. He en were erſt 
geſcheden van deme he ſchuldig were in Myn⸗ 
ne ofte in Rechte: In Mushards brem. Rits 
7° ger. kommt in einer Urkunde ver W inne mafen, 
9, für, Vergnügen machen. Were aver, dat en 
— .Cipnen) dar jenich Hinderniſſe an fcheghe in 
trofomenden Tiden, ſo wille sy — infomen 
to Stade, und dar nicht uth, wy en hebben 
en dat Ghud enturiet, edder ere Minne ges 
maket: geſchehe ipnen aber in Zukunft darin eis 
nige Hinderniß, fo wollen wir zum Einlager kom⸗ 
men in Stade, fo lange bis wir Das Gut frey ges 
machet, ober fie zw ihrem Vergnägen ju Frieden 
geſtellet Haben. Das Stammwort ift das Cambr. 
mynnu, wollen. ©. ums, begehren. 
Minen, lieben. Ein after Reim auf dem. bremi 
ſchen Rathhauſe, in dem Rathsſtuhl: 
Trauwe und Wiſsheit ſchaltu minnen, 
= »Darmede Gades Hulpe winnen.- . 
Niusx, Menſch S. daſondaben- cin Weibsbild, 


. . 
, 
0, . 
‚ 
en zur 





— 


wenn 


wenn man: mit einiger Verachtung davon redet. 
Frouens Minsk, eine Weibsperſon. Een 


Minsk geit enen Gang: ein Menſch kann nicht 


7 alles thun und in Acht nehmen. Cod. Arg Man- - 
nisk: welches den Urſprung von ı Mann ſichtbar | 


J macht. 


Beminsken. Sf beminſten, ein Weib nmen, j 


heurathen. 


Mınte, Mine, menta. Kruſe Minte, Krauſe⸗ " 


F minze: une Puge⸗ minte, Pfetdeminge, mente 


ſtrum ſind in den Bucftaben K und P. anges 


J fuͤhret. 
Mırz, Ameiſe. Ein uraltes Wort, welches den Nie⸗ 
derſachſen mit den Hollaͤndern und Englaͤndern ge⸗ 


mein iſt: welche letztere Pis-mire ſagen. Celt. 


Myr. A. S. Myra. Beym Verel. in Ind, My- 
** ra und Maur. Gr. kung und AUpWOG: Auch 


die Crimmiſchen Tataren nennen die Ameiſe Mie- 
1a, nad) dem Zeugniſſe des Busbecks. S. Wach⸗ 


ter amter Miere. 

Mıren, adj. Man fage vom einem: Menſchen: he 
is miren, wenn er bey Tiſche, auf eine kleinſtaͤd⸗ 
tiſche und gezwungene Weiſe, bloͤde thut:: der 
nicht zulangen und eſſen will, als ob ihm Speiſe 
und Trank nicht ſchmeckte. 


Mir adj. und adv. Fein und unfferfic gefihrie | 


ben. Im Alt Eng, ift merk dunfel: Schott. 
myrk: Dän, mörk. ne mirke Hand ſchri⸗ 


ven, und mirf ſchriven: eine kleine, fteife und 
‚unleferliche Hand fchreiben : die Buchflaben zu 


klein und Dicht an ein ander ſchreiben. Und von 
——83 X 


ÊF 


Mıw. Mır. | 165 


et AL 


% 1 


166 


Mıx Miss 


Br feige. uf foget mai: : bat fit 
‚ mir 


1 Mirken, Jerb. if daffelbe mit mirl fehriven, Im 


Hannoͤveriſchen ſagt man, mit Verſetzung der 
Buchſtaben, mikkern. | 


- MiRREN, wimmern, weinen tie die Fleinen Kinder, 


Man vergl: melfern,. eine zitternde Stimme hör | 
ren Taffen, wie die Ziegen : ; murren, klagen: 
und das Lat. masrerg, betruͤbt ſeyn. 


Mis. wird gebraucht, 1.) als ein Vorwort in, vielen 


I: 


> 


.: zufammen geſetzten, welchen es den Begriff eines 
Mangels, oder eines Irthums, oder einer Ver⸗ 
kehrtheit, und eines Uebels mittheilet: eben ſo, 
wie das Gotg · in Cod. Arg. miſſa, und das A. 
© mis. © .Wachteri Proleg. ad Gloff. Sect. 
V. = 


| =) als ein Nebenwort: vergeblich, zu wäre, ve | 
fehle: R. und S. Daar fumt he mis: 
kommt er’ vergeblich oder zu ſpaͤt, und erreiche ”. 
feinen Zweck nihe. Dat geit mis: das gelinget 
nicht. Mis gaan : irren, des rechten Weges 
= serfehlen, umſonſt geben. Daar fun ji mis in: 


in dem Stücke irret ir. Dat is mis un even; 


das iſt noch ungewiß: es kann gelingen, aber auch 
nicht, Sprw. Hebben is wiß, krigen is mis: 

bder wuͤrkliche Beſitz iſt beſſer, als die Hofnung⸗ defg 
felben. 


 Millen, 1.) mangeln, entbehren, germiffen, carere, 


= of. 


- privari, defiderare.e Dat Ding miſſe ik va⸗ 


ken: die Bewrmuchten dieſer Sache vermiſſe ich 


= fßten 


— 


nn Mis 167 


2) ſehlen, mislingen, gegen die Erwartung aus. | 
fallen.. R. Sprw. Giffen is miffen : oder, 
dat Giſſen miffet: Murpmaffen Beträge. Dat - 


kan nig. miffen, de veel drinkt, de moot veel 
piſſen. 


Mislik, adj. und adv. 1.) das fehlen oder mislingen 


kann, veraͤnderlich, gefährlich, zweydeutig, an- 
ceps,.quod eft in diferimine... Cod..Arg. mif- 
faleiks: A. ©. miflenlik, und mislic, varius,. 


-diverfus. ¶ Idt fleit mis lik es fieper gefäprlich | 


aus: der Ausſchlag ift ungemiß. 

2) Unmürphs voll, übel zu frieden, ſchwermuͤthig. 
Wir ſagen ſonſt auch moielik. He is daar regt 
mislik aver: er iſt damit uͤbel zu frieden. 


Misdoon, Misdunken, Mismood, und viele andere 
zuſammen gefeßre mehr, fe unter ihren Hauptwoͤr⸗ 


tern. 


Mishellung, Mispelligfett Es komme in. ber Gens | 


dragt vor. Sonſt finder man auch dafuͤr, in dem 


alten Dokumenten > Mighegelicheit. © u unter 


Hacen.. 
MısscHien, vielleicht. R. 


Mıst, Nebel. R. Die Engländer und Solländer ı neng 


‚nen es eben,fo. E. moift, feucht. 4. S. Mitt, 


Dunkelheit. Welches beydes fich auf den Nebel 


paſſet. Celt. mws, putidus, vapidus. Die 
ESchiffleute haben ein Spruͤchwort: Miſt het den 


Ooſt in der Kiſt: weil auf den Mebel gemeinigg 


lich reine Luft mit einem Oftwinde folge 
Mifig, neblicht. E. miſty. R. | 
MıT, ı.) mit, cum, ‚una. . S. Meoe: (> 
| 14 Hu las 


— i68 J — J Mir. 


*) Unſere Bauern Brauchen es. noch b, wie unfere 
WVorfabhren, fuͤrꝛbey, apud. A. S. mid, bey 
+ Mit enem denen: ben, einem in Dienſte ſeyn. 
Stat..4. Hadde och ein unberuchtiget Frowe 
edder Maget 3 Jahr mit ehem unk Borger 
ofte Borgerfken gebenet, wolde de orger ofte 
de Borgerſke oͤhr de Borgerſchup bidden, 
des ſen ſcholen de Radtmanne nicht weigern. 
Aruutsrolle der Goldſchmiede: Welke Mann un⸗ 
fe Ampt winnen will, unde hefft hier nicht ge⸗ 
lehrt, de ſchall bier tho vorne time Jahr denen 
mit nem, tween offte dreen Meiſtern. 

Mıre.. ‚ein ordentlich gelegter Haufe Heu, Stroh, 
oder Garben, der oben, wo er ſpitzig zugehet, vor 
dem Regen gedecket iſt. Es kommt genau uͤberein 
‚ mit.bew Lat. meta, welches eine jede ppramidens 
— foͤrmige Höhe bedeutet. Herr Wachter aber leitet 
es mit Rechte her von. dem A. ©: mithan, 
bedecken. Dieß Wort ift hier noch uͤberall im 
Gebrauche, und nicht bloß allein im Pommern, 
wie Friſch meine. Lat. barb. mita. Die Du 
denburger fagen auch Wifte. | u 

. Marz, eine Milbe, acarıs Ein bekanntes kleines 
Gewuͤrm, welches ſich in unzaͤhlbarer Menge von 
Kaͤſe, Mehl u. d. g. wäßret, und zum Theil fo 
lein iſt, daß er einem unbewafneten Auge uns 
ſichtbar iſt. Es iſt verwande mit Made, Med⸗ 
DIE und Motte, obgleich” dieſe Wörter verſchlede⸗ 
tie Arten von Gewuͤrm bedeuten. Denn fie flanıs 
. men alle ab von matjan, eſſen. S. unter Ma- 
BE wu die Engländer und Franzoſen nennen 


rn eine 
J 5 . N \ . v 
37 a N.» 
‘., | Non 
4 . 


Mır. Mon. 0 169 


eine Kaſemilbe Mite. - Im Hannoͤberiſchen ſagt 
man Memel, welches mit unſerm Emel überein | 
kommt. | 


Witerig, in Hamburg mietig, voller Mitben, wa 


von Milben zerfreffen iſt. 3. B. miterigen Ki 
fe, und miterig Meel. J 
— beſſer Midnagt. Mitternacht. S. unter 
MIDDE. | u 
Mood, 1.) Muth, in der weitläuftigften Bedeutung. | 
R. A. &. Mod, Mode. Sn Cod. Arg. aber 
iſt Mod von eingefchränfterer Bedeutung, dee 
Zorn, fo mie wir es auch ſowol vom Zorne, als | 
von allen Gemuͤthsbewegungen brauchen. E. 


Mood, Laune. In dullem Mode: im köllen 


Sinne. Sines Modes vull weſen: : voller Uns 
willen ſeyn: auch überhaupt, in heftiger Ge 
muͤthsbewegung fen. Ginen Mood kölen: 

das Muͤthlein kuͤhlen: ſeiner Rache ein Genuͤge 
thun. In haſtigem Mode: aus Uebereilung: 

im erſten Triebe der Affekten. Ik hebbe daar 

kenen Mood to: ich habe. Feine Neigung dazu: _ 

it. ich babe Fine Hofnung dazu: ich zweifle an dem 
guten Exforg. Ik hebbe goden Mood to dem We⸗ 
der: ich hoffe, das Wetter werde gut bleiben. Sprw. 
Good maaft Mood, Mood maakt Aver⸗ 


mood, Avermood deit felden good. In alten | 


Dohumenten fiefet man auch: funder unſen oͤve⸗ 


ben Mood: mit unferm guten Willen, obne daß 


Wwir es uͤbel nehmen. 
2. Ad Schaum auf dem eingeſchenkten Bier, R. 
Welches wir.fonft gewoͤhnlicher Riem nennen. 


2) bie dänne Sure von: cetechter Soßergräge , 
oder Scheldegerſten: Haberſchleim. 
| Moden, Vermoden, vermuthen. Dat was if nig 
“moden, oder vermoden: das war ich nicht ven 
muthen: das hätte ich nicht gedacht, K. | 
Anmoden, und Tomoden, zumuthen, begehren. Dat 
moͤt ji mi nig anmoden weſen: das muͤſſet ihr 
voon mir nicht verlangen, - 
Modig, muthig. it. ſtolz. A. ©. modig, fletz: MO«. 
cdiian, ſtolz feyn. 
Modigen, Anmodigen, muthig machen, den Muth 
‚beleben, anreizjen. De Peerde anmodigen: x bie 
Pferde aufmuntern, anfpornen, 


= Gemöt (os), Gemuͤth. 


Ungemöte, ein Gemuͤth, das ſi ch ſeiner nicht mächtig 
iſt, Unenthaltfamkeit, Ungenuͤglichkeit, inconti- 
nentia, impotentia animi. Es iſt veraltet. 
Rein. de Voͤs 4B. 2 Kp. 

Alto vele hegheken was nerver[de gud: — 
a, deſulve vaken myſſen mod, 
Wes ſyn Unghemoͤthe darhen ſteyt; 

| Unde frycht den Gheyſt der Ghyihcheit. 

Avermood, Uebermuth. Avermödig, übermürhig. 

Mismood, Kleinmurh‘, Schwermuth, Verzweiflung. 
Mismödig, kleinmuͤthig, ſchwermuͤthig, zur Ber 

uweiflung geneigt. 

Sulf-mood, Muthwille, Eigenwille. Sulf⸗ moaig, 
adj. und. adv, muthwillig, eigenmillig, eigens 
maͤchtig. Sind veraltet, . Beym Renner, unter 
dem % 1562, fehreibt der in der Hardenbergi⸗ 
ſchen Uncuße auegewichene Raih an die Aelierlente 
| in. 


‘/ ‚ » 
. ’ ‘ ı — 
* 


Mo». . am 


in Bremen. Und is juw genochſam bewuſt, 
welker maten wy am 19, ock folgenden 21 und 
22 January jungſt vorſchenen, van deren 
uch unſem Middel, nomlich Daniel von Buͤ⸗ 
ren Borgermeiſter, Joh. Brandt und Brun 
Reiners uch ſulffmodigen Vornehmende — 
im Stole unſes Rhathuſes, dar wy ſampt | 
mehr anderen Heren der Wittheit darhen ges 
vordert, weder Gott und de Opericheit, abs - 
ne billiche, vedliche und. rechtmetige Oorfafen, > 
unvorſehendes ſulffmodich und mit der Daht 
averfallen ıc. | 
Jnmood, 1.) Unmuth, indignatio, æsritudo. 
2.) Widerwillen, widrige Geſinnung. In einer 
Urkunde von 1378, in Caſſels Bremenſ. T. IL 
p. 284. Were of, dat en ofte den eren yen⸗ 
| ‚ nigherhande Schaden ſchude — dat ſchole 
. wy un willet en witliken, un vrintliken weder 
doen zunder yenigherleye Unmud binnen den 
‚ negheiten. Mande Geſchaͤhe auch ihnen 
oder den Ihrigen irgend einiger Schade, dag follen 
und. wollen wir ihnen innerhalb des nächften Mies 
nats Fund thun, und wieder erftatten, ohne einis 
gen Widermillen. Be | 
Weddermood, eine twidrige, bange Ahndung, Klein⸗ 
| muth, Bangigkeit bey Gefahr. - Iſt auch nicht 
mehr gebraͤuchlich. Reineke de Vos, p: 52. 
(Wolfend, Ausg. 1712.) Dat fi f eyn ſchal j 
beth holden in Weddermod, wan em dat Her⸗ 
te van binnen to ſecht: deß einer ſich beſſer hal⸗ 
ten 








‚ 174: 2 "Mon. = 
ten ſolle bey einer gefahrlichen Ausfi dt, als im 
fein Herz iniwendig.zufage. 

 Mood.balten, fich heftig bemuͤhen, aus dem. Athem ar⸗ | 
beiten. R. Der lehte Theil diefes Worts it bar 
ſten, baften, berſten. Es bedeutet alſo vie Auf 
ſerſte Anſtrengung aller Kraͤfte der Seele und des 

Leibes, gleichſam bis zum Berſten. 

Mood-vwille, 1.) Muthwille, petulantia. | 

2.) Bey unſern Vorfahren auch, freier Wille, ohne | 
Zwang. Stat. Stad. V. 13. So wat ein Mar 
dheme anderen lovet mit Motwillen unbe 

| dhrungen, dhat ſcal he ometo Recht leiten. Und 

Vill. 1. Untgeit oe ein Knecht finenie Hern 

- mit Motwillen (d. i. aus eigener Bewegung, . 
wie der Gegenſatz dafelbft zeiget) er rechter Tit, 
he fcal fineme Deren wedherferen, fo wat ome 
ſin Dere gheven hevet van dheme Jare ofte 
van der Dart. So auch Stat. Rigemt. ber 
Pufendorf T. III. p. 246. 2 
Mönper, Mupme S.Meopper 

.Möonx; Möe (s), mide A. S. methig. Set, 

modur. H. moede. Es ift verwandt mit Mol 

te, Mühe, Arbeit, 

Vermöden, Vermöen, müde werden, laffari. . Ä 

Moden, Weinhefen. Es gehoͤret zu Mudder, und 

| hat nichts gemein/ in der Bedeutung und dem Urs | 
ſprung, mie dem folge Moder, Mutter: wie R 
‘in Id. Hamb. ſchon gezeiget hat. De Wien 
ligt nog'up de Moder: ber Wein iſt noch nicht 
von den Hefen abgezapfet. . | 

Mopux, Mutter, mater. Gr. jur. De Menden. 


2 


C — — 





Mon.’ a 273 


A. S. Meder, Medor. 3. Moeder. e. Wachs 
ter in Mutter. Man fagt auch Moor: wor 
., von unter, Hier find zu merken Moder⸗minſ € 
und. Modersfeel, in folgenden Mevensarten 3 ? 
Daar let fif kien Moder— minſk, oder Moder⸗ 


feel ſeen: es laͤßt ſich Bein einziger Menſch (keine 


Seele) ſehen. He is Moder · ſel alleen: er if 
ganz allein | 

ver, Moor ift aus Moder zufammen gejogen. 2) 5 

Mutter, In der Pöbelfprache:. beſonders auch im 

verachtenden Sinne. R. 

2.) Baͤrmutter, matrix, uterus. it. das Mutter⸗ 
beſchwer. Die Bauern nennen auch die Kolik al 
fo. De Moor fnipt fe: fie hat Mutterbefchwer, 
‚oder, die Kolie Won der. Mebensert: Sine 
Moor brien, ſ. unter Brüzn, und Bux.. 

3.) Moor für Nagt:moor, f unten befonders. 

oderken, 1.) das Verkleinerungewort Maͤtterlein Pu 

Mauͤtterchen. u 

2.) die Mutter an einer Schraube, die Vefnung, ” 
worin eine Schraube gehet. | 

portjen ift das Verfleinerungswort von Moor : .. 
Muͤtterchen. Oortjen van’t Moortjen nennen 


wir eine Tochter, welche das Ebendild ihrer Mute, .- 


ter ift, befonders in böfen Eigenfchaften. Gleich⸗ 
ſam, ein Städ oder Ende von der Mutter. Vom’ 
einem. Sohne, welcher feinem Water nachartet, | 
heißt es: Aartjen van’t Vaartjen. 
arken-moder, Schweinsmutter, eine ſaͤugende Sam 
oder - kind, oder Moder - minfk, ein Menſch. 
on ver dat nien n Mober find dat mag bes 


ko! \ 


— 


IE 


176 


on Moa | | 
ſchriven, und fragede, offt he er (der Ga 
fen) ock mechtig fin mochte tho Rechte? (an 
poſſet habere potentiam eorum ad faciendam 
juſtitiam? wie es Wolterus Chron. Brem. in 
NMeibom. Script. T. I. p. 69. ausdruͤcket.) fü 
wolde he ſick darmede bewerven, dat ſe geſche⸗ 
den wurden. Bald darauf: Do tog he uut 
der Taſchen einen Breef, daar de Graven in⸗ 
ne geſchreven hadden, he ſcholde oͤhrer mech⸗ 


tig wefen tho Rechte (fie wollten ſich vor ihn, 
als vor ihren Richter, oder. Schiedsmann , zu 
Rechte ſtellen, und ſich feiner Entſcheidung unters 
werfen) s und ſede fort: nadehme ick oͤhrer 


tho Rechte mechtig bin, nu werde ick ock oͤhr 
Viend nicht. Ick will dar gerne Dage twi⸗ 
ſchen maken, und juw in. Frundtſchup offte- 
in Rechte ſcheden. Eben derſelbo unter dem J. 


| 71408 Were od, dat Ede Winneken — 


der Bremer Viendt bleve, oder de Bremers 
hirna mit den Freſen tho Weide quemen, und 
wy der Bremer mächtig weren tho Rechte 
(wenn bie Bremer es unferer rechtlichen Entſchei⸗ 


i dung anheim ſtelleten), unde de Vreſen oͤhne 


nicht dohn wolden, deß fe oͤhnen van, Ehr und 


Rechtes wegen plichtig weren, fo ſchoͤle son 


den Bremeren behulplich ſin up de Freſen mit 
aller unſer Macht. 


„2.) widerlich zu genieſſen. Es wird von einer 


Speife gebrauchet, die wegen ihrer Staͤrke, oder 
Fettigkeit, bald fättiget, und Eckel erwecken. Ene 
nmnaaͤgtige 


Moe. 0 0.0.47. 


maͤgtige Koſt: eine ſtarke, Arge Speiſe. | 
Auch weer⸗maͤgtig. 
3.) ſehr, ausnehmend. Maͤgtig groot: | überaus | 
groß. Maͤgtig heet: ſehr heiß, I 
Amagtig, Amägtig, für Anemägtig. ©, im Buch 
ſtaben A 
Unmägig, Unmechtig, nicht mächtig, mas hicht in... 
jemands Gewalt if, non compos. In den Pri 
vileg. des Fleckens Buͤcken (f. Ratblefs Geſchich⸗ 
te der Grafſch. Hoya und Diepholz, Tb. III. S. 
116.) heißt es: Toge aber Jemand daruth 
- in andere fromde Jegendt ohne Unfern Bil 
fen, da wy finer unmechtig weren — de 
ſchall duffe Gnade verwrogt hebben : würds 
abber jemand ohne unfern Willen in eine fremde 
Gecgend ziehen, da wir feiner nicht mächtig wären, | 
Ä der foll dieſer Gnade verluſtig ſeyn. 
Voll- -mägtig. S. unter VuLL. 
Weer-mägtig. ©. unter "WEREN (n). 
‚Mägtigen, Macht und Recht zu etwas erteilen, be⸗ u 
vollmaͤchtigen. Gemaͤgtiget weſen: Macht ha⸗ 
ben, bevollmaͤchtiget ſeyn. In einer Verordnung 
des Raͤths von 19593, wodurch die fo genannten 
5 Stuͤcke ohne Gnade in den bremiſchen Statu⸗ 
“zen gemildert werden: Wy Borgemeſtere und 
Rahtmanne der Stadt Bremen don kundt 
und tho weten — nachdeme wy — gemaͤch⸗ 
tiget geweſen, und noch ſeyn u. ſ w. 
Undermagten, fich ermächtigen, unterwinden, anmaſ⸗ 
fen. S. Undermaten, unter METEN („). 
Möge mr 1.) Vermögen, Macht. A. S. Mæge. 
M Besten 


"178 Zu _ Moa. 


I Vaeltete Kedensarten find: volle Möge, Boll: 
mache. Möge hebben: Macht Haben, können, 
- Man fagt auch noch: dat was fien Möge, nig: 
das war nicht in ſeinem Vermoͤgen. | 
2) Wohlſchmack, Appetit. EIF fin Möge: ein 
jeder. folge feinem Geſchmacke: chacun a ſon 
gout. Aver Möge eten: über ſatt eſſen. R 
Msgehaftig, 1.) eines Dinges habhaft, der die 
Macht und Uebermacht hat, ſich bemaͤchtiget bat. 
Es wird nicht mehr gehoͤret. Vogts Monum. 
ined. T. J. p. 486. De deme oͤverfolde unde 
worde moͤghafftig: welcher denſelben uͤberfiele 
und uͤberwaͤltigte. i 
2.) vermoͤgend, bey Kräften. Bremenſ. T. II. p. 
498. Dat Gotfridus — in de Buden vor 
deme Ghevele veer arme Luͤde, de oͤn behege⸗ 
lyk find, ſetten moghen, unde in de holtenen 
Buden ene vrome moghenhaftige Vrouwen, 
unde de ſchal de erben. veer kranken Luͤde 
vorheghen ꝛc. daß er in die Buden vor dem Gies 
bel 4 arme Leute, die ihm gefällig find, ſetzen 
möge; undin bie Gölgerne Bude eine feomme Frau, 
Die noch bey guten Kräften ift, daß fü ie bet odber 
meeldeten 4 kranken Leute pflege. 
Mich 1.) möglich, thunlich, Leicht zu leiſten, mäß 
ſig, billig, erlaubt, Welche Bedeutungen alle | 
eine aus. der andern flieffen. S. Haltaus unter - 
diefem Worte, - Renners bremifche Chron. im fer 
ben Erzb. Albere II. Do fede de Kopmait, 
IE duchte ehm wißlich und geraden fin, dat | 
J mem einen mioegeliten Schott lundigede up 


Moa . i79 


- | \.. on . Ä 

- Dat. men de. Sefangenen loͤſede: da ſagte die 
" Kaufmannfchaft, es dünfte ihnen vernünftig und 
rathſam zu ſeyn, daß man einen mäffigen Schoß - 
ankuͤndigte ꝛc. Brem. Barbier: Kolle von 1499. 
Dar Cnaͤmlich im Kriege). fihall defulve finen 
Soldt ock mede entfangen, und hebben van 
den Wunden luttich und grot vor fine Arbeid 
seinen moeglichen Pennich: d. ü ein billi— 
ges Geld, So auh Kind. R. Art. 170 wo . 
von dem Hopfen, der. unverfauft übrig bliebe, ver⸗ 
ordnet wird, daß er folle aufs Rathhaus geleger 
werden, und bafür foll man mogelid) Stedegelt 


van geven: ein mäfliges Stättegeld geben. 


. Stat. go. Dat ſchall he eme gelden, und fis 
nes Arbeides Ionen, als idt dene Rade mo⸗⸗ 
gelick dunfet: das ſoll er ihm erftatten, und für 


feine Arbeit lohnen, fo wie. eg dem Rathe billig | 


dünfe. Ord. 2. Unde dar ſchall men deme 
Seryvere mogelick —— vor geven. 
Man ſagt auch noch: ene mögelife Bede: eine 
Bitte, welche leicht kann erfuͤllet werden. 
=) adv. vielleicht. H. moogelyk. Zr, peut efre. 
Idt kan möglif angaan: es kann vielleicht ge | 
22: heben... 
Mogenheit Bermögen, Kraft. Erb. Chriſtofſers 
Vergl. mit den Ständen des Erzſt. Bremen von 
1534. Welchen wy ock mit aller Macht ge⸗ 
treulich keren und af wenden willen. | S. Caß 

ſels Bremenf. T. J. p. 589. | 
Vermögen ; Dar vermögend woihelen- vermoͤ⸗ 
| EM a Be 3. 


is 00 Mon 


gende it, ſtotz J einig auf Reichthum und 
Macht, großthuend. R. u. 
"Moık, Moje, Muhme, matertera. 5. Moei, 
NMoeye. Rein. de Vos, 1. B. 32 Kap. 
Seed doch hir, myn leve Moye, | 
af mob nu dregen yuwe Schoge, 
Mir fagen jege dafür Waſe oder Waͤske. 
Moss; ſchoͤn, huͤbſch, fein, artig. H. mooi, mooye. 
Ene moje Deern: ein ſchoͤnes, huͤbſches Maͤd⸗ 
chen. Sik moje maken: ſich ſauber kleiden, ſei⸗ 





nen beſten Putz anlegen. Se is moje an tagen: 


fie iſt zierlich gekleidet. Dat geit moje: das ge 

‚bet gut. Daar will niks anders van weren, 

a8 .moje Weer: diefer Sturm (Gefahr, Ver 

- druͤßlichkeit) wird ſchon vorüber gefen. ° 
| Moır,. 2.) Mühe, Arbeit. Gevet jou fine Mioie: 
bemuͤhet euch nicht, | 

=) Kummer, Gram, SHeryleid. Diefe beyde Be⸗ 
deutungen hat auch das Gr. uoyoc. Verwandt 
find moͤde, moͤe, müde, 


va Moiheit, und Moite, eben daſſelbe in beyden Bedeu⸗ 


tungen, H. Moeite. Schw. Möda. Gr. uoyos 
und wog. He maket ſik een Hupen Moite: 


| er gibt fich viele Müpe, Menners Epron, unter 


dem 3. 1366. Stodden oh, ‚Hollmanns 


PDoͤren in ber langen Straten entwei, ſchlo⸗ 


gen oͤhme mit einer Genſen dodt, und hingen 
obohme in fin glafe Fenſter vor ſiner Doͤre — 
ddo dat fine Fruwe fach, vell fe in ohre Kame⸗ 


⸗ 
14 v 
r 


ten von, Moyheit und Schrecken dahl, ge 
noht eines Kine, und ſtarff korts darna. 
Eben 


20000000... Möı. 0.0, 181 
“ Eben derfelbe: A. 1368. ftarff des Biſchups 
Vader, Hertoch Magnus (von Seaunſchw. 

von Moite und Bedroͤffniſſe. | 
Unmoite, Muͤhe, Unluſt. R. | 

Moite -'maker, ein unrubiger, Menfh, der andern 
Muͤhe und Verdruß verurſachet: ein Meutma⸗ 

her, Aufruͤhrer. R. fagt, daß es in der letzten 
"Bedeutung, in Hamburg, nicht Ablich ſey: wir 
aber brauchen es allerdings alfo. J 

Moielik,.1.) muͤhſelig, was Muͤhe und Verdruß er⸗ 
wæecket, Ene moielife Sake: ein verdruͤßlicher 
Handel‘ 

2.) leidig, erdruͤßlich, unzufrieben ; der Muͤhe, 
Verdruß und Leid empfindet. He id ganz moie⸗ 
lik daar aver: er iſt ſehr verdruͤßlich deswegen: | 
er grämer fich darüber, . 

Moien, Müße made, kraͤnken, beteüben, affigere, | 

eruciare. In Osnabr. moggen..S. Alt Fraͤnk. 
muen, muohon, muwen. H. moeien. Gr. 
uoyew. Luther braucht das einfache mühen. für 
bemühen, Mühe machen, befehwerlich feyn, Marc, 
V. 35. Dat moiet mi; aud) in der zurück keh⸗ 
renden Bedeutung (fenfu reciproco) : Ik moie . 

> mi-daar aver: das. ift.mir leid, ich gräme mich 
darüber. De Minsk moiet mi: und: if moie 
mi aver den Minsfen: der Menfch bauret mich, 
= Ach bedaure den Menſchen. In ber erften und eis 

‚7 gentlichen Bedeutung des Bemüpens brauchen wir 

es nicht mehr; fondern das folgende: - , 

Benin, bemühen, Muͤhe machen. Eendr. od den | 

„Rath nicht wider bemoyen und befehmehren: Ä 
. \ M3 


— 


. 182 Ä Mot.- 

auch dem Rathe nicht weiter Dig: und on 

den machen, | 
 Bemoiung, Bemuͤhung. 

Mounpr, und Molle, eine Mulde, alveus, mactra. ü 
A. S. Mele. „Sn Hamburg Molge,  Mölle, 
Idt reegnet, a8 oft mit Mollen gote, fagt 

| man von einem flarfen Regenguſſe. 

"Mölken (os), Lleine Mulde Kuͤnd. Rolle Art. 
118. (105.) Nemand ſchall Molden, Tröge, 
Töver, Schuppen, Moͤlcken (in einigen Ab⸗ 
ſchriften ſtehet Melen), offte dannen Delen, 
buten unſer Stadt, mit Vorworden beſlan: 
d. i. auſſer der Stade beſprechen und aufkaufen. 

MöLe (or), Mühle, mola, molendinum. E. 
Mill. H. Meulen, und Molen. Fr. Meule, 
Moulin. Daͤn. Molle. Celt. Melin, Milin, 
Meul, Mulinn. A. S. Mylen. Gr. vun . 
Man ſehe, was unten bey dem Worte Mur 
bemerket if. Dat is nog inder Mölen: an 
dem. Vorhaben wird noch heimlich gearbeitet, 
Daar id wat in der Mölen: man hat etwas 
vor, das bald ausgeführet twerden fol. He het 

enen Slag van der Windsmölen: er ift im 
Kopfe verrücke. Dat is Water up fine Mole: 

. das kommt ibm fonderlich wohl zu Statten. 

..MoıLxen. ©. unter MELk. 

MorT,.1.) Mat;, polenta. %. S. Mealt. €. 
Malt. H. Mout. Hoppen un Molt is an di 
verlaren: an dir find Koften und Mühe verloren. 
Havern Molt: Habermas. S. Stat. 23. ". 
=) ein Dale, ein Dan Sarie von 4 Schef⸗ 
feln· 


* 
| 


Mom. 283 | 

feln. X Engl. Maulder, Malder. Lat. barb. 
molcium, maltra, ınaltrum, maldrus, und 
maldarium. . ®on bem Goth. Mell, Mela: 
el, Mal: Schw. Mææcel: Flandr. Mael: ein 


Scheffel, Maag. Die erſte Bedeutung Malz iſt 


vermuthlich aus dieſer entſprungen. Een Molt 
Roggen: ein Malter Roggen, u 
Molten,. Malz machen. H. mouten, | = 

‚ Molter, ein Maler, der Malz machet. Holt. Mon 

ter. W W 
Möme (oe), Mutter, Mama. Cambr. und Engl. 
| Nam. Fr. Maman. Span. Mama. $at. mam- 
. Gr. wann, waumer, weumaav. Seht 
nennen nur noch faum die Kinder der. ngefchlifs 
fenſten Bauern ihre Mutter Möme: vor Alters 
aber bedienten fich auch Perfonen vom vornehmen 
Stande diefes Worts. In einer Urkunde von 
1369, benm Vogt Monum. ined. T. Il. p. 174. 
Allen Süden, den defe Bref geoghet werd (zu 
Geſichte kommt), do wy under Kerften, . 
- Grefe to Delmenhorft,. wittliden un open 
bar, dat: vor uns, un unfe Möme, geweſen 
hebbet Elaus Fleckenſchild ꝛ)c. Das Sprw. 
Dat ſcholl de Hund ſiner Moͤme nig geven, 
wird auch hier, wie in Hamburg, von einem Lecker⸗ 
biſſen geſaget. 
Momme, Mömme (on), und Memme, ift eben daſ⸗ 
ſelbe. Die Kinder nennen ſo ihre Ammen und 
Waͤrterinnen. Fuͤr einen weibiſchen und verzagten 
Maſthen I brauche es auch die Hochdeutſchen. 
Ma.  Mömeken- 


| 254 


Mox. Mor Mon. 


‚Mömeken- kind, .Mömeken- föne, ein vergdetfts u 


Kind, Mutterſoͤhnchen. R. 


‘ Monwnıx, Monnk, oder Munnk: ein Mind. it. 


ein Schilderhäusgen. Iſt aus Dem Gr. novayoc, 


monachus. Monneken, zum Verſchnittenen | 
. machen, caftrare. | | 


M oPs, ein Mopshund. ik ein ungefchliffener: dummer | 


Menfh. Wir fegen dieß Wort, da es im Hoch? 
deutſchen eben ſo bekannt iſt, nur deswegen her, 


um dem alt: fächfifchen Urfprung deſſelben zu bemer: 


Een: nämlich von einem Worte, welches die Engl 


länder ohne Zweifel aus dem Angel-Sächfifchen, 


beybehalten haben, bey uns aber verloren ift, ‚to 


mop, ein häßliches Maul machen, das Maul aufs 


werfen. - Demnach fi ind Die Möpfe alfo benennet 
wegen ber eingebogenen und ſtumpfen Naſe. Mit 


— 


wenigerm Grunde leitet es Wachter ab vom Gr. 
wu), myops, uͤberſichtig. In der uneigentli⸗ 


chen Bedeutung, fuͤr einen dummen Menſchen, ſa⸗ 
gen die Engländer Mope. Moppel, oder Mops 
‚pelfen, ein Fleiner Mops. Womit Muffel, ein 


Dickmaul, der groffe Lippen bat; it. ein Hund 


miiit einer Dicken Schnauze, genau uͤberein kommt. 


Fr. Muffle, Schnauze, ein haͤßliches Maul, 


-„ Moor, Mutter. ©. unter Mover, ., 
“Moor, Nagt-moor, ber Alp, incubus, ephialtes. 


2. ©, und Schw. Mara. . €, Night-mare. H. 


' Nagt-merrie. Fr. Cauchemar. Chytr. No- 


mencl. Sax. Nacht⸗ maͤr. Aus Vergleichung 


dieſer Dialekte erfcheint, daß unfer- Moor vers 


derbet iſt aus Mine, Mar, Site, Pferd. S. 
J Wachter 


N 


N 


nırwen, 


| Mor \ 188. 
.  MWachter unter Mar, Nacht-mar. De Moor 
.. het em druffet: oder, de Nacht: moor het em - 
reden: der Alp’ bat ihn gebrücket, oder geritten. 
Es hat dieß Wort nichts, als den laut ‚gemein 
mit Moor, Mutterbeſchwer. 
Moor, und Moorjaan, ein Mohr, Maurus. Dieg 
Wort bat vermuthlich den Begriff des Schwarzen 
und Dunkeln: welches auch in dem folg. Moon. 
Moraſt, fihtbar if. Vergl. das Gr, dpaupacı.. 
dunkel. ©. Wachter. J 
Mauritania nomen | | 
Oris ‚habet, titulumque fuo fert ipfa color, 
Manil. Lib. IV, Mooriaan ift auch bey den 
Holländern gebräuchlich. . He fut uut, as en’ 
luͤtzjen Moorjaan: er ſteher ſchwarz aus, wie 
ein Feine Trr 
Moor, fümpfiges, moräftiges fand ; beſonders ein 
ſolches, woraus der Torf gegraben wird. ©. 
Mere. sl, Myra. €, Mere, Moor. H. 
Moer, Moeras. Fr. Marais. Man vergleiche 
Mudde, Mudder, Made, Mae, welche 


Wörter bey uns das Hochdeuefche Schlamm aus 


druͤckeß: und Moder. Celt. Mor, Meer, ma- 
re: und Morfa, Sumpf. Lat. barb. mora. 
Morime fagten. unfere Vorfahren, anftatt Moor. Sm 
Morime: im Moore, 
Morig, Moorartig, motaflig. Lat. barb. morinus, 
morofus. | | 
Anmorig, etwas moorartig. - Das Land ift anmorig, 
wenn es mit etwas Moorerde vermenget ift. | 
Moor-aal, „ein Aal aus ſuͤmpfigem Waſſer , welcher 
Ms5 Ä raue 


⸗ — 


z, [ 


186 ; u Mor. 
brauner von Farbe if, aie der Fluß⸗ ober Befen 
Aal. 

Moor-damm, ein Steinweg durchs Moor. 

Moor-farer, ein Schiffer, der mit platten Fahrzeugen 
(Eken oder Bukken) den Torf aus vem:@oort, 
‚die Wefer herauf, an die. Stadt bringt. 

Moor- -maier, ein Maier im Moore, colonus in ter- 
ra paluſtri et bituminofa. 

Moor-vaagd, ber Auffeher des Torfmoors. 

Moor - vagel, ein Waſſerhuhn, fulica. E. Moor- 
hen. 

Moor-wurteln, Paflinaten , Mooreüben : weil fie 

gern in ber luckern Moorerde wachfen. - Junius 

‘ in Etym. Angl. merfet an, daß More an eini⸗ 

gen Orten Englands eine Wurzel bedeute. . X. 
©. Feld-mora, Paſtinak. Auch die Hochdeuts 
ſchen nennen die gemeinen gelben Rüben Moͤh⸗ 
ten, gelbe Möhren, die doch beſſer in fandigen, 
als moraſtigen Gegenden wachſen. 

Avermörsk, jenſeit dem Moore, was uͤber das Moor 

"herkommt. Avermoͤrſke, oder anermörffe Bu⸗ 
ren, nennet man in Bremen die Bauern, welche 
bie hohe Geeft hinter dem Moore: ‚bewohnen, und 
fich eben fo ſehr durch ihre einförmige Kleider, 

tracht, als durch ihre Sprache von andern, in 
uunſerer Machbarfchaft wohnenden, Bauern un⸗ 

\ terſcheiden. 

MöR (on), muͤrbe, morſch, weich, mollis, fragilis. 
A. ©. mærwa, mearu, mearwa. Alt Fraͤnk. 
mar. Ge m meur. * morw, murw, Gloſſ. 

won | Pez. 


TOTEN 


Mor, / 187 — 


Peæz. muruui, teneritudine. lacherlich iſt die 
. Ableitung vom fat. mollis. | 
Mör- brade, das zarte Fleifch, welches unter den Nie: 
| ren, am Ruͤckgrate der Rinder und Schweine 
| figt. mufculus pfoas. R. | Ä 
Mo: orp, homicidium, caedes. Cod. Arg. Maurthr. 
X. ©. Mordur, Morthier. €, Murder. : 
Fr. Meurtre, Hieher gehöret das Eelt. Murn- 
‚dwrn, heimlicher Zodtfehlag, ‚von Murn,. Nach: 
ftellung, infidiae:- und A. ©. Morth, der Todt: 
at. mors: Gr. woeos: Perf. Mork. Dat di 
de Moord flae: dag dich der — iſt ein gottlos 
fer Fluch des Pöbels, | 
Moorden, Afmoorden , - Vermoorden ,_ ermorden, 
Die Holländer fagen auch vermoorden. Glofl. 
Pez. farmurdran. Perf. mordaniden. Die 
übrigen verwandte Dialekte f. beym Wachter. 
Mördener (es); Mörder, €, Murderer. 9 Moor- 
denaar. . 
Moord-berner, Mordbrenner. Ord. 102. 
Mordlinks, moͤrdlich, moͤrdlicher Weiſe. 
Moor-kule, Mordgrube, Moͤrdergrube. | 
Moord - fchelm, ein benfermäffiger Buße, Galgen⸗ | 
Dieb, j | 
Moord-vagel ſoll eigentlich. einen Raub; ‚oder Stoßvogel | 
bedeuten. Wir nerinen aber fo ein Pleines Roll 
brett mit feinen eingefchnittenen Streifen (ftriis), 
mit einer-gleichfalls geftseiften. Walze, mit wel: 
chem das Frauenzimmer die Spigen des Kopfpuz: 
zes Fräufelt, Damit fie deſto vie an das Geſi cht 
radeln ge 


\ 


/ ‚Moxcen, 


\ 


188 Mor 
MorGEN, 1.) cras, mane, tempus matutinum. 
Cod. Arg. Maurgins. %. ©.’ Mergen, Mor- 
„gen, Marne. €, Morne, Morniig, Morgen: 
„geil: morrow, adv. morgen, cras. Moren⸗ 
- morgen fügt man im Haunde, für, morgen früh: 
E. mörrow-morning. Morgen is de Nagt 

wege: ſ. Nacr. 
2.) Ein Morgen Landes bäte ſehe Hund, ober 

720 Ruten 


Morgen - fprake, 1.) die. vorläufige Rathspflegung 


der vornehmſten Glieder des Raths, welche des 
Morgens fruͤh gehalten wird, ehe ſich der ganze 
‚Rath verſammelt. Sonſt auch. Morgen; read, 
conſilium matutinum. Daher iſt die Redensart 
zu erklaͤren: Morgen⸗ſprake holden: die Koͤpfe 
zuſammen ſtecken, uͤber etwas rathſchlagen, ohne 
Zuziehung anderer, welche die Sache mit Ange: 
ber: auch: insgemein, über feine Angelegenheiten 
rathſchlagen. 


2) die Zuſammenkunft der Handwerkszuͤnfte, in | 
welcher fie fich über die Angelegenheiten ihrer Zunft _ 


berathfchlagen. -Conventus et confultatio opi- 
ficum matutina. Es gefchiehet folches des Mors 
gens; wie vor Zeiten alle feierliche und gerichtliche 


‚Handlungen des Vormittags, bey Sonnenfchein 


vorgenommen wurden, : Daher die Frage, bey 
Hegung eines Gerichts , ob es ſolche Tages 
zeit fen), daß man Gericht balten möge? ©. 
Muldeher in relig. Juris Germ. in Stat, Fran- 
cuſinæ eivitat. deprehenf, $. 2 | 
Morgenfpraks: heer, ein Rathsherr, welcher; unter 
oſfentlichen 


“N . Nos Mor. 189 


offentlichem Anſehen, bey den Verfammhingen der 
Zuͤufte gegenwärtig ift, nicht nur, um den Bes 
rathſchlagungen Anſehen und Gewicht zu ‚geben, 
: fondern auch, um zu verhindern, daß in folchen 
Verxſammlungen etwas verhandelt werde, das zu 
Aufruhr und Meuterey Fönne Anlaß geben. Die 
fes gründet fi auf dem 6ten Art. der Eendragt. 
ORTAAN, gemengtes Metall, lockenfpeis, zes. . 
it Meſſing. Es ift in dem Munde bes gemeinen - 
.- Mannes verderbt aus. Metal, Ken mortanen 
Möfer: ein Mörfer aus: Metall, oder Mefling. 
005, Gemüfe, Zugemüfe: :befonders,. eine Mehl . 
ſuppe, Brey. R.und S. ©. Wachter. Kinder 
mötet nig.alle Moͤſe fchmeffen willen: Kinder 
muͤſſen nicht alles ſchmecken wollen, | 
ösken (os), diminut. eine Mehlfuppe, Pap fuͤr 
die Kinder Moͤsken⸗geſigt, ein blaſſes Ges 
ſicht, ein Menfch von blaſſer und kraͤnklicher Ge 
ſichtsfarbe. | | 
fitt-mösken, eine Nehlſuppe von Weizenmehl, in 
Milch gekocht. it. : ein Menſch ‚ ber blaß und 
ſchwaͤchlich ausſiehet. 
lengel-moös, ein Gericht, fo aus vielerfen Sachen 
zuſammen geruͤhret und gemenget iſt. it. ein jedes 
Mengſel, auch von andern Sechen, ein in Miſ J 
maſch. 
loſen, zu Muus machen, quetſchen. R 
[öserR (os), Mörfer, mortarium. 
lösen (on), müfen. R. Ik moot, du mooft, 
- he moot, wi.mötet ic. Ik moſte, ich. mußte, 


. 5 


It hebbe moſt , ich habe gemußt. 5. moeten. 


ẽ. 


190 


" Mor. 
E. i'muft, ich muß. A. S. ic mot, id kann, 
ich darf. Moͤten is Dwang: gegen die Noth— 


wendigkeit kann man ſich nicht ſtraͤuben. Men 


de Buur nig moot, ſo roͤget he nig Hand nog 


Soot: der Bauer will gezwungen ſeyn. | 
 — Möten (0), 1.) entgegen. geben oder. fommen, ; 


begegnen, occufrere, obviamire. Cod. Arg. 
motjan, und gamotjan. A. S. gemetan: E. 
meet, H. moeten ,. gemoeten , ontmoeten, 
.Dän. möde. Schw. möta. In dem alten 
Saͤchſiſchen Hatte es auch die Bedeutung des Zu⸗ 


ſammen kommens. Denn welche ſich begegnen, 
die ſcheinen ſich zu verſammlen und zuſammen zu 


—4 


kommen. Daher Mote, Gemot, eine Verſamm⸗ 


‘fung: Wittena-Gemot, die Verſammlung der 
Weiſen; welches in England unter. Der Heptar:; 


hie die Benennung des Parfements war: Folc- 
mot, die Zufammenfunft des Volks: Mot-bell, 


eine Sturmgloce, wodurch nämlich das Wolf zu 


ſammen gerufen wird: Mot-ern,:. ein Contilk 


um: und nod im Engl, Ward-mote, die Zus 


ſammenkunft der Bürger eines Quartiers in einer 
Stadt: Hal-mote, u. am. S. Spelm. Glofl. 


p. 236. 273. 422. Schw. Preftemöt,. fynodus 
presbyterorum. Isl. Mot, ‚Begegnung, Ver: 


ſammlung. Hieher gehoͤret auch die alte Benen 


nung ber hieſigen Gegend um Bremen, Wigmo- 


dia, welches fo viel heißt, als ein Ort (Wig, 
Wir, vicus), wo die Landftände fich verfamm | 


len, mit dem untergebörigen ‚Diftrifte, Das 


Staymmwort ift. noch in der ſchwediſchen und daͤni⸗ 


ſchen 





Mor 2002. TOR. 


ſchen Sprache, woſelbſt mod fo viel bedeutet, als 

gegen, wider: daher müten, begegnen; eben fo 

das Hochdeutſche begegnen y von gegen. Rein. | 
de Vos 2 B 1 Kp. 

| Ick dachte, he wolde my: vruntlyck moten: : 

ich ‚meinte, daß er mir in Freundſchaft entgegen 

gehen, mich freundfchaftlich empfangen ‚wollte, 


Die Ueberſchrift des gten Kap- heißt: Wo Mar | 


ten, de Ape, veyfede na Rome, und Reins 
den motte: und Reinken begegnete. In dieſer 
Bedeutung brauchen wir es jeßt nicht mer, fons 
dern fagen dafuͤr bemoͤten. | | 
=) im Laufe aufhalten, aptreiben, Einhalt thun, 
widerſtehen. R. Dieß iſt leicht aus der vorigen 
Bedeutung her zu leiten: denn welchen: man im 
taufe aufhalten will, dem muß man entgegen ges 
Sen, De löpffen Peerde möten:- die flüchtigen 
Pferde aufhalten. Möt Hund, möt Hund, 
he het'n Schinken i im Mund: Haltet. dei. Hund 
auf, er hat in der Küche geſtohlen. 

At möten,. abtreiben, abwehren, verhuͤten, arcere. 
De Koie van't Koorn af moͤten: die Kühe von 
der Saat abwehren. | 

Bemöten, begegnen. H. gemoeten, ontmoeten. R. 
In der Faum vergangenen Zeit wird ein d anſtatt 
des t gehöret: He bemodde mi: er begegnete, 
mir. . 

Möte, Begegnung, Zufammenkunft, occurfus, con- 

greſſus. Es ift das pure A. ©, wie 'oben bes 
merket if. Isl. Mot. €, Meeting. H. Ont- 
moeting,. Enem in de Mit, oder to Moͤte 


KAM“ 


) \ 


1. Mor. 


gaan· einem entgegen gehen, | ire in occurſum. | 
Dän. at gaar een i Möde. In de Möte fm 
men: entgegen kommen. Enem in:de Möte 
ſteen: einem entgegen ſehen, mit Verlangen nach 
einem warten. Dat hebbe if all längft to Möte 
ſeen: das habe ich ſchon längft vermuthet. Ä 
Gemöte, Gemood, Begegnung. 5. Gemoet. 9. ©, 
Gemot, Zufammenkunf. Mein. de Vos, S. 
49. (Wolfenb. Ausg. 1711. in 4. | 
Sodanen mochte uns by Daghe möthen, 
He ſcholde ung feer fruntiyf gröten. . | 
Queme he by Nachte in unfe Shemod, | 
He dede und quad, un nummer gud. d. i. | 
Wenn ein folder uns bey Tage: begegnete, fo ' 
‚würde er uns ſehr freundlich gruͤſſen: kaͤme er-uns 
aber bey Nachte entgegen, ſo wuͤrde er uns Boͤſes 
erzeigen. Und ©. 52. Etlyke loͤven an de gus 
den Holden, . etiyfe an. de ſwarte duͤvelſche 
Kunft, etlyke an der Vogelſchrey, etinfe an 
gud Gemöthe, als :efte em to Möthe fumpt - 
eyn Deer, efte enn Vogel, efte ander ſoda⸗ 
nes, dar he fonen Loven hen ſtelt. Vermuth⸗ 
(ich geboͤret hieher die Redensart: ta Gemoͤte 
foͤren: Vorſtellung thun, ver Augen ſtellen; 
eigentlich, entgegen bringen: obgleich die Hochs 
deutſchen zu Gemuͤthe führen fagen.. In dem. 
ſelben Sinne brauchen auch die Holländer, te 
Gemoet voeren,: Denn wir bedienen uns diefet 
Medensart auch von Sachen , wobey das Gemuͤth 
nichts zu tbun hat, . 3. E. von einem, der mit 
gutem Appetit eine sanft ausgelseret bat, fagt 
| man: 


Mov. Mus J 198 


man: Dat het he fit to Gemoͤte foͤret: gleich⸗ 
ſam, er hat die Hand mit der Speife dem Munde | 
- entgegen geführet. | 
Mouz, Aermel, manica. R. ſchreibt es s Maue. \ 
Hell. Mouw. Mouen an to fetten weten: ei: 
— ne Sache geſchickt anzugreifen wiſſen. Ene Pre⸗ 
digt uut der. Mouen ſchudden: eine Predigt | 
aus dem Stegreif halten, ohne vorhergehende nö; 
thige Meditation. Won einer folhen Predige 
"pflege man auch zu ſagen: fe ruft na der Mou⸗ 
en, d. i. man merkt es, daß fie geſchuͤttelt ift, 
Quadder-moue, Handkrauſe, ein Aermel von ſaubern 
| Linnen mit einer Einfaftung, ‚ welche vor der Sand Ä 
I zugeknoͤpfet winidd. 
| Vör-moue, daſſelbe. | | 
. MucnLicH, baffelde mit Murrıa.' 
Munns, Mudder, Schlamm, diefer Korb, "Engl. J 
Mud. H. Modder. It. Mota. Ben den Frame 
zoſen iſt moite, feucht, naß: madidus. Es 
kommt uͤberein mit dem Hochdeutfchen Moder,. 
und unferm Made, Mae: auch mit dem Gr. 
 wudav, faulen, ſtinken. Alle dieſe Wörter find’ aus 
dem Celtiſchen Mwyd, Feuchtigkeit, Befeuche 
tung: mwyth, weich: und mws, faul, ſtin⸗ 
kend. 
Mudden, mit einem feuchten Tuche- den Unflat vom 
Geſichte wiſchen, wie man den Kindern thut. Im 
Hannoͤv. muthen: in Hamb. mutern. = 
Muddenig, korbig, ſchlammigt. E. mudaed, und. 
muddy. H. modderig, , 
Muddern, einen Graben vom Sstanm zeinigen. Be 
N 


er 


\ f} — 


m. 


fie, einen Sielgraben, oder Hauyt⸗ Waſſer⸗ | 
. zug, beym Durchſturz des Waſſers, mittelſt Ruͤh⸗ | 
rung des Schlammes reinigen,: und folcher Geſtalt 
ſpuͤhlen. Welches fonft auch rühen heißt. Den 
Graven uut myddern: den Graben vom Schlam: 
me reinigen. H. modderen. E. muddle. 
„Muddig; ſchlammigt, truͤbe. E. muddy, maddily. 
Dat is nig muddig: das’ darf fich ſehen laſſen. 
Anſtatt deſſen auch einige Hochdeutſche zu ſagen 
2.75 pflegen: das Ding hat ſich gewaſchen. R. 
Ä Mudje, auch Mudde, und Mutte, eine Sau, Fer: 
kenmutter. Weil fie geen im Schlamme wuͤblet. 
it. ein ſchmutziges Weib, Eine Sau mit den | 
Ferken locket man mudje, mubje. ‚Spw. De 
Varken fönt nig liven, mat de Mutte vers | 
fehuldet het 2 die Kinder Fönnen nicht ‚büffen, 
was ihre Yeltern verſchuldet haben. Ener Mut⸗ 
ten Toom: Sachen von einer Art, deren das ei⸗ 
‚ne nicht beſſer oder ſchlechter iſt, als das ‚andere, 
nr & Toom. | 
. Mudder- hamen, ein eiferner Ring , woran ein ehe 
beutel befeſtiget iſt, mittelſt deſſen man den Schlamm 
ans den Waſſerloͤſen, Betterungen oder Sielged 
ben ziehet. Ä 
Mudder- möle, eine Maſchine, wie eine Mühle, wo⸗ 
mit der Schlamm aus den Graͤben und Teichen 
gebracht wird. H. Modder-meule 
| Mürreın, vorne im Munde effen, wie Leute, die 
- Feine Zähne haben. Iſt in Hamburg- gebrätch 
fih. R. Man feitet es gewöhnlich ab von Mund⸗ 
„vol ©. sus in Mimpfe. In Baieru ſagt 


man 


194 U Mun, Mein 


& 





D » " 
J C 
Br ai - x B 


man mimffeln : | hier i in. Bremen aber iſt mum⸗ 


meln uͤblicher. 


Morten, maulen, proßen, aus Misvergnügen das — 
Maul hangen laſſen. Muffer, der das Maut, 
hangen laͤßt. Im Hannoͤv. Sonſt iſt Muffel ein 

Dickmaul, ein Hund mit einem hangenden Mau⸗ 


. . Je Fr. Muffle, ein haͤßliches Maul. E. to mop, 
ein'haͤßliches Maul machen. S. Mops. - 


Murren, ſchimmlig, anbruͤchig riechen, oder ſchmek⸗ J 


‚ten, ſitum redolere. Iſt bey den Hölländern 


ebenfalls uͤblich: bey welchen auch Muf, den 


Schimmel, verdorbenen Geruch bedeutet. 
Muffg, was ſchimmlig und anbruͤchig riecht oder ſchmek⸗ 
tet, mucidus, ſitum redelens.. Wir fagen 


auch mulſtrig In Hamburg muffig und much = 


li. R: 


Mucar, Müde, culex. | Man vergleiche das kat. 


muſca. Gr. wie. barb. uuvœ. A.S. Mycg. 


Daͤn. Myg. H. Mugge. Fr. Mouche. Böhm, 
Maucha. Nach dem von Stade, in.der Erlaͤut. 


bibl. Wörter, S. 440. follen fie den Namen has 


‚ben von muffen, den Mund aufthun: meil Die. 


Mücken, wie er hinzu füget, das Maul wohl res 
gen koͤnnen, weil fie herum fliegen: und zugleich 


‚der fange Beine hat. -Muggen hebt de vof. 


| Ruggen? ſagt man im nSorichworie zu jungen 
Na 


Leuten⸗ 


.. Mer. _Mva. 145 


mit dem Maul ein Gelaut geben. Allein, die 

Mücken’ find, ihrer Maͤuler wegen, nicht fonders 
lich berühmt, Schilter führet aus Glofl. A. S. 
mſc. an Mogg, longas tibias habens, culex: 


5 196 —* — Mux. 
Leuten, wenn fü e über. Rudeiſhuchen klagen 
tollen: | Ä | | 

‚ Muggen-pootjen. S. unter Por, —W v 

 MUGGERT; Beifuß, artemiſia. Beh einigen Alten 

finder man Buk, Buckeln und Pusgel. S. 

Friſchs Woͤrterb. in Beifuß. 

= Muxe 1.) ein Anfall von Thorbett, narriſcher Eins 

or fall, thoͤrigte Laune. Friſch im Woͤrterb. deres . 
Mucke ſchreibt/ erfläret es: ein heimliches Ue— 
bei, oder boͤſe Art: und fuͤhret aus Fauſtens Luͤ⸗ 
bee, Chron. folgende Stellen un: - Cd war ein 
ns der pflegte bisweilen eine tolle Mude 
zu kriegen. it Er fahe, daß fie die alten Muͤ⸗ 
cken nicht kunten laſſen. In dieſem Verſtande, 
fuͤgt er hinzu, heiße Mucke fo viel, als oeftrum, 

eine Breme, eine Fliege, die das Vieh quäler, 
und bey nahe rafend macht. Und alfo ift dieß 
Wort mie Mugge, Mücke, verwandt, und be 
beutet ein jedes ftechendes Inſekt. In Bremen 
ſagt man gleichfalls: he het Meufen i im Koppe: 
er hat thoͤrigte Einfälle, er ift in einer närrifchen 
Saune He krigt fine ofe Diufen wedder: er. 
verfällt wieder. auf feine vorige Narrheit. Mat 
une, dat vor Mufen? was ift das für ein Uns 
fü nn? 
=) Mauken: wine Krankheit der Pferde, naͤmlich 
wenn ihnen bie Gelenke an den Beinen ſchwellen, 
oder’ knotig werden: tumor ad acetabulum et 
 junfturam tibiæ cum pede. S. Friſch. 
3. ) De Muken teen: loſen, vermittelſt ungleich 
langer Stäbe, ne Halmen welche die Loſenden 
| — ausziehen 


B 4 


{ 


. 


Mur 107 


ausziehen muͤſſen. In Hamburg hat dieſe Mer 
densart eine’ ganz andere Bedeutung, nämlich): 
das Maul, feämmen, Grimaſſen machen: da es 
alsdan Herjufeiten iſt von dent folgenden muk⸗ 
ken, das Mauk;zjehen, den Mund aufthun. 
Muxken 1.) den: Bund eben auftbun, den Mund 
0 Jiehen zum Meden, unvernehmlich reden. Wir 
fagen auch Mufien, und Muf feggen, Gr | 
null. Lat. muffo, .muffito, mutio. €, mut- 
ter. Auch iſt bey den Engländern mock, wie 
bey. den Sranzofen moquer, fpotten,  befonders 
init einem hoͤhniſchen Gefichte, und, wenn es grob 
kommt, mit verzogenem Maule. Gr. ucxoc, 
fanna: uwreedai,. vultu diſtorto irridere: 
— ‚ fubfannare. Muffe di ins, iſt 
eine Drohungsformel: unterſtehe dich einmahl den 
Mund auf zu thun: ruͤhre dich nicht... 
2.) tuͤckiſch, hinterliftig, heimlich ermorden... In bier 
fer Bedeutung fchreibt fich dieß Wort gar aus Iu⸗ 
dien her. Die Indianer nehmen zuweilen das 
Opium in folchem Maaffe, daß ſie gleichfam davon 
beranfchet md toll werden, und in. ber Maferey 
. alles, was ihnen in den Weg fommt, ermorden; 
baben fie beftändig Amok eufen, Daher haben die 
Holländer das. Wort muffen, afmuffen, d. i. 
Überhaupt ermorden, gemacht. Bey uns aber wird 
es mehrentheils nur in der bemerlten beſondern Be⸗ 


a 


— 


deutung gebraucht. 
Af mukken, Bean aus bem Wege zäumen, , ermor⸗ — 
den. 
Ze — 3 u | Mukker 


J ’ . 
} N Fa . N -_.., 
. . , “ > AN > 
- “ [4 h 
’ . . t , . ‘ 


198 | Mur. u 


. Mukker Afmukker,, ein Deucheimbrber, Beiice 
Todefchläger. 


Vermukt, verzweifelt, vertenfelt. Dat is een ver⸗ 


mukten Kraam! das iſt ein verzweifelter Hans 
del. | 


Mvı, Mul, lockere Erde: u, zerriebener Graus 


und Staub von andern Sachen. R. Cod. Arg. 


u Mulda. %. ©. Myl, Mold. st. Mol, Mold. 


E. Mould. H. Mul, Mollm, Gemul. At 


°  fränf. Mel. - Glofl. Lipf. Melm. Bibl. Lyr. 

WGemuͤl. Man fehe Wachter in Mill: und 
..Friſch in Mold. Man kann und muß. diefes 
Wort als-das Stammwort von Mehl, Muͤhle, 


mahlen, malmen u.'g. m. anſehen. ©.Möur. 


Torfsmul; zerriebener Torf. 

Mulm, daffelbe. it. der Staub des verfaulten ober von 
Würmern zerfreffenen Holzes den wir ſonſt auch 
Ulm nennen. Hannoͤv: Moͤlm. Holl. Mollem. 


Mulmig, ‚gerieben, zu. Staub gemacht, von Würmern | 


zerfreſſen. Auch. ulmig, ulmerig. 


| Mailen, zerreiben, zermalmen, zu: Mul machen, con- 


terere. it. ſich felbft zerreiben, zerrieben werden, 


conteri. Notker: mulen. Xsl..myla.. Man 
vergleiche mahlen, molere. Gr, uurAw. Cod. 


Arg. malan. om maala. Celt. malu. Alle 
3— aus dem Hebr. 30 (mal), in particulas mi- 

“0... nimas diffectum.. . ©. Löfcher. de cauf. L. 

Ebr. p. 370: ° - De. harde Torf mullet: der 
harte Torf zerreibet ſich. | 


| Mil -grund, Mol-grund, mürbes Ackerland: in 


Eutgegenſtelung des ſteiſen Abe⸗ landet. 


— 


-Mul- 





| Mul - kare, . ‚eine Schubterre, womit Erde gefahren | 
wird. Davon ifl unterſchieden Kojers Fare. . ©. 
Ä . Kojerm. u Be N 
Mut - hoop, ein Maulwurfshugel. Iſt im Chur⸗ 
Braunſchw. gebräuchliche H. Mol- hoop: E. 
Mole/-hill. J 
Mul ·worp, eulwurf. In Hamb. Bir ſagen in 
Burmen Bin» worp. 9. Mel , Molworp, | 
- - Molworm- €Mole. . I 
Muur, Mule, 1.) Maul, R. und S, Her Wach⸗ Eu 
ir leitet es.her von obigem mulen, mahlen, jew 
veiben., Welche Ableitung man ihrem Liebhaber | 
. verantworten laͤßt. Wir brauchen dieß Wort für 
wol im weiblichen, als ungewiſſen Geſchlechte, 
dat Muul, und de Mule. He het idt in dem 
Mule: es ſind bey ihm Worte ohne Nachdruck. 


He weet daar dat Muul nig na to holden: er 
bat!dazu Fein Geſchick. He het en Muul vorä 


Koppe, ad een Scheer» meft, oder, as een ze 
Slagt⸗ſweerd: er hat ein böfes Maul, 2: - 
2.) Mauleſel. tat: mulus. Renner unter dem J. 

1502. Darna reht de Kardenal (Raimund). 


up einer Muhlen. Ex 
Ko-mule, das Maul von einer Sub, © Verdoon, 
unter Doom. 


Mulen, das Maul bangen laſſen und dadurch, auf . 
eine kindiſche Weiſe, ſeinen Unwillen blicken laß — 
ſen. Vielleicht komint daber das Hochdeutſche 

ſchmollen, welches eben dieſelbe Bedeutung bat, . 

mit Vorſetzung des zifchenden Buchftabens. Enem 
to mulen: oder, enen an mulen: „einem ein 
NA u —X 


r 


200 Mon 
boͤſes und verdruͤßliches Geſicht zu machen, und. 
dadurch feinen Unwillen ſtillſchweigend zu erkennen 
geben. Goddes Gave moot man nig an mus 
len: die Gaben Gottes muß man nicht mit Eckel 
und Verachtung annehmen, Uut mulen, aufbo⸗ 
ren zu maulen. 
Muulsk, adj. und adv. - per bie, Sefien bangen und 
eiin ſauer Geſicht blicken laͤßt: ſauerſichtig. R. 
Muulsk uut ſeen: das Maul bangen ef Ten, 
fchmollen, 
| Muul- trumme, Baukeommel, Drummeien, crem- 
balum. 
"Muul- -wrange, einer, der nicht gern redet, der das 
Maul nicht aufthun will. Muul⸗ wrangiſch, | 
adj. unwillig zum Reden. range bedeutet 
eigentlich, widerfeglich, it. gebrange, was mit 
Mühe bewege. wird... S. WRANGEN. 
 Muvr- Bere; Maulbeer. E. Mulbenry. Hol. 
Moerbeſie. I | oo 


= Mvre, Pantoffel. Sr Muyl. 


. Mürge, ein Gemdfe von eingeneichtem Brodt. In 

Hamburg. R., | 

-MuLjen, himpergaftig malen. An muljen,. einen 
- groben Anfteich.geben, Vergl. das fat, mollires 

Fr. möuiller, anfeuchten, einmeichen.. Cod, 
Arg. meljan, freien. | 

Muljer, ein Stümper in der Matertunft, | 

Mulje-pott, ein Farbetopf. 

MULKEN-TövEeR S. unter Tövern, zaubern. 

Muusterıg, müfsig, das nach Schimmel riecht und 

| | fſchmeckt. 


4 


u er. 2 
Mum. Munm : 2604 


J ſcehmeckt. €; moule, und mould, ſchimmiicht, 
muͤfzig werden: mouldy, ſchimmlicht. 
Munmmeın, 1.) die Speife vorne in dem Hunde 


zermalmen, wie die zahnlofen Leute und ‚Kinder 


tbun. S. €, mumble. 9. mommelen. In 
Baiern mumffeln. Hamb. muffein. R. 


| 2.) Oft ſagt es auch fo viel,. als das folgende mum⸗ u 


peln. . Es ſtammet in beyden Bedeutungen von 
Mund ab. 


Ei Mummeln aber, und. bemummeln, J vermum⸗ I 
men, verkappen, iſt von Mimme, eine far 
Von dem Gr. yopupw, ein Popanz, womit mag _ 


die Kinder ſchrecket. 


Munreın, leiſe, oder. heimüch reden, muſũrara 


E. mumble. H. mompelen. Es iſt entweder 


Be Eu 


von Mund; oderes Brüder den gedänipften fait ' 


Bes Flüftern aus, eben wie muftern, welches in 
derfelben Bedeutung unten vorkommt. Mar 


mumpelt. darvan : es fchleichet davon ein Ge⸗ _ 
ruͤcht herum: : man ſaget es ſich einander ins 


Ohr. 


mux 1.) Mund. S. Wachter. Een Hupen J 


Mundes hebben: ſeinem Munde den Zuͤgel laſ⸗ 


fen: Nein unnuͤtzes Maul Haben. Brik mi den 
Mund nig up, of idt kumt'r Duumsdiffe her⸗ 


ut: brich mir den Mund nicht auf, oder du 
wirft etwas hören, das du nicht gern böreft: reize 
mich nicht, deine Schande auf zu decken. 
2.) die Mündung eines jeden Dinges : befonders, 
. der Ausfluß eines Stromes. Daher fees: muns 
der. wo bie Leeſſem bey Bremen in die Weſer 
— M5 vn 


u { 


. Mvx. u 


>. fälle Trave,munbensmitübetfifche Hafen, ws 
die Trave in die Ofifee fließt, uUnd viele a. me 


Im A, S. und Alt-Feig.:Muth, Mutha. E. 


Month. »- Davon hatt Stadt Emden, in al⸗ 


ten Zeiten. richtiger Smatha, den. Damen befoms 
men , weil daſelbſt vor: Alters: der Ausfluß des 


Baches Ehe in die Ems .gewefen. 113: dis Hrn. 


von Wicht Oſtfr. tandr. & 646. Anm. ). 


Munden, gut ſchmecken, dem Gaumen gefallen. S. 


Dat mundet em nig: das iſt nicht nach ſeinem 


Munde, das ſchmecket ibm micht. H. monden. 


Mündken, 1.) kaum Boften us; J 
2.) einen kleinen Mund machen. = 
-MunD hieß vor Zeiten fo viel, Als Mann, Benftand, 


Beſchuͤtzer. S. Wechter und Srifch.e Daher 


Voriung, welches uͤberhaupt eine Perſon bebeutet, die 
u freie Haͤnde und die Macht hat, etwas zu verwal⸗ 


‚ten: beſonders aber, auſſer der bekannten Bedew . 


— 


tung, 1.) Beyſtand, curator litis. Stat. Stay 


J vor dhem Kat umme eine Claghe, unde erer 
ein fefet einen Voremunt, ofte fe beidhe,. vor 


denf. IV.ı. Quumt ein Minfche ofte twe 


dheme Rade uppe de Claghe, unde fo we Bo; 


u remunt wert, unde wilforet Boremunt t0 
weſende, dhe ne mach dhe DBoremuntfcap 
nicht up gheven, dhewile dhat dhe Elaghe wa⸗ 


ret, an beidhen fiden. So auch Art. 3. Noch 


Pape, noch) Dome, noch- Mannes hovet, 


| dhe benedhen x8 Zaren is, ne mad) Safe vor; 


öheren vor Rechte, noch antworden, nod) 
Sm volakn, ofte gheven 1, ane re 
nde 


Mvums. . u ‚203 : 
unde dhen Voremunt ſcal he keſen vor dhe⸗ 
‚me Rade miene; Und Art.5. So welt Man 
to Voremunde foren wert; vor dheme Rade 
uppe welfe Safe dhat fi, unde fo wat aber 
deghet wert mit dheme Voremunde, it ſi mit | 

Rechte, ofte mit Minnen ofte mit Leve, 

dhat blift al ſtede. J 

2.) ein Vorſteher, Beſchater, , Shchutzherr eines 

Stifts vom vornehmen Range, advocatus. In 

einer Urkunde von 1433, beym Mushard, S. 
206. Wy Otto van Codes. Gin. Greve tor 
Hoye und Vormund des Stichtes to Bre⸗ 
men ꝛc. — | 
Munj&@, Geb, Minze - €. Money. Se Mon- 
noie. A. S. Mynet. fat. moneta. Braan 
Munje hebben: viel Geld haben, reich ſeyn. 
MUNKELR, 1.) heimlich reden „ in geheim ſprechen: 
muſſitare, ſuſurrare. Hol. moncken, und 
monckelen. Man munkelt daarvanz es ge⸗ 
het davon beimtih die Rebe: : man ſagt es ſich ein⸗ 
ander ins Ohr. R 
2.).nebeln, daͤmmern, truͤbe und dankel ausſchen. | 
Hol. monken ‚ obducere vultum , ‚nubilari. 
Idt munfelt, a8 wen't regnen will: die Luft 
wird uͤberzogen , oder truͤbe als wenn es regnen 
will. R. 

3) Eine beſondere Bedeutung hat dieß Wort in 
dem Sprw. Im Dunkeln, is good munkeln, 
latet alle Katten graus im Finſtern darf man. 
hun, was man fonft nicht darf fehen laſſen. Wo 
“ etwa »P viel beiffen fol, als: heimliche Dinge 

Urin, 


\ 


204 8 Mux. 


— verrichten, , die man ſehen zu laſſen ſch imet 
bheſimiiche Handgebaͤrde machen, wid. g. S! Da 
in allen Biefen breien: Bedeutungen: ber Begriff | 
des Dunkeln und Heimlichen berfchet, ſo kommt 
es uͤberein, «und ſtehet in Verwandſchaft mit dem 
Hochdeutſchen Munker, ein Ausfpäher ⸗Verraͤ⸗ 
ther; welches in Friſchs Woͤrterbuche ſich findet: 
der auch ein veralteres Wort Munf anfüßrer, 
und erfläret: durch homo obfcurus: Hol: Mon- 
— ckaerd, vultuofus, fimulator: Munck, blat- 
ta lucifuga. it. curculid: beym Kilian. Man 
vergleiche ach unfer muffen, und Muffer: da 
von oben. E. moky, trübe, dunkel. Sal, mug- 


| Munkeiig, neblicht, dunker, truͤbe. Munkelig er 
der: trübes Wetter‘, dunkele Luft. - N. mon- 
> kend. Monkende Weder , dunkel Wetter. 
:..  monkende Kolen, unter der Afche glimmende 
7 Kohlen. monkende Opficht,, eine gerunzelte 
Srtirn, finfteres Geſicht. 
Munster, 1.) Mufter, Modell, nach welchem 
man ein Kleidungsſtuͤck, ober ſonſt etwas zuſchnei⸗ 
det, und verfertiget: typus, exemplar. H. 
Monſter. Schw. Mönfter. Im Spott, eine 
Frauens⸗ Perſon, die einen feltfamen Habit an 
bat, die gleichfam zu einem Muſter der Ungereimt⸗ 
beit und Seltſamkeit dienen kann. Een Mun⸗ 
ſter van fliven: eine ſeltſam und gegen die Mode 
0 geleidete Frauens⸗Perſon. 
un ») ein Probſtuͤck vom Ganzen. Specimen, exem- 
plum, fruſtum aut reſegmen præcidaneum. 
W Munſtern, 


— N . ‘ 
" \ [ . 


R | | j s . Ru « 
| ‚Mun. Mur. . 205 


Munftemn, 1.) :den Kleidern ein ſeltſames Grit und 
Anſehen geben. .. 


2.) muſtern, die Gpldaten .ıc. . luftrare , nume- 


rum inire, retognefcere. Uut munſtern 
aus muſtern. Munſter—⸗ ſchriver, Muferfieis 
ber, u. d. 9. | oe: 

Uut munftern‘, durch ſeitſame Kleidung verſtlen, 
ſeltſam ausputzen. — 

‘Munfter - manſke, ein Frauenimmer, welches ſich 
ſeltſam ausputzet, gegen die Mode kleidet. 

Munte, Münze. Munten, münzen, Geld fchla 


gen: Laat idt die munten: ſagt man zu einem, \ 


dem nichts gerecht oderagut genug iſt. 
Müre, Mauer, murus, Celt. und A t feduf. Mur. 
| H. Muur. J 
Müren, mauren, murum exſtruere, murare. 
Mürker, Mur-manm, Maurer. 
Muren- ſchiter, Soldaten, die nur-in Beſehungen gi ge⸗ 
braucht „werben; Stadtſoldaten, Invaliden/ , die 
nur hinter dee Mauer gut find. ı 
Müren-fweet, gemeiner Kornbrantwein. R, 


Murx, Murks, 7.)«ein unfteundlicher, muͤrriſcher | 


Menſch. R. Alt Engl. Merk, dunfel, finſter. 


Scott, myrk: Daͤn. mörkt Oder von mur⸗ 


ren. 
2) ein kleiner unanſehnlicher Menſch. Man ver⸗ 
gleiche unſer MiRKR: und folgende in fe 


Wboͤrterb. vorkommende: Murk, ein Brocken; 


murken, oder murpfen, lat. barb. .murcare, 
abbeiſſen. it. Morchen, Morcheln, eine Art 
J bbarer Eeäodnan: Morche— Nachtſchatten, 


a olmum. | 


\ 


{ 


J | 206 u | . Mor.. Mus. = ' 


folanım. Welche beyde letzte Woͤrter alfo Beifz | 
‚ fen, mie Friſch vermuthet, wegen der dunfeln S 
| Farbe, und fchwarzen Beeren, | 
MwRrxen, ermorden, toͤdten. Iſt Hambursiſch R „ 
Muras,. ein irdenes, oben. Durchlöcherteß Wermge 
faͤß, oder Seuertopf, den das Srauenjimmner ung 
teer ſich gen © 
\ Murs brauchen wir auch bier, wie in Hamburg. R. 
Murg⸗dood, mauſetodt. Murs- entwei, ganz 
ab gebrochen, oder geriſſen. Dat is murs ave: 
das iſt ganz ab gebrochen. Es ſoll ſo viel, als: 
ploͤtzlich auf einmahl, bedeuten. S. - - 
“ MuRrT, mas Fein zerrielun iſt: beſonders, Mörtel, 
mortarium, arenatum. Wir brauchen es vor⸗ 
nemlich nur noch in der Redensart: Grut un 
Murt. ©. GRuU. J 
- Murten, zerreiben, zerftoffen, zu einem Brey machen. | 
- De Röven funt murtet? die Rüben find. zu ei⸗ 
nem Brey gefochet, oder, im Kochen mit dem 
Kochloͤffel zerrieben. 
Muus, Maus, mus, wu. H. Muis. €. Moufe, 
Perſ. Müfh, S:. Wachter in Maus. De Mür 
ſe wilt em im Schappe verſmagten: er hat 
das liebe Brodt nicht im Haufe He fift uut 
der Prüfe heruut, ad de Mius uut der Hoͤ⸗ 
den, ſagt man von einem, ber eine groffe Peruͤcke 
trägt, die ihm beynahe das Geficht bedecket. Eis 
ne folche Perfon wird daher Muͤsken in der Hoͤ⸗ 
de genennet. R. Wenn de Muus fatt is, {0 
. 48’ Meel bitter: Sattheit erwecket Ueberdruß 
und Eckel. vemper abundantes pariunt faſtidia 


il | | menſæ. 


| Mus: a 207 u 
menfe. Luͤtze Muͤſe hebt vok Dem: man . 


Ä buͤte ſich, den Kindern alles, was geredet wird, 
boͤren zu laſſen. Luͤtje Müfe un grote Motten 
ettet life geern dat Spek: Kinder verzehren wol 
fo viel, als Erwachfene: auf Eleine Maͤuler muß 


innder Haushaltung auch gerechnet werden, Bon 
der Redensart: Gen Pott vull Muͤſe, fiebe une 
‚ten, in Mufe-neeft. Lutje Muus iſt auch ein 


Schmeichelwort gegen Pleine Kinder, welche fi ch 
das Eſſen wohl ſchmecken laſſen. J 
Spiker-muus,. eine Maus, die ſich auf: dem Kornſpei⸗ 


‚her aufhält. So flugge ad ene Spiker⸗ muus: 


auſſerordentlich munter,.. gutes Muthes. 
Mufen, 1.). mauſen Maͤuſe fangen, wie die Katzen. 


De Ratte mufet good: die Kabe fängt viele 


Moaͤuſe. 


2.) — heimlich entwenden, lufſurari. Ei . 


fränf. mofen.. ©. Schilter. 
3.) bey kleinen Biſſen verzehren, mit Appetit ef 
- fen. Es wird hauptfächlich von. Kindern gefar 


‚get, die einen Apfel, oder dergleichen, umber bes J 


nagen, als wenn die Maͤuſe dabey geweſen waͤren. 
In Osnabruͤck, moſen, a als wenn es von Moos, 
Mus, waͤre. wo 
Mufe-kötel, Maͤuſedreck. 
Muſe-neeſt, Mauſeneſt. Muͤſe⸗ neſter im 1 Koppe 


c 


hebben: in tiefen Gedanken figen, von Nachden⸗ u 


Een fauer aus ſehen, Grillen Gaben. Von einem 
ſolchen Menfchen fagt man auch: he fut uut, as 
een Post vull Muͤſe. R. Es ſcheint uns, daß 


Ä biefe Redensartn nicht ſo ſebr von Mäufen, ale 
| = RE . 


} Ä 


= ' ’ l 


- 208 2 / Mus. 


vielmehr von dem alten, bey uns ſchon vergeſſe⸗ 
"nen, mufen, mit Nachdenken den Kopf zerbres 
dien, abdita magno filentio, inquirere, ißten 
Urſprung haben. Dieß heißt noch bey den Eng 
kindern mufe, bey: ben Holländem muifen, 
mäifeneren. Junius in Etym. Angl. leitet «6. . 
won dem Thsot. muazon, vacare, otium elle, 
her. Wovon das Hochdeutſche Muffe, . das Stat: 
mufare, Muffe haben, und das Franz. amu- 
fer, die Zeit vertreiben, ergößen. Eben daher 
-ftammen auch unfer kalmuͤſern, ‚Grillen fangen, 
| und Tufsmüfer, ein hinterliſtiger Menſch. 
_Muus- teneken, S. unter TENEB, Zahn. 
Mus war vor Zeiten fo viel, als Maſche, Net min 
| ſche, womit es auch in Anfepung der Buchftaben 
. überein fommt. Beſonders, ein eiferner Ring in 
einem Kettenpanzer. Daher 
Muſerie, ein Zeughaus, wo die Panzer verwahret wur⸗ 
den. 
Muſe-meſter, ein Aufſeher uͤber das Zeughaus, cu- 
rator armamentarii. ©. von dieſen, und an 
dern hieher gehörigen Wörtern Friſch im Woͤr⸗ 
.. terb. unter Mus. 
MUSKEDONNER. So nennet der gemeine Mann 
ein Musteton, eine Büchfe mit einem kurzen und 
weiten kaufe, 
' Musseı, Muffelken , Muſchel, concha. Lat. 
| barb. mufculus. Friſch leitet das Wort her von 
den Mußfeln mittelſt weicher dieſe Schalenfifche 
‚ihre beyden Schafen auf und zu machen Fönnen, 
' E. Mufcle. H Moſſel. Fr. Mousle, Moule. 
W Span 


. \ 


N 


Mus. Mur. = 209 


-. . Span. Mexile. Muffel: mann, der bie eßba⸗ 
ren Mufcheln zum Verkauf bringe. Muffeltens 
fchelle, Muſſel⸗ ſchulpe, Muſchelſchale. Muſ⸗ 
ſelken⸗ſchip, ein Schiff, worin die Mufcheln an 
die Stadt gebracht werden. Von der Medensare: 
be is daar- mit behangen, as Sunte Jaaks = 
mit den Muſſeln, fr unter faass, — 
Musszun- (MT ıinelli.), 1.) füdeln, ſchmutig w | 
Werke geben. In Hamburg. R. . 
2.) In Stade ift eg eben das, was bier das fols 
gende muſtern. 


. Mustern, leife reden, muͤrmeln, üftern, muffita- 


re. Mir fagen auch puſtern. Sm Hanndv; . 
und Stade muſſeln. Es draͤcket den taut. des 
Fluͤſtern aus. | 
Gemufter, Gefläfter, Gemutmel, muffitatio. . 
MuTTe, 1.) eine Sau. &, Mudje, unter Mun- 
DE. Folgende beyde Bedeutungen ſind ih im San z 
noͤv. fonderlich üblich: | 
2. ) Motte, Schabe, tinea. ©. oben unter den u 
verwandten Wörtern Mas, Menpıs, M» 
TE 
3.) Hinderniß , Widerſchlichteit. Vele Mutten 
maken: ſich widerſetzen, viel zu ſchaffen machen. 
Murze, 1.) Muͤtze, mitra, tegmen capitis. H. 
Mauts. Schw. Myſſa, mitur. Vor Zeiten be 
deutete es auch ein kurzes Mannesfleid. ©, 
Friſch im Wörterb, und Kil Dufflæi Etymol, v. 
Al-mutfe. Sett nu dine Mutzen man med; 
der up, ſaget man im m Spott zu einem, der fein 
— ” 2 | drey 


210. | 


Mur. | 


ES Seller werth auch zu einer Seche geredkt bat. , 
Dat haget em in der Mutzen: bas gefält, ober. 


, vergnüget ihn fonderlih. 
2.) eine verächtliche, oder unzlichtige- Weibsperfon, 


9%. Mot, lupanar, proftibulum: Mot-huis, 
Mot-kaffe, lupanar, cella meretricia. Beym 
Hefvch. worJuss, exoleti. ‚Mit welchen das 
Hochdeutſche Metze, ſcortum, ohne Zweifel ver⸗ 


wandt iſt. Stel, Mozza, Muzza, pudenda fœ- 


minina: Fr. Mouſſe, Mousque: Gt, uuoxor. 


\ 
-a 


5. Mutfe, amoris oeftrum : De Mutſe heb- 
ben, infanire amore:  proprie :- furore . 


uterino inſanire. S. Kilian, Wir brauchen.es 
aber auch, in einem nicht fo böfen Sinne, als ein 


ſcherzhaftes Schimpfwort: Ene luͤtje Muse: 
ein: kleines naſeweiſes umd leichtſertiges Mädchen. 
Eben. wie die Spanier ihr Moga, Muchacha 


(Sorab. Mufchica, Muzica) für ein Mädchen, 


- im guten Sinne gebrauchen: und die Holländer 


ihr Meisje. ©. Wachter unter Mutz. 


Nagt-mutze, Sblaſmube, Nachthaube. it ein ei 


fältiger Topf. 


Mutzen,- zieren, putzen. 
Upmutaen, aufzieren, aufputzen. it. einen kleinen Gef 


fer groß vorftellen, exaggerare verbis ‚in ma- 
lam partem accipere. 


N 


N. 


Na. Nas. Naa , 218 


Ar Pre Na mi, nad; mir, Na un na; 

v nach und nach, allmaͤhlig. Na un voͤr, nach 
wie vor. it. ein Tbeil u Bem. andern Von 

BR "nah, aß. eg 

_ Nademaal , Äntemabt, Dermas.. & ven such bie. 





- Holländer, 
Nabef lagern,: -Nadrägen,: N aganern R a. m 
| ſ. unter Die Hauptwoͤrter ·· Dur 


| Naser, Nachbar, : In unſern Staniten auch Na- | 
bur, Menps Nober. %.& Nechebur,; Neh- 
bur. .EGEꝛ Neighbout, Hol, Buur. Mean ver 
gleiche Buur. Es bedeutet eigentlich. einen, ' der 
2 Rähft:an- einem: andern Jebauet bat. Sen: good 
Naber is beter, as een veren Frund: ein gu⸗ 
Ss ter Nachbar iſt beſſer, als ein..entfernter Freund, 
oder Vermandter. Naber lief. doon: in Lei⸗ 
ſtung der Pflichten es dem Nachbar gleich thun. | 
Beſonders. bie Waaren zu dem Preis nr “ 
wozu fie ein anderer verlauſft. 
Naberske, Mahbarin.: nn | 
Naberfchup,. Nachbarſchaft. 
NAcET. &GNacen.. 3.00. 
Naan. S. unter Natess -. 
NADEXL. ©. unter Desu | 
Naueı, Nägel, Hagel, unguis, % &. Neglı 
E. Nail.: Enem de Nögel Fort holen: einem 
das Vermoͤgen Schaden zu thun, und, Unpeit iu 
ſtiften, benehmen. ** a ſunt ei, fort, 


wur 


x 


. . .. “ 
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J r ie 


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en | Zn FE 
21* NAG. ” 


ober beſneen, heiße auch: er. bat feine Mitı 
| kein Geld. 
Nood- nägel, ein Saadchen vom Nagel des Finge 
fe ſich von dem’ Abrigen Theil abſondert, un 
aber mit der Wurzel: im Fleiſch feſt fügt. it. 
RI Aufgefprungene Haut:des Nagels, ſo ins Flei 
reiſſt. In Hamburg Nydnagel. R.. Bir n 
men es ſo, weil ˖ es einem of viele Noch u. Schm 
zen verurſachet. Er 
Nude, Nagel, clavus. Den Magel up den Ko 
| drapen: etwas wohl treffen, rem acu tängeı 
in Magel mit Koppe maken: f.Kore. Ün 
bogen Nagel hebben: ſich viel einbilden, fü 
fehn. Enem /den Nagel: daal kloppen: ein 
demuͤtbigen: jemands Stolz-nieder ſchlagen. 
Kae vaft, was mit Nägeln befeſtiget iſt. Bey 
"dem Hauskauf pflegt mit ein. beſchteden zu wi 
den alles, was Eerd⸗MNeed⸗ un Nagel⸗vaſti 
| Nägelken, 1. ) Nelken, Grasblumen. Ze 
"3,) Gewuͤrznaͤglein. nn 4 
Nirgelken- föker, ‘ein’ genauer Deufh; der auch di 
on allergeringfte zu Rathe haͤlt. : 
"Nast, Nahe. Morgen is de Magtn wege, iſt 
ne ironiſche Formel, wenn man. einem etwas a 
ſchlaͤgt; oder auch einen Irthum vorruͤcket. J 
Hannoͤveriſch. ſagt man Nachtsavend, fuͤr, d 
Abends ſpaͤt. Unfere Vorfahren haben, wie uͤbe 
haupt die alten Deutſchen, die Zeit nicht nach de 
Tagen, ſondern nach den Nächten ‚gerechnet; w 
ſchon Tacitus von ihren angemerfet hat, .de I 
G. cap. Xl.: Daſſelbe fage von den altın Gall 


« 


x 


ern Jul. Cæſ. de B. G. lib. VI. c. 4. and giht 


als eine Urſache an, weil fie glaubten vom Dite, 
dem Gore der Unterwelt, abzuſtammen. S. Bay: 
lens Abhandl. vom Tage, hinter deſſen Mörrerb, 
4 B. 610 ©. der deutſchen Ausgabe, Moch bey 


i ns iſt, in oberfeitlichen Mandaten und Beſchei⸗ 


den das Wort Diveer;nacht im Gebrauch. ©. 
im Buchſt. D. Wenn, nad Stat. 16. Aeltern 


ploͤtzlich ſterbaͤn, und Kinder nachlaſſen, fo ſchoͤ⸗ 


fer de Radmanne binnen den neghſten vertein 


—- Nadhten,. wanner fe dat gevreſchet, twe bi⸗ 


darve Mann darto.fetten, nämtich zu Vormuͤn⸗ 


dern. Stat. 93. Well Mann offte Frouwe 


deſſet vorgefereven brecft vor dem Rade, der 


me fchall de Radt beden den brofe Binnen ver 
tein nachten uth to gevende. ©. auch Stat. 


ir 0.23.36 
gt - braken, bey Nacht arbeiten, one: ſhedieren. 


Vergl. WooL-BRAKEN. 


Igt- good, eine Art Kopfzeuge des Sranentumet J 


S. Goop. | 
lagt-moor, der Alp. ©. Moor.. B 
agt-mutze,. Schlfmäge 5. Murze. - - 
lagt-rave, Nachtſchwaͤrmer. S. unter RAvE. 


® 
° 


agtfen; das Machteffen, bie Abendmablzeit. Im 


Chur Braunſchw. 


län, nahe. Cod. Ark: nequa. WE. neh, nean. 


E. nigh. Enem to nah doon: einem Unrecht 
thun. Wo nah bi Lande? wie weit ſind wir 
noch von unſerm Zweck entfernet? iſt n no vieles 

J thun uͤbrig? 
O 3 


— 


N 


x 


214 W Nau. NaAi. 


| . vallsch, mr ein. de Vos Vielna, beynahe, fi ſchier. 


In einer alten hiſtoriſchen Nachricht, im, Wille⸗ 
brandts Hanſiſcher Chron. ©. 52. Do. werde 
pe de ene alfo fere, dat he in der Were gu 
wundet wort, vulna an den Dot : da wehrete 
id ber eine (Straſſenraͤuber) dergeftalt, daß er 

e ‚beynaße bis auf den Tob verwundet wurde. 
Nager, Neger (s),.näher. Sprw. Dat Hemd is 

meger, ad de Roft: Verwandte haben den Vor⸗ 

: zug vor Fremden. Ä 
Besen, nach, naͤchſt, nachſifolgend. ir finden «s 
“im einer. alten Urkunde in Bogts Monum. ined. 
2-11. p. 284. De de vorgenannte Praweſt, 
in Priorne Convent unde Nakomelinge negert 
jem (wo es nicht ein Druckfehler iſt, fuͤr negeſt) 
ſchollet er genen. Proevene, in aller Wieſe, fo 
en Praweſt gift, unde uthgeven leth ener ber 
| :cgenenen Jungfrowen. 
Niet, Negft (5), auch Nahft, Naaft, naͤchſt, adj. 
od adv. De negſte, oder nahſte Frunde: die 
nachſten Verwandten. Hier negſt: naͤchſt dem. 
it in bein naͤchſten Hauſe: dichte hier neben, 
Naaſt an: in dem naͤchſten Hauſe. 

Nagte Négte, die Naͤhe. | 

Naken⸗ naͤhern. It: aus dem Holländifihen abernom 

men. 

Narun, 1.) näßen, H. naaien. Alt gtant. nau- 

J wen. Das Stammwort von dieſem, und den 

folgenden Naad &c. u das erhe Neit, N eut, | 

cin Faden. 


2) for 


Nan. Nax. | F 215 


— 2.) for. laufen, ſich eilig weg machen. In dieſet 
Bedeutung ſagt man: daar uut naien. 
3.) Enem dat Wams naien, ober. dor naien: 
einen brav pruͤgeln. . 
. 46) einen Deich mit ‚Stoß oder Säit bedecken. | 
“ S.. Desken Ä 
Dör naien, 1.) durch: näßen. Een doͤrnaieden Rokk: Ä 
ein Weiberrock, weldyer burchgenäßet oder. mit aller: 
hand Figuren "durchfticker ift, 

2). durchgehen, das Feld räumen, eilig Kaufen. — 
3.) Doͤrnaied weſen: liſtig, ſchlau verſchlagen 
ſeyn. dt is een doͤrnaieden Gaſt: er iſt in 

durchtriebener Vogel. He is mit luter Schelm⸗ 
firefe doͤrnaied: er iſt auf Argliſt und Schelm⸗ 

| . ftücfe abgerichtet.- 

Naien, fublt. die Naͤhſchule. In der Maien gaan⸗ 0 
in die Naͤhſchule geben. . 
Naierfke, Närperin. 

Naad, Naht, future. Cod. Arg. Naat. U der 
Naad pulen, oder uutder Raad kleien: wenig 
Geld mehr im Sacke haben: nach dem letzten 
Heller in der Taſchen ſuchen. R. In der mehren 

Zap Nie. De Rokk rit nut allen Naͤen: an 
dem Rock trennet ſich allenthalben Die Naht: © 
‚Naxxe, Moden. E. Neck. A. S. Hnecc. He 
hhet en Haar im Rakken, dat em torugge 
holt: er darf nicht frey ſprechen. Een Oge im 
.  Maffen hebben: nicht nur vor ſich, fondern auh 
.: hinter ſich ſchen, vorſichtig ſeyn. Enen Schelm 
im Nakken hebben: betruͤglich, hinterliſtig han ⸗ 
deln. Van ae bet to'm n Nalten: ‚von 


dee 


2316. NMaæx. 


der Fußſohle bis zum Scheint, von unten bis 


oben. 

| Nakken- fläge, übele Nachrede. He het daar vele 
Naffens [läge van: man vebet biefer Sache wer 
gen übel.von ihm. 


'Nakk-haar, das Haar im Naden, oder hinten am 


 Kopfe Enen bit Naft: haar krigen: einen 


‚von hinten zu in die Haare fülen: auf der Flucht 


| be den Haaren zurück ziehen. 
Duuk-nakke. ©. unter Dvzen, 
_ Schorf-nakke.  "&. ScHorr. | 
Nik, ift Yaffelbe mit. Naffen; font aud St, und 
Knik, das Genick. 
Nikken, und u 


5 ‚Nik. ‚koppen, den Kopf neigen , mit dem n Kopfe eins 


een, den Kopf vorn über beugen, fo daß Die Bes 


wegung alleirt mir dem Genick gefihiehet, nidtare, 


nuere, annuere. Im Hanndv. fniffen. De 
- Daar'nifs foppet, de. gevet nig: fagt man im 
Scherz zu denen, die anſtatt Sa zu fagen nur mit 


dem Kopfe nicken. Die Sprw. iſt entſtanden 


von dem Betragen armer Leute, welche mit dem 
Kopfe zu nicken pflegen, wenn ihnen in ber Kirche 
der Klingbeutel zugehalten wird. 


Wikker, 1.) der Henker. Entweder von Nik, weil 


er das Genick abſtoͤßt ‚oder vom A. S. næcan, 
toͤdten. 
2%) der Teufel: welcher if ein Mörder von Anfang. 
E. the old Nik, © Janii Etym. Anglic. v. 
_ Nick, 


Nax- -RO0D, Nakkerocd, bleichtotb roſenfatbig. | 


Fr. Nacarat, J | Nam, 


Nam. Nar. Nar. 217 

| Name; nomen. - | 
_Upname, bie Aufſchrift auf dem: UmpSioge eines Brie— | 
fes. J 

NMaam- liesken. So pflegt man ein Kind zu nennen, 
das noch nicht getauft iſt, und noch Beinen Nainen 
hat. Vielleicht ſtat Naam⸗lovus. 

Nomen (os), nennen, einen Namen geben. it, Er 
webhnung thun. R. Beym Kero, nemmen. He 
is na minomet: er bat bey der Taufe. meineh 
Namen empfangen. | 

Benömen, benennen, namentlich Seftimmen. ‚De 
Schuld benömen: anzeigen, wie groß bie 

- Schuld fen. Das Paflivum, benömet werden wird 
auch von demjenigen ‚gefaget, ..deffen. Namen ein 
Kigd bey der Taufe empfängt. De Waſe id bes 
nömet: das Kind hat den Namen der Baſe em⸗ 
pfangen. Benoͤmede Borgers: namhafie/ an⸗ 
geſehene Bürger. Renner. 

To genömet, jugenamet 

NAAMDAg, ſtatt Pamiddag, Dating R. . 

Narr, hoͤlzerne Schuͤſſel, Napf. ©. Nappe, I 

- Hnzppe. S. — 

NAAR, ſchrecklich, gräßtich: I Hol, aber 
auch bier gebraͤuchlich. 

NARE, und Narve, Narbe, cicatrix. € Narrew. _ 
Wachter leitet Narbe ber vom A. S. nearwian, i 
beengen, fi zufammen ziehen. | | 

Narven. . De Delle narven iſt bey den Gerbern, Sie 
Haare vom Felle abftoffen. Rarved Ledder: Le⸗ 
‚ber, wovon die Haare abgeftoffen find. Welche 
Seite des. Lebers eingeſchrumpft wie kleine Nar⸗ 

O 5 vn 


218 | | oo. ‚ Nan. 


ven, arzuſehen if Daher fagt man gauch: Dat 


Ledder het fine Narven, wenn. es fein genarbet 
iſt: welches die Eigenſchaſte eines es ſeſten geders 
iſt. 
Nären, ernaͤhren. 
| Naruns. Narung, Nahrung, alimentum, victus, 


lucrum. Taͤrung un Naͤrung wird oft gegen 


“einander geſtellet, fuͤr Aufwand und Gewinnſt. 


N ärig, haushaͤlteriſch, ſparſam, der fleiffig: über fein 


Brodt aus iſt. ‚it. ein wenig geizig. R. 
Närigkeit, Sparfamfeit, ber Fleiß im Rahrungeſtan⸗ 
be Imgl. Gewinnſucht, Geiz. R.. Naͤrigkeit 


bedrugt de Wiesheit, iſt ein Sprw. auf dieje⸗ 


nigen, welche aus gar zu groffer Gersinufucht fi ch 
ſeloſt Nachtheil zu ziehen. 

Nancens, H. nergens, nirgend, Es iſt zuſam⸗ 

‚men gezogen aus Nie, nicht, und argeng, ergend, 

irgend. . ‚Sn. gemeinen Reden. pflegt man noch eis 

ne Verneinung folgen zu Taffen : nargens nig, 

J nirgend. In den brem. Stataten heißt es ner⸗ 

er Ord. 3. 
Nannr, ftultus, morio. En Narre maket tein 


Narren: nichts iſt ſo thoͤrigt, das nicht viele an⸗ 


dere nachahmen ſollten. 
Narrije, Narrheit, Thorheit, Narrenpoſſen. Laat 
dog dine Rarrije: voͤre doch auf Poſſen zu trei⸗ 
- ben. 
Narren ‚%). naͤrtiſch thun, Poſſen treiben. 


2.) einen zum Narren haben; veriren. Narret 


kine vi Luͤde: ihr möffe feine alte deute veru 
ren. | | 


- Nirt- 


- 


| Narr. Nas 0. _ 219 
Nirt- -narren, iſt das frequentat. necken, beſtandig ve⸗ 
xiren, einem allerley kleine Poſſen erweiſen. Laat 
bien Nirt⸗ narren: laß doch die ewige Neckerey 
bleiben. 
‚Nirt-narrije, Mederey. Wat ſchall de Nirt⸗ nar⸗ 
rije? wozu die unauſboͤrlichen Poſſen? | 
Narve © Nare. | 
Näse, 1.) Naſe. A. S. Nofa. Dan. Naefe. € Noſe. 
| R. ſchreibt Neſe. De Näfe hangen laten: fh 
fhämen. it. bey den Schwierigkeiten muthlos wers 
den. nem Naͤſen anfetten: einem eine Naſe 
drehen. Enen trafteren mit der Näfe up'n 
Diff: einen dergeſtalt zu Gafte haben, daß er nicht 
begehret wieder zu kommen. Ene Naͤſe, oder, 
euch, ene lange Naͤſe krigen: einen Verweis 
befommen. De Naͤſe allerwegen mit inftefen: _. 
ſich in alle Sachen mifchen. De het de Naͤſe 
becgaten: er iſt betrunken. Dat will if di nig 
up der Naͤſe kleven: das werde ich dir nicht 
entdecken. Dine Raͤſe! das war getroffen, ſci- 
icet. Ware du dine Naͤſe: bekuͤmmere du 
dich um deine eigene Sachen. Eerſt ene Naͤſe, u 
un denn ven Brill: fage man im Sprw. zu des 
nen, welche zu früh etwas verlangen; oder auch et⸗ 
was unternehmen wollen, wozu fie das Geſchick noch 
‚nicht: haben: man muß nicht: eher fliegen wollen, 
ehe einem die Federn gewachſen find. De fi ine 
Naͤſe af nid, ſchaͤndet ſien Angeſicht: wer 
von Perſonen, die ibm am naͤchſten ſind, etwas 
-  Machtheiliges ausbreitet, der fände: ſich 
ſelbſt. Opite Nik, un ſpicen Kinn, F | 
| W 


N 


| 210 2 Nas | 

ſitt de levendige Duͤwel in : M ei gemeines 

Sporw. das nicht mehr Waberbeit hat, als andere, 
die von der Bildung: des Koͤrpers genommen find. 
2.) Näfe heißt auch der Vordertheil einer Sache, 
©. alles, was hervorraget. So heißt in den nordi⸗ 
ſchen Sprachen Näs, oder Nos, ein Vorgebir⸗ 
ge. De Naͤſe van een Schip: ein Schiffſchna⸗ 
bel. Dahin gehören auch die eigene Namen der 
| Dexter und Gegenden- die an einer Spike, oder 

vorn an. einer Dorffchaft liegen: z. B. Blanke— 
nnaͤſe im Stadtsbremifchen Gebiete. 

Nufe dook, ‚ein Schnupftnuch. 

Maſe- dröpel (on), ein Tropfen an der Safe. I R. S. 
'Näfe- meier, ein Schimpfname, womit man einen bes 
leget, der mit einer langen Naſe begabet iſt 

Naſe-water, ein Naſeweiſer. K. 

Naſe- -waterije, ein nafetonfes Bejeigen , af | 

| Worte, Borwiß, 

Nuſe- watern, naſeweiſe Worte gebrauchen: vorwibig, 

| ungegruͤndet, unberufen tadeln. : - 

 Näfe-wies.: ©, weiter unten Wies-näfe. - 

‚Näfen, Afnäfen, einem eine Naſe, oder —— 
den Verweis, geben, boͤniſch ablaufen laſen. €. | 

"=... to.nofe-one. “ 

"Brak-näfe, eine eingebrhefte Naſe, detgleichen die 
Hunde haben, welche man Brakken nennet. 
——— naſe, eine wind gefallene, geſtoſſene, oder 
geſchlagene Naſe, eine zerkratzte Naſe. it. einer, 
dem die Naſe geſtreift, oder verwundet iſt. In 
Stade Naͤſeken⸗ fchrapper, Schraap⸗ näfe 
ſpelen: die Naſe wund allen: in einer Schläge 

u j rey 


\ 


Nas "Nat. 221 u 


rey eine etiabie oder verwundete Naſe daven 

tragen. 

Stuuv-nãſe, eine fm af i it. der. eine Rumpf 

Maͤſe hat. S * = 
 „Wies-näfe, oder auch umgefehet,. wie die: Hochdent 
ſchen veden, Naͤſe⸗ wies, ein Naſeweiſer, ein 
Kluͤgling. naſutulus. Naͤſe⸗ wies. is fin Bra - 
gen⸗ wies: Naſeweisheit, oder. eingebilbere Klug: | 
heit, iſt feine wahre‘ Weisheit, 

Nask, Unnask. S. im Buchſt. U. oo: 

 NAsSKEN-SÖKER, ein darger Menfih, der auch das 

‚allergeringfte zu Rathe hält. Ohne Zweifel wird 

“es richtiger Aeslen⸗ſöker, oder Esfen ; füfer 

beiſſen muͤſſen, von Esken, ein Aß, das leichte⸗ 

2 Me Goldgewicht: ſo daß das n vor dem aͤ odere 
aus dem articulo een, durch eine geſchwinde Aus⸗ 
ſprache, ſi ſich eingeſchlichen bat. Im Haaundo. ſagt 
man Naͤbeken⸗ſeuker. 

Nat, Narr, naß. Gr: vorıog, von york, die Feuch⸗ 
tigkeit, und dieß von ben, van, ich ftieſſe Cod. 
Arg.martjan, netzen. Se ſchuwet vor een nat 
Saar: ihm iſt vor derbe Merweife,. oder Strafe, 

bange. Matte Ware‘: flüffige Waare, als 
Bein, Dehl, Eſſig ꝛc. So natt as ene Katz 
tes pudelnaß. Natt un droͤge uutſtaan: at 
len Ungemaͤchlichkeiten der Witterung bloß geſtel⸗ 
det feyn. - Subſt. dat Natt, die Feuchtigkeit, 
fluͤſſige Sachen, humor,, liquor He levet 
het Natte: er iſt ein Saͤuſer. He het to veel 
an’t leve Natt daan: er iſt dem n Trunk ergeben 
verweſen. J | 

| | Nacias 


222. | = N ar. 

Nattigheit, die Naͤſſe. 

Naten, 1.) active, negen, naß machen. Col. Arg. : 
| natjan. "Gr, voricew., 

2.) intranſ. ſich benetzen, Feuchiigkeit von fh laſe 
ſen. De Wunde natet: aus der Wunde flieſſet 
Feuchtigkeit, oder Eiter. Na naten, ſagt man 

von Dingen, aus welchen das Waſſer nicht bald 
3 auf einmabl.beraus läuft, ſondern die noch lange 
hernach Feuchtigkeit von fich geben; wie z. E. un 
— kochtes Gemuͤſe u. d. g. 
I Dar naten; 1.) durchnehen, durch um durch 207 me 
2... den: | Br | | 
0 2) durchflieſſen. en 
j Naren, 1.) ein Thor, eine Pforte, Das es cher 
- mahls. diefe Bedeutung bier gehabt, betveifet die 
noch jeßt.übliche Benennung zweier Derter in un⸗ 
ſerer Stadt „wo. vor Zeiten Stadtthore geme 
fen, die aber längft eingegangen find. So heiſ⸗ 
ſet die Straſſe nächft den neuen Kornhauſe noch 
jetzt vor der Nateln, weit daſzlbſt ehedem die 
Grraͤnze der Stade, und alſo auch ein Thor gewe⸗ 
ſen iſt, ehe die Stadt erweitert, und das St. 
Steffens: »Biertel in ihre Ringmaner gezogen wor⸗ 
den: welches im Jahr 1307 geſchehen if. Ja 
auch noch lange hernach iſt bier. ein Thor geweſen, 
welches die alte Stadt von der Steſſensſtadt abge: 
ſondert hat. So erzähle Renner. unter den J. 
3532 — 1534 Folgends (nach Dämpfung 
des geoffen Aufruhrs der 104 Männer) wurd de 
Natell webder fehluthaftig gemaket, und be 
| Sm, de tho gedicet waß— wurdt wedder 
uy 


| Nar. ..: 223 
up geruͤhmet. Bis endlich dieſe Scheidung im 
Jahr 1551 völlig aufgehoben iſt: wie Renner bey 
."  ‚diefem J. melde In der Rund: Rolle Art. 
ar. wo jedem Quartier der Stadt fein Sammeb 

platz, zur Zeit eines Auflaufs, oder Lärmens, an⸗ 
gewieſen wird, ftehet : St. Steffeng Vern⸗ 
deel in der Ralein, de dar binnen wanet; 
und de up St. Steffens Stadt wanet, bu⸗ 
ten der Natel up den Geren. Der andere Ort. 


iſt die-fo genannte Biſchups Natel, oder das 


Stadtthor, . welches zum Gebrauch der Erzbie 
ſchoͤfe gewefen „ wenn fie ihre Refidenz in ded 
Stadt gehabt. Jetzt führer diefe Pforte nur noch 
- auf den Wall, aber nicht aus der Stade Yu 
einer gefehriebenen brem. Chron. wird gemeldet : 
De Raht verbeterde de Stadt Muren, up 
den Graven jegen der Kerfen (Dom: Kirche‘) 
twifchen den Deftern und Herden- Dover: dat 
‚nam Bifchop Johan tho groten. Undanck up, 
klaget fölfes dem Panft, und behelt dat 
Thor, des Biſchops Natel gebeten, vor ſick, 
dat he moͤchte ush und in-teen, wenn he wol⸗ 
de. In einer Urkunde, zum St. Juͤrgens Gaſt·˖ 
hauſe gehoͤrig, von 1315, ſchenket Otto von Buk⸗ 
ten an dieſes Hoſpital unter andern ſexaginta 
marcas Bremenſis argenti, quas habet in he- 
reditäte patris fui, videlicet domibus et areis 
ſitis ante portam civitatis noftre, que Natle 
- Epifcopi nuncupatur. Woher das Wort 
- Matel in diefer Bedeutung. feinen Urfprung habe, 
Ä ü ſchwerlich mit. Gewißbeit zu beſtimmen. Et⸗ 
IT 


224 Nat ‚Nav. 


wa von bem’ celtifchen Naid, Nawdd, eine Zu⸗ 
flucht, ‚ein Ort dee Sicherheit, | 
2.) eine Nabel, acus. Cod. Arg. Nethla. A. ©. 
Nædl. E. Heedle. Vermuthlich auch aus dem 
celtiſchen niddu, und neza, nähen: Gr. ung. 
- ‚Man vergleiche auch das Gr. vurlav , ftechen. 
Sf ſitte, as wen if up Nateln feet, ſagt man, 
wenn man dringende Geſchaͤfte hat, und doch wi⸗ 
der Willen ſtill ſitzen muß. Mit der heten Na⸗ 
tel naien: fo näßen, daß die Nabt bald wieder | 
auf reißt. 
Narürıık wird. bier chen fe: gebtauchet wie S. in 
. Idiot. Osnabr.: meldet., Idt regnet fo natuͤr⸗ 
hf: es fälle ein gelinder, angenehmer Regen. 
He ſut natürlif uur, as fien Bader: er ſiehet 
feinen Bater ſehr ähnlich. Ä 
Mau, 1.) adj. genau, karg , enge. 9. nauw. % 
S. hneaw, tenax. Sprw. Naue Raad 
- fümt van armen eiden: weiches unfer Pobel 
unpöflicher ausdrückt :- Lut enen nauen Eers 
- geit een nauen Furt: wer nicht viel hat, behilft 
fih, fo gut er kann. Mit nauer Nood: kaum, 
nicht ohne Schwierigkeit. Heel nau wefen: ſehr 
karg, filzig feyn.. Een nau Verlaat: eim enger 
+ Det, Stube, oder Haus. Man fagt auch een 
tort Verloat, , in demfelben Sinn, 
=) adv. genau, kaͤrglich, eng, forgfältig, kaum. 
Idt is mi hier to nau: es: ift mir hier zu eng, 
Nau befifen: forgfältig beſehen. Idt geit hier 
wat nau-her: es iſt hier nur armfelig beſtellt. 
Idt feerde man nau to: es fehlte nicht viel, non’ 
| multum 


J— 


un. er, 


— 


Navi Ne; . 7 223 


wmultum Abluit. it: es war au genüg. | Ik | 
fon daar nau weſen, as — kaum war ig da, 
als — 
wen, beengen, deingen. Win de Hood näüet: 
went die‘ Noch dringen | - 
nauen, ab’preffen, dutch. Veangſugung ab bringen. | 
Erzb. Nikolaus verfpricht in ‚einer. Urkunde von 
1425: Un Wi — en id) allen nemede (Nie 
- mand), de de Strate tom Langwedele vorben. 
- fofen, Gud noch Geld nenerleye Wis Vor⸗ 
biddelgelt, Dinggelt, Mandgelt ofte anders 
wodanne wis men dat nomen wil oft mad), 
edder nenerleye Save mit Borjate af dringen, 
af eſchin, af nouwen, of nergen mede been⸗ | 
gen / binderen ofte Tetten. — Eu 
mauen; beengen, beklemmen, die Luft beneßmen, FR 
beaͤngſtigen. Benauet went seinafige ums | 
Herz beklemmet fen u 
rülgkeit, Genauigkeit, Kargbein. 
iute, die Enge, anguſtia. 
naute, und | 
Anautheit, Beklemniung des Herjend‘ obnnecht. 
au-Rerig, adj. und Adv, genau, accuratus. Iſt 
auch Hol: VPon nau, und keren, wenden. 
AVE, Nabe, modiolus rote. A. S. Naf. E. und 
H. "&ud) Nave. Chytr. Nomenel, ‚Sax, Rade⸗ u 
Navel. Daher e | 
äviger,: Neviget', ein Nähen. Eidentlich ein Bob⸗ 
rer, womit die Nabe. auedebobret wird: dan | 
ae. 
=() 2 iſt eine Bypeinungs Paritel, en | 
| u ws | 





| 


; 226 En “Ne, „Nap.- . . 3 
Br m « ee. ” .. > r 


. gewiſen. Wortern vorgefcht wird. E. vay, nicht. 


So iſt j. E. neen, oder nien, zuſammen gezogen 


aus ne⸗-een, nicht einer, feiner: nargens, aus 
ne— argens oder ergens, 1’ g irgend, nirgend: 


ch a. m. '. Daffelbe hichen, Auch ‚a Hoch⸗ | 


deutſchen PR -Niiernand,. iv Ne; jemand: ni. 


gend fauͤr ne⸗ irgend:. nichts für ne⸗ ichts &. 
©. Wachter i inNe, non. . : - 


= Pe ift ſo, wie en, ein unfern V Vorfahem fer. | 


‚üblichen Flickwort. ©.En.. 


u Ne (z), nein, Die Kebereinftimmung in Deefehieber 


nen Sprachen ſ. bey Wachter in Ne... Bi ja. um 


ne: ohne Schwuͤre. Ne to kope hebben, wird 


| ” von ſchlechten Kaufleuten. und. Krämern gefaget, 


welche oft Mangel. an Waaren haben, und, ‚alfo | 


soft gewungen ſind, Wein ju fagen, wenn bey iße 
nen angeftaget 1 wird, ob fi ie. Biefe oder. jene Waare 
haben. 


* 


Nenen, Benenen, Vernenen, verneinen , leugnen. . 
‚Neep, Need-nagel, ein ſtumpfer Nagel, der uns 


‚ten platt gefchlagen wird, damit die Theile, die .; 
er zufanımen holten: fol, nicht aus einander ge⸗ 
| en. So Heißt ;. E. der Nagel, welcher bie:bepe. 


den Theile einer Sthere zuſammen Bil ‚bat | 


Need. 


| „Need - un Nägel - va, "was feft genägele in, und 


zwar eigentlich. fo, daß die heraus vagende Spigen 


der Nägel, zu. mehrergr Feſtigkeit amgeſchiagen J 


ſind. | ©& umtet NAGEL,,, Bu 
| Node, neön, « tofamen n neen J mit, einem. nn befer 


Er EEE ſtigen, 


9 — . 
. “'r .. Ar. \ N , ” “ ‚ va 
“or , r . 
v: . 
. ° » u — 
S: vr 2 Na. N 
‘er. PER | Studer + . ‘ * 
— N f f . 
! — 
— u 


|  Nem — 227 


> fügen, an ainander Bea ini Aigen nien, | 
= umınieh. . J 
Um ‚neden, um: ned, die. umetfte heraus ſtehende 
ESpitze eines. jeden Nagels, wenn er dureh. ein 
Brett oder.fonft etwas getrieben ift, umſchlagen. 
Nenpen, unten, it:unter. R. A. ©, neoth, nee · 
- othan. Alt Fraͤnk. nidan, nithan. Schwed. 
.nedh. _ H.meden. Wieden brauchen die Hochs - 
deutſchen nur. in hienieden. Na nedden tor 
Bach unten zu. Na nedden varen: den Strom. 
bGbinunter fahren. Nedden im Huſe: unten im 
Haufe. Luͤde van nedden herup, nennen wir 
die Leute, welche aus den Marſchlaͤndern unten an 
der Weſer berauf nach Brenmien konmen. De 
ſitt nedden mi: er fügt unter mir. ‘ 
Benedden beißt daſſelbe. R. Holl..beneden. € be- 
ro meäth. K. Rolle Art. 170. Venedden up dat 
Rathus: unten auf dem Rathhauſe. DW. 
.. De baven eine unde benedden eme wanet: die - 
- Machbaren zur Rechten und zur Linken. Undan 
‚ einem andern Otte: dat benedden veer Grote 
gekofft werd: das unter 4 Grote gekauft wird, 
Nedder wird mit andern Wörtern fo verbunden, als 
2 daß Hochdeufge nieder. A. S. neothor. & u 
‚ı neather. - 
Nedder- fällig, ſachfaͤllig, der im Gerichte verliere. . 
Up des Nedder⸗ fälligen Koſten: auf Koſten 
des Sachfaͤlligen. Ord. 82. So ſcholde he 
, des Worendes nedderfellich weſen: ſo fol er 
"Res Rechts verluſtig ſeyn, ſich feines Gewaͤhrs⸗ 
mannes iu feinem Vortheil gu bedienen, 
oo Pa we 
DE J N 


228 | u Nep D.' Ner. 
_ Nedder- gericht, Niedergeriche. u > | 
Nedder-hemd, Unterhemd... 2, 

| Nedderfte,. hiebrigfte ,. unterſte. "Sat Water ſteit u 

up der nedderften Treppen ſagt man, wenn ei 

nier fein, Wafler wicht Länger: halten kann. 

| Beneddrigen, erniedrigen, unterdruͤchen. Renner un: 

ter dem J. 1568. Darna. ſe oc ergangener 
andlung, und voriges. Unwillens halven, 
Bug) ( sener). nicht ſcholen gehindert, be⸗ 
neddriget oder beſchweret werden. 
Verneddern, Veéerneddrigen, erniedrigen, herunter 
bringen, in Verfall bringen, das Anſehen rau⸗ 
ben. Schenen und Reinsbergs Chron. im Leben 
Erb. Hermann: Diffe Hermannus vorned⸗ 
derde allent wath he am Stiffte vandt. In 
einem Kaufbriefe, von 1433: ſunder jenigerleie \ 
» "Argelift, nie Sımde und Hulperede, dar men 
ee Breff mede krenken und vorneddrigen u 
mad. - Ä 
Narren, Neffens, neben, nebſt, nachſt Sen; ges | 
“ gen. R. Meffen der Karke: neben der Kirche, 
He wanet hier digt neffen an: ex wohnet ‚bier. 
naͤchſt an. Liek neffen aver: gerade gegen über, 
Meffens mi: nebſt mirt. a 
_Nexen, Nevens („), daſſelbe. Neffen und Nleven | 
. braucht man ohne Unterfcheid, eben. wie Effen 
‚and. Even. Woor⸗nevens? eigentlich, nebft:’- 
wem? gemeiniglich aber fraͤgt es ſchlechthin/ wor 
 ubinam ? Woor—⸗nevens hei ji em ſeen ? wo 
dab ihr ihn geſehen? Woor⸗ nevens wanet he? 
wo wohnet « er 


Dora u. 
N j ° : . ; iR u 
. u ' “ " . w“ j ’ 
. . \ , 
_ " - Es r ö J ‘ . Br: 


_Beneffens, ; 


, | | oo 
FIRE: Nee. Nem.. 0... 239° 
eneifens, Benevens; beüebſt, una cum, I eine 

man e Verlängetüng des Worts. 
EGELN (7): S. Nögeln unter — 
EGEN CH), eun. A. S. nigan, nigen nigon, 
Grieſ. niughen: H. negen In den ai adern Dialet⸗ 
ren wild das g’bermiffet:”" K. Rolle Att 134. 
wente des’ anderen Dages to negen: bis um. 
neun Uhrves folgenden Tages: Negende neun: 
TS, ‚igothe. ‚ Megentig , heunzig. A. 
2 hündnigontig: "Von dieſem Hund, wel: 
ches unſerẽ alten Vorfahren einigen Ordiungszah⸗ 
len ſo unnuͤßz vorſehten⸗ ſ⸗ Wachter in Hund. 
egenthüde,’ die Söfefte Art von Slutfhwäten, die 
wir ſonſt auch Puun nennen.” In der alten frieß 
Sprache Niuggenheude; wie Cadovii Müllers 
"" Memöriäle‘ Fri, Infe: lehret. Die, Urjache der 
Benknnimge ; weil bey: dieſen Gefghäten. Die 
- Kant ſich ofe'blättert; ünd abſchaͤlet. ‚Denn Du 
b. de iſt der plur. von Hi,“ Haut, | 
egen- -mörder ;?eitt kleiner weiſſer Raubodg gen, in der‘ 
Groſſe tincs Droffels welcher oft Alt b — 
ihn ick gi Haͤnnov. äbrafer: 
eh in feinem‘ Woerarbuch⸗ nennet ibn. Neun⸗ 
9: toᷣdter, Dorndreher Verdätfter, lanius cingreus, 
piea vontatet⸗ ze! Hamburg iieunth ww die 
u u oe Nefenmördet, "SER, BE 
An zöge,: Meanäüge, Prife "N 
er; ch, nach or unter Nam. PR 
kien, nähen, ® SNarkm. | unf 
EMEN (7), I.) nehmen. au⸗ alte Dialekte ha⸗ | 
' | 9 N un | 


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2 - . . B . 
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‚ben niman: welches ge folgenden Age | 
ten. wegen zu.merßen. iſt. J De 
25. enipfangen, Betorumpn,, aten tragen. Die 

Berentung. iſt guch- bey dm Hochdeutſchen üblich, 
in der Redenvget: : Schaden nehmen. Renners 

„Chron, 425.Als ſe tho ſtornien gingen, 
Bu "nehmen fe to vele Doden, dar fermoften wed⸗ 
der affruemen abziehen ), do nehmen ſe noch 
7 pele. mehr Dioden un-Semundeben... — 

Beiieien, "Sufer..dps allgemein, befannten, Bedeu⸗ 
BE tung; ———— beſchaͤftiget halten, ogeupare; 
J Br — — giftinere. Drd, 1, Idt en bene⸗ 
u Ant Deine Rade Notſale: es 8: fire dens, daß 
hueghvindide und. deingende — 


en 


us Pe er 
er ‚adj. und adv. B u ae 
 Niemhaftig, flug, wihig aufinertam * eds. it. 
un „was. ei und Pe —— Se N Notk. it 


Fri 


ee 
IR ur} " 5 . 


ei mig, nut, 73 das —— „des Bien ı und. 
nes ten es it —— —* 


we der —— un des —* länger, ‚Richie Sit | 
J nd Mi 12 merkficher Auf. dem Giefühte. eb; als dieſe 

u: konmenheit d der See: und nichts, reizet we⸗ 
mger, ale bie Tegelmäßigften Böse, wenn dabey 
Dummheit, oder Albernheit qus den Augen gaf⸗ 
fm Nimhafig a w liten: —J J ſe⸗ 


oe. — ⸗ 


J Ner Nas Bu 281 u 


Veran nentiet man ein. a fleines, Kind, das a ijee 
gibt; "alles vernimmt und verſtehet. u 
‚Vernimftig,” "then daſſelbe 9 mas nimig und niem⸗ 
u F haftigeEs wird aber nur ‚von kleinen Kindern 
gebrauchet, die ffir if Alter fehr Eing find. Dat - 
Kind is recht -vernimflig x. dag. Kind iſt ſehr 
ET es merfet auf alles. R. 
| Wol- -nemen, Bohl‘ aufnehmen, "wicht übel dauer, & 
wird nur fubftäntive gebrauchet. In't Wol⸗ 
nemen: mit Exlaubnig, -ich bitte es nicht übel zu 5 
deuten, falva veni. 
——— auch Nien, in unſern Statuten auch Nein; 
- "feiner, fein. €, none. R S. Nꝓp. (4) | 
Nenerhand, und . 
_ Rentrlei, Ninerlei, adj. reiuerley, von feiner Art. 
NERGMN, nirgends. S. NARGENS. | 
NEERSTIG, fleiffig ,. aufmerkſam. H. naerttig. 
Oſtfr. ande. 1 B. 27 Rap. ‚Dat de. Richter. in 
Saeken, dem Lyve un Bloide, vef eines Mans‘ 
nes Chre andrepende, voele nerfliger ſall ſi in: 
de Tuigen thawerhueren wo 
Necrfighöit, Fleiß: Eben. daf. 1B. 51 Sapı — 
Nese (1). © Näse 
NEST, Neſt, nidus. iv ein ſchle htes Haus. S J 
He findet een leddig Neeſt, de Jungen ſunt 
al ut flagen: er kommt zu fpät, feinen beaͤug⸗ 
‚ten Vortheil ju erlangen. Sen warm Neeſt fin⸗ 
den wird von demjenigen geſagt, der durch Erb⸗ 
ee oder ee in eine gute Woßnung und 
ME 4 bnes | 


”. 





232 on 


Nes, . nn | 


ſcchoͤnes Vermoͤgen zu ſihen kommt. Gm vuul 
Meeſt:ein barfaui jes Haus. it. eine haͤßliche 
und verdruͤßliche Sache, wobey, wenig Ebre, und 


— > viel Berdruß, ‚au ‚holen iſt. Sen ouul Neeſt 10 


gen: ſich an die Ausbefferung ı eines ganz baufaͤl⸗ 


mn Tigen Haufes wagen, fih mit ‚einer verdruͤß lichen 


Sache bemengen. To Neſte gaan: zu Bette 
gehen. . “ 
Neften, niften, ein ref machen. In neſten, einni⸗ 
ſteln, ſich einſchleichen und feſt ſetzen. 


u Ree- neften, tin Neſt bereiten. S. unter Reor, 


. 
” 


Ree, bereit. 


| 'Neeft- duven, ‘junge Tauben, die noch nicht ansgeflas 


gen, fondern aus dem Neſte gengmmen ſind. 


. Neeft-ei, dag Ep, welches man im Neſte liegen tft, 


damit die Huͤner fortfahren barin. zu legen. 
Neeft - kiken, das Tegte und ſchwaͤchſte Küchlein, pP 


I. 


0, aus den Eiern von einer Brut auskriechet. Im 


uneigentlichen Sinn, das. zuletzt geborne Kind - 
it. ein eg, ein ſchwaͤchliches Mutterfähns | 
chen. S. Idiot. Ditmarſ. Bm Friſch Neſt⸗ 
uack. 


ee Neftelnadel, Haarnodel. Sf wahr⸗ 


ſcheinlicher Weiſe von Neeſi, Neft, uneigentlichz 

‚ein oben auf dent Kopfe. zufammen gebundenen 

Hagrzopfd des Frauenzimmers. S. Friſch im Wor 
terb. Oder von Neſtel, ligula,. J 
_Nesreun, Up nefteln;, gemeiniglich ſpricht man 
Up neffeln: “einen ſcharf behandeln, uͤbel begeg⸗ 
nen. De. ward di. up neſſeln: der wird dichs 
Yen. ren Wr Ah, dir Hofe 108 mas 


chen, 


) Nenn ec J 233 
den, Sefonbers wenn man einen Knaben mit der 


Ruthe züchtigen will. Nach eier veralteten Be | 
deutung, aufhenken: fufpendere laques. 


em (#), Niffe,-lendes. 'R und S. Celt. Nedd.- u 


A. &-Haitı, E. Nit. Din: Gnid.-- Schw, 
. ‚Gneet.  Gläv. Gnida, Alt Bent. Ni 
\ hen, voll Niſſe, lauſig. Een netrigen Deef, ober J 
u Dorf: eim lauſiger, ſchaͤiger Menſch. | 
Nete- kamm, zxin enger Kamm. Weit: ‚ch ſolcher 
7. Kamm ſehr dichte Zaͤhne hat damit erikhts u. 
| a ruͤcke laſſe, darum nennen einige auch Einen Geip 
 els, Xt alles an und u reifen wil nen 
Nete⸗ kamm. —— 
Nete- kopp, ein lauſiger Menſch. en V 
Nereın (4), zaudern, moras maclere, it, wid t 
anfboͤren koͤnnen von einer Sache zu reden, einen J 
langwierigen Stil im Tabeln Haben. Es iſt ein 
Wort, welches den Bremern befonders eigen, und 
>.  beffen Abſtammung noch unbekannt iſt. Man 
könnte es von Noth, in der Bedeutung der Ver⸗ 
binderung, impedimenti, moleſtice, hetleiten. 
. Da es dan noͤteln muͤßte geſchtieben werven. H. 
neuteln. In Hamb. noͤhlen und nuͤſſeln Bu 
Benetein,. in \einein verdrßtichen Ton und Stil etwas 
tadeln. nn 
Beneteld, verlegen, verwirrt! undewiß, wie an ſich 
helfen ſoll. Sonſt auch betunteld. 
VvVor neteln. Enem wat vor neteln: einen was vor 
tandeln, wor plauden. 
Neteler, Zauberer, langſamer Menſch, es fl in der 
Abel, oder im Reden‘ J Hamb. Nuͤſſeler. 
EZ P 55 Netel- we, 
4: | | u | ” Bu = 


234 Nur. 


—2 


nn deſſen nuͤtzlich bedienen. ‚Sur der köten Worte: 


 „Netel, goos, af | 
. Netelhaftig, und | | I 
Nerein jauderhaft,, F berrechlch⸗ langhen Di 
. wird der Unterſcheid auch im gemeinen Reden, 
beohachtet, daß das erſtere mehr von Perſonen, 
letzteres zur von Sachen gebrauchet wird. Ene 
netelige Safe iſt alſo eine verwickelte Sache, wos 
mit es. wicht fort will, womit man Verlegen iſt. 


9F Ken: netelhaftigen Snaf: n langweiliges Ge⸗ 


ſchwaͤtz Hr, Strodtimann, det ſich ſonſt in ſei⸗ 


E nienm beliebten: Idiotico Asraßr.. nicht oft um die 


Abkisung bekuͤmmert iſt beh dieſem Worte in ſei⸗ 
ner Muthmaſſung, daß es von: Rat; Re, koͤn 
ne abſtammen, nicht gluͤcklich = J | 
‚Netelije das Zaubern; Gezander· — 
Netei- kutte, ein: Zauberei" ein Pibeiwert. 
Ene rechte olde Retel⸗kutte: aein Ernanderet. 
Nersuse S. unter NirTen. "9 
Nasen, Geneten (2), nieſfen, geriet, fh mit 
Vergnuͤgen bedtenen, frui. Ood. Arg. niutan. 
A. Ge: notian, nyttiam Schw. nyttia. Alt 
er Fränf,; nioton, ‚niazen, ilezen- Bas tat. uti 
ſcchaint. damit in Verwandſchaft zu. ſtehen. Das 


a - einfäche neten iſt veraltet. Das andere tvnjugi⸗ 


ren wir: ick genete, du genuſt, he’ genut ꝛc. 


Daher Nutt, Mutzen, mit feinen Abgeleiteten) 


Imp. if genovt, ich genoß. Perſ. ik hebbe ge⸗ 

. Noten; ich habe: genoſſen. Ord. 72. Mochte 
he des tugen, des mochte he geneten· kann er 
Folds. Durch: Zeugen beweifen, - fo fan er ſich 


ſihet 


ſtehet in andern anggefen: Se ie des an ane 

GSchaden. 

— das Netz. Cod. Arg. Nati, ‘. ©. Net, 
:Nyt. E. imb H. Nett. fat. naſſa, Fiſchreuſe. 
Agter' tNett ſiſken: zu ſpaͤt kommen, benn ein 
ander den Vortheil ſchon weg hat. Enem vort- 

. NMett heer fiffen : : einem in Erhafihung, eines 
Bortheu⸗ zuvor kommen. Enem dat Nett 


aver'n Koppe teen: einen. beruͤcken, in die Falle 


locken. He is vor enem Nette nig fangen: er 

iſt ſchlaur er laͤßt ſich fo leicht nicht beruͤcken. 
Fette - bitdel,, ein Beutel aus. einen Netze gemacht, 

ein geftrickter- Sad. 


1 si, Nette, hör, habſth niedlich, , ein, rein⸗ ur 


Bi E. neat. Fr. net. Ital. netto. Lat. niti- . 


dus. ¶ Das Faufmimitfehe Netto, welches von 


den Waaren gebrauchet Bird, wovon das Tara 
abgezogen worden, iff’bas ienltänifihe Wok, und 
becdeutet:ſo viel, als rein. Daher brauchen wir 
nett in gemeinen Medensciten für)‘ nichtz mehr. 
und! nichts weniger, genau. Dat is et ſoꝛ 
das iſt genau fo, bar Egentliche her sache. 
2. Mettiaßiet eben fe; als — non aliter ac. 


n- |. nette, was in fi) feiöft, "ohne gefüchten Pag, oder 


xbergten Zaſet, ſchon iſt · S. im Buchſtaben u 
L- | 


Fersen, MNeſſel. ECelt. Hhanaat A. S. Netl, 
Mytle. ENettle. H. Netel. Schi; Naettla 
und Neesla. Es if verwandt mit Matel, Na: 
J ah ©. ler ih PM Bil Done, \ 
| — OD 


» ’ N 
® . . 


236 - Ä Nerv. Nm: u u 


. nn ‚nn vn 


auch. 88. er nes A 


4 


—* auch dove D Nettel, \ caibe Nefleh, bie nicht 
brennet, urtica iners, galeopflis Ss iſt das 


pur celtiſche Danadl. . 
| Hidder- nettel, Brenn: Neffe, urtica. Bon hid⸗ 
dern, brennen; und diefes von heet, beiß. 


"Ni EVE (s)» Vetter, Schweſter oder Bruders Sof. | 


| u Bordem. Neffe, nepos. Fr. Neven· 
"NEvEN. S. unter NurFd B 
Nrwrxux, Niewerle, nimmer. S. unser Want, 
| adv. | 
"Nine, der Schnabel, it. die Kae. % ©. Ne. 
E. Nib. H. Neb, ‚Sn; Hamb. Nüffni Es if 
das Stammwort von,uuften Snibbe; Snippe, 
uünd den, Hochdentfchen Schnabel. Schnepfe, 
Be u. a. A: mit —— ades 8 


ii ge chte uic EN ‚ale wenn ı einer; —* 
Giectraͤnk zu ſich henommen. sreul 
Fach, und Benibbeln,,. umher. Henagen; wenig zur 
Zeit abbeifjen: wird eigentlich von Vögeln gebraus 

-scheße if, mit den Vorkerzäßnssrneffen,. appeutlich 
Selen: wie Die ‚Kinder. vom Zuckerwerk. Daber iſt 
nibbeln. €, nibble; nel sn ® 
ee den. Schnabel rinchnken. Wir brauchen 
* es über nur im uneigentigen Sinn To Deep 
oe in 


— 


* 
v* [1 . P7 - ‚ . 
“ N . . 
ı . . 
J J 
— . 5 


of wol ins in de Ketten: weiße feute febten 





1 
] 


- x ——— 


Zune — 


5 D . - . 
- * 


N 


Nın, Neo, | ‚ Nır.. = 2 237. 
in nibben: — viel Fate Gernfe zu ſch neh⸗ 


um. 
bken, den Schnabel fe eintuͤnken. it. das Getraͤnk 


eben ſchmecken, wenig zur Zeit trinken, pitiſſare: J 


Wir ſagen ſonſt auch fißfen.. 

IBER, ‚adj. und adv, fein, artig, niedlich. Läibn, 
Collect. Etym. P. I. p: “48. ‚nieper, Schön hell 
und Har.in den Augen, Im Lineburg. nyfer. 
8. Een fütjgt niber Geſi igt: sin kleines nied 


liches Geſi | Dat kt niber: das f chet nied⸗ 


lich aus, 0 
ICH, nicht. ©. Nic. 


tED, Neid. A. ©. Nith. Ak Fein, Kid. Ps u 


wandt iſt Niet, Verlangen, Begierde, beym 
Notker. von nieden, nioten, vergnügen, Belus 
fligen, Daher auch das Hochdeutſche niedlich" 
abſtammet. 
iden, Beniden, neiden, beneiden. Beter benidet, as be⸗ 
klaget: malo invifiam, guam mifericordiam. 
iedsk , adj. und ‚adv? neidiſch,  begierig , be 
tig. R. und 5, Niedsk im Eten: begierig, 
geizig im Eſſen. Niedſke Kulde: heftige Käts 
te. Dat Kind (riet niedsk: das Kind ſchreiet 
beftig. 
IF, eine Naſeweiſe. it. eine ſchwatbhefte f & Aug 
vuͤnkende Perſon. Es wird gemeiniglich nur von 
Weibern gefagt. "Ene olde Nif⸗Nif: eine Alte, 
die viel zu meiftern. bar. Wir fagen auch Nifke. 
9 Nüf und Nüfke. Die eigentliche Bedeutung 
iſt noch in Hamburg üblich ‚ wo Nuͤff eine Naſe, 
Pam beißt. R Alſo i Nif daſſelbe mit 


Weoꝛ 


238. .Nir Ni N 


Mlbbe. ‚Welche befiäeriger wird durch dag Han⸗ 
nd Nibbernaͤſig, naſeweis. Im Engl, | bedeur 
tet Nifie, nichts wehrte Dinge, Pofien. 


‚Niffen, naſeweiſe Anmerkungen machen, viel zu meis 


fe und zu tadeln haben. He het jummer wat 
to niffen: er macht immer Sadelnbe Aumerkun⸗ 
gen. 

N: 1G, nicht. Einige ſchreiben es, wie 8. mit einem 
ch. Uns duͤnkt aber, daß wir dieſem fremden 
Buchſtaben hier billig feinen Abſchied geben koͤn⸗ 
nen, vornemlich da ihn die alten verwandten Dias 
'Iefte nicht fennen. Cod. Arg. nithau.: A. S. 

nice. Alt Fraͤnk. niga, niut. Im Celtiſchen 


— iſt Nag, Nagca, Berneinung, abfchlägige Ant: 
wart. Schw. neka, leugnen, Zu dieſer Samt: 


Tie gehören das lat. negäre. Nig dog: gar 
nicht, minime. Dog nig ? ſollte es wicht ſehu? 
wuͤrklich nich? Nig maar? iſt es nicht or 
‚glaubt du es nicht auch? nonne? 


_ Nıarn, fi) neigen, eine Kniebeugung machen. Es 


wird nur von dem Kompliment oder Verbeugung 

eines Frauenzimmers gebraucht. Cod. Arg, hnei- 
wan. A. S. hnigan. Want. hneigen. Vergl. 
Kniks 


| Nıy Nije, nen, In unſern Statuten nige, nigge 


. und nie. Ein Wort, welches viele Sprachen, | 

| " mit ‚geringer Veränderung, unter ſi ch gemein ha⸗ 
ben. ©, Wachter. Celt. newidd, neu, nevls. 
Cod. Arg niujo. A. S. neowe, niwe. E. 


.... 7. new. Dän. und Schw. ny, nyt. Idt ſchal 
mi nij doon, wo dat uutfallen wills ich bin 


, . 
Y 


\ 


W beoheris 


i 


gie als auf was Reueh) nr aofen, wie 
8. ausfallen- wird. Nie Beſſen feget rein: £ 
| Bessen. Noeutr. nijt: als, een nijt Huusz 


Ren nenes Haus. Stat 35. niges (a van 

nies) buwen: wen: aufbauen." | 

Speldet-nij, ‚Spooklet-nijs ganj neu, ‚gar mie. 
gebraucht, | | 


" Ne. Land ,. eine Doefſchaft im Stade: ſbremiſchen Ge 3 
au: de, auf ber mittägigen Seite der Weſer; wel. 


> che vor Zeiten ein Sumpf gewefen, abet im Jahr 


. IIZEOR Hollaͤndern (dure hollardrico) ausge 
than worden, welche dieſes Land urbar gemacht 


haben. Wovon die Urkunden za Tefen find in des feel, 
m Paſt. Vogts Monum. ined. TI. pP. 9. 


und TIL p. 418. S Flämsk Arne, Flänick ; 


‚ ;Regt, uad HoLLER-LAND.- 


Aerör- nij⸗ land, Over-⸗nij- -land, "eine Dorffiafe 


: an der andern Seite der Wefer, dem Mijn: lans 
de ‚gegen über. Welches Land ſchon im J. 1106, 


‚ @uf gleiche Weiſe iſt urbar genecht ©. Hoı- | 


LER- LAND 
Nik 1.) nen 


2). luͤſtern, i als aach etwas Neurs Se I 


is daar nijlik to: fie iſt laͤſtern darnach. 8. 


x) Angewoöͤhnlich, feltfam. Idt fag nijlik wut: 


es ſahe feltfam aus. Sn nijlik Minst: ein 
ſeltſamer, wnnderinchet Menſch | 


"N — Neugiet, Luͤſternheit. Idt was man um 
de Nijlikheid: es geſchabe ur, um ‚bie Neugier 


zu befriedigen. 


Nijepligtern; neugierig, luſtern, eig nach einer 


Et lebe | en 


“ 


J 


pr 


Br 77 — Nı7. N nn 


ſeltenen Speife Sf find bie — Saum 
j oft nije pligtern. et 
Nijs-girig, neugierig; | I 
Benijen, fremd und unerwar tvorkommen. Dat 
| ſchal di benijen: du ſollſt dich verwundern, es 
wird dir uͤbel gehen. Iſt eine gemeine Bebro 
bungsformel. | 
- Vernijen, erneuern,-- Hennogth Veem. und Vard. ste 
- Sanmıl. ©. 153. De Breve vornijen; . 
Privilegien erneuern Sik vernijen: ſich ver⸗ 
ändern, ſich durch die Abwechſeluns ein Vernd⸗ | 
ge wachen. | 
Nıx mit den abgeleiteten- Nikken, Nikkoppen, Nik- | 
u ker, f. unter Naxkm- | 
-Nıx# iſt das zuſammen gezogene und verzärtelte Nied. 
lik, niedlich. Deſſen Abſtammung unter Niro 
angewieſen iſt. Nike⸗ warn: angenehm. war... 
Nıixker 1.) der am Ende abgekuͤrzte Name Niko⸗ 

Ä lqus: iſt aber hier nicht uͤblich. Wir verſtum⸗ 
mein ihn von vorne, und fagen Claus. Br 
2.) ein Feines Pferd. Daß daher: das Weſtphaͤli⸗ 

ſche Pumpernikkel (bon pour Nikkel) den 
Namen habe, iſt bekannt. E. Nag, vom A. S. 
hnægan, E. neigh, wiehern. S. Wachter in 
‚Nack. . Im metaph· Sinn beißt Del eine ge 
meine Hure... | 
N ins, nichts. Nifd:nig:: . ‚gar- nichts. Srew. 
Niks is good im Oge, man quaad im Buufz:'” 
wenn man einent verweiſet/ daß er nichts verſpre⸗ 
den will, oder eine abſchlaͤgige Antwort gibt. 
wo man ausluch ef das hywiſche Dichten 


welches 


c 


. | Nm Nım. - Nam. &r. 241 | 
welches eine Augenarzney iſt, ,- und in ben Apothe— | 
fen nifilum album, ‚oder tutia, ‚genannt wird, 
ſiehet. 

NILEN, Vernilen, jernichten , verderben ‚in nihi- 
lum redigere. R. Wir haben dieß Wort von 
den Hollaͤndern. | u 

Nımıg; Niemhaftig S. unter Neuen. 

NieEn, feine. © NeEen . 

Nınsen, Ninnken. ©. Nünnen | unter Nunse 


_ Nıpr, eine Urt Kopfzeuges des Stauenzimmers, Ent 


x. weder von Nibbe: oder von Nappı wegen der. 
Aehnlichkeit. 
"N — Nippe, adj. und adv, genau; ſcharf. Es 
wird nur vom Geſichte und Gehoͤr gebraucht, wie 
in Hamburg. R., Nippe to fifen: genau zu - 
ſſehen. Hör nipye to: höre fleiffig zu. Wippe, 
Ogen: ein fcharfes Geſicht. Es fcheint von 
nibben , nipken zu ſeyn, den Schnabel einfie 
ken: uneigentlich, die Mafe, oder das Gefiht, 
nahe an etwas bringen: welches Diejenigen thun, 
welche etwas ſcharf beſehen, ‚ ober genau börn 
wollen. — 9D 
Nirıc. ©. Nüric. 
NIRT-NARREN. ©. Narren, 
_ NıeTe, eine Nulle, ein £oszettel, fo ohne Gewinn 
beraus kommt. Iſt aus dem Hollaͤndiſchen. J 
N ITEN, mit den Hoͤrnern, oder mit dem Kopfe ſtoſe 
ſen. Eigentlich wird es nur von dem ſtoͤſſigen 
Hoyndieh gebrauchet. Don dem A. ©. Nyten, 
Rindvieh. E. Neat, ein Rind, Damit iſt auch 
ohne Zdeifel verwandt ein ealenes deutſches 
SD. Bun 


| Norıs- -KRooc. S. OBI1S-KRood. 


x Ü 


222 No, ‘Nom. Non . J ” 
Wort beym Friſch im Worterb. ſi ich nieten, ſ f PR 


beſtreben, ſi ch ſauer werden laſſen. 
Nietſk, und Netelfk (n), ftöffig, petulchs, cor- 
mupeta. Netelſke Koie: ſtoͤſſtge Kuͤhe. 
"No, (ein kurzes o, welches denſelben Laut hat, als in 
nog, dog) nun, interjetio. No denn! nun 
Bohlen! No, wo will't werden! wo will das 
\ binaus! mache es nicht zu arg, mäche dich. nicht 
jzu dreiſte. In den meiften alten Dialeften fagte 
mannu, auch wol no, fuͤrnunun.— 
NOoBBEN, Anötchen von Wolle an gewiſſem wollrei⸗ | 
chen Zeuge, Zotten. €. Nap. A. ©. Hnoppa, 5 
Villus. Einige fagen Nubben. 
Nobben, verb. folche Nobben an dem Zeuge macheit, 
| Sit nobben: : im Tragen folche Nobben befom: 
Genobbed, mas Nobben hat. | 
Nobberig, was Nobben bat. Nobberig Tüg. €. 
'nappy. Cloth, that wears nappy: Zu, das 
‚ im Tragen rauch witd. Andere nubbig. 
'Nossen, und Gnobben. Sik nobben : ſich mit 
den Zaͤhnen ſchaben: wie die Pferde e einander “un. 
Vexrgl. GNABBELN. | 
Nocu, und Nocutern 6, Nos, Nod- 
TERN 
_ Noon‘ 1.) Noth. A. S. Neod, Nyd. E. Need. 
Isl. Neid, Naudur. Cod. Arg. Nauth. Nood 
is een bitter Kruud: durum telum neceſſitas. 
Wen de Nood an den Mann kumt: wenn es 
die Moth erfordert. Nood leret been: in ber 
Dion age man an Min, die man fonft nicht ers 
kann 


— 


Non. nn - 243. . 
ennt, ober genchtet Hat. Dat € beit nog kien 
Nood? die Moth iſt noch fo dringend nicht. 
Wenn /averwunnen id. de Nood, den kumt 
de Dood: wenn. ein Menſch feine Sachen ein 

‚ wenig in guten Stand‘ gefeßet bar, fe muß er. J 
davon. 
2.) Nood, und Wief⸗ nood haiti bey den Alten | 
auch die befondere Bedeutung eines gewaltthaͤtigen 
Beyſchlafs, Nothzucht. Stat. Stadenſ. IX. 3. 
So we mit ener Wifnoet begrepen wert ofte 
beſen, ofte mit dem Srrichte vertughet — 
dat ſcal he beteren. | 
3 ‚) eine Hinderniß, In den alten Dokumenten. 
Echte Nood, auch Ehehafte Nood: : Ieiti- 
mum impedimentum.. | 
Nood-ammer, Feuereimer. | Ba 
Nood-bedisk, oder Nopd-beisk, adj. ber "4 lange | 
| um eine. Gefaͤlligkeit bitten laͤßt. | 
Nood-diek. ©. unter Die. | 
Nood- geld, das Geld, fo zu Aagung bei Erimis 
nalkoften angelegt wird. 


2 


_ Nood- gericht, das Blutgericht, welches in Bremen 


über einen Entleibeten, deſſen Mörder fich mit ber | 
Vlucht davon gemacht, geheget wird. | | 
Nood-groten, ein Motkpfenning; Geld, das man zu⸗ 
ruͤck legt, um bey dringender Nord dazu zu grei— 

fen. 


Noodhaftig, gefegmäffg, rechtmaͤſſtg. Iſt veraltet. 


Als der bremiſche Erzb. Albert IT ſich in Bremen 
. und. Hamburg batte befichtigen laſſen, um Die Ber 

ſchuldigung/ daß er ein Zwitu ei au —* | 
DR WO 


| 


1m [2 


24 | a J Non. 


ten: do feben fine Wedderpartie⸗ de Vorho⸗⸗ 
“ringe und Beſichtinge wehre nicht na Utwi⸗ 
ſunge der Rechten geſchehen; darum wehre 
de Proces nicht nothefftig. Do leth he ſick 
thom drudden Mahl beſehen tho Stralfunde, 
und wurdt unſchuldig befunden. Reuners 
Chron. J. 1376, 
Nood-loos, unbekuͤmmert, unbeklaget ine impeti«, 
tione ſ. lite), der vor Gericht nicht verfolget. 
7er, Im Dokumenten 5 
Koodnigel, S. untet Nacer, "unguis. | 
Need ſake, eine Nothſache, alles was Rchig iſt. 
| Er is Fine Nood⸗ ſake: 2,08 iſt ſo ger nöihig 
I nicht. 
Nood · ſtall- ein Stall, ven die Huſſchmiede vor den 
 Häufern-haben, worin die unbändigen Pferde be: \ 
ſchlagen und zur Aber gelaffen werden x. Stat. 
Verd. gg. Idt mag ok kein Schmidt buwen 
einen Nohtſtall up de Straten, dar tho vorn 
keiner geſtanden hefft, ane des Rades, der 
MNaober und der Borgere Bewilligung. Man 
ſagt auch; Man fit hier, as im Nood+ftall: - 
man ſitzt hier ſo gedrange, , daß man ſich kaum ter 
gen kann. 
Noidigen, 1.) noͤthigen. Bor Zeitin auch 
2.) nothzuͤchtigen. Stat. 53. Nodiget ein Mann 
ein Wyff, will fe dat beklagen, dat ſchall fe 
doen an der Stunde, wenn er idt er beſcheen | 
is ꝛc. So auch im Oſtfr. Landr. ı B. 102 Kap 
Nöboraxen, verb. wird von den Pferden gebrau: 
He, welche, wenn fie Suner fordern, ‚oder fonft, 
Ä einen 


W; 


.> 


- / 


\ ! 
—_ 


‚Now 245 


einen ſchaͤcernden Laut durch die Nafeldcher ma: 
:.. Ken: der aber von dem Wiehern ſehr unterfchier 
den il, Es iſt aus dem laute gemacht. Virgl. 

GNIDDERKEN, \ 

-Nope, Nos, aud Nüde,- Nöe, ‘adv. "ungern, mit Ä 
Widerwillen. Otfr. noti. Holl. noo noy, 
node.. Es iſt entweder per aphæreſin aus dem 
folgenden Unnode gemacht, von dem Alt Fränk, 
od, odi: A. S. ead, eath, leicht, faeile, 

möglich, in Hamburg oͤde: ‚oder es iſt von obi⸗ 
= ....gemNoon. ;, Wenigftens kommt daher das. ver: 
altete nöte, ungern, coadte : und dag zuſammen 
geſetzte unnoto, freiwillig, voluntarie, beym 
Otfried. ©. Schilt. Gloſſ. p. 641.-He will 

| Ks node an: er aonſchlieſet ſich una day 


"Unnode, Unnoe, daſſelhe. x. ©. un- sathe. An. 
Fraͤnk. unodi, ſchwer, ſchwerlich, difficile. Dieß 
Bart ift auffer Zweifel von od, ot, leicht, mög: 
lich: iſt alfo wohl zu unterſcheiden von:dem Alt 
Fraͤnk. umoto, gern, als welches von Not, 
B Nood, herſtammet. Ik doe idt unnoe: ich 
thue es nicht gern, cum reluctantia. | 
-No, Noch, 1.) noch, adhuc. Wegen bes ch ift 
"Hier eben das zu erinnern, was ben) nig angemer⸗ 
ket iſt. | 
2.) noch, nec. In anſern alten Schriften wird 
es auch für weder gebraucht: Nog und edder, 
fuͤr weder und noch. Eendr. Art. 9. Dur 
der na duͤſſem Dage fchole nemandes, ‚noch de 


Sunpmellere der a edder de Kerkſpel 
SU. 


mn 


u 248 u J Nos. IJ 


guoͤde ir in enigen Geſcheften de KVerlſpel⸗ ane 
Weten und Vullbord des Rades, toſamen ve ver⸗ 
baden laten. 

> Nogtans, dennoch. u 

--Nooe, gmng A. & genog, gench. Cod. Arg. 

ranoh. E. enough. Schw. nog. Dat is 

wiſſe noog: das iſt ganz gewiß, überläffig be⸗ 
ſtaͤtiget. Zu 

Nöge Cs), Oniige, Alt Fraͤnk. Nuht. Er) r Noͤge 

betalen: zur Gnuͤge bezaplen. - 

Nögehaftig, gnugſam, binlänglich, - fufficiens, idos - 

neus. Herzogth. Brem. und Verd. 6te Samml. 
S. 175. Derhalben dejenne, de ſothane Kor⸗ 
* he fößrten, : nögehafftigen fehölen. certificeren 
und verſoͤkern ꝛc. Man finder. es auch nochaf⸗ 
Big geſchrieben. Vogts Monum. ined. T.I.p 

367. Unde des tho merer Zekerheidt und 

nochaftiger Tuͤchniſſe zc. 

— Negeln, vergnuͤgen, befriedigen, bejahlen. 
Orb 73, ſtatt der Werte: darmede en is he 
nicht leddig, alle-de wile dat he eme nicht en 

gelt: fo lange er ihm nicht bezahlet; flehet in ei⸗ 

nem: alten Cod. membr. der Statuten vom Jahr 
1363: alle de wile dat he ene nicht gheneghelt 
. en. heft, in andern Handfchriften neghelt. 

Benögen, begnügen - Benogen laten: genuͤgen laſ⸗ 

| fen: 

Benöge, Gnüge. Man fhrich.cs vor. Zeiten auch 

Benoch. Sn. einer Oſterholz. Urfunde, in der 


sten Samml. der. Herzogth. Brem. und Verden 


© 430. Uppe ſo danne ſchal de genante mie Ä 
| nefe 


"Noc. Nox. _Nori 247° 


— neke offte ſ ſyne Erven, edder yemand van ſy⸗ 
mner weghen, noch wyten offte wrelen, wen 
(obne Zweifel ſoll es men, ſondern, ben) des 
„ein gudt Benoch hebben. | 
u Genöge, Genögte, Önüge it, Vergnügen, 
Vernögen, vergnügen, beftiedigen: Kimd. R. Ark. 
| 145. He enhebbe dann ohme tho vorne pornoͤ⸗ 
. get: er habe ihn denn zuvor befriedige. Vogts 
‚ Monum ined. T.II. p. 336: Vor 10 Bremer 
Mark, de dem vorbenömden Magnus voll to 
| finer Pöge: vernoͤget ſind: die ihm välig ur 
BGnuͤge entrichtet find. 
NoGrTern, nüchtern. . Gen hogtern Kalf: ein fehe 
ijunges Kalb, das noch nicht gefoffen bat. Nog⸗ 
‚tern Kalf⸗ fleesk: ſehr elendes Kalbfleiſch, als 
waͤre es von neu gebornen Kaͤlbern. Een nog⸗ 
tern Junge: ein junger Roglöffel. - dt ie nog⸗ 
tern Wark, ſagt man ſpruͤchwortsweiſe, wenn 
einer gaͤhnet, als wenn er eben aus bem Schlaſe 
erwacht, 
Vernogtern. - Sif vernogtern: . feiiftücten, etwas 
für die Möchternheit nehmen, dejeuner. 


Ä ‚Nöxs (09), braucht man im Stadifchen, wenn man 


‚die Schweine locket. it als. ein Scheltwort: du 
olde Noͤks, du dumme Noͤks. — 
Mou: daher benölen, benälen, Benul: wilche im 

Buchſt. B. angeführet find, * 
NöLeEN (on). Es ſcheint dieſes Wort von noͤteln, 
| neteln, jaudern, und nöfeln, oder nuͤſſeln, her⸗ 
um wühlen, nichts beſchicken, herzukommen, mit 
Auslaſungt des oder t. Es hat wenigſtens eine 
Q4 | dowi 


\\ 
- 5 
. J a 


248. 


Nos. NMor. Nu. Non. | . 


damit verwandte Bedeutung, und ‚wird auch fe 
damit verivechfelt. Es bedeutet, -beyseiner Arbeit 
nichts befchichen : ſich aus -einer ſchlaͤfrigen Traͤg⸗ 
heit dariv verwickeln, ohne damit zu Stande zu 


kommen. Beym R. iſt noͤhlen, zaudern, wei 


ches unſtreitig ans noͤteln iſt. Gloſſ. Chauc. in, 


u u  Leibn. Collect. Etym. P. J. p. 48. nöleit, mit, 


Freſſen und Saufen die Zeit ® bringen. a Ds 


nabruͤck ift olen, wuͤhlen. S. 


"Nönen. - ©, unter Name. = | 
NÖSSELN, arbeiten-und nichts beſchicken . Nören. 
N ÖsseL ift ein bekanntes Wort, welches ein gewiſſes 


Manf fiüffiger Dinge bedeutet. | Daher fagen eis 
nige 


| . Benöfelt, d. i. betrunken: gleichſam, der mehr Noͤſ⸗ | 


ſel ſtarkes Getraͤnk zu ſich genommen bat, ale er 


BE vertragen konnte. 
 Nöreın (om)ı zaudern. S. NETELN. | 
"Norg, nota mufica: Idt fumt em up een Hands 


JS 


vull Noten nig an: er redet ins Wilde: er nimmt 
es mit einigen Wörtern mehr fo genau nicht. S 


Nu, adverb. und interj. nun, jetzt. Vergl. Non 


Nu um dan: bisweilen, von zeit iu Zeit. 


Nvsse ©. Nonnen. ' 
‚ Nunenn, fioffen, Rippenſtoͤſſe geben, ‚ heimtackiſche 


» Stöffe geben, H. noopen.. E, nubble, mit Faͤu⸗ 
ften ftoffen. Alt Engl. Neif,. die Fauſt. In Luͤ⸗ 
beit gnubben und gnubſen ſtoſſen. Gnup 
und Gnups, ein Stoß. 


Nvubben-neeſt, ein enges fchlechtes Haus: eigentlich, | 


das fo enge if, daß man n ſich darin nicht regen 
| | kann 


- Nun. _ — 249 


‚ann, ohne einander zu ſtoſſen. Dit is een regt | 
Nubbensneeft vam Hufe: es ift ein elendes 


‚ Neft:som Haufe 


| \ 

 Nonn, und NUTT, der Muhen a. S. Not, No- 
Verel. in Ind. Nyt. Im Alt Frieſ. beißt 
Fer „Nota, Note,- befonders die Landfruͤchte. 
3. B. Gysb. Japix Frieſche Rymlerie { Frieſt· 

ſche Gedichte ), Franeg. 1681. und 1683. pP. 


.. pa: 
— PDear fiucht in Duw, 
Hier rint in Schiep, dear git in Kuw, 
- - - “Hier’buwgt it Not az Wetter- weagen, 
Dear bleak ret uwz in Marr foor" Eagen. 
d. i. 





| Dort ſlieget eine Taube, 
hier faͤhret ein Schiff, dort geht eine Kuh, 


be beugt ſich das tandgewaͤchs, wie Waffen | 


wogen, 
Dort blitzet uns ein Graben in die Augen. 


— 


Wir haben uns nicht enthalten können, diefe 
Probe der frieſiſchen Sprache -und_ Poeſte, viel⸗ 


leicht manchem Leſer zu gefallen, hier her zu ſetzen. 
S.. von Wicht Oſtfr. Landr. S. 470. In den 
alten Dokumenten kommt häufig vor: aller f Ing 

“ te flutt: alle Weten- von Nuͤtzungen, - ober 


uͤnften eines Landguts. In einer Urkunde von. 


1380, verfpricht Otte Gr, zu Delmenhorft: dat 
| Slot ſchal en open bliven tho al eren Nuden 
unde Noden: - das Schloß (zu Delmenhorſt) 


foll ipnen (den Bremern) ftets_offen fiehen, - 
‚ Wan ihr Nutzen ober ipre Noth es erfordert, In 
> > NUN 


f 


— 


. " , 
n 
⸗ 
. 
450 Ä 
. 
„Ne ' 
r 


_ Nun. BE 


einem ice, worin Erb. Albert: Wilbbechauſen 


dem Kapitel und der Stadt Bremen verſetzet, vom 
Jahr 1376. Ock moghet de Deken, Capittel, 
Raetman un Borghere tho Bremen zik we⸗ 


ren Unxechtes van deme Slote Wicbelde um 
de Voghedye — tho al eren Nuden unde 


Noden. Vortmer ſchal dat vorbenompte | 
Shot unde Wicbelde und open wezen tho al 


| unzen Nuden unde Noden, unze unde unzes 


Stichtes Unrecht daraf tho werende ꝛc. Ord. 


62. De Amptmann ſtorve edder entweke van 
Nude edder van Noth: der Handwerksmeiſter 


ſtuͤrbe, oder entwiche, entweder feines Nutzens 
wegen, oder aus Noth. Stat. 15. Van der 
Put des Gudes unde van der Rente ſchall 


men de Kindere bekoſtigen unde kleden: von 
hen Nuͤtzungen der Guͤter, und den Zinfen, ſoll 
"man den Kindern Kofi und Kleidung geben. . 
Ord. 5. Unde hebbet an Put unde in Gelde: 


er ziehe davon den Mußen und das Geh, ©. 


auch Stat. 64. Es ſtammet ab von neten, ge⸗ 


nieſſen. 


Natte, adj. migti a. ©. nytte. . nut. Gr; 
. oVnrok.. | 
Nutten ‚und benutten. ; ober benuttigen s- nuͤten, 


zum Nutzen anwenden, ‚gebrauchen, Nutzen von 


etwas ziehen. A. ©. .notian. Alt. Engl. note. . 
Isl. niota, nyt. H. nutten. Verwandt ſind 


das Goth. in Cod. Arg. nutan, nehmen, cape- 
re, occupare. Glofl. Lipf nutun, poflidere. 


0: niet, 


+". Nux. -Num, a5 
niet, poffide. Welches eine ſcchtbare Weberei 
kunft mit unferm neten, genieffen, ba 
luttigheit, Nuͤtzlichkeit, Mugen. To ſiner Nuttig⸗ | 
“ heit behoven: zu feinem eignen Gebrauch beduͤr⸗ 
fen. Kuͤnd. R. Art. 152. 
ür, Nüfke. S. Nır. Bu 
[EXX, 1.) ein Tuͤck, Heimtuͤck. R. He het Nuk⸗ 
ke: er iſt voller Tuͤcke. Dat Ding het nög 
NMufke: die Sache ift noch nicht fo richtig: es iſt 
fo leicht noch nicht gethan. 
2.) ein Anſtoß, Paroxysmus. | 
luksk, tuͤckiſch, heimtuͤckiſch, der einen alten —* 
Am Herzen heget. Daher iſt aach 
ukkern, beſtaͤndig über ein Verſehen brummen: nicht 
aufhoͤren koͤnnen, ſich uͤber etwas zu beſchweren: 
ober, in einem verdrießlichen Ton einem Bermeife 
. geben. R. 
'UMMER; immer, niemahis. In den luͤtzen 


Mummers—⸗ dagen, ſagt man im Scherz; für 


himmer, ad Kalendas Graecas. €. at Never- 
mas. Bu | 
'ums, Niemand: gIm SHannde. Nemmes. lid; | 
ſam ne Minsk. Cod. Arg. Nimanna. A. 
©, Nanman. E. Noman. tat. nemo. Daar 
is Nums fo ſtark, he finder ſinen Mann: 
Miemand iſt fo ſtark, der nicht leicht einen noch 
ſtaͤrkern finden fol. Nums to nömen, Nums 
te verbömen, Jan Giffen is fin- Nam: 
wird fprüchwortsweife von folchen gefagt , die 
awat den Schemn des Aſumtdens nicht haben wol⸗ 

J ‚den, 


en | VE EEE 
25 . © Num. Nur. 'Nvs. 
den, und ſch milerweilt dech daran 2 ma⸗ 
‚hen... \ 
None, Nonne Daher , nn | ” 
-Nünneke, Nünnke, eine Blafche,aben mit einem Zaeß 
kin, welches eine Arhnlichkett mit einer Warze 
der Bruſt bat, aus welcher die Säuglinge Mitch 
. fäugen. R. "Wir nennen es fonft Titte⸗ bufke. 


— Nünnken, Ninnker.. it. Ninnen, faugen, ‚wenig und. 


behende ttinken. R. So fraͤgt man die Kinder, 
ob ſie trinken wollen: wult du ins ninnen? 


Nunnen- furte, eine Art Gebackenes, etwa in der 


Form und Geoͤſſe einer Mandel: Nudeln. ©. 
Valen-furte. 

N VUR, ‚neuerlich, neulich, "Die Hochdeutſchen ſagen 
2... auch nur foͤr neulich, modo. Im Hanndv. 
nuns. Muur Dages: neulichen Tages, vor 
einigen wenigen Tagen. So auch Nuur Avends: 
Muur Morgens: Nuur Middages. 
Nürıe, oder Nirig, adj. artig, niedlich. R. 
-NURKEN, murriſch, verdrießlich ſeyn, brummen. R. 


Nurke-pott, ein Brummbart, ein graͤmlicher Menſch. 


. Sonſt auch Murfe pott, und Brum⸗ pott. 
-Nt URTEN, und Nurt- eerfen, bedentet daſſelbe/ was 
I .HURTEN.. .° 24 
5 Nusskun, 1.) mit.der Naſe worin herum müßten. 
Ä E. nuzzle. Von Naͤſe. It. etwas durchſtaͤnkern 
unm etwas aus zu fpüren, Metaph. ‚von den Hun⸗ 
den... 

2.) zanderhaft arbeiten, R; ©. N ören.! 
‚“Nuffeler, dem die Arbeit nicht von der Hand gehet. R. 
J > ber aͤmſi iR, und Doch "iii beſchicket. 

| VNadehie- | 


yo wird, R. 
“ Nüssen, {fl molli) fi & nicht citſchleſen tonnen. 
| Chur Braunſchw. 


. ze Nos. Nor: 253 . 
Nuffelije, eine  Gefäfigkeit, R womit nice bechier j 


"Nuste R, 1.) das Naſeloch. pl. Nuflern, die Na— 


ſeloͤcher, die Naſe, nares. E. Noftrils, 


2.) der halbe fauf eines. Giels, oder einer Schieu⸗ 


ſe, fo durch eine Mittelwand in zween Theile ge⸗ 
theilet iſt. 
Nuſteren ( die mittelſte Sylbe ein langes e), herum 


nuſteren: etwas durchſtaͤnkern, durchſachen. 


Iſt von den Spuͤrhunden entlehnet. 


Nur, Muß, nux. A. ©; Haut, E. Nut. 6. 


Noot. Ohne Zweifel von neten, genieſſen. Plur. 
Noͤte Con), Nuͤſſe. Dat deit he nig um der 
doven Noͤte willen: das chut er nicht umſonſt, 


ohne eigennuͤtzige Abſicht. In de Nöte gaan:? 
verloren geben. De Botter is fu ſoͤte as ene 


Nut: die Butter‘ bat einen reinen ; füffen Se 


ſchmack. 


Nat (chellen, giußſchalen Schipper up der Nut⸗ 


ee. iſt ein‘ Spottname. auf einen ſchlechten 

Schiffer, der ein kleines Schiff fabret, und 

| doch ein Schiffer heiffen will. 

Nöte- biter. ©. Biter, unter Bıren. 

Kläter - nöte, Pfeine wilde Hafelnüffe, Pimpernäfe, 
Von dem Kfötern, oder Raſſeln, fo-fie machen, 


wenn fi ie gefchüttele werden. "Daber bat ſowol 


in Hamburg, als hier, ein Gebuͤſche von Haſel⸗ 


® 


rnuͤſſen den Namen Klater⸗ buſk. k. S. unter Brä 


‚TERN, 


Pegen-tie oo 


{ 


—— 


Nurz, Nuhen. ©: Nunz. Br 


234 08 "Och. 


Peper- nöte, eine Yet Gebädenes in. getahrfelter Born, 


aus ſuͤſſem Kuchenteig, worin Pfeffer iſt; biper. 
ta dulcia. 


V. 


' 
. ‚ - . / 
u. . N ”. 
- e ° PR 
j — 2* 
* . J . 
5 u . . 
. 
„a - _ Bun , 7 “. ! 
I . 

- J 


\ 


A 


=. Or der Baden, ode —* am 
Spinnrad. 


Obberken - blad, das. Wocenblatt, welches um den 
am Rocken gelegten. Flache gebunden wird, — 
''OBERMAN. . ©, Overman, unter Over. 
OBiS- KROOG, Obs - kroog, gemeiniglich Nobis- 
krong, da das n aus dem Artikel in der Redens⸗ 
J are na'n Obis⸗ kroge ſich eingeſchlichen hat. 
Was iſt aber Obis⸗ kroog für ein Ort? Wenn 
wir dem Kilian nebſt dem Schilter glauben ‚vo 
iſt es die Hölle, und Dbis: froog ſo viel als 
Abyſſe⸗ kroog, von abyflus, der Abgrund; mels 
ches wir dapin geftellet feyn laſſen ‚ bis, man et 
was Gewiſſers hat. Die Wbleitungen deutfcher 
Wörter aus dem’ Lateinifchen und Griechiſchen 
ſcheinen uns ſehr oft verdaͤchtig: und ſehr oft ſind 
ſie wuͤrklich falſch. Wir brauchen es uͤberhaupt 
für einen Ort, woher Niemand zuruͤck koͤmmt; 
den Tod, den Untergang. He id na'n Obs⸗ 
kroge: er iſt nicht mehr in der Welt: man weis 
nicht, wo er geblieben iſt. = 
Oonrum, der Schwalichinte- der Zepenbe vom 
| - Vieh, 


O8. 25 


Vieh, minuta.deeima. Es koͤmmt in’den alten 
Urkunden oft vor. Vogts Monum ined. T. J. 
2. 605. vendidi Venerabili Dominse Abbatif- 
foe ‘et Conventui monialium Monafterii in Li- 
liendale. decimam duarum peciarum ' 

— cum fuis minutis decimis, que Och⸗ 
tum dicuntur. T. II. p. 37. Gerhardus D. 








. G. Sanctæ Brem. Ecclefise Archiep. — No- 


“verint omnes hanc literam intuentes,, - quod 
Albero, civis Bremenfis, decimam quandan 

- in Wurfacia, que Ochtum dieitur — 
manus noftras in bonorum virorum praefentia 
zefignavit. Ib. p. 61. Privilegium-decime 





- in. 


minutze in Worfatia, quae vulgariter Ichtum 





dicitur, et duos magnos maodios filigi- 
nis, qui Strickſchepel (durch einen Druckfeh⸗ 

fer ſtehet Strickſpepel) dicuntur, ‚pro, ligno, 
quod Ochtum dicitur,. perfolvat. Hr. Halte 


aus, in dem Worte Ochtme, leitet es. ber von‘ 


dem alten verbo auchen, ochen, vermehren, - 
Oopmöniıs, demüthig. it. ſanftmuͤthig. R. A. S. 
edmod.- H. ootmoedig. Alt Fraͤnk. Odmuati, 
Demuth. S: Wachter in Gloſſ. col. 1158. und 
Schilter p. 646. col. 2. 
Oodmodigkeit, Demuth, Sanftmuth. ‚Renner. | 
Oodmodigen, demüthigen. Eben daſ. Schenen und . 
Reinsbergs Chron. vom Erzbifch, Albert ‘dem I. 
He bewifede den Deneren Godez grothe Ots " 
modicheit, des gelichen den armen Pelegrymen. 
Den Forften der Werleh, und deß gelicen, 
wolde he ſick nicht otmodigen. Das Beige: 
nn, I IR 


0 \ 


z-. 


- . - 
“ Or, 


. \ 
‚ x , 
* ” > . 
. . f 
OÖ . j — 
F. 


er begegnete den dummen Moͤnchen, den faulen 


Muͤſſiggaͤngern, den bettelnden Landlaͤufern, kurz | 


den fchlechteften Leuten, mit groſſer Demuth: aber 
vor den Fütften der Erde, Durch welche Gott die 


Welt vegieret, "wollte er ſich nicht demuͤthigen. 


Und dieß wird ihm zum gobe gerechnet; — "ek 


che Zeiten! = 
2) ‚od, an, num, mumguid, utrum. "ge 


ef. 


2.) oder. Unſere Alten fagten- ‚oft ‚ ofte, und if⸗ 
te. Willeram. avo. AU of niks: alles oder 


nichts. Wenn es wiederhoßlet wird, fo heißt es 
das erſte Mahl fo viel, als ob, utrum, und das 


andere Mahl oder, au. Ik weet nig, of if“ 
toͤve, o of nig: ich weis nicht, ob ich warte, oder 


Oft, 


= 


nicht. Of dit, of dat: entweder dieſes, oder 
jenes, Bremenſ. T. IE ?.300. Men fchall 
. den ‚Unfchuldigen umme des Schuldigen wil; 
“ Jen nicht hinderen ifte theven Ctögen, auf 
halten, oder auch in. Haft nehmen). 

Ofte, 1.) ober. Jetzt fagen wir of. 


2.) wenn, wan, ob etwa, fi, ſi forte ©, if 


A. S. gif. Alt Fraͤnk. oba, ibu. Stat. 3. 
kein Rathmann ſoll den Rath aufgeben, es ſey 
denn daß er ſchwoͤren wolle, daß feine Kräfte und 
Vermoͤgen ihn dazu unfähig machen, \offte de 
‚meifte deel der Witheit den Eed van em heb⸗ 


ben wille: wo anderſt die. meiften Stimmen im 
Rath den. Eid von ipm verlangen. In Erzbiſch. 
Joh. Rode Befchreib. des Botdings: Ofte 


des mienen r Enidigen Dam noth were * im 
all, 


Or 0%... 257, 


galle, daß es meinem gt. Herrn vonnoͤchen wäre 


Auch in diefer Bedeutung fagten unfere Alten bie: 


Bu weilen ifte. Bremenf. T. IL p. 300. Un ifte 


fe eöder de eren — und wan auch ß e oder die 


Ibrigen — 
—E—— opfern. it. ein xGeſhent zum neuen dahr⸗ 


oder zu andern gewöhnlichen Zeiten, geben. Bon | 


lat. offetre. 


* geld, oder Offer » « Berining,, ein Bifhene in | 


Gelbe, welches zu gewiſſen Zeiten, nach Gewohn⸗ 


beit gegeben wirb. Beſonders das Geld, To man | 
‚um Dtenjäßt, oder Johannis⸗Tag, dem Geſin unde 


„gibt, das man behalten will. S. 


—S Opfer, gottesdienſtliche Gabe. Es ſoll 
billig Offerande beiſſen. S. Tuinmans Fakkel 


der Nederduitf, Taale; unter Öfteren Ren: 


ners Chron. in diffen billigen Buſche (der ab⸗ 


5 göreifchen Wenden) dorffte nemandt gahn, den 
J allene de reſters und welcke Offerhatden 
dohn wolden. 


— 


gun 1.) Auge. R. und 8. Bei diefem Worte u Ä 


det ſich eine groſſe Uebereinſtimmung vieler Spra⸗ 
hen und Dialekte: Wovon Wachtet nachzuſehen iſt. 


A. G. Kage. Enem ee frundlik Oge to ſmi⸗ 
ten: einen liebreizenden Blick auf jemand wer: 


r 
ZN 


fen, liebadugeln. De Ogen in der Hand ne⸗ 
“ment wohl zu ſtben, ſich nicht blenden laſſen. 


He het de Ogen in det Taffen had: er hat die 


Augen nicht aufgethan, nicht wohl zu geſehen. 


GEen Oge im Nakken hebhen: hinter und vor 


A ſeben, find Anſmertſameeir nicht lbeicht etwas 


riet - 


2 58 | 06. 7 
eeeantwiſchen aaſſen, klug und vorfichtig.fepn. Enem 
Be gen to nageln: einem die Augen braun und 

blau, ‚oder fo dick fhlagen, daß er. nicht. gut eben 
konns . Een good Oge up enen hebben: : ‚einen 
“mit günftigen Augen anſehen. it. ſich eine Perſon 
u. Angerfehen zum Chegemabl, zu feinem Dienfte, 
zu einer vortheilßaften Beförderung ze, . Sm Ges 
gentheil ſagt man: ik hebbe kien good Ogen up. 
em: ich babe ibn, im ‚böfen Verdacht, ich traue, 
ibm nicht, ich bin ihm abgeneigt, _ Een Dge to 
doon: durch die Singer ſehen. Een Oge dran 
wagen: ben einer. mißlichen Sache etwas aufs 
Spiei ſehen, oder daran wagen. Nig ſo veel, 
as man in’t Oge liden kan: gar nichts. Gro⸗ 
te Ogen maken: die Augen aufſperren, ſich ver⸗ 
wundern. Ogen as Sewpſchotteln: groſſe 
offene Augen: aber allezeit in ‚einer ſchimpfenden 
Bedeutung. Een Dge uut teen : in einen 
Dreck treten. Allen Putten un Polen de Ogen 
tut treen: unvorfichtiger Weiſe in Schlamm und 
Pfügen treten, Enem sat up’t Oge drukken: 
einen beftechen, daß er Durch die Finger f jeher. it. 
im Verkauf ſchlechte Waare fuͤr gute anſchwaͤtzen: 
welches gemeiniglich durch den Betrug der Augen 
geſchiebet. Enem de Ogen im Koppe nig gun⸗ 
nen: einem nichts goͤnnen, ſehr beneiden. He 
ſchol em wol de Ogen uut dem. Koppe kleiet 
hebben: er war ſehr erbittert auf ibn. Quade 
Ogen nennen die Abergläubifchen die boͤſe Eigen⸗ 
ſchaft der Augen, wodurch einige Leute etwag ſol⸗ 
len benaberi ronnen. ©, Verſchiren, unter 
IJ | SCHIER. 


Qegelken (on), dimin dimin. Aruglemn, 
Rn 


On 


ScHiER, Daar ſunt quade Ogen aver ka⸗ 
men: das Ding iſt Durch boͤſe Mugen behext, fa- 
ſecino corruptum eſt. Enem een Oge uut ſlaan 
laten, iſt auch ‚eine Redensart des Aberglaubens z : 
“nach einem Wahrfager oder Nachweiſer gehen, 
daß derfelbe durch Zauberen mache, daß einem un⸗ 


. > befannten Diebe, der etwas entwendet, ein Auge 


‚ausfalle, damit er fennbar werde. De DOgen 
nig vuli krigen koͤnen: in feinen Begterden nah 
einer vor Augen habenden Sache unerfättlich feyn. 
De Mund is eer vullet, a8 dat Oge: ober: 
Sie Ogen ſunt groͤter, as ſien Mund! ſagt 
man von denen, die mehr Speiſe auf dem Teller 
nehmen, als fe zu verzehren im Standt find, 
: Wat dat Oge nig ſut, dat quaͤlt dat Harte 
nig: man wende, fo viel möglich, die Augen von 
‚unangenehmen Dingen ab. Go, wie Hagar 
nicht zufeben mogte des: Knaben Sterben, 1B. 
XXL 16. Een Oge mit in't Segel heb⸗ 
hen! Acht: mit Haben, daß eine Sache ordentlich 
‚und gebuͤhrlich zugehe. Up fine fiev Ogen flaan: 
eigenſinnig bey einer ungereimten Meinung ver⸗ 
harren. Welche Redensart von den Augen auf 
den Wuͤrfein zu verfteben iſt. 


2) ‚eine kleine Inſel. S. EILAND. Wanger⸗ 


oge, Spiker- oge, Langer⸗oge, Schiermon⸗ 
nik⸗oge, And Beine Inſeln, die in der Nordſee 
zwiſchen dem Ausfluß der Weſer und Emſe liegen. 
Die Jaſeln Oland und Oeland, haben den Na⸗ 
men auch daher; gleichſam Oge⸗ land, Euard. | 


des· 


) 260 J W Ö«.- _ 

Dege (Cor); das Ange einer Naͤhnadel, ein NRodelöht. 
Oesken, zuſammen gezogen aus Oegesken. ©, Esk . 
43  KE N. 
| Oegeln,; liebaͤugeln. In Hamb. ſhueihenm. € ogle. 
| Gr. ‚ayyafın aublicken. 

Oegen, (.08), zeigen, - offenbaren, vor Augen legen; 

Cod. Arg. augjan. %. ©. eowian: wo das ꝗ 

inn w verändert if. Die Hochdeutſchen haben es 
jetzt nicht mehr, auſſer in eraͤugen, ſich eraͤugen. 

Sit oͤgen: ſich offenbaren. He draf ſik nig 

oͤgen: er darf ſich nicht zeigen, ſich nicht unterſte⸗ 
» hen. Dege di ins ift eine gemeine Drohungs⸗ 
Formel, für: unterfiehe Dichs einmaßl, rühre 
dich einmahl. Unſere Voraͤltern fagten ogen. 

Bogts Monum. ined. T. I. p. 174. Allen 

- Lüden, den defe Bref geoghet werd (gezeiget 
. wied, zu Öefichte kommt), do wy Junker Kers 
ſten, Grefe to Delmenhorſt wittlifen un 
openbarie | 
| Ogen- dener,. ein Schmeichler, der nur vor Mugen ges _ 
fällig iſ. Es wird am meiften von falſchem Ges . 
- finde geſaget. Chytr. Degelr. 
. Ogen-fchien, ber Augenſchein, infpectio ocularis, 
2 evidentia rei. Ogen⸗ſchien is aller Zügen 
beſte: der Augenſchem beweiſet mehr, als alle 
| Zeugen. 
zu Aver- Be aberſcchti . R hoerdoet. Chytt. aver⸗ 
oͤg 
| Beogen, beäugen, in die Augen faſſen, zu Geſt St be⸗ 
kommen. Go ſagen unfere Bauern noch: if 
bb em van n,D0ge nig beoget: ich Baur ihn 
- eute 


. 


. 8 
0 02 | 261 


pen nicht gefeben,. ‚ er iſt mir nicht vors Se icht 
gekommen. | . 

lirr-oge, ©, im Buchſi. F. | 

lep-oge, und Gluup-oge, ©. im ui G 

lap-oge, und. Kolp- oge. ©. im Buchſt. K. 

ſſen ·ogen. S. Speigel-koken. 

ink-ogen, und Plür-oge. &; im Bucht. P. 

aan-oge. S. im Buhl. T. 

OK, auch. Cod. Arg. auk. A. S. eac, æc. E. 
eke:. Din: og. Hieher gehoͤren die Latein. ac 
und quoque, das Griech. zu, mit verſetzten 
Buchſtaben, und die Hebr. Ide, (ach) und 
"> (ko): alle in berfelben Bedeutung Es gei 

boͤret zur Familie des alten ofen, auchen, vers 
mehren, ‚hinzu tfun: wo es nicht gar das Stamm⸗ 
wort deſſelben iſt. 

XxER, plur. Okern, der ſcharfe Winkel, den der uns 
terfte Theil des Daches. mit dem Boden, oder 
Soͤllerboden maht: der Theil, oder die Ede 

des Bodens dichte unter dem Dache, welche auch 
wol pflege abgekleidet zu ſeyn. In Renners 
Gloſſ. Frif. mfe. heißt Oke der aͤuſſerſte Rand am 
Dache, die aͤuſſerſten Latten am Dache: und 
Rhan ofen das dufferfte Ende an den Segelſtan⸗ 
gen. In Hamburg iſt nach R. Oken der oberſte 
Hausboden im Dache: welcher bey uns Hane⸗bal⸗ 

Sen heiße. Sprw. Gladde Katten gaat nig 

under de Okern: Weiber, Die täglich geputzt 

find, greifen feine Hausardeit an. 
!KER-NAME, ein Beyname, den man einem aus 
est, ober zum Shen; sibt: e ein Spigname, 
R 3 Mox 


— 


‘ 


u 2 


5 Ox. 01. | 


Dan fee R. in Oekel name... Hochde 
Eckelname. | 


"OERER- WENDSK, bauderwelſch, was von der 


des ſprache abgehet, wunderlich und ſeltſam it 


Ausſprache. Eigentlich zeigt es ben f lavoni 


Dialekt an, deſſen ſich ehemals, und zum % 
auch noch, die Einwohner der Uckermark, w 
von Wendiſcher Abkunft find, bedienet he 


S. Friſch in dem Worte Uder. Wir ſagen 
Ueferwendef : welches dem Urſprung äpnt 


iſt, He ſprikt Hferwendsk: er ſpricht ka 


welſch er hat einen fremden Dialekt. 


OxsnooFD, OxHoorFD, ein Weinfaß, we 


etwa anderthalb Am, ‚ eder fechs Anker, f 
E. Hogshead. 


Ooıd, al, R. ©. eald. E. olä. 5 


! 


Wenn diefes Wort am Ende verlängert wird 


wird ben uns in der Ausfprache. das d geme 


lich ausgeſtoſſen. De Olen, ſtatt Oolden, 


Alten, die Aeltern, die Vorfabren. De“ 
der Vater, die Mutter. Seven mit der O 


Mutter mit 6 Kindern. Cine gewiſſe Inſc 
eines Kirchhofes irgendwo; on 


Hier ligget ufe Dlen:. 
Wi hebt fe di, God, bevolen. 
Du heſt ſe in diner Raſt: 


Hold du fe ja vaſt. 


Wente ſcholen fe wedder upſtaan, 


So moften wi van Bufesum von F 


Sm De Ofen Fan man wol eiope, 


- RR 0 N u . , . 
‚“. . 
.—. . . en ‘ N . 
| OL ! 263° 
R s - ⸗ 
= j . j ON 2063 


nig enkräben: man kan dein alten Saiten wol 
entlaufen,, aber ihrer Erfahrung, und ihres 
Raths nicht entberen. As de Dien ſungen, fd 
“ pipen de Zungen : ' Kinder ahmen den Alten . 
nad. De Dien ſunt good to beholen: die 
0 Meter muß man nicht verachten, weil ihre Klug: 
I den‘ Jungern nuͤtzlich iſt. Up den olen 
Mann denken: ben gutet Zeit ſparen, und der 
für forgen, dag man im Alter ein ehrliches Aus⸗ 
Pommern habe. Ene ole Wurſt! eine Formel, 
—wenn man Jemand mit ſeinem Begehren ſchimpfich | 
abweifet. | 
Bolden. olen; alt werden. Aber das Mitteiwort ge⸗ 
older, alt, iſt nicht mehr im Gebrauche. 
Af oolden, af olen, Alters wegen untauglich werden, 
abgenuͤtzt ſeyr. De Mann olet ganz af: der, 
alte Mann wird ganz unvernioͤgend. 
Ölder, 1.) das ter. Dat Older ſchadet der 
Doorheit nig: alte Leute begehen auch Thorhei⸗ 
ten. De in der Joͤgd faret, moot up’t Ol; 


der gaan: wer in der Jugend gtoß thut, und 2 


\ verſchwendet, der muß im Alter darben. ‚Dar 
Olers (flare Diders) her: von Alters ber. | 
2.) einer von dar Xeltern, parens. Es iſt biyuns 

nicht im Gebrauch ‚in bee einfachen Zahl. Es 
kommt aber vor im Oftfe. Landr. 2B. 98 Kap. 
Sinnen de Oldern nicht allicke hemelid tb. 
voan beiden Siden, fo nimpt de Older’ gfleine . 
dat Guet, de dair hemelickeſt tho is: Mind die 
Aeltern von beiden Seiten nicht gleich mäße dazu, 
* R A | | fo 


N 


264. UV ı | EEE | 
R nimmt derjenige unter hen Aeltern, welchei am 

noͤchſten dazu iſt, das Gut alleine. 

Oldern, verb, altern, alt werden. A. © ealdian. 

. Alt Fraͤnk. alten... J | 

Oldern, die Aeltem. | 

Ooläfke, Dolfke, eine afte Frau, Mutter. R. R. 

 Oold: binder, ein Saßbinder, Böttcher, der nur alte 
Faͤſſer ausbeſſert, und mit neuen Reifen verſie⸗ 
het. 


RER ‚deel,. was ben den Bauern die Alten ch vorbe⸗ 


halten und verſchreiben laſſen, wan ſu e Die Stelle- 
an die Kinder Ähergeben, 

_ Older-man, plur, Older-lüde, Nelterleute bie Alter 
ſten der Kaufmanſchaft, oder einer andern Sories 
tin 3. E. Olderluͤde der Bruwer, K. Rolk 
dirt. ma. © Aldermann, | 

. Ofer- wetsk, altmodifh, | 

. Qle-wifer. Dans. Dles wife: der auf alte Gewoßn 
heiten ſehr geſetzt iſt, ugd nicht ig d davon ab⸗ 

gehet. 

Ooid- er, Schuhflicker. EEE | 

Oldings, adv, vor Zeiten, weiland, von tanger Zet 
per Pan Dldings; von langer Zeit ber, Es 
iſt niche mehr im Gebrauch: formen aber: Burg in 

den Urkunden vorr. J — 

Elder, ein Aelteßer. S. im Bud. EB u 

Orıym, Od, oleum. Gr, zw. Eelt. Eli. x. & 

"Ele, Daͤn. Olie. In unfeen alten Schriften 
.Olig: % E. in der Kuͤnd. R, Art. 184. Roͤf⸗ 
olig, Raͤbdt, Ss wil di flaan, du ſchaſt Oel⸗ 

KR gen: it eine pebelhafte Drobungsformel. - 

Oeljehaftg. | 


Br 


. x Om. Om. | J 265 | 


Ichaftig, dligt. 8. | = 
Jetäten, ‚allerhand zur Amen sehe Saiten, J 
Quarkſalbereyen. | 
«F, Olven, eilf. %. ©. ‚endiufon, arlufon. ©. 
.:eleven. . Theot. einilifin.. | 
m, oder öhme (on), ihm. Iſt in den Doeumen⸗ = 

ten der Dativus von ber er. Jetzt ſagen wir lie⸗ 
ber em. = 
IM, Oheim, des Vaters, und der Mutter Bruder, 
patruus, avunculus. A. ©, Eam, Hr. Friſch, 
welcher die lateiniſche Sprache mit aller Gewalt 
..- zue Quelle der unſrigen machen will, leitet es per 
von avunculus.. Weniger feltfam klingt es, 
wenn man es vom Griechiſchen ana, ein 
Blutsverwandter, abſtammen läßt. Aber ſchon 
im Urabifchen heißt Am des Vaters Bruder. 
Eerſt Dom, denn Doms Kind: der Oheim 
geht vor dem Vetter. Fromde Dom, iſt in der . 
Kinderſprache einer, ber, die Aeltern zu befuchen 
kommt. 
oot-· oom, des Vaters, oder der Mutter Oheim. 
mken, Diminut. (0). Man braucht es als ein 
Schmeichelwort nicht nur gegen Verwandte, ob fie 
gleich Feine Oheime find; fondern auch gegen ans _ 
dere Perfonen, mit welchen man vertraulich iſt. 
per- ömken, im. Spar, ein kleiner Gewartkea⸗ 
mer. 


m, Oeme (os), nennet der Bauer hier einen Vet u 


tet, Neveu.und Cöufin germain. | 
EN, ‚Önen m) \ ihnen. Dativ. plur. von he, | 
Ä er. | 2m | 

| en 5 WB PER 


Ä 266 OR 


2: - 
5 Oz, örer (nl; ihr, ißrer, fuum,illörum. See 
| Man: ihr Mann, maritus ejus. Der Huus: 
ihr Haus, domus ejus (fœm.) it, illorum. 
| Den vren; den Ihrigen. 
| Orr (on), oder, Vordem fagte man etder. €. or. | 
A. S. athor, outlier, other. 
Orr (os). .. S..die-2te Bedeutung vom: folg. Vor. 
Vor, 1.) Ohr, auris. €. Ear. %. ©: Eare. Alt 
Fraͤnk. Or, Ora. Isl. Eyra, Cod; Arg. "Aufo. 
Gr. sus. Hebr. ix (ofen). - He is doͤr't Dor 
brenned, oder beten: er: ift durch Schaden ge 
witziget. Wat up de Dren geven: ie in un 
ſern Statuten: to den Dren ſlaen: Maulſchel⸗ 
len geben, binter die Ohren ſchlagen. Idt geit 
een Oor in, un't ander uut: es wird nicht ge⸗ 
aachtet auf das, was geredet wird: man vergißt 
die Ermabmmg gleich. Geiſt du up den Oren? 
ſagt man im Verweiſe zu einem, der nicht gehoͤret 
hat, was ihm gefaget oder befohlen worden. Aber: 
mæeen ji, dat if up den Oren gae? meint ihr, 
daß ich nicht Flug bin? . He het Bonen in den 
Oren: oder auch: He het Bonen geten, De 
Booſſen ſunt em vor de Oren ſchaten: fagt 
man fpottsweife zu einem, ber fich ſtellet, als baͤt⸗ 
te er etwas nicht gehoͤret. De Oren wurden mi 
lang bi all dem Snab: . Zeie und‘ Weile wurde 
mir lang bey dem ewigen Geplauder. Veel um 
de Drei hebben: viele &efchäfte haben. Nit 
mag he fif agter de Dreri kleien: nun bat er. 
Urſache, fein Verſehen zu bereuen. Wol het 
mi daar bi' t Oor? pflegt man im n Schetz zu fa: 
gen 


B J _ 


‚gen, wenn einem die Ohren gellen.: Es rührt 
aber Daher, weil man ehedem-gemeinet, -es’Flän; 
gen jemand die Ohren, weun von ihm inter dem 
Rücken geredet-wärde; und zwar das rechte Ohr, 
wenn von ihm Gutes, das linke aber, wenn Br 
fes gefprochen würde. ‚He het fe agter de Dien, 


‚oder: He het fe Duumsdiffe agter de DOren: 


‚er ift fo einfältig nicht, wie er ſcheinet: er ift ein 
durchtriebener Schalf, wie ehrbar auch ſein Anſe- 
hen iſt. 
2.) Dor und Oer “), ‚eine Handpabe an Ge 
ſcchirren R. Lütje Potte hebt ook Oren: in 
Gligenwart der Kinder darf man ‚nicht frey veben, 
u weil fie alles ing Ohr nehmen. | | 
Oor-batfche, vor Zeiten Oor- flag, Daulfäeie, © ©. 
| unter BaTs. 
Oor- klaker, Ohrloͤffel. 6 ‚Kuaxzan. 
Oor- luus. S. Luus. „a: = | 
Oor- flag, Mautfchelle, Öbrfeige. Stat. Stad. VL 
3. So welg ufe borghere theme anderen enen 
orflach gift ce | 
Oor-worm, Ohrwurm, ſcolopendra, fullo. So 
frundlik, as een Oor⸗ worm: ſchmeichelhaft 
und verſtellt freundlich, infidiefe blandiens. R. 
Duun-oor, ein Durchtriebener. S. unter Duumn. 
Lunk-ooren, verb. ©, im Buchſt. L. 
Steil-oor, ein Eigenſinniger und: Stolzer. u | 
OORBAAR, Orber, 1.) ſubſt. Nugen, Vortheil, 
Gebrauch. Herzogth. Brem. und Verd. 4te 
Samm. S. 10o1. De my deger — betalet, 
unde u 


unde vort in myn unde myner > Eon beſte 
unde Orber gekehrt unde angelegt ſynd. | 
2.) adject. nüglih, brauchbar. Ronm ebenfalls 
or in eier Urkunde von’ 1483. J 
Orbarheit,. Mugen, Gebrauch. In einer Urkunde 
zum Ilſabeen⸗Gaſthauſe in Bremen: Dat wy 
van eynem vramen Prelaten der hilghen Ker⸗ 
fen t0 Bremen entfanghen um upgebort hebs 
ben geyn golden Rynſche Gulden, de wy vort 
in deffulven Gafthufes vorben. Orbarheyt 
um Profit gefert hebben: — En 
Oorn, Oort, 1.) Ort, locus. en 
| 2.) ber Winkel, die Ecke. A. S. Ord. Um den 

Dord gaan: um dis Ecke gehen. Aver Dord 

gaan: bey Seite geben, Aver Oord bringen: 
aus den Augen ſchaffen, aus dem Wege raͤumen. 

Wuat Winkel un Werde ſtelet, kumt wedder: 
was man nur verleget bat, pflegt f id) wieder iu | 
ffinden. 

3.) der Anfang, das Keufferfie eines Dingen. Es 
ſcheint das uralte or, ur,. der Anfang, princi- 
pium, origo, zu feyn. ©. von Wicht Oftfriefe 

Wwandr. S. 580, Hieber gehoͤren das Lat. ora, 
der Rand: Gr, don, das Ende, die Graͤnze: 
Celt. Or, der Rand. To'n Dorde: zum En 
de Dan Oord to Ende: und: Van enem 

Dord to'm andern: von einem Ende zum az 

dein. Idt id nu um enen forten Oord böget: 

es wird. tum. nicht lange mehr währen, Kuͤnd. 

Rolle Art. 126. Und ſcholen de Sakke up 


WW— 2 | I ‚beiden. 


OR. | 269. 


> beiden Orden binden: und ſollen die Sacke an 
beiden Enden zn binden. | 
4.) der vierte Theil einiger Sachen, beſonders einer 
... Münze Diefe Bedeutung iſt aus der. zweiten 
.. entftanden. Denn wenn man etwas in vier Theis 
le kreuzweiſe zerfchneider, fo ſtellen die Theile fo 
viele Ecken und. fcharfe Winkel vor. Gen Dord 
Dalers, een Dord Guldens u. d. g. En 
: - Dord drinfen, iſt bey den Bauern, den vierten 
Theil des Bierfruges ausleerei. Und wer dem - 
andern einen ſolchen Trunk bringet, der ſaget: 
idt geld di een Oord. | 
Oertje, Oertje,. ift das Verkleinerungswort von Dord | 
- in der 4ten Bedeutung, und heiſſet bey.den bes 
nachbarten Frieſen der vierte Theil eines Stuͤbers. 
Afoord, ein abgelegener Ort, ſeceſſus. Zu 
Schäm-oord. ©. unter Schaan Mm | \ 
| Schul - oord, ein Ort, wo fich jemand verbirget, ein 
EScchlupfwinkel. ©. SCHULEN. Ä u 
Oord- band, Obrband: das Blech, weldhes m unten um | 
die Spitze einer Degenſcheide geleget iſt. 
Ord-huus, ein Eckhaus. 
Oord-ifern, Oprband. Een fuloen Oord⸗ em: Ä 
‚ ein ſilbern Ohrband. : 
Oord- :fcheev, : adj. ſchiefwinklig, verſchoben. Me⸗ 
tapb . falſch, betruͤglich, voller Raͤnke. K. De 
is oobrd⸗ fcheen: er liebet Verſtelung, er geber 
mit Raͤnken um. | 
Orper L, Urtheil. Der letzte Theil dieſes Worts iſt von 
3... Belen, entſcheiden, urtheilen. Was aber or hier 
* eigentlich bebeute, | barin find nicht alle einer Meis 
EEE 


PY RO 


270 


OR. 


nung. S. Wachter in Urtheilen ‚ und Leibn. 


Collect. etym. P. II. p. 178. Wir fügen noch 
bey die Ableitungen:derer, welche eg zufammen 
fegen aus or, welches als eine Borfeßungs « Syl⸗ 
be eine Vermehrung. oder Vergröfferung andeutet, 


und Deel, Gericht: und anderer, welche es aus 


dem. Hit Sic fchen or, nicht, und Daͤl, Theil, 
holen; gleichfam, ‚der feinen Theil am Lafter bat. 


‚Welches fehr felfam gedacht iſt. Beſſer koͤnnte 


man es herleiten aus obigem Oord, Ende, ‘oder 


dem Celt. or (&.Oorn in "der sten: Be; 


deutung), und delen, theilen, entſcheiden. Der 
zweite Theil des bremifchen Geſetzbuches enthaͤte⸗ 


und hat den Namen: de Ordele, oder: Mes 


nen Ordele, d. i. Geſetze, die aus den gemöhns 


lichen Urtheiffprüchen entftanden find. . 7 
| F lug- ordeel, "Flug-urthel,. heißt im Amte Hagen : 
ne Rechtsſpruch, weicher in einem gemiffen Fall, 


ohne Benennung der Daben intereffirenden Berfon, 


becgehret und bald gefunden wird. Cs ſoll jedoch 
daſelbſt in vielen Jahren nicht mehzr im Gebrauch, 


im Alten kande aber bey bem Kiecfpil Gericht 
noch uͤblich ſen. ) 


| Ordelen, I.) urtheilen. 
2.) zuerfennen. So heißt es Sit. 102. daß tan‘) 


dem vors Gericht gebunden gebrachten Dieb ſchall 
den Vorſpraken ordelen. al. untdelen. 


ORDOER, nach der gemeinen Ausſprache Odder, 1.) 
Ordnung. tat. ordo. Es iſt ein celtiſches Wort,) 


welches in ber alten cambrifchen Sprache Urdd 
heißt. Armor: ordreui, ordnen. Gr. sedcw. 
| 71% 


/ 


or. ara 


far. ordino, Die Engländer ſach auch Order. 
H. Orde. Fr. ordre. Order under dat Volk 
holden: das Volk in Ordnung halten. Alles 
inmn Order finden: alles in Ordnung finden, 
2.) Befehl. Auch in Diefer Bedentung ſagen ſo 
wohl die Holl. als Engl. Order. Fr. Ordre. 
Order ſtellen: Befehl geben. Niks ane Order 
ddon: nichts ohne Befehl vornehmen. 
Unarder, 1.) Unordnung, wuͤſtes Leben. Fu 
" 2.) Die Alten brauchten es auch für; das was fh 
nicht gebuͤhret 3 u ſagen, ober zu thun: gleichſam, | 
was wider die gute Ordnung iſt. In der Amts⸗ 
„rolle der Goldſchmiede: Sprickt he Unorder an 
ſine Ehre und an fin Ruchte, und. he ſick dat 
tho Hone thuͤt, dat fchall he beteren mit einer © 
Bremer Mark: redet er etwas Ungebuͤhrliches | 
.. » gegen deſſelben Ehre ımd guten Namen, daserfih 
zum Schimpf ziehet, dafuͤr ſoll er in einer Bre⸗ | 
mer Mark-Steafe-verfallen ſeyn. Ä 
Oorzor, Urlaub, Erlaubniß,- Bergünfgung. R. 
Verloͤf. if ijegt bey uns gebräuchlicher:. welches 
im Buchſtaben V. nachzufehen iſt. Kind Role 
Het. 5. Idt en ſche bi Drlöve des Rades: 
es geſchaͤhe denn durch Verguͤnſtigung des Raths. 
Jet. 123. Sonder Orlof des Rades. 
Oorlaven, Oorleven, erlauben. Ord. 73. Men: 
ſchall ock nene Frowen to Pande geven —— , 
mer men orleyet deme Manne er.overfte Kleth 
to allen tiden fo. lange wente he fon Geld 
be: man erlauber ibm aber ihr. Oberkleid iu i 
len ‚ achmen, bis ge fein Geld hat. 


Öenron, 


_ 


! 
/ 


‘ 


2 0. OR. 


” Oonios, bieweilen auch in den Dofumenten Orlich, 


Krieg: U, S. Orleg. Theot. Urluge. Isl. und 


— Holl. Orlog. Schw, Oerlich. Von der Abſtam⸗ 


mung dieſes Worts iſt vor allen andern nachzufer 


"ben Died. von Stade Unterfuchs und Erforſchung 
des Wortleins Ur, Stat. sı. Idt en were 
alſo, dat de Stadt hadde eine mene Orlich: 


| rs roäre den, daß die Stadt in einem gemeinen, 
oder Öffentlichen Krieg befangen waͤre. Ord. 101 
aber ſtehet Orloge, in einigen alten Abſchriſten | 


Orlinge. 


| Orlogen, Krieg führen: M Renners Chron. untet bem 


| OoRsasen, veruefachen⸗ In den Urkunden findet, | 


31376. Deß krech he de Stifftgenaten tho 
Hope — und orlogede ſick wedder int 


Stifft: kam mit gewafneter Hand wieder ins 


Stift. 
Oorloʒ ichip⸗ —R KR. ‚Chytr, Oetling⸗ 
ſchip. 


man auch, ſik oorſaken, ürfprängtich, herruͤhren. 
Vogts Monum. ined. T. II. p 351. Sodane 


Twiſte un Schedinge, alſe ene tydlang twi⸗ 


ſchen uns beeden Conventen un Kloſtern gelos 


pen hebben, ſick orſakende van wegen der Erb. 


Catrinen Suͤwals ı; 
Oorr, Ort. &O0oRD. - 


= Our, -Ortels, was das Vieh vom tutter abeis zelat 


ſen hat, und verwirft. Ort⸗ſtro, das Strob, 
welches das Vieh uͤbrig laͤſſet Hr. Rice, un⸗ 

-. ser Oerden, irret, wenn et dieß Wort von 

DR Winkel, ableitet, weil das Vieb das Fut⸗ 

ir, 


— 
\ 


\ 


iS 


c 
) 


OR... Oos. 273 


ter, ſo ihm nicht ſchmecket, in den Winkel der | 


. Krippe mit der Naſe von fich flöffe, Denn im 


Engl. find Orts Brocken, übrig gebliebenes Ef 


fen. Und daß es in diefer Bedeutung ein uraltes 


- 


j 


 seltifches Wort fen, beweifet das Srländifche Or- -⸗· 


‚da, als weiches dafjelbe bedeutet. Man vergl 
che das alte Jrt, ein Mahl, epulum, : beym 


Wachter: und Oerte, oder Uerte, eine Zeche 
beym Friſch 


Orten, Verorten, aus dem Sutter (oder auch, aus 


den Speiſen, wenn es von Menſchen gebraucht 
wird) nur-das Beſte ausfuchen, und vieles als 


unnöß verwerfen, aus Leckerhaftigkeit vieles übrig - - 
laſſen. In Hamb. und im Hannöv. oͤrden. 


Du mooſt ſo veel nig orten: du muſt nicht fo. 


viel von den Speifen verwerfen. 


Orteriie, die Verwerfung, , oder auch, die Verwahtlo⸗ u 


fung der Speifen. 
ORVELTHE, Urfehde. In den. Dokumenten, S. 


Pufendorf Obſ. Jur. Univ. P. II. App. p. 267. 


‚Orfeiden, Verorveiden, bie Urfehde beſchwoͤren. So 


findet man: De Stadt mit Lofte unde Ede u 


verorpeiden: die Stadt verſchwoͤren. 


OESE (07), die Dachtraufe ohne Rinne: das unterg- 


ſte Ende des Dachs. Alt Ftieſ. Ofa. In den ak 


ten Goßlariſchen Geſetzen Dnefe. S. Friſch un⸗ 


tee Oeſe. Die Engländer nennen es Eaves, 


Unfere Bauern verftehen auch darunter den'Tro: 


pfenfall, oder das Träufeln des Dachs ſ loſt. 


Denn wenn bey einem Regen die Dächet ran: 


fein j ſo har fie: a Dit lopt um't Huus. 


u 


. 
v 
& 
a 


add. 0O8. 
Das Stammiort haben. die Engländer aufbehal⸗ 
ten, ooze, Feuchtigkeit von ſich geben. Daher 
ooꝛy, moraſtig, ſuͤmpfig. WS. Waes, und 
Il. Vos, Feuchtigkeit. Daher nennen wir noch 
rode Wees das roͤthliche Waſſer in den Ocker⸗ 
haͤltigen Moräften, S. Wees. Von eben dies 
| ſem Uefprung iſt | 
oeln uutöfen, das Waſſer ausſchöpfen. Enen 
Sood uut oͤſen: das Waſſer aus einem Bruns 
nen rein ausſchoͤpfen. Beym Friſch finden wir 
das Wort oͤſen für oͤde machen, ausleeren; web 
ches. aber nur eine uneigentliche Bedeutung ift, 
- Oele-vat, ein Gefäß, womit man ausfchöpfet. Chytr. 
Oechſe. Holt. Oofe, hauftrum, eine Öelte, 
Gieſſer, Gießſchaufel. | 
‚Orseı (on), Lichtſchnuppen, glimmender Dacht vom 
Ucht. R. Beym Friſch it Deffel, Oeſel, und 
Uſel, glimmende Aſche. Dieſe Woͤrter haben 
Merkmale eines uralten celtiſchen Urſprungs, von 
Eit, Feuer. ©. Wachter in Eit, und Eiten. 
- Sn den, meiften abftammenden Wörtern ift das t 
imn s verwandelt. ls: Cod. Arg. haize, Fat—⸗ 
kel. Se Eyla, glüende Aſche. Ital. Efca, 
‚and Span, Yelca, Zunder: Unſer Eſe, Eſſe, 
Schmiede; Effe, uſtrina, u. a.m. Hieher ge: 
hoͤret das Hebr. UN (Efch), Feuer. 
. Ossz, Ochſe. A. ©. Oxa. Sprw. He ſut uut, 
ad een Oſſe, de enen Slag verſtaan het: oder: 
de dem Slagter entlopen is: er ſiehet being 
ftigt, verwirrt, oder auch, wuͤtig aus. In 
dem Buren hoͤret Röven, un in dem Su: 
h | Stro: 


Pe? 7 

Stro: man wuß einen jeden nach ſeiner Faͤbig⸗ 

. Reit und feinem Geſchmack behandeln. 

Bull offe, ein Stier,‘ der, nachdem. er fehan. einige 
Sabre, gefprungen hatte, verfchnitten wird; u 

Offen-ogen G. Speigel-koken, | = 

OosT, Oft, oriens. A. ©. und E. Faſt. Um de 

| Ooſt faren: eine Reife nach Oftindien .thun, 
Nach Weſtindien heißt um de Weſt. 

Oosr, der Aſt im Holze, nodus, rami pars latens, 
Die $ateiner nennen ſolche Aeſte oſſa arbo- | 
rum. A. S. Oſt. 

Oſtig, voller Aeſte und Knorren, nodofus, Oſtige = 

Delen: Dielen, die voller Aeſte ſind. IJ 

Ooſt· lok. ein Loch in der Diele, woraus das Ste” 
des Aſts heraus gefallen ift. 

Oster, Auſter. Celt. Iſtr. © Oilter. Fr. Huiftre 
"Sat, oftrea. 

Osternort. Diefen Namen haben zwo Derffhat 
ten; oder Gegenden, ohnweit Bremen Da 
Dfter, U. ©. Eoftra, eine alte ſaͤchſiſche Gott⸗ 
beit ift, worunter der Mond verflanden wurde; 
fo meint ein Biefiger Gelehrter, daß diefer Name 
daher ruͤhre, weil vor Zeiten in diefen Öegenden 
Wälder gewefen, die dem Mond geheiliget waren, 
Welches deftomeht Daraus erhellen ſoll, weil nahe bey 
dem einen derStadt am nächften gelegenen Oſter⸗ 

| holt ein Dorf liegt, welches Maandorp (Monde 

dorf) heiſſetz und ein anderes den. Namen 

Hoorn träger, , von. deni Horn, woraus man ben ' 

den Feſten der Oſter getrunken, und welches ſeie 
ner BVermuthung nach bieſclbſ bewahret worden. 
© a Dox 


276 0.0.08 Ov. 


Das fäße r ch zwar fagen, und auch enlhch 68% 
ren. Da aber diefes Dorf der Stadt Bremen ges | 
= gen Often gelegen ift, fo koͤnte es auch daher Desz. 
Namen haben. Maandorp koͤnte vielleicht rich⸗ 
> tiger Maendorp geſchrieben werden, und Dem 
Namen haben von Made, Mae, Schlamm ; a | 
weil es in einem niedrigen Marfchgrunde am Fluß 
ſe lieget. Hoorn aber bedeutet wohl: unftreitig 
die Ecke, ober den. Winkel, welchen die Heerftrafs 
fein diefem Dorfe macht. ©: Hoorn. Was 
den andern Ort, Klofter: Dfterholt, betrift, fo 
iſſt es wenigern Ziveifeln unterworfen, daß er nicht 
== ri Namen. von der Göttinn Oſtra haben ſollte. 
©. Herzogth. Brem. und Verd. ıte Sammi. S. 
149 uf. 
OSTER- MANE. ©. unter Man. | | 
 OSTER-vÜER Gunter VüR 
Ouwe, Schaafmutter. U. ©. Eowu; €. Ewe. $ 
Ouwe, und Oye. Span. Oveia. . tat. ovis. 
Gr. si. Ene tänslofe Ouwe: ein ‚altes Weil, 
das feine Zähne mehr hat. 0 u 
 Ouw-lamm, ein Mutterlamumnmn. — 
Ozver (m), übel, das Uebel: A. &. yfel E. 
evil’ H. euvel,. Celt. yfall. S. Wachter in 
Uebel. Oevel werden: einen Anſatz zum Er: 
‚brechen befommen. under finen Develen : 
ohne daß er es übel nehmen kann. Baffer: und 
Deich: DOrdn. 


 OEVEN (0); üben. it ausüben, Hol. oeffenen. 


. Schw. öfwa. 
Over, Oever, ‚über, Mir fagen mehr Aver: wel: 
| | . ches 


* 





Ov. 2 277. 


hes nachzuſehen iſt. Davon And fotgende jetzt 
veraltete Woͤrter: | 
verly, übrig. it. was oben iſt. De overly Hand J 
beholden: die Ueberhand bebalten. | 
ter-ächter, ein Verbannetet, Geächteter, der vogel⸗ 
frey erflärer iſt. ‚Her. Saltaus in Aberächter . 
erklaͤret es durch, reus iterata profcriptione ag- 
gravatus, ab omnibus perfequendus. Wie 
wol die deutfchen Mechtsgelehrten einen Unter: 
ſcheid machen zwiſchen Aberacht und Oberacht. 
S. Friſch unter Acht. Erzbiſch. Albert erlaubet, 
in einem Privileg. von 1377, denen von Stade, 
dat ſe vryliken brufen feholen unde mogen oͤh⸗ 
re Rechte, unde oͤhre Sede —— jegen oͤhre 
Overaͤchter, de an oͤhren Rechten ſunt, unde 
hernamals werden fredeloos gelegt, alſo dat ſe 
de angrypen mogen ꝛc. Ock en fehalen my, 
noch en willen oͤhre Overaͤchter tegen fe nicht 
verdedigen ꝛc. Herzogth. Brem. und Verd. Gte 
Samml. S. 154. 


erheid, Overicheit, Oberkeit. In einer urkunde 


hinter Meieri Orat. de Scholæ Bremenſ. natal. 
p. 65. Sn Macht unſer Overheide: aus un ⸗ 
ſerer oberkeitlichen Gewalt. 
ermann, auch wol Upmann, und pperman 


Cateichnie wir auch fagen Upperhöfd, Ober 


baupt), der oberſte Schiedsrichter, arbiter fupe- 
' rior. Penner unter dem J. 1441. Nadehme 
ſich Schelinge erhelt twifchen Edzard und. 
Olriche, tho Emden, Auride und Gretziel 
Hovetlingen. — fo fint fe verdragen von 
En 7 RT 


F > | 
| Ov. | 


Y4 
1 


8 oͤhrer zuden Frunden und einem Overman⸗ 
ne. Man findet auch ſchon in einer Urkunde von 


1533 Dbermann, Bremenf. T. II. p. 304. 


Unde im Fall, dat fich defulveften 4 Schedes⸗ 


frunde eines einhelligen Uthſprokes daraver 


nicht verglyken Fonnen, ‚fa follen defulsigen de - 


- Macht hebben , einen unpartheyiſchen Ober⸗ 
man daraver to erwelende ꝛꝛ. 
Osver Ca), 1.) Ur. A. S. Ofer. Alt Frieſ. 
Owera. Welches Herr von Wicht im Oſtfrieſ. 


Landr. 2 B. 265 Kap. Anmerk. v.) mit vieler 
2 Mahefcheintichkeit, von dem alten a, au, O0, 


Waſſer, und Were, Wehre, propugnaculum, 
herleitet. Denn was ift ein Ufer anders , Als eis 
2 ne Wehre gegen das Waſſer? Befonders Nennen 


. vwir fo bie kleinen Daͤmme an den Flüffen, Canaͤ⸗ 
‚fen und. Gräben: die Bewallungen um einen 
"Kamp, oder Weide, weiche mit Buſch pflegen be: 
pflanzet zu werden, und ſtatt der Veſrietigungen | 
Bienen. 


| 4.) eine Gattung platter Fahrzeuge, 6. Even.’ 
Slik-over. S. unter Steie 
Oexern, an einem Graben‘, oder Waſſerzug, durch 


Hauen und Abſtechen, rein Ufer machen. 


PB 
wich ganz beſonders gebrnüchee in dem Ebrichw. | 
Daar hebbe if een ? vor ſchreven: ich ‚babe 


„ bafür 


\ " ' 


Pan 2279 


daflı geſorget, daß ſich Niemand daran wagen, i 


oder daran vergreifen wird. .S. Strodtm. 


Par, 7) die Fußſohle. Ein uraltes celtifches Wort 


Pedd, der Fuß. Vergl. Foot, Fuß. Pote, 


Pfote. Patſche, Hand, Fr. Patte. tat pes, 


Gr. ass, Buß. Peda, ein Fußſtapfen, beym 


reſtus. Daqhder iſt auch, Padde, eine Kroͤte. 


Schild⸗padde, Schildkroͤte. Mehr verwandte 


Woͤrter ſ. unter Pedden. Dat Pad is em nog 


nig warm: er iſt des Gehens noch nicht ge⸗ 
wohnt: er gehet noch nicht hurtig genug. Es 
wird hauptſaͤchlich von Pferden geſaget, welche 
bisweilen, wenn fie erſt auf den Weg fommen, 
binfen; welches ihnen aber vergehet, fo bald f ie 
anfangen, warm zu werden. 


2.) Pfad, lemita. %. © Paadı, E. Path. H. 


Pad. Gr. zero. Jummer up n Pad weſen: 
allzeit herum laufen. He geit finen framen 
Dad: S.Fraam. Enen up den. Pad fris 
gen: einen überreden, daß er mit gehe. Pad 
uiit gaan: ausreiffen, fih aus dem Staube mas 


Gen. Paͤde, Paͤe, die Gänge in den Gärten... ' 
“ Pad-weg, ein Fußſteig. Inſonderheit ein erwas erhös 


heter Fußpfad neben einem Fuhrwege. 

Hunde- pad, daſſelbe. j 

Padjen, mit fugen Tritten Laufen. Wirb ſonderlich 
von dem Herumlaufen der Kinder gebraucht. In 
Osnabr. Padken. 8S. Wir ſagen auch putjen. 
- Dör dik um dunn padjen: durch Schlamm und 
‚Dreck laufen. S. das bald folgende Pedden. 

_Padje-hakke, der mit kurzen Tritten Läuft: der, wie 


SA je. 


) 


10 0.0000," Pam. —— 
die Rinder, in alle Pfüßen rritt, nich iufhet, 
wo er lauft. Beym S. Paddehack. 

Padje-hakken, verb. ift einerley mit Padjen. 

| Pedden treten, oft treten, mit Fuͤſſen treten, pedibus 

:  . calcare. R. Eine Uebereinkunft biermit hat das 

at. vadere, gehen: petere, ſich wohin bege⸗ 
ben: repedare, beym Feftus, juruͤck geben. 
| Gr Farm, Batew , und Dear, geben. Hebr. 

‘  MOa (paſach), er ift vorüber 'gegangen: IIUM 
((gpaſla), erift gegangen. Celt. bet. Noch nd 
\.. ber kommt in der Bedeutung das alte, in dem 
| Saliſchen Geſetze vorkommende Wort, trabatti- 
re, mit Füffen treten, oder, wie wir fagen, ters 

pedden, zertreten: Lex Sal. Tit. XXVIIL 4. 

und das Hebr. 2 (bus), er hat zertreten. ©. 

Pan. nen mit Füfen pedden: einen mit 


Fuͤſſen treten. Sprw. Man fan de Uetze fo 


lange pedden, bet fe quaffet : auch der Sanft⸗ 


muͤthigſte verlieret die Gedult, wenn man ren mis⸗ 


= brauchet. . 
Bepedden. oft nieder treten, dicht und feft treten, . 
Terpedden, zertreten, conculcare. 


. Päte-foten, für Pedde-foten,. zappeln. it. im Elend 
ohne Huͤlfe ſeyn. Eigentlich ſagt man es von ei⸗ 


nem Thiere, welches verrecken will, und mit den 
Fuͤſſen zappelt, Fr. gigotter. Enen pätefoten 
laten: einen im Elend zaypeln laſſen. He ward 


daar nog vor päteifoten möten: er wird es noch 


| buͤſſen müffen. - 
Päten, zerquetfcher werden. Im erſten Sinn bedeutet 


2 
N 
J 


oo  Pärebe 


> 


es, durch Treten (pedden ) gequetſchet werden. 


x... Par Pac agı = 


patede Appel: Aepfel, welche im Herunterfal⸗ 
tr oder fonft gequetſchet fi nd, 

A IN ein Wort, Das den Schall nachahmet, ‚ 
wenn etwas geſchlagen oder los geſchoſſen wird: 
wie Puff, wovon unten an feinem Ort. Dat 

ging Paff, Diff, Puff, fast man von vielen 
Schuͤſſen, die gleich aufeinander folgen. Paff 
draͤcket einen jeden lauten Knall aus: Piff zeiget. 
den Ton eines Gefchoffes an, der Pleiner und 
fhwächer ift, als er feyn follte, oder vermuthet 
‚wird: Puff wenn der Ton vom Schlagen oder 

- Schieffen tiefer und.dunklerif, 
affen, einen Knall hören laſſen. it. ftarf Tobackr rau⸗ 
chen. S. Von dem Schall, den man im Ausbla⸗ 
ſen des Rauchs mit dem Munde macht. | 

AGE, ein Pferd. R. Wir muͤſſen bier einen Gehe 

lee des Hrn. Friſch in feinem Wörterbuche unter - 
Tage, bemerken. Er führet daſelbſt aus Tom. 
II. Seript. Brünfv. die Stelfe an: Dar (naͤm⸗ 
lich als der Herzog von Burgund die Stadt Neuß 
belagerte) gefchah grot Mort van beiden 
. Parten, ‚unde de van n Rufe eten manigen gu; 
den Pagen i in deme Jare, dewile dat de Bor⸗ 
gonier darvor lach: und erflärer Pagen durch 
Pack, Bagage, als wenn der Sinn wäre: fie 
hätten gute Beute gemacht. Er hat alſo nicht 
gewußt, daß Pagen Pferde ſind, welche die Be⸗ 
lagerten in der Hungersnoth gegeſſen haben. 
Blinde Pagen nennet unſer Bauer ſehr uneigent⸗ 
lich, die Pfluͤge. K bornpage, ein alter bremi 
ln Ss; ee 1 20 


U 


— 


282% re Paa. | | 
ſcher Familien⸗ Name, beißt fo viel, als Korn 
hengſt. 

Quul-page, ein Katrengaul, ein Pferd, das Bed 
dig ſchwere Arbeit thun muß. De Mann ie 
een rechten. Qual⸗ ‚page: der Maun thut Pfer⸗ | 

dearbeit. 

Ried-page, oder, wie man gemeiniglich ſpricht, Ri⸗ 
. page, ein Reitpferd. Wir brauchen 28 nur noch 
für einen lebhaften, oder murbwilligen Knaben, 
der allenehalben hinauf klettert, und auf Stülen 

| und Bähfen gleichfam herum reitet. 

. ' -Ried-pageh, Ri-pagen, verb. auf Tiſchen, Stuͤlen 

and Baͤnken herum klettern, oder reiten, wie die 
mnthwilligen Knaben. 

Pagen-ftall, ein niedriger Pferdeſtall, ein Fuͤllenſtall. 
| Pagen-toorner Feld heißt ein feuchtbares Bel nahe vor 

- Bremen: entweder weil vordem, etwa zu den Zei⸗ 

ten der Erzbiſchoͤfe, in dieſer Gegend eine Stute⸗ 
rey geweſen ſeyn mag, oder weil es vielleicht, we⸗ 
gen ſeiner Fruchtbarkeit an Haber, Gaͤrſten und 
dergleichen Pferdefutter, zu einer berrſchaftlichen 
Srtuterey gehoͤret hat. 

PAcrmeNT ‚ Pagiment, Pagenmünte , Paye 
ment, Bruchſilber: das Geld, ſo man auf eine 

geringhaltige Münze legen muß, um cs voll zu 

machen: Plein Geld. it. eine Muͤnzſorte. Vom 

SIr. payer: Itol. pagare: E. pay, bezahlen. 

- Daher Payement, Pagamento. Kuͤnd. Rol⸗ 
le: Nemand fall lodich Silver (in andern 
Handſchriften Tiefer man ladig Silver welches 
. man durch unbearbeitetes Silber erklaͤren will), 
edder 


| / 


Pac. Pan 283. 


erdder Pagement, dat he bernen laten will, 
bringen edder bringen laten uth unfer Stadt, 
- edder Pagiment bernen edder bernen laten bus 


ten unfer Stadt by so Marf:. Niemand ſoll ; | 


‚Wörhiges Silber, oder Geld, das er. will ſchmel⸗ 
zen laffen, aus unferer Stade führen, oder füß: 
ren laſſen, . noch Geld auſſer unfer Stade ſchmei— 
zen oder ſchmelzen laſſen, bey 10 Marf Strafe, 
Herzogth. Bram. und Verd. 4te Sammlung ©. 
116: Unde eme wedder geven unbe reide betas : 
len ere ſoven unde ſobentich Bremer Marf, 
den erſten Penningk by dem leſten in Pagen ⸗ 
muͤnte, alfe to Bremen vor der Weſſele gan-⸗ 
7 ge un geve ys: und ihm wieder geben und baar 
bezahlen ihre 797 Bremer Mark, auf einmahl, in 
ſolcher Münze, als in Bremen ben der Wechfels- 
banf. genommen wird, In Mushards Monum. 
Nobilit. antiq. S. 309. Scoͤle wy und mil 
let jum (ihnen) bereden druͤttich Mark def 
ſes vorfereven Pagimentes (naͤmlich alſe tho 
Hamborgh ghinghe und gheve ſint mit re⸗ 
den Penninghen. | 
 PasEmtuNnTe. S. Pogge-munte, untee Poace,. " 
PaJE-FooT. ift in Hamburg einer, der mit. breiten 
Fuͤſſen weite und Iangfame Schritte thut. R. Viel⸗ 
feicht ift die Ausfprache verderbt aus Padje⸗ foot, 
von -padien, „treten, laufen. - | 
Pass, Friede, Freundfchaft. Es ift das Franz paix. 
E. peace, Friede. Wir brauchen es nur in der 
Redensart: good Pais mit enem weſen: ſich 
nu mit jemand ſteben: in Eintracht leben. Die 
Re 


Paxen. ©. Poxen. 
' PäkEe-wäsken. ©. Bakwasken untter Bax. 
 Pakken, wie das Hochdeutſche, packen, faſſen, ‚A: 


bunden. Fr. Bagage. He is mit Pakk un Sakk 


r 


284 Pan Pax. 


‚In pakken, einpacken. Pak in! pak in! weg mit \ 


Pakk, 1:) ein Paͤckgen: Sachen, fo zuſammen gebun, | 


tige Manng Kleidung ; ; nämlich: Rod, Weſte 


Hollaͤnder brauchen es. auch. x Care ſege r in 


— 
gendwo: — 
Als Karel met Geweld de Gotten had ver- ww 
\ | dreven, IN 
En nu als Wereld- Vorft i in Pais vermocht 


te leven. 
Paiken, von n Pit. Enen paifen: einen durch. ti | 
ofen zu Frieden ſtellen, Meeiden, Fr. appallt 
E,appeale. ° 





greifen. it. mit Den’ Verftande begreifen, verfe 
ben, ing Gedaͤchtniß faffen. Ik hebbe”r paffet: 
ich habe es gefaffet, oder -verftanden. ; 


_ deinem unnüßen Geſchwaͤtz! ziehe deine Pfeife 
nur ein: hoͤre nur auf zu pralen. | 


den ˖ ſind. Sr. Paquet. E. und H. Pack. Isl. 
Bapgge. Man vergl. das Gr. Dinsros, welches 
daffelbe bedeuten. Sat. compactus, zufammen ge 


J . seetroffen: er iſt weg gezogen mie allem, was 
er bat. S.Puna. 
2.) Gen Pakf Klever: cine völlige zuſammen gehoͤ⸗ 


und Hoſen. 
3.) ſchlechtes Volk, beruchticher Poͤbel. Pakt un 
Ploje: allerband. ſchlechtes Geſindel. Horen⸗ 
Fall, Schelnen/ Pal Deoed⸗ —— 


=. 
4 . 


r 


Pax. Pai. 285 


ikk-buur, einer, dem man ſtets alle Laſt und Unge⸗ 
machti hkeis aufbürdet. Ik wil dien Pakk⸗buur 


nig laͤnger weſen: ſuche Jemand anders, der 
dir in allen beſchwerlichen Dingen ſtets zu Dienſe 
ſtehen will. | 


ikken-dräger, der auf den Dörfern mit Packen auf . 


dem Rücken hauſt ĩren gehet. | 
ıkk-hoop,. niedriger Pöbel, fchlechtes Volk, 
ıkk-hoopsk, pöbelhaftig, niederträchtig, gemein. 
kk-wark, ein ſchmales langes S chlengenwerk, bey 
dem Deichweſen. ©. SLENGE. 
AIKKERN, mit Burzen Tritten laufen, traben. E⸗ 


iſt vom Schalle, den man beym Traben boͤret, ge 


macht. 

AL, 1.) Pfahl. palus, 4. ©. ‘Pal. €. Pole. 
Schw. Pla. Pale des Landes : Gränpfähle. 
De dre Dale, heiſſen beſonders drey ſteinerne 
Pfeiler, welche oberhalb der Stadt Bremen, an 


der Weſer, das Hannoͤveriſche von dem Stadt⸗ 


bremiſchen Gebiete. ſcheiden. Buten dren Pas 
len: auſſerbalb dieſer Graͤnzſcheidung. 


2) Das Gefchlechtsglied - der Stiere und Ochſen. 


priapus tauri. 
rpale, Pfaͤhle, welche dem Fuß eines Bollwerfs oder 
Deichs vorgefchlagen werden, Daß er nicht ausmeis 


che. Uneigentlich ift Börpale ſlaan: einer Sa⸗ 


»che, die uns fchaden kann, zuvorfommen : fich 
vorher verwahren , um ſich von einer Beſchuldi⸗ 
gung, . die wider uñs einlaufen wird, los zu ma⸗ 
den. R. 

ren, mit Pfählen sefefigen It. genau beſtimmen, 


X 


236 - PAL. 


beſchrenken: durch deutliche Beſtimmung allem 
. Misbegriff vorberigen. Metayh . von den Grin. 
pfählen. 

Verpalen, mit Pfablen fig) vertwaßren ra von Ä 

fhanzen. R. 

PAuEN, die Scheten,, oder auch die ledigen Huiſen 
der Erbſen und Bohnen. ſiliquæ. Chytr. Bo⸗ 
nen⸗ paal. E. Peel. Es ſcheint verwandt w 

ſeyn mit Sell,. pellis: E. Pelt. _ | 

Palen, uut palen, ausfernen: Erbſen oder-Boßnen 

aus den Hilfen nepmen. H. pellen, €. peel. 

Fr. peler. Uutpaalde Arffen : : Erbſen die | 
aus der Hülfe genommen. find, : die ausge: ' 
huͤlſet werden muͤſſen, deren Schalen ı man nicht 

mit iſſet. R. 

Pau, iſt ein Schiffwort, beym uchten oder Aufwin—⸗ 
den des Ankers. Naͤmlich an dem Haſpelbaum, 
oder ſogenañten Brand, ⸗ſpit, ift ein eiferner Ring, 

oder Scheibe, mit eingefchnittenen Kerben oder 
‚Zähnen befeftiget, worin bey dem. Umdrehen ein 
Sperreifen fällt, damit ,. bei. dem Nachlaſſe des 
Umtoindens, die Welle nicht zuriick Taufe: Wenn 
nun das Sperreifen in eine folche Kerbe greift, -fo . 
rufen die Schiffleute ; welche bey dem Hafpel wins . 
den, Pall I und machen eine Paufer Daher har 
. ben wir die fehr gebräuchlichen Redensarten, pall 
ſtaan: unbeweglich ſtehen, ſtandhafte Gegenwehr 
un To Pall ſetten: feſt ſehen. Slim to 
Palle kamen: uͤbel anlaufen: mit vieler Mühe 
feinen Zweck erreichen. | 
Paın nennen wir die Weiden, wenn an adeiſthem ‚im 
. 5 





U, 


Par. Pam. Pam . 287 


Anfange des Fruͤhlings, die ſogenannten Kaͤtzlein J 


oder rauche Bluͤte paniculæ, juli) bangen. 
PALsken. ©, Pv1sken. 


PALSTERNaR, Palfternakken, Paſtinack, Mohr⸗ | 


übe. S. Iſt eben fo verdorben, wie das Ham⸗ 


burgiſche Pingiternafel, 


Parrz, ein Lappen :* ein abgeriſenes, oder abge⸗ 


ſchnittenes flaches Stuͤck. R. Frieſ. Palt. Wir 
ſagen auch Pulte. 


Paltrig, zerlumpt, jerriſſen. R. Gebräuchlicher ir 


Pultrig. €. paltry. Dän. palted. 
PALT-Rox, ein grober Ueberrock, Regenrock. R. 


Fr. Palleotte. Vergl. das kat. palla, welches 


auch von langen Maͤnnerroͤcken gebraucht wird. 
Parruren, Eingemeide vom Ochſen. Gefräufel des 
Viehes. Iſt jekund veraltet. Etwa von obigen 
Palten, abgerifiene Stuͤcke; oder von Paal, 
J priapus tauri. Kuͤnd. R. Art. 76. Ock will de 
Rach, dat de Knakenhauwers ſcholen de Pal; 
tuten van dem Miarfede vorfopen laten, und 
| nemandt ſchall de Paltuten to Talge brennen, 
Pampe, dicker Brey, Mehlbrey. In verſchiedenen 


Mundarten Pappe, Pampe, Pimpe. Daber 


ſagen wir Stampel ; by für Pampel ; bey. 


Stampe ⸗dik, für Pamperdif. 
Pampen, Slampampen, ©. im Buchſt. SS. 
Pann, ı.) ein Pfand, E, Pawn. 2.) Im befons 


dern Sinn wird alfo ‚genannt ein unbewegliches _ 
Gut, welches man verfaufet , deſſen Ruͤckkauf 
aber, oder Einloͤſung, man ſich in einer beſtimm⸗ 


ten Zeit ‚für. denſelben Preis vorbehalten bat. 


an 


> 


Eur Y: 7 pax. we | 
| Wobeh in den alten Kaufbriefen die Formel ges . 
brauchee wurde :, ere Pande unvertaget: di. 
daß es nicht als ein verfallenes Unterpfand ſollte be⸗ 
ttrachtet werden. Vogts Monum. ined. rer- 
Brem. T. Il. p.485. 486. Od fo hebben Jo⸗ 
haann un fine Erven —— uns de fonderige - 
Gnade geven, dat wy unde unfe Erven möge 
wedder kopen dejet. vorfehreven Guth — 
in allen funt Peters Dage ald he up ven Stol 
gefettet ward (jedes Fahr auf Peters Stulfeier), 
vor de vorbenomede so Bremermarf; wo wy 
eeme den Wedderkope kundigen in den 12 
Machten to Wynachten — un fo ſchoͤen 
muy umn unſe Erven eme deſe vorſchr. so Br. 
M. betalen an den vorbenoͤmeden St. Pe⸗ 
ters dage, binnen Bremen, mit wien unbe 
wohrenen Penningen, alfa dar vor de Wefle 
linge genge unde geve find, ehre Pande un⸗ 

vertaget. S. auch p.490..— 

3.) Ein von Papier geſchnittenes Muſter, Patror, 
Modell, nad) welchem etwas zugefchnitten wird. 

4) Nuten: pande, Roks⸗paͤnde, find die Stüf: 
ke, woraus eine Müße oder. Rock zuſammen gefeßet 
iſt. Vorpand, ein Vorderſtid. Agterpand, 
ein Hinterſtuͤf. 

3.) Diek⸗-pand, eine gewiſſe Lange, ober Portion 
von eiriem Deiche , fo jemand zugeböret, und für 
deffen Ausbeflerung er forgen muß. Wir nennen 

es auch Slag, und Diek: flag. 

: Exen-pand ift, wann bey einem unbefugten Holtzhie⸗ 

be bie, Art genommen wird, Exen / pand ha 
et. 


un t ’ sv 





X 


| Pam 289 
ben: des beimmichen Holzbiebs Balder die U zu \ 
nehmen befugt ſeyn. = 
Vrook-pand. S. Wrook-diek, unter Dierk. 
and-kare, der Wagen, wodurch die oberfeitliche 
"Pfändung: gefchieber. Enem de Pand:fare vor 
de Doͤre ſchikken: einen auspfaͤnden laſſen. | 
and- fchilling, das Geld, ſo man gegen ein Unter: - 
ppfand aufgenommen bat. Transadt, Hilleboldi, 
A. Ep. Brem. cum Civ. Brem. de 1259. So dat. 
verſettet Pandt den nicht mert ingelöfet, den  - 
mag de Vaget den Klägeren in dat Pandt 
. . xechtlifen wyſen, ſynen Pandtfchilling. mit 
Gerichtskoſten daruth tho erhalen. ©. Affert. 
Lib. Reip. Brem. p. 747. Veyläufig bemer⸗ 
Een wir, daß derjenige fehr ftarfgläubig feyn muͤſſe, 
welcher ſich uͤberteden kann, daß dieſes Die Spra⸗ 
he eines ſolchen Alterthums, und daß folglich die⸗ 
fer Vertrag nicht untergeſchoben ſey. u 
andefch Pandsk , adj. ahterpfänblich. Vogts 
Monum. ined. T. I. p. 491. Ick Wilh. von 
dem Bukh, tho Wildeshufen Ammann, be⸗ 
kenne und betuͤge — fo. ik der, van der 
Kerken und Stichte tho: Bremen, Öhre Burg, . 
Ampt und Voͤgedeie tho : Hildeshufen in 
pandefchen ehren hebbe (d. i. unterpfändlich 
im Def babe), na Vermoge ea unde Dre 
ven . 
danden, pfaͤnden. 
Verpänden; verpfaͤnden, beeſehen, zu Pfunde sehen, | 
Sbpyrw. Wen dat Hoon een Ei im Cerſe het, 
ſo ist all. H.verpänbe auf jemand, der ſo tief in 
ö Sy u 


—_ 


a > ’ . »..: 


Ä eo ; "Pam. \ 
ESqgiden ſtecket, x daß er ſeine Gliubiher auf. ei⸗ 
nen noch kuͤnftigen Gewinn vertroͤſten muß, um 
ſie zufrieden zu ſtellen. 
Verunderpunden, daſſelbe. | 
' PAnELE, eine hölzerne Bekleidung der Wände, in n⸗ 
\ fonderheit die, aus viereckigen mie Leiſten einge 
faſſeten Feldern beſtehet. S. E. Pannel, die 
viereckige Leiſte an einem Schreinerwerke. 
PANETTEN, Hand-panetten, Handkrauſen, Man⸗ 
ſchetten. ‚Es ift aus bem Fr. poignets gemacht. 
R. 


pPan 1) Pfanne, E. Pan. A. G. Panna. 8. 

2.) ein in einer Pfanne gedaͤmpftes Ragout. 

3.) ein Dachziegel, Frieſ. Paan. Man vergleiche 
ddas Engl. Pane, eine viereckige Scheibe, 
Brägen-panne, Hirnſchale. ©. Bräcen. 
Pann-koken, Eierfladen. nr 
 Pann-likker, Tellerlecker, Schmarußer. 
Panneke-fett. S. BaukErert. - 

J Pansse, Panze, 1.) der zweite Magen des Kinds | 

— —3 R. Engl. Paunch. Fr. Pance. Hol. 

| Stat, Pancia, Panchia, Panza. Span. 

z Pan tat. pantex. Der erfte Magen des 

Rindviehes heißt Salter ; der zweite Panſſe; 

der dritte Mode, oder im Scan Flatterige Bok⸗ 
fe Das ſamtliche Eingeweide eines Thiers nen; 

net man Pinfeln un-Panffen. Ä 

=) ber Wanft , der Schmeerbauch «ines Menſchen, 

der haͤngende Bauch, wo der Magen und die Ge⸗ 
daͤrme liegen. Daher hat Panzer den Namen, 

leichſan ve Man büre dies Wort jegt 


nur 


% 


| Pam — 29% | 
nur im a veräcilihen Sinn, und {m ungeföiffenen F 
WRenden. Ene dikke Panffe : ein dicker Bauch. 
It. eine dicke fette Perſon. Aber ene luͤtje Panſ. 
fe: ene loſe Panſſe, ſind gelinde Scheitwoͤ 
ter gegen Peine ſchalkhafte Maͤdchen. Siehe R. 
He geev em enen in de Panſſen: :er ſtieß ihn 
vor dem Bauch. Sprw. Mit, leddiger Panſ⸗ 
fen i8 quaad danfien : < mit hungrigem Mas 
gen laͤßt fich nicht gut tanzen, oder eine ermuͤder 
de Arbeit unternehmen : wer nichte'zu effen bat, 
> ber geht nicht leicht dem Vergnügen nach: Sine 
Cerere et Baccho friget Venus. 
Ko- panfle, Kuhmagen. De Minsk moot ene Ko⸗ i 
panſſe hebben: er kann unmenſchlich Feten | 
Panffen-feger, | 
Panffen-klopper, R. und - u 
Panffen-fchudder, find Schtmpfnamen gegen Schach u 
... ter, welche die Rindermagen rein machen. - 
Panflen-ftool, ein großer breiter Stul, den man uns 
ter bein gefchlachteten Vieh ftellet / daß beym Auf⸗ 
> fihneiden der Magen und bie Gedaͤrme nicht auf 
| die Erde herab bangen. | | 
PanTER, eine Handbatſche, womit £ einige Schul⸗ 
meiſter die Kinder in die flache Hand ſchlagen. 
Enem Panters geven: einen auf dieſe Weiſe 
ſtrafen: auch überhaupt: einen ſchlagen, pruͤ 
geln. He kreeg Panters: F er bekam Schlaͤge. 
R | 


Panzer, Panzer: Daher iſt bey ei einigen die Redens⸗ 
art üblich: Panzer fegen, fuͤr, einen enfilr .- 
gm Verweis und Ausputzer, oder u, eine 

22 voo 


t 


gute Tracht Schlaͤge geben. of will em ſo Pan⸗ 
zer⸗fegen, dat he an mi denken ſchall. Cs. 
Fl aber Panzer von Panſſe: gleicht, Panz 
a | 12 Eure 
_ Parz, 1.) Pfaffe. Cambr. Pop. %. S. Papa. Dies 
Weort iſt dus einem Ehrentitel jetzt ein Schimpf: 
wort geworden. Vor Zeiten ſchimpfte es nicht: 
SG.. Strodtm. Stat. 30. Neen Borger offte 
Bocrgerſche ſchall geven, offte vorkopen, offte 
10 Pande fetten Wickbelde geeſtlicken Luden 
edder Papen: kein Bürger ſoll geiſtlichen Per 
ſonen oder Ordensleuten Weichbilde geben, oder 
verkaufen, oder zu Pfande geben. De Pape 
ſegt het nig meer, as eenmal, iſt ein Spruͤch⸗ 
wort, wenn jemand eine Sache nicht zweymal ſa⸗ 
gen will. In Hamburg ſagt man: Myn Va⸗ 
der is geen; Pape well. R. 
2 ) ein Papagay. Sonſt auch Papegoje. In duͤ⸗ 
beck wirft man die beiden erſten Sylben weg, und 
ſagt Goje oder Goge. Gogen ſcheten, Voͤgel⸗ 
ſchieſſen. Sprw. Enen Gogen afſchaten heb⸗ 
ben: eine nicht. viel bedeutende Unternehmung 
gluͤcklich ausgefuͤhret haben. 
3.)N Papen heiſſen auch in unſeret Nachbarfchaft, im 
WMarſchlande, Meine Hügel, fo mitten in einem 
- Hüttswerfe, woraus die Erde zu.den Deichar: 
beiten genommen wird, ‚Reben bleiben zue Auf 
\ meflung der Tiefe, . 
Doom-pape. S. im Buchſt. D. | 
| Slender- -pape. . Si unter SLunnzun. Bu 


. Fapea- ‚beten, und Bu 
| - = bvaben — 


292 ——— Pan 


\ 


 Papen-ftukk, das bene Sic Kinpfeifh aus bem Hin⸗ | 


terviertel. u \- 


Paapheit, ‚Die Mönche, Geiſtlichkeit, Kleriſeh. Do 
halede oͤhme in de gantze Papheit und Gemen⸗ 
heit (Kleriſey und gemeine Buͤrgerſchaft) mit 


Crutzen und Fahnen, in den Herdendohre: 
Renner unter dem Erb. Albert IE 
PareGcojeE. ©. Pare. — 
Paar, Paar. Daher 


Paren, verb. 1.) paaren, mit einander verbinden, ve ver⸗ 


ehlichen. Beſonders aber, Sachen, die man 


\ Par. Par. - BE 298 


nicht. bey. einzelnen Stüden, fondern paarmweife 
verkaufe, zufammen binden ; etwas Schlechteres- zu. : 


dem Guten binden‘, . und. zufammen- — 


He paret ſe, as be Bloklander de Goͤſe: S 


Goos. 


2.) Ale paren, Aale fangen mit aufgereißeren Re 
genwuͤrmern. Die Sache befteher darin, daß 


viele Regenwuͤrmer, der Länge nach: auf flarfen 


Zwirnfaden gezogen, und daraus Buͤſchel gema⸗ 


chet werden, die man an einen Stecken befeſtiget, 


ins Waſſer haͤlt, und die daran beiſſende Aale ge⸗ 


ſchwinde in den Machen ziehet. In Hamburg J 


beißt es poͤddern, von Poͤdder, Köder. R. 
Een- parig, gleichlautend, einſtimmig. adj. und adv. 


De iß een⸗parig, oder mit een / parigen Stem⸗ 
men waͤlet: er ift einftimmig erwäßle. en 
yarig ropen : : gleich als aus einem Munde ru⸗ 


fen. 


Pancner, eih Stüt, eine 1e Partey : ein 1 Teil von. 
3 0. Waaren, 


— 


FR 


= 294 0 ‚Par. 
Waaten j elcher bey den Auetionen auf einmabi 
vertauft wird. E. Parcel. Fr. Parcelle. 
- Parssen, in einer verdorbenen Ausſprache Paflen, 
preſſen. H. parſen, perfen, E. preaſe, preis, 
at. preflare.. N | 
Up paflen, dutch die Preffe einen neuen Glanz geben, | 
\ Wird von Stoffen, und Kleidungsftücken gefagt. 
'Paffe, beffer Parffe, eine Preffe. H. Pars und Pers, 
€. Prefs, eine Preſſe. Pearſe, das Gedraͤnge. 
| fat. preffuora. 
_ Pafler, Heet- paſſer, der die wollenen Tücher preſſet, 
daß ſie einen Glanz bekommen. H. Parſer. | 
Part, 1.) Theil, Antheil. Ik vor. mien Part: 
was mich betrift. Half Part holen: zur Haͤlf⸗ 
te am Gewinn oder Verluſt einer Sache Theil ha⸗ 
ben. Kuͤnd. R. Art. 173. noch od Part ed⸗ 
der Deil darſulveſt an hebben: ; noch auch Ans 
theil daran haben. 
2.) eine Partey: zuſgmmengehoͤrige Eochen, die in 
Parteyen abgeſondert find, deren Theile eine Aehn⸗ 
ichkeit haben, oder die zu einem Zweck dienen. 
Een Part Strikkel⸗nateln: find 4 Nadeln von 
5 einer Groͤſſe, die zum Strumpfſtricken gebrauchet 
werden. Gen Part Kleder: eine völlige zu: 
ſammen gehörige Kleidung. Dan fagt auch een 
Pakk Kleder. 
vanen nom. plur. contrahirende Parteyen. It. Ge⸗ 
richtspartenen. Tafel, oder Stat. 1. Alle 
Schelinge —— de twifchen den ergenannten 
Parten beth an deſſen jeghenwardigen Dag 
—— engetley wife gehn hebbin: ; alle Uneinig⸗ 
Eu kei, | 





N ne 


N 


| Pas 2898 
keit, welche qwiſchen den vorbenannten Parteyen 
bis auf gegenwärtige deit, auf einigerlep Weiſe, 


geweſen iſt. 
Anpart, Antheil. 


Schips-part, der Antheil in der Reederen an ein J 


Schiff. Die Groͤſſe eines ſolchen Parts wird 


mie den arithmetiſchen Bruͤchen ausgedruͤcket, 


3 Part, Part, Part x. 


Parten, verh. theilen, Eintheilung machen. Par⸗ 


ten un buͤten: eine heimliche, hinterliſtige Thei⸗ 


lung und Vertauſchung vornehmen, zum Nach⸗ 


ttheil eines dritten. ©, Büten 
PASEL. © Pöszı | 
 Pasen, Beutelwuͤrſte. Syn Hamburg, R 


"PAASKEN, Oſtern. Aus Pafcha. R. Hr. 3 | 
Des andern Mandages na dem billigen Dage 


to Paefden. 


| Paask- -eier, Oſtereier —* welche die genteinen Lute zu 


faͤrben pflegen. Du ißt nog wol een edder 
meer Paask⸗ tier: du warteſt noch. wol ein ober 


- mehr Sabre. R. 


. Praske- prunk, Feierkleider, ein feſtlichet aleiderput 


Pass, 1.) die rechte Maaſſe: die rechte gelegene Zeit. 


R Im Engl. und Hell, eben ſo. Dat Kleed 
— is mi recht van Paſs; oder to Paſs: das 
RKleid ſitzet mir gut nach dem Leibe. Dan Paſſe 


weſen: in der Maaſſe ſeyn, wie es muß. To 


Pate famen : zu rechter Zeit kommen, : St. ſich | | 


fügen. Dat-fumt daar nig.bi to Paſſe: das 


ſhicket üder füge fich nicht dabeh. St. das iſt 


acht damit in Vergleichung zu fielen Idt ie 


- 


ITTEVTL 


296 


Pas 


mi rcht van Paſſe: 28 iſt mie ſehr wößlgefe 


— gen. Een Ding to Paſſe bringen: etwas 


wohl anbringen: zu gelegener Zeit vorbringen, 


oder reden. Dat ſchall mi wol to Paſſe ka⸗ 


Men: das wird mir viele Dienſte thun, Nutzen 


ſchaffen. Man kan't em nig van Paſs ma⸗ 
ken: man kann es ihm nicht zu Danke machen, 
Idt is em nig to Paſs: es iſt nicht. nach ſei⸗ 

nem Sinn, : Ik bin nig wol. to Pal; ibn 


unpaͤßlich. Sr Wachter irret, wenn er Dies 
Wort vom Fr. propos ‚ "und. dem Lat. propofi- 
'- tum herleitet. Mit mehrerm Rechte haͤtte er das 


Fr. compas, ein Zirkel , eine. Maaſſe bier ben 
bringen koͤnnen. 


22.) Acht, Achtung, Auſneicſanceu Dal J— 


ven: Achtung geben, mit Aufmerkſamkeit war 


ten auf etwas, aufpaffen. ‚Eigentlich : : auf die 


rechte Maaß oder Zeit merken. 


2) Die verfchiedehen. Bedeutungen, die: das ort 


auch im Hochdeutſchen bat, ‚aber zu unſerm. Zwok 
nicht gehoͤren, uͤbergehen wir. 
rrat Eingriff. Gleichſam, Eintritt, wodurch man 


jemanden in ſeinen Gerechtfamen zu nahe tritt. 
Bon Paſs, “ein Schritt, Ueberſchritt. Iſt ver: 
‚alter. Renners Chron. im Leben des. Erzb. Hart⸗ 
wich J. Up den Ridesdage tho Merßburch 
was Vicellinus ock. Den radde Hardewcus, 
dat he von den Keyſer den Staff entfangen 
—2 — Dat geſchach alſo: Hardewicas der 
de dit nicht tho ehren den Keyſer, fondern dat 
be den Hartogen (Henrich den n. lowen) —— 

etah⸗ 


? 


Beſi itz Inpaſs geſchehen ꝛc. 
Nater- pafs. S. unter WATER. 


>affen, verb. 1.) meffen, abzirkeln. Unter den Zu, u 


fammmengefeßten , in diefer. Bedeutung, find zu 
merken: af paſſen: abmefjen, abzirkeln. De 


rechte Tied af paſſen: die rechte Zeit, oder die - 


bequemſte Gelegenheit ergreiffen. it. Die rechte Zeit 
abwarten. An.päffen, anmefen: ein Kfeid, ehe 


es völlig fertig ift, probiren, ob es nad) der Maafie | 


iſt. To paſſen, zueignen. | 
2.) diefelbe Maafle haben, angemeffen ſeyn. it. 


ſich fuͤgen, ſich ſchicken, anſtaͤndig oder gefaͤllig 
ſeyn. De Schoe paſſet mi nig: die Schuhe 
ſind für meine Fuͤſſe nicht gerecht. De Stulpen 


paſſet up den Pott: der Deckel ſchiieſſet auf den 
Topf. Sprw. Daar is kien Pott ſo ſcheev, 


daar paſſet een Stulpen up: ©.StuLren 
Dat paffet nig, dat man’t fegt: das ſchickt fi fh 
micht zu fagen. Dat fan mi nig paflen: das 
kann mir nicht dienen, Den Deven paſſet as 


Pas 00 207 


u beichle mochte, dat he ohme gopeſe in ſiner 
Iurisdiction gedahn hadde. Im Leben Ger⸗ 
hards II. Da oͤhnen averſt hierna in ſulcken u 


les; den Dieben ‚gefällt alles, fie Heiffen alles mit ge: . 


ben. Dat paflet minu fü: es gefällt mir nun 


ſſo: fie volo, fic jubeo, flat pro ratione vo-- 
luntas. Wen’t fif paffet: wenn es fich fügen, 


will: bey einer ſchicklichen Gelegenbeit. Dat 


kon ſik wol ins paſſen: das koͤnte ſich wol ein⸗ 


mahl zutragen. 


3) aufmerken k Acht geben, Amt und. Id Pflicht wahr — 
T5— NV 


9298 . .:- Pas Par 


nehmen. Up paffen, aufpaffen, aufmerkſam 
ſeyn. it. aufwarten, die Aufwartung haben, als 
Bedienter. Paß up, gib Achtung. Es wird | 
auch bisweilen den Hunden, anflatt-eines Ma 
mens, bengeleget. Daar. hört di.up to paffen: 
deine Pflicht ift es; darauf Acht zu geben , ode 
dafür zu ſorgen. Dat fchall up mi paſſen: 
die Sache foll allein zu meinem Dienſte und Ge⸗ 
brauche ſeyn. Daar paſſe ik nig up: ich gebe 
nicht Acht darauf. it. ich achte es nicht. Enem 
up den Haſpel paſſen: S. HasPEI. 
4.) warten im Spiel, das Spiel vorbey geben 1 
fen, dießmahl nicht mit ſpielen. | 
Paffer, ein Zirkel, circinus. Ze 
-  Pafslik, adj. und adv. ziemlich, mittelmaͤſig, Jo Gin. 
i E. und Sr. pafläble. De Weg is nog fe paß⸗ 
lik: der Weg iſt noch ſo mittelmaͤſſig gut. Idt 
geit mi nog paßlik: mein Geſundbeitszuſtand iſt 
uoch ſo ziemlich. | 
| ‚Uppaffer ‚ Aufiwärter, der ber Hochzeiten und andern 
groſſen Schmauſereyen zu Tiſche dienet. 
| Verpaffen,. die rechte. Zeit durch Unathtfamfeit vorben 
ſttreichen laſſen, die Gelegenheit verfäumen. - Dat 
Sdpill' verpaflen: das Spiel vorbey gehen Taf 
fer, und das mabl nicht mit ‚fielen, 
PÄTE-FOTERN, und - 
Pärten, fs oben unter Pan. 
_ Paren, pflanjen. H. Booten, Bonen paten, 
Bohnen pflanzen. Herr Wachter unter Potten, 
meint, es ſey das abgefürzte Impolten, von dem 
Staumaworte Imp, ein Pfeopfeis: daher fey 
enfäng: 


NO. 


0 Par: = m 299 


| anfänglich impen, einpfropfen,, , "und das q S. 
| ‚impod, eingepfropfet, entftanden : und von Dies - 
ſem participio fey endlich impotten gemacht, wels . 
ches der gemeine Mann in potten abgekürzt. has 

de Wir fuͤhren dieß nur an, als ein Beyſpiel, 
daß ein groſſer Sprachkuͤndiger groſſe Fehler bege⸗ 
hen koͤnne: weil es faſt nicht möglich iſt, alle 
Dialekte der deutſchen Sprache ſo genau zu ken⸗ 
nen. Unſer Dialekt beweiſet, daß potten, oder, 
wie wir ſagen, paten, nicht impfen, ſondern 
pflanzen, hedeute. Ja unfer Landmann kennet 
das Wort impen, impkn, nicht einmahl; ſon⸗ 
dern braucht dafür das uralte riſen. Im Gegen⸗ 
theil kommt impfen von.paten her. Mor Zeiten 
bar man impten, d. i. inpaten, das Pfropfreis 
- einpflanzen, gefaget. S. Srifch in Smpfen. 
jepaten, bepflanzen. Dat Oever bepaten:: das. Ufer _ 
‚eines Graben mit jungen Bäumen, oder Buſch— 
werk bepflanzen. | 
a paten, einpflanzen. Gr. —E | Be 
ate, eine Pflanze, ein junger Baum. Befonders, , 
ein Pflanzftock von Weiden, oder Pappeln. Gr. 

- Aorov. Sprw. Men de Pate (Boom) is 

groot, ſo is de Planter dood: wenn der Baum 
groß iſt, ſo iſt der Pflanzer todt. Kuͤnd. R. 
Art. 31, - Nemandt ſchal uthe des andern 
Garden — nenerley Paten, Appel, Ber 
ven, edder andere Fruchte nehmen: ‚niemand. 
ſoll aus eines andern Garten junge Bäume, Ae⸗ 
pfel, Birnen, oder andere Früchte nehmen, Eben 
daſelbſt Art 180. Ock ſchall nemant Bi 
. oo | | N 


300 Par. ‚Pav. 
don ar n unſen Werbern, und Degen, de na 
unſer Stadt to und afgan, an Paten, Buſche, 
Holte, Bruggen ꝛc. auch ſoll niemand Gewalt, 
“ober. Muthwillen, uͤben, auf unſern Werdern, 

und den zu und von der Stadt leitenden Wegen, 
an jungen Baͤumen, Vuſch , Hoͤtzungen, Bei 
cken ꝛc. | 
Paat- bonen, Saatbohnen, die man pflanzen will, 
Paat-asfken, Saaterbſen. | 
PATTE, der Aufſchlag am Kleide, Ebur⸗ Braunſchw. 
'Pauen, mit. einem feinen, pfeifenden, und klaͤgli⸗ 
chen Ton reden, wie die Kinder, wenn ſie etwas 
zu klagen haben. Beſonders wird es auch ge⸗ 
braucht von dem Geſchrey der jzungen/ ealecutiſchen 
Huͤner. Es ſcheint auch eine Nachahmung davon 
zu ſeyn. E. bawl, laut ſchreien. In Hamburg 
‚beißt, nach R. pauen, zanken, widerbellen. 
De Kinder pauet enem ſo veel to'n Oren: 
die Kinder uͤbertaͤuben einen faſt mit ibrem wei 
nenden Geſchrey. 
Pauke,. ein Kind,. das immer Flaget und heulet. 
PAuXXEN, pauken. it. mit hohlem Munde reden, mit 
Geſchwaͤtz uͤbertaͤuben: wie mit dem Schall der 
Pauke. Beym S. iſt pauken und pooken, we 
den, ſchwatzen. Paufe mi bör, ‚paufe mine: 
fage bin, fage ber, 
. Pauker, ein Paufer, Im Spott beißt ein Schulmei— | 
ſter, der mit dem Hintern der Fleinen Kinder um: 
barmherzig umgebet, een Aare: paufer: ein On 


bilius. 8. 
Paur UUN, beym Chytr. und pnft Pageluun, ein 
— Pia 
A . u 


| x . * 
“a m, 


Pau. Paz. Pen ur 30x‘ 
Ad 


Pau, R ‚ind 8. A. S. Pawa, pavo. Sik 
ftriven, oder- treen a8 een Pauluun : ſich bruͤ⸗ 

‚ fen, einher treten, wie ein Pfau. Up den Foͤ⸗ 

ten gaan a8 een: Pauluun : < an Deinen und 
| Faſſen nachlaͤſſig gekleidet gehen. 

2.) Paulun war, nach einer verdorbenen Ausſpra⸗ 
che, bey den Alten auch ſo viel, als Pavillon, 
Thronhimmel, Schirmdecke. Auch wol Bawe/ 
ln, Willebrande Hanſiſche Ehron. S. 45. Veer 

Dombheren drogen fin (des Kaif. Karl IV.) 
- Yanlun, unde andere neere ere (Der Kaiferinn) 
Paulun, dar ſe under reden. | 

D aus, Pauft, Pawelt, der Pabft. Stat. 1. und. 
anderwaͤtts häufig in den alten Schriften. Wat 
Some ik mi um em,‘ wen he gof de Pauſt van 
Rom were: mas befünmere ich mich am ihn, . 
ex. fen ſo vornehm, als er wolle. Dubiftdog 
wol de Pauft nig : du biſt doch wol nicht der 
Mann, vor weichem fi ich alles ſchmiegen muß. 

Pausdoom, Pabſtthum. 

PAVEDETTE, Povedette, Pawedette, eine Art 
“Tauben mit fleifchigren Naſen, und rothen Augen. 
In Hamburg Paudette. R. Pavedettensogen: 

rothe trieffende Augen. . 

Pazzıa, troßig, flolz und beleidigend im Ren . 9m . 
Hamburg Pratzig. R | 

PenDeEn, wet. S. unter Pan. 

PEDDIK, das Mark, das Innerſte, medulla, ma- 
trix. R. A. S. Pitha. E. Pitn. Ya Osna⸗ 
bruͤck Piek. S. Den Peddik uut drukken: 
den yerbaͤrteten Eiter aus einem Geſchwuͤr druͤe 


AN . 


t 


e > 


den. Und metaph. Ik moot den Peddif man 
tut druffen: ich muß die unangenehme Warheit 
nur heraus fagen. nen bet up den. Peddif 
uut fügen: einen bis auf das Mark ausfaugen, 
gaͤnzlich ausmergeln, durch Erpreſſungen arm ma⸗ 
chen. Uut fragen bet upn Peddik: ſ. unter 
FRAGEN. 
PXIGEI. (m. 1.) Vor Zeiten bedeutete es eigentlich 
| “ein gewiſſes Maaß flüffiger Sachen, ein halbes 
Noͤſſel. So erklaͤret esChytreus ‘in Nomencl. 
Sax. col. 477. und 478. hemina, een Pegel, 
fextarius, ungefebrlif Dre Pegel. Naͤchſt dem 
nennte man bier auch alfo einen inwendigen Ring / 
“: einer Kanne, der zum abmeſſen des Truͤnks in 
den Öelagen diente, und etwa ein halbes Niffel - 
bemerkte. Unter den Meifteiftücken der biefigen 
Zinnengieffer iſt noch jegt- eine Kanne mit Pe⸗ 
geln gebräuchlich. Da eine folche Kanne mit vers 
ſchiedenen dergleichen Ringen verfehen gewefen, fo 
bat ehedem ein jeder Der Saufbrüder gerade bis 
auf einen folchen Ring, ohne abzufegen, trinfen 
muͤſſen. Hatte er diefen verfehler, fo war er gende 
> higet, zur Strafe, auf den folgenden zu trinken. 
Woben der ziemlich unböfliche Zuruf gewoͤhnlich 
geweſen: Suup up den Pegel, du Zlegel! 
Daher fage man auch noch: enen goben ‘Pegel 
ſupen: einen guten Trunk verftehen Fönnen ; : ein 
groſſer Säufer feyn. 
) In Hamburg heißt Pegel Brennholz, welche 
aus mittelmaͤſſigen Aeſten der Baume geſchlagen 


wird · R. 
| Pegeln. 


302 Prao. 
— 





12 , [i . 


" Prı \ Pix. zog 


— 1.) Saufen, des Gaſeſfes nicht ſatt werden 
J koͤnnen. R. Wir fagen auch picheln, im derſel⸗ 
ben Bedeutung. Uut pegeln, ausſaufen. 
2.). die Tiefe des Waſſers mefien. Senf auch di⸗ 


en, 
Pegeler, ein Saͤufer. R U 
Picheln, daſſelbe mit pegeln in der erſten Vrwennmg Bu 
Prıs.. S. oben Paıs. E 
Pzıt, fauber und nett gekleidet, im Sontageſchmuck. 
Es iſt verwandt, oder daſſelbe mit dem alten 
weittige, beym Lazius, welches ſo viel iſt als 
ſtolz, hochmuͤthig. Holl. weitz, weuyts, ber 
irn ſchoͤnen Kleidern ſich brüfte. ©. Leibn. Col- 
lect. etym. P. II. p. 187. Im Spur Braunſchw. 
| ſagt man petünte. > —- 
u Prxs, eine Piefe, Picke. Fr. Pique. Peken⸗ deep, — 
ein Paar Klafter tief. S. Renner unter dem J. 
3309. Ein jechlich Landtman im Viehlande 
ſchal hebben tho ewigen Tiden einen Degen, 
einen iſeren Hodt, ein paar Wapen henſchen, | 
„ein Schilt, ein Warfbarde (etwa eine Zin⸗ 
meraxt, ober eine Streitaxt. ©. BarE.), und - 
einen Pedc von 16 Voeten und korter nicht; 
bey Bröfeı Mark. 
Prxzı (7), Salzbruͤhe zur Erhaltuug des Fleiſches 
amd der Fiſche: Boͤckel, muria. E. Pickle. H. 
Pekel. Gr. amyos, Salze Herr Richey verla⸗ 
cher mit Recht die Meinung, daß der Name ſowol 
als die Erfindung ‚von einem Holländer Wilpelm 
Böskel herſtamme. Pekel⸗fleesk, Pekel⸗hering 
x. engen Si Herins Mn 
ur Dekan, J 


un 


‚ . \ j . D 
300 Par. Pau. 


don an n unſen Werdern, und Wegen, de na 
unſer Stadt to und afgan, an Paten, Buſche, 
Holte, Bruggen x auch foll niemand Gewalt, 
‘oder. Muthwillen, üben, auf unſern Werdern, 
und den zu und von der Stadt leitenden Wegen, 
an jungen Bäumen ‚ Buſche ‚ Hoͤtzungen, Brůͤ⸗ 
er. 21 ꝛc. Ä | | 
Paat-bonen, Saatbobnen, die man pflanzen will. 
Paat- arfken, Seaterbfen. \ 
PATTE, der Xufichlag am Kleide. Chur: Braunſchw. 
Paumu- mit einem feinen, pfeifenden, und klaͤgli⸗ 
chen Ton reden, wie die Kinder, wenn ſie etwas 
zu klagen haben. Befonders wird es auch ger 
braucht von dem Geſchrey der jungen’calecutifchen : 
Huͤner. Es ſcheint auch eine Nachahmung davon ° 
zu feyn. E. bawl,' laut ſchreien. In Hamburg 
beißt, nach R. pauen, zanken, widerbellen. 
De Kinder pauet enem ſo veel to'n Oren: 
die Kinder uͤbertaͤuben einen ſaſt mit ibrem weis 
menden Gehen. | 
_Pauke, ‚ein Kind, das immer klaget und‘ heulet. | 
_ PAuxen, paufen. it. mit hohlem Munde reden, mit ' 
Geſchwaͤtz Ubertäunben: wie mit dem Schall der : 
Pauke. Beym S. ift paufen und poofen, ver 
den, ſchwatzen. Paufke mi vör, ‚paufe mi na: 
ſage hin, fage ber. 
: Pauker, ein Pauker. Im Spott heißt ein, Schulmei⸗ 
ſter, der mit dem Hintern der kleinen Kinder um: 
baruberzig umgehet, een Aars⸗ paufer: ein Sn 





86*4 


RT 


bilius. 8. F 

Pa ULUUN, beym Chytr. und pnf Pageluun, ein — 
la den 

u \ ——— — 


. ⸗ 


Pau Paz. Pen 3081 
, l 


Pfau. R und 8. 1. ©. Pawa, pavo. Gik 
ſtriven, oder. treen as een Pauluun: ſich bruͤ— 

Iſten, einher treten, wie ein Pfau. Lip den Foͤ⸗ 
. ten gaan aß een Pauluun : : on Beinen und 
Fuͤſſen nachläffig gekleidet gehen. 

2.) Paufun war, nach einer verdorbenen Ausſpra⸗ 
che, bey den Alten auch ſo viel, als Pavillon, 
Thronbimmel, Schirmdecke. Auch wol Bawe⸗ 
fin, Willebrandt Hanſiſche Chron. S. 485. Veer 
Domheren drogen fin (des Kaiſ. Karl IV.) 
Paulun, unde.andere veere ere. (der Kaiferinn) | 
Daulun, dar fe under reden, | 

aus, Pauſt, Pawelt, der Pabft. Stat. I. und. 
anderwaͤrts häufig in den. alten Schriften. Wat 
ſchere ik mi um em, wen he ook de Pauſt van 
Rom were: was bekuͤmmere ich mich um ihn, 
er ſey ſo vornehm, als er wolle. Du biſt dog 
wol de Pauſt nig: du Gift doch wol nicht der 
Mann, vor welchem ſi ch alles ſchmiegen muß, 

ausdoom, Pabſtthum. 

/AVEDETTE, Povedette, Pawedette, eine Ar 
Tauben mit fleifchigten Naſen, und rothen Augen, | 
In Hamburg Paudette. R. Pavebetten, Dun: 
xothe trieffende Augen. . - | 

Jazzıa, troßig, ſtolz und beleidigend im Ren. In 
Hamburg Pratzig. R u | 

)EDDEN, treten. ©, unter Pan. 

EDDIK, das Mark, das Innerſte, medulla, ma- 
trix. R. A. &, Pitha. €. Pith. In Osna⸗ 
bruͤck Piek. S. Den Peddik uut druffen: 
den verbaͤrteten Eiter aus einem u Geſcheör he. 

Em 


t 


Pa 


6‘ R 


> 
⸗ 


302 | N . ‚Pre, | J | j u . : 


dem. Und'metapf. of moot ben Peddif man * 
tut druffen: ich muß die unangenehme Warheit 
nur heraus fagen. rien bet up den Peddik 
uut fügen: einen bis auf das Marf ausfaugen, } 
gänzlich Ausmergeln, durch Erpreſſungen arm mas | 

Gen. Uut fragen bet up'n Peddif: ſ. unter h 

‚FRAGEN. 

u Paosr (m. 1) Vor Zeiten bedeutete es eigentlich : Fi 
ein gewiſſes Maag flüffiger Sachen, ein halbes: 
Noͤſſel. So erfläret esChytraus in Nomencl. ' 
Sax. col. 477. und 4778. hemina, een Pegel, . 
fextarius, ungefehrlif dre Pegel. Naͤchſt dem 
nennte man hier auch alfo einen inwendigen Ring A 

- einer Kanne, der zum abmeflen des Truͤnks in 
den Gelagen diente, und etwa ein halbes Näffel 
bemerkte, Unter den Meifterftiicken der Biefigen ° 
Zinnengieffer ift noch jetzt eine Kanne mit Pes 

geln gebräuchlich. Da eine folche Kanne mit vers. 

-  fehiebenen dergleichen Ringen verfehen gewefen, fo 

hat ehedem ein jeder der Saufbruͤder gerade bis 

auf einen folchen Ring, ohne abzufegen, trinken 
muͤſſen. Hatte er diefen verfehlet, fo war er gende 
 tbiget, zur Strafe, auf den folgenden zu trinken. 
Wobey der ziemlich unpöfliche Zuruf gewöhnlich 
geweſen: Suup up den Pegel, du Zlegelt 

Daher fagt man auch noch: enen goben Pegel 

--  füpen: einen guten Trunk verſtehen koͤnnen: ein 

groſſer Saͤufer ſeyn. 

2) In Hamburg heißt Pegel Brennholz, welchee 

aus mittelmaͤſſigen Aeſten der Bäume geſchlagen | 


wid, R. 
un We 





Prı \ Pax. | — 303. 
Regeln, 1.) Kaufen, des Gaſoffes nicht ſatt werden 


koͤnnen. R. Wir ſagen auch picheln, in derſel⸗ 
ben Bedeutung. Uut pegeln, ausſaufen. 
2) die Tiefe des Waſſers meſſen. But auch di⸗ 


pen. 
Pegeler, ein Säufer. R 


_ Picheln, baffelbe mit pegeln in der  erfen Seren | 


Prıs. S. oben Pais. 
PeEıT, fauber und nett gekleidet, im Sontageſchmuck. 


Es iſt verwandt, oder daffelbe mit dem alten 
weittige, beym Lazius, welches fo viel iſt als 
ſtolz, hochmuͤthig. Holl. weits, weuyts, der 


in ſchoͤnen Kleidern ſich bruͤſet. ©. Leibn. Col- 


lect. etym.P. II. p. 187. Im Chur: Braunſchw. 


ſagt man petuͤnte. 


PEEB. eine Pieke, Picke. Fr. Pique. Peken⸗ deep, 


‚ein Paar Klafter tief. S. Renner unter dem J. 


1309. Ein jechlich Landtman im Viehlande 
ſſchal hebben tho ewigen Tiden einen Degen, 
einen iferen Hodt, ein paar Wapen henfchen, 
ein Schilt, ein Warkbarde (etwa eine Zim: 


meraxt, oder eine Steeitart; ©. BarE.), und 
einen Peck von 16 Doeten, und korter nicht; 
. bey Bröfeı Mark. . 

‚ Pexer (7), Salzbruͤhe zur Erhaltung des Fleiſches 
‚and der Fiſche: Boͤckel, muria. €, Pickle. H. 


Pekbel. Gr. awyos, Sal, Herr Richey verla⸗ 


ET 


cher mit Necht die Meinung, daß der Name ſowol 


| — als die Erfindung von einem Holländer Wilhelm . 
Bockel herftamme. Pekel⸗fleesk, Pekel⸗hering 


x. eingefalgen Fleiſch, Herins *. 


(“ 
t 


J | x | | u Dorada, | 


304 . Pex Per. :Pen. | 

| Pekeln, 2). ‚inpefeln, ing Satı ‚in die Satzöräbe 4. 

legen. 

2.) intranf. ‚Dat Solt pekelt al: das Salı zer⸗ 
gehet, oder ſchmelzet ſchon auf dem Fleiſche. 
Pekel- ſunde, eine alte Schuld, die noch nicht gebüfs 
fet iſt. In einer aͤbnlichen Metapher ſagen wir 

auch dafür: een Schinken im Solte. | 

PrxeEen. S. unter Pır. 

Peer ift im Ditmarf. ber Kopfpuß einer Braut an nik | 
rem Hochzeittage. | 

PELEGRIMARE, verb. eine Wallfaper chun. In 
den ſtadiſchen Statuten kommt es vor: So welc 
uſe Borghere willen pelegrimare ꝛc. Wenn je 
mand von unſern Buͤrgern wallfahrten will. © 
Flot-ferdig, unter FLETEN.- 

_Pelegrimacie, Wallfahrt. Im Mein. de Vos. 

PELMBEE, eine Frauensperſon, welche ſich mit Taͤn⸗ 
deleien beſchaͤftiget. Im Chur⸗ Brouuſchm. 

PELTERIIE. ©. unter PıLs. 

Pens &Piemn 

Penn, .ein hoͤlzerner Nagel, oder Zapfen. it, ein in öl | 

zeener Thuͤrriegel. E. Pin. 

Pennen, To pennen, verriegeln, die Thüre mit eis 
nem Riegel verſchlieſſen. Im Ditmarſ. to pan⸗ 
nen. | 

Verpennen, ‘Bretter mis Pleinen hölzernen Nägeln zu; 

fanmen beiten. 

PENNING, Pfenning, eine Pupferne Scheidemuͤnze, 
der zwoͤlfte Theil eines guten Groſchen. US. 

- Penig, Pening. . E. Penny. Es wird oft für 
Geld aberhaupt, und für eine jede Mänje genom⸗ 
men. 


Pxn. 305 


men, Penuing Pennings Broder: r! eine Re⸗ 
densart, welche die Gleichheit des’ Beytrags zu 
einer Zeche ausdruͤckt. R. Sn plur. Pemin⸗ 
ge, zuſammen gezogen Penje. He het braav 
Penje: er hat viel Geid. Stat. 48. So 
wor twe ein Erve tho ſamende hebben, unde 
nicht aver ein en dreget, unde erer nden ſynes 
Dels entberen will umme Penninge; fo-welf 
erer van dem anderen will, de mach dat Erve 
fetten umme Penninge tho Hure. Wenn 
zween ein Erbe in Gemeinfchaft haben, und fich | 
nicht vertuagen koͤnnen, und Peiner unter ihnen 
feinen Antheil miffen oder abftehen will fie Geld; 
ſo mag: derjenige, welcher fich von. dem andern 
ſcheiden will, das Erbe zu einem gewiſſen Preife, - 
...Mofüe es foll vermiethet werden, anf & GS. 
and. Stat. 49. Drd. 34. Umme leende ‘Pens 
ninge unde bewifede Penninge ſchall men jew⸗ 
liken Marme dachdingen aver Dwernacht: 
wegen geliehenen Geldes, wovon man den Bes 
"Weis gefuͤhret, fol man pebermann" (or ſeh, wer 
.aer wolle) vor Gericht laden binnen 48 Stunden, 
Betalen, oder bereben den eerften: Penning 
by den leſten, kommt oft vor in den Dofumens 
ten und Kaufbriefen, fürs in einer Summe, auf 
4. einmahl bezahlen, ohne Termine. 
FHu- penning, ein Pienningfagfen. ©. Hinzn, 
huͤten. — 
Penn-wek, Sun Wer 
'PEnS, und. Pens- knikker, bielekiye kenn Dani | 
u Ä „Sniffer,- 


X 





N 


3066 ..° ° Peru: Prem 
“ knikker, eine gröffere Art: glafurter Kugel von. 

7 Thon, womiit die Kinder fpielen. Ä 

' Pent je, ein Schimpfname einer zur Arbeit unbeque - 
men Frauensperfon: eine, die ihre Hände bey der 
Arbeit nicht befudeln mag. . Pentje Sondaags: 
daſſelbe. Pentje up der Nai⸗natel! eine feine 

u Närperin, welche zur Hausarbeit ungeſchickt iſt. 
-Persr (nn Dfefer, piper. Gr. mins. Det 
Peper :sorup leggen: ‚einen hohen Preis für eis 
"ne Wac.e fordern. Ik molle, dat Du. wereft, | 
.: : woort. Peper waffet: ich wollte, daß du waͤ⸗ 
reſt, ich weis nicht wo, oder 1000 Meile von 

2, mir SE hole minen Peper. ſo good, as ji 
ö jouen Saffraan: ic bin- in meinen Gedanten 
neben fo gut, als ihr in den eurigen. | 
Pepe, 1.) mit Pfeffer würzen. Dat is heet pe⸗ 
pert: es iſt zu viel ‚Pfeffer daran gethan. it. es 

iſt zu theuer gekauft. | 

>) ein flechendes, oder ſchmerzendes Jucken empfin⸗ 

den. De Foot pepert, wenn nach, dem ſo ge⸗ 

nannten Schlafen des Fußes das Geblär wieder 

feinen. freien Lauf nimmt; welches ſich beſſer em⸗ 

pfinden, als beſchreiben laßt. — 
-— Peper. kämen, römifher Kimmel, - ©, Känen. 

- Peper-nöte.. S. unter Nur, u 
Peper-mken. S. unter Oom. | 
Peper-panne, ein mit Pfeffer —æ* Hagont von 
| Kalb: oder Lammſleiſch. S. Panne 
 Peper-geld kommt vor in einer Urkunde von 1353, 

worin Marquart Wolf dem Kicchberen zu Beder⸗ 

keſa ein Pfond Peper⸗ gelbes für 3 Mark Bremer 
Silbers 


l . 





Silbers verkauft. S. des Herrn Prof. Caſſels 


BE... 0.307 


Bremenſ. T. 1. p. 5i8. Wir wiſſen nicht, was 


dadurch zu verſtehen iſt. 


PEERD, Pferd. H. Paerd, Damit kommt aberein — 


das lat, veredus, ein Poftpferd, Up' t Peerd 


kamen: ‚empor kommen· Ban dem Verde 1 
‚upn Eſel famen: zuruͤck fommen : ſich infeinen 8° 
Bluͤcksumſt aͤnden verſchlimmern. Enen van’t 


Peexd up'n Eifel helpen: etwas day: beytragen, 


€ 


daß jemands Gluͤck krebsgaͤrgig wird. HE I | 


Di een, Peerd wifen, dat harder fopt:. ich 
„Bit etwas noch merfwürdigeir ſagen: ich will hie 
= " folche Geſchichte, Beyſpiele, oder Gruͤnde ſagen, 


die noch ſtaͤrker beweiſen. it. ich will dir ſolche 


Mittel, oder Goͤnner, anweiſen welche deinen 
Zweck noch beſſer beſoͤrdern koͤnnen. Dat Peerd 
geit dre un dartig: das Pferd gehet auf dreyen 
Beinen, oder hinket. Enen up’n valen Peer⸗ 


de finden; ‚jemand, auf einer, fügen, der Um . | 


Treue, ertappen. Man braucht dieß Wort auch 


in vielen, Befchreibungeng-menn man eine Sache 


_ yergröffern mil: he lvpt as een Peerd: fritt 


a een Peerd: fupt as een Peerd x. Sorw. 


Halet de Duͤvel dat: Peerd, fo hale he den 


Zoom daarto:  Düven . Dat Peerd, dat 


°... por de Drek⸗kare geit, kumt nig vor den War 


gen, oder Kutſche: wer einmahl in einem ge⸗ 
wiſſen niedrigen und verächtlichen Amte lebet, der 
gelanget ſelten zu einem wirdigern : Mer wie | 
Zuvent ſagt: 
Ma Haud 


3 








zes 


Pax. 
Hand facile einergunt, quorum virtutibus 
obſtat 





Res ängufta- domi 


Dat Peerd, dat den Havern verdenet, krigt 


en nig: Perſonen, die dem Staat die nuͤtzlichſten 


Dienſte thun, werden gemeiniglich am kaͤrglichſten 


beſoldet: ein geehrter Muͤſſiggaͤnger genieſſet die 
Fruͤchte, die dem Fleiſſe anderer gebuͤhren. Das 
Ackerpferd und das Kutfch ober Paradepferd fi nd 


bequeme Beyſpiele von dieſer Ungerechtigkeit. 
Witte Peerde koſtet veel to ſtreuen: die Wahr⸗ 
beit dieſes Spruͤchworts beweiſen die bubleriſchen 
und ſtets geputzten Frauenzimmer. 
Hand- peerd, Handpferd: befonders das Ofen, ſo an 


"der linken Seite vor bem Wagen gebet. 'it. eine 
Perſon, welche man fists, als einen Notbbelfer, zu 
"feinen Dienſten hat. 


Ho-poerd; ein Pferd; in der ainderſprache Von 


ho, Ho! dem Anfmunterungsworte der Fubr⸗ 
— 


een im unkigentlichen Sim ‚ dr ſtolzes 


Frauenzimmer, das den Kopf in den Nacken wirt: 
ein Steilkopf. Aare — 


Peerde-migen Pferbebarn it. ein uirdbes und ſchiech⸗ 


tes Getraͤnke: in der Poͤbelſprache. S. 


Purpumnıs, Perdums. Tis een Perbummnis: : 


es iſt das eine, wie das andere. S. R. Einige 
fagen Paterdums. 


— ein ſtarkes Schiffſeil, welches dienet die 


EStuͤnge, oder ben oberſen Theit einer Maft zu 
befe⸗ 


| Per. Prs. 309 


beſeligen und empor m baten. 6. Perdben, 


‚and Stag-Touw. | 
Pernuus! ift ein Ausrufungswort, wenn etwas 


ploͤtzlich faͤllt. Perduus daar lag he: auf eins. 


map fiel er zu Boden. 


BER ot Wallfahrt, Pilgrimſchaft. Ord. 
82. Bere he ock uthe umme Kopenfchupp, 
edder in Peregrinatie, edder umme ander 


Werff, edder alfo verne, dat he to.deme 
Richte nicht famen en mochte ꝛc. wäre er auch 


abweſend, des Handels wegen, oder auf Wall 


fahrten, oder anderer Gefchäfte wegen, oder fo“ . 


weit entfernt, .daß er. vor Dem Gerichte nicht er⸗ 


ſcheinen koͤnne ıc, 


| ‚PeuMENT, Permint, Pergament, In einer alten 
Urkunde, in des Herrn Prof. Caſſels Bremenſ. u 
T. I, p. 482. Wy Botgermeiftere und Rathr 
manne der Stadt Bremen befennen und bes 


tugen apenbare in defleme Breve, dat Her 


Hinrick san Haßbergen wandages unfe mede 
Borgermeifter -vor uns brachte enen gpenen. 
befegelven Permintes Breff mit angehangenen | 


Ingeſegel u. ſ.w. 


PERMUTTEN- BEREN, anch wol. Pargemutten . 


beren, Pergamotten. R. 


PERNVXXEL, if ein Spiel der Kinder, wenn: of | 


Steinlein verſtecken. 


— (m) „ ein Ochfenziemer, nervus genitalis tau⸗ 

Holl. Pees. E. Pizzle. In Preuſſen 

Peferik In Osnabruͤck Pitte. Celt. Pid,. 
fiſtula, canalis: Pidyn, mentula. Es iſt 


u 3 —— Te u 





sie — Pes Bar 


U daſſelbe mit unſerm Fiſel. © im Buchſt F. | 
+7. Dpne Zideifel ſtanimet daher piffen. 
. Bullen- pefel, daſſelbe. it, eine Peitſche von Riemen. 
R. 
gmeerpelol, ein chnuther Due, ‚ ein n Sin; Mi⸗ | 
er. 7) 
Swien-pefel, daſſelbe. u 5 | 
‚Pefel-borg; ein verſchnittener⸗ Che. S. Borc.. Er 
ne verfchnittene Sau heißt Suzborg. 
PEsen (6), eine Stube unten. im Haufe S. Pr 
3.7 SEL — 
Perereen, ein n Dieterich, ; Hakenſchluſſel, Diebs⸗ 
ſchluͤſſel. Wir ſagen auch Dierker. Woher mag 
es kommen, daß dieſe Art Schluͤſſel Maͤnnerna⸗ 
on men haben? Wir finden obiges Wort in einer 
| niederſaͤchſiſchen hiſtoriſchen Nachricht: Men 
fund by om 4 ifern Inſtrumente geheten Pe⸗ 
Hd dar fe de Küften mit hadden uppe ma⸗ 
fret. 
— 3338 ein Sritenfänger. Iſt vom gemeinen. 
| anne verderbet aus Phyſikus, oder Philoſoph. 
 Piesepg, faufen. S. Pegeln, untere Pecer. 
Picar ift. ein Ausrufungswott der Gaffenjungen, 
wenn fle in dem Spiele, Kaak af genannt, den 
Kiefelftein eines andern treffen. Ob’es mit Piel 
- indem Kartenfpiele Piquet, und dem Fe, pi⸗ 
quer, ſtechen, treffen, im Spiele einen Vortheil 
erhalten, verwandt fen? mögen andere beurihet 
len. 
J eine Jacke, oder warmes uUnterkleid, ſonderlich 
| der Kinder, ‚ von n Stanell, Bon, ober andern gro: 
: den 


2* N 
> “ - x . B —E N N 
‚ N . 


Pij- laken, grobes wollen Tuch, das zu rien Klei⸗ 


Pij-rok, ein Oberrock von dergleichen großen. Tuche. 


Pjhry. Prx. = — ‚gıı 


ben. wollen Tuch. In Hamburg —2 R In | 


Osnabruͤck Pigge, und Pyke. S 
dern gebraucht wird, 


R. 


Pivx, adi. und adv. auch wol fubft das Befte in ſei⸗ 


ner Art: vortreflich, auserleſen. Holl. puyk. 


Es ſcheint zuſammen ‚gezogen zu ſeyn won Ped⸗ 


dik, das Mark, das Beſte und Edelſte eines 


u Dinges, In Osnabruͤck wenigftens fpricht man 


J Peddik. 8. Dat is Piek: das iſt ausneßmend 


Piek, und im n Chur; Braunſchw. Peek, ſtatt 


ſchoͤn. Piek fett: ſehr ſett. - 


PrEx un pANDER iſt die verderbte Ausſprache des u 


Franzoͤſiſchen pis que pendre, Piek un pas 
der. van enem ſpreken: das Allerärgfte von je: - 


mand binter feinem Mücken reden, einem alle 


Schande und Lafter nachfagen: : dire pis que pen- 


dre de quelqu’ un. 
Pır, Pech, pix. Ge. ri, wre. Cambr. Pyg. 


Slab. Pekal. In den caſibus obliquis ninımt 


Armor. Pec. A. S. Pic. €. Pitch: und in 


tancafter Picke. Fr. Poix. 9. Pk und Pik. 


Pitk bisweilen, flatt des i, ein e am: gleichwie 


auch in’einigen Abgeleiteten. . Ge holet to hope 


as Pif un Teer: ſi ie fi nd fehr genau und feft mit 


geraͤth in. heftigen Zorn, tumet ira. Metaph. | 


einander verbunden. Dat Pik ward .heet: er 


von der Aufwallung des kochenden Pechs. Ja, 


u 4... 9ik! 


— 


3 - — \ Pri. 


air und Pie ſchaſt du hebben: it, gi uut | 

| dem Eſel: nichts ſollſt du haben. 

Peken (=), pichen, mit Pech uͤberziehen, mit Pech | 

uſeimmen. heften. He ſitt daar, as wen he'r 

peket is: er ſihet da fo lange, ale wenn er feſt 
geheftet waͤre. Ge ſunt jummer bi een ander, 
as wen ſe toſamen peket ſunt: ſie ſind immer 

bey einander, als wenn fie: zuſammen gejochet w&s 

ren. | | 

Bepeken, verpichen, u; | 

u Feke- draat, Pechdrat, ein gepichtee Faden ber Schu 

| ſter. Peke⸗draat⸗ his, und, Meiſter Peke—⸗ 

, draat, find veraͤchtliche Beynamen eines Schu⸗ 

ſters. . 

Pik- balje, bie Halfte einer durchgeſageten Pechionne. 
Luͤſe im der Pik⸗haljen ſoken: einen kahlen 
Vorwand, eine nichtige Urſache erſinnen, zu 162 
dein oder zu hadern: nodum in fcirpa quaerere. 

Pik-lecht, Pechkerze, eine Kerze von dem ſchwarzen 

Uuſchlitt, welches zu allerlegt- aus den Grieben 
_ (Greven) gebranut wird. Weil diefe Pik⸗ lech⸗ 
te nicht viel wehrt ſind, fo ſagt man; be ſchall 
nig een Pik⸗lecht hebben: ‚er fol nicht das Ges 
ringſte haben, Ik hebbe'r nig een “Pi lecht 
man kregen: mir iſt nichts davon zu Theil wor⸗ 
da 

Pik. mutze, eine tleint ſchwarze Muͤtze, fo die Min: Ä 
ner ehedem, als die Peruͤken noch nicht fo fehrin 

der Mode waren, unter dem Kur getragen ‚haben. 

. Fin, bringen © Oral, “ iſt das Franoͤſi ige Pi-: 

| que 


nn Pıx. Pın. oo. 313 


que. Enen gif up jemand hebben: einen. 
Groll gegen jemand hegen. u 
Pıxkew,. mit. dem Schnabel, ober. einem Wihigen u 
Werkzeug baden. "Man faget richtiger biffen, | 
von Bel, der Schnabel, Bu 
Pikkern, bikkern,. leife und oft Flopfen. Bag. B d-, 
u KERN, und PuKKERm 
Pırmeves, ein fleines ſchwaͤchliches Kind, welches 
ſein rechtes Wachsthum nicht hat. Ss ift das 
. verberbre Pygmee, ein Pleines Ziwergmännchen. | 
| Pızı, 1.) Pfeil, Or, Asxcc. In den älteften Zei: 
sen’ bat es eine allgemeinere Bedeutung ‚gehabt, 
- und alles Gewehr, man mag es abſchieſſen, oder 
werfen, bezeichnet. Lat. pilum, Wurffpieß, 
Cambr. Bilan, Lanze. Die Schweden und Hol - 
laaͤnder fagen auch Piel, Pyl, fagitta. 
2.) Pile, oder Pilen heiſſen auch die zarten Kiele 
von Federn, ſo noch in der Haut ſitzen. S. Dar 
her beiffen im Ditmarſ. junge Aenten und Ganſe 
| ielfen. 
Reet Pen. ) pile, die jungen Sproffen des Saite | 
rohrs, man fie eben aug der Erde bervorbrechen, u 
| und wie Spargel ausfehen, 
Uut pilen, verb. ı) bie jungen Federn ausrauffen. — 
2) Es wird auch geſaget von den jungen Federr, 
und dem Barthaare , wenn fie anfangen bervor zu | 
kommen. | 
Pıraars-Karer, heißt in einer verderbten Aus: 
| forache die Wilhadi Kirche in Bremen. | 
Pilsats- Sood, Wilhadi Brunnen. 
u 3 ‘ u PıLer, 


- ” — 
n le » = 
! J J J x 
- 4 > “ 


| 


Bar 1 7 Pır. TE 


Pırer, pfeiler. sat: pila. Gr. ur. Cambr Pier. 
‚Sr. Pilier. Span. Pilar. | 


Pırıkn UT. Es Fomme dieß Wort vor in des En, — 


Joh. Rode Kapitulation, und bedeutet vielleicht 
Buͤchſenvulver: Ick will und ſchall oe alle 
Kleinodien van Salbe und Silver, Buſſen, 
Pilikruth, und andere Rehtfchop des Stidy 
tes up allen Schlaten und Borgen, in Hide 
und Bewahringe nehmen, und beſchrihen la⸗ 
‚ten, luͤttig und grot u nn 





| ‚Pırk. ©. Pienlik, unter Pıem. \ 
 PreiKke-TArEL, eine lange Spieltafel, “anf welcher 


- man: mit Kugeln fpielet: eine Art Billiard: Tafel: 
eine Drucktafel, Es ift mit dem Franz. Billiard, 
und Bille, -eine Billiard: Kugel, verwandt. Das 
Stammwort iſt das deutfche Ball, Tat. pila. 
Pırı-maan, bie männliche Ruthe, ſonderlich der 
> Beinen Knaben. Man ſagt auch Piep⸗ haan. | 


PırLicen, berauben, pluͤndern. Fr. puler. Lat. 


;expilare. Renner bey dem J. 1539. ‘Und heb⸗ 
ben Kayf. May. Underfahten gepilliget: des— 
gelicken der lofflicken Koninge van Franckrick, 


Engelandt und Portugall Underſohten an oͤh⸗ 


. ren Schepen, Bolde und Guederen dahtli⸗ 

- den und gewaltlicken ſick vorgrepen ꝛc. Mehr⸗ 

mahls iſt es uns nicht vorgekommen. 

Pius, Pelz. Pils und Fell ſtehen in Verwandtſchaft: 
und eg fheinet au, dag fie vor Zeiten in der 
Bedeutung nicht unterſchieden geweſen. Alſo kom̃t 

das Lat. pellis genau damit uͤberein. E. Pilcht, 
und Felt, Fr. beliſſe. A. S. bylce, ein Rod 
| NN“ 


, ⸗ 


Pım. Pıwm - | 315 
von Fellen. Gloſſ. Pez. Pelliz, melota, ‘ein 
Schaafpelz. nen den Pils fegen? "einem ei: 

ne Tracht Schläge. geben. it. einen berben Ders 
, weis geben. Se legt enen diffen Pils to: it. 
Se legt idt alle upn Pils: ſie wird fehr fett 
Enem Luͤſe in den Pils ſetten: jemand gegem 
einen: andern aufbrin en: jemand ergwöbnife | 
machen.: Man moot nums Luͤſe in den Pils‘ 
‚ ‚fetten, fe famet wol van fulveft darin: man 
muß ben einem Argwöhnifchen durch Einblaſungen 
| den Verdacht nicht vermebten, u | 
J Smeer- pils, und 
Swien-pils, ein ſchmutziger ſauiſcher Menſch. = 
Pilſter, ein Pelger, Kürfchner, pellio.- ‚Br Pelletier. 
‚ Daher hat bier, mie in Hamburg, eihe Gaſped den 
Namen Pilſter⸗ſtrate. | | 
Pelterije, Pelzwerk. J 
Pımr-stEen, Bimſtein, pumex. 
PiIEN, 1.) Strafe. Daß dieß die erſte und Haut 
| bedeutung ſey, daran wird niemand zweifeln, Der 
da weiß, daß dieß Wort in den alteſien Sprachen 
diefe Bedeutung habe. Celt. Pön. Gr. omg. 
fat, poena. A. S. Pin. In unfern alten Do 
kummenten wird es auch Pöne, und Pene gefchrier 
— ben: und fowol von Geld: als $eibesftrafen ge: 
brauchet. Pine des Dodes, oder Pine: des 
Hovedes: Lebensſtrafe. Ord. 102. Enen 
Valſcker ſchall men fen umme valſche Pen⸗ 
ninge, unde dat Valſche barnen up deme 
Market. Duſſe Pine des Dodes mach de 


— Raedt been in enen anderen Dan gie 
u ER 


4 


\ r 


N " . 


a ‘314 0 Pır. zu 


Pırer, Dee. ‚Sat: pila. Gr. ung. Cambt. Piler. 

Sr. Pilier. Span. Pilar. 

Pırızrur. Es kommt dieß Wort vor in des Enß, “ 
ob. Rode Kapitulation, und bedeutet vielleicht 

Buoͤchſenpulver: Ick will und ſchall ock alle 
Kleinodien van — und Silver, Buſſen, 


| Pilikruth, und andere Rehtſchop des Stich⸗ 


tes up allen Schlaten und Borgen, in Hude 
und Bemwahringe nehmen, und beſchrieven I la⸗ 
‚ten, hüttig und grot - en . 
‚Pıra S. Pienlik, unter Prem. nn 
 Preiee- -TAFEL,: eine [ange Spieltafel, “auf welcher 
man: mit Kugeln foielet: eine Art Billard: Tafel: 
eine Drucktafel, Es ift mit dem Franz. Billiard, 
und Bille,.-eine Billard: Kugel, verwandt. Das 
Stammwort'ift das deutfche Ball, Tat. pila. 

Pıri-maan, die männliche Ruthe, ſonderlich der 
“ . Beinen Knaben. Man fagt auch Piep⸗ haan. 
"Pırzices, berauben, plündern. . Sr, püler, Sat. 
‚expilare. Renner bey dem $. 1539. Und’ heb⸗ 

ben Kayf. May. Underfahten gepilliget: des⸗ 
 gelden der lofflicken Koninge van Franckrick, 





E.ngelandt und Portugall Underſohten an oͤh⸗ 


ren Schepen, Bolde und Guederen dahtli⸗ 
den und gewaltlicken fi vorgrepen ꝛc. Mehr⸗ 
mahis iſt es ung nicht vorgekommen. 

Prus, Pelz. Pils und Fell ſtehen in Verwandtſchaft: 
und es ſcheinet auch, daß ſie vor Zeiten in der 
Bedeutung nicht unterſchieden geweſen. Alſo kom̃t 
das Lat. pellis genau damit uͤberein. E. Pilch,, 

"und Pelt, Zt, Peliſſe. A. S. Pylce, ein Rod 

5. | —— von 


+ 


| Pım Pın © 0 315°. 
von Fellen. Gloſſ. Pez. Delliz, melota, ‘ein 
Schaafpelz. Enem den Pils fegen? "einem er 
ne Teacht Schläge. geben. it. einen derben Vers 
, weis geben. „Se legt enen diffen Pils to: it. 
- ©&e legt idt alle up'n Pils: ſie wird fehr fer. 
Enem Luͤſe in den Pils ſetten: jemand gegen 
einen: andern aufbringen : ‚jemand argwoͤhniſch | 
machen. Man moot nums Luͤſe in den Pils 
‚fetten, fe famet wol van ſulveſt darin: man 
muß bey einem Argwoͤhniſchen durch Einblaſungen 
den Verdacht nicht vermehren. W 
Smeer pils, und | 
Swien -pils, ein ſchmutziger ſauiſcher Menſch. 
Pilſter, ein Pelzer, Kuͤrſchner, pellio.: Fr. Pelletier. 
Daher hat hier, wie in Hamburg, eine he Safe den 
‚ Namen Pilſter⸗ſtrate. w \ 
Pelterije, Pelzwerk. en | 
PimP-steen, Bimſtein, pumex, 0 
- Pıen, 1.) Strafe Daß dieß die erfte und Haupt 
| bedeutung ſeyh, daran wird niemand zweifeln, der 
da weiß, daß dieß Wort in den Alteflen Sprachen 
dieſe Bedeutung habe. Felt, Pön. Gr. vom, 
at. poena. A. ©. Pin. In unfern alten Do: 
kumenten wird es auch Poͤne, und Pene geſchrie⸗ 
ben: und ſowol von Geld: als Leibesſtraſen ge: 
brauchet. Pine des Dodes, oder Pine des. 
Hovedes: Lebensſtrafe. Ord. 102. Enen 
Valſcker ſchall men fen umme valfche Pens 
ninge, unde dat Valfche barnen up deme 
Market. Duſſe ‘Pine des Dodes mad) de . 
Raedt delen in enen anderen Doet: dieſe To⸗ 
ir 


\ . } 
’ ” B . . 8 
/ 
iS " x 


— 


316 Be Pım, 

deeſtafe kann, nach Sutfinden des Racks, mit 
einerandern Todesart verwechfelt. werden, Kuͤnd. 
- Rolle Art; 37. By Pene 10 Mark, fo vafen 
dat we brefe: ben 10 Marf Strafe, ſo oft je 
mand dagegen handelt. So auch Art. 20. 83. 
und 84. Oſtfr. Landr. 1 B. 110 Kap. Und 
| dairna fall oef de Mortbrenners de Pin wer⸗ 
den angelecht in Broeke und Boete: d. i. die 

Strafe in Brüche und Buße, 

2.) Pein, Schmerz⸗ Alt Fraͤnk. Pina. Das oben | 
angeführte Cambrijche Pön, "und das Fr. Peine, 
bat.auch diefe Bedeutung, | | 

J 3) Tortur, peinliche Frage. Menners Cbron. In 
duſſem Jahre 1565,. wurdt tho Bremen ge 
grepen eine Srume —— umme der Toverie 
willen, de bekande vele Quades in der Pine, 
ſtarff up dem Dwenger by dem Oſterndohre. 
4.) Mühe und Arbeit, Fr. Peine. Gr. zovc. 
Hofaard moot Pien liden: Hofart führer Un 
gemach mit fih. Dat is de Pien nig weerd: 
doas iſt der Mühe nicht wehrt. Fr. ce ne'ſt pas! la 
peine,, ce ne vaut pas la peine, 
‚, Buuk- - pien, Bauchfhmerzen. 3 Ä 
Kop- pien, Kopfwehe. J 
Ruſen-pien, Zahnſchmerzen, u. dergl. m. 
| Pinen, verb. ſtrafen, ſchmerzlich ſtrafen, peinigen. 
— Iſt veraltet. A. S. pinian. Alt Fraͤnk. pinon. 
fat. punire., Gr. wonav. Das Franz: peiner 
heißt Mühe mahen: In eihem alten .Codice 
membr, der rem, Stat. (f. unter dem Worte 


‚Heue) ſtehet: Will en or ene ſbannen 


.” m 


| | Pım. | 2 U — 317 
wit ener Helden, dat mach he wol doon, an⸗ 


ders ne ſcall he ene nicht pinen: will er ihn 
auch in Feſſel ſchlieſſen, das iſt ihm erlaubt, aber 


weiter ſoll er ion nicht peinigen, oder Kummer = 


machen. | 
Pienlik, veinlih. _ Eine veraftete Bedeutung diefes Ä 
Works, welche Friſch im Woͤrterb. aus dem Je- 


rofchin anfuͤhret, iſt: mit groſſer Muͤhe und —— 


Sorge. Hieraus iſt zuſammen gezogen. | 
Pilk, Pilken, kraͤnklich. it. gar-zu zärtlich, der ben 
dem geringſten Ungemach Plage. Een pilf 
Minsk: ein Bränflicher Menſch. it. einer, der 
bey den Herinäften Schmerzen zu ſehr Hager. Dat 
Kind is regt pilken: das Kind ift unpaͤßlich — 
oder, es gebaͤrdet ſich, als wenn es krank iſt. 
Nach dem Herrn Strodtmann bedeutet es in Os⸗ 
nabruͤck verdrießlich. In Stade auch, mager. J 
pPien-bank, Folterbank, Tortur. | 
Ponen, uut ponen, eigentlich bas Strafgeld erle⸗ 
gen, Wir brauchen es aber auch für: zablen, 
auszahlen überhaupt, das Geld heraus geben. 
To ponen, zuſchieſſen, Zubuße erlegen. Daher 
in Osnahruück Poͤnkeby, der im Spiel Geld zu: 
ſetzen muß. Welches Herr Strodtmann nicht 
hbiilaͤnglich erklaͤret hat: indem bi ponen, oder 
bb pönfen fo-viel beißt, als: Zufchuß thun, zur 
2.. Strafe züſetzen. r 
. Peonje, Strafe, Zubuße “ | 
 Pıworz, rine Schelle, tintinnabuhum. Ein Wort, 
das. mit dem Klang einer Schelle übereinfomind,. 
“ | | Pingel- | 


J ! eo 


u Gepingel, Geklingel. 


‘- 


E17 ee Pım 


- Pingel - klokke, baffı elbe, it. eine feine Glocke 9— 


Thurm. 
Pingel - pott, iſt gleichfalls, im verachtlichen Sinn, 


eine kleine Thurmolocke mit einem ſchwachen Klan⸗ 


ge. 

Pingoln, verb. ſchellen, klinge 7, tinnire; tintinne- 
bulo fignum.dare. . Eneh up pingeln: einen 
mit Klingeln aufwecken 





„PINKE, eine Art Sagdfchiffe, celox. _ &s ſcheint ur⸗ 
ſpruͤnglich ein Wachtſchiff, navem ſpeculatori 
am, zu bedeuten: E. Pink. Fr. Pinque: und 


ſtammet vermuthlich ab von. einem Ale ſaͤchſtfchen 


Wborte Pink, Licht, Ange; welches die Engläns 
der bewahret haben in pink-eyed, Holl. pink- 


⸗ 


oged, blinzend. Statt deſſen wir jetzt, mit Eins 


ſchiebung eines Buchſtaben, fagen plink⸗ogen, 
blimzen. In Luͤbeck Eſpink, ein kleines Schiff, 
ein Kahn. 
PINXEL, der Maſtdarm. Pinkel⸗ darm N daffelbe. 
Pinfeln un Panſſen: das, ganze Eingeweide. 
Sm Osnabruͤck fagt man Pinfen. S. Bon eis 
‚nem gefchlachteten Rinde bedienet map fi fi h’des feb 
tem Maftdarms, eine Art Würfe davon zu ma 


hen, aus roher Habergruͤtze, Zwiebeln und an⸗ 


derm Gewürze, welche gleichfalls Pinkeln heiſ⸗ 

ſen; und welche man in Hamburg Kalunen oder 

Klunen, im Ditmarſiſchen Kunkelpipen, wid 
annderſtwo Umſtekel⸗ Wurſte nennet. 
Pinkeln. verb. 1.) In pinteln den Bau) mit 
A  Speife 


x —— N 


I Pix. nn MZIg 

e Speife füllen, "alles binim eſen. Iſt ein Poͤ⸗ 
belwort. | 

m.) In Hamburg iſt pinfeln, pi m R. or 
| Pınken, und Pinkepanken, bämmern, anf dem“ 

Ambos Elopfen, wie die Schmiede. Ein Wort, 

fo von dem Klang des Haͤmmerns gemacht iſt. 

Pinkepuk, der Klang verfchiedener Haͤmmer durch 

einander, Gen Pinfepanf, ein Schmid. Pins ° 
feyanf in welfer Hand? Tragen die Kinder, 
wenn ein ander rathen foll, in. welcher Hand fie - 
etwas verfchloffen haben, indem fie beyde verfchlop 
fene Haͤnde gegen einander auf und nieder. beide; 
gen. 

-Pınn, ein Eleiner Pflock. | | 

.. Pinnfoul, ein Schufterpfriemen (©. Sovurr). it. 

ein karger Filz. S. R. unter Pinn⸗-Suhl. 

Die Weſtphaͤlinger ſprechen es Pinſuͤvvel aus, 

8. Im Hanndo. Pinnſuler. In Preuſſen pin- 
ſeln, genau dingen. In einem alten Vocabul. | 
‚von 1482. Pinz, fubula. oo . 
 PINNass, eine Art Seeſchiffe, ein Zaodſchif. Ber: 
gleiche oben Pınke. 

‚Bıneen, Aale von der mittleren Groͤſe. Die Groß | 
ſen'nennen wir Pann⸗ale. Davon, ſcheinet Pinn⸗ 
ken das Verfleinerungsmwort zu ſenn. 

‚Pınsen, ächzen, Elagen. In Preuſſen iſt pinſeln, 

nicht nur klagen, ſondern auch genau dingen. 

Rein. de Vos, S. 95 der Wolfenb. Ausgabe 
son 1711. Dat drydde is de lyſtyghe Klock⸗ 

heit Reynkens, wo he begunde to pinſen, bi. 

| loß to dedyngen u. ſ. w. 


Ram 


I. 


\ 


320 = . Pım., Pır | u 


Pınr, dis männfiche Glied, vox obfe, et pleb. fat 
penis. €. Pintle. Von Pint, oder Punt, 


punctus. ©, Haltaus unter diefem W. Yan 


Pint, ein Schimpfwort: ein weidiſcher Dann, 


ein Weibernarr. 


PinxSTEn, Dfingften, pentecoſte To Pinxſten 
F upen Iſe: nimmermeht, ad calendas græcas. 
Jan Pinpften: ein Naͤrrchen, wird ale ein 


ſcherzhafter Schimpfirame gebrauchet. J 


— —— Luren as een Pinxſt⸗voß: wird von 


einem ſchlauen Lauerer geſagt. R. unter Voß. 


PırR, 1.) Pfeife. Celt. Pib. %. S. und &, Pipe 


Hund Schw. Pyp. Fr. Fifre. Ital. Piva, 
Fleuten ſunt holle Pipen: das find. füfe Lügen, 
dee Berfprechungen. Du fchaft na miner Pis 
pe danzen: mir ſollſt dir gehorchen. De Pipe 
geit in den Sak: er faͤngt an zu weinen: ſeine 
Munterkeit verwandelt ſich in ſtumme Traurigkeit: 
welche Redensart von dee Sackpfeife entlehnet iſt: 
gleichwie auch folgende: De Pipe in den Sak 


ſteken: plotzuch verſtammen/ bie Pfeife einzie 


hen. 


2.) eine Roͤbre tubus, Aiphon, canalis,; Before. 


ders har diefen Namen ein. Canal hier in der 
Stadt, welcher aus der Hroflen in die Peine We⸗ 
fer gehet, jetzt aber groͤßten Theils zugeworfen iſt 
Luchter⸗pipe: die Roͤhre des Leuchters, worin 
das licht ſtehet. Dat Lecht brennt in de Pipe: 
die Kerze brennet in die Roͤhre des Leuchters. 
Wenn. eine ve Teobagopfaiſe ven, oder voll Uns 


. J 4 . 


reinig⸗ 








— - 


Pırr 322 


reinigfeit iſt daß fie —* ſo pflege man ” 


fagen :. de. Pipe fnaffet mit. 


. 3.) eine Art fpanifcher Wein: ‚und Deifäfer x von w ‚ 


Ä wa 100 Stuͤbchen. R, Span. Pipa. , .: 
 Scharn-pipen, Schierling. © im Buchſt. S. 


Sadr- pipe, das blecherne Roͤbrlein, womit die Schnuͤr 
Litzen am Ende beſchiagen ud. In Hamburg 


Reſtel⸗pipe. 


Pipen, 1.) ‚pfeifen, tübia canere. ‚R. g, e. pipe 


Schw pyp. 

2) pfeifen, wie die Meinen Vögel, und. dag Amos 
Federvieh. Lat. pipire. Gr. mnker. it. mit 
feiner Stimme reden. 8. 

3.) fh Magen, ſtoͤhnen. R, s. Se pipet jum⸗ 

mer; ſ e klaget ſich immer⸗ ſie iſt allxit kraͤnk⸗ 
lich. 


4.) elften. S. Sorw. Van Pipen up de Kin 


pen kumt Vrundſchup under de Slippen: 
ein Stanenzimmer, bas ihrem Liebhaber verſtattet 
es zu kuͤſſen, iſt auf dem Wege, ihm: ftaffelsweife 


noch mehr: zu.werflatten,: und ihre Ehre aufzuope. 
fern: die Liebe verleitee Perfonen beyderlen Ger 


ſchlechts von einem Grad der Vertraulichkeit zum 
andern. Zi. mögt mi wol pipen un flobben, 
Ä man fhoont mi de Lobben: f- unter Loser. 
| Piper, Pfeifer. A. S. Piper. Den Piper. Ionen: 


das Gelag bezahlen, für die Berahlung baften, 


. payer les violons, | 
Piepkk, und Piephafffg, adj j. und adv. Hagen, 
kraͤnklich. Een piepsk Minsk: ein Zärtling, 
‚der leicht ſtebnen 8 ward ſo piephaftig: ee 


fängt, 


[0 


| | 323 u ; . Pı». | | J 


fängt an zu tkrankeln. Dieß letztere Wort wird 
uch in. der zwoten Bedeutung "Des Zeiworts pi⸗ 
pen gebraucht. Piephaftige Stemme: : eine 
Feine Kinderflimmne, . | 
Pipen- döpp; der. bürchlächerte Des anf einer Er 
backspfeife. 

Pipen-goſſel, Pipen- goſßske. 6. Gollel. unter 
Goos. Man ſagt auch Piep⸗ goos. R. 
Pipen-knaken, ein Roͤhrbein, der Haupt⸗ Schenfek 

ober Beinknochen, os tibiee: ein Markknochen. 
Pipen:ftave, Piep-ſtave, geſpalten Eichenholz, wor: 
aus die Faßdauben zu den Pipen und andern 
Faͤſſern gemacht werden. Es wird als eine. Hands 
lungswaare von bier: nad). Spanien. und Frant⸗ | 
rtich gende: ©. Star :ı : 
Piep- haan, mentula. R ©, PILL- HAAN. 
Pie, vr Pips, Zipf: der Schnupfen der. Voͤgel, 
beſonders der. Huͤhner, wobey ihmen die Naſeloͤ⸗ 
cher verſtopft find. R. E. Pip. Fr. Pepie. far 
pipita. Den Pipp weg hebben: eine Krank⸗ 
beit gefaſſet haben, oder den Anfang davon em⸗ 
pfinden. Beſonders vor Schwangern: den Ans 
ſchein, die Zeichen der Schwangerſchaft haben. 
Wir ſagen Auch von andern Dingen, die anfan⸗ 
gen zu verderben: dat Ding het den Pipp al 
weg Ä 
Pipperling ein Zaͤrtling, der. nichts vertragen tann. 
R. Dieß wird wol von pipen, Magen, ſtoͤbnen. 
: Abzuleiten ſeyn. 
| rend Frei, anti, R ge — 
ig 


“ Fr . 


. « . 
—7 = >. 


Pır. Pıs.. Pır. 323 | 


Ber figh. Pippel⸗ ſeeksk uut ſeen: eb eine blaſe Trink 
liche Farbe haben. . 
Pipp- meesken, und ‚Pipp - meves, ein ſchwacher | 
_  ränklichee Menfch von blaſſer Farbe, . Von 
Meesken, eine Meife, parus. Das letztere fe. 
vielleicht nur eine Verwechſelung mit Pikmeevs. 
S. oben an ſeinem Orte. 
PıREn, genau: ſuchen, ſorgfaͤltig ſammeln. Chur— | 
Braunſchw. »Vergl. PurREN. J 
Prarien. S. unter PuRREN. 
PISAKXEN, plagen, quaͤlen, Klagen. R. Enen 
doͤr piſakken: einen derbe pruͤgeln. Es fraͤgt fi u 
. was.diefes Wort für einen Urſprung habe? 
Prsxi, eine kleine Stube mit einem Ofen. Iſt auch 
| Frieſiſch. Fr. poisle. Aber Peſel ( s) iſt im Die 
marſiſchen die groͤßte und beſte Stube im Hauſe 
ohne Ofen. Id. Ditmarſ. Vergl. Wachter unter 
. Püfel, culina, conclave. u 
Pr: — piſſen. Celt. piſo. Fr. piſſer. tal. pifeia- Ä 
BR Schw pifa. Es, könnte abſtammen von 
Seel S. oben. : Piffen geit vor danzen: die 
nothwendigften und dringendſten Geſchaͤfte gehen 
var den weniger nothwendigen. | 
Briten, befeihen. Von einer böchft lacherlichen Sa⸗ 
che pflegt man zu ſasen ; daar ſcholl man ſik 
aver bepiſſen. 
Piffel-dook, Pifs- lappen, ein Wirt für junge . 
Kinde R. 0 
Bırz, das Darf, das Beſte von einer Sache. E. 
Pith. Es if ſowol im Urſprung, als in der Be⸗ = 
‚ Deunangz »pajleibe mit FEDDIKE, | 
2 Pırea- 


324 I + Pır.: Pıa. u 


PITERPATER, ein unvernehmliches Geſchwaͤtz, ein 
Geplapper, Geplaͤrr. Beſonders nennet der ge 
Meine Mann alfo eine Rede in franzöfifcher, oder 
einer andern, ibm ungerftänblichen Sprade, ab: 
ſonderlich wenn die Ausſprache etivas geſchwinde 

| iſt. 

biterpatern, verb. etwas unverſtaͤndliches daher plau⸗ 

dern. E. pritle- pratle, plaudern: patter and 
pray, etwas anbächtiges bermurmeln. Ohne 
Zweifel von Dem Herplappern bes. pater nöfter in 
der römifchen Kirche. 

Pızryz, eine in ihrer Arc fehlechte Feucht, welche den 
gehoͤrigen Wachsthum nicht oehabt bat. Chur⸗ 
Braunſchw. 

PIXTSXE, Peitſche. Pietſ ken, patſchen. Aus 

dem Wend. biju, bicz, ſchlagen. u 

' Prappe; ein Fetz: ein, abgetragenes, oder jerfumps 

tes Tuh. Es wird bey uns nurnoch gehörer in 

der Redensart: Dat kumt van der Pladden in 
der Matten (im Hanndv. uut den Pladden 
in den Phinnen): das ift gerade einerley: der 

+ eine Zuftand ift nicht beſſer, wie der andere. G. 

M ATTEN, | Man ſpricht es gemeimiglich Plat⸗ 
tn aus. 
PLanpern, plätern, pludern, plaudern, plerren, 
blappern. Es ſind dieſelben Wörter mit flͤtern, 
flaͤren. S. FLÄTRER. 

| Piäter- taf ke, Plaudertaſche. 

P LADDERN, pladdern. Im Water plabdern. R. R. 
Gr. rad, Mäffe, Feuchtigkeit, —X 
Sad, naß. Vergl. unten Prasken. 

| EEE Plad-- 


Pia 000 0.0335 


Pladder- natt; füknag ; über und uͤber begeſſen. 
Pladder-napp, vor Zeiten, ein Trinkbecher. Vie leicht | 
‚auch, ein Spuͤlnaff. = 
PLaGaen, platte Hafen, Erdſcholen, die unter den 
7 Mift gemenget werden. R. Es kommt übeein 
mit Flage, die Flaͤche: flakk, flach; platt. 
Plaggen maien: dergleichen Erdſchollen hauen, 
welches mit einer Querhacke geſchiehet.. Es iſt 
von PILAXXE in ber a2ten Bedeutung. Die 
Plaggen find von dreierley Gattung: Gras; 
- plaggen, Heid: plaggen und Entern (wie fie im 
efjineburgifchen heiffen). Dieſe legten: baben e et: 
was vom Graſe und Heide zugleich, nn 
- »Plaggen, verb. Erdſchollen hauen.  ” 
. Plaggen-faal. ©. unter Faaı. | 
Plaggen- - maier,, einer der Plaggen hauet. Up: dem 
Buuk liggen, as een Plaggen; maier: mit 
dem Barıche auf. der Erden liegen, wie sin ermaͤ⸗ 
deter Plaggenhauer im Graſe. | 
' Plaggen-feed, Plaggen-fekel. ©. unter. Searn. 
PLaxk, Plakke, ı.) Fleck, Flecken, macyla. Rs. 
S. Een Plaffen im Rokke heiße im uneigents 
lichen Sinn, bey dem Frauenzimmer, ein böfes 
Gerücht von ihrer Ehre und Tugend: wie auch 
die wuͤrkliche Beſtchmuͤtzung derſelben. ‚Sprw. 
Daar heet kien Ko hunt, of ſe het enen Plak⸗ 
fen: Niemand kommt ing Gerede der Leute ohne 
alle Schuld. Herr Wachter, unter Flech, leitet 
es her von blak, adj, ſchwarz. J 
2.) ein Stüuͤck: forwof ein abgeriffenes, und abge: 
ſchnittenes, als angefegtes.oder angeklebtes Stück: 
3 . me - 


326 . | Pra. | 


fruftum, fegmentum 5 affumentum , com« ' 
miſſura. Baum Saucen mir es noch in dieſer 


Bedeutung. Es bat fih beynaßt verloren in 
Flikke: welches im Buchſtaben F nacyzufehen ifl. 
Doch ſagen wir noch Plifk un Plakk für, Klei— 

nigfeiten. ©. das bald folgende Plikk. 
3) ein flaches Stuͤck Landes. Es iſt daſſelbe mit un: 
er Flag, Flage. Luth. Blachfeld. Lat, plaga. 

S. Friſch im Woͤrterb. unter Plache. 
Plakken, verb. 1.) Flacken machen. Swarte Kaſ⸗ 
* fesberen‘ plakket: ſchwarze Kieſchen machen Fle⸗ 
cken. 

2.) Flecken bekommen, ſleckig werden. R. Witt 


Tuͤg plakket ligte: weiffe Kleider‘ bekemmen leicht 


Flecken. 
3.) heften, kleben, fgerei Ss iſt ſichtbar von der 
aten Bedeutung bes Woris Plakke. Friſch füßs 


ret aus Alberi Lex. an: ich plarf , reconcin⸗ 


no, reſarcino: ich ſetze einen Placken an, af- 
Sud. "Daher Plakaat, ein oberkeitlicher Vefehl, 
der ah Öffentlichen Plaͤtzen angeheftet wird: affi 
zum: Wie auch Plugge und Pluf, Pfleck, 
. womit man etwas anheftet. An plaften, an 
heften, ankleben. Up pplakken, auf kleben. 


Siien LTuͤg allerwegen daal plaffen: feine Kleis 
der allenthalben Stuͤckweiſe nieder legen, hier ein 


Stuͤck, und dort ein Stuͤck: wie nachlaͤſſige Leute 

beym Auskleiden zu thun pflegen. Es iſt auch in 
dieſer Bedeutung bey den Hollaͤndern uͤblich. 

45 einzelne unordentliche Schuͤſſe thun, beym Ex⸗ 

| ereiren der Soldaten, wenn ſie zuſammen auf ein⸗ 


mabt | 





madhl feuern muſſen. Geſchehen viele dergleichen 


> umordentliche Schuͤſſe, fo:.nennet man es plik⸗ 


plaffen. Auch Biefe Bedeutung ift von der zwo⸗ 


3: ten bes Worts Plakke entſtanden, ſintemahl der⸗ 


gleichen einzelne Schuͤſſe als abgeriffene Stuͤcke/be⸗ 
| trachtet werben koͤnnen. - | 
J % ) abzwacken, unter allerhand Vorwand Abgaben 


erpreſſen, plagen, exaftionibus vexare. Daher 


Plakker, ein Schinder, exaftor. . Plafferije, 
Schererey, Erpreſſung. Cs ſind dieſe Woͤrter 
auch im Hochdeutſchen uͤblich. Wir fuͤhren es 
nur an’ der Muthmaſſung wegen, daß es von 
—Plakke in der aten Bedeutung möchte gemacht 
ſeyn, und eigentlich fagen wolle: bey Kleinigkei⸗ 


ten erpreſſen. Gemeiniglich wird es als ein fre- u 


quentat. von plagen angefehen. 
Beplakken, 1.) beflecken, fleckig machen. | 
82.) befleben, bekfeiften. 


Plakked' ift das particip. geflecket. Rood ⸗ plakled, 
roth gefledet. Swart⸗ plaffed, ſchwarz gefle⸗ 
det. Ene ſwart⸗ platlede Ko: eine Kub mit 


ſchwarzen Flecken. 
Plakker, ein einzelner Schuß, der beym Exeteiren zur 


unrechten Zeit geſchiebet. Enen Plafker maken 


heißt demnaͤchſt auch uͤberhaupt: etwas zu unrech⸗ 
ter Zeit thun, einen Sehler begehen. | 
Pläkkerig, flecki ig. BE ' 


Plk'- ſtede, ein Ort, wo die Plakate angeſchlagen | 


jr werden. it. mo man. allerley Sachen nachläffig 
nieder wirft. He fut mien Huus wor ene Plak⸗ 
fire an: er fi ebet mein Haus an, als einen Vers 

Br 2 ws 


28. Pia 


wahrungsort von allem Plunder. Dan fügt 
auch: he maket daar ene Plafsftee van: er 
muacht eine Gewobnheit daraus. | 
-Plik, eine Kleinigkeit, ein Punkt: gleichfem, . ih lei 
nes Stuͤck, ober The. Von der aten Beben 
mung des Worts Plakk. In Hamburg und Os 
nabruͤck Prik, ein Punfe R. und S. Bi Plik 
un bi Plak: bey Kleinigkeiten. Man ſagt auch 
Klik un Klak. Dat Geld kumt bi DE um 
bi Plaf in: das Geld kommt ber kleinen Poften, 
ne nach und nach bey Heller und Pfenningen 
He weet idt uppen Plik: er weiß es 
san; genau He dropt idt.uppen Plik: er 
trift es genau, oder, wie bie Hochdeutſchen ſezen; 
er trift den rechten Fleck. 
Plikkerij je, Kleinigkeiten. u 
.Dlik-plakken, ©. die 4te Beentung t von Plakken: 
Plik-fchulden, Beine Schulden. Sprw. Plik⸗ſchul⸗ 
‚den un Ötofsregeit dringet dör: viele kleine 
- Schulden und Staubregen dringen durch, 
Praure, ein kurzer und breiter Degen. ©. Pıırz, 
Pranx, ein balbes Noͤſſel. Im Ditmarſ. 
PuANXT, 1.) ein Breit, eine Bohle. Sat. plan- 
ca. Eelt, Plange. E. und H. Plank. Fr. Plau- 
che. Gr. ůä. | 
2.) ein Zaun, eine Wand non Brettern, zur Be 
ftiediguns eines Gartens ze; In Ungern heiſſen 
die Doͤrſer, welche mit dergleichen hoͤlzernen Be⸗ 
friedigungen, wider den erſten Buell, eingeſchloſ⸗ 
Rum, Ealanken BE J 3* 


\ 


| Pıa. 329 
Beplanken, mit Brettern ober Palliſaden einſchlieſſen, | 

2 und befriedigen. F 

PLanten, pflanzen. A. ©. pfantan: fat. nlantare, | 

Planter, 1.) Pflanzer, der pflanzet. Spruͤchw. 
Denn de Boom is groot J ſo is de Planter 

N) | 
..2.) Planter, oder‘ Bonensplanter, iſt ein ns 
ſttrument mit einigen Zapfen, fo man in die Erde 
ſtecket, um auf einmahl viele Löcher zu machen, | 
worin man die Bohnen wirft. S. | 

Blant-kruud, Plantel-kruud,. ‚Pflanzen von Blu⸗ 

men und Gartenkraͤutern, welche man von dem 

Einwohnern der Vorftäbte, die fie. in der. Stadt 
herum tragen, kauft und pflanzen R. | 

Plant - ftokk, ein. unten zugefpißter. Stock, womit 
man, beym Kohlpflanzen, die ter in die Erde 
machet. 

Pras KEN, platſchen, ſpuͤlen, Waſſer oerſchuͤtten. 
©. oben PRAPPERN. Waffen un plaſken: 
eine Arbeit hun, moben viel Waſſer verſpuͤlet 
und verfhütter wird. R. S. Es iſt gemacht vont 
taut.des ausgegoffenen Waſſers. Schw. plalka, 
mit Waſſer beſpruͤtzen: wofuͤr die Engländer 
ſplash ſagen. Man weiß aber, wie gern die ak 
sen Sachfen ein f vor den. Woͤrtern geſetzet. 

.  Plash- if ſonſt ben den Engländern ein ſtillſtehen⸗ 

7 bes: Waffer: plafhy, voll fiehendes Waffers: - 

> amd to plash, befprengen. Wend. plawiu, 

. plawicz, ſchwemmen, waͤſſern, am Waſſer hand⸗ 

thieren: ploju, pluju, fprüägen. -* 

Pialern, wird von dem. Geräufche des anf. die Erde 

& Ss ww 


® 


| 2 39 \ Pra. 


ee Yallenden Waſſers gebrauder. Ohr regiet, dat 
et plaftert: es regnet mit einem groſſen Geraͤu⸗ 
ſche. Hör maal, wo idt plaftert: höre, wie 
ſtark es regnet. In Hamburg. plattern. R. 
Wir brauchen auch in dieſem Sine ehren. Das 
beit 
Plafs-regen, Piatzregen. | 
| prass heißt in einigen Redensarten ſo viel, als Ding. 
Fr. Place. Lat. barb. placea. S. To Plaſ—⸗ 
fe kamen: eigentlich, zu Boden fallen. it: haͤß⸗ 
lich anlaufen. Hier kame it aisk to Plaſſe: 
bier laufe ich ſchlecht an. Euen to Plaſſe brin⸗ 
gen: einen zu Falle bringen, zu Boden ſtuͤrzen. 
Reineke De Dis, 13.24 Rap 
He fiholde myt foneme falfchen Spele 
To Plaſſe bryngen vele unde vele, 
unde den Konnynck brungen von ſyner 


&s in alfo vieſe Kedensart-in der Gottſchediſchen 
VUeberſetzung dieſes alten niederſaͤchſiſchen Gedichts 
unrichtig gegeben durch, auf die Beine bringen. 
PLASTEÆR (aclar.), Pflaſter, emplaſtrum. 
Plaſtern, beplaſtern, mit Pflaſter bedecken. He pla⸗ 
ſtert geern: er hauͤlt viel von Pflaſter. 
Schön-plafter, Schoͤnflecken. 
PLASTER (a obfour. ), Pflaſter, ſtratum, pavi- 
mentum. Won einem Haufe, oder andern 
Gruarſticke das zu theuer gekauft iſt, oder wor⸗ 
an viel Geld verwendet iſt, ſagt man: Dat ig em 
een duͤr Plaſter: das hat ihm viel Geld geko⸗ 
A: Im weißen: Redensart Plaſter zwar mil 
Ä einem 





| Pra:. | \ 831 J 


einem Bellen a (a claro) ausgefprochen wird; . 
es muß aber doch hieher gebracht werden, und die 
Ausſprache bes a ift verfaͤlſchet: oder Plaſter 
hat hier eine Dritte Bedeutung, welche noch bey 
den -Nolländern ., Englaͤndern und Franzofen 
uͤblich if, nämlich Mörtel, Gyps, Kalt, E. 
_Plaifter. H. Plaafter, Pleyſter. Fr. Plätre. | 
Alſo koͤnnte es nicht unfüglich ein Gebaude be⸗ 
deuten. 
Pra TT bat alle Bedeutungen ben uns, bie es im 
Hochdeutſchen hat: flach; eben, breit, duͤnne, 
nieder gedruͤckt. Im figuͤrlichen Sim :” ohne 
Falſch, ohne Umſchweife, gerade zu. Fr. und 
H. auch plat, flach. E. flat. Schw. flaat. Isl. 


fla, flatur. (Es ſcheint alſo mir fleten, flieſe I 


ſen, nahe verwandt zu ſeyn) Gr. mAzruc. Bon 

dieſem Worte ſtammet Platz ab. SE will di 

platt f laan: ift eine gemeine ——— 
He is platt: er macht nicht viele Umſtaͤnde: 

ſagt einem jeden die duͤrre Wahrheit ohne —* u 

- Haltung. He is man fo platt weg: er verſte⸗ 


bect ſich nie auf Seremonier und Somplinme — 


Sm Scherz antwortet man auf die Frage: 
geit idt? wir gehet es euch? platt under, pr 
de Se. - 

Piat- foot, eigentlich, bei einen Sreiten Fuß hat. it. 
der einen baͤueriſchen ungeſchickten Gang bat. S 
Schw. Flaat-foot. tat. plautus, latipes. 
2) In Hamburg heiße dieß Wort, fo wie u 
Plattxn / dutter, ein Menſch, der nicht an ſich 

Ä balten 


r 


332 on Pıa 


halten fan, , "fondern gerade mit der Sorache ger 


aus gehet. 
Platt-näfe, der eine face und breite Nafe bat: Sqhw. 
| flaatnaefot, fimus. 
Platt-fnute, ein breites Maul: der ein breites Maul 
hat. Wir fagen auch Breet⸗ fnute. 
Plätten, pletten, platt oder flach machen. it, glätten, 
kevigare. €, flat, und plat. | 
‚Plättern, Plettern. Terplettern, pat drücken, je 
qquetſchen. 
Plate, 1.) eine Platte, Blech, platt geſchlagenes Ei 


fen, oder ander Metall. R. Engl. Plate. A. 


S. Platung. Berg. A. ©. plætan, fehlagen, 


Blad in Disfsblad, Tiſchplatte, ift vermuth. 
lich nur eine verderbte Aueſprach⸗ für Disk⸗ plate. | 


2.) eine Weiberſchuͤrze. Daher nennet man ein 
‚ungeftümes, raufchendes- Frauenzimmer Ruus⸗ 
ken⸗plate. S. im Buchſt. R. 

3.5 eine Sandbank, oder Untiefe mitten im Strom. 


Dieſe werden ben der Ebbe entweder fihtbar, oder 


nicht: im letztern Fall heiſſen fie blinde Platen. 
4) Vor Zeiten bedeutete es auch einen Bruſthar⸗ 
niſch, Die eiſerne Bruſtplatte, Panzer. Und ges 
> ‚hörete mit zum Heergewette: Sine Platen, fin 
Gruſener, Schilt und Kragen: fein Bruſt⸗ 


harniſch, fein Waffenrock, Schild und Kragen. 


Isl. Plata. Daher heiſſen noch, an einigen Or⸗ 


ten, die Harniſchmocher Plattner. Isl. Pla- 


ttari. 
| Platte, I.) eine face breite Se € Platter. 
Fr. P lat. 

2.) ein 





Pıa. Pım . 338 


2.) ein Fetz. GS. oben PLaune, . m. 
PLATTERN. ‚©. oben Plaftern. | 
Pıesen (2)- 1.) pflegen, verpflegen, Sorge für 

etwas tragen, forgfältige Handreichung. leiſten, 

curam agere, tuer. 
2.) pflegen, gewohnt ſeyn, folere, confueviffe. 
In diefer Bedeutung tonjugiren wir in Imperfi 
if plogte, auch wol if plag, ich pflegte : 
Preet. if hebbe plogt, ich babe gepfleger: * 
dieſer Bedeutung iſt der Sinn von der Sorgfalt 
zu der Gewohnheit uͤbergebracht. Denn man 
pflegt dasjenige am meißen zu thun, worauf uns 
fere gröfi efte Sorgfalt gehet. 
32.) verpflicgtet, verbunden, ſchuldig fepn. A. e. 
plihtan, fi verpflichten: ſpondere, oppigno- 
rare. Dieſe Bedeutung iſt veraltet, aber einiger 
Abgeleiteten wegen beſonders zu merken. Kuͤnd. 
Rolle Art: 145. He en hebbe dann oͤhme tho⸗ 
vorne vornoͤget datjenne he em plegende we⸗ 
ve: er habe ihm denn zuvor bezahlet, was: er ihm 
ſchuldig war. Eben dal. Art. 183. Ock en 
ſchall nemand jenigerlei Guth, ofte Guedere, 
welfe de Zife efte andere Borplichtinge plegen 
und plichtich ſin, foͤren ofte foͤren laten je 
nige By⸗efte Ummewege: auch ſoll Niemand 
einiges Gut, oder Guͤter, von welchen die Acciſe, 
oder andere Auflage, zu entrichten iſt, durch Ne 
benwege oder Umwege, fahren, noch fahren. la - 
fen, 
+) To plegen, Handlanger fen: einen, Frohn⸗ 
bienſt leiſten, wodurch n man einem Arbeiter, beſon⸗ 
— ANTTS 


334 en PLX. 


ders einem Maͤuder, an die Hand gehet, und das 
Noͤthige zu langer. Damit kommt ziemlich übers 
ein das Hochdeutſche zupflichten, oder beypflich⸗ 
ten, auf jemandes Seite ſeyn, Benfall geben. 

Plegelik, gewößnlid. In einer alten Urkunde von 
| 1397. 30 hebbe wy ·Here Thiderife von dem 
Horne eynen publicum notarium ——. ge 
ſcriven Taten deffen Bref, de uns.of den Wed⸗ 
derbref — — geſereven hefft, unde getefenet 

Ä myt ſynem plegelifen tefenerc. 
Piege - mann, ein Handlanger, S. In der Kuͤnd. 
Rolle wird verordnet, daß Zimmerleute und 
Maͤurer von Oſtern bis Michaelis ſich mit 15 
roten Taglohn, nach Michaelis aber mit-ı2 Gro⸗ 
sen, ſollen begnügen: laſſen: der Pleged mann 

aber folle 2 Groͤte weniger haben. 

- piigt 1.) Pflicht, Schuldigkeit, obligatio, offici- 
um. Von plegen in ber zten Bedeutung: | 
v2.) eine jährlich zu entrichtende. Steuer, befonders 
das Geld, weiches die Prediger und Küfter auf. 
dem Sande von den Eingepſarrten beben. De 

Koſter ſammelt fine Pligt, ſagt mar; wenn 
der Kuͤſter von Haus zu Haus gehet, feine Ge 

oo. dahr einzuſammein. Wenn es in Naturalien 
entrichtet wird, fo nennet man es Pligt⸗ eier, 
Sp igtsroggen: u. ſ.w. 

2) Pflege, Sorge, Verforgung, ‚cura, tutela. 
von der ıten Bedeut. des verbi plegen; Beym 
Pufend. Obſ. Jur. univ. T. IIII Append. p. 68. 
Wanhe dar mach men ie anderen mit 

mnicht 


fi 
N 


vom 





Pın 338. 


ni karder in Plycht tho nemen, alſe he ſyn j 
eigen Gudt deith. 


—E ein kleiner Rauum forn und binten auf. cinem J 


Schiffe; 19. Plegt. 


* ungeroßßnlispe Abaabe, die über Sir Gebabr be— 


,„zabler, wird: ‚praeftatio indebita, et modum .ex- 
. .cedens. !: Weil aber Die Leute gemeiniglich meis 

nen, Dad fie über die Gebuͤhr bezahlen, was ſie 
Dad. zu, entrichten ſchuldig fi find ;. fo neringt man 

auch im gemeinen Gebrauch Unpligsen, und boys - 


gerlike Unpligten alle buͤrgerliche Abgaben und 


Steuern, die Das. gemeine Weſen erfordert. 


Disc, verpflichter,, verbunden, ſchuldig. Ord. 16. 


ver 4 


Lv 


Sp we Rente plichtich is to genende der 
Stadt: x. ſo jemanb. ſchuldig iſt Zinſe an die, 
Stadt zur bezahlen. Eben daſ. Offte eme de 
Raedt van der Stadt. weghene wes plichtich 
were: es ſey denn, daß der Rath ihm von Stadts 
n Wegen etwus ſchuldig waͤrt. Kuͤnd, MR: Luk 
139. Dar men de Zife af plchtich is: wovon 
man die Acciſe geben mußß. 


Pligt- anker, ber vornehmſte oder Hauptaute, an- 


. chora: facra; Er Beißt alſo, weil er auf der 
Pligt lieget, um flets ben der Hand zu fepn. S. 
Pligt in der 4ten Bedentung. 


Inplichten enem ene Safe, alicui rem), eigem die 
| Gewaͤbrleiſtung einer Sache anſinnen: einen ver⸗ 
“ pflichten;, daß erfuͤr den Schaden, der qus einer 


Sache entſtehen kann, hafte. Wenn von zween 
Landleuten, bie ihre Deichſchlaͤge neben einandar 
haben, der sine feinen Deich gut, der andere aber 


u — 


336 -Pız. 


ſchlecht, ober gar nicht gemadht Güde ; s fo ſollen 
"die Deichrichter (nach dem Oftfrief. Deich: und _ 
5° SphlReht.c.]. $. 13.) dem unmilligen Dy⸗ 
der ded andern Mannes guden Dyck, de by 
eme up deu Dykk benabert is, inplicyten mit 
deſſen Dyck⸗ rechte. Gefchege dann dem willi⸗ 
gen Dycker, de ſinen Dyck wol gemaket had⸗ 
= de, daraver Schade. van ſinen Naber, fo 
’ fall de. unwillige Dycker oͤne finen Schaden 
| entrichten und betalen, wat em de Dyd tho 
‚mafen gefoftet hadde ır. Imgl. 5. 12. Wol⸗ 
den ock de gemeine Karſpels⸗Luͤden nemandt 
nahmhafftig edder ſchuldig maken (zu einer 
ſtreitigen Scharte im Deiche, oder Kiefsgat), fo 
ſoelen de Dyck⸗Richter met deſſen Dyck⸗ Rech⸗ 
J te der Gemeine datſuͤlve Kyffgatt fo lange ins 
plichten, thor Tyd de rechte Schuldige ge⸗ 
noemet worde ꝛc. 
 PLEISTERN, auf-der Reiſe einen Ruheſtand machen, 
und ſich mit Eſſen und Trinken erquicken. it. die 
Pferde unter Weges-füttern, 8. Hol pleyitera 
| uhd peyſtern. | 

Puxım, Rechtsſtreit, Proceß. Man findet es auch 
Ployt geſchrieben. In einem Baßdaliſchen Re 
ceſſe Erzb. Chriſtoffers von 1534. Und nach⸗ 
dem unſer Cloſter Oſterholt durch Ploytt 
und andere Rechts Furderungh zu unſer und 
gantzen unſen Stiffis merklichen Schaden in 

ewigen Verderb gefuerett ꝛc. 
—  Dleiten. Proceß führen ‚ rechten. S. A. ©. flitag, Fraͤnk. 
Aiæzan. ni to plead, 9, pleyten, 5 plaider. Alt 
‚ran 


PEFFFR Nennwoͤrter Pro ‚Flitere, Zungendte⸗ 


ſcher: ‚fit-full, zankſuͤchtig: Flit- -georn, der 


gern proceffirgt, vitilitigators . Flit-wite,. die 


. ‚Strafe: wegen eines angefangenen ungerechten 
Proceſſes. €. Plea, ‚Streit, Proceh. .. Fr, 


Plaid, und Plaidoyer... H. Pleyt. Alt fraͤnk. 


‚: Flitz.- :&8 verdienet bier angefuͤhret zu merden, 


was Spelman in Glofl. v. Pixa, ven dem 


ſaͤchſiſchen Urfprung dieſer Woͤrter anmerkerz 
VPLXA. Saxon: Pleo et Pleoh, i. juris actio⸗ 


dictum opinor a Pleah, i. damnum, pericu- 


24 9 
. . 


. um, prepterea quod lite agere nihil.aliud eft, 


quam periculum facere, quid. juris. fit de re 
litigata: atque hinc deductum plane videtur .. 


vVvox Anglicama to play, Sax. plegan, i. lude- 
e, q. decertare et periclitari, quis ludi bra- 
- bium, ſeu victoriae palmam.. reportaverit. 
- Das Stammwort von pleiten ift alfo das X. ©, 
. “Pleah, Verluſt, Gefahr. .. Man findet es auch 
ploiten -undyplechten geſchrieben. In Hamburg 


zechten un plechten, proceſſtren, gerichtlich aus⸗ 


fechten. R. Renners Chron. unter dem J. 1366. 
Herr Friderich Odielie, Sangmeſter im Doh⸗ 
me, ploeitede jegen den Biſchup tho Rome, dar⸗ 
unmme dat che voͤhme in finen Guderen befchedis 
‚:gethadde. Daraver wurd Biſchup Albertus 
condemniret in 700 Marck. 

— ſchleppen, ſchwere Arbeit thun. of heb⸗ 


9 mi möe plenget: ich babe mich muͤde Searbei 
tet. Sik af plengen: ſh san abmatten duch 
ſawere Arbeit, 


» —R 


N 


338 u Pık. Pır 


-PLENTERN, verſchleudern, ig verhun. Im 
Cupbur⸗Braunſchw. Daher Plenter-geld, Spiel⸗ 
r geld. Mair vergleiche FLENTERN. 
PLeTtERN (m), beſſer Plätern. ©; PLADDERN. 

- PLETTERN, zerquetſchen. S. unter Prarz. 

Prior. ©. oben unter PLEGEN. 

Prix, Plik - plakken, Plik - fchukden. ©. unter 

DPILAXX. 

PLinken, und Plink: :open, winken mit ben Au⸗ 
gen. E. pink, und blink. Schw. blinka. H. 
pinken, pinkoogen. S. Pınke. He plin⸗ 
kede, oder plink⸗ ogede mi to: er Du mir ie einen 
Wink mit den Augen. 0 

Prirem. S. PLüren. 

. Prive, 2.) ein kurzer breiter Degen, ‚ein groffs ge 
fährliches Meſſer. Beym Friſch und Machter 
Plaute: ſonſt auch Plampe. R. im Nachſchuſ⸗ 
fee Es ift Bier nicht mehr im Gebrauch. Es iſt 

entweder von platt, breit; oder vom A. ©. plä- 
tan, ſchlagen. Welche jedoch unter einander ver⸗ 

wandt find, Gr. arm, bauen, vertwunden. 

2.) eine Wunde, ein Schlag, oder das Mahl von 
einem Schlage. Diefe metongmifche Bedeutung 
baben wir noch. Das Gloff. Chauc. beym Leibnitz 
p. 49, leitet das Franz. bleſſer davon her. He 
het em enen doͤgden Pliten geven: er Hat ihn 
hart verwundet, ee , einen berben Schlag ver⸗ 
ſetzet. 2 

” 3.) eine verfülßserifche Badierinn ‚ unguchtiges 

Weibsbild. Vielleicht alſo, weil fie junge und 
unerſahrne Mannsperſonen in Schaden und Ver⸗ 

| I... ’ derben 





"Prır Pro. | 339 | 


derben bringen ’Tis ene regte Plite van der 
Deren: es in ein Mädchen. obne Ebhre und 
Zucht. 
4.) Pliten nennen wir auch Feine Piattfifche: auch 
wol Pliten⸗tuͤg. Unſtreitig von platt. Dieſe 
Bedeutung gilt auch in Hamburg. R. Im Hans 


növ. heiße. Plite auch ein breites, dünnes Sci J i | 


Brode Ä 
PLITT, eine Gattung Stirnbinden. Chur: Braun⸗ 
ſchweigiſch. Ohne Zweifel von PLart, flach. 
Prooe, 1.) Pflug. E. Plough. 9..Ploeg. Dat - 

i8 ſien Wagen. um ſien Pong: damit erwirbt 

er fich fein Brodt. * | 
2.) ein Trupp oder Bättde Acheiter, die unter einem 
Baas, oder Aufſeher, eine gemeinſchaftliche Ar⸗ 
beit verrichten. Z. E. ein Haufen Leute, die bey 
den Deicharbeiten, in einem ſo genannten Puͤtt⸗ 
werke, nach einer gewiſſen Ordnung, befchäftiget 
find, und entweder Soden ſtechen und Erde aus 
graben, oder diefelben an den Deich fahren... Die 

Leute, ſo zu einer folchen Oefelifhaft gehören, 

nennet man Moog: voll, oder Jungens. Auch 

die Holländer gebrauchen Ploeg in diefer Bedeu 
tung. Und bey den Friefen-wird Ploeg, auffer 

Der angeregten Bedeutung, genommen für ein 

‚ Haufen teute, die ſich in eine Partey zuſammen 
gerottet haben, ſecta, factio. Lat. barb. ara- 

trum. (Sn einer gewiſſen rief. Chron. Snel- . 

gerari et eorum aratra inceperunt campanas 

trahere). Im Alt frief. Flinte. S. von Wicht 

Vorrede zum Oſtfr. Landr. ©. 159. Daher iſt 

Ma 


Ro 


340 Pro. . _ 
66, daß mir Ploog auch häufig in verachtender 
. Bedeutung fuͤr fehlechtes Gefindel, gemeinen Ps: 
dei, nehmen. Een Ploog van een Keerl: ein 
» ſchlechter, gemeine Keel. MM. un fien 
3008: N. R. und feines gleichen Lumpenvolk. 
Man fagt es auch von ſchlechten Sachen: dat is 
in „man Ploog: das iſt nur ſchlechtes Zeug. | 
"Slik-ploog. ©. unter SLIK. 
we (05); pflügen. N. ploegen. Schw. ploya; 
Zn ‚mit. Doſchwerlihtelt im tiefen Sande: sehen, 
oderfaßren | 
‚Ploog: ifen; Pflugeiſen, VOflugſchar, vomis: und 
Pflugfäge, culter aratri. it. ein ſtumpfes Meß 


oe fürs 
Ploog- rad, Pflugrad. Im Scher die Zirk elrunden 
Kragen, oder Halsfraufen, welche man hier dor 
Zeiten trug, und an einigen Orten noch trägt. 
Ploog- fchat, gebötete vor Zeiten mit zu dem aufferor: 
| dentlichen Einkommen der bremiſchen Erzbiſchoͤfe; 
und wat ein Zins, der von dent Pfluge, oder von 
den Aeckern mußte entrichtet werden, Er wurde 
aber auch entrichtet von den Unterthanen, bie fein 
Ackerland hatten. Und alsdan wurden 4, 6, 8, 
oder auch 12 ‚dergleichen geringe Sandleute für eis 
nen Pflug gerechnet. ° Pufendorf. Obf. Jur. Vol. 
Ep. 80. Renners Ehron; Do he (Erzbischof 
Giſelbert) mit dem Hertoge to Lüneborch fris 
gede, do kreg he einen Plochſchat uth dem 
vF Stiffte (es iſt alſo mw eine auſſerordentliche 
Steuer ivm Se bes Krieges erden): und 
TEmaE AUS zu wat 


* wi 
09 \ 


Pro. Prv. — 8341 
wat van dem Gelde awerblef ‚dar buwede he 
| dub Huß mede. 
PLoIER, eine’ alte, plica. R. Holl. Plooi. E. 
Plait. Ene Safe in de beſte Ploje leggen: 
‚etwas ins Feine bringen, bemaͤnteln, auf derbe 
ſten Seite vorftellen. Idt is in fine Ploje: es 
iſt in guter Ordnung. 
‚Plojen, verb. in plojen, in Falten legen: ut plo⸗ 
jen, aus den Falten machen, aus einander legen. 
H. plooyen. E. plait. Fr. ployer, deployer. 
bror ein Brocke. Daher Plökken, ſpeien, ko⸗ 
tzen. Chur⸗Braunſchw. Es kommt überein mit. 
unſerm PLUXx in der zten Bedeutung. . 
PLÖöREN, durch einander. ſchuͤtten. Ploͤr⸗ wien, ver⸗ 
miſchter Wein. Chur⸗ Braunſchw. u 
PLuvern, plaudern 
PLUceE, ein Pflock, hoͤlzerner Ragel, oder Zapfen, | 
womit man etwas befefliget ; dergleichen vornem: 
lich fich die Schufter und Küper bedienen: paxil- 
lus, clavis ligneus, -&, Plug. R. und S. Es 
ſtammet ab don plakken, heften, anheften He 
mag Pluggen ſnien, ſagen wir auch im Spott 
‚von einem, der zu feiner. Handthierung geſchickt | 
ft R . | 
„Pluggen- fniör, der- für bie Sgufe bie Piäce ober 
Schubpinnen ſchneidet. R. 
Pluggen, verb. mit einem hoͤlzernen Nagel befeſtigen, | 
einen Pflock hinein fchlagen : paxillo figere. 
Pluggen un to prinen: ſchlecht zuſtopfen. Auch 
vom ſtuͤmperhaften Naͤhen. Gleichwie auch 
Pluggze, das Subftantivum, wol für eine plum⸗ 
„3 BEN 


342 | piv. 


pe Nabel gebraucht wird. He pluggete eite ganze 
Hand vull Nateln in dat Tüg: er ſtecket über: 

— mäffig viel Nadeln in das Zeug. :To pluggen, 

mit einem Pflock verftopfen. _ 

_ Pruxx, 1.) ein Block, Klotz. truncus. it; "quevis - 
maſſa rudis et. folida. E. Block und Log. Fre 

Bloc. Een forten diffen Pluff: ein karvr | 
dicker Menſch. Een ſwaren Plukk vam Zus 
gen: ein kleiner Junge, der wohl bey Leibe, und 
folglich ſchwer iſ. Een Pluff am Been: ein 
"Kind an der Bruſt, das die Mutter hindert nach 
Gefallen auszugeben , ohne es mit ſich zu ſchlep⸗ 

pen. | 

3.) ein Pflod, hoͤttzerner Hagel Sm dieſer Be 
deutung ift es eines Urſprungs mit Plugge. 
Den Pluff freten ift eine Redensart bey einem 
gewiflen Spiele der Gaffenjunge, wenn einer zur 
Strafe einen Pfloc mit ben Zaͤhnen aus dem 
Sande ziehen muß. 

PR ein Pflock etwas zu zu ſtopfen, Stoͤpſel: ein je⸗ 
des Ding, womit man etwas verſtopfet, obtura- 
mentum. E. und H. Plug. So heiſſet z. B. 
eife der papierne Pfropf, den. man auf die Ladung 

in einem Schießgewehr ftopfer. Gen Plukk im 
Halfe: der zäpe Schleim im Halſe, den man 
. nicht anders, als mit Mühe, herauf bringen und 
auswerfen kann. SPluff vor allen Holen: ein 
Menſch, der fih aus Vorwitz um alles befüms 
mert. Dieſe Medensart wird in verfehiedenen - 
Gegenden verfchtedentlich Aausgedruͤckt. Die Luͤ⸗ 
becker ſagen: Hennk voͤr allen n Vose. Die 
| Fu 93 Hams 


! 


Pıu 343 


Hamburger: Henneke voͤr allen Hoͤlen. Die 
Mecklenburger: Antk voͤr alle Haͤle. Die Ds: 
”.. nabrügger:- Haͤhnke vor alle Daͤre. 

4) Befonders brauchen wir dieß Wort in der Re⸗ 
densart: een doͤgden Plukk Geldes: . eine gute 
Summe Geldes. So reden auch die. Holländer: 5 
Een braave Plok Gelds. Im Engl. heißt Pluck, 
ein Griff, eine Handvoll. H. Plok und Pluk; 

7 €. geßörer zu dem folgenden pluffen. . 

Pıuxxen, pflicken, ‚zupfen, rupfen, ausziehen. A. 

sı8.pluoeian, E. pluck. Schw. plecka.. 9. 

plucken.. Sr; eplucher... Plukken ift gleihfam . 

uch. . belufen‘, von luken, ziehen: welches naächzuſe⸗ 

beſn iſt. Ik hebbe mit di nog een Hoͤnken to 
pluffen: > ich bin dir noch einen Verweis ſchul⸗ 
dig. - Die Engländer ſagen eben fo;. to plucka 2 
: Crow: with‘pne;. jemand einen. Berweis geben; 
Enen plufken: ‚einen berupfen, Baht machen, 
‚nach und nach ums Geld bringen. - In plub 
ken: einbeöceln. Bevod in de Melf pub 
ken: Brodt in die Milch broͤckeln. Wat man 
Ro in.pluffet, moot man uut eten: mas. man ein: 
bröcfelt, das muß man auch auseffen: mas man 
verſchuldet bat, das. muß man leiden. 
Plukkede Finken. S:unteFınıze. 
Plukk:fisk, gehackter Sodffh. ‚ 
Beplukken, durch Abpfluͤcken berauben, oder F | 
machen; . berupfen. De Böme- bepluffen: 

Fruͤchte von den: Bäumen pflücken.. Enen be; 

pPplukken: einen berupfen, ſchneuzen. . 
— DA °°.: . ‚Pluk 


[4 
” . “ 
. \ 
— - 4 
4 


a 
* x? 8 


344 Pet. 


Pluk - Haren, die 2* ausranfen , “ den Haaren 
ziehen: . ;\ 
PLume, Pflaumfeder, pluma. 8 Samt. Plu, 
- Pluen, Pluyn. % ©. Plum-fether. E. Plu- 
me. H. Pluym. 
| Plumen -ftriker, Plaunmfreicher, Schmeidter E& 
"Plum-Rriker. 9 Pluymfiryker. 
Prumms, Pflaume. . Vom katein. prunum: · Gr. 
mes: mit Veränderung: des r in l. Beym 
Apherdian. p. 64. findet man noch Pfraumen 
und Ryf:im Spiegel der Geſandh. hat. Prume. 
Welche beyde Friſch im: Woͤrterb. anſuͤhret. H. 
"Pruym. Aber 2. © und E. Plum. Daͤn. 
'Blöomme: 00. 6324 
Plummen ſin joor —8 man in Sunt ‚gi ein 
: Schimpfwort aufeinen: Gewärjkeidier. .- 
Plummen- week ,,, weäd wie eine Pflaume: ; Bon Eis 
ern, welche weder zu hart, noch gor tzu deich ges 
J kocht ſind, cheißt es Se ſunt plummen: week. 
PXVM, grob, ungeſchickt. R...S..: €. plump. H. 
plomp. In Stade auch plumpẽt 
Plumperjaan, ein ‚mgefehikter, grober, aneſchuſſe | 
ner Menſch. R. | 
Prumr, eine Ynterjestion, die den Schall‘ ausdricht, 
. ben etwas ſchweres macht, mann es ins Waflet 
faͤllt. Z. E. He ſmit den Steen in't Water, 
plumpl ſegt datt. 
| Plumpen, verb. mit einem folchen Sal: ing Waſſer 
fallen, immergi cum ſonitu. R. E. to plump 
in the-Water. He fult in't Water, dat bet 
plumpede: : ober auch: He plumpede int Was 
| dei : 


rn dert. er fiel ins Waſſer, daß es plumpte. nt 
©: Water plumpen bedeutet naͤchſtdem auch, mit 
| groffen Stangen ins Waſſer fehlagen,. und das‘ 
buch ein sfolches.Geräufch. machen. Welches 
vo: Beym Ziſchen selbe, um die Sie ins Ri. 
en zju jagen: = u 
‚ Plumpe ‚kitle, eine. länge, dicke Stange, bie beym 
Fiſchen zum. plumpen gebraucht wird. Mit der 
Plumpe⸗kuͤle kamen, oder: Mit der Plum⸗ 
pe kuͤle darin ſlaen: -greb und unbeſonnen! zu 
fahren, mit dee Thuͤre ins Haus: fallen. Here 
Richey hat dieſe figuͤrliche Bedeutung auch; bat 


aber Dip. eigentliche aus der Acht gelaſſen. ch 


lnp⸗— „kuͤl beißt anch eben das, was Pluni⸗ 
 yerjaam, ob ſie wol benbe von verfäitenem Ups 
‚fpeunge find. : | | 
 Plump- ſtokk, eben daſſelbe. 2 Fe 
Prunder-merK; oder Plunnersmelk; dicke, ge⸗ 
ronnene Mid. 5 GBn- Hamburg Pampers 
melk. ae | 
Prunnzs, kumpen:. it. Kleider und: Geraͤhe gerin⸗ 
nn gentante Ru S. Hell. Plunje. Vor Zeiten 
iſt es auch wol Plunden geſchrieben worden. 
| Als: Script: Brunfv. T. III. p: 289.. We 
1 pefind toch an toreten Plunden, alſe ein Be - 
nm. .Delerr. Wedekind zog zerriffene Lumpen, oder 
Kleider, an, als ein Betiler. Daher das Hoch: 
deutſche plündern, diripere: wie R. recht an 
gemerket hat. Mine beten Plunnen: meine 
geringe KHabfeligkeit; _ recule mex. Oere 
lunnen tofamen fmiten: fi mit einander ver: 
Ä Ys5 ARE, 


3% u Pıv. 

- ehlichen: eine gemeinſchaſtliche Haushaltuug, oder 

Wirthſchaft, anfangen. . Enen up de Plunnen 

—fſaen: einen pruͤgeln. | 

Plunnken, diminut, ‚allerhand Pleine Kappen, ſchlechte 

| Lumpen. Een Kind van Plunnken: eine Pup | 
pe, die von alten Lappen gemacht:ift... Metaph. 
eine Sache, die unſere Hofnung betruͤgt. 

Plunnken-kramér, ein Troͤdler, „der mit ‚alten Klei⸗ 

| dern und Geraͤthe handelt. 

Plunnken-tüg, daſſelbe mit Plunnken. 

PLüren, die Augen zuſammen zieben, um ‚genau zu 
ſehen. R. plyren. E. blear. | 0 

‚Plür up’n Dütjen. ©. Dütjen unter Daur. 

Pluur-ape. S. unter Are. 0. 

Plür-oge, und das adj. Plür- oged, bedeutet in der 
veraͤchtlichen Sprache, einen Kurzſichtigen, oder 
der mit engem Auge etwas fſichet. Im Engl. iſt 
blear- eyed, der ſchlechte Augen bat, triefaͤugig, 

„welches wir bleer⸗ oged nennen. 

Pluur-wulf, ein. Menſch, der finſter und heinnuͤckiſch 

ausfiefee.:: "Es: iſt daſſelbe mit Pluur⸗ ape. 
Vielleicht möchte man dieſe Wörter füglicher von 
beluren, Belauren, ‚als von n plären herleiten. 

S.. Lvuren. Ä 

PLUsEn, Pläfen, fäfetn , saufen. R: Holl. plui- 

fen. Es iſt ohne Zweifel verwandt mir fluͤſen, 

Wolle pfluͤcken: und Fluͤs, eine Franje, ein Faͤ⸗ 

ſerlein. In Hamburg heißt pluͤſen auch zupfen. 

Daher iſt Pluͤs; Plaͤſch, ein halber Sammer, 

Herr Richey irret, wenn er dieſem Worte ei⸗ 
ne zwote Vedentung , des Hervotragens/ beyle⸗ 
get, 


| Puu. J | 347° 


get; da es in den gegebenen Grempeln nur ‚eine 
uneigentliche ift, Die fich gar leicht mit der erſten 
vereinigen laͤßt. Denn, de Voͤrmauen pluſet 
heruut heiße nichts Anders, als: die Handaͤr⸗ 
‘ mel zeigen fich hervor, mit einer zierlichen: Unords 
nung, als wenn fie zerzaufet waͤren. Doͤr plu⸗ 
ſen: durchſuchen, fo daß man die Sade, die 
man durchfucht, verwieret. Uut plufen: aus 
einem verwirrten Haufen heraus ſuchen. Zr. 
uftern, frequent. zerzaufen, im Durchſuchen vers 
wirren, verworren ‚machen. Doͤr pluftern: 
durchſtaͤnkern: von Sachen, die leicht in Unord⸗ 
nung gebracht werden, z. E. von Kleidungen , 
Papieren u. d. g. De Pruͤk to pluſtern: die 
Peruͤke zerzauſen, aus dem Geſchicke bringen. 
De Hoͤner pluſtert ſik ſagt man, war die His 
ner fih mit dem Schnabel. die Floͤhe abſuchen, 
oder auch, Die. verworrenen Federn in Ordnung les_ 
gen. Denners Ehron. J. 1562. Und wurdt . 
den Bremern vorgunnet mit Den oͤhren aff tho 
tehen (vom Ottersberge), wowoll oͤhnen noch 
vele gepluſtert wurdt. 
Pitiferije, allerhand Plunder unter: einander, verworre⸗ 
ne Sachen. | 
PLurzıc, völlig und rund im Geſichte, aufgebfafen, 
aufgedunfen. In Hamburg plüffig. R. In 
Osnabruͤck pluͤß. S. Im Holländifchen ift plots- 
und plotſig beynahe daſſelbe, plump. Een plu⸗ 
zzig Geſigt: ein aufgedunſen Geſicht. Plutzi⸗ - 
ge Bingen: runde referat Bingen. | 
Po 


343 Pomæ ‚Poc. | 


Pocmzn;: pluͤndern, mRiripere, expiare. Iſt ver: 
vater &Punem, fehlen. io... 
Ponager, und Podameläft die ehemalige. verderbte 
Ausſprache des Wotts Bodagras: 1. Do: mwurdt 
Neinhardt⸗ vam Damme. Found. un Podavel, 
Mm... 2... 
| Pönnzs, Koder zum Alalfang Pradern, Aale 
fangen. S. Paren in der zten. Bedeutung. 
Pocan, ‚ein Froſch. A. S. Frogga,: Freisca. R. 
ET 8.Sifk riven, oder treen, : as de Pog⸗ 
2 gerins Maan⸗ſchien: fig: beiften _ mit einer ans 
genommenen Gravitaͤt einher tretin. Daar funt 
meer. Ebers, as Poggen: ſ. EBER. So 
oold as ene Pogge: eiskalt. Man mag de 
= Pogge immer draͤgen, ſe huppet like wol in 
den Pool: von einem, dem man wider feinen. 
Willen und Neigungen. Wohlthatenterzeigen will, 
iit. der: nad) feiner. Stanbeserpebung. feine pöbel; 
hafte Gewohnubeiten behbehaͤlt. 
Quaad- „POBEO, it Sand. e eine Kroͤte. Be. Wir fagen 
Uetze. no, 2 | 
Poggen - diek, ‚©. unter Dır«. — on | 
.Pogge-minte; Pogge-munte; eine unedie Art: der 
Kranfeminge, wilde Mine, Feldminze, Korn: 
. minge, : Zeichming ; sınenta. palaltris, menta 
campeſtris. Einige ſprechen es Pages minte 
aus: welches eine beſondere Gattung der wilden 
Minze iſt, Pferdeminze, mentaſtrum. ‚Bon. 
Page, ein Pferd. Ä 
Poggen- -0ge, ;1.,) eine gewiſſe Gattung. genz. Feiner 
Schwaren, deren fünf auf einen + Orseen geben. 
2 


Pocsofoxr. 49 


’ 


+2.) von Thon gebackene md glaſtrte Schnellkuͤge⸗ 
lein : ſonſt. auch Snikter. glohiuli*Kıforii 


fſſictiles. ur Re 2. 
Paggen- ponl;' :eim Sumpf: : worin we ic Froͤ⸗ 
| fche aufhalten,’ De LE Bu Et 


Poggen- ſchott.Froſthlaich. 18: "Andere: henhen es 
Poggencraff, und Poggenruff. In Hamburg 


Poggenkuller. R. ° >= :: | 
Poggen - ftool, Erdſchwamm, Bin, Efamfiguen, 
.fungus, botetus. Round .. deu-2i. 00 


Roos, 1.) ein Dolch. Es iſt daffelbe mie den fat. 
 „pugio. Hol. auch -Pook.. Eg gehoͤret zur Fa: 
milie des Worts piffen, -püngere. Fr. piquer. 
©. Friſch unter Picken. Ger oold Poof: ein 

altes, abgenüßtes Mefler. Auch heißt eine Na: 
bel, die zu grob und die iſt, , een Poot van det 
Mate -- | 
2) ein Stich, eine Wunde: ® Eben. e wie 
Plite einen kurzen Degen, und auch die damit ges 
3 machte Wunde, bedeutet. Gleichwie auch vor 
. Zeiten Dolch für eine Wimde. gebrauche wurde. 

| S. Schilter in Dolg. - 

3) Im Chur⸗ Braunſchw. geiße Poof auch nö 

ſcchwacher, unvermoͤgender ber ; 

‚ Poken, fiechen, eine Wunde ſtechen. R 

Poxen, einige. fprechen Paken, die Druͤſen tn dem 

Eingeweide des Viches, fonderlich der Leber und 
dem Sette, Gleichſam Polten puſtulæ, va- 
riole, : 

Reet-paken. S. unter Rent, Reer. ‘.: 

Poor, P Pfubt; Sumpf, R. - tat; palus, "aqua fta- 


4. . . sms. 


% 


348 Ä oo Pow: :Poa. Ä 


Po care X; : plrübern , Miripere; eure: Ä "St ver: 
altet. S. Punem, fehlen: Hu... . 
Ponagzı,. und Podameläft. vie; ‚ehemalige verderbte 
Ausſprache des Wotts Podagra. Do wurdt 

Meinhardt vam Dame‘ koand. im Podaoel. 
Menner. .y. 
= Pöonzi, ‚Köder: sinn Yalfang..- Biddern, Yale 
fangen. S. Paren. in der aten. Bedeutung. 
Pocan,, ‚ein Brofch.. u ©. Frogga,:.Frekca. R. 
BU 8.Sik friven, ; oder treen, as de Pog⸗ 
gerim Maan⸗ſchien: ſich · bruͤſten , mit.einer an⸗ 
genommenen Gravitaͤt einher treten. Daar ſunt 
Meer. Ebers, as Poggen: Eser. Go 
kooldas ene Pogge: eiskalt. «Man mag de 
MPogge immer draͤgen, ſe huppet like wol in 
den Pool: vom einem, dans man wider feinen. 
.Willen und NeigungenWohlthatenterzeigen will. 
itt. der nach feiner. Sandesarhebung ſeine poͤbel⸗ 
hafte Gewohubheiten behbehaͤlt. 
Qunad-pobge, in raue eine Kroͤte. Bi Wir fagen 
Uetze.. m. Br 
Poggen- diek. ‚©. unter Dıe«. ar. : 
"Fogge- minte, ‚Pogge;- munte, .eine: " Umebte Art: der 
Krauſeminze, wilde Minze, Feldminze, Korn⸗ 
minze, Zeichminge; ınenta. paluſtris, monta 
campeſtris. Einige ſprechen es Page⸗ minte 
aus: welches eine beſondere Gattung der wilden 
Muinze iſt, Pferdeminze, mentaſtrum. Von 
Page, ein Pferd. 
Poggen- -0ge, ;1.,) ‚eine gewiſſe Gattung. gen. Peiner 
Schwaren, deren fünf auf einen Groten gchen 
2 


Pos, xolox. $49 


’ 


n 2.) von Tbon gehackene. mm glafurte Schnellkuͤge⸗ 


or lem: Paft auch Rnitter· Blohiil Auſorii 


KRdiles we SH ‚gan 43 219 st 


Poggen- ponl;; em Sumph; remain w ira Side | 


ſche aufhalten. te "Ei 202 3 Zw 
Rogge. ſchott Froſthlaith.n Sir {74 uber ueiden es 


Boggmaifi, und. Poggenruff. "Je Hamburs 
Poggenkuller. R. #2 2: .: Inst 


Poggen - ſtool, Eaſchwamm, Sitz, 4 Efamignn 
fungus, boletus. R:und& . i Jeu-2ind. 


» Poor, 1.) ein Dolch. Es ift baffelbe miete tat. 
zu „pugio. Holl. auch Pookk. Eg gehöre zur Fa⸗ 
milie des Worts pikfen, pungere. Frpiquer. 
©, Friſch unter Picken. Een oold Pook: ein 
altes, abgenuͤtztes Meſſer. Auch heißt eine Na⸗ 

del, Die zu mob und diet if, een Poor van’ der 
2) ein. Stich, eine‘ "Wunder. R: Eben wie 
Plite einen kurzen Degen, und auch die:damit ger 

ya x machte Wunde, bedeutet. Gleichwie auch! vor 


Zeiten Dolch fuͤr eine Won de / gebrauche wurde. 


S. Schilter in Doig. 


3.) Im Chur- Braune. peißt Poof au. ed . 


ſchwacher, unvermoͤgender —— 
Poken, ſtechen, eine Wunde ſtechen. R 
Poxen, einige. ſprechen Paken, die Drüfen in dem 
Eingeweide bes Viehes, fonderlich der Leber und 
dem Fette Gleichſam Polen, puftulse, va- 
riolæ. 
Reet-paken. S. unter Rerr,; Reer. Ä 
| Poor, Publ; Sumpf, R.: "tar palus, aqua fta- 
Ä 9. —XXE 


% 


3390 = Bor _ 
gnans. Ceſt. Pwi, Poul. %. ©. Pul. €, 
Pool. Set. Poll. H. Poel. Putten un Poͤ⸗ 
le: ein ımebenes, moraftiges Stück andes: ein 
und, woriiien siele Eleine Suͤmpfe find. Wofür wie 
auch fagen: Kolf un Kulm. Wenn alle 
Putten un Poͤle vull funt, fo kumt de Froſt: 
es kommt ſelten anbaltendes Froſtwetter, ehe das 
Land vom Regen voll Waſſer iſt. Enen goden 
Pool piſſen, ſagen wir auch R. 
| Aunte- pool, 1.) ein Teich , auf welchen man Aenten 
haͤlt. 
2* ein Pfuhl, neben welchem ein Vogelheerd iſt, 
| wo die milden Aenten gefangen werden. : 
Katten: pool wird eben fo gebraucht, wie Katten⸗ 0b. 
S. unte JacEen.  . 
Poggen-pool. ©. unter Pocam 


-  Water-pool,. ein jedes ſtehendes Waffer, wenn’ auch 


nur vom Regen auf einige Augenblicke in den 
Gruͤften ſtehen bleibt. 
Pölken (os), fein Waſſer laffen, piſſen. Es wird ge⸗ 
mieiniglich nur bey den Kindern gebraucht. Sonft 
auch: enen ‘Pool pifien. 
_ Bepölken, bepiffen,, anpiffen. Sik bepoͤllen · ꝛ ſich 
beſeichen. Von einer hoͤchſt laͤcherlichen Sache 
pflegt man zu ſagen: Ik dagte, ik ſcholl mi be⸗ 
poͤlken: ich tonnte fuͤr Lachen kaum das Waſſet 
halten. 
J Pool-mann, ein Waffermann, Schiffer. Daher heißt 
der h. Nicolaus im Bremiſchen de hillige Pool⸗ 
mann, weil er ein Patron der Schiffahrenden g& 
veſen oder die Aufficht über bie Seen und Ge 
| vaſer 


. "Porn m. kapi . 351. 
wäͤſſer gehabt, wie der Herr General⸗Suwerint. 
Prarje vermuthet. S. eijogth. Bremen und 
Verd. ste Samml. p. 206. 
Por (on), Pfuͤhl, Bertpolfter, pulvinus,, S& x | 
76, Pyle €, Pillow. 9. :Peuluw:. Bon, 
dem alten Bol, jetzt bey uns Polle, ‚der Konf. 


GS. BouLTSAX. Een biffen Pi: ein. dicker, | E 


fetter Mn 
Porz, 1.) der Kopf. E. Poll. Def e es.in diefer 
Bedeutung ein uraltes celtifches. und phrygiſches 
Wort ſey, und auch noch in der heutigen: perfi: 
ſchen Svprache gefunden werde, zeiget Baxter: 
in Gloſſ. Ant. Brit. mit vieler Gelchrſamkeit. 
S. Wachter unter-Polfter. Enen bi der Pol⸗ 
le frigen: einen bey dem Kopf faflen: in die, 
Haare fallen. Enem de: Polle luſen: einem 
die Haare raufen: die Kolbe lauſen. | 
2) der Zopf,. ober Federbuſch, den einige: Voͤgel J 
auf dem Kopfe haben; als Huͤner, Aenten, Wied⸗ 
hopfe, und Lerchen. | 
3.) dee: Mipfel eines jeden Dinges, ſonderlch der 
Baͤume und Pflanzen. R. und S. | 
Harte-polle, das Herz, ober.die jungen zarten Bläß 
‚ter-in den Pflanzen, +5. €; im einem Kohlhaupte. 
Polled, adj. was einen natürlichen Strauß, oder Zar 
derbuſch auf dem Kopfe träge, criftatus. Pol⸗ 
lede Höner, Pollede Aanten: Huͤner, Aenten 
mit — In Hamb. Poll ⸗hoͤner, 
Pollen- dekkel, ein n Sun, eine Mige. Sm tadelnden 
und "gehäffigen Sinn. Kanſt du den Pollens 
u | NS 


N 


‚35% Por — Pos. _ 
u dekkel nig af: memen? kannſt du den. Hoe nicht 
3 «a rabgiehen? Heſitt daar mit dem Pollen⸗dek⸗ 
kel: er ſitzt da, als ein ungeſchugeuer Bl, © mit 
brdecktem Haupte. nn 
Poll-exe& ; S. unter Exe.: _ | 
Poll- haar, Zopfbaar⸗ das: Haar. ar dem. Sri 


. «Re oo, l 
| Polt- foor heiffen die Saum, —2 Wohel— verdorret 
| iſt. &.SooR.  ", n.ltı.. el 


Ponr. Strafe: und‘. 
Ponen,::Strafgeld edlegen: Ä ©. unser Pınm 


P OPPELKE; gelbe: Waſſerblumꝛe. , Seerblum⸗ nym· 


pheææa aquatica. 
—— Gicht, Lahmung, Schleg. € Pal- 
ſey. H. Popelſy. Diefe Wörter find verderber 
und verſtuͤmmelt aus: paralyſis. Hier hoͤret man 
| s es jetzt nicht mebr·· Rein. Dr Vos * B. 2 


‚Be vlokede mi darto de Poppelfge: | 
d. i. er fluchte oder wünfchte mir alles Uebel: an 

den Haͤls, : oder, daß ich verrecken mh. 

Poortz. Pforte, porta.:. . 

Poorten-kıuppel, ein. Sölgerner: Zporriegel Es . 
auch ein n Saiohfeame ‚eines eltinen kurzen Men⸗ 
W ſchen. R 54 
Poos Poſe, eine abwethſelnbe Dauer; * paula. R. 
"Gr, raucic, wavawın. : Fr. Repos. Bi Po⸗ 
Zr fen: "nach einer abgemeffenen Dauer: mit vers 
ſſchiedenen Abſaͤtzen, und darauf, folgenden Ruhe⸗ 
ro punkten, Bi Poſen arbeiden: bald eine Ag: 
SE i arbeiten, und bald eine Rubeieit machen. Eine 
| | Poſe 


N 


Pos. Por. . 353 
n of füben:. eine beffimmte Zeit {äuten, und 
. nach einer Ruhe wieder anfangen. Auch vom 
Fieber oder andern Krankheiten, die mit abwech⸗ 
ſelnden Anfaͤllen kommen, ‚beißt es; de Poſe is 
voorbi: der Paroxysmus iſt über Eu 
Twasken- -Poos, Zwifchenzeit, Abſatz in der Arbeit 
| intervallum, .interftitium temporis. | 
"Posg, eine Spule, ein ungefchnittener Gederkil R 
Pässe (4): ©. PEsen 
PöseuN (og), muͤbſam arbeiten und nichts: beſchik⸗ 
fen, ſich in der Arbeit verwickeln, R. Wir far 
gen auch noͤlen, und nuͤſſeln. In Preuffen pus 
he. 2 
| Afken- pöfel wird infonderheit von ſchmuhigen Koͤchen 
an Und Koͤchinnen geſagt: bedentet aber auch einen je⸗ 
ze», ben, der. fich flets: mie. geringen und unſaubern Ur 
„beiten beſchaͤftigen muß. 
| Ar ken- pöleln, geringe und ſchmutzige. Arheit chun. 
POSRN, waten, im Waſſer oder. Schlamme gehen. 
Im Chur⸗ Braunſchw. ee 
Posr, Porſch, wilder Rosmarin, Inyrica, ledum,. 
cthymelæa. Eine ſtark viechende Staude, welr 
che, wenn ſſie an das Bier gethan wird, macht, 
‚daß es berauſchet. Wend. porfkam, uiefen, > 
| Porz, Pfote, der Fuß eines Thiers. H. Poor. In 
Pate. E. Paw. Auch die Griechen nennen die 
2! Züffe der Thiere weder, Die Verwandſchaft die⸗ 
ſees Worts ſ. unter Pan. Uneigentlich heiße es 
auch, die Hand. S. Sine Poten darunder 
ſetten: ‚eine Schrift unterſchreiben. He hal. 
ſine Poten wol daraf laten: er ſoll nicht ver⸗ 
3 IS SD 


N 
L 


Ä 354 u — "Por. J 


moͤgend ſeyn es atzuruhren. peten geven, 
wird von Hunden geſaget, wenn ſie die eine Vor⸗ 
| " derpfote einem in. bie Hand reichen, 
Agter-pote, der Hinterfuß. Sik up de Agter ⸗ po⸗ 
ten fetten: ſich widerſetzen, fi ſich zur Webre ſtel⸗ 
len. | 
; Hunger- -pote, De Hunger; poten fügen: Hunger 
und Kummer leiden. 
Pootje, 1.) eine kleine Pfote. Muggen⸗ pootjen 
nennet man die kleinſte Art Stednadeln: : eigene 
lich, Muͤckenfuͤſſe. 
2.) das Podagra. | 5 
Pootjen, verb. mit den Vorderpfoten Geharden nach 
der Jaͤgerſprache Maͤnnlein, oder Männchen) 
machen, wie die Hafen, Katzen, Hunde x. wenn 
ſie ſich auf die Hinterbeine fegen „ und mit .den 
Pfoten über bie. Nafe führen, oder geichfam 
trommeln. 
PGTERE, Verpôtern (a), verfaufen, verfchimmeln, 
verwefen. it, die Farbe verlieren. Es bat einen 
u gemeinfchaftlichen Ueſprung mit dem Griechifchen 
ud, ich mache flinfend und faul; wuSowey, 
Lat. puteo, und putreo, ich werde flinfend, ich 
verweſe. Here R. ſchreibt verpetern, und iſt gee 
neigt, es von Salpeter abſtammen zu laſſen. 
Welches irrig iſt. Partic. Verpoͤterd, derfau⸗ 
det, verweſet. it. wurmſtichig, alt, verlegen, fi- 
tu, vel quovis alie modo corruptus. Ders 
poͤterd Tuͤg: Alte -verlegene, und won Motten 
zerfreſſene Kleider, it. Zeug, fo von Alter die Far⸗ 
be verandert het. em bold verpoͤterd Geſigt: 


ein 





| Por. 355 
"ein Geſicht, welches das Alter, oder eine Krank 
heit verwüfter hat. ' 


Port; ein Topf: S. Engl. Franz. and Hol. auch 


Pot. Daͤn. Potte. In Hamburg Putt. R, 
Here Wachter meint, Pot ſey das umgekehrte 


| Zop oder. Topf: er fagt aber feine Urſache, wars J | 
unm Topf nicht das umgekehrte Pot ſeyn könne. 


Up'n Pott gaan: zu Stule geben. Sprw. 
Daar is kien Pott fo ſcheef, daar paſſet een 
Stulpen up: eine Perſon iſt fo ſchlecht, die 
nicht im Heurathen eine Parten findet, Luͤtje 

Pootte hebbet ook Oren: Kinder‘ faſſen alles in 

die Often: dürfen daher nicht alles hören, . Idt 

kumt nig all to Potte, wat kumt uut dem. 
Doppe: viele Dinge, oder Perfonen, misras - 


hen, verfommen, ehe fie ihren Nutzen eigen: | 


in vielen Dingen wird Ubficht und Hofnung 
nicht erfuͤllet: vieles verungluͤcket: inter. os et 
offam. . Es will dieß Sprw. eigentlich ſagen: 
..viele Küchlein flerben, ehe fie fo weit fommen, 
daß man fle zur Speife bereiten kann. Tobrake⸗ 
ne Potte gift het allerwegen : Fehler und 
Maͤngel ſindet man aller Orten. Kief.in den . 
= ort: ein Mann, der ſich in Küchenfachen merk 
ger In den blauen Pott piffen: in dem Yu 
= relberge "(ein Sefanguip die in ber Su) ae 

fangen ſihen. | 
Kakel - pott, ein eiferner Topf, oder Grapn, dem | 
man uͤber das Feuer. hänge E 
Piß- Pott, ein ee matula. Doktor gi 
= vott⸗ 


u 


— — 


* 


356 Por Pra. | 
J potte ein n ſchiechter At, urin— Gucker, , Date 


+. 


fhreir. 
Schiet-pott, ſ. v. das Geſchirr in einem WMachtſtuhl. 


Enem to'm Schiet:pott ſlaan: einen. muͤrbe 
pruͤgeln, die Knochen entzwey ſchlagen. Es ge 
bhoͤret zur niebrigften Pobelſprache. | u 
ar pott, Spaarbüchfe. 
Ateel- - pott;, > ein kleiner irdener Topf, mit einem n Stil, 
22Wobey er angefaſſet wird, 
Tiekk- -pott, ein Theetopf: - © 
Pott. digt, ganz Dicht, feft zu gemacht, R. | 
Pott-baft,. in Feine Stücke gehacktes Fuͤſch, fe frz A 
=. gbgefochet-wird. S. In Hamburg Hüß;putt. R. 
Pottje- büel, ein Gericht von dick gefochtem Reis, 
| oder Scheldegerfte, mit Roſinen. Es heißt alfo, 
weil es in einem Beutel (Buͤdel, Buͤel), oder 
reinen leinen Tuch gebunden, und alſo gekocht 
ti. wird. H. Potjebeuling. Hier bedeutet Beu- 
7lipg aber eine Art dicker Wuͤrſte welche die Eng⸗ 
x. Iänder Pudding, die Frauzoſen Bondin nennen, 
| Pottjer, ein Töpfer. Pottjer⸗leem, Töpfererde. 
Pott-kefe, after fauler Kaͤſe, der. in einem Topfe gaͤh⸗ 
Teen und feharf werden muß: worauf er durchge⸗ 
netet wird, bis er, wie Butter , aufgeſtrichen 
%o, „werben: kann, a | 
| Pott kiker, - ein Moann, ber eh um hdie Kidı und 
| Speiſekammer mehr bekuͤmmert, als. na ſur ihn 
213. ‚fdletet, an BaCaEE ra 5 an 
Pott-lapper, ein Keffeflicer, ee 
Pott-likker, ein Schmarogr. "I 
Ä PReCHER, sin Yen, Bettler. Der fing die: 
ſes 


. 





‚ Pra | sıT 
ſes Worte ift ſehr verdeckt: obmol Wächter; az 
‚ter Bracher ( wie er es- wider. allen "Gebrauch 
ſchreibt), es von brechen, gebrechen, herlei⸗ 
tet. Welches unſere Mundart nicht Teidet; "Sry 
"den Engländern iſt prog. fo. viel, als: etwas zu 
effen ſuchen oder anſchaffen. Junius m: Etym, . 
Angl. bemerfee, daß Prog-hain bey den Irlaͤn⸗ 
bern beiffe, Kummer, Sorge. Proctor, welches 
ſonſt auch einen Hroclrotor bedeutet, heißt auch, 
bey dern gemeinen Manne in England , "ein. Bett: 
ter. &. Jun. Etym. Angl. v. Proctor. : Sprwo. 
Je ſlimmer Pracher, je dikker Luus: je 4% 
"mer, je trotziger und unverſchaͤmter. Wenn een 
Pracher dem andern wat gift, fo freuet ſik de. 
Engeln im Hemmel: ſagt man fpöttifch,s wenn 
ein Ürmer- dem andern, nach -feiner Art, Wohl | 
thaͤten erzeigen will. He het de Lügen to Gre⸗ 
pe, as de Pracher de: Luus: f Greepz unter 
"GRIPEN: ..2 
Pracherije, Betteley, Aemſeligkeit. R. 
Prächern, betteln, unablaͤſſig bitten, R.- „ Prashern 
= un’bidden:- "nieberträchtig bitten, a: . 
Praclter- harbarge, eine Hetberge, :wo nur ae $andfäufer - 
und Bettler einkehren: ein Beltelfeng. . Dat is 
hier up der Prachersharbarge: Tage man von 
einem armſeligen Gaftmahl.- it. wenn man wgend 
wo iſt, wo man nichts haben kann. | 
Pracher-häge, ein Schmaͤus yeringer feutei .- 
Pracher-pakk, WBetteloolf, armſeliges Gef. R 
 Prächer- ftaat; - eine atmfelige — welche WR weni: 
Sen Tape gemacht wird. R. Ze 
BR N 


\ 


Pe "7 


Pracher-vaagd, Bettelvogt. R. Welche Venennung 
I aber ſchimoflich iſt. Man ſagt ſonſt Ratlen· de 


| ner. 
| Pracher- wark, Armieligkeit. 
Pracherhaftig, armfelig, bettleriſch. | 
Pracntr- = APPEL, eine verdorbene Ausſprache für, | 
| Prager Aepfel. Eine Art golögelber Renetten. 
Praren, wie im, Hochdeutſchen. Sorw. Prale 
wi nig, ſo ſun wi arme Luͤde: es ſind nicht alle 
reiche Leute, die von ſich ſelber pralen. 
Groot-praler, ein Praler, Pralhans, Großſprecher. 
Praıı, adj. und adv. dicht geftopft, voll: fo daß 
das Xeuffere, oder. der Ueberzug gefpannet ift, 
. und dasjenige, was daran flößt, zuruͤck prellen 
macht. R. Daher prellenz zurack fpringen, 
vibrari, und.prallen, vibrare. Pralle Was 
ben: fleifchige und zierliche Waden: teretes fu- . 
zer Een prallen Sjunge: ein kleiner gefunden. 
Junge, deſſen fleifchige Glieder. hart anzufühlen 
find. Stickeren und Zeichnungen ſtehen prall, 
„wenn fie ihre Richtigkeit und Lebhaftigkeit haben. 
Phaam, ein flaches Schiff, womit Magen und Pfers 
be über einen Strom gefeget werden, ponto. E. 
' Prawm. :. Verel. in Ind, Pram. Die Holläns 
der fagen auch Praam.. | 
Pas MED, Dicht fiopfen, preffen , ‚ premere. nu 
prammen, hinein pfropfen, prefien, flampfen. S. 
ſchreibt graamen. Den Buuk vull prammen: 
dbbermaͤſſig eſſen: eigentlich, den Bauch dick aus⸗ 
floyfen.. Prammed vull: geſtopfet voll, vol 
| serefie. Dem fügt auch wol prampen. 


7 


 Pran- 


Pra. 0 m 359 F 

PRANGAB, ein groſſer Stock, Stange. Im Banndv; 

PRAMNGEMN, druͤcken, preſſen. it. hart an einander 

ſtoſſen, Widerſtand thun. Im erſten Sinn brau⸗ = 

chen es auch die Holländer. Lat. premere, par- . 
angiare, von angiare. Man’ vergleiche auch 


das vorfichende prammen, welches Teicht aus 


prangen kann gemacht ſeyn. Es iſt jeßt veral⸗ 
tete Renner im Leben Erzb. Albert II. Dar 
quam vele prangens aff twifchen den Raht 
und der Gemenheit: wente duſſe uproren⸗ 
ſchen nemen eine. Fahnen van einem Schepe 
., mit der Stadt Wapen, ane des Rahdes 
Verloͤff ꝛc. Zur Erlaͤnterung dienet eige Be 
deutung, welche die Holländer biefem Worte bey: 
legen, nämlich: ſcharf gegen den Wind an lavi; 
ten. Kero, pranlian, redigerg. 
Pratan, ſchwatzen: von unerheblichen Dingen re 
. bu -R Es iſt auch Holländisch. . E. prate, 
und prattle. Gr. Dealer , reden. Daher auch 
— ———— Fratzen, poſſenhafte Reden, pugæ. 
Statt praten ſagen wir auch praatjen. | 
| Praat, Gchmäg.: R. Dat is wol man Praat: | 
Das find vermuthlich nur leere Worte, ohne 
Grund. Wiver⸗praat: Weibergeſchwaͤz. 
Präat; en-maker; ein Schwaber. R. In Oerabruͤc 
=: Praatiensdrüder.. S: - 
Prateln, Präteln, plaudern, : Dlappeen. R. 
Prätel, ein wafchhaftes Maul, le Caquet. R. | 
Prarzıa, flog, Abermürhig, In Hamburg. R R 
Beym Kilian ift pratten,  übermüshig: ſeyn. 


Wir ſagen auch patzig. | 
EZ 34 | 2 SS 


\ 369 . | Pra. Par. 


 Paieen,; Prabende eine Wohithat aus geiſtlicher 
Stiftung. So empfingen vordem die Geiſtiichen 
fire ihre Amtsverrichtungen, als Taufen, Leichen⸗ 
reden u. d. 9. Praͤven an Brodt und Fleiſch. 


So heißt es im Rein. de Vos, 1B. 29 Kap. 


Eme konde an der Provene nicht ghenogen, 
De em ſoͤs Monnyke updroghen. 
| Bifonders: wird das Hofpital zu St. Nemberti in 
hieſiger Vorſtadt, woſelbſt eine gewiſſe Anzapl 
Perſonen, aufſer einer freien und beſondern Woh⸗ 
mung, an allerhand Einkuͤnften ein Gewiſſes ge: 
nieſfen, der Praͤnen genannt. Welche Einfünfs 
te durch eine maͤſſige Summe Geldes erkaufet wer⸗ 
den, und alſo eine Art Leibrenten find; Enen 
Praͤven kopen: ſich in Remberti Hoſpital kau⸗ 
fen, Enen Praͤven bewanen: daſelbſt woh⸗ 
nee Auch wird dieß Wort im gemeinen Ge 
brauch fir einen: jeden beflimmten Theil genorüen. 
It hebbe minen Praͤven all kregen: ich habe 
ſchon erhalten, was mir zukoͤmmt. 
Prävener,, der. eine Praͤbende zu gehieffen bet, prae= 
bendarius. Eine, der in Nemberti KHofpital 
zer. 
Präven- beten, eine eine abaeneſene Portion, de- 
menfum. 
Prxven- freter, im verachtenden Sin, einer, der von 
Praͤbenden Ieht, "der: geiſtliche Spenden im Muͤſ⸗ 
ſiggange verzehri. R | 
Pravestr, Prawft, Prof, prepeline. 
Prerzr. S. unter Prıie.: 
Preem, Pfriem. Sol Prien, Bon dem alten 
| bremen, 


/ 


! Pre Pre. 0 3b. 
bremen, flehen. Vergl. Braam, Genift, 
- + Pfrtemenfraut. Es kommt im Urfprung und der 
Bedeutung überein mit dem uralten deutfchen 
Wort framea, ein Spieß. Wovon Tacitusde 
Mor. Germ. c. 6. rari gladiis, aut majoribus 
‚lanceis utuntur: haftas, vel ipforum vocabu- . 
lo frameas gerunt, angufto et brevi ferro, 
‚Jediita acri et ad ufum habili ut eodem telo, 
prout ratio pofeit, vel cominus vel eminus 
_ pugnent. In der mittlern Zeit hieß framea ein 
Dolch, oder Stillet, fo man in einem Stade 
verborgen teug : jet noch bey den Hollaͤndern 
Moord- priem. 
PRENTEN bieß im Anfange der Buchdruckerey ſo 
viel als, drucken, ein Buch drucken: typis im- 
primere. S. Friſch im Woͤrterb. Und ſo 
brauchen die Englaͤnder ihr print, wie die Hollaͤn⸗ 
"der ihr printen , auch neh. Fr. empreindre, | 
tat, imprimere. Bey uns, fo wie in Hamburg, 
beißt jezt noch prenten, groſſe zierliche Buchftas 
ben ſchreiben, Die mit; den gedruckten Aehnlichkeit 
haben: Fractur: Buchftaben ſchreiben. Eu 
Prent- fedder, eine breite Feder zur Sractur : Schriſt 
R. 
Paicnen, ſchwer athmen, engbrüſtig fen; feis 
chen. Chur⸗Braunſchw. 
Prı Er, Verfleinerungsw, Priöiken, eine Sommers 
laube, ein Luſthaus im Garten: und überhaupt‘ 
ein Zimmer, wo eine Geſellſchaft pflegt bey ein⸗ 
ander zu ſeyn, um ſich zu erluſtigen. Im vor⸗ 
uͤslichen Sinne beißt in Bremen alſo das vor⸗ 
35 ı | STE 


nd , R 
” ‘ ı . 


362 | Pr | 
| nehmſte Zimmer im. Stadtsweinfeller ‚ für ober⸗ 
keitliche Perfonen, und ſonſt angefehene Gäfte, 


m Paicer, Regiments: Scherge, Profes. lictor ca- 


ſtrenſis. Diefes jezt bey uns allgemeine Nenn: 
wort iſt aus einem eigenen Namen entſtanden. 
Denn vor einiger Zeit hatte man in Bremen einen 
Profos Namens Prigge, welcher dieſe Wuͤrde 
lange bekleidet hat. Nach deſſen toͤdtlichen Hin⸗ 
tritt hat man, aus Gewohnheit, nicht nur den 
unmittelbaren Nachfolger deſſelben in dieſem Amie, 
ſondern auch alle folgende Profoſe, Priggen ge⸗ 
nannt. Der Wohnkeller unter dem Rathhauſe, 


in welchem ber Profos Prigge gewohnet bat, und 


welcher jezt mit zum Stadtsweinfeller gezogen iſt 
beißt daher noch Priggen: Keller: Wir bemer: 
ken noch, jeboch ohne Abſicht jemand zu ſchim⸗ 
pfen, daß im Engliſchen Prigt einen Dieb, 
Schelm, bedeutet. 


Prix, ein Punkt, ein Stich. A. ©. Prikka, 


punctum. Din. Prick. Up’n Prik: ganz ge 
nam R. und S. Wir — auch: Up'n Plit: 
S. Plik, unter Prarx. . Daher 


2 Prikke,. Aal-prikke, ein Kammfoͤrmiges eiſernes In⸗ 


ſtrument , deſſen Zaͤhne Widerhaken haben, wels 

ches an einer Stange befeſtiget iſt, womit man 

die Aale unter dem Eiſe faͤngt. Naͤmlich man 

hauet kleine Loͤcher ins Eis, wo man Yale vermp 

rihet, und ſticht mit der Prikke auf den Grund: 
ſo bleiben die Aale, welche getroffen worden, zwi⸗ 

ſchen den Widerhaken bangen. 
Prikkel, und Prökel (m: ein Suchel. In ſonder 

| ‚ heie 


Pax. WVWB 363 
heit, ein dannes zugeſpihtes Stzcklein , womit 
man die Dünnern Gedaͤrme, bey dem Wurſt ma⸗ 
chen, zu heftet. R. Zu 

Prikkeln, und Prökeln, y.) ſtechen. Dat priffelt. 
mi: id habe eine ftechende Empfindung davon. 
De Wurfte priffeln Cin Hamburg pröfeln), 
mit einer Nadel in die Wuͤrſte fiechen, beym Ste 
pfen, oder, auch im Kochen, damit die Luft beraus 
"gehe, und fie nicht berften. Bey uns aber ift, 
Wurfte proͤkeln: die Wuͤrſte, wenn fie geſtopfet 
‚find, mit dem Proͤkel verfchlieffen. 
2.) Proͤkeln heißt auch ſtochern. Mit der Natel u 
in de Täne pröfeln: bie Zaͤhne mit der Nadel 
flohen. | 
Pribkken, “ ſtechen. A. ©. prikkan. €. to prick. 
| Din, at prikke. Mit der Natel priffen: mie. - 
der Nadel flechen, oder etwas durchloͤchern. Ale 
priffen: Aale mit der Prikke fangen. S. Prix- 
ke. 
An prikken, oder An prikkeln, anftchen, anfpor: | 
Zn, anreisen. 
Dör prikken, durchſtechen, durchlochern. | 
"In prikken, einftechen, ein Lech. einflechen. 
To prikken, fortfahren zu ftechen. 0 
- Prikkel-flede, Prökel-[lede, ein; Heiner Scfietn, 
den der darauf; figende. mit zween Stöcden, die . 
mit eiſernen Spigen befchlagen find, die man 
Proͤkels nenner, auf dem Eife ſelbſt forttreibet, 
Prıxexz, Neunauge, murznula 
Prıxxer ift im Ditmarſ. eine Kroͤte. 
Paızıexum, mit ben Handen rollen, als Bachs, | 
| ER 


Pr 


264 I u „ Pro. 


oder Teig. . was zwiſchen den Sanden 
gerollet iſt. Chur⸗ Braunſchw. mn 
Prim- ALTAAR, der hohe Alter: von primus, ber 
vornehmſte. In einer Urkunde des Kapitels. PN‘ 
©: Anfcharii in’ Brenen, von 1397. Ofk fo 
mogen de Bommenftere unfer Rerfen: dat vor 
fereven Belde zunte Dorotheen‘ eres hilgen 
Avendes, unde in eren hilgen Dage, zetten 
vor unfe Prym Altar, unde in Begenfniffe 
‚Der vorfereven Broderſcap uppe dat zulve Al⸗ 
tar ꝛc. 
| Prınısere N, einer Sache tief nachdenken, ſpictiſ⸗ 1 
ren. He primiſeret darup: er denket ber Sa; 
che tiefſinnig nach. In Hamburg ſagt es ſo viel 
als, phantaſiren, im Haupte verwirret ſeyn. Hü 
Mattheſon leiter es ber von primiberio, fcil. 
cantore. SR. E 
Prinz N, grob and ungefhicht nahen. ‚Herr Richey 
ſchreibt es pruͤnen. To prinen: ſtummpethaſt u 
näben. ° 
Prinerije, Stümperen im Nahen. R Ro 
PRGöKEFEL. ©, Prikkel, a EEE 
ProrrEn, hinein fopfen- oder wingen, vol Ropfen, 
ſtipare, farcire. To proppen, zuſtopfen, als 
eine Flefche u. d: 9. Schw. proppa.: H. prop- 
pen. . Man vergl. das Gr. een, obturo, 
obftruo, Propped; gepfropft, voll geſtopft. 
Propped sul, feft und: voll geftopft, voll Ki 
drückt und gepreßt, ſpiſſe plenus. 
Propp, Pftopf, Stöpfel auf. einer Flaſche, oder dergl 
u feier , ein Pfied auf einer Ladung im Schieß⸗ 
| Ä gewehr. 


Sn 





a _ No 
Pro. Prü, 2 365 


gewehr. E. Prop. Sm Schey, oder an⸗ Ver⸗ 
achtung, nennet man auch ‚einen, kurzen dicken 
Menſchen enen Propp Ein pöbelhaftes 


= Schimpfwort iſt: Propp up der Schiet ; kru— u 


fen. -. 

ROVEN, Pröven (a); peifen : probiren ,. koſten 
ſchmecken. Es kommt mit dem Lat. probare 
uͤberein, oder iſt daraus gemacht. | 

tove, Probe, Probeſtuͤck. 

rörer (os), Probirer, "explorator, examinator. 
Kuͤnd. Rolle Art. 136. Dof en ſchall nemand 

2 neen Bremer Beer unt.foeren — idt er 
Bi thovoren geprovet van den Proevern: ah 
; fol Niemand Bremer Bier ausführen, es fey 
„' denn vorher von dem Probirern geprüfet. ” 

RövEn (on), Praͤbende. &.Präven. 

RUDDELN, ‚anfangen: zu Fochen, aufwallen. R. An⸗ 
dere ſetzen ein | davor sub ſagen ſprudeln. 
—* druͤcket den Laut aus, den man im Kochen boͤ⸗ J 
ret.— ] 

RUDDELN,: im Chue⸗ Beaunſchw und-Dsngbr. be 

1 omuben,. nerunſtalten, Prudderig, ſchmutzig, 
verunſtaltet. Pergleiche bruddeln —. unſpubere, 
ſchlechte Arbeit machen. | 

ROLL , Prulle , - eine nichtswuͤrdige Sage ‚en 
ſchlechtes Ding in ſeiner Art. Nach dem Richey 

J ſind Pruͤllen alt verlegen Zeug: Pruͤllker, ein 
— „Knicker. Cs ſcheint von obigem prud⸗ 
deln, pder bruddeln, nit Perbeiſſung des dd, 
zu ſeyn. Een Prull vam Keerl: an ſchlechter 

| Kerl. 


366 nn Pau. | 
Kal. Een Prull vam Voet: ein elendes 
Buch u. ſ. w. 
-Prümmer, en Brocken. Pruͤmmeln, cbröckeln, 
zerbroͤckeln. Hanndv,. W 
Prünzn, ſchlecht naͤhen. S. Prınen | | 
PRrunKEnN, 1.) neutr. in dem beften Kteiderpuf 
glänzen, Staat und Figur machen, prangen, ſtol⸗ 
ziren. H. pronken. €, prank. Wenn wie | 
auf den Grund geben wollen, fo ſtammet dieß | 
Wort ab von dem alten Brun, Brunia, Bruni. 
ge, Pun: % 6. Bym: Schw. Bringe: 
7° welche esltifchen Urfprungs find, und nicht nur die 
Bruſt, fondern auch einen Bruſtharniſch, andeu⸗ 
ten. Wachter unter Brun. Daher hat man 
mit der Zeit brunieren gemacht, welches noch 
-jeßt bey den Goldſchmieden ſo viel, als poliren, 
glaͤnzend machen, iſt: eigentlich aber, die Harnb⸗ 
ſche und andere Waffen glänzend machen, Wel⸗ 
he Wort auch bie Franzofen behalten haben: 
hrunir, pofiren, und Brunifloir, ein Brunier⸗ 
Stahl. Brunk hieß daher vor Zeiten, dee 
Glanz, den die heil polirten Waſſen und Harni⸗ 
ſche in der Sonne von fih warfen. Man ſiehet 
alfo, daß brunfen, oder, wie wir jetzt fagen, 
prunken eigentlich Heißt, in Heil glänzenden Waß⸗ 
fen prangen. Mit der Zeit aber iſt es auch von 
anderm Kleiderputz gebrauchet worden. G. 
Feiſtt⸗ Woͤrterb. unter Brunieren, und Brunk. 
Prunken as een Paulum: Rehisen, wie ein 
Pan — | | 

| = ro J 2.) 


| Pu _ | 367 

2.) active... Up nn aufpugen, den beſten 
Pug anlegen. E. prank up. 

unk, Kieiderftaat, Aufpuß, Parade, Sinen be 
ften Paasken⸗Prunk an hebben ; in feinem be 
ften fetlichen Putz erfcheinen. Up'n Prunf 
ſtaan: zur Parade, zur Schau ſtehen. Was 
Prunf im eigentlichen Sinne ausdruͤcket, ift fo 
eben unter PRUNKEN bemerker. 

unker, ein Figur: Macher, ‚der über feinen. Stand 
und Vermögen in fchönen Kleidern pranget. Een 
Prunker up der Straten, un Pracher in der 
Katen: ein Menfh, der zu Haufe kaum das lie 
be Brodt hat, aber, wenn er r ausgefet, e eine groffe 
Figur machet. | 

unk- bedde, Parade: Veir. 

unk- makerſke, Putzmacherinn. u 

TUSTEN, 1.) niefen, ſternutare. Es ift von 
brufen, braufen, Geraͤuſch machen. 

2.) pfuchzen, wie die Kagen, oder Hamſter. Sprw. 
Wenn de Katten pruftet, will't good. Weder 

, werden. Im uneigentlichen Sinn ift pruften 
ſchnauben für Zorn. ‘- - ° 

J, a pu! eine Interjection der Kinder , wodurch ſie 
Eckel und Abſcheu vor etwas Garſtigem and Stin⸗ 
kendem anzeigen. Man hoͤret es auch als ein 
Nennwort brauchen. Dat is a pu: das iſt ein 
Dreck, oder etwas garſtiges. Vielleicht iſt a pu 
das verderbte Fraujoſ ſche al put, es Rinft, Dis 
‚ber ift 

fegel, für Pufege, oder a pu fin, ber unteefte 

Kirchen⸗ 


N 


368 .  . Puc Pop. 


Kirchenknecht, der die Kirche teren , und den 
Kirchhof vom Unflate fAubern muß. 


Puvagel, nennen die Bauern den Wiedhopf , entweder 


wegen ſeiner ſtinkenden Unflaͤtigkeit, weil er ſein 
Meſt aus Koth macht; oder von ſeiner Stims 
me. Der letztern Urſache wegen heißt er auch 
bey den Landleuten Puup⸗oß: ſo wie bey den La⸗ 
teinern upupa. E. Hoo-poop.. Der erſteren 
wegen nennen ihn die Miederländer Kackhaan. - 
Puchen, pochen ,‚ twoßen, troßig drohen. Es iſt 
mit puffen, klopfen, ſchlagen, verwandt: und 
fchliege den Begriff des Schlagens in fih, da ein 
trotziger Pocher fo oft mit Schlägen drohet, und 
auch wel in der Hitze des Affekts mit geballter 
Fauſt vor jemanden auf den Tiſch fchläge. Das 
her auch das: Hochdeutſche pochen nicht nur ein 
trotziges Drohen, „ſondern ‚auch. das Stampfen 
und Zerſtoſſen der —* in den Bergwerken, an⸗ 
deutet. 


Popoıa, dich, J Eiwa von Butt, ſuurf , groß, 


vo Daher 

Pudding, ein in Waſſer gekochter dicker Kuchen. Eben 
ſo im Engliſchen. H. Beuling. Ditmarſ. Bud⸗ 
den, und Mehl⸗buͤdel. Vergl. Pottje-büel, 

Puddeln Pudeln, im Gehen wackeln, von einer 

ESeite zur andern fallen, wie dicke, fette Perſonen, 

und kurzbeinige Thiere-zu thun pflegen. R. Das 

Her Hat der Pudel, Pudelhund, feine Benen⸗ 


nung, wie Richey richtig anmerket, weil er hinter 


feinen Herrn an pudelt, oder wegen ſeiner dicken 


HBoaare ju wackeln feinen, Verwandte Woͤrter 
| ſind 





Pop Por. 369 I 


fd wudbeln, mei, wurreln. © Wem | 


Pudde-wurft, eine dicke Wurſt, „Blutwurſt. it. ein 


dicker fetter Menfch. R: Fr. Boudin, BE Beu- | 


ling ©, unter Purt- ende. 
-Puddel, nd u 
Puddel- rund. &. unter Poren. oo. 


Pudel - dikk, ſo defoffen, daß einerauf den Beinen = 
nicht ftehen kann. Zunaͤchſt von pudeln, war⸗ 


— keln. 


_Puoer, eine Art dick bedrigte Hunde. ‚©, Pud- \ 


deln. 


\ 2 ein kurzes Stuͤckſaß oder Lagerfaß zum Wein. J 


3.) ein Febler, Verſehen. Beſonders ein Fehl⸗ 


"warf im Kegelſpiele. nen Pudel maken, und. 


pudeln, einen Fehler begehen, R. 


Punzn, 1.) . Puder, Haatpuder. ER poudre. E. = 


Powder. 


| 2) Bor Alters, Gewuͤrz, fein geſtoſſenes Geroin, . 


aroma. Gepuderde Soppe, oder, wiebeym 
Chytraͤus, gepuderde Juche: eine gewuͤrzte 
Bruͤhe, jus aromaticum, embamma. Man 
| fagt auch Puer. 

 Puvackı, und. | 
| Purncen © oben unter Pr. Ä 


p UFF, ein Schall, ein derber Schlag, oder Ei 
Ein Wort, fo den Schall eines Schlages nachah⸗ 
met, eben fo, wieParr. Lat. barb, Bufla, u 


“ eine Ohrfeige. Span; Bofeton, 


Ruffen, verb.: druͤcket den dunkeln, dumpftgen Schall | 
eines, Solg⸗e oder Seſes, vder Schliſſes/ 
Aa 


X 


23. 


Du 


370 | Por Por. | 
aus. He fleit darup, dat at vaſſet er 
ſchlaͤgt derbe darauf. 

Verpuffen, fi ſich ſelbſt um etwas bringen, durch Mach⸗ * 
laͤſſigkeit verluſtig gehen. NHanndv. - 

PUFFRR, I.) Sackpiſtole, Terzerol. Bon Puff. | 
Man fagt auch Tagfenspuffer.. Und im Scheer 

‚je wird eine Brantweinflaſche , welche die Säw 
fer pflegen in. der Tafıhe in tragen, Tasten ‚puff 
fer genannt. Ss Ä 

J 2) ein dicker Kuchen. 9. Poffertje, und Poffen- 

‚brood: von pof, aufgebfafen. E. to puff, auf 


blaſen, auffchwellen. Fr. bouffer, eben das A 


boufſfir, auflaufen, ſchwellen. 

Puux. ein altes flehus Bette. In Hamb. Punch 
und Poof. R. im Nachſch. Im Hanndv. Pu⸗ 
che, ein Beue, Polſter. Die Englaͤnder haben 
ein Work, Pucker, melches von einem Kleide,. 
oder Stuͤcke Zeug gebraucht wird, das, weil es 
nicht genugfam ausgeftopfet iſt, in Falten zuſam⸗ 
men faͤllt. Welche Bedeutung ſich ſehr wohl zu 

Puuk ſchicket: da es nichts anders iſt, als ein 

aus Mangel an genugfamen Federn in Falten zu⸗ 

ſammen fallendes Bette. 

‚Puxen, 1.) klauben, zwacken, ſchaben, kratzen. 
Af puken, abkneipen, abkratzen, z. E. die ver⸗ 
dorreten Blattern, den Schorf oder Grind. Luͤ⸗ 
ſe puken: uf jagen: ſchaben wo es einem 
jucket. J | | 

2.) eine Kleinigkeit behende ſtehlen, tleine Diebe 
rey begehen, R. Im Eur: zunſche. peiken. 
Lelboe Gloffa. Chauc. pocken. E. poche, 
| poach, 


— 





Pux. u 371 


poach, heimlich weg maufen : poke, mit dem 
"Singer, oder Stecken, worin herum rühren, 
Das Stammwert iſt das A. ©. Pocca, Poch- : 
‚cha, Poha, eine Zafde: E. Pocket, Poke, 
Pouch, Bag: Sr. Poche:. Verel, in Ind. 
Bagge : Hochdeutſch Ficke. S. auch unſer 
PVXXE, und PuNGEL. Aus Vergleichung 
dieſer Woͤvrter ſiehet man leicht die, Verwandſchaft 
der beyden Bedeutungen, klauben, und ſtehlen: u 
und dag pufen, weg pufen, eigentlich. fagt: in 
einer Taſche klauben, um ſie zu beſtehlen: oder, 
in ſeinem Sad ſtecken. In welchem Sinn auch 
die Engländer ſagen: to pocketup. Mit pu- 
ken kommt nahe uͤberein fuken, fukeln; welches 
nachzuſehen iſt: und das veraltete pochen. ‚ plüne 
dern, diripere, beym Friſch im Woͤrterb. 
Pubkerije, behende Dieberey, geringer Diebſtal. Hans 
nd. Peikerie, Pikkerie. 
Puukhaftig, diebiſch, der lange / Finger machet. R 
Purke, Paͤcklein, Buͤndel. Chur: Braunſchw. Hier 
im Bremiſchen ſagt man Punge, Pungel. | 
. Pure, 1.) Nürfen, Buckel, dorfum, gibbus. 
Von Bak, Rüden, 
2.) eine Art eines Fiſchnehes, eine Reuſſe. Im 
Ditmarſ. | 
Pukkelhomo , Pukkelhomini, ein Vudtigers Es 
| iſt eine ſpaßhafte Verdrehung des italiaͤniſchen Fa⸗ 
miles Namens Piccolominii. | 
‘ Pukkel-up, eine Art Ballfpiels, woben man ſich eins u 
| ander mit Baͤllen auf den Ruͤcken wirft. \ 
PUzEEN, pochen, klopfen, ſchlagen. H. beuken. | 
Yan on a- 


\ 


> ! 


Due ı 2 . Bu 


Sr. bırauer A ala porte, an bie Thare Fiopfen. 
. Bielleigpt geböret hieher Buff, Bock: und das 
- $at. baculus, Stock. ©. Machter in Pochen. . 
Dat Harte puffet mi: das Herz klopfet mir. 
Pukkern, verbum frequent. immer auf einen klo⸗ 
pfen, oft ſchlagen. Berge.‘ biffern, und bis 
fern: und das €, to bicker, flteiten, zanfen. 
Enen in dem Rugge puffern: einen auf den 
Ruͤcken ſchlagen. He ſit'r jummer up to-pußs 
- fern:: er klopfet ihn alle Augenblick, Ä 
Puk-vagd, Puk-vagden. ©. unter Vacn. 
Puk-fuuft. Unter Fuust. 
Pvıen, klauben, kneipen. it. zupfen, rupfen, sem 
ren. E. pull. R. In der Naͤſe pulen: mie 
dem Finger in der Naſe wuͤhlen. Up der Naad 
pulen: den letzten Heller aus der Taſche ſuchen. 
ut pulen: heraus klauben. De Nateln uut 
dem Tuͤge pulen: die Stecknadeln mit ſpitzigen 
Fingern aus den Kleidern ziehen. Es wird ‘auch 
von Schlägereien und Haarzauſen gebraucher, 
He het em enen to pulet: er hat ihm einen ders 
» ben Schlag werfegen. Se pulet fif: fie zaufen 
ſich berum, it. fie tändeln, als Verliebte, mit 
. einander: hauptſaͤchlich, fo fern es ein Werk der 
Hände if. Du mooſt daar nig an pulen: du 
mußt mit dem Finger nicht daran tuͤhren. Af 
pulen: ‚Durch öftere Berührung, oder durch Kras 
Gen abreiffen: wie z. E. bie ‚Kinder die Blattern 
abkneipen. 
Puleken, Pulken, aimin. ein wenig, Elauben ‚ ober 


Eneipen, wie Die Kinder mit ihren kleinen Fin⸗ 
.. ger 


r 


J 


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L . 
N—— - ; x — 
1 * 
* 


Pu 00000 Br 


geen. Up den Knaken pülten: * an den Kno⸗ 
chen nagen; aber ſo, daß man nur ein weniges 
zur Zeit ab klaubet: minutim carpere. 
Puler,..ein Klauber, der bey einer feinen Arbeit, wo: 
bey viel zu klauben ift, ſich feine Mipe und zeit 
dauern laͤßt. ro 
. Pulig, adj. woran viel zu klauben iſt. R. — 
Puul- arbeit. Pulige Arbeit: eine ſubtile Arbeit, 
woju · Gebult und Zeit gehoͤret. 3. Ems 
cherarbeit, feine Stickerey u. d. g. | 
Puul- knaken, ein Veinlein, 1 woran noch etwas zu na⸗ 
DR > 2 2 
Purx ift en Schimpfwort, momit mar ein ſchlotteri⸗ 
ges und unreinliches Weibsbild beleget. 
. PorLKEN wird von einem klopfenden Schmerzen ge⸗ 
| braucht: fehmerzen, brennen, als eine Wunde 
Pure, eine Flaſche, -eine Kanne mit. einem dicken 
Bauche. it. ein dem Trunk ergebenes Weib. 
Dieß Wort. verräch feinen celtiſchen Urſprung. 
tat. ampulla.. .&, Bowl, ..9, Pull. : A. ©. 
Bolla. ° st. Bolli. Gr. aus, . Bol, oder 
- Bül, bar Oberfat den Begrif des Runden ımd 
Bhudigin. S. Wachter in Bulle, vas poto-. 
rium. Vergl. Buddel, , Buttel, eine Flaſche, 


=. eu 
. & 


Bouteſs: - weiches gleichfalls zu dieſem Stamme⸗ 
geboͤret. Beer» pulle, Bierflafche, Bierkrug. 
Blak⸗ pulle, Dintenflaſche. Brandewiens⸗ 


pulle, Brantweinflaſche. it. ein Weib, das. 
"gern Brantwein ſaͤuft. Oelje⸗pulle, Def 
ſche. Suup⸗ pulkı eine. Sauferinn, u. a. m. 


2— 


a4... Peu 00, 

| Pullen, ſaufen, flarfe Züge thun. €, pull, ziehen. 

Herum pullen: den Trunk in der Geſellſchaft 

| herum geben laffen. Uut pullen, austrinfen. 

Puliken. r trinken, die Pulle oft vor ben Mund fe 

u Gen. 8. 

Pull-metter, ein Säufer: eigentiich , ber Meifter ift 
‚über die Flaſche. Pulb imeſterſ ke, eine Saufe 
rinn. 

PuLmenT, Mus, Brey, puls, pulmentum, ih 
in einem Gtiftungsbriefe des Ilſabeen Gaſthau⸗ 
ſes in Bremen gefunden. 

PuLsk,; Rohrkolbe, Teichkolbe, Es iſt eine Art 
Schilf, auf deſſen Stengel oben eine braune Koh 
| be ſtehet, worin. der Samen ift: typha.paluftris. 
| PuLszen, im Waſſer plärfcheen: im Waſſer, Ider 

mit dem Waſſer ein Geraͤuſch machen: mit Spuͤ⸗ 
len viel Waſſer verſchuͤtten. R, Wir ſagen auch 
paalſken, und plaſken: weiches letztere hachzuſe⸗ 

Ben iſt. Pulſken un palſken, iſt daſſelbe, 

was: waſ ken un plaſ ken, welches oben ange⸗ 
fuͤhret iſt. 

To pulſken, zu ſchatien, umgeſtumlich zu gieſſen. 
| Daar hebt fe Water to pulſ ket: es iſt Waſſer 
dazu gefchüttet. R, 
| "Vut at pulf ken, dureh ungeflänte Bervegung,. oder durch | 

ſtarkes Ruͤtteln, verfchätten. R. Saat idt nig 
uut pulſken, ober aver pulſ ken: verſchattre es 
nie 

Verpülfken, verfpien, mit Waſchen und Soulen ver⸗ 
| ſchuͤtten. it. mit Waſer vermengen, verfälfgen. 
R. | 

| _ Pulfk- 


Pot. Pum. BE 373 . 
J Palsk- ei, rin &; das, wenn es geſhättel wird, ein 
Geraͤuſch macht; woraus man erkennen kann, daß 
88 faul und verdorben ſey, ein faules Ey Man 
Braucht auch pulsk, fie faul, wenn von Eiern 
| Be iſt. Dat Ei is pulsf: das © iſt 
fau . 0. 
Pulsk - paisk, em ſchlechtes Gertrane J londemich ein 
ſolches, das durch Zugieſſen worden iſt. Imsl. J 
eine ſchlechte duͤnue Suppe 
PriLster, Polſtet. ©. Pör, und Burr-sax. | 
Pure, tappe, tumpe. Ss iſt mit PaLte ein 
Wort. R. 
Pultrig, jerlappt, zerlumpt. R ©. Pattrig. 
—7 poltern, ein. Geraͤuſch oder Larm machen 
TR Wetſen, Schlagen, Ballen. it. mit Geſchrey 
und harten Worten. Damit kommt in ber Ber 
. deutung Überein das tar. phitare, pulſate, Mer 
Pfen. . Schw, bulira. S. Buster. 
Gepulter, Gepolier, Laͤrm, Geraͤuſch. Wir haben . 
bier die ſeltſame Kröemsart! mines Gepulters, 
fuͤr: meinent wegen: wenn man etwas wit eini⸗ 
| - yeri Unssitfin einwilliget oder zugibt. 
Phne. Pomp, Geptänge, pompa. Daher 
Pump- boxe, vor Zeiten, die groſſen praͤchtigen Ho⸗ 
"fen, wozu viele Ellen Zeugs gehoͤrten: ſpani⸗ 
ſche Pomp-hofen: Jetzt nennen wir noch alſo die 
weiten Schifferboſen. it. ber ſolche Hoſen trägt. 
Im Spafe, Jan Bump; bope. \ 
Watz Pump, ein wunderlicher Menſch eingebildeter | 
Phantaſt. R. 
Bunr, ‚ Pampel, Pump- ok, ein Sıöffl, Stem⸗ 
Aaa4 | SS 
a | 


NND 






.. Bfers ein dickes Stüd Holz, zum Stampfen, piftil- 
lum. Spruͤchwortsweiſe wird es auch von den 
geringſten Kleinigfeiten unter dem Hausgeräte 
gebraqucht. Deapber. ein dicker ungeſchickter | 

Menſch. 


Pumpeln, Rampfen ,, im Moͤrſer ofen. R.. Diefe 


%. 


Pumpen» barer, ein. Pumpenmecer, Brunnen 


: Wörter haben; fehmwerlich einen. andern Urſprung, 
als den Ton des Stampfens. 


Punrz, Pumpbruun, Pumpe: antlia, machina 


hauſtoria. Ein: Wort, das vielen europaͤiſchen 
Sprachen, als der Holloͤnd. Engl. Franz. und Spa⸗ 
niſchen, gemein iſt. Im Chur⸗ Braunſchw. iſt 
Pummp eine Pfute 





Bon baren, bobren: weil⸗ er. die ie Robren 
Pumpen bobret. * 
Bun, 2) Pfund, übra 16 unciarum.. Cod. 
Arge und SS aud Pund.- 8; Paund. 9. 
“Pond. : fat: pando, :: Bunde fampen: tie 
Pfunde nach dem gefegraiigen Gewichte beſtim⸗ 

| men und. bezeichnen · 
| 2.) Vor Zeiten war Pund in Bremen Luch eine ein⸗ 
gebildete, nie geprägte, Minze. Stat 22. by 
ſoſtich Punden: ben Strafe won 60 Pfunden; 
Ein Pund aber war. ao Bremer Grote: wie Yb- 
mer. ben dieſem Statute anmerket. Es iſt an 
merklich, daß die Alten gemeiniglich. ihr Pfund, 
wan es vom Gelbe gebramdht wurde, in zwanzig 


.Xpeite getheiler haben, 3. &, ein Pfand Steri 


Ting it 20 Schillinge: bie franzoͤſſſchen Pfunde, 
— 2 a | |; 


\ 
/ 


Pux. = 5 j : 377 


ober Livres de France, haften a0 0 Saus, oder 
franzoͤſiſche Schlilinge. | 

"Pundern, 1.) ſchwer wiegen, viele: Pfunde im Ge⸗ 

wichte haben. So ſagt man, wenn man von 

dem Gewichte. eines. gefihlachteten Ochfen muth⸗ 

maſſet: he will braav pundern: er wird nicht 

wenige Pfunde halten. | 


2.) hoch anrechnen, aufmusen, für ein groſſes Ber. 


— 


brechen rechnen, und als ein ſolches ſtrafen. Dat 


hebt fe em hoog pundert: das haben fie ihm als u | 


ein groffes Verbrechen angerechnet. 
Punde-kämper, ein beeidigter Mann, der die Pfun⸗ | 
de nach” dem gefeßmäffigen Gewichte beſtimmet 
... und bezeichnet. S. Kämpen, unter Kamp. ‘ 
Puße, -Blutgefhwär, carbunculus: Ik moot de- 
Pune (oder. den Puun) man ut druffen: . 
ih muß die unangenehme Waprpeit nur beraus 
ſagen. In Osnabr. Pue. 8. — 
Pona, Punge,. Pungel, ein- Bandel, Packlein, 
7 ‚voller Beutel. A. S. Schw. und Daͤn. Bung, 


Pung, Lat: barb. punga, puncha, pochia, ° 


x... pera, Gr, barb. mouyyn, wovyyior, facculus 
burſa, crumena ex .corio. Cinige, fonderlih 
neuere Mundarten, Haben das n verbiſſen. E. Po- 
2. cke, Pouch, Pocket,: Bag: Daher auch das 
H.“”oochdeutſche Pad. Fr. Poche. Syst, Bagge. 
- ©. &, Jun. Etym. Angl; voce Bung: und Wach⸗ 
“2er in Pack. Een Punge Geld: . ein ſchwerer 
Beceutel mit. Gelde. He het enen ſwaren Dun, ⸗ 
* m to draͤgen: er hat eine ſchwere Buͤrde zu tra⸗ 
— #5 gen. 


ar 
R 


378° © Pux Pur. 

den. Sn Osnabr. if Punge ein Heine Sad 
Geetreide. 8. 

Pungeln, einen ſchweren Pack tragen, ſenderlich af 
der Achſel, bajulare. He fumt an pungeln: 
en bringe es getragen.“ Sit san af pungeln: 
ſich ganz muͤde tragen. 

Hakken. pungel, eine Laſt, ‚die inem an die Ferſen 
ſchlaͤgt. So neunen auch diejenigen ihre jungen 
Kinder, welche ſich eine Saft aus benfelben mas 
hen. 

Punken-Dier, ein Deich, nebſt den daran ſtehen⸗ 
den Haͤuſern, an der Weſer, in der oͤſtlichen Bor 
ſtadt von Bremen: : welcher ehemals ungächtiger 
Perſonen wegen uͤbel beruͤchtiget war. €. Punk, 


— eine gemeine Hure, proſtibulum. 
 Puns, Punz, Haarneſtel. aufgeflochtene Haare. Ep 
Braunfhw. 


Put, Punte, Spige © und 8. Point, Holl. 
Ppunt. Vom tar. punctum. R. Den Munb 
in de Punte teen, oder dat Mundken int 
Puntken teen: den Mund ſpitz zufammen ziehen. 

Pour, druͤcket den Schall: ‚eines heimlichen Windes 
aus: ein Wind, crepitüs ventris. \ 


= Pupen, ‚einen lauten Wind reichen laſſen, pedere. 


. Puup-eers,: der Hintere ws wird nur ben Kindern 
gebrauchet. --/ 
Puup-oss, ein Wiedhopf. S. Puvagel, unser Pr. 
PUurrEHN, gitten, beben. Dat Harte puppert 
mi im Live: ich Babe ſtatkes Herzklopfen. it. Das 
dun ziuett mir ef Angſt. Daher Pabbert. 
| > Ss Bus» 





/ 


on Pus. 379 
| ©. Bunseer. Cs ſcheint das freguenitati- . 
.vum von beven, beben, zufen.. | 
Puur, oder Puer, für Puder: alles was zu Pulver _ 


gemacht iſt. Peper um Puer:  allerband zu 


Pulver geſtoſſene Gewürze. S. PUDRR. 


Puun ‚ rein, unvermiſcht, unverfälfchet, purus, 


Wenn wir wine Sache genau befchreiben wollen, 

fo fagen wir: puur uut; ‚ganz und gar, durch⸗ 
aus. Puur ut, as nicht anders. als 
He is puur uut nig wies: er iſt ohne 








DE Bu Zweifel nicht bey Sinnen, Dat moot if puur 


—uut nog doon: ich ſehe Fein ander Mittel, als 
dieſes zu thun: ich muß mich nur dazu entſchli 

ſen. | 
Puavırew, durch eine verderbte Ausſprache / für | 
brcodiren, Sr. broder, fiden.: 5 
Purrer, für Puddel, Subft. ein dickes Ende , ab 
was kurz und dick if. ©. Pupvic. Ct 
dikken Purrel: ein Furzer dicker Menſch. 


#Purrel-rund,: ruͤndlich dick, rund ausgeſtopft. Man 


braucht es auch von einer hoch ſchwangern Dan 
He het fif-purrelsrund apen: er ift ganz be 
foffen, €. burly, dickielbig: Purl, “eine Art J 
.. Bier. met 
Purrein, purzeln,. Surzefn, — J 
Punnen, eigentlich, mit einer Soihe in einem Din⸗ 
„ : ge Plauben, oder wuͤhlen. it. ſchuͤren, aufruͤhres, 
anregen, reizen. R... Hol; porren. Uut pur⸗ 
ren: ein doch oder eine. Roͤhre, die verſtopft iſt, 
... mit einem Stichel, oder einer Raͤumnadel, reini⸗ 
gen. Dat Ser up purren: das Geyer auf⸗ 


N RR 


“ 


2.880 


ſchuͤren. Enen purren? jemand zerren , zergen, 


zum Zorn reizen. Purre mi-nig: reize mic 
nice Ik laat mi nig pürren: oder, up der 

ale purren: : ich laſſe mich nicht auf ber Naſe 
ſpielen, ich bin ·kurz angebunden. Laat mi un⸗ 


gepurret? laß mich -ungezerret..: An purren: 


anſpornen, anreizen. Um purren: umruͤhren. 


vorn en; durch Purren, d. i. Stechen und Boh⸗ 


ten, machen, daß etwas verſtopfet oder ſonſt vers 
derbet wird. De Sake is verpurret: die Sa 
che iſt durch ungeſchickte Behandlung vederbet, 
oder ſchlimm gemacht. | Ä 


Pierken, oder beffee Pürkeh,' un, . | 
Pirtjen, flnd Werfleinerungsmörter von purren; we 
nig und ohne‘ Appetit eſſen. Eigentlich, bald Dies 


fes, bald jenes. in. bet Schuͤffel berühren, und ein 


wenig davon nehmen, klauben, pitiſſare9 


"Purrjak, die Kräge, Von purren, beruͤhren, und 


Joͤk, das Jucken. Denn das, Jucken der Kraͤtze 


reizet zum Beruͤbren mit den Bingen, oder wi | 


Kratzen. 


Purren, und: Das diminut. purtjen, in daſſche 


—Xä 


— 


Purt-- 


mit pupen: _ "&,FuRtEnN. 


" Purt- kötel, excrementum. S. Kören. Een 


luͤtjen, Purt⸗ ‚fötel: ein kleiner drolligter Junge: 
ein kurzer Monſch von laͤcherlicher Figur. 24 
endo, das Ende eines ditfen ——— zur 
Wurf,” it. die davon verfertigte Wurſt. Aus 
Spott: ein kleiner dicker Menſch, ein Kind, das 
nicht hoch gewachſen iſt. Es ſtheint zwar von 
urten iu ſeyn, 2 mn es das Ende eines Dicken 
Darms 


0 _ Pos, | as 


Darms bezeichnet: es iſt aber tg eine ver⸗ u 


WVerbte Ausfprache für Butt; ‚ende, - und. alſo dafs 
. . felbe mit. Pudde - wurfl. Man finder es auh 
ungekehrt Ende ; butt, beym Eborraͤus. In 
übe Enn⸗butt. 
us, der- Name der Kaben, wobey man fi ruft: es J 
ne Katze. E. Puſs. H. Poes. Ra 
hius-- katte, Puus»mau, baffelbe. _ j 
'uus - gladd,- Puus - wakker, aud) Puus- ‚katten- 
. gladd, fo gladd a8 Puus : aufferordentlich 
geputzt, fauber und veinlich ‚gekleidet. Es wird 
ſonderlich ‘vom Frauenzimmer gefagt. Die Siebe 


‚der Kagen zur Reinlichkeit ift eben fo befannt, als | 


die Neigung des fehönen Geſchlechts zum Puß: 
'use, pudendum muliebre. Isl. Puls: Cambr. 
Puttain. Gr. url. Im Franz. ift Putain, 
eine. Hure. Chauc. Puta, eine Hure! Pufa, ° 
. eine Ehefrau. ©. Leibn. Collect, Etym. P. 
L p. 40. 
AsEL, eine kleine Stube. S. Pıser 
Usgen, Wollengras, MWiefenwolle, linagroſtis, 
gnaphalion, Chytraͤus nennet es Wiſchen⸗ 
flaß. Es iſt eine Grasart mit vieler. und langer 
Saamenwolle. Vermuthlich von Puus, oder 
Puse. Püsfen wird wenigſtens auch bey un⸗ 
ſerm Pößel als ein Verkleinerungswort von Puſe 
gebraucht. | 
vusten,. blafen, flare. Gr. Surar. gIn Sch 
fehens Worterb. finder man bufen, umd in Wach⸗ ⸗ 
rers Gloſſar. bauſen: wovon puuſten, pauſten, 
frequentativa ſeyn ſolln. Dat Der an (rd | 
| W 


u fen: das Feuer anblaſen. Dat Lecht uut pi 
ſten: das Licht ausblaſen. In de Hand puu— 
ſten: In de Finger puuſten: bey kalter Wit 
terung den warmen Odem in die Hand, und auf 
die Finger, hauchen. Idt is een korten Som⸗ 
"mer, wenn man in de Hand puuſtet: Sprw. 
von einem kurzen Vergnuͤgen; ; oder von einem 
Houaͤlfsmittel, das nicht lange Dienſte thut. Se 
kan't jo nig klaar puuften: ich kann es nicht fer 
‚tig hexen, ich muß Zeit. dazu haben. Daar puus 
ſte ik wat im: ich gebe nichts Darum, ich achte 
nichts darauf. Hier ift puuften ein euphemif- 
. mus, für, pupen, fargen, fh * * So aud 
‚in der folgenden Redensart: ‚SE will di wat 
puuſten: : ich will dir dieß und jenes thun; wenn 
man einem mit Verachtung abfchlägige Antwort 
gibt, Puuften heißt, auch im Scherze, aus ei: 
nem Feuergewehr fehieffen. Den DBagel weg 
puuſten: den Vogel herunter ſchieſſen. Buͤn⸗ 
tings Braunſchw. Chron bey dem J. 1529. Sie 
haben mit Buͤchſen und Cartaunen in die Ve⸗ 
ſtung gepauſte. 
 Hachpuuften, Hechpuuften, eurz athmen , als ei⸗ 
"ner, der ſtark gelaufen iſt Sonſt auch hach⸗ 
en. 
Be: en, £uft ſchopfen, nicht mehr ſchwer athmen, 
ausrubhen. Sitk verpuuſten: ſich erhoblen: 
vom Laufen oder anderer ſchwerer Arbeit ausru⸗ 
hen. R. 
puſter ein Peiner Blaſebalg in der Kuͤche. it. ein 
Blaſerohr, womit man das Gen anblaͤſet. R. 
Ä und 


382 | u J Pus. 


Pus. Pin. — Be - 383 | 


amd 8. Schw. Puft, Sn Duriem, fufflate- 
zum. Een diffen Puͤſter: ein dicker Junge, 
ein kurzer dicker Menſch. Een Ende vam Puͤ⸗ 
ſter: eben das. Eigentlich bedeutet es einen, 
der gewiſſen Winden einen freien Ausgang verſtat⸗ | 
te - 

hftern, den Blafebatg Srangen : Das Feuer damu 
anfachen. un 

üfter-Nikker, der bie unbraudbaren laſchab ause⸗ 

becſſert. | 

üfter-flikken, überhaupt, verſte llte Dinge ausbeffern. | 
He het jummer wat to puͤſter⸗flikken: er bar. 
flets etwas auszubefiern. it. er brauchet faſt be⸗ 
ſtaͤndig Arzneien. 

uftern, heimlich reden, lüfter, ins Ohr blaſen, 

oder raunen. Es kaunn auch Yon dem Laut des 
Fluͤſtern gemacht ſeyn, wie muſiern, welches die⸗ 
ſelbe Bedeutung hat. 

wulte, Pufig, 1.) aufgeblafen von Luft, winrig, 
kolikaliſch. In Bremen iſt puſig am gebraͤuch⸗ 
lichſten: in embuns aber, wie auch im Hannoͤ⸗ 
perifihen prauflig, R- 

2.) Auf eine jede ändere Art gedunfen, geſchwollen, 
ruͤndlich fleiſchig. In dieſer Bedeutung fagen 
‚die Holländer poefelig: als, poeſelige Leden, 
ründliche, fleifchige Glieder, 

hus-bakke, Puuft-bakke, Pansbacke. R. und 8S. 
vuuſt · roor, Blaſerohr. R 


uu⁊ iſt das locwori,g womit man die walſchen Sie. Eu 


ner er rufen 
Puut- 


334— — Pur. u 
Puut- haun, Puter- haan, Puter- höner, wäle 


Hahn, kalekutiſche Hühner. E. Turkey-powt. 


Pautern, geſchwind und unvernehmlich reden. Von 
der Aehnlichkeit mit dem Geſchrey eines walſchen 
Hahnen. it. im Reden mit dem Speichel ſpruͤtzen. 


Porz. eine Art Fiſche, die in Pfuͤtzen und fchlammis 


.:gem Waſſer leben, und. zu dem Geſthlechte der 


Aale gehoͤren; ausgenommen daß fie etwas kuͤr⸗ 
zer, und wie.die.Eidepef geſprenkelt find. Gie 
pfeifen, wie die Maͤuſe. Im Engl: ift Powt eis 


.ne Lamprete: Eel2powt, ein Meiner Aal. 


Puutje ift das. Verfleinerungswore Es bezeichnet 
aber nur eine fäuifche Srauensperfon, ‘welche ftets 


im Schmutze lebet, wie eine Pute im Schlam⸗ 
me. 

Purjen, 1.) mit kurzen Schritten laufen. Es iſt 
daſſelbe mit padjen: und ſtammet alſo von Pad, 
Fußſohle, Zußfteig, bin 


2). To putjen: aufbetzen. Durch pvenbläferen 


die Zeindfchaft geöffer machen. Vom Engl. to 
put, ſetzen, ftellen: to put on, anſetzen. | 


P UTKE-AMT, das Schenfenamt, das Amt eines Cre⸗ 


denjers, officium præguſtatoris. ‚Cities von 
den Stift + bremifchen Erbhofaͤmtern, welches 
aber, nebſt andern, eingegangen iſt. Mit dies 


ſem Amte waren ehemahls die Herren von Bord 


zu Horneburg belehnet: wie Erzb. Johann Mode 
in feinem Regiftro bonorum caftri Vorde mels 





de. Won putten, fehöpfen: püttjen, einwe 


nig teinken, ſchmecken. S. unter Porn. 
Burs, Polen S. Puzzm 


Porz, 


ng Pur. . \ ’ | 385 . 


Purt,. zopf 6. Port. Bu 
Purt, weich, mürde Im Chut ⸗ Bruunſchw. Es 
iſt ohne Zweifel daffelbe mit unferm päted, zer⸗ 
quetſchet: welches fonderfich vom Obſte gebrauchet | 
> wid. ©. Päten, unter Pan. 
Purrte, 1.) Pfüge, lacuna. : €. Pit. A. ©. Pyt. 
Alt fränf. Buzza. Hebr. 2 Cbotz), Koht, 
coenum, palus. Wir nennen einen gewifien 
Fiſch, der ſich gern in ſchlammigen Pfüßen auf. 
hätt, Pute S. oben: Wir fügen oft zuſam⸗ 
men Putten un Hole, ſchlammige, moraſtige 
Gruben. S. Poor... in de Putten treen: 
in die Pfuͤtze treten. it. hinken. | 
2.) ‚eine. Goffe, Gaffenrinne, wodurch das Regen: . 
waſſer und der Unflat abläuft. | 
3.) ein Ziehbrunnen. Rund S. Engl. Pit. 9. 
Put. tat. puteus. Fr. Puits. ‚Der urfprüngs 
liche und Hauptbegrif liege in dem Tiefen, und ift 
im Celtiſchen zu ſachen. Isl. Botn, die Tiefe: 
Gr, Buoc 5 (Jedoc. Celt. boddi in eine Tiefe J 
hinab ſenken. it. verſinken, mergere und mergi. 
Das erflere hieß auch ben den Griechen Bogılan. 
©. Leibn. Collect. Etym, P I. p. 96. und 
Wachter unter Putte. 
4.) Putte und Putt⸗ warf heißt beſonders, in 
dem Marſchlande, das ausgegrabene und ausge⸗ 
ſpittete, oder noch auszuſpittende Land, zum Ber 
huf eines Deiches. Sonſt much. Spittung, 
Spitt⸗dobben, und Soden: gruft. 
5.) Endlich nennet man alfo Das Maaß, nach wel, 
chem das augedtach Jut— werk berechnet wird 
Ru. 


386 u ‚Pur. 
nämlich der Cubik⸗Inhalt iner Ruthe lang und 
breit, und 4 Fuß, oder Schacht, tief. Nach 
welchen Maaß der Putt⸗ meiſter, oder Diebe 
baas, bezahlet wird. | 

"Putten, 1.) Waſſer aus einem Ziehbrunuen ſchoͤpfen, 
oder ſonſt aus einer Tiefe herauf ziehen. R. und 
8. Uut putten, ausſchoͤpfen, durch Schoͤpfen 
ausleeren, den Beutel fegen, kahl machen. Gr. 
puiſer, epuiſer. Daher im Hannoͤveriſchen und 
in Stade das Vereninerungewort püttjen, nuͤ⸗ 

pen, ein wenig trinken. 

| 2.) ansfpitten „ Hafen und Erbe ausgraben zu der 

Deicharbeit. Ze | 

- Putt-baas, Putt- meifter, der Aunehmer eines Putt⸗ 

| werks, oder eines gewiſſen Deichwerks. Auch 
Diek⸗baas. 

Putten-paal, ein Pfalb, der die Wagen o von den Gaſ⸗ 

| ſenrinnen abhaͤlt. 

Putten-ſnakk. ©. unter SN AxxxN. | 
Putten- treer, ein Schimpfname auf den jüngften Dr 
ficien bey einer Bürger: Compagnie, 
Putten- water,. Pfuͤtzenwaſſer, das unreine Waſſer in 

einer Gaſſenrinne. 

Purææ, Puzze, Poſſen, Sb, Shen, luſtiger 
Streich, "it. loſer Streich. K. S. Friſch in 
Poſſe. Gloſſ. Pez. Gipoſi, nugas. Griech. 
waren, ſpielen, ſcherzen. Putzen ſunt Lecht⸗ 
ſcheren: eh Poſſen! R. He het mi enen aiſ⸗ 
ken Putzen tagen: er hat mir einen garſtigen 

Streich geſpielet. 

‚Putzig, vom irlich, poſſenhaft, wpaßbeſt luſug, lacher 


lich, 


— 


Bu | Puz. Qua | 387 


Mid, ſeltſam. R Gen putig Minsk. ift nicht J 
nur ein ſcherzhafter Menſch, ſondern auch wol ein 
ſeltfamer Menſch. Dat is putzig: das iſt lu. 


| ftig. | 
Putzneiken, ein fpaßhafter Menſch, ,. Tuftige Perſon. 
vom Ital. Polichinelli, die luſtige Perſon im 

| Puppenſpiele. R . 
Putzen- maker, Luſtigmacher, Poſſ enreiſ et. | 
Putzen, 1.) pußgen, reinigen, zieren, ſchmuͤcken. 
S. Friſch im Wörterb. unter Buß. 


2) ‚Sefonbert, barbiren. Im uneigentlihen Sin: 


die Schäffel leeren, rein aufeffen, S. He | 
fan good pugen: er Fann ſtark eſſen. He puts 
zet alles weg: er iffet alles auf, Enen pußen, 
oder uut pußen: einem einen. Derben ‚Verweis. ' 
‚geben, Ein Kriegsheer wird auch bey uns, fü 
wie bey den Hochdeutfchen , geputzet, wenn es 
einen Verluſt, eine Niederlage, leidet. 
Ä Putz bekken, Putzel-bekken, Barbierbecken. 5. 
‚Putzel- -tüg, Barbiergeraͤthe. ’ 
‚Putz-männken,. Bartfcherer.. Iſt ein Spaftwort, 


Q 


| O UABBE, Quabbel, eine Wamme, die hangen⸗ 

de Haut an der Kehle des Rindviehes,⸗palear. 

itt., ein wie-ein kleiner Hügel hervor ragendes Fett, 
oder Fleiſch, an einem Körper, Welches letzters 


: in. Hamburg Quubbel heißt. R. In Osnabr. 
Quabbe— ein Stuͤck ſetes Fleiſch. S. H. Quab, 


U 


NN 


u 


388° — . Quä. 
und Quabbe, palear. E. cicb, adelune— 
fett, feiſt. | 
_ Quabbein, ſchlottern, beben, zittern „ wie ein fetter 
‚oder weicher Körper bey der geringften Bewegung. 
Zr He quabbekt van Fett, ift die Beſchreibung ei⸗ 
ne ſehr fetten und dicken Menfchen. Imgleichen 
fagt man von einer Gallerte, dicken Brey u. d. g. 
ide quabbelt. Wir fagen auch- jedoch nic fo 
‚häufig, wabbeln. | 2 
Quiabbelhaftig, und | 
- "Quabbelig, woran Dickes Fett zu fühlen if fleiſchig, 
das von dickem Fette, oder weichem Fleiſche ſchlot⸗ 
terig iſ. Beym R. quubblig. Mi is fo quab⸗ 
belig to Mode: mir iſt uͤbel, bis zum Erbrs | 
chen. 
“Quabbel-fett, heraus Refenbes, ſablbates Set an eis 
nem Körper. 2 
 Quaan, böfe, übel. R. und 8 Celt. gwaeth, | 
fchlimmer, ärger. Es ift mit Koth verwandt. 
S. Gaur. Det Quade, oder Quae, das 
„Boͤſe. Duaad werden: böfe werden. em 
quaad Striff: ein tofer Schelm. Enen quaad 
0°" mafen: einen böfe machen, reizen. Den Hund 
quuaad mafen: den Hund zergen. . Folge Ow 
"der undo quad: wer da thut, was ihm beſoh⸗ 
2. Jen ift, der-Bat des fehlechten Erfolges wegen kei⸗ 
ten Verweis zu erwarten. Quaad Seer: der 
boͤſe Grind. Quade Woͤrde fprefen: ehren 
Nhrige Worte reden. Stat. Stad.VI. 4. So 
we vor Rechte dhen anderen ſleit to then 
Ä Dun, other amade Worte ſprecht (ſtatt def 


ſen 


— 


( 


Qua 389 


ſeen iin andern Abſchriften ſtehet: edder Horen 

Gone bet), ofte leghen het dat ſcal 
he beteren theme Voghethe. Eben daſ. 14. 
Sprake ein Man dheme anderen quaet achter 
fine Rugghe?c. Quade Feyten -beiffen in den 
alten Dofumenten, boſe Shaten, Miffenpaten, u 
: male faeta: 

. Qualik, ‚Quelk (welches lehttere bey uns gebraͤuchlicher | 
iſt, ben; den Miederländern aber quaalyk, quau- 
delyk), anftatt Quadelik, übel. It bin quelf, 
oder, mi is quelf: mir iſt uͤbel. Dat ſmekt 

quelk: es ſchmeckt, daß einem aͤbel werden ſollte. 

DODſtfr. Landr. 1B. 109 Rap. We eine Frou⸗ 

we bevechtet, eder quelcke handelt, de ſchwan⸗ 
ger is, dat ſe ein doit Kint thor Werlet brin⸗ 
get — dat ſall men alle duͤbbelt boeten % | 

Onaadheit. Bosheit. it: Unmwillen, Zorn, Haß. 

Quaad -.aardig, boshaftig, bösartig, argliftig,. von 
boͤſer Gemuͤthsart, malignus, pravæ indolis. 

Quaderteren; eben daſſ. Es ift nach der. Form des - 
Hollaͤndiſchen goedertieren. gemacht. Rein. de . 
Wos rw B. 27h 

uUn mochte dat ſeggen van ander Deren, 

Wolde he weien quaderteren:, . 

d. i. und koͤnnte er das von andern! Thieren ſa⸗ 
gen, wenn er boshaft m wollte, 

Quaad-pagge,.eine Kröte. R | 

Quaad-fprekern,. verlaͤumderiſch. Een Maod · ſpre⸗ 
fern Minsk: ein Verlaͤumder, ber von allen 
Leuten Boͤſes redet. | 

Quappei, eine Blatter , Meſſelbrand, W Ham⸗ 

— B b3 TR 





390 Qua. 


— 


1* 


burg Quarl. Diemarſ. Quiddel. Es ſcheint 
zu kiddeln, kuͤtzeln, zu gehoͤren, wegen des Juk— 
kens, welches eine ſolche Blatter verurſachet. 
QUADDER, ode Quarder, ei Querfaum : eine 
Einfaffung gemiffer Kleidungsſtuͤcke, - vermittelft 
eines Saumes oder Bandes vornemlich eine fol: 
‚he, die mar um den Hals oder Leib, und vor der 
Hand zufnöpfen kann. R. Etwa von dem fat. 
quadratura plicae: ° Bopen-quadder, der Ho⸗ 
fengüttel, der um den Leib gehet. Hemde, quads 
der, die Einfaffung, der Saum eines Hemdes, 
“der um ben Hals fehlieffee, und vorne an dem 
Aermeln: Preife, Preisgen, Prisgen; wie f e 
an einigen Orten genennet werden. 


Quadder-mouen: S. unter Moun 


QuUADDERN, quatſchen, manſchen, kneten. Han⸗ 
nuoͤs. Es iſt mit quetſen, quetſchen, verwandt, 
QuaHACHEN heißt in einigen Gegenden, überfaut, 
aus vollem Hatfe lachen, cachinnari. 
 Quarxern, eigentlich, waren. Wie brauchen es 
abber nur noch in der uneigentfichen Bedeutung, 
unbedachtſame Worte reden, die man nicht halten 
kann. % ©. cwacian: E. quake, beben, 
"zittern. (Daber haben die Quaͤker den Ttamen ). 
- Man vergleiche das A. S. wägian: E. wagge: . 
Schw. hweka, wackeln; vacillare:. und unfer 
wigelwageln. . Bey den Hollänbern ift quakken 
und quakkelen nicht nur, ein anbeftändiger 
Winter ſeyn, Bald frieren, bald auftbauen; fons 
dern auch, wankelmuͤthig verfchleudern, verthun. 
Es gehöret dieß Wort ohne Zweifel zu ‚Aueh 
wu u ' 


Qua 331 


Quik, lebendig, lebbaft. Dacon unten an ſei⸗ 
nem Orte. Denn was ſich beweget, oder was 
Felt, ſcheinet lebendig oder lebhaft zu ſeohn. 
Verquekken, durch Undeftändigfeit verthun, durch. 
Wankelmuth verderben, ſich Durch übereilte und 
unbebachtſame Worte zu ettvas verbinden. Sien 
Geld verauaffeln: fein Geld vertändeln, - un; 
nüger Weife verthun. if verquaffeln: ſich 
uunbedachtſam und leichtſinnig in ein Ebeverbuͤnd⸗ 
—wiß einlaſſen. Welches eigentlich von unbeſtaͤndi⸗ 
gen Liebhabern geſagt wird, welche die erſte die 
beſte Perſon zur Ehe waͤhlen, und es ſi ch bald 
darauf gereuen laſſen. 
Quäkkeler, ein unbefländiger, feichtfinniger Menſch. 
Quakkelhaftig, wankelmuͤthig, unbeftändig. 
Quaxken, 8) quacken: ſchreien wie ein Froſch, 
oder Aente, coaxare. E. quack, und ſqueak: 
welches letztere aber kreiſchen bedeutet. Man ver⸗ 
gleiche unten QUIKEN. 
2.) Wir brauchen aber dieß Zeitwort auch von ei⸗ 
nem ſchallenden oder klatſchenden Laute. 3. E. 
‚He fullt to'r Eerden, dat idt quakkede! er fe 
zur Erden mit einem lauten Geraͤuſche. Ik 
ſloog em, dat idt quakkede: ich ſchlug ihn, daß 
man es laut hoͤrete; wofuͤr andere ſagen: Dat he 
quakkede, d. i. dag er ſchrie. Alsdan aber 
geboͤret es entweder zu der folgenden. Bedeutung, 
oder man vermenget es mit quifen. - 
5.) aͤchzen, fiöhnen, als. ein Kranker. Eigentli⸗ 
cher kreiſchen, laut ſchreien. Bor der. erften 
DB BBe— 


seen. 
.. 
” 


392°... Qua 


Wedernmng. In dieſem Sinne Wied es vornem⸗ 
Hd im Hanndw gebrauchet. Daher 
Quakke-brook, ein weichlicher, kraͤnklicher Menſch, 
der nicht viel vertragen kann, der bey dem leichtes 

ften Schniergen Achzet und ſchreiet. Beym Friſch 

iſt Quack ein ſchreiendes Kind: und Neſt⸗quack 
das letzte Kuͤchlein von einer Brut, welches wir 

Reeſt s fifen nennen. ©. im Buchſt. N. H. 

Quackel, eine Wachtel: E. Quale, und.Quail. 

Sr, Caille: tal, Quaglia. Ihres Geſchreies 

wegen. 


| Quak- falver, Quadfalber, Marktſchreier. E. Quack. 


Sn Preuſſen iſt quackeln, Quackſalberey treiben, 
Wir ſagen quak⸗ſalven. Von quakfken, ſchret— 
em. „Der will man es, weiches noch fuͤglicher zu 

ſeyn feine, von dee dritten Bedeutung dieſes 

Zeitworts ableiten, ſo iſt Quak⸗ ſalver eigentlich 

. ein Menſch, der Leuten, Die: über Schmerzen kla⸗ 

gen, mit feinen Vflaſtern und Salben ſucht zu 

helfen. 
Quaan, cruciatus. Im Holland. auch ſo. Vor 
Zeiten aber. bedeutete Quale auch, im flandris 
ſchen Diatefte, Bosheit, malitia, nequitia. 
Welches einen leicht auf die Vermuthung leiter, 
Daß es von quaad, . oder am. näcten von 
qualik, quelk, anſtatt quadelik, abſtammen 

moͤgte. 


Quäler, einer der fh ſelbſt abquaͤlet, durch ſaure Ar⸗ 


beit: der es ſich um fein Brodt ſauer werben läßt. 
In rabt. Quecler, Queller, Gottsquel⸗ 


In, 8. = 
| | Qui. 


Qua. 393 
ußl-etifch, wahleriſch im Eſſen, dir feinen Apperit 
zu Eſſen hat, eckel. Hannoͤv. 
ual-koorn, eine Art Getreide, welches ſehr ins Kraut, 
waͤchſt, und daher, ohne der Erndte zu fehaden, \ 
verfchiedene Mahl: abgemähet werden fann, zum ' 
Sutter für das Vieh: Spelt, Dinkel, fecale, a 
wäl-page S. unter Pace. j 
)UALM, ein ſchwuͤler Dampf, Brodem. 9. Walm. 
%. S. Wylm: und Gloff. Keron. Uualm, fer- 
vor, zftus. Bon wallen. S. Schilt. p. 832. 
E. Qualm, Herzweh, Ohnmacht, Lebellele, 

Einige haben es Twalm ausgeſprochen, "wie 

Friſch im Woͤrterb. bemerket: daher unſer dwel⸗ 
men, bedwelmen, benebelt, betäuber feyn;. Im 
figärlihen Sinne it Qualm alles; was - einem 
Unluſt und Quaal verurfacher. Quaim maken: 
Unluſt, Mistrauen, Verwirrung ſtiften. Wenn 

ein Unternehmen durch einen unverhoften widrigen 
Zufall verhindert oder erſchweret wird, ſo ſagt 
man: daar kam een aiſken Qualm twuſ ken. 
— dampfen. Bequalmen, mit Denpf übers 
ziehen. Verqualmen, verrauchen. R 
J)UALSTER, 1.) jäber, dicker Schleim, pituita, 
pillegma.. % ©, Geolfter, virus, fanies, 
tabum: Gilleftre,: pituita. Cod. Arg. Spais- 
kuldra, fputum. 

2.) ein platter ftinfender Käfer von gelblich grüner 
Farbe, der dem Vieh fowol als dem Menfchen gifs - 
eig iſt: die ſtinkende Baumwanze. So geel as 

een Qualſter: von einem, der eine gelbe Haut, 
Sb 5 | de 


a 


uw 


39. 6 1: 7 een 


oder die Gelbſucht hat. Und weil er garſtig fin 


ket, fo fügt man auch: flinfen a8 een Dualfter. 

Qualitern, vielen dirfen Schleim auswerfen. In 
Preuffen fölftern , - öfters buften. S. Bocks 
Idiot. Pruſſ. 


Qualitrig, ‚det vielen. Sceim auswirſt, Phlegmati- 


cus. 


Quam, fam: in der kaum vergangenen Zeit, von fü 


men, fommen. R. Die Alten hatten auch das 

q in der gegenwärtigen Zei. S. Kamen. 
Quant, 1.) ein liftiger, ſchlauer Vogel. it. ein lu⸗ 

ſtiger und poſſi jerlicher Menſch. Die Hauptbedeus 


tung dieſes Worts iſt noch bey den Holländern, 


wo Quant einen Spielgefellen, auch einen, wo⸗ 
mit man- handelt und Warren umfeßer, Bedeutet: 
und quantfelen, Waaren umfeßen. In Hol⸗ 
fein, quanten, mit einem andern in Waaren 
unter Der Hand durchſtechen, welches doch den 
‚Schein einer ordentlihen Handlung hat. S. Ri: 
chey unter Quanswys. Beym Friſch ift ver 


quanten, verbergen, einen Vorwand haben. 


Man vergleiche das bald folgende quaͤnteln, quaͤn⸗ 
tern. Als ein ſcherzhaftes Scheltwort brauchen 
wir, Jan Quant, ein poſſierlicher Menſch. 

I 2.) ver Schein: eine Handlung, womit es ung fein 
Ernſt iſt. Hanndv. vor Quant, zum Schein, 
fir die lange. Weile. 
| Quänteln, Quäntern, zum Schein thun, nicht im 
Ernſt handeln. it. wenig austichten. S. was 
eben unter QUANT bemerket iſt. 
Verquänteln,, Verquäntern,. ‚werfihleudern , vergeu⸗ 


> 
* 


— 


im Ä 


Qu. 39095 
den, inſonderheit im Kaufen und Verkaufen, E. 
ſquander, verſchwenden. H. verquantſelen, 
Waaren verthun, umſetzen, permutare, COMr 
“ mutare, : 
Quänteler. der: feine Waaren, oder fein Geld, vers 
ſchlendert. H. Quantfelaar, Quantfeler; 
Quants- -wies, ‚Quants-wife, zum. Schein, für die 
Iange Weile, in fpeciem, fimulate, dicis.gra- | 
tia. H. quantfuys. , Welches Kilian. Dufflae- 
us in Etymol. dem Urfprunge näher, durch col»- 
luſorie, luforie, erfläret.. Wenn man weiß, | 
was Quant bedeutet, fo ift die Erklärung diefes 
\ Worte feiner Schwierigkeit unterworfen, wie Hr. - 
Richey glaubet; und man fchenket dem Herrn. 
Strodtmann gern alles das, was -er zur Une 
zeit bey dieſem MBorte vorbringet. Dat: deit 
he alle man quants + wieß, ober voͤr quants⸗ 
wiſe: das alles thut er nur zum Schein. 
Quapr, ein Beutel, Schlauch, bangender Bau, 
eine Beugung oder alte in. den Kleidern, Die fich 
als ein Schlauch aufwirſt. Es ift im: Chur⸗ 
Braunſchw. gebräuchlich, und. das Stammwort 
‚von Quappe. Bergl. 'Quanse,. und Quab- 
| bein. | 
Quappig, ſchlauchig, was als ein Bauch hängt, bebl: . 
2 DB. in den Kleidern, wenn das Oberzeus wei 
ter ift, als das Unterfurter. = 
Quarre, Aalraupe, gobio capitatus. Gr. —R 
H. Quabbe, Ael- quabbe. Wachter leitet es 
ab von Kopp, Kopf; teil dieſer Fiſch einen ſehre 
groſſen Kopf hat, Aber feines dicken Bauchse 
REN | 


—. 


306. u Qua. 


wegen kann man ſeinen Namen , ingleich beſſer, 
von obigem Quapp herleiten. Duappen fans [ 


oe ‚gen, im Scherz, in eine Pfüge treten. - 


Quapp-kule, ein Loch im Eiſe. it, eine ſchlammige 

Pfaͤtze. Quebben find im Osnabruͤckiſchen fürn: 

pfige Loͤcher, die im lehmigen Grunde einfallen, 

wan ddie Erde nach dem Froſte wieder aufthauet. 
8. 


| Ovasz, Koht. it. eine nichtewardige Sache. 
QUarzE, Heurath, Das Freien... So wird in Glofl. 


Cyhhauc. ap. Leibn. Collect. Etym. P. I. p. 45. 
| Kuärre erfläret. Und Wachter meint, es fey 
verderbet aus dem Slavoniſchen Kwafs, welches 
eben daſſelbe bedeutet. Uber im Osnabruͤckiſchen 
bedeutet es doch auch eine Perfon weiblichen Ge | 
ſchlechts: a Duarre vam Wicht, ein Pleines 
Mädgen. 8. Das Sorw. Eerſt de‘ Parre, 

den de Quarre, iſt bekannt genug. 


QUARREN, 1): quacken, fchreien wie Die Froͤſche. 


2.) Speichel und Schleim. mit einem Geräufche 

auswerfen, taͤuſpern, ſcreare. Wir ſagen auch 
harken. 

* Man druͤcket auch mit dieſem Worte dag Gurten 
im Leibe aus. 


u 4) murren. In Chur Braunſchw. Man ſichet 


wol, daß dieß Wort in allen Bedeutungen aus 
dem Laute gemachet iſt. Hieher gehoͤret das Hoch⸗ 
deutſche kirren, und kerren. Verel. in Ind. 
kuarra, in gutture voces ſupprimere. S. 
Friſchs Woͤrterb. in Kerren. | 
2 WB — Quarr> 


der Winde im Bauche, venter murmurans. 


-QUART, ein Viertel vom Stuͤbchen, quarta pars fu- 


PR. 


Quäs, der Fraß, das Eſen. In Hamb. Quaſt; 
welches R. durch Aufwand:erkläret, und von qui⸗ 
ſten, verthun, ableitet. Veides iſt unrichtig. 


Denn Quas iſt ein Stammwort: im Slavoni⸗ 


ſchen Kwafs, eine Hochzeit, Gaſtmahl, Schmaus | 


ſerey. Sprw. Daarna Gras, daarna Duas: 
man muß den Aufwand nach dem Vermoͤgen ein 


richten: wer viel hat, kann viel verthun. In 


. . Qua. . 397 
Quarr- buuk, das Gurren im Magen, das Poltern 


Hamburg ſagt man: Daarna Gaſt, daarna 


Quaſt: wie der Gaſt iſt, ſo wird er bewirthet: 
annulus ex vitro vitreo donetur amico. S. 
Friſch in Quas. 

Qualen 1.) freffen, uͤbermaͤſſig effen, binein mirgen. Es 


wird vornemlich von Kindern gefagt ‚Die im Er 
fen, befonders im Obſte, feine Man deren. | 


Daar fan hein quafen: das ſchmeckt ifn: 


kann nicht ſatt davon werden. Up quafen, be j 


gierig verzehren. In quafen, hinein, wuͤrgen. 
In Hamburg qudfen, in quöfen. R. In Preuf 
fen quaafien, ſchmauſen, ſchlemmen. 


2.) plaudern, fhwäßen, ein Gewaͤſche vorbringen. 


Sonſt auch fofen, wofür wir jeßt fören fagen. 
»EBSG. im Buchſt. K. In Osnabr. quaasken. S. 
Quaſerije, und Gequaſe, ein lang gedehntes Ges 
—., ſchwaͤtz, eckelhaftes Gewaͤſche. 


Quas-Worm, ein freſſendes Geſchwuͤr im Schwanze 


der Kuͤhe und der Rinder, wovon derſelbe abfau⸗ 


Br 


-_ 


"398 ZZ Qua Qu. j 


let. Sonſt nennen es unfere Bauern 6, 
Steert⸗worm. 


| Quast 1.) ift Hochdeutſch. 6 Qussm. . 


| 2.) Es ift auch ein Schimpfwort auf einen verkehr: 

ten, eigenfinnigen, wunderlichen und feltfamen 
Menfhen. Gen dullen Quaſt: ein naͤrriſcher, 
verkehrter Menſch. Een finen Quaft: ein klu— 
ger und liſtiger Kopf, in deſſen Aufführung aber 
etwas. feltfames ift: 

Quarz RTAMPER. So verhungten unfere Von 
fahren (wie zum Theil noch der gemeine Mann) 

das Wort Quatember, die Quartal⸗Faſten im 
Sabre, - Zn. einer - das. Slfabeen: Gafthaus in - 
Bremen: betreffenden, Urkunde: dar wyy willen 
‚vor Holden faten in’ unſem Gafthufe twe ewi⸗ 
‚ge Zelebade, eyn in der quater tamper vor 
| Pe eyn in der quater tamper vor Mi⸗ 
Quarsıen, verb. 1.) wird von dem aute geſagt, 
‘den eine feuchte und, meiche Materie macht, wenn 

- man mit Händen oder Fuͤſſen darin wirket; be: 
fonders auch von dem Werdufche, den man im 
Gehen macht, wenn man. die Schuhe voll Waf 
‚fers hat. Beym Strodtmann quafken und quaſ⸗ 

u en. ' 

2. y Es drucket auch bisweilen den Ton aus, den ein 
weicher, oder nicht gar harter Koͤrper macht, wenn 
er mit Gewalt zur Erde geſchmiſſen wird. 

QuEDar ſagen einige anſtatt Quadder. S. oben. 


Queı, ſanft, gelinde, muͤrbe. Dieſes und die beyden 


«et 
-, f 


folgenden Wörter ſi Rd im: Hannoͤveriſchen uͤblich. 
| ie 


X 


BE ue. u 399 


Hieher gehöͤret vielleicht das Preuffifche queicheln, 
ſich verzaͤrtein. Bocks Idiot. Pruſſ. 
QuEir,. Vorwand, Entfchuldigung. 
QusımELN, wanfen, unfchlüffig feyn. | 
Quer, Quik, lebendiges Vieh, ohne Untere, vi 
vum, animans, dwov. Es iſt ein altes. ſaͤchſi⸗ 
fches, mo. nicht celtifches Stammmwort, deſſen 
häufige Abkoͤmmlinge ſich in verſchiedenen alten 
und neuen Mundarten ansgebreitet haben; und 
bedentet lebendig, lebhaft, rege. A. ©. cuce, 
cwic, cwicu: Alt fränf, quech, quick: Ve- 
rel, in Ind. Kuikr.: €. und H. auch quick: 
Schw. qwick: Dän. qwig, qwiger und qwi- 
ckar: alle in der benannten Bedeutung. Bey 
zen Engländern und Holländern bedeutet quick 
auſſerdem aquch, , munter, hurtig, ſchnell. Gloſſ. 
. Lipf. Quiccafe (Quickhaſſe: ſ. Ahr. Nylii 
Archæol. Teut. ap. Leibn. Collect. Etym. P. II. 
P. 141.), gleichſam Quik⸗ ver, Quick⸗ habe, leben⸗ 
diges Vieh. Gloſſ. Pez. quecchaz Fleiſc, caro vi- 
va Im Cod. Arg. wir Marc. XII. 27. Gott 
der Lebendigen/ uͤberſetzet, quivaite God. Vet, 
Teut. beym Mylius l, c. p. 140. quikko, quek» 
Ko, ich lebe. Celt. chuythu, athmen, ſpira- 
re, anhelare, sl. kuikna, anfangen zu le⸗ 
ben, das Leben empfangen. Schw. qwickna, 
wieder aufleben. A. ©. cucian, cwiecan, le . 
bendig machen. Rab. Maur. kequichit, anima- 
tus. Auch im: Holländifchen iſt quicken leben, 
ſich bewegen; it, ernähren, auferziehen, und ber 
wegen €, quicken, Iebendig maden, befelen, 
' | | XX 


} 


r 


⸗ 


um 


aus der Ohnmacht bringen, ermuntern: quick 


with Child, ſchwanger mit einem lebendigen 


Kinde. Im Flandriſchen iſt Quick ein Geiſt, 


Geſpenſt. Schw. Qwiga, eine junge Kuh. Hie⸗ i 
ber gehoͤret das Gr, zrum, th vermag, :bin bey. 


Kraͤften : "und ’bie deutſchen, Die hier ifren nicht 


"allgemein -befannten Urfprung finden, erquiden, 


gleihfam, wieder lebendig machen; Küchlein, 


pullus, welches wir Miederfachfen, aus eben die 


ſem Urſprung Kiken nennen; keck, lebhaft, 


kuͤhn; quaffeln‘ (davon oben), - wackeln, be⸗ 
weglich, unbeſtaͤndig ſeyn: denn die Bewegung 
iſt eine Wirkung des Lebens; ferner, wecken, er⸗ 
wecken, gleichſam, wieder ins Leben bringen; 


quiken, quaͤken, welches bie Stimme eines leben⸗ 
digen Thiers ausdruͤcket; und andere mehr, wo: 
von die bier gebräuchlichen hier unten folgen. ©. | 
- mehr von diefem und dahin gehörigen Wörtern die 


Aunmerkung 'unfers berühmten Thesd. de Hafe, 
Bibl. Brem. Clafl, VI. p. 173. fegg. Welcher 


doch darin irret, daß er faget, es fen das Wort 


QQuek oder Quif-dey uns ans dem Gebranche ge 


kommen, da es: doch, fonderlich. bey der Landleu⸗ 


‘ten, nicht felten annoch geböret wird, bey welchen 


Kruup un Muif alles lebendige Vieh auf einem 
Bauerhofe bedeute, Kuͤnd. R. Art. 8. Veen 


Saft, funder alleine unſe Vorger fcholen 


Quick .driven up de Borgerweide by twee 


Marl. Woſelbſt es allein von Küpen zu verſte⸗ 
ben iſt. Und an einem andern Orte: Ock en 


ſchat men wwerley Quit, Schwyne ofte Su 


len 


= Qum ' \ 401 


len driven nu unſen Geheden, by Verluſt 
des Quekes. it. Wen ock Schwyne ofte 
Queck ankumpt up der. Weſer, dat men anerr  , 
ſchepet, we dat nimt und dem Rahde bringet, 
de ſchal darvan hebben den veerden Penning, 
wes Daryan fumt. Ord. 93. So wor ei 
Quick lopt leddich up der Straten, idt 3. 
Peerd, idt ſy Oſſe, idt ſy Swien, unde doet 
dat welcken Schaden, den ſchal idt —— 
wohe ſick aver jenich Man dat Quick to, de 
ſchall darvor antworden. 

2.) Graswurzel: eine Grasart, welche ſich durch die 

Wurzel ſehr verbreitet, und daher ſchwer auszu⸗ 
rotten iſt. Rund S. Engl: Quitch- graſs, und 
Couck- gras. Gloſſ. mſc. A. Sax. quique, 
gramen. Im Ditmarf, Quitſch. Die Wur⸗ 
zel nennen wir auch Queek⸗wurtel, und das 
Gras, Queken⸗gras. Es iſt von quef, !quif,. 
lebendig. Denn kein Gewaͤchs hat mehr Lebrus⸗ 
kraft, als der Queek, wie die Land⸗ und Gartens 
bauer mit Verdruß erfahren, | | 

Joorn-queek, Hornvieh, Rindvieh. | | 
Aueken,. 1.) fi ch vermehren - und fortpflangen, FT 
und häufig fortmurzein, wie der Queel. R. H. 

Ä quicken, leben, ſich bewegen: beym Kilian. 
Alt ftaͤnk. quekken, leben. Jol. kuikna, le⸗ 
bendig werden. 

2.) ernaͤhren, Wachsſthum geben, aufjiehen. 9. u 
queeken. €. quieken. A. S. cucian und 
ewiccan, ‚lebendig. machen. Hochdeutſch erquil⸗ 
ken. S. Que, . . 

DL 7 SE NG 


. An queken heißt: daffelbe in beyden Bedeutungen: fih 
yermehren, fortpflanzen, ſowol wenn von Thies 
‚ ren, als von Pflanze, die Rede iſt: und, einer 
Pflanze, oder eines Thiers Wachsthum und Ver: 
mebrung befördern, einer hingen Brut ‚pflegen, 
| daß fie fi) vermehre. 
| To queken, eben daffelbe. Wir, fagen aber auch, be⸗ 
u fonders in Abficht auf die Quefen, ‚oder Gras; 

wurzel: dat Land is to quelet: das fand ift vol⸗ 

: Te Queken. | 
V oort queken, fortwurzeln, fich forepflanzen, fih ver | 
mehren. it. durch ‚Die Erſiehung und Wartung | 

| vermehren. 0 | 
Quekerije, . Queck - -Tchole, Pflanzſchule, , femina- | 

x. zum | 

Quek: - beren "nennen einige bie: rothen Vogelbeeren, 
oder die Beeren · der Ebereſche. S. Vermuthlich J 
weil ſie in groſſer Menge twachfen, und fich leicht 
Tortpflangen; ober weil fie vielen Vögeln, ‚fonders 

lich den Krammetsvögeln, zur Nahrung und fe 
bensunterhalt dienen, » Den. Baum nennen: wir 
fonft gemeiniglich Quetſen. S. unten. _ | 

Quik - born,. eine lebendige Quelle, Aueligeund, ©. 

unter Born. Ä 

Quik- fand, Triebfand, in weichen man hinein finket: 

derrgleichen im fandigen Boden, bey den Quellen 

gefunden wird. Man nennet ihn auch Quell fand 

‚and Sluup⸗ fand, fabulum. fallax, quod fa- 
cile movetur. 

| Queue, ein gar is nöfafer Bart. ie. ein un⸗ 

— beſtaͤu 





\ ‚Qum; 4403 
deſtundiget Wortelmdchier Menſch dr auf bey: 
‚den Schultern traͤgt. = 
Ri fteert, eine Bachſtelze, motacillg.. Von der 
. „venäubigen Bewegung des. Schwanzes, So fin⸗ | 
det man es auch beym Chytr. Nomenel. Sax. it. 
ein algulebbafer Menſch, der immer in Bewe⸗ . 
8gung iſt. R. Be Er E 
Auik fteerten, herum huͤofen, nicht ange auf eek 
=: Stelle. bleiben, koͤnnen. R u 
Quik=fulver, Queckſilber, argentum vivuln, Von 
ffeiiner Beweglichkeit. A— S. Cwicſeolver. Qui 
ſulver im Eerſe hebben: nicht langt Ride: fü ige 
koͤnnen. 
| Qusse-naen, ein Spielbrett:: viele, st ein. Brett; j 
fol Wir finden es in einigen Ab hriften dr 
De Kündigen Rolle: nene Quefebrede noch Dob⸗ 
belſchole upholden, noch dobbeln af up Due 
febrede ſpelen. 
| Oueıe G. Qualik,. unter, Quaam. : | u 
QUELL-SANDY: SS: SLUUP:SAND,: 
Quenoen,. Quindel, en. niedriges Gewaͤchs J ſwo in z 
dee Marfch, auf dem Schlicke, ‚zueift aufwaͤchſt: 
8Saturey, Huͤnerkohl, cunila, cunilag. 
Wiran Zn), eine junge Kuh, die noch nicht gekal⸗ 
bet hat, oder Die zum erſten Mahlkalben fol, 
it. xine verfchnittene Kup. R. nnd 8. Vor Zei⸗ 
ten iſt: dieß Wort auch vom "weiblichen Geflecht 
gebraucht ‚worden, und bedeutete ein Weib, - 
Er Hausmotter Ehefrau. J Die Aebereinſtimmung 
An mancherley Dialekten fi: beyn Wasprer,, Wir 
“fügen, nach; bey‘ aus, Boxhoras. abiheinten 
C ea — 


404 


— | Q um. 
in Veldenars Chron. van Holland, daß Gena 
ein alt teutfches Wort fey, und Weib: bedeute; 


5 Quene im Engl. eine Frau — Quiuna bey den 


. Schweden — Kuna bey den Ruſſen — 'yum 


ben den Griechen; und daß Cena bey den Gau⸗ 
len eine alte heilige Grau geheiffen. Abr. Mylius 
in Archzol. Teut. ap. Leibn. Colle&t. Etym. P. 


I II. p. 140. ſchreibt: Quenum, vet. Teut. mu- 


lier, Quinnam adhuc Suedis Danisg. Que- 


ne, Queen Britannis pro uxore regia, res . 


gina, adhuc in uſu s£oxag, alioqui de nulla 


. . alia foemina. (Die if ein Itthum: den Quean | 


ift bey den Engländern ein-Tüderliches Weib, eine 


Hure). Belgis in contemtum hæc vox abi, 


de vetulis contemtim, de oude Quene. 


Saxones F rifüque ufurpant Queen pro 


. Juvenca vacca. Es iftdies Wort vom celtifchen 


Urfprung, und ſtammet ab von fennen, gebäs 


... ren, A. ©. cennan, Gr. yavan, Celt. cenedhu. 
|  &, was unter Kunte bemerket iſt. 
 QuEnTzın,Quentern, Verquentern. S. 


Quänteln, {inter Quanr. 


\ Ques: R, zahm. cicur. Im Chut-Braunſchw. 
| Quzzn, jwerch, transverfus, transverfe, oblique. 


Wir fagen auch dweer, welches, wie das Hoch⸗ 
deusfche zwerch, ‚genauer mit dem X. ©. thwe- 


or, thwur, thwyre, obliquus, praepofterus; 


und Dem Sei. tuer, transverfus, überein kommt. 


| Urſpruͤnglich und eigentlich bedeutet queer, was 


von der geraden Linie abweichet, wie aus den Ue⸗ 


berbleibſeln der alten eltifchen Sprache abzunehe 


men 


1 





Que 4035 


men iſt; wo gwyr, krum, gebogen, ſchief, re- 
curvus, limus, und cwrewn, eine Kruͤmme, 
Ke'mmung, curvatura ( daher auch das folgen 
de Queern, eine Muͤhle), bedeutet. Vor 
queer, uͤberzwelch. Ener Queer⸗Hand breed: 
einer Hand breit: palmi latitudine. Daher hat 
die Queern⸗ ſtrate in Bremen den Namen, eis 
gentlich Queer⸗ſtrate, weil ſie queer durch zwo 
Straſſen gehe. Queer⸗ſtreke, Zwerchſtrich, 
linea transverfa. Queer⸗weg, Zwerchweg: u. 
andere, die auch im Hochdeutſchen üblich find. 
Quere, Subftant. obliquitas. Auch dieß Wort braus 
chen die Hochdeutſchen. In der Quere liggen: 
überjiverch liegen, fitu transverfo collocatum ef- 
Se In de Quere famen: von der Seite br 
kommen, als wolte es die gerade Linie durchkreu⸗ 
jen: ex trausverfo, oblique venire/ it. Hinde⸗ 
rung in ben Weg legen. SP quam em in de 
Quere; ich verhinderte, A feine Abſicht. 
In't Kruͤtz un in de Quere lopen: in die Laͤn⸗ 
ge und in die Breite laufen: unordentlich durch 
einander laufen. | | 
QueEErn, eine Handmühle €. Quern. Ss . 
- Cwearn,Cweorn, Cwyrn,Cod. Arg. Quaira. Alt 
- ftänf, Quirn, Chuira. Schw. Quarn. Dän, 
Quaern. Isl. Kuern. Etwa von dem alten 
wirren, beym Kero in Gloſſ. kehwerban, fi 
drehen, converti, in gyrum agi. ©. Eccard. 
Catech. Theot. p. 158. 159. Celt. Cwirwn, 
curratura: ap. Leibn. in Celt. p. 112. Kuͤnd. 
R. Urt, 16, ‚oe en ſchall nemandt mit Quer⸗ 


ze | a \ oe 


J ae —— Qun — 
nen Molt oder jenig Korn ho Mehle nah 
len — by Vorluft des Gudes und 10 
Marck Straffe. er: 
Gorte-queerm, :eine Srägmüpfe> & Er ad 
Quasi (N). © unter QUETSEN;: quetfägen. 
5 Quast, ein Duaft. Bedde ⸗queſt /:wer herab hans 


gende Quaſt im Bette, wobey man ſich aufrichtet. | 


Hed⸗ queſt, ein· Quaſt von Heidekraut, der. in 
ver Kuͤche zum Reinigen deu» Kuchengeraͤthes ge⸗ 
Braucht wird. Wij queſt, ein Weihwedel, 


Sprengwedel in der roͤmiſchen Kirche. Witjel⸗ 


quiſt, der Dicke Pinſel von Schweinsborſten, 
womit die Wände geweiſſet werden, u. a m. 
ne Seren, Uut queften, mit einem’ Quaft reinigen, 


In Hamburg quäftlen. R. De Getten uut 
queſten: die Milchnaͤpfe mit einem Auaſt von 


Heidekraut reinigen. 
Quarsen, ‚oder Quetfken, Quetfän- boom, der 
Vogelbeerbaum, Ghberefche, forbus aucuparia, 
Die röthenr Beeren diefes Baums, womit Die 
Ktrammetsvoͤgel; gefangen werden, heiſſeni in Zieg⸗ 
lers Id. Ditmarf. Quitsbeeren: tm’ Hanndver. 


Quitſer: in Chytraei Nomendi. Sax. Quitzen/ 


5 beer: fonft auch an einigen Orten Quek⸗beeren. 
Qunrsen, quetſchen, zerfniefchen ; zerdrücken, durch 
J Druͤcken oder Preſſen verlegen. A. S. ewyfan: 


E. fqueefer Alt fraͤnk. quezzon: H. quetſen. 


In Osnabr, quetten, und quedden, adden, 
quetſchen: quettern, - den Saft ausdrücken. S. 

: Man vergl, das fat. quatere, cutere, quaffa- 

re, e, hinein, flogen, aueiſchen. Gr. Koran. 


—* Sorab. 


Qurx. Qui. 407 
BSorab. kwoczezu, "ich ſchlage. Auſſer “obiger 
Bedeutung wird quetſen bey den Niederfachſen, 
fo wieben den Holländern, auch von einer: jeden 
Verlegung und Verwundung gebraucht. Oſtfr. 
Sande: 3 DB. 55 Kap. Dair gene Lichlauwen 
di. Narben, Merkmale S. des Heren von 
Wicht Anmerk. uͤber dieſes Wort am angefuͤhrten | 
Orte) van ſinnen, dair men by ſeen mach of | 
- he gequetzet is. Daher ift 
.Queie (6), ein Bläsgen, welches vom Druͤcken, 
Kneipen, oder Klemmen, an der Haut mit Blut 
oder Waſſer unterläuft, R. Sprw. Ungewenm 
de Arbeit maaft Quefen : eine jede ungewohnte 
Arbeit iſt muͤhſam und verdrießlich. nz 
Queſen-kopp, 1.) ‚eine Hirnkrankheit der Schaaft 
2. ) ein naͤrriſcher Menſch. Im Chur⸗Braunſchw. 
 Quvıx, Quiks - quaks, u. a. m. ©. unter QURXx. 
Quizen, quaͤken, ſchreien wie ein Thier, ſonderlichh 
| wie ein Ferken, welches gählings gepeiniget wird. 
E. fqueak, . freifihen: quak, fehreien tie ein . 
Rabe, oder’ eine Aente. Vergl. oben Quar- 
"KEN. Es ift entweder vom Laute gemacht, oder 
es ſtammet ab von Quif, ein Iebendiges Thier. 
Il will di flaan, du fehaft quifen, as ene 
Ppggge: ich will dich \ehlagen, daß du laut fehrei: - 
ef. Man kan de Uetze wol fo lange pedden, 
bet ſe quiket: ſ. Pedden, une Pan 
Quri LEN, up quillen, uut quillen, Siſewoen | 
durch: Feuchtigkeit fich ausdehnen. R.. "Imp. if 
J auufl, id) quoll. Partic. quuflen, gequoͤllen. 
Dat Holt is gun; das Holz if gequollen,. 
‘4 5 | \S, 


- ' ’ ZZ. 
» . . . . \ 
v . . ” 
⸗ 


’ 
_ 


Ä er — Qui. 
hat ſich nushedehner Das Sanmmoı ift 
Dudle. | 

Quiusıer, ein Baſchel. Im Hannd. 

Quines, kraͤnklich ſeyn, ſich Elagen, eine allmaͤhlig 

auszehrende Krankheit haben, languere, tabe- 

fcere. R. Hol quynen, quenen. Din. qui- 

nie A. ©. quanian, cwinan. Das Stamm⸗ 

‚ wort ift das Celt. Cwin, Klage, das Weinen: 

‚ und, das Zeitwort cwyno, klagen J feufzen. 

. Ced. Arg. whinon, quainon: Isl. kueina, 
oo Daher. alſo auch wenen, weinen. Idt is beter 

wat'r ſchinet as. war quinet: und, lange qui⸗ 

nen is de wiſſe Dood, ſind Spruͤchwoͤrter, die 
auch bey uns gebräuchlich find, SG: Richey. 

Verquinen,, von einer laugſamen Krankheit aubgezeh⸗ 

reet werden, lento morbo tabeſcere. 

Qua: fügt, . eine langſam auszehrende. Krankheit, . 

Schwindſucht, tabes. Sik de Quien⸗ſugt mes 
ten laten: fi durch Segenfprechen von ber 
Schwindſucht befreien wollen. . Die Sache beſte⸗ 

bbet darin, daß abergläubifche feute fih duch | 
Murmeln und Segenſprechen, wobey der ausge⸗ 
ſttreckte Körper verſchiedentlich in die Laͤnge und in 
die Quere gemeſſen wird, von ber Schwindſucht 

"= wollen kuriren laſſen. 

Quinzenm, Quinkeleren, hoch, fein ſt ſt gen, wit 
ſchern und pfeifen wie die Vögel Ohne Zweifel 

von quinteren, quinteleren, auf ber Quinte ei⸗ 

nes Saitenſpiels fingern. R 

Quinz-suac, ‚ein feiner, ige Sig, Manke, 

die 


— 


Qu 20.40. 


Die einen guten Sein haben, Auch dieß iſt an⸗ 
ſtatt Quintsflag, von Quinte auf den Saiten⸗ 
ſpielen. R. He het. fif:dör enen Quink⸗ſlag 

darvan los mafet: er bat ſich durch eine Liſt her 
aus gewickelt. Quink⸗ſlaͤge im Koppe heb⸗ 

‚ben: liſtige Anſchlaͤge im Kopfe baben, auf Raͤn⸗ 

ke bedacht ſeyn. 

—E— 1.) die fünfte und feinfte Saite: der fünf. Ä 
=. 16 Ton, auf einem Inſtrument. it. die Fiftel im 

Singen. Es ift das Sat, quinta. De Quinte 

brikt: er uͤberſchreiet ſch. Dat de Quinte nig 

brikt: treiber die Sache nicht iu boch: ſidelt nicht | 

zu grob. Ä . 
. Daffelbe was Qui. ‚flag. In Fran heißt 

Quinte auch Eigenſinn. Quinten im Koppe 

hebben: voller Raͤnke feyns m allerband liſtigen 

Raͤnken faͤhig ſeyn. — | 

Quinten-maker, ein verfchniißter Men), der zu los 
fen Haͤndeln ‚aufgelegt iſt: ein Intrigenmacher 
In Osnabr. Quinten⸗faͤnger. Sl | 
Avını, Querrel: cin befanntes Küchen s Znftrument, on 
welches gemeiniglich nichts anders, als ein kleinee 
Zweig, oben mit drey oder vier Nebenaͤſtlein, iſt, 
womit man Eier, oder dergleichen Säfte, dur . _ 
Unmdrehen des Stiele zwiſchen beyden Händen, 
duͤnne macht. Von dem alten wirren, keh- 
werban. S. Quzern, eine Handmuͤhle. 

Quirlen, mit einem Querrel dünne. wüßren, | 
Quisr, Schaden, Nachtheil, Verluſt, Veegudung, 
| Auſwand. Es iſt ein altes, noch kaum ben uns 
& nn bewahr⸗ 


I 


Qu, 2 5 


_, 


Bemaßrie Stammwort. Auch Oefried gebeanche 


in der angezeigteir Bedeutung. H. Quiſt, und 
Quiſting. To Quiſte gaan: verloren gehen. 


Sprw. Twiſt mafer Quiſt: Uneinigfeit bringe : 


| Schaden: Proceffe teeren den Beutel: lite patri- 


( 
| 


moni vires diffi ipantur: discordia res magnae 
| dilabuntur. — 


Quiſten— Verquiſten, vergeuden , verſchieudern un 


Nnuͤtzlich vertbun, durchbringen, Iſt auch Holläus 
diſch. Cod. Arg. quiftjan,., und fraquäftjan. 
E. quash, vernichtigen. ‚Fe. gaſter, gater, 
Ital. zuaſtare. Man vergleiche wuͤſten, vers 


| = wüften: . tar vaftare: Gr disown Im Engl. i 


. heißt walte bendes, verwuͤſten und durchbringen, 
verſchleudern. He het dat Sinige verquiſet: 
"er hat ſein Vermoͤgen durchgebracht. | 


Vergiter, Durchbringer Verſchwender, prodigus. 


H. Quifter.’ 


. Quikterije, Verſchwendung/ Verſchteuderung, prodi- 


galitas. Geld: ; quifterije : unnühe Ausga⸗ 
ben, Verfchleuderung des Geldes. 


Qvit, ‘Quiet, To, ohne Anſpruch, liber, folutus, 
 jmiinunis: ° * Wachter leitet es ber vom tat. vi 


duus? Fiſch aber bequemer von quietus, 'rubig, 


zufrieden“. H. 'quyb E. quit. Be quite 


Enen quit ſchelden: einen von allem Auſoruch 
fen erklaͤren, quitiren. Lange borgen is nig 
uit ſchelden: "Tage geborgt iſt nicht geſchenkt. 
It bin mien Feber quit: ich bin meines Fiebers 
9 los. Een 1 Ding auit Faden: eines Dinges ent 


1 ) 


| ediget 


. L x , ⁊ 


lediget werden. Dat bin if quit gean: | das 


habe ich verloren, vas iſt mir entriſſen. Quit 


of ine ſo ſwiet iſt bie Bedingung beym Spiele, 
3 da einer.entweder das Verlorne wieder gemwinnet, = 
odet noch einmahl fo. viel verlieret, Man fagt-ts 
auch, werin einer alles’ waget. d% Jouer ä quit- | 
te ou a double 
niten, 1.) quit machen: frey und von Anſpruch⸗ (08 
ſprechen quietum, ſolutum ae liberum ec 
rare. Es iſt jetzt veraltet. S. Haltaus. | 
quit, acquit. H. quyten. St. quitter. ac- 9J 
quitter.· Span. quitar. J 
2.) Sie quifen, ſich feiner Pfliche- entledigen, feis 
ae r Berbinbticteit nachkommen. H. fick quy- 
St, C’acquitter, He het fif queten, as 
een Mami: er bat fich männlich, ritterlich ger 
"halten. So reden. auch die Engländer: Re. did 
quit himfelf like a Man. 
)UITTERN, fpigläheln. Im Hannoͤv. 
)UÖSEN, quetfchen, zermalmen. In Hambur · R a 
Vergl. QAuETsEen, und QuAseEn. F 
)UULLEN, gequollen. (Cs iſt das Mittelwort vom 
»QUILLEN. a 
JUURKHALSEN, ſich wuͤrgen ‚als einer 2 ‚den etwas 
im Halfe ſtecken bat, das er gern heraus bringen 
will. Im Chur⸗ Braunſchw. Auch in Hamb. 
R AIn Veemen fagen wir wor, halfen. “ 


"412 I "Raa 


Ä R AA, Segelftange, antenna. R. Es tft die 
“ Querſtange an dem Maſtbaum der gröffern 
. Schiffe, woran das groffe Hauprfegel befeftiget 
| a Auf den gröffeften Seefchiffen bat man, nach 
der verſchiedenen lage, verſchiedene ſolcher Segeb 
ſtangen, als: Begien⸗Raa, Beſaan⸗Raa, 
Fock Raa, Top: feilds Ran die kleine Segelſtange 
oben an dem mittelſten Maſtbaum, u. a. m. deren 
Mamen nur beh den Schiffleuten üblich find. Kilian 
Hält es für ein alt ſaͤchſtſches Wort. Und Hals 
aus, unter dem Worte Rahrecht, führer ein 
_ fächfifches Wort Ra, Räh, an,’ welchem er die 
Bedeutung von ausgefpannt, ausgeſtreckt, ex- 
tentus, gibt. Er melder aber nicht, wo er es. 
her har. Unterdeſſen ſchickt ſich diefe Bedeutung 
ſehr wohl zu einer Segelſtange. Die Hollander 
ſagen Raa und Ree. 
Raa-fegel, Raa-feil, das groſſe bierecige Hauptſegel 
„an bee Raa. R 
Rau, oder Res ( * wft der Steuermann Sem Lavie⸗ 
| ren, wenn das Schiff umgewandt und auf die 
| andere Seite gelegt werden ſoll. u 
\ Rämansi ift eine Ausrufung der Schiffleute bey vers 
= ſchiedenen Gelegenheiten, beſonders beym Abfah⸗ 
ren, wobey fie die Huͤte über den Kopf ſchwingen. 
4 der Jungen, und des Poͤbels, wenn jemand 
an deit Pranger; oder ‚ins Halseiſen geſtellet 
wird. Na 


. .R&, 





WBG Ra Rau nn 413 J 


I ru dei, Korper, Rüden, Rippe. it. beichnum. — 
Ddieſ⸗ Bedeutungen ſind unter einander verwandt, 9 
ſowol als die Namen, die dieſen Theilen in den 
alten und neuen Dialeften gegeben werden. 4 . 
S. Hrew, und Hreaw :. Ss Hre: At. 
J frank. Ereo, Hrao, Chreo: bey einigen Die 
derſachſen Reef, Meve, und. jegs noch bey uns 
Rif, Rift, geichnam, Gerippe, it. Bauch. S. 
Rır. Wir brauden Raͤ nur noch in einigen 
"wenigen Redensgrten. He legt een DIEE Raͤ 
10: er maͤſtet ‚feinen Körper, . legt einen dicken 
Bauch zu Kaam ik di up dat Ri — iſt ei⸗ 
ne Drohungs⸗ formel: Hüte dich für Schläge 
Enem wat up t Raͤ geven? einen prägeln. In 
gleicher Bedeutung fuͤhret Friſch, im Woͤrterb. 


J 


unter Raͤf, die Redensart an: einem eines auf Eu 


das Meff geben. Ä Be 
bar Sen vold Rabak: ein altes verfallenes Ge 
ſtell, Schrank, Haus m. Ohne Zweifel ahmet 
dieß Wort dem Laut des Raſſelns und Klappernus 
nach, welchen ein altes hoͤlzernes Geſtell macht. 
abakken, raſſeln, klappern, ein Getoͤſe machen, los 
pfeu, bämmern, als wenn man ein altes Geſtell 
zerbricht. 
‚ABBELN, geſchwind und unbedachtſam plaudern. | 
Es gehöre zu Rap, geſchwind, hurtig. u 
‚ABUNTEN, Rabunten gaan, herum ſchwaͤrmen, 
ſich Tüderlich aufführen, auf böfen Wegen geben. 
H. rabauden, agere nebulonem, dolofe ag» 
re mendicum. Von Rabaud, welches nicht 
nur einen anbftreicher, ſcheimiſchen Bettler, be⸗ 
J nz 


\ — _ \ a . 


. 
. 2 22 


414 


— 


* 


Ran e 


deutet ſondern auch aberhaupe, "einen. Mdertichen 


Beluben, Hurenjäget. Ital. Ribaldo. Sr. Ri 
baud.. E. Ribaude, Ribauld, S. Kilian, 


Dufflaei Etym. - 


. Raan, 1.) Rath, Ue cberlegung, Rathſchlag⸗ Ent 


fchlieffung ; eonfilium. it, Vorwiſſen, Zuſtim⸗ 


: mung’, Gutheiſſen, conſenſus alicujus, qui in 


conſilium adhibitus eſt. A. S. Rad, Rad, 


Raed. Ist. Rad. Schw. Rad, E. Read. 

Dat is mi.to Rade geven: das iſt mir gera⸗ 
then, als ein Huͤlfsmittel angerathen worden. 
Dat is fin Raad: das iſt nicht, zu rathen. 


== Ya Raad uut weſen: ſich bey einem Nachwei⸗ 


ſer, Beſchwoͤrer oder Teufelsbanner Raths erhoh⸗ 


dem Raad doon laten: ſich von ſolchen Be 
truͤgern helfen laſſen, ſich aberglaͤubiſcher Mittel 
bedienen. Wo nu to Made!. iſt eine Formel, 


wenn man jemandes Unbeſonnenheit oder Unge⸗ 


J ſtuͤm Einhalt thun will: wie will es mit dir wer⸗ 
den? kann es nicht weniger ſehn? of bin des 
to Rade wurden : das habe ich beſchloſſen. 


EStat. 2. Do wurden de Rathmanne mit der 


Witheit und Vulborde der. ganzen. Menheit 
to Bremen des to Rade: da faßte der ſitzende 


u Rath, mit der Wittheit und Zuſtimmung des: ganz 


. zen Volks zu Bremen, den Entſchluß. Stat. 
135: dt en ſchee na. Rade des Rades: es ge⸗ 


ſchaͤhe denn mit Zuftimmung des Raibs. Und in 
der Kuͤnd. Rolle wechſelt die Redensart na Ra⸗ 
he des Rades ab mir; mit, Orlove, oder mit 
— Verlove des Rades: u. alfo gleichguͤltig 


ſind 


_ Ss” 
Pi } > 


Ran. W ars 


9*F ſind. S. Het. 188. vedl. mit 150, und 155. 

der Pufend. Ausgabe. Im 150 Art. iſt beſtim⸗ 
met, daß der Rath mit der Gemeinheit, den Brau⸗ 
ern und Aemtern waͤre einig geworden, daß kein 
bamburger Bier ſollte in die Stadt. oder deren 

Gebiet gebracht werden, und. es follte Niemand 
ſodane Beer noch Rades efte Dades nich hu⸗ 
ſen: dergleichen Bier weder ſelbſt im Hauſe ba⸗ 


ben, noch dazu behuͤlflich ſeyn, daß es jemand = 


hätte, < Ord. 83. heißt es von gefundenem herrn⸗ J 
ůſen Gut, daß man es niederlegen ſoll bey einem 
-angefeffenen Mann, by Made der Radtmanne 
(nad dem Öurfinden, oder mit Zuſtimmung des 
eoaths — mer de idt gefunden hefft, 
ſchall men geven Arbeldes Loen by Rade der 
Radtmannen: wer es aber. gefunden bat, dem ” 
ſoll man Arbeitslohn geben , nach dem Gutfinden 
des Raths. | 
2.) der. Rath , concilium, fenatus., Insbeſonde 
re, der halbe Rath, der im Eide fi ist, in Entge⸗ 
genftellung des ganzen Raths oder der Wittheit. 
Andere Bedeutungen, welche auch das Hochdeut⸗ J 
ſche Rath hat, uͤbergehen wir. | 


Mederaad. das Einrathen, Beyrathen. In einem | 


Reeeſſe e des Erzb. von Bremen, Chriſtoffers, von 
1517. Ock willen wy nene Seide annehmen, 

fondern.nah Mederade und Medewetende der 
Ledematen: auch wollen wir feinen Krieg unters  : 
nehmen, one Beyrathen und Mitwiſſen der Glie 
der oder Stände des Stifts. | = 
Vortaad, Vorſatz, worharhebende ucherlegung/ vorher 
| | Men 


a6. ..... Ran 
” ab etlegter Anſchlag wohl baechmich⸗ Thet. Lo 
. vor, und Raad. Stat. Stad. X. 4. So me. 
den anderen wundet ane Borerat, de. fcal uter 
Stitat ·weſen fe Welen, met Borerade en 
Half Zar — So welt Man mit Bon 
rade den anderen wundet, oder mit Vorrade | 
den anderen feret Blawe unde Bloet, de ſcal 
jummer deme, de der wundet i8, oder feret 
is, twevoldighe Beterinche geven, mer de 
Vorrat unde de Vorſath de hoghet ſych alfo 
vaſte, in dem Sachewolde alfo in der Stat), 
Götting. Ausg. von 1766. ©. 93. _ 
- Raad-mann, Rathsherr, Senator. In der mehrern 
Zabhl Raad⸗manne, nicht Raad⸗luͤde. 
” Raden, Raön, 1.) rathen, Rath. geben, confilium 
dare , fuadere. A. ©. ræd. €. read. - 
“ =) rathen, errathen „ divinando adſequi. Hie⸗ 
ber gehoͤret das Goth. rathjan, rahnan, fihäg 
zen, zaͤhlen: in Cod. Arg. af vaden, € ein Raͤth⸗ 
ſel auf loͤſen. | 
| Afraels, ein Raͤthſel, senigma. | 
. Beradtn, ı.) berathfchlagen, cönfilium inire, con- 
, fultare. Sik aver ene Safe beraden: über 
eine Sache rathſchlagen, eine Sache uͤberlegen. 
2) verſorgen, fuͤr einen ſorgen, proſpicere alicui. 
Daar het he ſik ſlegt beradet: darin. hat er 
ſchlecht für ſich ſeldſt geſorget. Sprw. As de | 
Weerd is, ſo berad Gott de Gaͤſte: ſ. unter 
WEERD, Wirth. J 
3.) Insbeſonder, ausftatsen, ausſteuern, verheura⸗ 
then. De Mann het alle ſine Kinder bera⸗ 
| bet, 





u . , u . . j j j R j 
Br x s Pr — \ . » - 
- - Ran °...°. "417. 


det: der Mann hat alle ſeine Kiüder verheura⸗ 
thet, oder auch uͤberhaupt, verſorget. Stat. 7. 
Heft de Frouwe ene Dochter de alſo verne 
Tamen is, dat fe einen Mann nemen mad, - 
der fchall men na Örer Grunde Rade (mit ige 
rer Freunde: Beroilligung ) geven eren Deel, 
up dat men fe-defto erlifer beraden moghe; 
damit man ſie deſto anftändiger ausſtatten möge, - 
- Stat. 1I1. Mann oder Frau, die ihre Ehegatten 
verloren haben, de ere Kinder hebbet.van fi 
gedelet edder beraden (die mit ihren Kindern ges 
theilet, ober diefelde ausgeftgftet haben), diemds 
7 gen mit den Gütern, bie ihnen bleiben, nach Be⸗ 
lieben ſchalten und walten. Stat. 14. So J 
welcke ock duſſe Vormundere — der Kin⸗ 
der jenich beraden (in einigen Handſchriften ber 
rede), binnen duffen Jaren der Vormunde⸗ 
ſcchup ane der andern willen, de ſchall gheven 
der Stadt 20 Marck, unde den vorſmadeden 
Vormunde 20 Dark. | - 
Berade, 1.) Berathſchlagung, Ueberlegung, das Be 
denken. Wi wile ide in Berade nemen: wir 
wollen uns darauf bedenken, ‚wir wollen es über 
Segen. 
2.) Ausftattung , Verehlichung. Er, m Berade - 
famen: ausgeftattet werden, ‚einen Mann bekom⸗ | 
men, beuratben. J 
Beraden, adj. uͤberlegt, bedacht. Mit beradenem 
Mode: nach reiflicher Ueberlegung, wohl be⸗ 
daͤchtlich, conſulto. Stat. Stad. X. I. | 
- 2). verforgt, ausgeſtattet, verheurathet. Stat. 8. 
nn Du Or 


— 


Fi 





Unde for de Rindere beyde de aſten unde 
de leſten beraden, unde ſtarvet de Mann dar⸗ 
na, de erſten Kindere mit den leſten de ſcholen 
daat Erve unde Dat Gudt lyke delen. 
VUnberaden, 1.) unüberlegt, unbedachtſam , incon- 
| fultus. | 
. =) unverſorgt, unverheurathet, moch nicht ausge 
ſtattet. Stat. 8. De’ Frouwe mit eren Kin 
deren, de unberaden fon, de fcholen nemen ly⸗ 
fen Deel in Erve und an Gude. | 
- Inrädig, Inredig, - beyraͤtbig⸗ mit Rath behuͤlflich 
Renner: Und mit den Olderluͤden inredigh ſin: 
und den Aelterlenten bepräthig fenn. 
_ Ungerade, was ohne Heberlegung und Vorſatz, ober 
von Öhngefehr, zufälliger Weiſe gefchieher. Ders | 
altete Redensarten find: van Lingerade, und | 
‚mit Ungerade, ohne Ueberlegung und Vorſatz, Ä 
ohne Abficht Böfes zu thun: wovon bas Öegen: 
"theit iſt, mit beradenem Mode, oder mit Vor⸗ 
rad, verbenäctlih, mit Vorſatz. Man- liefet 
es Stat. Stad.X, 1. Mer fomet Lude an ene 
veile Taverne, Inde feut dheme Werdhe mat 
van Ungerade, efte jenegheme Mlanne, dhar 
“ne is nen Husvrede ane brofen, nochte de 
Werre (Were) bevochten: kommen aber feus 
ein ein Öffentliches Wirthshaus, und widerfaͤh⸗ 
ret dem Wirthe, oder einem andern Manne, oh⸗ 
ne Vorſatz etwas Boͤſes, dadurch iſt der Hausfrie⸗ | 
de nicht gebrochen, noch die Sicherheit des Hauss 
rechts beleidiget. Und in dem gleich folg. 2ten 
Art. Were in aver ein bedherve Man ofte 
J ein 


Ran | 419 


. ein Geöherse Knops, unde mit Undferbe that 
brefe % ſ. w. 
Verraden, Verraän, verrachen. En: ſchabt nig ver⸗ 
xaen: ich kann nichts davon nach ſagen, man hat 
mir nichts "davon wiſſen laſſen. He fchal de 
. Stadt nig verraen: erift ein dummer Tropf, 
er hat das Pulver nicht erfunden. | 
Verrädlik,. wird gemeiniglich ausgefprochen , verreed⸗ 
lik, verraͤtheriſch, dem nicht zu trauen iſt, unſi⸗ 
der; gefährlich. Dat 38 is verrädlif, fage mar, 
wenndas Eis dünne Stellen bat, da es unter eis 
nem nicht haͤlt. Verraͤdlike Wege : Poli 
ge Wege, wo man hinein fi nket. 
Vorraad, Vorſatz, iſt oben ſchon da geweſen. | | 
Ra, rota, iſt ein celtifches Wort. Cambr. Rhod. | 
- Armor. Rat. Hihern, Rit, Rhotha, Fr. 
Roue, S. Wachter in diefem Worte. Em is 
een Rad uut dem Wagen lopen, ſagt man 
wæenn einer einen Beförderer verlieret, oder wenn 
ihm fonft ein Mittel zu feiner Wohlfahrt entgeher. 
Under Rad: nach ein ander, einige Mahl gleich 
‚hinter einander,  iteratis vicibus. . Ik ging 
daar dremanl under Rad hen; ich ging drey⸗ 
mahl gleich nach einander bin. In Hamburg 
ſagt man in dieſem Sinne: nd der Radt; wel: 
ches Herr Richey erklaͤret: “nach der. Heiße, nach 
„einander: vielleicht wie Die Speichen oder Schie⸗ 
„nen eines gedrebeten Rades.“ Bequem genug. 
Sonſt koͤnnte man auch das Wort Rad in dieſen 
Redensarten fuͤr ein beſonderes Altſaͤchſiſches hal⸗ 
ten, welches die Bedeutung „ bald, geſchwind, 
Dd a . Ä ww 


— 


20 u Ran | | —— 
hurtig, bai, das Siaumwert von "unferm drade 
und grade iſt, und ſelbſt mit Rad, rota, in 
Verwandſchaſt ſtehet. A. S. rath, cito, con- 
—3 ræthe, protinus: hraedeft, brevifli- 
“hrade,' hraed,. celer, alacer. ‚Eben | 
ö * Bedeutung hat das Alt fraͤnk. rado, und 
das Holl. rad, ras, ſchnell. Gloſſ. Boxh. fo. 
ratlo, quantocyus: rader, citatus. A. S. 
hrsdian, eilen, laufen: . welches in verſchiedenen 
celt. Dialekten heißt rhedeg, rhedaf, rhedec, rhe- 
den: Gr. podaw: Hebr. rn (rutz). S. Wach⸗ 
ter in Rad, dito, celer: und Raden, car. 
‚rere. | - 
Radebraken, Ratbraken, radbrechen, raͤdern. it. et⸗ 
was verunſtalten, eine Sprache im Reden ver⸗ 
_ flümmeln a balb gebrochen reden. | ‚Önj jargon- 
ner. S. 
Rabe, das Gerade der Weiter, S. Reom 
Rabe, Ras, eine Art Unkraut, das im ‚Getreide, - 
ſonderlich im Rocken und Gaͤrſten, haͤufig waͤchſt, 
mit einer weiſſen, fleiſchfarbenen, auch wol rothen 
Blume, bald als eine einfache Nelke ‚gefaltet, 
“und mitrunden, ſchwarzen Samenkoͤrnern: Korm 
roſe, lychnis coronaria, lychnis ſegetum, 
pſeudomelanthium. Chytr. nennet es Ger⸗ 
ſten⸗ radels. In andern bdeutſchen Mundarten 
Madden, Ratte, Radelen, Ralen, Roel. 
Herr Strodtmañ, Idiot, Osnabr. ©. 337, irtet, 
indem er es mit ber Tremſe oder blauen Kornblu⸗ 
me, cyanus, vermenget. Man koͤnnte Rade 
“ableiten, von raden, ausreuten 7. ober befjer von 
| raiden, 


— 


— x 
. De Zr 





Ran. Ran % j | ‚421 J 


I eaiben räden, reben, reitern ieben  aüefeben; > 
weil man den Samen der Rade durch das Sieb aus 
- dem Getreide bringe. S. Friſch in Raiden. 
-  Spw. De Diſteln un Made faiet, de mag - 
veel Unkruuds maien: was einer ſaet, das F 
wird er erndten. u u 
'Rankn, votten , verrotten. S. Raten. Ze J 
Rapri, Raen. Uut raden, rotten, ausrotten, mit 
der Wurzel ausrotten, reuten, ausreuten. Sa 
andern Mundarten roden. Im Hanndv. rodde⸗ 
ten, durchwuͤhlen. Hiemit find verwandt uns - 
ſeer wroͤten, und rüden, wuͤhlen, zerruͤtten. © 
: jedes an feinem Orte. E. root: out,' “austottin: - 
von Root, die Wurzel, radix. H. uyt rooyen. 
—Il. rota, ıydia, mit der Wurzel ausreiffen,; 
\ Bäume ausrotten: rioda, verwuͤſten. Alt fraͤnk. 
riutan. . Eine Hacke, ein Karſt, oder Werkzeug, 
> womit man Die Erde umwuͤhlet, und Wurzeln 
ausrottet, bieß in der alten britanniſchen Sprache 
Rhaw: Lat. rutrum. Daher iſt auch das Hoch⸗ 
deutſche zerruͤttn. Viele Namen der Oerter 
J J ſtammen von dieſem Werte ab, weil dafelbft der - 
Boden von Buͤſchen und Bäumen ift gereiniget 
worden: als Rade, Appenrade, Hilligenrade, 
Walsrade, Harzgeroͤde, Gernrode, Tan 
quarderode, Wernigerode, und, viele andere, 
welche Herr Friſch im’ Woͤrterb. unter Meuten ans | 
"führer. Stubben uut raden: die Wureln ı ei⸗ 
nes gefaͤlleten Baums ausgraben. ' 
Ranscnop.- ©, Reedfchup, unter Rren. 
Rar, 1.) die fetten Floßſedern von dem gedorreten 
Do 3 nn —B 


/ . * 


7 “ 


ey ı Ran, Rar. 
zu Heitbutte ‚ der aus Bergen in Rorwegen koͤmmt. 
Das Fleiſch an dieſem Fiſche iſt der Länge nach in 
Riemen aufgeſchnitten, doch ſo, daß es an einan⸗ 
02 Bee ‚und los über den Graͤten haͤngt. Dies 
2... fe Riemen werden Mefel, und det ganze auf dieſe 
Weiſe zerſchnittene und gedorrete Fiſch Raf un 
WReekel genannt. Einige unterſcheiden nicht Raf 
von Rekel; wie Kilian in feinem Etymologico. 
Raf iſt deffeben Urfprungs mie Rif, Gerippe, 
N weil ein folcher Fifch wie ein Gerippe ausfi ie 
und mit dem aleen Mef, eve, der Bauch. €, 
„Rift, eine Spalte, Ritze. S. unten in Rır. 
29 Das waͤhrend des Winters verdorrete Gras und 
Kraut auf dem Sande, E. Kiffraff, ſchlechtes 
unnuͤtzes Zeug. 
3) Poggen -rof, Froſchleich. ueblichen aber iſt 
Poggen⸗ ſchott. Andere ſagen Poggen⸗ruf. 
Räne, ein groſſer Hund. 6&.Röoe 
‚ Räxen, rächen. : Üeblicher ift wraͤken, und wre⸗ 
ken: welches nachzuſehen iſt. 
Raxen, 1.) rühren , beruͤhren, ‚treffen, betreffen. 
St. gelangen zu etwas, Bingeratfen. R. Die 
Holländer fagen auch in diefen "Bedeutungen Raa- 
ken: gfeichwie wir faft alle Redensarten, welche 
fie mit dieſem Worte machen, mit ihnen gemein 
Haben. Es ift faft daſſelbe mit reken (5), rei⸗ 
‚en, welches unten vorkommt. He is ligte ra⸗ 
Fed: er iſt Teiche empfindlich gemacht: Vam 
| Blitz raked: vom Blitze getroffen. Wat raket 
mi dat? was geht mich das an? Dat ſunt 
Salem, de di nig ratet;: das find Dinge, die 
dich 


—R 


Rax. 44323 


dich nicht angehen. An den Grund raken: 
decn Grund berühren: mit dem Schiffe auf den 
. Grund zu figen kommen. Weg rafen: weg 
—  fomiten. Loos rafen: los kommen. Faſt ra⸗ 
ken: feft werden, feſt zu ſitzen kommen. Klaar 
raken: fertig werden. Ik kan't nig raken: 
ich kann es nicht beruͤhren, daran langen, treffen, 
dazu kommen. Vorbi vafen: neben hin treffen, - 
= vorbey kommen. To ſamen raken: in Zank ger 
rathen. Up't Dröge raken: aufs Trockne ger 
rathen. it. nicht mehr zu trinken haben. Quit 
raken: frey ausgehen. it. beraubet werden. 
2.) ſcharten, raffen, wegruͤcken ſtreichen ‚ fegen. 
E. rake. Sr, racler. Daher ſagen die Hoch⸗ 
deutſchen, in einer eingeſchraͤnktern Bedeutung, 
rechen, raftro eolligere: A. ©. raccian; und 
XReche, raſtrum: A. S. Raca, Race: €, 
Rake. Dafür wir und die Holländer jeßt, mit 
Verfegung der Buchftaben harfen, und Harfe . 
ſagen. R. Dat Geld to fif raken: das Geld 
uu ſich ſtreichen, mit der Hand zu fich ziehen. To 
Hope raken, oder tofamen rafen : zufammen 
raſffen, oder fegen. Mit der Hand van een 
raken: mit der Hand aus einander ſcharren. 
Anraken. anrühren, berüßren, anftoffen.  Daar bin 
. it anraked: da bin ich angelaufen. it. bag babe 
ich unvermuthet erhalten. 
Beraken verſcharren, einſcharren. Mit. Sant, ober 
imn't Sand beraken: in den Sand verfharren. 
‚In raken , einfcharren. Dat Vuͤer inrafen : das 
Feuer gegen die Nacht mit Aſche bedecken, damit 
Dd da— III 


Y. 1 
N 
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424 . ee Rau = J — on. 


man bes Morgens gfüenbe Kohlen Ander Ä Dat’ 
Geld in finen Saf rafen : das Ger in feinen - 
Beutel fteeihen. 

To raken, zuſcharren. Dat Vler to raken; daſſel 
be mit inraken. 

Ungeraked, was nicht dahin gehöret,, ungefüge, un⸗ 
gebuͤhrlich, unanfländig. Fr. impertinent. 
Stat. 92. Spreke ein Mann roͤkeloſen ein uns 
geraket Wort vor deme Rade, unde ſick des | 

>. de Radt edder ein ander to Hone toge 
redete jemand unbedachtſamer Weiſe ein unanſtaͤn⸗ 
diges Wort vor dem Rathe, wodurch der Rath, 
oder ein ander, id) beleidigt hielte . 

Raak- ſpoon, ein Stüclein Holz, womit man etwas 

urmruͤhret, ober ſcharret: alferculus, fegmen- 
- tum ligni, quo quid colligitur aut removetur. 
Een Raaf » ſpoon van der Naͤſe: eine lange 

MNMaſe. 

Rakken, 1.) im Koht herum ruͤhren, unflätige Ar⸗ 

beit thun, mit vieler Muͤhe vom Unflat ſaͤubern. 

BR. Es iſt ein intenſivum von raken. De 

Straten rakken, oder up der Straten rakken: 

die Straffen dom Kohte reinigen, die Gaſſen fe— 

gen, Daar is veel to raffen: da ift viel zu 
7 reitligen, « Rein rakken: was beſudelt iſt, mit 

5 vieler Mühe reinigen. 

| 2) raͤuſſern. Im —* Wir ſagen harken. 

As: rakken, Kobt und Unflat abfegen, „ berunter beine 
gen. R. 

. Na rakken, reinigen, was ein ander beſudelt hat, 
oder beſudelt hat liegen laſſen. Wol will ben 

\ N r 








- 


u 3 . on . 
J "ou b = — 


Be Rax. | . . i 425 , 


get na a rakken? wer mil für Big den‘ uirach 
weg ſchaffen? Eu 
arakken (ben Aecent auf 1); mit  Unflat über zu 
richten. R. . Se het ff aisf to rakket: er har 
ſich ſehr garſtig gemacht. Wenn man aber ſagt: 
be het fif to vaffet, und den Accent auf rak le⸗ 
get, fo beißt es fo viel, als: er bat ſich ben dem 
rein machen ermuͤdet. | u 
ut rakken, 1.) bie Unreinigfeit, den Unflat ausfer 
gen. Dat Secreet uut rakken if. eine Arbeit . 
der Schinder. 
2.) ausputzen, ſchelten, einen derben Berniie ge 
ben: R. 
utrakkels, Auskehrig, ausgefefrter Unfat. "Man 
vergl, das Islaͤnd. Hrak, abjectamenta: wel⸗ 
ches wir Wrak nennen. . 
akker, ‚ein Schinder, ‚Henkersfnecht,. loacariüd: 
von raffen, unflätige Arbeit thun; und tortor,, 
‚camifex: vom E. rack, beym Kilian racken,. 
recken, auf die Folter fpannen. Rakker ift aud) | 
* Engl. und Hol» Wir brauchen es auch als einen 
Scheltnamen, fonderlich der Hunde, R. Datdi 
de Raffer hale:. daß dich der. Henker! | 
2.) eine Art fchöner blauer Heher, die blaue Hl 
oder Mandelfräpe, graculus caeruleus. Wel⸗ 
- cher dieſen Namen von feinem Geſchrey rak rak 
traͤgft. S. Roox, Rabe. 
akker-hund, und Rakker-teéde, ein Scimgun. | 
akker-kare, Schinderkarre. 
akker-knegt, Schinderknecht. 
akker- kule, Sainbarube, Schindangen 
Ä Dy 5— Rabbex 


N 
. . * — 
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- J — u . ‚ . R - 4 - 
B " ” — — ” 
- : Br} 


426 Ran Ran. | 


_ Rakkerig, unfauber, ſchmutzig. R. 
Rakkerije, Unflätigfeit. R. 
Raux, eine Riole, Regal, Bacherfach oder dergler 
hen Geſtell, worauf man allerhand Haus: und 
Stubengeräthe ordentlich aufftelle, oder hängt: 
repoſitorium, Joculamentum. €, Rack. 9. 
0% Rak, Rek. Damit komme überein ein altes 
a bolländifches Wort Reke, eine Linie, eine Reihe 
| it. eine Sammlung; welches mit reifen, ‚dehnen, 
amd folglich! mie Rik fcheint verwandt zu feyn: 
weil auf einem Raff die Sachen in einer Reihe, 
= Der fänge nach, geſtellet werden. Glaſe⸗rakk, 
t wo man die: Glaͤſer aufftellet, ein Glaͤſerfach. 
Thee⸗rakk, ein dergleichen für die Thees Taffen. 
5. Kledersraff, ein Tafelwerk mit Zapfen, woran 
7 man bie Kleider hänge. - 
| Rik-rakken. ° ©. unter Rıx. 
F Raurææꝶ. 1) ein ‚groffes Getoͤſe machen, tarmen, 
i toben. Es wird vornemlich von dem Umherlau⸗ 
fen der Kinder beym Spiele, und von dem rau⸗ 
0... fhenden Herumzauſen murhwilliger und luſtiger 
| Perſonen, gebraucht. Hol, rallen und rellen, | 
\ plaudern, ſcherzen, Poſſen machen, . E. rally, 
ſcherzen, ſpotten. Fr. railler. 
*) Bey unſern Nachbarn an der Nordſee wird mit 
dieſem Worte insbeſonder angedeutet das Leber 
Saufen dee Wellen über einen ſeichten Grund; 
"3 "oder der Anlauf. derfelben gegen eine Fläche hin⸗ 
auf Won dem Geröfe, den Die Wellen machen. 
Gleichſam rollen. | 
‚Balken, daſſelbe mit rallen in der un Bedeut. De 
N — u Kinder 
a: — Ss 


E74 


Ram 0000 a, 


ainder ralket: die Kinder. machen « einen tobens 
den, muthwilligen ärmen, , vaufen ſ ſich im Spiele 
berum. 

Raam, Ramen, ı. ) Rahm, die Einfapung gewiß 
fer Dinge, der Fenſter, Spiegel, Schildereien 


26 oder worin etwas ausgeſpannet wird. Ss 


Rima. E. Rim, uud Frame. 
2.) der Rauchfang in den. Saucrhänfen, die feinen 
Schornſtein haben. . 


3.) In einigen Gegenden. bezeichnet es ein aufgehan⸗· 


genes Geſtell oder Brett in den Speifefammern \ 


oder Kellern, allerhand Victualien darauf zu le⸗ 
gen, damit ſie luftig und trocken liegen, und vor 


Katzen, Maͤuſe und Ratzen geſichert fon S 


| Stade fagt man Rämen. 
Wand- raam. S. unter Wann, Tuch. 
Raam-holt, Holz zu allerhand Schreinermiit, welches 


die Bauern über dem Ramen, oder Rauchfauge, J 


legen, und trocken werden laſſen. J 


ar 


' Raam, 1.) ‚ein gefeßtes Ziel, terminus, ſcopus. 


In der Vorrede des Sachſen⸗Spieg. Ich fiehe 


tzu Rame, ſam ein Wilt, daz die Hunde bu⸗ 


ſten am: ich ſtehe zum Ziele, wie ein Wild, das 


die Hunde anbellen. Script. Brunſu. T. iii. p. 


7, Up den Ram: auf die beſtimmte Zeit. 


S. Friſchs Woͤrterb. 


2) Entfcheidumg,, Ausſoruch, fententia, deciſio. 


Friſchs Woͤrterb. 
3.) Gedanke, Mathmaſſung, Wahn. Dieſe Ber 
deutung iſt nur noch bey uns uͤblich, Up enen 


t M >. | J \ ” J J Raam 
/ 


> 


TEE: J 


a 48 zu Ran 


Raam tamen Ki ch einen Gedanken‘ in den Senf 
feßen, auf eine, Muchmaffung gerachen. 


 Unraam, ein irriger Gedanke, Irthum, Argwohn: 
gleichſam Abweichung vom Ziele, oder Verruͤk⸗ 
kung des Ziels. it. Verruͤckung, Verwirrung des 


Sirtnes: Up enen Unraam kamen: aufi irige | 
Gedanken, oder auf einen Argwohn gerathen. R 


He is ganz up'n Unraam· er iſt im Kopfe ver⸗ 
ruͤcket: ‚ein gewiſſer grilenhaftzer Einfall bat ihn 
danz eingenommen. 


Ramen, 1.) zielen, collimare, Din. ramme, das 


Ziel treffen. S. die Gloſſaria. 


2.) beſtimmen, treffen, der rechten Zeit wahrneh⸗ 
men, zu Rechte finden, entſcheiden, durch Nach⸗ 


denken erfinden, muthmaſſen, errathen. Mate 


ramen: Maſſe halten. "Man kan't nig jun 


mer ſo ramen: man kann es nicht immer fo ge 


nau treffen. R·He ramede wat hen un wat 


her: er fiel in feinen Murhmaffungen bald auf 
dieſes, bald auf jenes. . Tied un Umftände rw - 
met mit: Zeit und Umftände-geben auch Beſtim⸗ 

mingsgruͤnde an die Hand. Renner unter dem Jahrt 


1220. De Raht und de gemene Kopman (zu 


Bremen) wehren nicht tho vuele, ruſteden 
mit groter Haſt einen groten Koggen thom 
Vrloch tho, rahmeden eines groten Waters 
und guden Windes, und ſegelden de Keeden, 
dat fe in twe Stucken Tach: der Rath und die 
Societaͤt der Kaufleute-fäumten nicht fange, ruͤſte— 


ten in aller Eile ein groſſes Kriegsſchiff aus, naͤh 


‚ men ber Otegenfeit e eines ee boben Waſſers und Zu 
07 gen 


— 


Ram. 429 


2 mn Windes wahr, ind ſegelten auf die PR 
dbaß ſie in zwen Stücke zerbrochen lag. Eben der ° 


ſelbe im 3. 1407. Se wolden des beſten rah⸗ 
mens fie wollten. thun⸗ ‚mes ihnen das beſte blins | 
kete. 


zeramen, und Anberamen, beſtimmen, einen Ter⸗ 
min ſetzen, definire, conftituere, terminum 


praefigere. Einige Hochdeutſche ſagen unrecht u 


beraumen. Daͤn. berämme, beramme. R. 
Enen Dag heramen: einen Tag beſtimmen, an 
ſetzen. guͤnd. Rolle Art. 168. Na der Tidt 
und Ordnung, ſo darup beramet: die Beder 
ſollen nach der beſtimmten Zeit und Ordnung bak ⸗ 
ken. | J 
Na. ramen, durch Machſinnen erfinden. wolle, zu steffen un 
ſuchen, muthmaſſen, nachapmen. R. Hera 
met idt fo na: er muthmaſſet es nur. Dat fon 
“ inignaramen: das kann ich nicht ausdenken, 
errathen, oder auch ‚nach: einem ‚gegebenen 2 Mus 
ſter nach. machen.  _ | oo 
Naramels, ‚ein Mufter, nach wechen. man enwas u 
ſchneidet, und machen, | oo 
Verramen, vor Zeiten Vorramen; beſtimmen , feſt 
| feßen. In der. Vorrede der Eendracht vom J. 
2534 heißt es: Deß is darna van dem upge⸗ 
melten Rade —— mit eendrachtliker Bele⸗ 
wvinge, Vulbort unde Willen der gantzen Ges 
mieenheit duſſe folgende Ordinantien, to Ver⸗ 
kleringe unde Vorbeteringe der vorgeroͤrden 
olden angeſtalten Vordrachte (de Tafel ges 
name) uppet nyge up oerichtet unde verra· 
u See 


Pa 


BE on I Rau. | | 
me. Und die Kundige Rolle Gebt fi sn mit die 
ſen Worten an:. In dem Jare na der Geborth 
Chriſti unfes Heren dufent veer hundert, dar⸗ 

na in dem negen und achtigſten, ſint duͤſſe na⸗ 

beſchrevene Stucke vorramet. 

| Räneı. S. RemeL 

ur Sik up raͤmen: ſich Geben, , als vierfuͤſ 

ſſige⸗Thiere, wenn ſie im Aulſtehen auf die Hinter⸗ 
beine treten, ſich ſteilen, aufbaͤumen, als ein 
Pferd. it. ſich aus Stolz bruͤſten. Man hoͤret es 

2 fonderfih in Stade und im Hanndveriſchen. 

_ RAMENTEN, rumoren, ein Geräufch machen‘, laͤr⸗ 

men. R. Sm. Holland. und in Osnabt. ram⸗ 

: min. 

. Raum, 14) en Bo, Schaafbock, aries. Im 

“ ‚Engl. und. Holland eben fe Eu ©. Ram und 

Rom. 

2.) der Krampf, , fpafmus. R. In diefer Bedeun⸗ 
tung ſcheint das Wort verkuͤrzt zu ſeyn aus 
Kramp. S. Kramp, unter Krımpen. 

ü Ramm-buk, 1.) Schaafbod, virgregis. 

on 2) eine. Ramme, Rammblock, filtuca. 

Ranmes- -hoorn, Bockshorn. . Renner unter dem J. 

2405. De Lohegerwers hadden dar (mo regt 

das Rathhaus in Bremen ſtehet) do oͤhre Muß, 

‚dar fe plegen tho famende tho famende. Dar⸗ 

van hebben fe noch de Privilegien im Winkel⸗ 

. der, dat fe darinne moegen.tho famen kamen, 

und hebben dar oͤhre Bank, und an der Wandt 
dh Wapen, a8 tive Rammeshoeren. 

|  Rammes-näfe, „ein. Pferd mit einer krumm geboge⸗ 

J n am. 


| 





— 


nen Bocksnaſe, equus fimus: Wie fagen ns 
Ramms⸗ Topp. E. Rams- head. H. Rams- 
hoofd. 


Andere von Ramm abgeleitere Wornr „ale“ 


Ramme, amd. Rammel , ein Block die 
Pfaͤhle einzurreiben: —** , inire-foemi- 
nas; welches vornemlich- von. Boͤcken, Hafen, 
Kaninchen und Katzen gebraucht wird: Ram⸗ 


Hochdeutſchen bekannt. 


men, Pfäßle eintreiben, u, a. m. find auch den | 


- ’ ” ‘. ’ . 5 _ " 
\ . . x , +‘ J J .* 
Ram 0. gar 
. - . 4 . 


‚Amp, Elend, Noth, Herzleid, Infortunium, mie 


feria, malum. Iſt bey uns veraltet. , Die Hol - 


‚länder haben es noch. Mein. de Vos, 18. 


7 Kap. 
0 Bafen frei) he van my den Kamp. 
Und 3 B. 2 Kap. am Ende: 
De Duͤvel mothe foner wolden, . 


Un motheeme gheven eynen quaden Kamp | 


‚Amp, Vielheit, Menge verfchiedente Sachen in eis 


ne Sammlung. Im Hanndv. Wir fagen in 


Bremen Rummel und Rufe. Br. Ramas. &, 


Rummel,. unter Rummern. . m Ramper - | 


in der Sammlung, im Bauſch und Bogen, 


ampen, tn Bauſch und Bogen.faufen. Daher iſt ach 


amp- -fäkk, ein Sad, darin man vielerlen Durch eins 


ander ſtecket. it. dee Magen eines Menfchen, der 


vielerley Durcheinander iſſet. Hannoͤv. 


ÄMSKEN,. wiehern. Hannoͤv. Sn: Dsnabrüd fagt - 
man rünffen von einem Pferde, und ranfken | 


vom Gefchrey der Eſel. S. 


"AND, and, ora, margo, ambitus. Een olden 
| TERM. 


Ir. Br 
" on! 


RT 
. 1} 
.. 


432 


r. 
N . 
\ B 


> “ \ \. 


Rau. 


Rand nennet man auch ein altes: Weib, aus Ver⸗ 


achtung. Aber, een olden Rand! ey Poſſen! 


wenn man im Unwillen etwas laugnei ‚ oder ei⸗ 


nem etwas abſchlaͤgte. ü 


Ä Randen, An randen, ſich an etwas machen, einen 
aaungreifen, anfallen. it. einen anrufen, an reden. 


Es ift auch Hollaͤndiſch. Wir fagen auch dafuͤr 
anvanzen, oder an randſen. S. Friſch unter 
Ranzen. 


Ranges, ein lang aufgefehoffener Junge, oder Ma, 


R. Wir brauchen es aber insbeſonder von einem 


u groſſen Jungen, der ſtets auf den Gaſſen herum 


N 


ſchwaͤrmet,/ und muthwilligen Lärm macht: ein 


r ringfortiger Bube. Man möchte es herleiten von 


'. dem bald: folgenden ranf, ſchwank, Hoch aufge 


ſcchoſſen; „oder von ringen, colluctari. Vergl. 
„noch folgende: €. rank, muthwillig, 688, fchnd 
de, geil: und die deutfchen beym Feifch, Ran⸗ 
geeine San. it. ein wuͤſter Menſch: ſich ren⸗ 


ken, ſich bin und wieder kruͤmmen, winden: wel; 


ches zum Begriff der Ringfertigkeit gehoͤret. 


| _ Straten- range, ein-Bube, der-anf den Gaffen lärmt 


r. 


und. Muthwillen treibt, Ein Renommiſt unten 
den Gaſſenjungen. J 


angen im Spiele, mit Hingen, | ein wildes Latmen 


muachen, wie die muthwilligen Jungen, wild her: 


unm laufen, tumultuaricolluctando, difcurren- 


do &Cc. R. In Hambürg ſagt man auch rani 
geln fuͤr ringen: und wir wrangen. €. range 
‚up and down, bin und ‚ber laufen: wrangle, | 


zanken. | Be 
| ‚Range- wage, 


| i ‚Ram. . 433 
_ Range- -wäge, ein n wie Jings Wie Straten⸗ ⸗ran⸗ 
e. 
eng ſcheint ein Verkleinerungswort zu ſeyn von 
Range. S. unten beſonders. 
Rank, ſchlank, fhwanf , lang und ſchmal, Goch. 
| aufgeſchoſſen, gracilis. In einigen deutſchen 
Mundarten ran, ranig. S. Friſch. Holl. 
ran, rene und rank. E. rank, geil aufgefchof 
ſen, luxurians planta: Range, eine lange Deich⸗ 
ſel. He is rank un ſlank: eriſt ein gerader ſchlan⸗ 
ker Menſch. Im Hannoͤveriſchen Ranketank. 
Odbiges Range, und rangen, wrangen, rin⸗ 
gen, ſind mit dieſem Worte verwandt. 
Rankẽ, ein Rebe, ein kleiner ſchwanker Zweig, pal- 
mes, flagellum vitis. Hoppen⸗ ranfen, bie. 
Schoͤßlinge vom Hopfen, Aupuli farmenta, Br 
nenstanfen ꝛc. 
Ranken,. verb. hoch aufſchieſſen, wie Wzeinreben: : im. 
Aufwachſen ſich um etwas winden, hin und wie⸗ 
der kruͤmmen, wie tuͤrkiſche Bonen „Hopfen, 
Winden (convolvuli) ꝛc. Daher im uneigent⸗ 
lichen Sinne Raͤnke, liſtige Erfindungen, 
"RANNÖGEN (os), die Augen verkehren, als ein 
Sterbender, mit dem Tode ringen. Es iſt im 
Hannoͤveriſchen gebraͤuchlich. | 
RANZzEL, oder befiee Randfel, ein Kohtfaum am- 
oder Von Rand, Iſi gleichfalls Hannoͤv. 
Ranzen, An ranzen. S. ımter Ran. | 
Ränzuuns, Ranzion, töfegeld. Nenner. ‚€. Ran- 
dom. Fr. Rangon. Schw, Ranzon. Nah . 
dem Wachter ift es zufanmıen gefeit aus dem alten - 


a4 — Ram 


Ran, ein Raub, und Suͤne, Gosfaufung 
Daß alfo. Kakzuun eigentlich die Loͤſung eines 
Raubes bedeutete. Es koͤnte aber auch aus dem Fr, 
:  Rancon übesnommen,. und aus dem fat, reẽm- 
tio, redemtio, gemacht ſeyn. | 
' ‚Banzunen, sanjioniten, losfaufen. st. rangonner, 
E. to ranſom. 
Rar, ſchnell, hurtig, , geſchwind, raſch, rapidus. R. 
Die Holländer. haben es auch. Rap im Muns 
de: hurtig im Munde, gefhwind. im Antworten. 
Map up den Boten: hurtig zu. Fuſſe. Daher. 
hat ohne Zweifel das. Rebhuhn den Namen, in 
Hamburg Rapphohn: Schu. Rapphöna. ©. 
Richey. 4. 
Rapen raffen , huena zuſammen faſen Cod. Arg. 
raupjan. E. reap. „N raepen. ‚fat. rapere, 
Leg. Sal: tit. 44. 10. rapan, rapere. Hieher 
gehoͤren, als verwandte Wörter, roͤpen, rauf 
fan. roven rauben, und das bald folgende 
reppen.  Imgleishen Rape, Rabe, als «in 
raͤuberiſcher Vogel, „am, U 6. ripan, 
‘.hriopan; Korn muͤhen, erndten: gleichſam ru⸗ 
pfen. Lat. barb. reſſare: €. reapı H. roo- 
pen, reupen, in derfelben Vaguuns/ falcare, 
.colligere fegetes, | 
Rappeln. ©.-Rappel- koppif k, oo. 
Rappen, Rapfen, geſchwind reiffen, eilig caffei, Up 
dern Rade rappen: hurtig ſpinnen. Daher 
Roappſe, Rappufe, Raub,-rapina, direptio: 
> Welches Wort Luther einige Mafi brauchet: Jer. 
XV, 13. Ed ‚XXIII, a. 
Ä | Rips- 





;. 


—W Rar | | 435 


gentlich die Handlung des hurtigen zuſammen raß⸗ 
fens, und wird gebraucht, wenn viele nach etwas 
greifen, und an ſich reiſſen wollen, He ſpelet 


rips⸗ raps in minen Sak: er teiffe alles pa ſi ſich. 


Stat. ruffa- raffa. 


Rebbes, oder Ribbes, ein Kaub, das Nauben, ein 


hurtiger Diebſtal. Es iſt daſſelbe mit Rappſe, 
Rappuſe. Man braucht es auch für ben Profit, 
den jemand im Handel: und Wandel in ber Ge⸗ 
- fchwindigfeit und mit Bebendigfeit machet: mehr 


Rips: raps, in aller .Cile, raptim. Es bezeichnet ei⸗ ö 


— 


⸗ 


rentheils aber fuͤr einen unerlaubten Profit, wor 


bey ein ander überfihntellee wird. He meet ſinen 

Rebbes wol to maken: pr weiß feinen Schnitt 

ſchon zu machen er ver ehr ſich auf“ das Scha⸗ 
chern. 


Rappel- koppisk, jachjornig,: ungehalten, aufgebracht: | 
te toll, unſinnig. R. Won der Ießten Beden 
tung haben wir auch das Zeitmort ra peln, in 


der Redensart: idt rappelt em im Koppe: es 


koppisk Peerd: ein ſcheues, fluͤchtiges Pferd. 
it. ein Pferd, das den Koller hat. Beym Friſch: 


ein rappiſch Pferd: unter Rap. 


bey. ſchnell zum Reden und naſeweiſe iſt: 
Gelbſchnabel. KkK. 


Raeppen, bewegen, hurtig wewegen, rahren. Ohne 
‚Zweifel von Rav. R. Sik reppen: ſich hur⸗ 


Sig bewegen, eilig fort machen. Man kan ſik 
nig 3 reppen nog vögen: man kann ſi ſch nicht re⸗ 


Era . REN 


— - 
. 


0... fpufet ihm im Kopfe: er raſet. en tappels 


j Rapp· fnavel,, ein junger unerfahrner Menfch, Ber De u 


436. — Bar l | 
gen noch bewegen. He het daar nig van rep⸗ 
pet: er hat deſſen nicht mit einem Worte Erwaͤb⸗ 

| nung gethan. 

VUp reppen, 1.) aufraffen. Sit un reppen: : ſich 

aufraffen, von einem Falle geſchwind wieder auf 

ſtehen. 

Zu 2.) Es wird auch vom Aufſtoſſen des Magens ge⸗ 

braucht.“ De fette Koſt reppet mi up: die fette 
- Epeife, bekommt mir übel, Yerurfachet das Auf 
- floffen aus dem Magen, - Auch im moralifchen 
Sinn: dat wil di fuur, ober Önelup reppen: - 
das wird die ſchlecht bekommen, das wird dir be: 
kommen, wie dem Hunde das Gras freien. 
Repp, Bewegung, Geſchaͤftigkeit. Repp un Roor: 
ein groſſer Auflauf, Zumal © Roor, unter | 
| RöREN . | 

_ Repplik, beweglich: und : _ 

- Unrepplik, unbeweglich: werden ſanderlich von be⸗ 

neglichen und unbeweglichen Guͤtern gebrauchet. 

Oſtfr. Landr. 1 B. 19 Kap. Wurde daraver je 

maant wet. mit Gewalt genoemen ſuͤnder Er 
entniſſe des Rechtes, ſo ſall de Richter van 

deſuͤlvige Saeke nicht horen of erkennen, id 

ſy dan id ſuͤlvige alſo mit Gewalt genoemen, 

rrreplich edder unreplich, den andern mit allen 
ſinen Schaeden:ſy eeftlich weder tho geferet. 
2 ,.2 8. 177 Kap. Is oek dat Guet betagen 

2 (Cheerbet), dat fe. Kinder tofemen gehat hebs 

ben, und ſinnen geſtorven, ſo is vere Guet 

Fu wſamen betagen Erffniſſe, ſo ſall alle replich 

GG Sun, Pe ixende Have, Timme⸗ 


ringe, 





a . Ra Ran Ras. | 437. 


ringe, fo fe fm gemaeket hebben, “alle ges 
—wunnen Gueder, Schult unde Schade halff 
und halff wefen, uthgenaemen unreplich Guit, 
2. Hui - Hoff, Erve, Werve, Sant, Sant ꝛꝛ. 
Rapi- .bas geöbfte Linnen, welches zum Umſchlag J 
| um die Linnenpacken gebraucht wird... u 
RAP-SAAT, Ruͤbeſamen, worqus der Raͤboͤhl ger | 
preßt wird, rapiftrum. R, Soll, Raapzaad. E. 
KRape· ſeed. Vom ol Raap, eine. übe. Ja . 
rapa. 
u Nicht bios in der Bedeucung des Seiten; 
3. fondern: auth des Schönen, wird es Hier gebrau +. 
2 Rs Dat let raar: das ift ſchoͤn, ſiehet Huͤbſch 
"aus: Dat fünt rare Luͤde: das find-Hebfche, 
artige Leute. Maar antagen: fehön gekleidet. 
Rakzn wird hie und Da von dem Gebölfedes Rind: 
viehes gebraucht: mugire, Anſtatt deſſen wir 
———— In Hamburg heißt es plaͤrren, 
ſchreien, laut weinen. R. E. roar, vordem 
roore, rore, ſchreien, vrallen zaufchen. | 
©. raran: H. reeren: Fri reer. 
Rask, heißt. eben‘ das, was rap, ſchnell, huttig. 
Man ſollte bermuihen, daß es urſpruͤnglich rapſt 
bieſſe, von rap. Luther brauchet riſch, ı Sau, 
2: XX,:38.,& rash. H. ras. Gloſſ. Monſ. 
raſco, vivaciter: raſcor, ardentius. · Notk. 
Pf. XXVIII, q. roſche, velox. A S. ratl. 
ræthe, confeftim, protinus. :&. Rap; ro . 
a De Ole is nog rask un kask: der Alte if 
noch hurtig in ſeinen Geſchaͤften und munter. 
Rass, Rufe, Arraſch, Harraß: eine Are Gewirke, 
Ge 3 | | or 


J “se Ras. Rar. 9 
per Zeuge von Wolle, Es hat den Namen von 
der Stadt Arras. S. Friſch in Arraſch und 
Seh. 
Rafsımerok, eine dergleichen. Aet Zeuge, , ſo bare mot 
len und halb feiden iſt. 
Rusızan, raſſeln, ftrepere. Raſterer, ein Plans 
derer. In Hamburg. R. Es gehöre in ra⸗ 
teln und raͤtern. 
| Rasr; Ruhe. Raften, ruhen. ©. Rusı. - 
Rate, das Gerade. : ©, Rede; unter Reen. 
* Rate, eine ſchnarrende Kfapper der —— 
| crepitaculum, crotalum. &; Rattle. H. Ratel. 
Ratein; Räteln, raſſeln, klappern. it. geſchwind und 
viel reden, das Maul wie eine Klapper geben laſ⸗ 
- fen R. In Oonabruͤck ratteln 8.Holl. ra- 
‚telen. E. rattle.A. ©; hriſtlan. Raͤteln 
un’ -hteln: unaufhörkich plaudern und plappern. 
Enem veel ton. Dren raͤtelnt emen mir feinem 
| SGeſchwaͤtz betaͤuben. 
Rätern.. ©. unten beſonders. 
Rätel - ding ift'daffelde mie Ratel. R. Be 
. Rätel-tafke, Plaudertaſche. 8. Ratteltaf fe. 4 
Ratel · waont, die herum gehende Nachtwaͤchter. 
| RATEN, rotten , -verrotten, faulen. ©. rot. A. 
©. rotan, rotian ; ‚ Putsefeere: : ‚Rot, putre- 
u ctio. Sn; SU u 
Af räten, abfaulen, putredine feparati.. * 
An raten, und 
In raten, andeuchig werben, ‚anfangen zu ſalen⸗ wie 
| ‚ein Apfel. - 
Verraten, verrotten/ verfaulen, Patredin confumi. | 


\ 





Rat Rau, Ba 439 | 


a ſunt dag nine verratede Appel: es iſt doch 
fo gar ſchlecht nicht: es iſt doch etwas werth. 
Rate, die Faͤulung, - das Verrotten. it. der Ort, wo ets 
was faule, A. S. Rot.: Dat Flaß in de 
Rate leggen: den Flache ins Waſſer legen, bie 
durch die Faͤulung die Stengel muͤrbe werden, da⸗ 
mit er- zum Brechen bequem ſey. In Osnabruͤck 
Reute, Reutekuhle und Roͤtekuhle. 8. Han⸗ 
noͤv. Rote: Eule. 
 Rätern, zittern, - trernere. In Sade raddern. 
Eigentlich zeigt es ein Zittern an, das- von einem 
ſtarken Gepraffel und Knall entſtehet. Und. fo 
koͤnnte man es von räteln, ‘waffen, : ‚Bepleiten. 
"Man muß aber dieſe beyden Woͤrter nicht wider 
die Gebuͤhr mit einander vermengen; wie man in 
Hamburg ihut. R.: Beym Nock.iſt: Rido, tre- 
mor; ridondo, trementes. - Henſloog de 
Doͤre to, Dat et raͤterde: er ſchiug die Thuͤre 
zif, daß alles zitterte und bebte. Idt Donnact, 
dat idt raͤtert un bevet: es donnert, dag alles 
kracht und bebet. Daher ſtammet ab | 
Retken, zittern. Retfen um beven: gifterw und beben. 
RATSscH wird gebraudht beym Reiſſen, weun.der da: 
von entjtebende Laut ftark und heftig iſt: Ritſch 
aber, wenn der Laut nicht gar ſtark iſt. Dat, 
geit Ritſch Ratſch, ſagt man, wenn eiwas in 
| viele Stücke jerriffen wird. Daper Ä J 
Ratſchen, henin ratſchen, einen Riß in etwas Kun, 
. Raus, Ruhe Einige. fhreiben Rose, Rouwe. 
Willeram: Ruouue: Motfer: Rauua. Verel. 
in ‚Ind. Roi. Gr. gun... Nemet ufen Kits 
| 0 Era N 


440 u Rau. Rav. — 
dern de Raue nig mit,. ſagt man zu einem, der 
bey uns einfpricht, und, obne-fich zu: ſeten, wie⸗ 

| der. weg geben will, fuͤr: ſetzet euch: 

"Unraue, Unruhe. Alt fränt, Unrauua.. 

Rauen,. ruhen. it. Zriede halten. - Alt fränf. rauuon. 
Sif rauen: ausruhen. Gr: gewan., ©. | 
_ Berauen, 1.) beruben, on eben. S. Vogts mo- 
num. ined. T. IlI. p: 4 
3) ruhen laſſen. He fan r ine Krankheit nig bes 
xauen; er hat in feiner Krankheit nicht. Die mr 
thige Ruhe: feine Lebensart und Umſtaͤnde vers 
ſtatten ihm nicht, ſich in feiner Krankheit gehörig 
ni pflegen 
Rauelik, rubig. Gerzogth. Brem. | und Verden 6te 
Samml.S. 182. An ore roumelifen und bru—⸗ 
7 Felifen Were und Macht: zu ihrem tubigen | 
Giebrauch, Eigenthum und Mache Ä 
Raufam, unb’Geraufam, ruhig, gerubig. - Wenn 
E jemand einem andern, -aus gutem Herſen, eine 
gerauſame Nagt wünfcher, fo muß er das ge 
nicht zu kurz abbeiſſien. 
Raumkr, ein Mannsname, Ruardus. Ss will ei⸗ 
gentlich ſagen: ein Bewahrer der Ruhe und des 
Friedens; und ſcheint aus dem. Niederlaͤndiſchen 
Rou-waard, Ruuwaard, zu kommen, welches 
. einen Statthalter einer: Provinz, oder einen Drös 
| ſten, ‚bedeutet: vindex quietis publice. 

Rave, das Harfche-auf einer Wunde, oder einem 

| Geſchwuͤr, efchara. H. Rappe, Roof, Roof- 
ken Alt ſaͤchſ. Raua. Im Hanndv. Robe. 
Im Helandiſchen vi Rappe auch die Raͤude, 

bet 


Rav.“ REB. Rech. gar 


der Schurf, feabies. R. A. S. Hreofla, der, 
Auſſatz, die Kraͤtze. Im fraͤnkiſchen und ſchwaͤ 
biſchen Dialekt Ruf, Ruf: Alt fraͤnk. Riob. | 
S. Roor.: | 
Rave, der Rabe A. ©. Refn. €. Raven. H. 
Rave, &s iſt von roven, rauben: A. S. rea- 
fian. ©. Rapen, raffen, unter Rap. Daß 
der. Nabe ein räuberifcher Vogel ift, ‚bezeuget das 
allgemeine Spruͤchwort: He ftilt ad sen Rave, 
oder Rook: er iſt ein Erzdieb. E 
Nagt-rave, eigentlich ein Machtvogef, nycticorax, - 
noctua,. caprimulgus : Gloſſ. Pez. Nahe 
Ram. it. einer, der. aus Nacht Tag macher, 
oder des Machts arbeiter: ein Rachtſchwaͤrmer. — 
E. Night-raven. Sonſt ie i im Engl. rove. J 
herum ſchwaͤrmen. | 


Ravens-toorn, ein Thurm in der Mauer der Stade 


Bremen, nach Se. Steffens Thor... Sin. der 
Kuͤnd. Rolle ift verordnet, das jedes Schiff, fo 
- bie Wefer hinunter faͤhret, ;der.Aecife wegen, bey 
dieſem Thurm anlegen folle: -Des gelifen ſchall 


- nen holden by dem Ravenstorne nedder⸗ 
warts. 


Räven. - ©, unten Raven (n). 
- Resseın. E&.Rerrgsın 0: 
 Resses S. unter Rap. oo 
RecHT, als ein Hauptwort, hat. verſchiedene Bedeu⸗ 
tungen, bie hier Platz finden, als: 1.) Richt⸗ 
ſchnur der Geſetze, Inbegriff mehrerer Geſetze, 
principium dirigens actionum humanarum, 
Juris et juſtitiæ regula. A..S Riht. „Engl. u 
Sees. Kiss, | 


44% 


“ x r ‚ " . ! . 


| Recz: 


N 


‚Right. uUnd ſo on es überein mit unferm 
Richt, Richtſcheit, Richtſchnur, norma, 


u amuſſis, regula.- tat. 2, Do na Bades 


Gebort weren vorgahn 1433 Jahr —— do 


wurden de Rahtmanne mit der Wittheit und 


Vullbort der ganzen Menheit tho Bremen 
des tho Rate, dat ſe wolden oͤhr Recht be⸗ 


ſchriven. — Breke ock jenig man deſſe 


Rechte, de in duͤſſen Boke ſtahn edder beſchre⸗ 
ven werden u. Ord. 22. Schipprecht hefft 
ander Recht. van Sthaden: nach dem Schiff⸗ 


rechte wird dei Schaden auf’ eine andere Art ver⸗ 


guͤtet, oder gebuͤſſet. 


2.) Urtheil, der Aueſpruch nach Vorſchrift der Ge 


ſetze. it. Gerechtigkeit ,..: Gefegmäffigkeit} jus, 
— judicialis. A. S. æ-riht, jus le- 
Stat. 4. Wurde he ock wunnen mit 
Rechte uth der. Stadt ——- wuͤrde er and 
gefegmäffig (nach vorgaͤngiger Erkenntniß der 
Sache) aus der Stadt abgefordert, als ein Leib⸗ 
eigner. — Ord. 22. So wor ein den 
andern ſchuldiget une. Schaden, unde be; 
kent he des Schaden, he (halt en eme tho 
Rechte beteren: ‚er ſoll ihni den Schaden recht⸗ 
lich erſetzen. Mit Ordeel und rRecht: : nach 
Urtheil und Recht. 
3.) Gericht: conſeſſus judicum, locus judicũ. 
"To Rechte gaan: proceſſen, einen Rechtsbandel 
vor Gericht haben. Enem to Rechte antwoor⸗ 
den: und, enem Rechtes plegen: einem zu 
Rechte ſehen. Se einer alten mern des Guͤdings, 
u | oder 








u 


u Recm, | u" 443 
oder Seiminät, Gerichts, heißt es, vaßıc ein Erb, 
Math der Kaif. Maj. vor dat Recht. ſtaan will, 

d. i. daß der Rath es vor Kaiſerl. Gerichte ver⸗ 
"antworten wolle. echt ſitten beißt in den bre⸗ = 

miſchen Geſetzen, Gericht hegen. = 
+) Eid. Mach dem Aten Stat. darf einer, der 

in den Rath erwaͤhlet iſt, die Wahl nicht von ſich 


ablehnen, noch. ein ſchon in Eid genommener 


Rathmann, fein Amt. nieder. legen, idt en ſy, 
- dat he dat mit fineme Rechte vorwaren will, 
dat he des nicht en vormoge an Live üfte an 
Gude, ofte de: meifte Deel der Wittheit den - 
Eedt van ehme hebberi wille: es wäre: ‚denn, 
daß er. mit einem Eide erhärteh wolle, daß er, fo 
wenig in Anfehung- feines Koͤrpers, d. i. feiner 
prerſoͤnlichen Eigenſchaften und“ Geſchicklichkeit, als 
ſeines Vermoͤgens, dazu im Stande ſey, im Fall,“ 
daß der groͤßte Theil: des ganzen Raths ſolchen 
Eid von ihm verlangte. Stat. 74. Schuldi⸗ 
get he aver ſynen Heren offte ſyne Frouwen 
umme ſyn Loen, dat ſcholen fe eme geven, 
offte mit oren Rechte dar vore ſtaen: wenn 
das Geſinde ſeinen Herrn oder ſeine Fra des 
.  fehuldigen‘Sohns wegen verklaget, fo follen fie ibm 
. Denſelben geben, oder auf die gefeßliche Art abs 
ſchwoͤren. Orde 18. Wes he befent, fchall. - 
he leſten und gelden, vor dat ander- mach he 
fon Recht doen: worauf er :befennet, "das foll 
ee leiften und bezahlen, von dem andern. mag er 
| & durch den Eid los machen. . Ord..ae. Bes 
ent he des Sqhaden, he rom en BER 


nr 


444 nt Recm 


- Rechte beteren: unde vorſecket he des Säu 
ten, he mach mit-fynem Rechte entgaen: be 
kennet er den Schaden, fo foll er ihm denfelden 
‚rechtlich erfeßen: laͤugnet er aber den Schaden ab, 
fo mag er durch einen Eid ſich davon befreien. 
In den Reverfalen der Biſchoͤfe heiße es, daß, 
‚wenn. der Erzbifchof die alten Sitten, Gewohn⸗ 
heiten ꝛe ‚der Stadt: follte Eränfen wollen, ſo funt 
.. twe der oldften- Radmanne tho Bremen’ neger 
mit öhrem Recht tho beholdende der Stadt 
olde Recht, Seede, Wanheit, Fryheit und 
u Privilegien, den wy ofte anders jemand de 
fjirgene mede tho brefenbe. edder-tho krenkende. 
S.. (Conring) im gruͤndl. Bericht, 18 Kap. 
Welches Krefting, der eben daſelbſt angefuͤhret 
wird, in feinem Diſcurſu erklaͤret: Si qua inter 
civitatem et archiepiſcopos contentio incidat, 
quæraturque, quid civitati, quid atchiepi- 
ſcopis debeatur, id non vi, imo nec jure, 
ſed duorum fenatorum, quos nunc Wicman- 
os nunc Camerarios nuncupagt. literæ, jura- 
menbo decifum et diremtum iri..: Vergleis 
N ccen Priviegium, ſo der. Stadt Ste: ertheilet 
worden, liefert der Herr General » Superintend. 
.. ; Pragie in den’ Herzogth · Brem.. ‚und Verben 6te 
Samml. S. 176.— 
Recht, als.ein Beywort, bat alle Bedeutungen, wie 
im Hochdeurfehen. Auſſer dem bedeutet: es noch: 
2.) gerecht, "juftus, bonus. A.S. riht, Alt 
fraͤnk. und. Alam, reht. Ene vechte Safe heb; 
Ä benz eine gerechte Sad haben Liek un erde 
te redli 





/ 
8 


Rech BE 445 


redlich und gerecht. Jedem Liek un Recht 
doon: gegen einem jeden gerecht und billig hans . 
‚den 
2.) rechtlich, rechtmaͤſſig, geſetlich: legitimus, 
judicialis. Rechte Vormund: der rechtmaͤſſi⸗ 
ge, oder geberne Vormund, tutor legitimus. 
Stat. 14. Rechte Biſprake: rechtlicher An⸗ 
ſpruch, gerichtliche Kige Stat. ar. Ord. 


53. | 
Übirecht heißt bisweilen, in den alten Dokumenten, ſo 
viel, als: Abgaben, Leiſtungen, praeſtationes? 
vieleicht aber nur ſolche, welche fein Geſetz, ſon⸗ 
I bern die Gewohnheit, über die Gebühr, einge⸗ 
7 führer hat, x Sie fönnen auf diefelbe Weiſe fo ge; 
. nannt- werden, als Unpligt. eine Pflicht bedeutet. 
S. Unpligt, untte PLesen., Renner bey 
: ‚dem J. 1437. Und dar hefft de-Dttersbardy 
de Pandinge anne, und alle Unrecht und Uns 
plicht. In einer.andern Bedeutung kommt dieß 
Wort vor beym Haltaus, welcher es ertlaͤtet duch - 
jus non-ufu antiquatum. | 
Unrechten ‚ Verunrechten, fommen in alten Urkun⸗ 
... ben vor, für: Unrecht thun, injuriam facere 
= quovis modo. Herzogth. Brem. und Verd. ste 


Samml. S. 429. . Dartho ſchall unde will de, 


:  fülve Heinefe nemanden in dem Gerichte ba; 
„ven Recht und Unglympe oberfalen, offte 
yhyergen wormede unrechten. 
Revereent S. unten beſonders. 
Rechtfeerdig, 1.) rechtfertig, gerecht, juftus, juftie 
ficatus. Wir t fagen auch rechtfardig. 
— NL. 


446 | Rech. 


2): rechemäffig, legitimus. So koͤmmt es’ vor in 
einer Stelle, weiche unten bey Redelik angefuͤh⸗ 
rw 
u Rechtfeerdigkeit; Gerechtigkeit. In den Gerichts⸗ 
boaͤnken auf dem bremiſchen Rathhaufe ſtehet der 
alte Spruch: Salig ſint, de dar dohn Recht⸗ 
ferdigheit tho allen Tiden: ſelig ſind, welche zu 
aller Zeit Gergchtigfeit-üben.- Imgl. ein anderer: 
Vor de Rechtferdigheit kive beth in den Dodt: 
für die Gerechtigkeit ſtrebe , ſtreite/ bie in ben 
| Tod. 
| Unrechtfeerdig" Unrechtfardig, ungerecht. Een | 
unrechtfardig Minsk: ‚ein ungerechter Menſch, 
| der feinen Naͤchſten vervortheilet. 
VUnrechtfeerdigkeit, Ungerechtigkeit. | 
| Rechticheit; Gerechtigkeit, : Den Stabtvögten wurde 
in den alten Beſtallungsbriefen ſolche Vogtey ge⸗ 
geben, mit der Rechticheit und Herlicheit, mit 
aller oͤre van older Herkumſt Thobehoringe 
uund Rechticheit to beſittende to bewarende 
nund to brukende. S. Conring im gruͤndl. Be 
ih, A "20 Kap. - In einem Mevers des Raths 
wegen der Muͤnze von 1423. (Aſſert. lib. reip. 
.  "brem. p. 361.) Und wanner deſſe vorſchre⸗ 
ven teyn Jahren umme kamen und geſchleten 
ſint, fo en hebben wy an unſes Heren Muͤnte 
nenerley Inſage unte Rechtichet. 
Rechtlicheit, daſſelbe. Herzogth. Brem. und Werd, 
SGte Samml. &; 181. Item ock ſchall de Heer 
Abbet unde im Conrent na a alße vor alle ſy⸗ 


ne 
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a” ‚ " ‚ 
p : \ x 
” s . . 
, x \ 
‚„ % . Dr . » 


Rech. _ 447 


"pie unde .öred Kloſteres Sedtlichnte unde 
Herrlicheyde beholden. | 


Rechkloos, der nirgends Recht bekommen, noch zeug 


.. "exclufus, infamis, profcriptüs. Enen echtes . 


niß ablegen: kann: - der. Hechtsmoptthaten beraug 


bet: expers juris dieundi, a juris beneficiis 


los, rechtelos, fredelos leggen, kommt in eis 
ner alten bremiſchen Achtsformel vor. ©: Ech- 
te-los, und Frede- los. ° 


Richt, 1.) Gericht, judicium. Tafel, Int, 9. 


Vortmer ſeggen wy Schebeslute, were dat - 


. jemand wolde fafen uppe de Nichte, de van.‘ 
: der Eendracht gefchen find: ferner ſagen wir 
...,Schiedsmänner, Daß, wer folche Sachen, fo ein: 


traͤchtiglich ‚entfchieden find, rügen, oder deswe⸗ 
gen, Klage erheben wollte. Eendr. am Ende: \ 


Doch alles und jedes hirinne begrepen ſuſten 
in anderen unſer aller ſampt ofte befundern 
. Odberichheden, Richten unde Rechten unver; 


nadelet unde unverſenglik: Doch fo, daß alles, 
was bierin begriffen iſt, uns, einem jeden. infons 


bereit, und affen insgeſamnit, ſonſt an unſerer 


Botmaͤſſigkeit, Gerichten und Rechten, nicht 


nachtheilig und ee DM. 32. So 


1 


we vor. Richte baden wert, de ſchall umme de 


Dwernacht tho Richte kamen, alſoverne alſe 


dat Richte wert: unde wert dar neen, ſoe 


| J ſchall he. kamen Tg, dene negeften. Nichte : 


. wird jemand vor Gericht geladen, der‘ foll inner 


halb .48. Stunden , wenn alsdan Gericht gehal⸗ 


ten wird, vor Gericht erfcheinen, wo nicht, auf 
| Bu Ä | X 


N 


448 | Rack 
dem näcften Berichtstage. Ord. 53. W⸗ ein 
Erpe leth vgf deme Richte, de ſchall kamen 
por den Raedt. —— Mer ein Erbe: gericht: 
lich überläßt, der fol vor dem Rath erſcheinen. 
—— Befit he dat darna Jaer und Dach fun 
‚ der rechte. Byſprake vor Rade offte vor Rich⸗ 
te beſitzet er folches .hernach Jahr und Tag 
ohne gerichtliche Anfprache, es fen vor dem Kath, 

oder vor dem Gericht des Vogts. — 
2.) Gerichtsbarkeit, ein Diſtrikt, der zu einer Ge 
richtsbarkeit gehörer, ein Am. Dat Richt F 
Achim: die Gograͤfſchaft Achim. He is uut dem 
NRichte, fagen die Stadtsbremifchen Bauern, für: 

. er ift aus der Gogräffchaft Achim. 

3.) Gericht, ferculum. R. Von richten, an 
richten.  Een-Richt Fiffe: ein Gericht Fiſche. 
Stat. 2. Es foll der neu erwaͤbre Rathmann der 
ganzen Wittheit enen Deenft don ——— und 
ſchall genen [08 Nichte Koſte, und-nicht mehr: 
eine Mahlzeit geben von: ſechs Gerichten und 
nicht mehr. 
— Richte, „bie Richtung, Direftions: &inie, it. der gerade F 
und. fürzefte Weg. De Michte nemen: bie 
MNichtung bemerten die Direktions⸗ Linie wahr 
= nehmen. In de Richte gaan: den geradeſten, 
und folglich kuͤrzeſten Weg gehen. Enem in de 
Richte kamen: gerade auf einen zu geben. it. 
den Ausflüchten und endangen , -Die jemand in 
- feiner Rebe machen will, vorbeugen: einem zu 
Mife tonmen, deß er * in ſeinen Gebanken, 
| und 





— 





at Ren 44 2 
und Worten nicht verwickele, oder von ber Sue 
fache abfhweife.. kl 

Richten, 1.) nach, einer geraden: Unie machen: Seine 
- gerade Linie nach dem Richtſcheid, oder nach. det - 
Schnur machen; wie die Maurer und Zimmers J 

leute. 

2.) Gericht üben, Recht ſprechen, eerichtlich erken 

‚nen. it nach den Gefeben firafen, das Urtheil 

. vollfieben, enthaupten, in ſofern «8 das Ant des 
Nachrichters iſt. Ord. 23. Den ſcholen de 
Raedtmanne to den leſten veerteyn Nachten 

- richten uthe den Weren, unde ven Broke ok 

richten uthe den Weren: fd ſoll der Rath, 
nach Verflieſſung det. letzten 14taͤgigen Friſt, die 
Pfandung aus feinem Kaufe verfügen, und wer 
gen der Strafgelder eben fo verfahren. Von 
welcher Att dat Richte vor de Doͤre to leggen, 
der Herr won Pufendorf handelt in T. x. Obſerv. 
x jur. univ. ObL 52. Tafel Art. z. Dat ſchal 
de Rad richten, alſe vorſcreven fteit: das fol 
-der March, wie vor gemelbet, befkzafen. . Und 
at 11. Dat fchal de Rad richten in fon Hr 
gheſte: Das ſoll der Nach aufs fehärffie, oder mit _ 
des Verbrechers Tode, beftrafen. 
3.) aufrichten, ‚gerade in Die Höhe ſtellen: ein Zi 
merwetk da, wo es flchen fol, zufammen feßch 
und aufrichten. Sien Huus richten laten: 
dus Zinmerwerf einem neuen Heuſe aufriche J 
ten laſſen. 

Africhten, 1.) abrichten, erudire j informare, | 

| 2. 2 Als ein verakierss Gerichtswort beißt es: durch 
5f 5 Urekeit 


I . 
” . ‘ ' . ” m 


’ “ . 
F 
‘ 
. 450 
. 


Recn. 


| Urtheil und d Recht abfprechen, ab erkennen. of 


mad he 


frieſ. Landr. ı B. 17 Kap... Wort einem cine 
Safe ai gerithtet. van: den Amtluiden, fo 

ine Saeke beropen, ‚indem he mil, 
binnen 10 Daegen an den Land ; Richter: 
wird einem eine Sache von den Amtleuten ab er: 
kannt, fo mag er fih,. wenn er ‚will, innerhalb 


+20 Tagenan ben-Sandeichter berufen. : 
Up richten, entrichten, erflatten, erfeßen, Stat. 


Stad. I. 2. Breke eme wat in ther Warfcap, 
that feal de Borge uprichten: würde’ während 
der Gewaͤhrleiſtung ein Mangel, oder etwas ju 
feinem Nachtheil, erfunden, dag foll der. Buͤrge 


ihm erfegen und gut thun. Oſtfr. Landr. ı 2. 


3 Kap. Und of he anders werde doen, ſall he 


den Partten, dem Unrecht ſchege, alle den 


Schaden vorfuͤllen und uprichten: wuͤrde er 


(der Richter) anders handeln, fo ſoll er der Par⸗ 


"ten, welcher Unrecht geſchehen würbe ‚ allen 
:- Schaden nöllig erſetzen. 


— aufrichtig. He is fo uprichtig, as een 


Ko⸗ſwanz, fagt man im Scherz, oder Sport, 
von einem, der den Sein. ber Auftichtiaken ha⸗ 
ben will. 


Kichtuͤle, gerchtlich. 


Ungericht, Ungerehigfeit,. y; Seweltheaigrein Be⸗ 


ſonders werden, in den alten Geſetzen, die Haupt: 


verbrechen, Mord, Diebſtal, Rauberey und 


Nothzucht, mit dieſem Worte bezeichnet. S. ei⸗ 


ne Urkunde in Senkenb. Select. Juris et Hiſt. 
7T. II. P. 4854 Sn. unfern aͤuueſten Statuten iſt 


ein 


2, 





‘ 2 
—— 


| Rech. BE 451 | 
ein Titel Van —— von Miſſethater. 
Stat. Stad. IX. 1. So welc Man umme Uns 
cgerichte verclaghet wert , dhat an fin Sif-ofte 
an fin Sunt geit (um sein Verbrechen, basic 
bes; oder Lebensſtrafe nach ſich ziehet), untforet 
ddhene jummende melöelife unt dheme Kite, 
* unde wert he ghevanghen, he ſcal dife Pine - 
doghen dheme misdadhegen Manne. Und XI. 
2. Herberghet ein. Man Lude, und ſleit erer 
en dhen anderen ddet, — ofte fo wele Uun 
gerichte dhar ſcut, de Werdh ſcal is bliven I 
ane Scadhen. | 
Zichte - bank, die Anrichte- in den Küchen : : ‚ein. Br 
Schrank, deſſen unterſter Theil zum, Anrichttiſch, 
und zugfeich. zum Brodtſchrank dienet, oder auch 
mit Zugladen verſehen iſt, der oberſte aber ge⸗ 
‚braucht wird, Schuͤſſeln , Teller und begleichen - 
Kuͤchengeraͤthe auf den Borten aufzuftellen. - RR 
und 8. Glaſen Richte⸗bank: ein vergfeihen 
Schrank mit glaͤſernen Thuͤren. Dolten Rich⸗ = 
te⸗bank: ſ. unter Doxke. V 
Richtei. beer, ein Schmans, welchen bey den Sandy | 
‚leuten jemand feinen Nachbarn und Freunden gibt, _ 
die, ihm bey Aufeichtung des Zimmerwerks am eis 
nem neuen Haufe behilflich, geweſen find. Sounſt 
uch Huus⸗boͤringe, Huus⸗boͤrje. 
Richte-dag; Gerichtstag. it. Gerichts: Termin. In 
einem Koiferlichen Mandat an König Chriftiond: 
in Daͤnnemark, beym Renner unter dem Jahr = 
1481. So eichen und laden Wy Zum ernſt⸗ 
hr dat Gy J an up den “ Da, den negs 
sfai N 


482, | Rech“ "Ren. | 


mer 
\ ; & ' . 
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\ s 


. ı 


ſſten, na den Juw duſſe Unſe Sit geant 
wordet edder verfündiget ward, deren Wy 

Juw 2ı vor den erften, 21 vor den anderen, 
und 21 vor den drudden und Ieften Nichtedad) 
fetten und benomen — Antwort und Nod⸗ 
turfft der Safe vor thöbringen . : - 

Richt-holt, Richtſcheid, bey den Maurern und Zim⸗ 
meetleuten, aorma. re 


Richte- fchien, ein gerichtlicher Schein, oder Doku 


ment, teflimonium judicii‘ de cauffa judicata, 
Bogts Menum. ined. T. II. p. 291. Na lude 
ened Richteſchiens darup verfegelt. 


- Richt-ftool, 1.) Richterſtul, der Det, wo Gericht 


geheget wird, tribunal. 


2.) Snsbefonder heißt fo eine gewiſſe Gegend im 


Stadt: bremifchen Gebiet, im Hollerlande zwifchen 
Horn und Oberneuenland, wo vormahls ein Ge 
richtsſtul unter alten noch vorhandenen Eichen 
ſtand, und wo jaͤhrlich das Hollerlandgericht pfleg⸗ 
‚te gehalten, auch die Mifferhäter aus diefer Go⸗ 
aſſhaſe hingerichtet zu werden. 
Richte- vagd murde vor«Zeiten bet Stabivogt. in Bi 
= men genannt. In dem Vergleich des Erzb. Hit 
lebold von, 1259. De Bifchop ſchall Macht 
" Hebben in der Stadt Bremen uth den geme⸗ 
nen Borgeren, und andere nargen, einen Ride 
tevagt to fefen. | 


J Richte- wald, oberfeitliche oder richeeruche Gewalt. 


S. Haltaus v. Richt-Gewalt. 


Rexo, Rede (2), bereit, fertig, paratus. R. Re- 


die, „paratus ; Brit. notag’ editionis Willera- 
| 2 | mi 


N 


— Ræob. —— — 453 | 
Sure Ani Merulange ad Gloff. Gaſſar. E. ready. 2. | 
2. Taedsgeeed.. Sal. radan. It bin rede, - 

oder ree: ich bin fertig, bereit‘ Ree maken: 
ſercig machen. Enem rede fitten:- anf-jeman 
. .des Wort, oder Wink, bereit ſeyz, Reed Geld: 
rede Penninge: baar Geld. Uut den vedeſten 

Middeln wat vermaken: ein Vermaͤchtniß ma⸗ 
| Gen, das aus den. ficherften und beften Gütern 

ſoll entrichtet werden. GSprw. Man moot dat 

MRede nig to Unrede, averſt dat Unrede to 

„Rede maken: man muß ſich, ‚in Abſicht auf ſei⸗ 
ne Einkuͤufte, nicht in Schwierigkeiten verwickeln, — 
gewiſſe Einkuͤnfte nicht in ungewiſſe verwandeln. 
Reed, Reeds;, Alreeds, Alree, bereits ‚+ fhen, ale. 
bereit. R. Cod. ‚Arg. raihtis. - & already. 

HG. reeds, alreede, Man: vergleiche das A. S. 
rath, rathe, ræthe, bald. 
Gereed. bereit, fertig. R. Gereed holden: in Ber Zu 
writſchaft baten, ‚Si gereed: mafen: fh fer 
“ug machen. \ 
Reden (8)5" bereiten, Bereit und fertig machen, Zu⸗ . 
—. Dereiung machen. A. ©. gersedian. Isl. ra-⸗ 
a da, reida, greida, Schw. reda. NH. reeden. 

2) 3 Gothiſchen ift’vea, ‚hrea‘, reda, reida, 
nicht ine bereiten, parare, ſondern auch, das 
Taugliche von dem Untauglichen abſondern, etwas - 
Verworrenes auskinander fehen :Cfü. wird reen 
u in Obnabtuͤck gebraucht. So Strodim. , 
feternere purum ah impurõ, explicare. To 
Dit un to Potte rxden: das Eſſen fertig ma⸗ 
m für die Mahlzeit forgen, | 

' 513 | — Rene. 


nu EG 


\ 


— 


— 


| Bu J v Ren. 


Bereden, r) Sereiten,, ‘fertig machen. and bern 
den : Tud) bereiten. :R. Huͤde beteden: Hau⸗ 
te, Leder gerben. 
2.) bezahlen; "enteichten. Gleichſam ji das Ge, 
. oder Die Zahlung bereiten und fertig machen, eine 
Schuld in Richtigkeit Bringen; Bon reden. Ans 
deere leiten es ab von Mat, Zahl, und raten, 
zählen: Aber zu gefehweigen, dag Rat und ras 
ten, in dieſer Bedeutung, nimmer ben uns geh 
tet toörden., fo’ würde xs alsdan bernden, nicht 
bereden, ‚heiffen. Es iſt veraltet. Ord. 23, 
Dat he de Schuld in 14. Nachten berede: 
daß er die Schuld binnen 14 Tagen bezahle. 
Ord. 70. Unde ſchall dartho ſweren, dat he 
anders nene Pande en hebbe, dar he de Schul⸗ 
de mede bereden moge: und ſoll babey ſchwoͤren, 
daß er keine andere Pfaͤnder zur Sicherheit der 
Schuld geben koͤnne. Welches in dem Statut. 
‚Verd. 42. gegeben. wird: dat he anders nene 
ande hedde, dar: he de Schulde mit betalen 
koͤnne. Ord. 74: Ock en mad). neen Mann 
den anderen bereden mit Arve edder mit Gu⸗ 
de, dat buten Wickbolde gelegen ie: auf 
kann feiner den andern mit unbeweglichen Erbſtuͤk⸗ 
ken und liegenden Gruͤnden, die auſſer dem Stadt 
gebiete gelegen ſind, befriedigen. In einem 
Kaufſbriefe von 1353, der in Caſſels BRremenſ. 
T. Lp. 518. abgedruckt iſt, ſtehet byret anſtatt 
beredene Dot dre Mare Bremer Sulvers 
unde Bremer Wicn, be m sahen on af 
yret 


a 
nr : ‘ N 


Ren en 455 


yet An. Vergl. Pufend. obler. jur. uni, z- 


T. L’append. p. 92. 


| Beicder, der etwas bereitet. Wand⸗ bereder: ein 
Tuchſcherer, Tuchbereiter: den wir fonft auch 


Droͤg⸗ ſcherer nenuen. R. 
Bere (die mittelſte Sylbe 5), Bagahlng/ ſo⸗ 
lutio debiti. Man vermenge es nicht mie Bere⸗ 


dung (bie mittelfte Sylbe 5. von reden, lo- - | 
‘qui. Dr. 23. So ſcholen eme de Rad · 


manne anderwerve beden de Beredinge echt 


binnen 14 Nachten: fo foll ihm der Rath zum 


andernmabl befehlen, gleicherweiſe binnen 14 Ta⸗ | 
gen zu bezahlen. 

Bereedfel, ‚Bereidfel, ein von Haueblaſen, ober an⸗ 
dern niederſchlagenden Dingen, zubereitetes Mit⸗ 
tel, das man in den Bein ſchattet, um ihn klar. 
zu machen. R R. | 


- Inreden, Schiffepare nehinen J feinen Theil zur Aus 5 


ruͤſtung eines Schiffes‘ betragen. R ” 
‘To reden; Zuruͤſtung, oder Vorbereitung machen. R 


Se redet darup to: ſie machen die Vorbereitung | 
dazu. 


Dut reden, ausruͤſten. Es wird vornemlich von Aus⸗ 


| rüftung ber Schiffe gebrauchet: inftruere naves. 
R. 


Rede; und Reide, ry ein bequemer und ſi cherer Ort 
fuͤr die Seeſchiffe, wo fie anlegen‘, warn fie an⸗ 


kommen, und abfaßrem, wan fie Teben oder aus⸗ 


geruͤſtet ſind. K. ©; Road. Fr. Rade. H. 
Reede. Von redet; fertig mach ein, — 
=) Unetgentlich, ein Anfenthalt ‚de Ruhe an ei⸗ 


se W 


- 456 Be Ren | 
- nem Orte. Nargens Reide hebben: nirgends 
eine bleibende Stätte finden.- nem Reide ge; 
"gen! einem einen ſichern Aufenthalt geben. He 
het hier fine Reide: er kann, oder darf ſ ſich bier. 
nicht lange. aufpalten.. 
Reder, 1.) der Schiffsherr, der Eigentümer eines 
| Schiffes, der das Schiff zum Theil oder ganz 
‚ augrüftet, 'exercitor navis.  R. 
2.) In Bremen beiſſen auch ſo die Herren des 
Ralchs, welche Das gemeine Gut, das Einkommen 
| -ber Stadt verwalten. | 
wu Rederije, 1.) die Ausruͤſtung eines Schiffes , wozu 
die: Koften, von den Medern beſtritten ‚werden, 
Welche Bagegen den Vortheil, welchen das SM 
mit den Trachten gewinnet, ‚unter fich theilen. R 
2.) Die Geſellſchaft der: Reder, welche Theil an eis 
nem Schiffe haben. De Rederije kumt tofar 
men: die Meder verfammeln ſich. Welches von 
aemtich gefchiehet, wenn das Schiff. fell. ausgerür | 
ſtet werden, und wenn der: Schiffer, ,nach ſeiner 
Zuruͤckkunft, die Rechnung ablegt. 
| Er Die Verwaltung des gemeinen Guts. 
“ Reder » bfeef,. eine Obligation von ber. Reber kam⸗ 
mer. 


u | Reder - ‚kamer, De Stube, wo ſich die ‚Reber, oder 


> 27 De Verwalter des gemeinen. Guts verſammeln. 
J Recäfchup ‚ Reefchup, 1.) Bereitſchaft. a Ree⸗ 
cchup holden: in Bereitſchaſt haben. 
23 Geraͤthe, Werkzeug. Isl. Reidt. Dands 
wayrks Reedſchup: Das Geraͤthe, die Inſtrumente 
Der Brad. u Alten Ford es auch 


Ds Retſchop 


Ren 4687 


.. Reiſchop und. Reſchun⸗ Kund. Role Art. 


= 140 Nemand fchall bruwen ‚ofte brumen las - 


ten Beer to Kope, ſonder — mit ſinem 
eigenen Ratſchoppe: es foll Niemand Bier zum 


Verkauf brauen, ober brauen laſſen, auſſer mit 


ſeinem eigenen Geraͤthe. So kommt es auch oft 


ei: dem Alteften Teftaments Buche der Stadt Brer 


meaeien vom J. 1500 vor, Das. jemand ein. Brau⸗ 
haus mit allem Ratſchoppe vermachet. Sea 

Brem. und Verb. 6te Samml. S. 166. So fchos. 
fen unde willen. wy Gert —— dartho vol; 


gen mit aller unſer Macht, unde wy Rad to 
Bremen mit unſem Raſchup, des men dar⸗ 


tho behovede: ſo ſollen und wollen wir Gerhard 


(Erzbiſch. zu Bremen) dieſem Feldzug beywoh⸗ 


ner mit aller unſer Macht, und wir Rath zu Bre⸗ 


men mit unſerm Geraͤthe, oder heerzenge, web 


ches man dazu nöthig bar. | 
Reeneften, und Reenelteren, ein Neſt bereiten Es 


rubhe alle Neſter umwuͤhlen, umd fich neus machen. 
Man braucht es im uneigentlichen Sinn. anſtatt: 
Vorbereitung machen, fish wozu anſchicken. it 


PP 


wird eigentlich von den Hünern - geſagt, welche, I 


wenn fie anfangen wollen zu legen, mit vieler Uns . 


. . alles in Unordnung bringen, beym Aufſuchen ges 


wiſſer Sachen. alfes durch einander werfen. Dis. 


ur reeneſteſt fo. large herum, eer du an't Wark 


kumſt: de machſt ſo langwierige Vorbereitungen, - 
ehe du zum. Werke ſchreiteſt. Wat heſt du hier 


to reeneſteren? warnm muͤbhleſt du hier alles herr 


f 


*8 vn 
% 


um? In dem Bedde herum reeneſten: une 
. 88 


— 


ꝛ nn . Rum. 


“ Big. im Bette liegen, ſich von einer Sene auf bie 
Ä 1: andere werſen. 
Reeſtemmen aber gehoͤret nicht hieher. ©. Renr- 
00. STEMMEN, unten befonders. - - 
 REDDeEn, retten. A. ©. hreddan. ©, vid. 9. 
redden. De Sake redvet ſik wol ſulveſt: die 
"Sache wird wol von ſich ſelbſt wieder in Ordnung 
kommen, wird ſich ſchon geben / 
xeiden 1.) Retter, Erretter. Ge urn. Beym 
- Spiel ſagt man: dat mad een Redber: wenn 
man einen gtäcklichen: Wurf thut, oder fonft einen 
gluͤcklichen Vorfall im Spiel hat, wodurch man 
einen Theil des Verluſtes wieder einbringet. 

3.) In der Jaͤgetſprache iſt Redder ein Windhund, 
‚welcher die andern Hunde abhaͤlt, daß fie ben Ha 
fen, den fie gefangen haben, nicht-freffen. 

_ Reddern, adject. arbeitſam, hanshälterifch : “einer, 
"der gern mit Ehren durch die Welt will, der fi 
"und. fein Vermögen für droßende Ungiefsfälle zu 
tetten ſucht. Een reddern Wief: ein arbeite 
mes Weib, das nicht ſhaft wan ein Wortheil 
zumachen iſt. | | | 
. Röddig, daſſelbe. 
Redde- loos, huͤlflos, das nicht mehr zu tetten ift: 
baufaͤllig, das zerfallen will. R. Wir Brauchen 
es infonderpeit- von Bölzernen Gefaſſen, woran die 
J . Weiffen fos-find-und abfpringen, fodaß:fie zuſam̃en 
fallen wollen..." Dieß nennen die: Frieſen radde: 
Renners Gloſſ. Friſ. mſct. Holl. reddelogs, 
| "ind ontredderd. A. S. reddekaes. , 
. Vureie, sin von unfen Banem ſeltſam verſtelltes 
oo Wort, 


x 


— 





Bert, für untreldinge, ein Ketamgenitel, 


| ; "Yusweg, Ausflucht. Von redden. - Von er 


nem, der ini Betlegenheit ſich nicht zu Helfen uoch u 
zu rathen weiß, ſagt man: he weet kine Uuts | 


reeje. 
IEDDıR, Rettich, raphanus. 2. ©. Rædic. E. 


Reddish. CGloſſ. Monſ. Ratich, radix. 


lar⸗ reddik. Sim Bude. M. .. Ä 
teddies,. oder. Radies, eine bekaunte Art der kleinen 


aͤnglichten Rettiche, raphanus minor. 


LeDE (s),. Rade, Gerade. it Wief-rad, Wive- 


ne 


rathe, Radeleve,: &c. die Gerade, weibliche 
Geräthe und. Kleider, welche dem nächften: weibli⸗ 


: chen Erben vermachet werden. . Es Fann entweder 


ſo wiel peiffen, als Geraͤthe, von reed, bereitett; 


oder es hammer ab vom A. S. Rzde, Geſet 
- Werordnung : Gerad, conditio, lex alicui di- 


. u. 


cta: Cod. Arg. Geraid, ber beflimmte Theil, 


- » Ripendium confitutum. In einer Verordnung. 


des bremiſchen Erzbiſch. Hartwichs, daß niemand 


"Das Gerade einer Frau, die im Weichbild geſtor⸗ | 
ben ift, fordern noch nehmen. folle, vom Jahre 


1206, beißtes: Inde eft, quod dilectis no- 
ftris Burgenfibus ; in Brema ex Capituli noftri 


majoris ac minifterialium. noftrorum Burgen- 
Ä fiüumque ejusdem civitatis noſtre conſilio ſta- 
tuimus, ut oujuscunque mulier ſub jüre ci- 


vili, quod vulgo Wycebeletd vocatur, mor- 
‚tua fuerit; muliebres ejus zeliquias, que. 
vulgo Wyfrad naminantur, . nullus vir aut 


mulier auferre de cetero aut Jeguirere prefu- 


.. 
.. Fe 
ge 


9 Rem 


| mat &c· Stat. Zellenf. apud Pufendorf. obf 
jur. univ. T.: IL: App. p: 24. Redhe te gibt 
5. men Richt. ‚Gerade: wird nicht gegeben. ‚Sn 
‚ Charta Erneèſti Ducis Brunſu. et Einneb, ibid. 

' P..275.  Sialiquis hofpes debet peterg here- 


x:  ditatem, gaze vocatur Herwede vel Kathf, 


. deket :judici ſolidum. In den Statuten von 
Salzwedel, ihid. p. 399. de hys, que vulgo 


Made diountur, taliter procedetur. :- Sicut 


. femina.:in. diebus folempnitatum' incedit &c 
Man ſehe auch Haltaus inGerad. 


Rem. (7), 1. ) Rede, Geſpraͤch, Unterredung. Es 


ft ein erlsifches: Wort... Cambr. Araich: > Cod. 
Arg. Razda. .. Isl. Ræda. Ge. pnorıc. dictio. 
fat oratio. :. Stat: 3. heißt es von den zur 
"Wahl zu verſchlieſſenden Rathsherren, daß ſie mit 


J— Miemand, als dem overſten Baden, ſprechen 


ſollen, „aber-nicht anders als in aller Gegerwwart: 
de andern dre fon. jegenwardich darby, de Me 
de mede to horende: daß ſie die Unterredung 
mit anhoͤren koͤnnen. 

2) Verrunſt, Urſache, Grund, Beweis. Cod. 
Arg. Rathjo. Im alt: fränf, und ſchwaͤbiſchen 

Dialekt Reda und Redina. H. Reden. Hie⸗ 
her gehoͤret das Fr. Raiſon: Irl. Reſun: und 


das.Lat. ratio,‘ Wir verbuipfen alſs auf dieſelbe 


Weiſe dieſe beyden Bedeutungen mit Dame: Worte 
RMede, als die Griechen mit ihrem Adyı. In 
dieſer letzten Bedentung brauchen es. auch die 
Hochdeutſchen,, in der Redensart: Rede und 
Antwort geben; ‚ Bactenum ratianem raddere. 

| dad 


" Ren: er 7 vu 
gebech tonnee dieß auch zu ver Folgenden Bedeu 
tung gezogen werben. Daher hieß bey den alten 
Frieſen bireda, und vor Zeiten ‚auch bey den 
Deueſchen bereden ſo viel als, beweiſen, Geund 
und Urſache anzeigen. S. Hn. von Wicht ben dem 
Mife: Sande 1 B. 27 Kap. Anm. (9). AU wi. 
‚man beit, root man mit Redan doon: in ab, 


den. it. man mug. nichts: ohne Urfache sun ur 
Dat is Fine Rede: das Vorgeben hat Leinen 
Grund. Daar hebbe ik mine Reden to: dazu 


habe ich meine Urſachen. Uut wat Reden deiſt | 


du dat‘? warum thuſt du das? 
er 2.) Als ein Gerichtswort bedeuete es vor Alters 


auch eine Vertheidigung vor Gericht, cauffe di- 


clio. it.. eine Antlage , compellatio forenfis: 
anſtatt Klagrede. Daher. ift. die Medensart: 
enen to Rede ſtellen: einen zur Rede ſetzen, zu 
erklaͤren. Redeloos ſagten die Alten, anſtatt 


klaglos. S. Haltaus. Bey den alten Frieſen 


war Redens auch ein Rechtsſpruch, Dekret. Da⸗ 
her Redieva und Redjer, ein Richtet. Bey 
den nordiſchen —— Ratlars, Rattare⸗ting 


ein Gericht. S. Herr von Wicht on ' angejoge = 


nen dDe u 
lulpe rede, use, Gange. ©. unter Here 
PEN. Ä 


eden kommt ver aſtatt heſprechen- Abagen , in 


Diplom. Stadenfi, Brem. und Verd. 


Gte Samml. S. 174. Ale deſe vorſerevene 
0 Stucke 


ar. Rem 


Stucke reden un loven: alles vorgefäichene 
;..  werfprechen und geloben. 


SR i. ) uͤberreden, perfuadere. 


= 2) Sik been, eine Unterredung beiten, collo- 
qui. 
u Beredung, Geſpraͤch/ das Oteden. He mafet to veel 
‚Beredung daraver: er macht zu viel Gewaͤſche 
— uͤber dieſe Sache. Im Hannoͤo. Beredige. 
. Merreden, Vorreden, 1.) ſich durch. Reden verbind⸗ 
UUich machen, verſprechen, verheiſſen. Ord. 79. 
So mwe ſick wedder den anderen vorredede al 
fo, dat he eme wolde geven, dat he hadde — 
wenn jemand einem andern verſpricht, daß er ihm 
.. "geben wolle, was er habe. —— Beſonders 
hieß ehemahls fif vorreden, ſich verloben. Stat. 
82. :Neen Knecht edder Megebekm nach. fid 
vorreden, dewnle idt is binnen J „saren; fein 
Junggefelle, oder Mädchen, kann ſich in ein 
Edheverlobniß einlaffen,, fo lange fie minderjahriz 
find | 
2.) Sif verreden beit auch. wol po viel, ale: Xi 
rede nehmen... 
Redelik, vernuufimäffig,, vernünftig, gegränder, bil⸗ 
lig, ziemlich. In des Raths zu Bremen Beſtaͤ⸗ 
rigungsbriefe der Privilegien der Tuchhaͤndler von 
1503. Welke Bede uns dochte redelik unde 
rechtferdig weſen: welche Bitte uns billig und 
..rechmaͤſſig ſchien. Renner unter dem J. 1531. 
Tho dehme fo hadde de Biſchup de Schule 
gemaket ahne redelike Orſacke, ock ahne oͤhren 
or Rhat: zudem haͤtte der Viſchof die Sqhuden 





* 


ne degruͤndete Unſachen auch ohne fie. (die Sans 
2) um Rath zu fragen, gemacht. 


Unredelik, unvernuͤnftig, ungeziemend. Oſtfr. Sande. 


1 B. 83 Kap. Dat dumme Beeſt, De. eder 


‚Hunt, eder ander: unredelich Beeſt, de in 


duiſern plegen tho weſen. Stat. 8. Men 


ſevede de Mann unredeliken, dat hefpn Erve 


unde fon Gudt, unde foner Kindere, unnut⸗ 
Tiefen tho bringen wolde: führte aber der. Man 
eine. unvernünftige Lebensart, daß er ſeine und ſei⸗ 
ner Kinder Erbſtuͤcke und Güter unnügtic verbriu⸗ 
gen wollte. 


nic Vernunft , Vernunftmaſſ igkeit, Billig⸗ 


keit. Die alten Teſtamente fingen gemeiniglich 


be by Wetenheit und MRedelicheit ſiner Sins . 


nunft. 


REDESTEMMEN, Reeflemmen. FR einen Rah 


. "4 


REpv-ı5, eine. dünne Stelle im Eiſe, wo man hinein u 


über eine. Perfon oder Sache halten. it. ſich ta⸗ 
delnd uͤber eine Perſon oder Sache heraus laſſen. 


Man koͤnnte es von Rede, nach allen dreyen Ber 


deutungen deſſelben, und ftemmen, anſtimmen, 
bequem genug herleiten. Fuͤglichet aber iſt die 
Ableitung vom. A. ©. Rad, Alt: Engl, Rede, 

Rah, Ratbfhlag, confilium. Jetzt iſt noch 
vey den Engländer, doch nur. An. im: Ger’. 
brauch Read, Rath Ä 


I 


an, daß der Erblaffer das Teftament gemachet bs - 


j 


nen: bey völlige Verſtande und guter Ber u 


finfet. Man fagt fonft verreedlit Is. © j | 


Verradlik unter RaaD, . 
— Reeı-. 


— 


N 


4... Rem 


RueL- Kost, alle Vorkoft, die mie Löffel gegeſſen 
wird: Suppe. Es mag eine verderbie Ausfpre: 
che für Roͤrel⸗koſt feyn: non rören, rühren; 

juſammen rühren, - umruͤhren. Aber im Hannoͤ⸗ 

veriſchen heißt es Rihe. 
 Rerr, Riff, ..1.).-ein. eines Segel, welches ben 
ſchwachem Winde an das geoffe gefeßet wird. E. 
Riff, H. Rif, -Rift, Reef: %. ©. Rift, ve- 
* um, velamen, -involacrum. Daher iſt Mid⸗ 
| belsreff, © Middel⸗riff , Zivergfell,. diaphrag- 
"ma; welches noch bie. und da, fondenfich bey den 

MNiederlaͤndern, gebräuchlich iſt: E. Midriff. 

2.) eine Sandbanf im Waller, eine lange Reihe 

Klippen in ber See. Eden ſo im Holland. und 

Engl. 

3): eine über der Senſe empor ſeehende Gabe, oder 
ein Buͤgel, gegen welchen im Maͤben das Getrei⸗ 
„de oder Gras ſich ſammelt, und welcher es bey 
"dem vollendeten Hieb der Senfe unverworren auf 
die Seite wirft: merga, 
Reifen, ein Reff an das Segel ſeben. it. das Segel 
J zuſammen ziehen. E. riff. N. reeven. 
Rerreın, faſern, faſen, ſich zerfaſern. Es wird 
von den Faͤden in einem gewirkren Tuche gebraucht, 
we nn dieſelben ausgezogen werden, oder fich ſelbſt 
os geben. Im Haundos und Braunſchw. ver 
beln, rebbeln. $.ravelen, € ravel: toravel 
J out, ſich zerfaſern: to unravel, ‚ ausfafern. 
Up reffeln, ſich zerfaſern, auf: läufen. Dat Tüg refs 
\ felt up: die. Fiden an r diefem Zeuge geben ſich 
| I laufen auf 
- „ Bu = . . Uut 





= | Rea, Ren 465 
Unt reffeln, die Fäden aus dem Zeuge jiehen., - Min £ 


"fagt aber auch: dat reffelt uut: es faſert aus. 
Reor, Reihe. S. Riem 


Reaeı (>. 4) wie das Gogh Das, re- \ 


_ gula. 


Winsbeck Regil. 


3 die langen nerfötier, woran die tatten eines u 
Starfets, und bie Deeistr. einer Planfe genagelt | 


Li 
. 
> { 
- B 
’ 


werben, Zu 


‚ Regeln, Regeln verfehreiben, zur Ordmung und E zu⸗ I 


ten Sitten anhalten. 


Regel holt; Holz, woraus die. Bwerhölier an einem | 


Ä Stacket gemacht werden. 
Ruden Ce), rühren. S. Röaen, 

Reseren, 1.) regieren, regere. v | 
2.) toben, larmen, poltern, ungeſtuͤm zu Werte 
geben. > 

3.) Sif regeren, ſich verhalten, ſich auf fuhren. 


[ . 


Wo regeret ſik dat Feber? was für Zuſaue ſint nd 


bey dem Fieber? — 


RRXGq s TBR iſt allgemein bekannt. & findet Gier nur 


einen Platz, um dabey zu bemerken, daß man in 


Bretinen eine lange Perfon een lang Regiſter 


vam Minſken zu nennen pflegt, 


REGNEN (7), regnen, pluere. Een Keerl as 


wenn he regnet is: ein ſchoͤner weblgewachſener 
Kerl. 


Regen-wolp. S. Worn, 9— 


Reınz,. ein Ort zum Anlegen ber Shife, feat Ä 


© Rede NE unter REED, 


x . 


9 Rue. 


2.) ein Riegel, - & Rail, repagulım. Dom u 


. 


IN 


| 266 WB Rær. u 


Reıem '&, Rıyem Er 
 Reıer, Neger, ardea. A. G. Uragea. Unſet 
Bauern nennen dieſen Vogel Schit ⸗reier, weil 
derſelbe, wegen feiner: Gefraͤſſigkeit, durchgehends 
beym Auffliegen ſeinen Unflat aus der Luft fallen 
laͤßt. Von fehiten, feheiffen.- 

. Rzımoor, Reimoth und .Reinmoth (denn auf 

beyde Art wird es geſchrieben in einer Urkunde in 
Bogts Monum. ined. T. II. p. 497.), ein faſt 
aus der Mode gelommener weiblicher Taufname, 
welcher von ber Reinigkeit des 6 Gemuͤths ir erklaͤ⸗ 
ren iſt. 

Reın; adj. und adv. 1) zei, purus, pure, Cod. 
Arg. hrains. A. &, rein. Schw, reen. Rein 
Huus malen: das Haus raͤnmen. it. alles Ge 
finde abfchaffen, und neues nehmen. 

| ur Als ein Nebenwort hat es hier dieſelbe Daher 

mung, als in Hamburg: ganz, gat. Rein 
dull: ganz toll, raſend. He is rein nig wies: 
oo ® hat gar ſeinen Verſtand verloren. R. 
Renlik, für Reinlik, reinlich. | 
 Reıner, und Reinier, maͤnnliche Zauſnamen, Rein 
hard. 
RXINEXX, 1.) gleichfalls ein Mannsname, und oh⸗ 
ne Zweifel derſelbe mit den beyden vorhergehenden, 
mit der Verkleinerangsendung fe. 
2.) In der Fabel ift es der Name des Fuchſes. Wer 
kennet nicht das vorteefliche niederſaͤchſtſche Bud, 
Reineke de Vos genannt? Daher nennen: wir 
- auch Reineke einen‘ verfchlagenen , eegfiftigen 
Menſchen. Em olden Reincke: sein alter 
. Do Au 


- \ 





2 
\ 


Ren nn 467 


Fate, durchtriebener Eat; , veterator. Fr. 
Renard. Reineke iſt von rein, liſtig, ver 
ſchmitzt: Verel. in Ind. reinki, verſutus. S. 


Wachter in Reim . 


5 Beınraan, richtiger Reinfaren ,- Waldfahren, | 


Murmfraut, tanacetum fylveltre, parthenium | 


mas. H. Reynevaar, Reyn-vaeren. Die 


J ‚Engländer nennen es Tanfy, aus dem Lat. tana-. 
©. cetum,- Es hat den Namen von Rein, Rain, 


der Rand eines Ackers, der ſchmale Grasweg zwi⸗ 
N fhen zween Aeckern; wo DiesKraut gern wild wächft, 
— Raise, I.) Keife, iter.. Dun Staum ſ. in RısEn, 
"4 Bedeu, — 


2.) Wir brauchen es auch, vu wie die Hollinder, haͤu⸗ 


fig für: Mapf, vice. Ene Reiſe, einmabl: 


. te Reife, zweymahl: nog ene Reife: noch‘ 


einmaßl, . Bor de eerſte Reife au erſten 
mahl ꝛc. nt 
Schott-reife. S. unter Schott. 0 
Reısıs, S. unter Rısem. 


Ruıster, Reelker, ein. ſchmaler Lappen von Udet, IJ 
den bie Schuhflicker an das Oberfedernäben, . 
wan ſelbiges von der Sohle abgeriffen iſt Bon  ' 


rijen, heften. R. See Hannöverifchen. ſagt man 


"Reufter : : daher reuſtern, obenbin ausbeſſern, 


ausflichen. | 


Reit, Reet, Riet, Kiep, Schilrehr arundo, ca 


‚Jamusipaluftris. A. ©. Hreod. E. Reed.. 9. 
| Ried, Cod. Arg. E 
> Bam Lageniern.: iſt reta r Rohr ‚, nicht unbekannt 
me deber rer, einen Fluß oder Waſſer⸗ 


— 


gt, Rofeau. Much bey. 


Ga | RX 


⸗ J 


R . ” 5 . 
\ \ N - 


46 Ræi. 


ug dom Schilfrohe rrinigen ;. welches Wort Gel- 
lius L. X: c. 17. aus einem alten Edicto Præ- 


„tor. anführet. S. Wachter unter Ried. Soprw. 


De im Reite ſit, het good Pipen ſniden: wer 
‚im Rohr ſizt, der kann ‚gut. Pfeiffen ſchneiden: 
wer die Gelegenheit hat, der kann leicht feinen 
Vortheil machen. Das Goth. Raus, und Fr. 
Roſeau, machen, die Meinung des. Hrn. Wach⸗ 
ters wahrfcheinlich ; daß dies Wort von. rifen, 
reiſen, auſſchieſſen, in die He ſteigen/ ber 
2 ſtamme. 


| 1. reit, Schilfrohr, welches i im Winter auf dem Eiſe, 


die Haͤuſer damit zu decken, abgemäpet wird. 
ESonſt auch Js-dak. - 


— —— Rohr, welches im Hexbſt, da es noch gruͤ⸗ 


nes Laub hat, geſchnitten wird. 


| Reiten, Reten, aber. wie es die Bauern auch. ausſore 


chen, Reien, Rijen, bedeutet bey den Leinwe⸗ 
bern, die Faͤden der Scherung durch den Kamm 
ziehen. Es iſt von Reit, Robr, woraus die 
Kamme gemacht werden. Reien aber, und 
— rien, kann ein beſonderes Wort von ganz 


\ 


u anderm: Urſprung ſeyn, welches unten an ſeinem 


Orte vorkommt, und ſo viel bedeutet, als Fäden 
durchziehen, einreihen. 


KReet· ein mit Ried⸗ oder Schitrohewurzeln be⸗ 


% 
F 


feſtigtes und durchwachſenes Deichufer. Sonſt 
auch Schallung, und Reetſchallen. GS. unter 
ScCHÄLEN,.fpilen: 


Biete "BIS, Robert, Selm ulva;. carex. 


—8 Reit- „mecsko, 


5 ar un 
” „one on 


: yz 





Ren Rex. Zr 469 | 


_ Reit- meeske, Hebrmeife: tin Sayası, Ber fih 
gern im Schilf aufhaͤlt. 4 J 
Reet- die dicken knolligten Br du Soit 
rohrs. Nein. u ? , 
Räct-fchallen, S. lect 2 . 
Reit-ftok,. ein fpanifches Rohr⸗ gab. 5. Ried- | 
ſtaf, Riedſtok. E. Reed-Taff.. | \ 
 Reeeı („); 1.) ein "größer: Baurehuhd. A. ©. “ 
Reecc. In Schottland iſt Rache‘, eine Huͤn⸗ 
din, Petze. Man ſchreibt daher beſſer Raͤkel. 
Man ſagt auch een Rekel vam Hunde, für Re 
fel allein ; fonderlich, wenn maͤn im Umpillen Ä 
von einem Hunde rede. 7 | 
2.) ein grober, ungeſchliffener Menſcha Ohne Zwei⸗ | 
fel von reffen, dehnen. Een Rekel vam Keerl: 
ein grober Luͤmmel. — — — = 
» Das in: lange Riemen gefehrittene: imd gebörrete i 
FSleiſch der Heilbutte. S. Ram: Friſch fchreibt 
es Recling, und bat. einen verworrenen m Besrif 
davon. 
Bank- rekel, 1.) ein geoßer tägke Hind. | 
2.) ein grober fauler Menſch, der ſtets auf bee Ban . 
geſtreckt Tiegee, 
Rekeln, Sif refeln, fi auf eine‘ un hoͤfiche Weiſe 
recken und dehnen : .E. das Bein Uber den 
| J Stul ſtrecken, den Ellenbogen aufden Tiſch le 
gen u. d. g. "Man vermenge es nicht mie ſik rek ⸗ 
Ten; ‚welches, ohne unboͤflich zu ſeyn, geſchehen 
Bann; ; wie ern, wan man aus dem Schlafe 
ertwacht. 
Rekelhaftg, grob, bauriſch, nageſchien ‚Sit re⸗ 
‚693: E URS. Ä 


j 


- 


klhafti wfhrenz 3 fh ungeſchliffen auf führen; . | 


— 


Y RB 


Rrx. 


Een re elhaftigen Snak: eine ungeftrete, grobe 
Mede. 


Bee Grobheit, Ungeſchliffenheit 5 3. fo fern ſolche 


ce 


in der Stellung und: ben Gebärden des Leibes be. 
ſtehet.  ruftiettase 


Rexen (1), 2) .tein, umermiſcht. Een reken 


Wief. ein reinliches Weib. Reken Botter: 


reine Butter, wovon Das Thara ähgezogen iſt. R. 
De Ko is reken, wie die Bauern reden; wenn 


die Nachgeburt von ihr gegangen. Den Stall 
reken maken: den Sul reinigen ‚den int hin⸗ 
aus werfen. 


29 unverworren richtig, ordentlich, anfgeräumet 
it. wozu man leicht gelangen kann. De Hare 


reken kaͤmmen: die Haare auskaͤnmen. Dat 


verklatterde Gaarn reken maken: das verwor⸗ 


rene und verwickelte Garn in Ordnung bringen. 
Reken Huus maken: das Haus rein machen, 
aufräumen. Reken Baan makkn: alle Kinder: 


niffe aus dem Wege fhaffen den Weg bereiten 


Reken Safe finden: eine richtige Sache, oder 
alles in Ordnung finden : : etwas vorgearbeitet 
‚finden, das ums der Mühe es in Richtigkeit zu 


bringen uͤberhebet. Ene refene Sträte : eine 
offene Steaffe, wo nichts im Wege ſtehet. Re⸗ 
fen Geld ift nicht nur Geld, das bequem zu zaͤh⸗ 


len ift, als 4 Groſchenſtuͤcke, Markſtuͤcke, u. d. 


gl. fondern auch, das richtig gezäßlet iſt: imgl. 
bey defien Empfang feine Schwierigkeit iſt. 
De Böfer ſunt reten: bie Aenntungebäder 
. Zoo ſind 


* 


a 41nx 
find richtig. og bin if reken: jetzt Gabe ich 


"mich aus. meinem verworrenen Handel heraus ge⸗ 
wickelt. Reken up teren: rein aufzehren, daß 
miichts uͤbrig bleibt. He is reken nig Hopf: eo 
iſt ohne Widerſpruch nicht klug. Dat iS refen 
‚verlaven : Bas -ift ohne Zweifel verloren. Dat 
‚x :hebbe ik reken vergeten : das habe ich. richtig, -- 
.- gänzlich vergeffen: Vogts Monym. ined. T. Mo 
2 .:Ps304. So ſcholet fe uns un: unfen Even 
unſe Bud wedder folgen laten vefen un rum? 
ſo ſollen fie.uns und. unfeen Erben unfer Gut wie 
. , der abfolgen kaffen, frey und ledig. In Osna⸗ 
. Brück fagt man reggen für rein. Wenn man die⸗ 
fe weftphälifche Ausſprache zu Huͤlfe nimmt, ſo ſte⸗ 
bet reken mit rein in Verwandſchaft. Vermuth⸗ 
lich auch mit Rechen, raſtrum: U. ©, Race: 
E. Rake: md A. S. raccian, rechen, ‚salro 
uti. Denn ein Rechen ift ein Werkjeug, womit 
man ‚einen. Platz reken macht, ober“ abraͤumet. 
Man kann es bequem ableiten von raken, fdaw _ 
» ten, ſtreichen, fegen ; oder vaffen, reinigen, 
 „‚Sanbern. (welche: oben : an. ihrem. Orte angefüßret. 
find), beym Verel. in] reka. 
Jnreken, ift Das Gegentheil von reken in beyden Bu | 
deutungen:  fonderlich aber, werworten ; unor⸗ 
dentlich. Untefene Safe: AUnrichtigkeit, der u 
wirrete Sache. Und ‘als ein Nebenwort: dt 
ligt daar im Hufe unreken fo : es liege in her 
Hauſe alles: unordentlich durch einander. 
lEKEN (C), I.) reichen, laugen, fi erſtrecken, er⸗ 
hen tangere, attingere , pertingere,. 1.6. 


9.4 TRAUN 


2. 


: ræcan. E. reach. A. reiken. Schw. ræka. 


REX. 


Gr. speyew. Hieher geboͤret das fat. regere, ri- 


gere in arrigere, erigere. Vergl. raken, ruͤh⸗ 


ren, beruͤhren, treffen. Idt is mi to hoog, 


i6 fan’t nig reben: es iſt mir au boch als daß 


ich daran langen koͤnnte. 
2.) dar reichen, uͤberreichen, zulangen ‚ geben: web 


ches mit Ausſtreckung des Arms geſchiehet. porri- 
gere : 180 das. einfache rigere auch in dieſer Bes 
deutung mie dem Deutſchen Aberein kommt. 


Af reken, 1.) (der Aecent auf re) daran reichen, ers 


reichen, mit Ausſtreckung des Arms beruͤhren. 
Ik kan't nig af reken: ich kann nicht daran lan⸗ 
gen, oder reichen. He rekede idt man even af 
mit enem langen Staken: er konnte es mit ce 


ner langen Stange nu kaum berüßren. 
2.) (der Accent auf af) herab reihen, von oben ben 


unter langen ober geben, 


Bereck, ein Raum, den man Durch nichen, oder 


worin man wirken kann: ein Wirkungskreis. 


It. das Vermoͤgen. SD Bereyk. E. Reach; 
Idt is buten minen Bereek: ich kann fo weit 


I nicht reichen: es iſt auſſer meinem Vermoͤgen. 
Binnen Bereek mer Kugel: innerhalb eines. 


Raums, den eine Kugel durchfaͤhret: intra teli 


jactum. Dat is buten den Bereek fines Ders 
ſtandes: das ift über feinen Verſtand. 


Verroken, überreichen, barteichen, "geben... Man 


boͤrt es jetzt nicht mehr, - In. einem Vertrag des 
brem. Raths mit den ſchwarzen Mönchen im Kar 
arm Kloſtar vn 153% Unde be 

. ale 


"Rex. en 43° 


fe de Helfte up Pafchen , une ve ander. 
- - Helffte t0 allen Sunte Michaelis Daden to 
eren Handen to ſtellen unde vorredfen Taten. . 
Baden, rerfen, dehnen, Es iſt das intenfivam von 
refen. : Cod. Arg. rakjan. Isl. reckia, Als | 
Fraͤnk. recchen. €, rack. H. rekken. Hebr. 
ꝓpPo (raka). Gr. deeyer. Von rekken ſtanimt J 
ferner ab treffen, ziehen, und» ſtrekken, deh—⸗ 
nen: Vielleicht auch Strich, funis, und: Stre 
Se, Strich, tra@tus, linen, m a.m. Sik rek ⸗ 
fen: ſich ausdehnen, pandiculari, diſtendi. 
Bon: einem: Vorrath, ver bald zu Einde geben 
will, ſagt man: Man moot darmit reffen; 
. der : Man moot de Safe veffen: man muß, - » 
ſparſam damit umgehen, damit’ es zureiche. Enen 
tkekken, eder uut rekken: einen auf der Selten | 
Bank yeinigen, = 
Rump- -rekken, mit Gewalt und ngeftim reiſſen, aus 
| bebnen, zerren. Eigentlich ‚auf. die Folter ſpan⸗ 
nen. It. eine Sache durch eine plumpe Vehand⸗ 
tung aus dem Geſchicke bringen. R. 
Rekel. S. oben beſonders. | u Be 
Reke, ein Rieſe. Verel. in Ind, Reckar viri pro- 
ceri et robuſti. Unſere Landleute nennen noch 
bisweilen einen lang aufgeſchoſſenen Menſchen enen 
langen Reke. In den aͤlteſten Zeiten hat Reke 
| auch einen Helden, Fuͤrſten, Regenten bezeichnet. 
BSG.. Wachter in Recken, heroes. | 
Reks (v), Riks, eben dafſelbe. Een langen Reks, 
oder Riks: ein groſſer langer Menfch. Man⸗ 
ge möde denken, dies Wort kaͤme von Ri, 
BE Ss W TUE 


3 .< 


A. BEE 
eine lange Stange ; welches: unten an feinem Orte 
vorkommt; abet auch⸗ dieſes Rik former von 
rekkfen ab. | 
‚Rekke-bank, Folterbank, Tortur. ee 
Rekke-been, der Tod; R.-. Im Hohen ;toürde 
- man Ötredebein fagen.. 
Rekk-halfen , den Hals in die Höhe ſitecken , auf ° 
— meerkſam in die Hoͤhe ſehen, ſehr nach: etwas ver: 
| langen. Ste. etwas mit Beſchwerde hinunter 
wuͤrgen, oder ſchlucken. Die: Holländer brau⸗ 
/chen es auch. | 
| Rexenen. (#) gemeiniglich, aber. unehe Reken, Ä 
1.) activ. rechnen, computare ,. numerara St. | 
- halten, fchägen : putare.: A. ©; reecan. ©. 
reckon. H. rekenen. Schw. rækna. Cod. 
| . Arg. rahnan.:son-Rache, Grund , Urſache. 
Ex Er neutr. abrechnen‘, eine Rechnung ſchlieſſen, con· 
ferroe rationes: Ord. 72: Lege een Mann ſeech 
unde is he ſchuldich, unde ſendet he Baden 
dem be ſchuldich is unde will mit eme 
rekenen —— lieget Jemand krank, der einem 
andern ſchuldig iſt, und ſendet alsodan Boten an 
feinen. Gumbiger : daß et mit om. abrechnen 
= wolle —— * 
Berekenen, auf Rechning Rellen.; :. 5 Aufinadung 
dder Rechuung, odor beym Abrechnen , etwas zu 
| Weide, oder gegen audere Waaren, fepen. 


. Misrekenen,- fiih im Rechnen verfeßen. 


Up-rekenen; verſchiedene Summen auſenmen — 
0. in eins rechnen, addiren. 3 
| Rekenfchup, ’ Rechenſchaſ. rn 

\ y Rekenung 


ww, 
N 


| Rerm, Remen (r), 1.) ein Oülemen, lorum. A.“ 


| u Rex. Rem. = N 475 2 
. Rekenung, Nethnung. E. Reckoning. Sorw. Kor . 


te Rekenung lange Frundſchup: wenn man oft 

, mit Jemand abrechnet, und Die Rechnung nicht zu 

weitlaͤuftig und verwirrt werden läßt, : das-beuget 

den Streitigkeiten vor, und unterpält bie Freund⸗ 
ſchaft. 

Rekens- ann, der bie geechmung uͤber ein — 

Be, oder eine gemeinfchaftliche Sache, fuͤh⸗ 


re Eine Stelle, wo es vorkommt bey dem 


Deichwefen,, wird engefüßrn in Veripaden, un⸗ 


ter 8SPADB. — or 
Retır. S. Rorea. 


„ 


S. Ream, Reama, Reoma, en Band. 


2.) ein Ruder. Lat. remus. Fr. Rame. Dat 


Harte under den Remen holden, iſt eine Re⸗ 


densart'der Schiffleute: tapfer zu rudern, aus 


aller Macht rudern: wenn nämlich Die Ruderpure u 


ſche ſich ruͤcklings überlehnen,, ſo daß die Handha⸗ 
habe des Ruders ihnen über das Herz kommt. 


Sorw. Eerſt in dem Boot före von den Rus - 


men: bievon zu reden tft noch nicht Zeit und Ge 
legenheit. In Hamburg hat man * das Zeit⸗ 
wort remen, rudern, remigare: R. welches 
aber in Bremen nicht uͤblich iſt. 
3.) Een Remen Laß, ein halber Wenug- 
Viellejcht weil er fo platt als ein Miemien iſt. 


 Reemker,. und Remen- ſnider, ein Riemer. . 2 

Remer (9), 2.) find im Oldenburgiſchen die Erd⸗ 
ſchollen, welche von der Pflugſchaar aufgeworfen 
nr werben. Im Haandorriſchen Remifche, Furche, 


— 


5 


I” 


476 DRM 
Strelf, Suich Ohne Zweifel von Remen) u 
Riemen, weil der Pius die Oberfläche der Felder 
gleichſam' in Riemen zerſchneidet. Vergl. Raͤ⸗ 
mel, welches in unſerer Nachbatſchaft eine kleine 

Kenne oder. Zurche,, worin das Wuſſer abläuft, 
Hey uns Mille, bedeutet. Wiewol Memel und 
>... Mämel ein und daſſelbe Wort zu fen Rheine: 
"denn 10. der Pflug die Erdfehollen aufwirft, da 
enitehe au eben dadurch eine Farche oder Kan 


= =) Remel, Raͤmel, Kamel, ein Bandel Flachs 
voon 20 Pfunden. Es iſt deſſelben Urſprungs. 

Oder von dem alten Rehme, ein Weiberguͤrtel: 

beym Friſch. Es kommt vor in einet alten Baß 

| ſumſchen Urkunde vom J. 1213. tres Ramel b- 
ni: welches durch eine afte Hand auf dem Ruͤcken 

diieſer Urkunde erfläret wird durch deey Stein 

Blade. Sonſt iſt ung dieß Wort in n dieſer Bu 

0 Beutung nicht vorgefommen: 

| RemeNTen. S. oben RamenTEN. 

" Remı wird gebraucht beym Korbers pie, war die 

Lefen auf beyden Seiten gleich find, und alfo das 
on ‚Spiel: verloren iſt. Fe remis. Auch ſagt man: 

"he is remi, von einem' verdorbenen Kaufmann, 
‚der bald einen Bankerott machen wird. it. won ei⸗ 

nem, ber ganz betrunken iſt. 

——— die Seitenbretter eines Si. — 
ſcheint es von Raam, Rahm, margo, cin 
lum, herzuleiten; weil fie rings um das Shi 
herum geben, Bey den MWafferdeichen Heiffen 
Runmen die Auerbalten an ber er Beſchaluns oder 

nn | |  Belleis 


Rem. Rem. — ar u 


eleinang eines Deige, | © sus unter 
Riem. 
Renten (n)x ſoll den Speiſtſnal in den Kifftern 
‚2° bedeuten, und aus refectorium verdorben feyn. 
Welche Ableitung in dem hamburgiſchen Reven⸗ 
ther noch fichtbarer iſt. Wie mannigfaltig das 
Woort refectorium in dem Munde der Möinde 
und gs gemeinen. Mannes verſtellet worden, das 
kann man in Friſchs Wörterbuche unter Rebender 
ſehen. In, Bremen nennet man Remter den 


tl. 


— 


Platz in. dem ehemahligen Katharinen; Kloſter, 


2. „welches jetzt das Gymnaſium iſt, wo man won ber 
Ssddgeſtraſſe durchgehet in die Katharinen s Straffe, . 
Es ſcheint aber nicht, daß dieſer Platz jemahls ein 
Speiſeſaal könne getvefen ſeyn. Vielmehr mag 

es zum. Spiel und. andern Ersöfungen gedienet . 
haben. . : 
Resn, Gränze, Markung, der Hand eines. Ackers, 
der ſchmale Grasweg zwiſchen zween Aeckern, ein 
Rein. Verel. in Ind. Ren. Schw. ÆEker- 
reen. Niederlaͤndiſch Reon und Rein. . Cs ift 
jeßt bey. uns nicht. mehr. im Gebrauch , aber doch, 
ein altes ſachſiſches Wort. Vom A. S. hrinan: 
Alt fraͤnk. rinan, berühren, angraͤnzen. Daher 

| Rand, margo: und. Gränze oder Grenze, li⸗ 
mes. ' Nus diefem Worte iſt das: Wart- Renna⸗ 
len, welches. Herr Haltaus zwar ouſubret, aber 
N, unerfläret gelaffen, zu erläutern. . .“ 

Reen.- boom, Renne - boom, Grampfahl, einge | 
| baum, ein, Schlaghaum auf der Graͤnze, axhor ter⸗ 
„zuinalig. Veſondere bei alfo die Geänzfgeidung 

EN Ge 


478 | | | 
2: zu Haflede, welche das Stadt: bremiſche von bem 


- 


’ 
r 


ZZ Res 


Ehur: Hanndverifchen Gebiete trennet, und vor 
Zeiten aus hölzernen Pfählen, jetzt aber ans drey⸗ 
en fteinernen Pfeilern, beſtehet. S. von Stade 


in der Unterfachs und Erforſch. des Woͤrtl. Ur, 
©. 831. Kuͤnd. R. Art. 45. Ock en fchal 
nemand Waldt doen an unſen Werdern und 
Wegen, de na unſer Stadt tho und afgahn, 
an Paten, Buſche, Weiden, Laden tho fniden, 


Holte, Bruggen, Porten, Bingen, Ren 


u :nebomen (in einigen Handfsriften Ronnebo⸗ 
men) imd Stegen, de tbo houwende und FE 


Auch foll Niemand Ge 





vornichtende. 


walt üben an unſern Werdern, und Wegen, die 
nach oder von unſerer Stadt zu und ab gehen, an 


Pifanzſtoͤcken, Gebuͤſche, Weiden (ſalices), iv | 
den oder Schoͤßlinge abzuſchneiden, an Hoͤtzun 


. 


gen, Bruͤcken, Pforten, Zingeln (ſind enge 


Durchgaͤnge, die gemeiniglich mit einem umlau 
fenden Kreuze für das Vieh verfchloffen find), 


Gränzbäunmen und Steigen; ſelbige mit Hauen 


doder ſonſt zu- vernichten. — z3In einer Urkun⸗ 
de vom J. 1387 erlaubet Erzbiſch. Albert den 


Bremern , eine Bruͤcke uͤber die Leßme zu bauen, 


— 2wo jeßt Die. Burg bey Bremen iſt, und einen 
.» Damm bis an die Geeſt zu machen. - Linde de 


Brugghen, Heißt es in-diefer Urkunde; moghet. 


ze holden to ewighen Tyden, unde moghet de 


veſtenen myd Borchvreben, myd Buwe unde 
u myd Runne⸗ bomen, unde Al luten unde vor⸗ 


"Maren 





Rem. 7 7 

waren ze wo en dat nutteſte dunſet Holl. 
auch Reen-boem: Kilian. 

BnDra, Rennig; ein: männlicher Zaufname, wel⸗ | 
cher anfängt: felten zu werben. Vermuthlich ders 
ſelbe mie Reineke. | 

EnESTEN. ©. unter Recon. 7 

ENGEL, ein muthwilliger Junge. S. oben Ran- 

Einen Haufen ſolcher Jungen nennet man J 
Rangen um Denels Dafe. 0:00 

‚ngeln, mit Zwangsmittel zur Pflicht anhalume eine 
ſtrenge Zucht gegen Jeinand üben, wie es gegen. 
muthwillige Zungen noͤthig' iſt: beftrafen. In 


Hamburg rangeln, doͤr rangeln, durchpruͤgeln. \ 


R. Sf will em vergeht, ‚he. ſchall an miden 
fen: ich wi ihn ſo ſtraſen, daß er daran denken u 
fell. — | 
ENKEFILEN. ©. RınkErILeN. Ä 
ENTE, -1:) alfe und jede Einkuͤnfte: beſonders die 
Zinſen von ausgeliehenen Kapitalien. Fr. Ren- 
te: von rendre, einbringen: und dieſes vom 
tat. reddere. Siner Rente leven: von ſeinen 
Einkuͤnften leben, ohne ein Amt ober Handthie⸗ 
rung zu-haben. Dat vermag mine Rente nig: 
dergleichen Aufwand Pönnen meine Eintunfie nicht = 
beftreiten: das ift mir zu heuer. — 
23.) Zerbrechung, Vernichtigung, Verwahrloſung 
eines Dinges. Rente maken: eine Sache durch 
Verwabrloſung zu nichte machen: inſonderheit, 
Porjellan, irdene Geſchirre, uber anderes Haus⸗ 
| gerärhe, aus Unachtſamkeit zerbrechen. Vate | 
mi mine Rente: - jerbrich es mir nicht. | 
| | — J 


— 


N 489 \ | . Rem. Rep. 


mböchte denken, die Redensart Rente maken wer⸗ 

de hier, nach der erſten Bedeutung, im Scherj, 
‚oder im ironiſchen Sinn, da mas von dem, was 
man faget, das Öegentheil verflanden ‚haben will, 
genommen,. Allein Mente muß in. Diefer zwoten 
Bedeutung ohne Ziöeifel ein, altes fächfifches Wort 

ſeyn, da es auch in der englifchen Sprache noch 
auͤbrig iſt; wo to rend, zerbrechen, zerreiſſen, be 

deutet, und a Rent, ein. Riß, ein Bruch, Ren- 
ting, das Zerreiſſen. 

Rentenerer, einer, det von den Einkünften feiner Guͤ 
ter, von den Zinfen. ſeiner Kapitalien lebet. H. 
Rentenier. | 

j Berenten, mit. jäprlichen, Einfünften verſorgen, dotis 

re. Gr. renter. Renners Chron. a. 1578 # 

buwede Ehriftopf van Iſſendorf eine nie few | 

fe tho Defe by fienen Hufe, by Basdahle ge⸗ 

legen, berentede deſuͤlve, und ſettede dar einen 
nboen = 

. Renssen, Renzel, , Reiſeſack Reiſebuͤndel, den 
dder Wanderer auf dem Ruͤcken traͤgt. In Kilo 

ans Etymol. Rentfer. Wachter in Ranze lei⸗ 

— tet es ab vom Gr. pwog, ein Fell. Im uneigents 

lichen Sinn heißt Renzel der Bauch: it. der Ruͤt⸗ 
ten. He het finen Renzel vull: er hat ſich 

‚fat: und dick gegeſſen, den Magen voll geſtopft. 

. &nem. wat up den, Renzel geven: : einem eine 
Tracht Schläge geben. - Schall if di up den 
Renzel famen? ſoll ich mit dem Pruͤgel uͤber dich 

| Sommer ?) 1 
Razr, 1.) ein Ei, Sit, Tau. R. In Os⸗ 
| | habe 


— 





1 


Rer. 00.0481 - 


abe, Reip. 8. Einige Hochdeutſche ſagen 


Reif. S. Friſch und Wachter. Selbſt Reif, 


in der Bedeutung eines Bandes um die Tonne, 


it mit Reep verwandt , "oder vielmehr baffelbe, 


Celt. Rhaff, funis, reftis: Rhefawg, funis: 


_Rheffyn, chorda, funiculus: in Boxhorn. 
- Lex. Ant. Brit. A. S. Rape, ein Seil, Cod. 
Arg. Raip; 'ein Band, Riemen. €. Rope. 


AAlt frieſ Raap. Daͤn. Rech. 5. Reep. Ve 


rel. in Ind. Reifar,. Windel, fafeie, A. ©. 
rsepan, binden, 


J 2) Sen Reep Holt if eine Maaſſe Vrennholz M Bu 


N 


viel als wir fonft een Faem Holt nennen: ein 


Klafter hoch und Breit. 
Dräge-reep, das lange Seil an einer Winde, , woran 


der Haken iſt, womit man etwas auf und. herunter. 


windet. | 


Repel-baan, bie. Drehbahn der Seiler, > der Ping, . 


‚ wo die Seile gedrehet und gefchlagen werden. R. 


Repel-boen, die Buden oder Sitten der Seiler auf. 


der Drehbahn. 


Reep-[läger, eit Seiler, reftio: R. In einer Vreuſ. . 
Kammer : Orbn. von 1648: Reif⸗ Schlaͤger: 
and in einer Roſtoc. Kleider: Ord. von 1585. 


Reper. 


Repen (s); 1.) Hay meſſen, welches mit einem Seil, 


oder einer Kette , geſchiehet ©. das folgende 
Repef. Ä 
2.) rauffen, rupfen, reiſſen. Iuſonderhei⸗ wird es 
von dei Landleuten gebrauthe, für: den Flachs 
wiffeln, oder, vermittelſt eines kallanſſrmigen 
J 9% | 


Sn Ä 


482 u Rer. 


Inſtruments, die Samen knoten vom Flachſe rauf 
fen. Idiot. Ditmarſ. repeln (7): in Osnabr. 
reppen: im Hannoͤv. und Braunſchw. repeln 
und reppen. Holl. repen. 

2.) Im Hannoͤveriſchen heißt es auch ſo viel, als: 
ſcheuren, rutſchen, beſpringen. De Vulle re 
pet: der Stier beſpringt die Kuh. In Osna⸗ 
bruͤck reppen. Einige Hochdeutſche ſagen reb—⸗ 
ben, und brauchen es beſonders vom Hengſt. 
Vom Wendiſchen Ryba mewmnbrum genitale 

equi admiſſarii. | 

-Repe, 1.) eine Nauffe, worin man den Pferden das 
Futter vorlegt. H. Ruyf, Ruyfek _ 

2.) eine Riffel, oder, wie es Friſch ſchreibt, Raͤuf⸗ 
fel: ein groſſer eiſerner Kamm mit langen Zaͤh⸗ 
nen, mittelſt deſſen die Samenknoten von den F 

FFiiachsſtengeln abgerauffet werden. In Osnabr. 

Weppe. Chur⸗Braunſchw. Repel, Reppel. 
H. Repe. Man vergl. das Holl. Ryt, und 

Schw. Reefwa, eine Reche. H. reupen, rauß 

fen. 

3.) ‚die Luftroͤhre der Vögel ©. Röpen, unter 
‚ Ropen, rufen. 

Reper, 1.) ein: Holzmeffev, ein beeidigter Holzſetzer. 
Kuͤnd. R. Art. i11. Dat Berneholt, dat 
tho Schepe und tho Kope kumt, tho unſer 
Stadt, dat lange Holt na duͤſſer Tidt ſchall 

. 10 Bote lang‘ weſen, und dat Forte ſöſtehal⸗ 
ven Voet, und de ſwaren Reper ſchall dat 
mit der Keden-vepen, und de Länge meten: 
a ano Bene ſo zu Se in unfere Stadt zum 

| Ver⸗ 





/ 5 


N 


f 


Ren Res. Rer. u u 483. 


‚das längfte fen, und das kurze. 53 Fuß: und der 
beeidigte Holzmeſſer foll.es mit. einer Rare repen, 
"und die Laͤnge meſſen. | 
2.) In der Roſtock. Kleid. Ord. bedentet dieß Wort | 
einen Seiler, — 
RErPEN, bewegen, rühren. S. unter Rap. 
REER, nahe daran. S. Rör, une Rörem 
Ruxnzen, eine Nymphe, Jungfer, libella. Ein 


Inſekt, das R. unter Gaespeerd beſchreibt. Wir | | 


nennen es auch Ridder⸗ peerdb. Der Name 
Reereer ift entweder aus Ridderpeerd verdorben, 
oder von dem zitternden Laut ſetner Fluͤgel, dem 
das häufige r ſehr wohl nachahmet, gemacht. 
Resvier, Auffhub, Verlängerung: eines Termin; 
‚Zeit fich zu erhofen : dilatio, reffirandi ſpatium. 
‚€; Reſpite. H. Reſpyt. Es ſcheint von re- 
ſpirare herzuftammen. nem fien Reſpiet ge⸗ 
ven, oder laten: einem keinen Aufſchub verſtat⸗ 
ten, einem keine Ruhe oder Erhohlung goͤnnen. 
He het mi enen Dag Reſpiet geven: er bat 
mir einen Tag Aufſchub bewilliget. 


Ress, im Hanndv. das Abfall vom Korn, Syreut 


korn. Reſſen, abfallen. Reſſelſe, Abfall⸗ 
fleiſch, Kopffleiſch, Leber und Safe vom geſclach 
‚teten Ochſen ꝛce. | 
Reer, Schilfrohr. ©. Reir. 
Rere (»n), Ritze. S. unte Riten. 
‚Rersın (9) ©. unter Raten ı 0 ©_ 
 ReterRN (9), und Ä 
REercken. © Rärenn. —— | 
| 95h en N 


\ 


Vertauf gebracht wird, ‚foll nach Biefem von 10 Fuß | 


| 484 J nt Rev. . 


‚Revster ©. ReEISTER. 
Reven (9) 1.) tiefſinnig nachdenken, fh mit Ge 
danken herum fchlagen. E. rave. Fr. rever. 
- ä. revelen. Und revaller ift bey den Franzo⸗ 
ſen, unruhig ſchlafen, verdrießliche Träume Haben, 
2.) im hitzigen Fieber wahnwitzig denken und reden, 
raſen. Reveſt du woor? biſt du etwa nicht ge 
ſcheid? He revet daar wat her: er bringet ein 
ungereimtes Geſchwaͤtz vor. Im Hanndverk 
ſcchen ſagt man reweln, und brauche es für: ge 
ſchwind und unbefennen reden. Daher Rewel⸗ 
"rege, ‚eine lange auswendig gelernte Rede, ;. €, 

- eine Einladungssede- der Hochzeithittet: 3it. ein 

Geœwaͤſche, Tand, næeniæe. 

Bereved, mit ſeinen Gedanken irrig worauf gehefte, 
Up ene Safe bereved welen: in Gedanken und 
aus Mangel der Aufmerkſamkeit eine Sache für 
die andere nehmen: einen Vorwurf :mit. deni an 
dern verwechſeln, und bey. diefen falſchen Gedan 
"Een eine Weile verharren. Dieß ift der Fall, 
worgus fo manche Deieverftänbnifle in den Unter 

| redungen entfliehen. | 

“ Reverije,. 1.) tiefe Gedanken, Zieffinn. Ä 

2.) die Unordnung. ber Gedanken im Fieber, fieber⸗ 

hafte Grillen, aberwitzige Einfälle. E. Raving. 
Sr. Reverie. 5 Reveling,- W 
 Reverecat, und 

‚REVERISK, gerade über. ſich in die Hoͤbe gerichtet, 

ſenkrecht aufgerichte. De Minsk het enen res 

veriſken Gang, oder geit reverisk, fagt man, 
wenn ein Menſch zwar gerade aufgerichtet, aber 
dabey 





Ris. nn 488 


J Beben ſo ſteif gehet, als wenn er feine Gelenke 


5 Bitte Dat Peerd ſteilde ſik reverecht in de 
PHoͤgte: das Pferd baͤumte ſich gerade in die 
He 
Rıma. böret man bieweilen in der Redensart: Riba : 

| gaen: davon gehen , fih aus dem Staube ma: 

den: eigentlich tüderlich herum ſchwaͤrmen. 

3 Ribaud: "€. Ribauld, ein luͤderlicher Bube. 

S. Rasunten, und Rivalen. : Mau 


 fagt.auch: dat Ding geit Riba: die Sehege 


bet verloren, macht ſich unſichtbar. u | 
Rınox, 1.):Rippe, coſta. A. S. und E. eben fo; 


Gl. Rab. Mauri,.Ribbi. Verel.inInd.Rf 


Schw. Reef. De forten Ribben: die untern 
knoͤrplichten Rippen , eoftze inferiores feu nos 
ctthæ. under de forten, Ribben nennen wir die 


weichen Seiten unter ben. unechten Rippen, ſonſt 


WVLante, hypochondria.. Des Ribben ſmeren: | 
peitſchen. 
=) Der Aehnlichkeit wegen nennen. wir auch fo die 
krummen Hölzer, woran die Seitenbretter eines. 
Schiffes beſeſtiget ſind. it. Die wagerechten Hoͤlzer 
inn den krummen Schleuſenthuͤren. | 
Scham-ribbe. :&, im Buchſt. 8. 
Beribbed,. was Rippen hat. Beribbed mefen: ſtar⸗ 
ke Knochen haben, wohl ben Leibe feyn. Daar 
er he nig na beribbed: dazu ift fein Körper zu 
ſchwach, dazu bat er nicht Leibeskraͤfte genug. 
Ribbfpeer find in Hamburg gebratene Schweinsrippen, 
\ ee bobl moanen senäpet, und sefäe find, 


4 Rs C.. 


EL ab nn ER 


| 486. ” Rım ‚Rec. Rın, J u \ 


Rınnen, reiben, ſchaben: inſonderheit, den Flachs 
oder Hanf, nach der Brechung, bevor er gehe⸗ 
chelt wird, mit einem dazu dienlichen eiſernen In⸗ 
ſtrument ſchaben, daß er weich werde, und die 
noch übrigen Splitter der Flacheſtengel ausfallen. 
8. 


u Ribbe- fen, das eiſerne Jaſtrument, womit der Flachs 

| geſchabet wird, 8. | 

Ribbe - lappen; ein lederner Lappen, wie eine kleine 
Schuͤrze, den die Weiber bey dieſer Arbeit auf 

2 ben Schoos fegen, und den Flache darauf (hu F 

ben. Se is ſo ſlapp, a8 een Ribbelappen: 
der dicke Bauch iſt ihr vergangen, f e Rs gam ma⸗ 
ger und abgezehret. | 

ı .Rısee, Rebecke. Vergl. unten Rörxz. 

_ Rıcar, judicum,- ınd.ferculum, mit alfen Abge 
| leiteten, fe unte Recnt. & 447 m fi 
‚Rınk, Rie und Riet iſt in dem benachbarten Fries 

land ein Graben, ein Wafferlauf auf den Gew 
fen © Sonft auch Gete und’ Loop. Im Luͤne⸗ 
burgiſchen Riehe. Rige heißt daſſelbe: wie 
auch Riole, Rille. S. weiter unten. Gloſſ. 
Lipf. Riiha, torrens. Wobey Somnerus am 
merket: Hoc Saxon. Riw (fat. rivus) Cam- 
 bro-Britanis. Vadum Rhyd et Rhydle. 
Man finder auch das Celt. Rhych, eine Furche, 
eiin kleiner Waſſerlauf. Dee Herr Regierungs 
ach von Wiche, Oſtfr. Landt. S. 583. leiter Ri⸗ 
de, Riet her von riten, reiſſen; weil Durch den 
Graben, und das dadurch flieſſende Waſſer, das 
send Aleichſam von einander geriſſen wird. 

u Rınen, 


| 
N N 


Y 


Rıan, Rien, reiten. A. S. ridan. | © ride. 


! 


Schw. ryda. H. ryden. / Enem den Rugge 
riden: einen hinter feinen Tücken verläumben : 


don einem afterreden. Sprw. Tis nien Kin⸗ 


der;fpill, wen oolde Luͤde up Stoffen rider; . 


wenn Alte teure, Findifhe Handlungen vornehmen. . 
Anriden, einreiten: befonders, zum Cinlager einreiten, . 


ſich mit Pferden und Knechten an einen beftimm; | 
ten Ort, zum Arreſt und zur Verſicherung, ein⸗ 


ſtellen: equitando introire locum jure obſtagii. 
©. Inleger, unter LEGOGEN. Vogts Mo- 


num. ined. T: IH. p. 291. Do ick des den 


ches nicht alfobald, wan ıch deshalben angemab: " 


veertein Dagen darnah, war id darum ger 


t 


nicht vorth mit der Mahninge Cthue ich fol: 
net werde), ſo ſchall ick unde moth fort in 


ſchet bin, inriden to Wildeshuſen, in ene 
ehrſame gemene Herberge, dar men my den 


inwyſet, unde dar leſten und holden ene rechte - 
Inleger up mynen Schaden (d. i» auf meine 
Koften), unde dar nicht uthrümen dages ofte 
nachtes, ick en hebbe erften dat Gud van aller. 
Anſprake fry, leddig un loes gemaket 2c. 
Renners Chron. unter dem J. 13584. Thom lu 


ſten both he (der Graf von der Hoya), he wol⸗ 
de mit ſinen Broder Johan riden tho Bre—⸗ 


men in, und dar nicht wedder uth, he hadde | 
den iderman recht gedahn, na Köhre twier | 


uth dem Rade. 


dari, 


. — a. . . " x 
4 R j J J 


Ridder, 1.) ein Ri, eques. Verel. in Ind. Rid- | 
964 an 


488 = u Rın 


2.) ein rotpferd. En geben Kibter : : eig 

tes Pferd zum Traben. 

3.) Arme Rider , Brodfchnitte , woruͤber man 
Eier ſchlaͤgt, und welche man in Butter bäck, 
©. Bocks Jdiot. Pruſſ. Daher das zweydeutige 
Sorw. Arme Ridder um fette Greven kan man 
wol bakken in Smolte. 


Ridder. peerd, Ritterpferd. It. ein gewiſſes Inſekl 


- & REEREER, 


Rider, aud) Riter, ein Reiter, 'equitans : - ein Gob 


N u 


dä . 
“ 
u 


dat, der zu Pferde diene, A. ©. Ridda. Ris 
ter to Peerde : : fo nennen die Kinder einen jeden 
Reiter: it. ein Stückchen Specks auf. einen Bif 
- fen Brodts, fo viel, als man auf einmabl in den 
. Mund ſteckt. Riter vor der Poorten, ift ein. 
Kinderfpiel, da einer in: beyden zuſammengeſchloſ⸗ 
ſenen hohlen Händen, einige Nuͤſſe oder dergl. raß 
ſeln läßt, woraus ein ander abnehmen muß , wie 
viel ungefehr darinnen ſeyn mögen. So viel er 
raͤth, die muͤſſen ihm gegeben werden, wenn ſie 
darinnen ſind; raͤth er aber mehr, fo muß er ſo 
viel beylegen, als er barüber gerathen hat Sprw. 
Na den Huͤder kumt een Rider: nach dem 
Sparer kom̃t ein Verſchwender. 

Riter -gaar, nicht recht gar, halb roh. Es wird nur 
vom Sleifche, das nicht gar.ift, gebrauchet. Ent⸗ 
weder daher, weil die Reiter im Felde nicht Be⸗ 

quemlichkeit, auch oft nicht Zeit gnug haben, ihr 

Fleiſch durch und durch gar zu machen: oder von 

der Gewohnheit einiger Tatarn, bie das Fleifch 

a N - im 


on Rın Rın J 4680 
im Reiten, wiſchen des Pferdes Ruͤcken und ih⸗ 
rem Hintern; ‚, gar oder warm werden laflen, - 

Ritt, equitatio. Uneigentlich, Schlägeren, Streit, 
Zank. - Welches von dem. Turnieren, ‚oder tanz 
zenbrechen, ba bie Kämpfer auf einander zu reiten, 
hergenommen if. Enen Ritt mit: enem wa⸗ ; 
gen: es mit einem aufnehmen. Ik hebbe enen - 
vdoͤgden Ritt mit' em hat: ich bin Heftig mie‘ 

ihm zuſammen geweſen, , ih babe vechefhaffen mit 
- ihm gezanket. . 

- Rır, und Rift, Gerippeé. it. Nas, fceleton, cada- 
ver. A. S. Hreav, eine leiche. Beym Iſi⸗ 
dor, Oifried u. a. iſt Hreve, Reve, der Bauch. 
Gloſſ. Lipſ. Ref. A. S. Hryfe und.Hrif, al- - 
vus, “uterus, Gloſſ. Monf. giriffeta, aruit. 
Hieher gehöret das Hochdeutſche Rippe, coſta 

Cdaher Gerippe), Verel. in Ind. Rif, und das 
veraltete Greibe, Schinder, Abdecker, beym 
Friſch. Man vergleiche, was oben unter Rä, ı 

‚> amd Ran bemerket if. In Osnabr. Ref. :S, 

He is een Rift: oder. fo mager, as een Rift: 
er iſt fo mager, als ein bürtes. Gerippe, | 

Rırr, S. Rerr. - J 

‚Rırers, 1.) Furchen sieben, Streifen mochen, der⸗ ur 

- gleichen die Schafte einiger Säulen Haben : Itria- 

re, rugare, In Osnabrück: wird es gefagt, 
wenn die Fewen im Neſſeltuch, oder loſen Linnen, 

ſich verſchieben, und ſolcher Geſtalt Streifen ma: 
den. 8. Alt Engl. rivle, Streifen machen: 

H. ruyffelen: Ruyffel,. eine Runzel, E. Ri- 

vel. Jett pin: bey den Englaͤndeen ruffle, 
28 5 1 in, 


490 94. Rım 
kraͤuſen, zerfnettern, Falten: machen, Hieher 
muͤſſen auch gebracht werben das Holl. ryven, 
hoaarken, raftro colligere; weil eine Harke, aber 
Reche, Streifen und Furchen hinter fich. läßt; 
‚unfee Rive, Reibeifen, 9. Ryf, Ryve, aus 
derſelben Urfache: die Hochdeutſchen Reif, in 

der Baukunſt, ein Staͤblein an einer Säule, a- 
ſtragalus, fernibaculus, - Helmveiffe , das 
Gitter am Helm, viffeln, ven Flache durch die 

RWKauffe ziehen, u. a. m. 

2.) Rifeln, up rifeln Beige auch, eine Materie ge 
linde in ein Gefäß fchütten, daß ſie locker liege, 
und vielen Platz einnehme: z. B. wenn man 
Wurzeln, Getreide, Salz und dergl. in einen 
Scheffel ſchuͤttet, um es auszumeffen. It. intran- 
ſitive, idt rifelt up: es hat die Eigenſchaft, daß 

s locker und loſe liegt. Diefe Bedeutung dis 

Worts iſt von rive, Aberfläffig: welches an ſei⸗ 

nem Orte nachzufeben iſ. 

Kifela. Gerifeld, was Furchen oder Streifen bat. 
%. ©. gerifled. E. rivelled. ne gerifelde 
Buſſe: .eine gezogene Buͤchſe. en gerifelden 

Piler: ein Pfeiler, oder. Säule, mit Hohlkeb⸗ 


fen, oo. 
Rıecs, Reer & 1.) Be, Zeile, ein Tanger 
Streif, linea, verfıs. A. S. Rzwa €. 


Row, Ridge. 9. Ry, Ryg. St. Raye. 
‘ Lat. barb, Reia, Rega, Riga. Herr Wach⸗ 
ter leitet es ber vom Celt, Rhygn, ein Ginfchnitt, 
incifura, Rhych, eine Furche. Und fo Päme 
es ‚überein mit oben angeführten Ride, Wie, 


— | Rır . 491 
Graben, Waſſerlauf: | welches nachzufehen iſt. 
Lange Rige: lange Reihe. it. ein Kinderſpiel, 

welches ſonſt Rikkelrei genannt wird; da fie ſich 

einander bey den Händen faffen, im Kreiſe berum | 

tanzen, und dabey fi ingen: 

Zange lange Rige: 

Tywintig is en Stige 
Dartig is een Roſen⸗kranz 

WVeertig is een ———— u \ 

Foftig wol up der Rige - . I 

2.) Ordnung. Ra der Rige: nach der Ordnung, 2 

De Rige is an mi: die Ordnung trift mich. 

3.) eine aufgereihte Schuur. Ene Rige Pay 
len: eine Perlenſchnur · En ige Granaten 
ad m. | 

4.) Man braucht es hier für, eine. Strafe, eine 
Reihe Haͤuſer. In Bremen iſt eine Straſſe, de 
lange Rige genannt. Lat. barb. ruga, eine 

Gaſſe: daher das Sr. Rie. 
Rige- faart, Rege- foor, bie Fuhren der Hofdienſte 
mit Wagen und Pferden, welche die Bauern nah 

der Reihe leiſten muͤſſen. 

Rige - wand, eine mitten durchgehende Wand in den 

Balten: Sielen, wodurch dieſelben in zwo Oef⸗ 
nungen, oder Nuͤſtern, getheilet werden. it. ein 
Schaal⸗ werk, oder waſſerdicht geſchlagene boͤl⸗ 
zerne Wand, | 

Rı JEN, 1.) oben hin nahen, loſe zuſammen heften, | 

im Mäben weitlaͤuftige Stiche machen. R. ſchreibt 
reyen. 8. riggen. 9 vn 
nn 2.) rei⸗ 


| 4913 — Re | 


Ä 2) reißen, einreißen, auf eine Sau jieben. Von 
Rige, Reibe, Schnur. 
An rijen, obenbin anbeften, mit weiten Suichen R. 
In rijen, auf eine Schnur, auf einen Faden. sieben, 
 Uprijen, 1.) dbaffelbee u 
2.) lofe aufpeften 
Rije, 1.) eine loſe Maht mit weiten Sachen, Imgl. 
| ein lofer und mmordenttich liegender hahen in ge⸗ 
webtem Zeuge. 
2.) eine Art Unktauts, ſo endet im Getreide 
wäh G. Rapc. 
Rij-draad, der Heftfaden, welcher herhach wmieber aus I 
geyogen wird. R. Auch, ein leſer Faden im ge | 
webten Zeuge: | 
Rij. worm, 1.) ein Kornwurm, ale, eine Made ge⸗1 
ſtaltet: weil derſelbe die Ghetreideförner darch ſeit | 
Geſpinſt gleichſam an einander reihet. 
2.) Einige nennen auch fo bie Werre, oder dem Erd 
feebs: gryllo-tälpa.. : 
Rıjzzn, teen, poenitere. - 6. Roman. | 
Rune, reich. A. ©, ryca, rien E. rich. &. 
riche. , Stal. ricco. Span. rica, rico; Isl. 
rikur. Alt fruͤnk. rich, rinh. Die Hollaͤnder 
— und Schweden reben wie wir. Lat. barb. ri- 
cus. "Alle aus dem Celt. rich, maͤchtig: welche 
Bepdeutung auch des A. S. rise, und das Goth. 
reiks hat Rike Luͤde heiſſen wicht nur: reiche 
Lente; ſondern auch angeſehene, vornehme, way füg 
gleich nicht reich find. Daher ſagt man im Scherz, 
oder im Spott: wat is't een Elend, wenn rike 
Bade nien Sch hebt. Dat let rich, fage man, 
| 9. wenn 


N 





IND IRER 43 
wenn jemand groß thut, und den u Reichen nachah⸗ 
men will. Mifer Luͤde Kinder ‚werdet gaue 
vold: reicher Leute Kinder werden verfländig von. 

den Jahren. Denn obgleich das Geld nicht klug 
macht, fo gibt es doch feinem Beſitzer das Anfes 
hen der Klugheit und. bes Verſtandeb, in den Au⸗ 
gen des gemeinen. Mannes. 
iken,: 1.) reich machen, bereichern. 9. ryken, DE 
2.) reich merden. Es ift in beyden Bedeutungen 
veraltet. , Renner ‚unter dem J. 1372. “De von 
. Bremen lehden tho der Tidt groten Schaden, 
dar fe wicht woll von riken konden. 
ike:- dage, Reichthum. it. gute Tage, ein wolluſti⸗ | 
ges üppiges Leben, wenn es nämlich: von dem 
Reichthum unterftäßer wird... De Mike; :dage i in 
den Foͤten hebben: das Podagra baden, 
1x, das. Reich, zegmum,.imperium. ° . x > - 
IKK, eine lange hoͤlzerne Stange, pertica. R. Bo⸗ | 
nen⸗rikk, Bohnenſtange. Es iſt von rellen, 
ausdehnen. S. unter RXEN, teichen. 
ikkels, ein Geländer von hoͤlzernen Stangen, derglei⸗ 
en um die Wieſen und Aeccker zur Defieigung 
gemacht werden. S. 
ikken, ein Gelaͤnder von Stangen machen. 
frikken, mit Stangen abfondern ‚. ober Einfchlieffen, 
Enen Oord afriklen: einen Ping mie einer Rei 
be Stangen abfondern, | 
erikken, at einem Gelander von Semgen Sen E 
gem.‘ 
iks, ‚oder Reks 6) ailegn Me, e unter 
Resens ehe . . 
ER — 














4 Rız. Rı. Rım. 


Rikk - bonen, tuͤrkiſche Bopnen, die an Stumm - 
wachfen. 
Rikk-dwele. S. unter Dwrıe. 
'Rikkel - rei, ein langer Reihen, worin die Tanjenden J 
fich Funftlos herum wenden. R. | 
Rikk-rakken, etwas hin und her bewegen, und sic 
durch los und gebrechlich machen. Mean braui 
es von allerhand hölzernen Geſtellen und Hauck. 
raͤthe, insbefonder von einem Stangengelände. J 
Rırre, die Meine Renne oder Spur ,, welche das m. 
den Wieſen ablaufende Regenwafler nach und ı 
“macht: der von einem Groden oder Watt us 
fallende Abflug des Waſſers: ein Badia | 
Sonft auch in-unferer Nachbarfchaft Balle, I 
„mel, Sprante, €. Rill. Im Alt⸗ Engl! | 
rail, flieſſen. 

Rızm, 1.) der Reim, rhythmus. 2 S. Ru 
Und ſo alle alte Dialekte. | . 
2.) der Schaum bes. eingefchenften Biere; Dt 

Beer up'n Riem fchenfen, oder tappen: w 
Bier fo einfchenfen, oder zapfen, daß viel Schaut .M 
‚darauf zu. flehen kommt. ‚Welches nämlich ge 
ſchiehet, wenn man den. Stral.tief herunter fall 
laͤßt. Vielleicht vom A. S. Hrym, €, Rime, J 
. 9. Rym, Ref, pruina: wegen der Aehnlichkeit 
des Bierſchaums mit demfelben, 
| Rimen, 1.) reimen. 
2.) ſchaͤumen, wie das Bier im Glaſe. 
' Unriemsk, Unrimifch, eigentlich, ungereimt. it. un 
Elug, nicht bey Verſtande. Es kann am bequeme : 
‚fen von Riem, Keim, bergaleiun werden. Man 
u Rat 


= 


Rım. Rım . ...498$ 


hat alſo nicht noͤthig, diefem Worte zu. Gefallen, 
ein Stammwort zu erfinnen, wie Wachter gethan 
bat, der unreimifch von Reim, das Vernunft , 

ı bedenten foll, abflammen läßt: wovon man aber 
fonft feine Spur findet. Man Eönnte es au 
von Ruum, Raum, ableiten: dann würde uns. 

ruͤmsk inr eigentlichen Sinn, nicht aufgeräumt, 

. bedeuten. Unriemsk weſen: nicht bey Verſtan⸗ . 
be ſeyn. Unriemsk Tuͤg: albern zeug, unge 
veimtes Geſchwaͤtz. 

MM, ein Zwerehbalfen, gin Riegel, der zur Ver: | 
- bindung ziner Reihe Pfäßle diene, womit man 
‚einen Deich gegen das Waſſer ſchuͤtzet. Sonft 
heißt es auch Waar⸗ ‚boom, Waterslifte und 
Vörbindels. 

MPELN, auch Rumpeln, Runjeln. E. Rumpel. 

H. Rimpel. Davon kommt, mit Vorſetzung 
des ſ, ſchrumpeln, ſchrumpfen, einſchrum—⸗ 
pfen. Oſtfrieſ. Landr. z3 B. 65 Kap, Die Lees⸗m 
ke, dat ſinnen de SRimpelen, itlih.3 Schi . - 
ling: die teifen, das ift, die Runzeln, duch 

ſchnitten, jede 3 Schilling Buff Daher rums , 

pfen, corrugare frontem, nafum.. 0 
NDe, Rinne, Rinde, cortex, crufta panis, 2. 
S. Rind. Idt is alle een Brood, daar een Rin⸗ 
de im geit, iſt ein Spruͤchwort, deſſen man ſich 
bedienet, wenn man von einem in feiner Art ges 
rringern Dinge redet, das nicht im Wefentlichen, 
fondern nur im Zufälligen, als in Unfepung der | 
Groͤſſe und Güte, von dem beffern unterfhieden 
iſt. So wuͤrde man es i B. von einem kleinen 
an i 


' 


u 


mn 


496 . % Rım. 
ſchiechten Hauſe gebrauchen, anſtatt, daß man 
ſonſt ſaget: ein kleines Haus iſt auch ein Haus. 
Ramd, Rink, 2.) ein Ring, annulus. Man ver: 
| gleiche das Wort Krınk. : . 
=) ein Kieis, Zirkel, eine Verſammlung vieler 
Perſonen, bie zuhoͤren, zuſchauen, ſich unterre— 
„den oder rathſchlagen: circulus. Renner im J. 
1532. Und wurdt ein Zedelden in den Ningf 
(ounter die verſammelten Aufruͤhrer) geworpen, 
darinne de Nahmen der 64, fo gekahren ſchol⸗ 
den werden, geſchreven ſtunden. Etwas her⸗ 
nach: Des ſag de Rath vor gutt an, dat fif 
de framen Borgers na dem Ringe makeden: 
ſich zu. der Verfammlung verfügten: Darna ab 
fe de 104 Menne mit der Gemeinte im. Ringe 
na oͤhren Willen gefprafen ic. 
3.) Andere Bedeutungen, z. B. ein mit Schrantn | 
eingeſchloſſener Ort, Gerichtsplag, Kanrpfplah I 
u. d. g. fehe man. nach in den Gloſſariis. 
Beringen, einen Ring um etwas legen ,. etwas rings 
| umher einfaffen. it. Felgen um ein Rad wachen. 
Ringel, ein Haufe zam Trocknen aufgefhicneten Torfs 
‚von 8 Sohden. 
VUm ringeln, die Ringel umlegen, und in Ringel 
—von 18 Sohden aufſetzen. Welches geſchiehet, 
wenn der Torf, bey gutem Wetter, etwa 4 Wo⸗ 
chen getrocknet hat. Vergl. STUKE. | 
Rına,: Ringe, 1.) adj. gering, Mein , leicht, 
ſchlecht. Die Dänen reden eben fo. R. Giofl. 
 Keron. rinkirom,,. levibus:. ringirom, leviori- 
bus, Im alten Britan. hieß cryn, mittelmaͤſ⸗ 
- . . \ ° fig. 


, 





Rım 449497 
ſig. Ohne Zweifel iſt das = rien, Etwas, 
das Geringſte, von unferm ring. en ringe 
Minsk: “ein geringer Menfeh. He nimt mit 
ringer Koft vorleef: er nime mit geringer, oder 
father Speife vorlieb. , Mit ringen Koften: 
mit wenigen Unkoſten. Ringe werden: abneb 
men ‚mager werden. Dat is een ringen 
Raad: ‚das ift ein guter Nach, dem man leihe . 
lich und ohne viele Koften folgen ann: ein Mie 
tel, das nicht viel koſtet. Dat is man ringe: 
das’ ift nur wenig, oder ſchlecht. In der Zuͤr⸗ 
cher Bibel, die ben Froſchower gedruckt ift,. ſteht 
Hiob IV, 16. ich börte: eihe Stimme eines rin⸗ u 
gen Windes. | — 
| 2.) adv. gering, leichtlich, mit geringer Mühe. 
Dat mag jo ring: „das Fann ja leicht geſchehen: 
dazu wird ja nicht viel erfordert. Dat kan ik 
ringe doon: das kann ich leicht thun. Dat fan 
SIE ringe: boͤren: das kann ſich leicht zutragen. 
Idt deit em wol wat ringer: er braucht es fo 
gut nicht: ee kann ſich mol: ſchlechter behelfen. 
Idt kan nig ringer wefen: es kann wicht w wen 
ger fen. | 
-Ringern, verringern, geringer maden. it, geringer u 
werden. R. " 
RınkeriLen, Renkefilen, laͤemend zu Werkbe ge⸗ 
. ben, eine unruhige und tobende Befchäftigung ha⸗ 
ben. it, hart angreifen, nicht. fchonen, tüchtig uns 
ter die Geile nehmen, metaph. mit Worten ober 
Schlaͤgen hart vurchholen. R, Es kommt wol 
von n Rink, King, u filen, filen; weil —RN 


EN, 


| 
I q 


494 Rıx. Rır Rım = 


Rikk- bonen, ‘ tuͤrkiſche Vobuen/ die an Stangen 

wachſen. 

Rikk-dwele. ©, unter Dwrux. 

‘Rikkel - rei, ein langer Reihen, worin die Tamerden 

ſich kunſtlos herum wenden. R. 

Rikk-rakken,: etwas hin und ber bewegen, und es das 
durch 108 und gebrechfich machen. Man braudt 
es von allechand hölzernen Geftellen, und Hausge 
raͤthe, insbefonder von einem Stangengelaͤnder. 

Rırre, bie feine Renne oder Spur, welche das von 

den Wieſen ablaufende Regenwaſſer nach und nach 

macht: der von einem Groden oder Watt aus 
fallende Abflug des Waſſers: ein Baͤchlein. 

ESaoonſt auch in-unferer Rochdarſchaft Balje,Raͤ⸗ 

“mel, Sprante.. E. Rill. Im Alt⸗ ‚Engl. f } 
rail, fücen 

Rızı, 1.) der Reim, chythmus. x. S. Rim J 

Und ſo alle alte Dialekte. 
| 2.) der Schaum des. eingefihenften Biere Dit 
Beer up'n Riem ſchenken, oder tappen: das 
Bier fo einſchenken, oder zapfen, dag viel Schaum 
| ‚darauf. zu. ſtehen kommt. Welches nämlich ges 
ſchiehet, wenn man den.-Stral.tief herunter fallen 
laͤßt. Wielleicht vom A. S. Hrym, €, Rime, 
H. Rym, Reif, pruina: wegen ber Aehnlichkeit 
des Bierſchaums mit demſelben. ur 

| Rimen, 1.) reimen. | 

2.) ſchaͤumen, wie das Bier im Glaſie. 

VUnriemsk, Unrimiſch, eigentlich, ungereimt. it. uns 

klug, nicht bey Verſtande. Es kann am bequem: . 

fen von Riem, Keim, bergileite werden. Man 


on | j N . bat 





Rix. rn \. 495. 
pet aifo nicht nöig, diefem Worte zu Gefallen, ü 


ein Stammwort zu erſinnen, wie Wachter gethan 
bat, der unreimiſch von Reim, das Vernunft 


.. bedeuten fol, abflammen läßt: wovon man aber . 


fonjt feine Spur findet. Man Eönnte es ah 


von Ruum, Raum, ableiten: dann würde uns 
ruͤmsk inr eigentlichen Sinn, nicht! aufgeräumt, 


. ‚bedeuten. Unriemsk weſen: nicht bey Berftans 


be ſeyn. Unriemsk Tüg:- albern Zeus, unge⸗ 


reimtes Geſchwaͤtz 


IMM, ein Zwerchbalken, ein Niegel, der zur Ver⸗ 
bindung einer Reihe Pfaͤhle dienet, womit man 


einen Deich gegen das Waſſer ſchuͤtzet.. Sonſt 
heißt es auch Waar⸗ boom, Water; ‚lifte und 
Voͤrbindels. 


[MPELN, auch Rumpeln, Runzeln. €. ‚Rumpel. J 
H. Rimpel. Davon kommt, mit Vorſetzung 
des ſ, ſchrumpeln, ſchrumpfen, einſchrum⸗ 


pfen. Oſtfrieſ. Landr. 3 B. 65 Kap. Die Lees⸗ 


fe, dat ſinnen de Rimpelen, itlich 3 Schil⸗ 


ling: die Leiſen, das iſt, die Runzeln, durch 


ſchuitten, jede 3 Schilling Buſſe. Daher ruͤm⸗ 


pfen, corrugare frontem, naſum. 


INDE, Rinne, Rinde, cortex, crufta Ranis. u 
©. Rind. Idt is alle een Brood, daar een Rins 


de um geit, ;ift ein Sprüchtwort, deffen man fi ſich 
bedienet, wenn man von einem in ſeiner Art ge⸗ 


ringern Dinge. redet, das nicht im Weſentlichen, 
ſondern nur im Zufaͤlligen, als in Anſehung der 


Groͤſſe und Guͤte, von dem beſſern unterſchteden 
iſt. So würde man es i B. von_ einem Kleinen 


\ 


ws I 


BT — Rım. Rıo.. Rır. — 
— gemeiniglich in feiner aigentlichen Bedeutung von 
| dem Ausfchleifen und Abnugen runder und umlau⸗ 

fender Dinge gebraucht wird. . Die Räder am 
Wagen. rinfeftlen im’ eigentlichen Verſtande auf 
ſchlimmen und unebenen Wegen. Im Hannoͤve⸗ 
riſchen ſagt man! woran rinkfilen, fuͤr: etwas 
landſam betreiben, erbettch, ſolucitirem. 

Rın ne &,Rınpe. 

.Rıenscne SLEDE- ©. unter: Sıeoz, Sir 

ten. 

RıEn-SsLooT, oder Ring-Floot, © unter S.oor. 

 Rıoız,: 1.) eine Rinne, tiefe Furche, ein kleiner 
Graben. H. Riool Sr. Rigole. Cambr. 
-Rhigol. Es if verwandt mit Ride, oder Ri, 
Rige, und Rillez weiche nachzufehen find. - 

3) ein Jah, Schicht, Boort, wo der länge nach 
etwas aufgeftellee wird, infonderheit Bücher und 
. Krammaaren, repofitorium, loculamentum ta 
bulatum. R. 

Riolen, verb. ein Seid fandes furchenweiſe tief um⸗ 
graben: den guten Grund unter dem Knik oder 
Uur ausgtaben, ‚ und oben bringen Un einigen 
Orten fagt man auch wölen, und um kulen. Im 
Slavoniſchen oder Wendiſchen iſt gleichfalls ruju, f 

ryju, aufwüßlen, furden. | 

Rırr, der Reif, pruina. A. ©, Heim. Engl. 

J Holl. und Schw. Rim, Rime. Cambr. Rhew. 

J Ruge- -riep, der Reif, welcher. ſich bey dicker Suft und 

nnbeſtaͤndigem Froſtwetter häufig anfeßt, und bie - 

Gewaͤchſe rauch macht. : In Hamburg. Muueryp. 

R. Bo Oenabr Ru⸗ ten: S.. Beym —* 

oh⸗ 





0 Re 00020... 
Bohne ‚ Raub: veif. Man Brandt auch da⸗ 
von das unperfönliche Zeitwort idt ges ripet: | 
es fallt ein raucher Reif. E Br 5. 

ipen, reifen. Idt ripet,. es veifet, — 

‚IEP, reif, zeitig, maturus. A. S. und E. ape. 
H . TYp. De Safe is riep; die Sache iſt der 
Ausführung naße, wird bald.ausbrecden. = Dat 
Maͤfen is riep: das Maͤdchen will, ober muß 
einen Mann haben. Mit den riepſten Beren 
doͤr gaan: das Beſte fuͤr ſich nehmen, und andern 
das Nachfepen Laffen. De riepfien.Appel funt 
ſchudded: das Beſte if ſchon wg genommen, 

‚ver- -Tiep, uͤber reiftf. — 

rof - riep, fruͤbreif. it. voreilig,, | unbebachtfam. | 
Frou ⸗ riep weſen: voreilig, unbedachtſam han⸗ 
deln, „es ſey in Worten oden Werken. He was 
to frousriep: er war, zu voreilig, Fonnte Die 
rechte Zeit nicht abwarten, gab fich zu früh. bloß. 

food -.riep, nothreif. Man fagt es von Früchten, 


Die durch einen verhinderten Wachsehum, vor den 


Zeit, gleichfam reif werden. 3.8. Bohnen oder 
Erbſen find noodsriep, wenn fie wegen gar zu 
‚ geofler Duͤrre, oder durch einen andern Zufall, 
trocken werden, ehe fie recht reif ſind. Aepfel 
- und Bienen find nood⸗ riep, wenn fie Durch eis . 
nen Wurm, oder ander Inſekt, angefreffen find, 
und dadurch das Anfeben der Reife gewinnen, 
tipe, und Ripigkeit, die Reife, das Reifen. 
ipen, Tpripen, reifen, reif werben. Idt ripet 
"bi duͤſſen Meder niks 10: die Früchte wollen. 
bey dieſet Witterung nicht zur Reife gedeien. 
| | Ji 2 nn —8 


“ Rirs-raps. ©. unter Rar. 


- s06 | J RIS. 


Riraaen.. ©. Ried- -pagen, unter Paar. 


Rıes, 1.) der Reis. Won oryza. .·. r 

2.) das Reis, ſurculus. A. s. Bis, Din 
und Schw. Rys. Ait⸗Engl. Riſe. Im Han 

ndveriſchen Riſpe. Es kommt von dem folgen: 

den riſen, ſteigen, aufſchieſſen, tote das Lat. fur- 
culus von ſurgere Plur. de Riſer, die Reiſer, 

2 das Reiſig. Barken⸗ries, Birkenreiſer. Beſ⸗ 
u fens ries, Reifer, woraus Beſen gemacht wer: 
u den, oder Reifer aus einen Beſen. 

R Ries-beffen, ein Befen von Birfenreifen. R 

Rifen , pfropfen, impfen , das Pfeopfreis einfeßen, 

Denn Ried nennen wie im befonbern Sinn das 

J Pfropfreis. 

Rısen. Dieß Zeitwort zeiget eine jede Bewegung 
nach allen Seiten, auf und nieder, an. A. ©. 
nryſon, bewegen. Die beſondern bey uns ühli 

"chen Bedeutungen find: 1.) fleigen, aufftehen, 
- fi erheben. R. Cod. Arg. urreifan %. ©, 
rifan, ariſan. €, rife, arife. Isl. riſa, up 

ryfa. Schw. up reefa. Din. reyſe. H. 
. ryfen, op ryfen. Alt fraͤnk. reiſon. Ital. riz- 
zare. Sieber gehöre das Goth. in Cod. Arg. 

. raisjan, aufrichten: auf den alten Runen raifa. . 
De Summe rifet: die Sonne komme höher. 
De rifende Sume: die fich erhebende Sonne: 
die Morgen: oder Wormittagszeie De Ware 

riſet, oder is in't riſen: die Waare fchläge auf, 

wird theurer. Won einem weichen Grunde, wo 
die ie Diebe hinein finten, fagt man: de Peerde 
Font 





Rıs 5 . B 803 


cu 


Ent nig darin cms dil Pferde konnen fü ch nicht 


‚heraus heben, bleiben darin ſtecken. Von dieſet 


Bedeutung ſtammet ber. Reſe, Riſe, Riefe, gi- __ 


‚gas; und obiges Ries, das Reis. 


a) falten, finfen. Cod. Arg. driuſan. us | 


hreoſan. H. ryſen, af ryſen, beym Kilian. Schw. 


\ reefa neder. - Im alten ſchwaͤbiſchen und ſchwei⸗ 


| jerifchen Dialeft rifan, zerifan, reyfen, ab 
; zeyfen. Daher das Hochdeutſche riſeln, tro⸗ 


J pfenweiſe herab fallen. Dieſe, der erſten gerade 


entgegen ſtehende, Bedeutung hat mehr als einen u i 


Sprachforfcher, wenn er Spuren davon fand, ir⸗ 
te gemacht, . da fie doch in fo vielen Dialeften auf 
behalten if. Woor wat is, daar rifet wat: 
oder, woor niks is, daar rifet nig: heise dem: 
nach fo viel, «is: wo Weberfluß ift, da achtet 


. man einigen Berluft nicht: - und, wo nichts if, 
da gehet auch nichts verloren, eigentlich, da faͤllt 


| nichts zur. Erde. Welches Spruͤchwort wir ſonſt 


in Bremen auszudruͤcken pflegen: Woor niks 


18, daar ſpillet niks. Herr Richey erklaͤret es 
unrecht, durch: wer Mittel hat, der thut ſi ſich 
gern damit hervor; und fehlet alſo, da er dem 


Herrn von Leibnitz, der dieß Wort recht erklaͤrt 
© bat, einen Fehler aufbuͤrdet. Auch noch in A⸗ 


beck wird riſen fuͤr ſinken gebraucht, wenn daſelbſt 


bey Hegung eines Echt s dings. ein Prokurator | 


ſſagt: Nachdem die Sonne ſteiget und nicht 
riſet (d. i. da die Sonne noch nicht im Sinken, 


aoder da es noch nicht über Mittag iſt), als iſt es 


ſo fern an a ihr möget halten und 


vr. II 


‚!ı 
BEN 


302 Ris. tn 
hegen ein Ding, einen jeden Menſchen zu ſei⸗ 
nen Rechte: : &. Hrn. Dreyers Samml. vers 
miſchter Abhandl. rer Th. S. Js uf 

3.) Rifen, up riſen, «usauillen, fehwellen, ſich 

| ausdehnen und vergroͤſſern, wie ein gaͤhrender 
Teig, oder Gruͤtze und andere trockene Sachen, die 

im Waſſer ausquillen. E. riſe 9 op'ryfen. 
56 ſich fort bewegen fort laufen/ los gehen ‚fie | 
on fen. Wachter unter Reifen vergleicht die Gr, 
juuoæ, Pens, Peuvaic, WAS da flieffet, ein Fluß: 

A. ©. Rith, Ryth, ein Bach: Fr. ruilfeau: 

und das Hebr M (rut2): Celt. rhedeg: Gr. 

eoduw, laufen. Wir fagen auch ruſken, rut 
fen, fort riefen, weg gleiten. €. rufb, law 

fen, rennen. 6% S. Rafe, der lauf: Set, 
Ras. Das deuiſche reifen, proficifci, gehöre 

gleichfalls hieher. ' Beym-Kiltan iſt rylen fo 

viel, als piffen, gleichſam, flieſſen laſſen. Dat 
will nig riſen: das will ſich nicht los geben. 

De Pann⸗ koken riſet nig good: der Eierku— 
J chen ſitzt an der Pfanne feſt, will ſich nicht los 
ſchuͤtteln laſſen. Laat dat Tau riſen: laß das 
Seil nachſchieſſen, oder fort laufen. 

Bo rifen, zu wachſen, zu kommen, angehoͤrig ſeyn. 
Es iſt, nebſt den beyden folgenden, veraltet. Her⸗ 
zogth. Brem. und Verd. se Samml. ©. 377. 
Unde we deme vorſereven Gude anryſen mag 
in Weide, Heide, Wiſche, Watere, Broͤ⸗ 

fe, More unde Holtmarke, unde mit aller 

Be ſchlachte Nuth u unde kobe horinge ꝛc. und abs 
les, 


lics, was dem m vorbeſchricbenen Sure an Weide, . 


Heide, Wiefen, Waffer , Brüchen, Moorland 


und; Holzmarken, mit allen. Nugungen und, Perti:. 


nentien, zufteben mag. ... 
Berifen, eben baffelbe, Eben daſ. ©. 379. Mit al 


ler ſchlachte Muͤth unde Tobehöringe, datder : 
me halben Stuͤcke Landes beryſen mac) ıc. 
J mit allen Nutzungen, und Zubehör, welches dem 
halben Stuͤcke Landes zuſtehen mag. Som 


S. 381 und 383. 


Her riſen, erwachſen, ensfichen, berrůhren. Oſtfrieſ. 
Deich⸗ und. Syhl⸗-Recht, 4te Kap. $. 2. Die 


Deichgraͤfen heißt es daſelbſt, ſollen die Macht 


N 


Haben, auf dem Deiche zu gebieten,. die Ungehor: 


2 famen ya firafen, und alle Schelinge der Dy⸗ 


Rıs, W ses = 


cken uth thorichten und tho- vordragen, de van | 


rs der Diyden wegen her rufen muchten : alle 


: Streitigkeiten , welche der Deiche wiegen entſtehen 


moͤgten, zu /entſcheiden und zu vergleichen. 


Bei. 2). lang gewachſen, ſchlank. Beym Strodt⸗ u 


: mann reſig: H. ıyzig, reſig. Won sifen in 


der ıften Bedeutung. Een reifigen Zunge: = 


neh aufgeſchoſſener, fchlanfer Zunge. .. 


2.) flieffend, Iofe, folutus. :. Es wird nur in der 
Redensart gebraucht: Een veifigen Lief: offner 
Leib, alvus foluta. . Bon rifen in der 4ten Ber 


deutung. Kilian, reyligh, pervius: reyfighe 
‚ende opene weghen, viæ apertac et faciles. . 


Risk, adj. und adv. 1.) aufgerichtet, gerade, Gleich ⸗ 


falls von riſen in der iſten Bedeutung. "Een | 


neh Minsk; . ein ‚gerader Menſch. Een risken 


Ji 4 = Boom 


r 


504 I u „Rıs 


Boom: ein gerade gewachſener Sam. er 
moot mi ing rise mafen, fagt man, wenn man 
muͤde vom fißen. iR: ich muß einmahl aufſtehen. 
Dat Ding geit:nig risk: die. Sache gehet ſchief, 
nimmt keinen guten Lauf. De Weg geit rief 
to: der Weg läuft ganz gerade. Sta risk: 
fiehe gerade. Risk doͤr den Boom gaan: ge 
“ zade durch geben, niemand ſcheuen, ein gules Ge 
wiſſen haben. . Es wird- Bier auf einen Sperr 
baum gefinnfpielet, den man ſich durch rechtmaͤß⸗ 
ſige Mittel öffnet; da hingegen einer, der ſich 
ducrchſchleichen, oder kein Schließgeld: geben will, 
ſich durchſchleichen und unten durch kriechen muß. 
Ik hebhe't em risk vor ten Koppe ſegt: ich 
Babe es. ibm freiniuthig heraus: geſagt. Rist 
“ ut den Ogen fen: gerade Blicke werfen. it, 
feine Augen aufſchlagen Dürfen. ‚Holt den Kopp 
risk: den Kopf in die Höhe, 

2.) hurtig, geſchwind. Loop vis: lauf hurtig. 
Was gerade zu gehet, das gehet auch geſchwinder, 
als durch Kruͤmmungen. S. oben in RASX. 

Reverisk iſt oben beſonders angefuͤhrt. 
RIispEMN, eriſpen, tadeln, einen Verweis geben, 
2 mit Worten beſtraſen. So auch ins Hollandi⸗ 
fen. - Gloff. Lipf. reſpias, arguas. Verel. 
. In Ind. reffa. Motf. reffen, -inreffan. Se 
ro reffi, increpa. In einer alten Ueberfegung, 
welche Schifter unter dem. XBorte Refpias ‚anfüßs 
ret, heißt es Pf. VI, 2. bereſpe mih nit in dy⸗ 
. me Born: ſtrafe mich wicht in deinem Zorır. 
Wir brauchen es in Bremen gäufig. He ir 


— 


ax 


De 





Rır Eee 1 1.55 
r an Ki But: er fepen ſch füch an 
erweiſe. on 
IESPOT. "Ge wird eine Betenmung in der Weſer, 
etwa eine Meile unter Breimen, , genannt, wo der 
Strom ſtark auf den Deich ſtößt. Ohne Zweifel 
vom Fr. Rifpofte, ein Gegenſtoß. Ein franzͤ 
ſiſcher Schiffer mag ehemahls dieſem Otte den RE 
Namen gegeben haben. " u 
ISSE, Rifte, fo viel Flache ober" Hauf, Pr man 
anf einmahl durch die Hechel reifen: eine Reifte 
Flachs, manipulus lini pexi. H. Rift. Alſo 
kunnte man es von riken, — reifen, ‚herleiten. 
- „Dder vom A. S. wraeftan, E. wreft,‘ ‚wreath‘, 
“ whrite, drehen. Denn eine Riſſe oder Kifte J 
iſt eigentlich eine gedrehete Strehne Flachs, deren 
3 oder 4 einen ſo genannten Knokken ausmachen. 
Sprw. Het de Moder enen Knokken Flaß, 
fe gift der Dogter enen Riſſen af: die Toͤchter 
nehmen leicht die boͤſen Eigenſchaften ihrer Muͤtter 
an. De Staat hangt er uut dem Eerſe, as 
een Riffen Flaß: iſt die wunderliche Beſchrei⸗ 
bung einer Fenuensperfon', welche uͤber ihren 
Stand, “mit. ‚einem. kablen Clewervut Staat 5 
IET, 8. Rrvn. Dre en 
ITEN, 1.) reiſſen, ziehen, rapere trahere. A. 
S. hreddan: Oe, Maren, dpa), rapere. 
Imperf. if reet, ih riß. : Reten, ‚geriffenn Re. 
ten heiße auch, - wie im Hochdeutſchen/ reiſſen, 
Riſſe machen mit der Geber oder einem andern Su = 
frument, Daper das €, write, freien: . 


sis. . Se. 


J— 
506 Rır.- \ 


S. writan:. Jel. rita. Riten Taten: die 
Pferde antreiben, vor dem Wagen; hurtig zuge || 
ben faffen. it. darauf ‚gehen laſſen, Tucker leben. | 
Lat'n riten! nueimmer darauf los! In't La⸗ 
fen riten: viel Geld koſten, ſchwere Unkoſten 
verurſachen. De rit daar henm: er laßt viel 
darauf gehen. 

3.) Ritzen bekommen, 66 ſpalten, berſten findi, 
rumpi. Gr. once, ſamgere: : Im YWendi 
ſchen ober. Sorbiſchen rim. Dat Bred rit: 

„das Brett bekommt Nifſe oder Ritzen. Dat 
Bred is reten: das Brett hat Ritzen bekommer. 

Dee. .Eerde rit: das Erdreich berſtet per Hitze. 

Af riten, 1.) abreiſſen, mft Gewalt abziehen. 
22) im Gebrauch zerreiſſen, abnuhen, verſchleiſſen. 
He rit veel Kleeder af: er nuthzet viele Kleider ab. 
Anriten, ia Streit. und Zank gerachen. Wir fagen 
auch tohope, oder tofagnen riten. Mit. enem 
anriten, eder tohope riten: in Uneinigkeit, in 
Wortwechſel mit jemand gerathen. Richey erin⸗ 
nert recht, daß es eigentlich auriden beiffen, muͤſe. 
Toriten. zerreiſſen. Mit dem Aceent auf xi. Iſt er 
abtr auf to, ſo heißt es, ſortfabren zu reiſſen. it. 
feſt zu ziehen. In toriten, zerreiſſen, iſt to um 
abſonderlich. He lopt darmit, as Dierk Blo⸗ 
me mit dem toreten Catechiſmus: ſagt man 
von jemand, der allenthalben herumlaͤuft, und eine 
gemeine und elende Sache, als etwas Sonderliches, 
zursSchau traͤgt. Wer dieſer Dierk Blome geweſen 
iiſt, das wiſſen wir sicht. Vermuthlich ein „ver 
ehem, Ruf‘ won. m Tolhauſ. 
| Up 





Klet- -up, einer, ber feine Kleider nicht ſchenet, der vie⸗ J 


— 


, Ritern, adj. der viel aufreiſſet, feine keiber ms Ä 


4 
A 


Up riten, eben wie Pr riten in der aten Shut R. 


le Kleider zerteißt. R.. 
Verriten, zerreiſſen, verſchleiſſen. 


Kiet un Spliet, daſſelbe mit Riet-up. F R: & find eigen. u 


die Impefativi von titen, reiffen, und fpliten, ſpal⸗ 


en, fplittern. De Junge is een rechten Niet 
un Spliet: ‚der Junge zerreißt und vernachläß 
ſiget ſo viele Kleider, Daß man kaum Dagegen an 
ſchaffen kann. Es klingt in der Aueſprache/ als 


> ‚wenn es Ritenſpliet hieſſe. 


Bete (2); 1I.). Ritze, Ki Br. ie. R. Wir inf 
ven auch Krete. 


2.) ein kleiner Fluß, beſenders ein folder, we die 
Glut ins Land hinein dringe: weil bas Lan gleich: 


ſam dadurch von einander geriſſen und“ geſpaltet 

iſt. ©. von Stade Erlaͤut.der bibl. Wörter, 
8,905. Vergl. oben bas Wort Rınz, Riet. _ 
Reten (5), zerriſſen, was Riſſe oder Ritzen betomnen 


bat. Es it das Mittelwort von riten. 
Reterig, voller Rigen und Spatteh, imofus. R. 


chen nicht ſchonet. In Hamburg, Rs. 
Rırter,.Reter, und: 


Rırz, Schlaͤgerey, Streit/ Zant. © oben. unter . 


Rıpes;.teiten, 


Rıvaren, Muthwillen treiben, mit - nächtliche 
Schmauſen, Schwärmen, Schlägereyen ꝛc. E. 


revel. Man vergl. das E. Ribauid: Fr. Ri- 
baud, sin luͤderlicher Menſch: sl. Ribbalder; 


ein Beute aueguleſenat Menſchen u. a. m. S. 


-R ABU 5 


- Rır Rıv. nn sm. 


| rn 
508 a Rıv | 


—E und Risa;: imgl. Repeni in bee 
sten. Bedeut. unter ReEr: °? .: 
Rıve, 1.) reichlich, uͤberfluͤſſtg, Häufig, % ©. Ry- Ä 
feee, E. rife, Hıyff, ryve, uͤberfluͤſſig, abun- 
‚ dans, largus. Rive geveitt.. reichlich geben, 
Rive up geven:- reichlich, überfiüffig auftifchen: 
ein Gaſtmahl geben, wobey ‚nichts; mangelt. it, 
eine Sache, bie man erzäblet, oder berichtet, - ver: 
g8groͤſſern: die Wahrheit uͤberſchreiten: verbis ex- 
aggerare. Dat het he to rise up geven: das 
hat er zu milde berichtet. Is dat Geld bi di ſo 
rive? haft du das Geld fo überfluͤſſig? Ti 
daar ſo rive nig: der Ueberfluß iſt daſelbſt fe 
groß nicht. Davon M rifeln in der ten Behen 
F tung. 
3) feeigebig,, , oeeſhwenderſth. He ie. to rive: 
—er wendet zu viel auf. Rive Huus holden: 
zu viel in der Haushaltung, aufgehen laſſen. Ene 
tive Duusheldung: ; ‚eine e verfäroenberfie Hauk 
— baltung. 

- Beriven; und: — 
Geriven, ben, , verſorgen mit etwas zukommen 
laſſen? einem: worin ejne Gefaͤlligkeit erzeigen, be | 

buͤlflich ſeyn. R. Ik kan'r di ligt mit geri⸗ 
ven: ich kann es dir leicht zukommien laſſen: ih 

. ann die leicht den. Gefallen erzeigen. " Man fan 

- „gig alle Lüde beriven: man kann nicht. jeberman 

.an die Hand gehen, oder aus. der Noth helfen. 

er 8. auch im Buchſt. G. unter GERIER. 
Berief, Gerief (welches letztere üblicher iſt), Ge 
‚brauch, Behuf, Mugen, Gemaͤchlichkeit, eine 
X 


J nuͤtz⸗ 





— J | Ks 
Rıw, Rock, Zn. 59 


i in mögtiche und brauchbare: Sache. R Sien Ge⸗ | 


rief hebben: fo viel haben, als einer brauch. 


To finem Gerief hebben: : u ſeinem Dienfte ha: 
ben. Dat Ding is mi een recht Gerief: das 


Ding gewaͤhret mir eine groffe Beauemlichteit, iſt 
mir ſehr nuͤtzlich. 


Berifik, Gerieflik,, nußber, brauchbar, was Be u 


quemlichkeit und Gemächlichkeit verfchaffer. R. 
. Rıvan, .1.J reiben, zerreiben, fricare, terere. 


- 


Wir ſagen in. dieſer Bedeutung auch wriven: 


eben ſo, wie die Holländer ryven und wryven. 


E. rub. Alt fraͤnk. ripen. Fr. raper. Gr. 


u Hebr. m (zuph). Dan vergl, oben | 


IFELN. 
2.) teiben, zerreiben auf einem Reibeifen, radere. 
| Schw. ryfa, ryfwa; jeeren, rereiſen. | 
‚ Rive,-Reibeifen, radula. ne 


. Rıxz, ein Frauensname. In alt Urtunden finder | 


man Rixenda. : e 


Rochsın, vor Zeiten, eine Arc Ueberebae mit en⸗ - 


5 gen Aermeln, eine Kleidung der Geifllihen, ein 


Chor: Rod. Beym Kilian Rockeling, Rocke- . 


Yin; der es erkläre durch Koorr kleed, Over- 


- rock: -amiculum linteum, amictus lineus, _ 
uyyothicos, tünicella: Apud Ecclef. 'vulgo 


rochetum. E. und’Ft. Rochet. . Ital. Ro- 
chetto. : Span, Roquetto. In inigen ab 


‚ten nieberfächfifchen helfen beißt es auch Ras 
chelen md Ruchelen. Es ift ein’ Verfleine 

rungswort von Mo, tunica: At fraͤnk. 
Roch: A. & Rocc: Lat. barb. Roccus, Ro- 


_ gas, 


.) 


sı0 Rocu. Ron. 


J chus: Seh den neuern &iechen -pouxoc! Celt. 
: Rhuchen. Und. im] Siavonifchen heißt Rau- 
cho und Ruuh ein Kleid. S. Caſſels Bremen- 

ſia T. I. p. 67. Das Wort kommt vor beym 
‚Nenner unter dem J. 1502. wo er den Einzug 
des Kardinals Raimund in die Stabt "Bremen be 
fipreibe : Thom erſten gingen darvor her de 
Amte mit Torbitzen (die Aemter mit Faden) 
amd brennenden Lichteren: dar folgeden de | 
Scchoelers uth den 3 Scholen mit Rochelen: 
darnegft de Pauler ſchwarten und groumen 
Moͤnneke ꝛꝛẽ·.. | 
E Rochen, forgen, achten, Acht geben, ſich woran 
| fehren, curare. A. ©. recan. Im alten fraͤn⸗ 
kiſchen und ſchwaͤbiſchen Dialekt ruochen, ru2 
‘chen, ruchen. .. Andere abgeleitete und. hieher 
gehörige Woͤrter ſ. unter RökzLo os. Rein. 
be Pos 1 B. 33 Hop, | 
He beghunde vort in deme Boke to leſen 
Over —* de des weywch rochte. 
Idy halp fo vele, alfe yd mochte. 
de fing alſobald an, aus dem Buche uͤber 
Reinken zu leſen (oder den Segen uͤber ihn aus 
dem Buche zu leſen), der ſich aber wenig daran 
kehrte. Es half: fo viel, als.es konnte. ( Half 
es nicht, fo that es auch Beinen Schaden. ) 

Ro on, roth. .Cambro „Brit. rhudd. %. S. read. 

E. read. und: red. Alt Frieſ. raed. . Alam. 

| ruod, rod, rot. Dän. rod. H. rood. Lat. 
rutilus. Rode Hare: rothe Haare. Een ro⸗ 
den Voß: einer, der rotht Haare hat. He 
ward'r 





Ron 511 


watdr kine rode Ogen um wenen: er wird 


uͤber den Verluſt nicht ſehr weinen: es wird ihm 


"nicht ſchmerzlich abgehen. Robe Leerken: bluͤ⸗ 


hende Wangen. 


od-ogen, Rothaugen. | Eine belannte Art giſche mit 


einem rothen Ring um die Augen. 


ooD, Rode, 1.) Ruthe, Zweig, Schöfling, | 


- eine lange und ſchwauke Stange E. Rod. 9. 


Roede. Man vergleiche das. tat. rudis, und. 
das Gr, bufddogs Graee, barb. Jaudas , baculus, - 


. sirga. Aus diefee Bedeutung find Meßruche, . 


Angelruthe m. a. Beſonders heiſſen Roden die 
langen Stangen, an meichen man das Dach über 


- einen Heu: ober Rornſchober hoͤber oder niedriger 


ſtellen kann. R. 


=) eine Zuchtruthe, ferula, virga caltigatoria. | 


In diefer Bedeutung ſagt man auch Moe, und 
in der mehrern Zahl Nie: Enem de Roͤe ins 
fchiffen, wird gemeiniglich. von Oberfeiten und 
Eriminal: Richtern gefagt, wenn fie einem Chebres 
cher die Henkersruthe ins Haus ſchicken, zum Zei: 
hen, daß er den Pranger. werdienet habe, wovon 
er ſich aber durch eine Geldftrafe los kaufen kann; 
welches den Kaak loͤſen heißt. Enen mit der 
langen Rood ſtrafen, oder l laen: einen nicht 
unmittelbar ‚nach der That, wie er es verdienet, . 
ſtrafen, fondern. in Anſehung des Verbrechers eis 


“ne folche Verfügung machen, daß er erft nach eis 


iger Zeit, und ned) lange hernach, Die nachthei⸗ 
tigen Folgen empfindet: -z. B. wenn man einen, 


| der une beibiget und aurrben. abend. gl. He 


— biode 


2 Raop. 


bindet ſik ene Rood to finen egen Steerd: 
gibt ſich Muͤhe in einer Sache, die zu feinem * 
nen Nachtheil ausſchlagen wird: er arbeitet an 
ſeinem eigenen Ungluͤck. 
3.) eine Meßruthe von 10 Fuß, bey den geldmeß 
fern; oder von 12 Fuß bey den Werkleuten. 
4) eine Radſchiene, der eiferne Beſchlag um die 
| Wagenraͤder. Man ſpricht gemeiniglich Roe | 
und Roon. 
.) der dritte Magen eines Rindeiches , der fe: 
>  Nindermagen, omafum. Auch bier fagt der ge 
meine Mann Moon. H. Roode.. Ä 
Angel- rode, Angelruthe, virga piſcatoria. 8* Ang 
J ling-rod. H. Hengel-roede. : - : 
| ‚Hengel- rode ift in unfern Statuten eine jede groſt 
EGtange, oder langer Baum, der als ein Schwer 
gel hängt: z. B. der hangende Querbaum an er 
ner Wuppe oder andern Maſchine, ein Brum 
nenſchwengel u. d. g. Stat. 86. Velle cin 
Hengelrode, offte Holt, offte ein Schipp, 
dat upgerichtet were, offt ein Hues, offte 
wat idt were, unbe ſchude dar Schade 


af, unde were idt vore van deme Rabe | 


nicht beſchuldiget, des idt were, de bleff ane 
Schaden: ſiele eine: Schwengelruthe, ober 
Hol, oder ein aufgerichtetes Schiff, ober ein 
Haus, oder was es ſeyn möchte, daß dadurch 
Schade geſchaͤhe, ohne daß der Rat vorher we B- 
ggen der Untauglichfeit und Gefahr Erinnerung ge 
thau, ſo bleibt der, Dem es gehoͤret, ohne She | 
den und Verantwortung. In einigen Sanbpscit | 
ten wen — v msn,  \ +Kaak- 





Ro 00.0 5130 


‚aak-rood, Henkersruthe ‚ womit die Mifethater am 

Pranger ausgeſtrichen werden. Kaal iſt der 
*Pranger. 

Yann- rode, die abgemeffene und einem: ‚jeden Einwohe | 
ner in einer Dorffchaft zugemeffene Portion,: oder _ 
Slag, in den Deichen und Sieltiefen. Sonſt 
Huus⸗ æmate. ©. unter MErEN. meſſen. — 

swank - rode, Schwengelruthe , Brunnenſchwengel- | 

tolleno. | | 

TODDEREN, Bucchmühlen. Haut ©. Ranan, 
ausrotten. | 

Xöpe, Röe (o), wie ſprechen es auch Röe (m), 
oder Rähe, aus: ein groſſer Hund. Es iftim 
Chur⸗ Braunſchweigiſchen und in Weſtphalen ſon⸗ 

derlich gebräuchlich, . In Meiſſen Redde. In an⸗ 


dern Dialekten Rode, Rüde, :Raude. & 


Friſch unter. Rüde. Beym Kilian Rode, Reis 

de, cauis mas. A. S. Hryththa, Riththa, 

Welches Somnerus herfeitet von rethe, wild, 
grimmig, ferox. Im Sachfen: Spiegel if Scap⸗ 

rode, ein Schaͤferhund. u 
Schind-röe, ein Schindhund, -ein groffer Hund, ve 
auf den Schindanger nach-tuder gehet, oder mit. _ 

. Inder gefüttert wird. ' 

OD DER, Roer, Ruder, Steuerruder. Eelt. bene 

Boxhorn. Rhodl, Rhedol. %, S. Rhoter! €, 

.. Rudder. H. Roeder, Roer. Gloſſ. Pez. Ruo- 
der. Daher beißt auch im A. S. Rother, ein 
Schiffer, Bootsmann: Rethra, Roedra, ein 

: Muderfneche, Bit Roer fitten: am. Steunerru⸗ 

der f ion, das Schiff vegieren, | nd 

I Kk— Bodsoxo 


— — 


514 Ron». Ror: Rose. 
Rodern, rudern. uUeblicher iſt rojen. S. unten. 
‚Roder-gat, Roer-gat, die Defnung, oder das koch 
+ hinten im Schiffe, worin das Steuerruder geSet. 
"Roor, für oder, mürbe, nicht zuſammen Bängend;; 
0 HE in unſerer Nachbarſchaft gebräuchlich, | 
Roor; Raub. S. unter Roven. 
 Roor, die Bedeckung, oder Bogendeke, über den 
Hintertheil eines groſſen Schiffes: oder vielmeft 
. ber Raum unter Diefer Bogendecke, puppis con- 
cameratio. 5. Roef. Urſpruͤnglich bedeute 
| dieß Wort eine jebe Bedeckung, oder Dad. A. 
...& Hrof: €. Roof: H. Roef, ein Dad. SE 
Tan erfläret das Hollaͤndiſche durch contignatio, 
- - laquear, camera, teftudo, culmen, tectum. 
. Daher bedeutet das Koll. Roof, oder wie es Ki 
lian auch fchreiber, Roef, Roefken, eine ‘Bor 
te, Rinde, das Harſche über eine Wunde. (weil 
88 diefelbe bedecket), ber Grind/ cruſta, efcha- 
ra. ©Rave 
Rörreı (on), Rüffel, eine Spade zum Ausreuten 
der Baumwurzeln. Es iſt eine ſtarke, hoͤlzerne, 
vorne mit Eiſen beſchlagene und verfläßlte Spaik 
ld. Ditm. Ruͤffel. 
Rögen (ee), 1.) antüßten. ı Kruud rdge mi nig: 
ein gewiſſes Kraut, deſſen Samenhaͤuslein bey-de 
Beruͤhrung aufſpringen, und den Samen umher 
ſtreuen. it. ein Menſch, der leicht in Bewegung 
und Zorn geraͤth: noli me tangere. R. Rüge | 
em ind an: ruͤhre ihn einmahl an; oder als eine 
Drohung: unterſtehe dich inmehi ihn anzuruͤh⸗ 
‚ten, 
| =) regen, 


| Rp@ Br Tue 
FOR 1 
2). regen, ; bewegen, rege mechen, im Bewegung 
ſetzen, in Wallung bringen. R. He kan ſik 
nig roͤgen nog boͤgen: er kaun ſich nicht augen 
noch bewegen, ex iſt ſteif amd. lahm. Gen vuuf 
Neeſt rögen: f Newar. De emröget, de. 
röget een vuul Neeft: wer ihm zur nahe tritt, 
der lauſft äßel an. Je meer man den Drek roͤ⸗ 
get, je meer ftinfet'he: man laſſe ſich im Wore 
wechſel nicht zu weit ein mit pöbelhaften und zank⸗ 
5 füchtigen feuten, wovon man feine Ehre Bat. it. . 
Wenn man eine Klärfcherey zu ſcharf nachfraget, 

- fo bringer man ſich noch mehr ins Gerede der few 
te. NE mag minig rögen: ich habe Die Luſt 
nicht mich zu regen. Ik will di rögen: ich will 
‚die Beine machen, die Faulbeit vertreiben. af un 

zogen, daxon jagen. Heraf roͤgen, berab jr 
= gm. Henunder roͤgen, hinunter jagen: Up 
roͤgen, auf jagen. Henup roͤgen, hinnuf jas 
gen. Und ſo in mehr dergleichen Redensarten. 
Dat Eten roͤget: die Speiſe bringt die Saͤfte 
des Koͤrpers in Wallung, erreget Fluͤſſe und 
Krankheiten. Ene roͤgende Koft: eine tegende | 
Speife: in Harburg, roͤgſame Koft 
Anrögen, anregen, anruͤhren. i 
Auröger, der Anflifter, Urheber eines Handeis, , Auß = 
ruͤhrer. Schene und Meinsberg: A. 835. quam 
Eppo ein Ertzebiſchop Remenſis uth Frank⸗ 
rick, van den Ertzebiſchoppomme vorjaget 
dorch Ludewicum pium, darumme dat he der 
Anrogers en was, de dat Upror makede, dat 
Lotarius ." Se: g Reife Ladewich find. 
Berta. 


510 


B Rog. ‚Ro 


 Berögen. ei berögen, ſich bewegen. Beroͤgd, 


der ſich ruͤhren und regen kanm KR. Hier hoͤret 
man es nicht. 


Böcen (on), Rogen, Fiſchrogen, ova piſeium. 


Verel. in Ind. Rhogn. 


E Roca. 3.) Noden. : ‚Alt Britan. Ruyg. fecale: 


a S. Ryge: & Rye: Schw. Rogh. Theot. 


"Roggo. Bey den alten Galliern arinca. _ Die 


‚Holländer reden, wie wir. Wend. Roh, Roch, 


'& 


. : and das Verkleinerungswort Rozka, Roſchka, 


Korn, Kornchen. Idt is em like veel, mat de 


RWMogge geld: er bekammert ſich nicht über ſchlech 
te Zeiten: er iſt Hans ohne Sorgen. Wenn 
. eltern ihren Sohn, der in der. Fremde, ober by 


einen Herrn gehet, die nüßliche Lebensregel geben 


- wollen, daß er ſich in feiner Jugend, bey, allen 


Widerwaͤrtigkeiten, gedultig und leidend verhalten 


£ můſſe, wenn er · wolle zu Ehren kommen, fo pfle 
gen fie zu fagen: du mooſt liden, oder uuthol⸗ 


den as de Winter⸗rogge. 


.) Rogge, Schoͤn⸗ rogge, eine Art Brodt. ©. 
im Buchſt. s. 
Brand; rogge, Reden, der im. ausgebrannien Moor 


waͤchſt. 


Korr rudern. A s. rowan. E. row. Mt 


Seh. roa, jetzt roo. H. roeyen: beym Kilian 


auch roeden. Es. Scheint alſo nur. durch eine ges 
Uiindere Ausſprache daſſelbe zu ſeyn mit rodern: 

odgleich es auch mit roͤgen, bewegen, ſehr wohl 
AUVbberein kommt. Und in Friſchs Woͤrterbuche fin; 


. det man n die veraiteten ‚mug: und .rgen fuͤr ru⸗ 


dern: 


Ron Kox. 317 


bein: id Riger, remex, gubernator, Ruͤ⸗ 
gunge, remigium. Im metaphoriſchen Sinn 
brauchen wir rojen für, im Gehen die Arme be 
wegen, als wenn man fort enderte: . imgleichen 
zu für, ſich tapfer halten bey der Löffelfpeife,, da. man 
gleichſam mie dem Loͤffel in der Schüffel vrudert. 
Daher die jcherzbafte Aufmunterung: de am ber 
ſten rojen fan , de ſchall Stärmannd Dog 
ter hebben: wer fich am beften. hält im Rudern, 
der foll des Steuermanns Tochter haben: hattet 
> ech wohl bey der Suppe, B*œ J 
22) mit einem Maaßſtab den Inhalt eines gaſſes, ur 


ober. einer Tonne, ausmeffen; R. Auchin die 


. fer‘. Bedeutung har das Wort den nefpränglis 


hen d verloren. S. das‘ folg. koje. Beym 


Kiilian roeden und roeyen. 
Koje, Roje-ftokk, ein Maaßſtab/ womit Zen Kuͤper 
den Inhalt ber Faͤſſer meſſen. Won Rode, Ru: 
the, Meßruthe. Die Helländer ſagen beydes 
Roede und Roeye, Ruthe: Roédſtokk, Maaß⸗ 
ſtab, decempeda. Roje heißt bey uns auch, 
der ausgemeſſene und berechnete Inhalt eines dar 
fes; | 
Röx Con), Geruch. S. unter Rüken, riechen, 
Roox, 1.) Rauch. R: A. ©, Ree. €; und Frief. 
Reek. Isl. Reykur. - Dän. Rog: H. Rook. 
Als verwandte Wörter find Roͤk, Geruch, und 
xruͤken, riechen, anzuſehen. Hier is. fin Büer 
2. Nog Rook: Hier ift die Kuͤche ſchlecht beſtellet. 
Mien Schorſteen tut allerlei Noof: -ich eſſe 
und trinke alles mit, De Rook tut agter em 
| Kt 3- We 


nn. 
. * 


518 Kon * 


upr er ir ein Windmacher Aufthueider, ‚ tügs 


ner. Een luͤtjen Moof bit emnig: eine Feine 


Widerwaͤrtigkeit fchlägt ihn nicht nieder: er läßt 
ſich durch gemeine Schwierigkeiten nicht abhalten. 
Daar is fien At ame Roof: nichts iſt fo vor 
weflich, Das nicht einige Unbequemlichkeit Bätte: 
nichts in der Welt ift ganz vollfommen. Woor 
. Boot is, daar is vof Vuͤer, fagt man, wenn 
man aus den Äufferlichen Zeichen auf das: Daſeyn 
einer Sache ſchlieſſet. 


2.) Feuerſtaͤtte, Haus, Wohnung, Haushaltung. 


Vuͤer un Rook holden: ſeine Haushaltung ein⸗ 
gerichtet haben. Egen Rook: eigener Heerd. 
Stat. Verd. Art. 12. Betagede he dat Erve, 
alſo dat he darin hedde Rock und Koſt — 
wuͤrde er Das Epbe beziehen, fo. daß er Rauch und 


Koſt darin haͤtte. — Stat. Diepholt. in 


ufeéndorf. Ohſ. jur: univ. T. J. app. p. 130. 

Ot ſo en ſchole wy edder unfe Erven in der 

Stad to Depholte nemende vordeghedinghen, 

de dar wonaftig ſy edder eyghenen Roek hebbe, 
keghen de Radman tho Depholte. 

Roken, rauchen. A. S. recan. E. reek. Frieſ. 

reehen. Isl. riuka. Daͤn. roge, ryge. Daar 

fan de Schorſteen nig van roken: das bringt 

wenig in die Küche: davon arm man feine Fami⸗ 

‚Be nicht ernäßren: und überbaupt,,. das bringt 


hhlechten Vortheil. Idt rofet: und, wo rooft 


idt! ober auch, feet, mo em de Kopp roket: 
i er x mache Kind, ben di w Undebiben. Dar 
J nn roo t 


sem 


— 


„ 


. "Box, u ‘ 519 


ne, wolt it im Huf: der Dann bat eine boͤſe 


Fran). J 
Verroken, verrauchen, durch Ausdunſtung Kraft und 
—Geruch verlieren, ‚evaporare, ut fumus eva⸗ 

neſcere. 


Röobern (os), cuchern, fumo ſiecare, und incende- 


re odores. Roͤkerd Fleesk: geraͤuchertes Fleiſch. 


| Berökern, den Rauch an etwas gehen laſſen, es fey 


nun Kuͤchenrauch oder wohlriechendes Rauchwerb. 


| 0 De Wand is beröferd: die Wand if gelo vom 


Rauch. | 
Uut rökern, 1) mit Hauch verjagen, z. B. die Muͤt⸗ 
ken aus einem Ziumer. 
2.) durchraͤuchern: mit. Rauchwerk einem Orte, 
ooder Sache, einen guten und gefunden Geruch ge⸗ 
ben. As: de Stuven uut roͤkern: de Kle⸗ 


der uut roͤkern u. d. 9. 


Rökerig, beraucht. it. raͤuchig, voller Rauch. Ene 
|  röferige Köfe: eine vom Rauch geſchwaͤrzte Kuͤ⸗ 


che: eine Küche voller Rauch. Und als ein ad- 
verh. Roͤkerig ſmekken: nach Rauch ſchmet⸗ | 


— ken. 
Röker-kruud, Rauchpufver, Rauchwerk, odoramen- 


J tum, fuffimentum. 


Rook - hoon,. ein Zinshußn, welches die Bauern der 
Oberkeit fuͤr den Heerd oder die Feuerſtaͤtte geben 
muͤſſen, welches aber in dieſen Gegenden zu Gelde 
geſetzet, und deshalben Rook⸗hoons⸗geld, eder,. 

— wie es die Bauern. gemeiniglich ausſprechen, Ro⸗ 

kums ⸗geld, Rauchpfenning, genannt wird. Sm 

Hollerlande wird von jeder Feuerſtaͤtte ıfgr. be 

4 Sy zablet. 


20 ‚Rom. 


zahlet. Die Urſache der Sinenmmg.i iR feicht 
einzuſehen. Ob aber der Brand⸗ haan im Chur⸗ 

Braunſchweigiſchen (ſiehe R.) daſſelbe bedeute, 
iſt uns ungewiß. Friſch unter Henne meine, 
daß der Brand-s haan- von. einem ausgereutetem 

Felde Coielleicht richtigen von einer abgebrannten 
und zu Ackerland gemachten Heibe)- beeblet wer⸗ 
| dee ©. Haltaus in Rauch-huhn. 

Rock - lok, Rauchloch, infonderheit-das Loch in der 
Feuermauer, vor dem Ofen. Frieſ. Reek-holl, 
Rauchloch ‚ Schornſtein. Auch nennen wir ſo 

einen Ort, we es rauchet. De Koͤke is een regt 

ook lokdie Küche iſt ſtets vol Rau 
‚Rook-fwaalke,. ©. unter SwAaaLke. 

Rook - vüer, Feuer, das noch raucht, wovon die Ref 

len noch nicht ganz durchgegluͤet ſind. 

Roox, und Röke (ss), ein Habe, Kolkrabe, corvus, 

Das X. S. Hroc: €, ‚Rook: und das Holk 
Roek, Roeck - vagel, bedeuten eine Art. Kroͤ 
hen, oder Heher: cornix. frugivora, fpermolo- 

Zus: das Alamau. Ruch, den blauen Hehe, 
welcher in einigen Gegenden Rak, bey uns Rafı 
ker, heiße Im Mein. de Vvos heiße Karof 

die Kraͤhe. Wir Teiten unfer Rook uud Roͤke 
am bequeniften her, von dem Geſchrey der grofſen 
Raben, welches mit dieſem Namen die groͤßte 
Aehnlichkeit hat. Dieß gilt auch von Rak, 
Rakker. Nichts iſt natuͤrlicher, als daß man 

die Thiere nach ihrer Stimme genannt. Daher 
boaben der Kufuf, und ben uns der Puwvagel, 
oder Wiedhopf u. a. m, ihren Namen, He ſtilt 


vr 


u 08 een Kost: ee ift ein — Mar merke 
Hier, daß auch das E. Rook einen loſen Schalk, 
Gaudieb, bedeute: und to rook, liſtig ſtehlen: 

rooked, betrogen, geſchneuzet. R. 
tok - winkel, ein ‚fladts bremiſches Dorf diefes Dia: 
mens, läßt ſich füglich vor Rook ableiten, weil 
es ſehr waldigt ift, und-alfo den Raben und Ka 
| Sen einen bequemen Aufenthalt gibt. - Die es von 
Rocken herleiten, als bedeutete es einen Winkel 
oder Ort, mo guter Rocken waͤchſt, die bedenken - 
nicht, Daß die Niederfachfen allezeit Roggen für 
Moden fagen. 


TÖKELOOS (os), adj. undadv. 1.) forgfos, unbefons = 


nen, nachläffig, unvorfichtig, unbedachtfam. Es 


iſt von rochen, ſorgen (f. oben an feinem Orte), 
A. ©. recan: im alten fränfifchen und fchwäbis. 


ſchen Dialekt, ruochen , ruachen : Ruache, 


Sorge, cura, res, cauffa: ruachalofe, ne- 


gligentes: Rnachalofi, negligentia. _ Die, 
Holländer fagen auch roekeloos: von Rock, | 
Sorge, roecken, rochten, ruckten, forgen, 
- überlegen: beym Kilian. Wir. nennen... B. 
denjenigen roͤkeloos, der auf eine gefäßrliche Ho⸗ 


ie Elettere, oder fich fonft unbefonnener Weife in 


Gefahr begibt. Möfelons fprefen: oder, roͤ⸗ 
keloos mit dem Munde weſen: unbefonnen 
unvorſichtig reden. Roͤfeloos mit dem Vuͤer 
weſen: unachtſam mis dem Feuer umgehen. Een 
roͤkeloſen Snak: ein unbedachtſames Geſchwaͤtz. 
Stat. 92. Spreke ein Man rokeloſen ein uns 
geraket (in andern Handſchriften ungetagen) 
Kk5 ar 


⁊ 


322 
Word vor deme Rade 


—1 


Rox. Roi. Rom. 
— redet jemand vor 
dem Kath unbedachtfamer Weife ein unanftändis 


ges Wort JJ In Osnabrůck ſagt man roͤck⸗ 
laus. 8. 





2.) ruchlos, vhrrucht, der ſih weder an Son noch 


Menfchen kehtet. 


"Rökelofen, ‚‘Verrökelofen, frgtos behandeln ver⸗ 





nachlaͤſſigen, Yerwahrlofen. Ji moͤtet dat nig 


verroͤkeloſen: ihr muͤſſet das nicht durch Unacht 
ſamkeit verloren gehen laſſen. Ord. 56. Wol 
de eme degenne Schuld geven, de idt geſat 
haadde, dat idt van ſinen Schulden vorrofelo 


ſet oder verloren ſey. 


ſet edder vorlaren ſy —— wollte derjenige, 
ber es (das Pferd) zu Pfande geſetzet, ihn be 
ſchuldigen, daß es durch feine Schuld verwahrle 
:Drd. 75. wird von 
gepfändeten Pferden oder anderm Vieh verordnet, 
Daß, wenn folche flerben ‚- ebe fie. dem Pfandneh⸗ 


mer gerichtlich zugefprochen wären (meldiget mer 
' ven), der Schade für den Eigenthümer ſey: idt 


eri fy alfo, dat he idt eme vorrofelofer hebbe: 


es waͤre denn, daß der andere es ihm vxerwehrleſt 


haͤtte. 


Moxken. S. Lesen. 
Rorer, Roolf. S. Rurr. - 
Roreo, Schaafgarbe, millefolium, Hamb⸗ Roͤhl⸗ 


fe R. Hanndv, Releke. Chytr. Relik. 


Room, 1.) Rupm. NH. Roem. Wachter. leitet es 


ab vom A. ©. hryman, rufen. GlofE Pez. 
Ruom, Geſchrey. Verel. in Ind. roma, ap-|i 


plandere Bett das s Hebr. gun: (zum), en 


hoben I 


« 


Rom — BE s.z 


boben werben. u i8 von ‚Room, fast man 
im zweibentigen Verſtande, für: er iſt ein ruhm⸗ 
raͤtiger Menſch, ein Pralhans. Dat is dines 
Rooms een groot Stuff: deſſen brauchſt du 
dich wahrlich nicht zu ruͤhmen. 
2.) Rahm, Sahne, flos lactis. R. €. Ream 
imd Cream. Fr. Creme. Womit das fatein. 
cremor überein kommt. Set. Riome. Holl. 
Room, Alt fränf, Ruum, : W 
R&omen (os), rübmen. Berömen, beruͤbmen. 
Beroom, Ruhm, eigner Ruhm, Pralerey. Man lie⸗ 
| ſet es in Henr. von Alkmars Anmerk. zum Rein, 
be Dos, ©. 63. der Wolfend. Ausgabe von . 
1711. Dat veerde, dat hir de lerer menet is 
beroem. Wente nicht alleyne was Reynke 


to freden in velen ſunden, men he mafede de = 


keden ſyner boßheit enger un vafter darmyt, 
dat he ſyk ſyner funde begunde to beromen. 


Romen, Af.romen, die Sahne von der Milch neh⸗⸗ 


men. R. Wir fagen auch flöten, af flöten. 
Romenise, Romanie, Rummenije, fpanifcher 
8Wein. Kilian, Romenye, vinum hiſpanien- 


ſe, vulgo romania. Jetzt hoͤret man es nich 
mehr. Stat. 66. De (forte Wyne) mach 


he upſtecken de Qwarten tho veer Swaren, une. 
de hoger nicht, uthgeſpralen Malmeſien unde 
Mummenie. 
Rönen, eine Art Weinglaͤſer, welche bauchig find, 
fcyphus amplior ‘et ventrofus. €, Rummer. 
Schw. Remmare, H. Roomer. Etwa von 
Ruum, Raum Ä m | 
| | Roos, 


* 


524 Rom 
Roox:' & Rooz. 


‚Ronse-Boom. © Reen- boom unter Ruxx. | 
Ronxen, 1.) rennen, laufen. Goth. in Cod. 
Arg. rinnan. Verel. in Ind. renna, rinna. 
A. S. zernan, yrnan (aber Rin; Ryne, de 
tauf, Renel, Rynel und: Rynol, ein täufer; fo 
wie ehemahls im Deurfchen Renner). E. run. 
H. rennen, rinnen, runnen. Otfr. rinan, 
kommen, herzu kommen. Daͤn. reride, laufen. 
He kam an ronnen: er kam im vollen Laufe au 
"Weg ronnen, weg laufen. nen aver rom 
nen: einen im laufen zu ‘Boden werfen, nieder 
rennen. Na ronnen, nach laufen. 
4.) rinnen, flieſſen. ‚Gr. ; Ps. Die Schweden 
ſagen rinna, rinnen, fo wie. renna-für- vennen 
Orctfr. rinnan. .Cod. Arg. au) finrian ? daher 
Rauns, Fluß, Runs Blothis, Blutfluß. Da 
Ber iernt man den eigentlichen Urfprung des nie 
derſaãchſiſchen Blood⸗ ⸗runne (ſ. unter BrLoop); 
und des hochdeutſchen Blutrunſt, und blutruͤn⸗ 
ſtig, kennen. Hieher gehoͤret Kien, ‚Rhein, 
‚Rhenus, Dat Blood ronnede em aver't Ge 
figt: das Blut ſtrich ihm übers Geſicht. De 
Trranen ronneden em aver be Baffen: bie 
Thraͤnen volften ibm über Die Wangen, Dat 
+ Water zonnet den Barg herunder: das Waß 
| fer fließe den Berg berunter. 
| Beronnen, betaufen, mit Laufen und Rennen ausrich⸗ 
v*b ten. 
Ronne, Runne, Rinne, Abſtuß des Waſſers, Dach⸗ 
‚sinne, Gaſſenrinne, Rennſtein. In Hainburg 


auch 





Ron — 325 


J auch Ronn⸗ schen R. Wir ſagen jeht lieber 


Prutte für Gaſſenrinne. Cod. Arg. Runs, der 


Fluß. A. ©. Ryne, der Lauf. Gloſſ. Pez. 
Run, meatus: Runs, alveus. Kuͤnd. R. 


Art. 19. Dar en ſchall nemandt Tunnen ſet⸗ . 


ten, edder ander Guth, ofte dat hangen auge 
de Ronnen, dat he de Straten mede beenge: 
Niemand fol Tonnen, oder fonft etwas, ſetzen 
oder hängen über den Renaſtein, womit dis Straf 
fe beenget wird. 
Schotr- ronne, eine Pleine Rinne von Hobtgiegein, fe 
zwiſchen dem Dache und denjenigen Schornfteinen. 


gelegt. werden, die an der Seite des Dachs herr Ä 


ausgehen, R J 

Rören (a). ©. Repen ı unter Rexe, 2 

Roren, rufen. Cod. ‚Arg. hropjan. Schw. ro- 
pa. H. roepen. Alt eng. roupe, rowp, ro- 

| pe. Imperf.ifröp (ee), ihr 

‚ Afropen thun die Nachtwächter, wenn fie gegen Mon 

bLen zum letzten Mabl die Stunde anzeigen , und 

aus einem Liebe fingen, 

Roop, Ruf, Geruͤcht. rt 

Röpe (cs), die luftrebre einer Sana Ä Von ropen, 

rufen, | 


Röper, ein Rufer: ein Nachtwaͤchter. | Uutröper 


Ausrufer, praeco, proclamator, 
Unberopen, 1.). unberufen,, ungerufen, nicht eingela⸗ 
den. No. j 
2.) der nicht im boſen Rufe iſt , von gutem Gerüche 
. te tat. 53. Worde he des vortuget mit - 


twen Vorgeten unberopen eres Rechtes — 


wuͤrde 


! 


} 


Ze 71 Ron. Ror.‘. 
würde er deſſen überzeuget mit zween unbefcholte 
nen Bürgern, wider deren Mecht zum Zeugniß 

nichts einzuwenden iſt — So auch Drd. 26. 

Sonſt findet, man auch dafuͤr unbeſpraken. ©, 
unter SPREKENR. " 
Rörce (os),- ein männlicher- Zauframe : : in alten 
Arkaunden Robekinus. S. Vogts Monum. in 
ed. T. I. p. 99. & fcheint auch derſelbe zu 
 feyn mit dem alten Rippe, Rippo. Frieſ. Ro 

be. Rippe ift bey den Friefen fowol ein Frau 
ens⸗als ein Mannsname: Ribbke aber ber sand 
ein Weibernam⸗ 

Rooß, ) Feuerrohr, Schießgewebr, Flunte. K 
Kolle It 155. D£ en fchall nemant mit Ru 
ven edder anderen Buſſen binnen unfer Stau 
fcheten noch fcheten laten: "auch ſoll niemenı 
mit Feuerrößten 'oder andern Schießgewehr inner⸗ 
halb unſerer Stadt ſchieſſen oder ſchieſſen laſſen. 

—8 Ruder, Steuerruder. S. Ropꝛ. 

3.) Auſtuhr, Tumult. ©. unter folgendem Ro- 

REN. 

Roor-chäfter, Bachſenſchafter, Vachſenſchmid. 

‚RöRen bat alle Bedeutungen des Hochdeutſchen ruͤh⸗ 

| ven: anrübren, vegen, bewegen, betreffen, ange 

hen, miſchen, ‚ mengen, Den Mefprung haben. 
Cod. Arg. reiran, beweget, gefchüttelt werden. 
4. ©. hreoran, hroeran, ruühren, bewege) 
Alt fränf, ruaren, ruoren: Dän. röre:- Hol 
'_ zoeren. Man vergl. das Ör. dem und ceaper: | 
bewegen. De Safe röret mi nig: die Sache 
ſebt mich nicht in Venezamn: it. die Sache ge 

pet 


ed — 


| u Bon: 32 | 


det mich nicht an. Bat rͤret Bi dat? wasge 


het dich das an?.-. Geroͤret werden hieß auch vor 
Zeiten, ohne andern Zuſatz, vom Schlage geruͤh⸗ 

ret werden, apoplexia corripi. So braucht es. - 
Renner in der brem Chron. 6 


Inrören, 1.). anruͤhren, tangerree. 
2.) angehen, betreffen, atiinere. tät. 1, oder 
die Tafel Art. 1. Nadem dat de Eendracht 

unde Ede allene anroret den olden und nygen 


Rad, unde de Menheit der Stadt Bremen 


x. nachdem die Eintracht und Eide nur. den alten 
und neuen Rath und Die Buͤrgerſchaft zu Bremen 
angehen. 


ʒerdren, beruͤhren. nd. 


jeröred, beruͤhret, 1.) gemeldet, bgedacht. 

2.) munter, bey guten Kräften. Wird von alten 
Leuten gefagt, die ſich noch rühren und regen koͤn⸗ 
nen. Wir fagen auch beroord; in Dambarg be⸗ 
roͤrig. S. im Buchſt. B. 

Ipgerored, und 


/ orgerored, vorgemeldet, oben angefüßter ,. obere 


ret. In einem Vertrag der Stadt Bremen mit 
dem Dom: Kapitel von 3. 1533 ,, beym Nenner: 
Wormede de upgerorden Twyluffte, Sche⸗ 


— 


linge und Gebreke —— deger und alle they 


Grundt ſcholen bygelegt, entſcheden und vor⸗ 
dragen weſen. In der Eendr: wo vorgeroͤrt: 
wie vorhin gemeldet iſt: den vorgerorden Bref: | 

die oben angeführte Schrift. 
ör, oder Reer, nahe daran, contigue: Slxichſam 
daß es daran ruͤhret. ‚Se findes man in Friſchs 


ME u Wörter © 


28 oo. | Ron. | 


beten. ruͤhrs daran. Roͤr daran: roͤr dig⸗ 
te darbi: ganz nabe daran. Sien Land ligt 
vor digte bi minem: fein land ſtoͤßt an das mei⸗ 
nige. 
Roor, Aufruhr, Auflauf, Tumuit, sen, ı wo alles 
durch einander ſchreiet und in Bewegung iſt. 
Frieſ. Roͤring, Bewegung. A. ©. Rure, Ge 
raͤuſch. Daher Uproor, Aufruhr: E. Upro- 
ar, von roar, vor Zeiten rore, A. S. raran, 
ſhreien, bruͤllen, rauſchen. S. oben Raren 
Alles i8 in Repp un Roor: es ift ein allgeme 
ner Auflauf, oder Tumult. 
Uproor, Aufruhr. Uprörifch, Aufruhriſch. 
Röring, Rörung, und Rörje, der Schlag, apople 
x xia. Beym Chyträus: Roͤring up einer Sy 
den: die Laͤhmung an der. einen Seite, hhemiple- 
xia. In dem Munde des, Pöbels iſt Roͤrje 
(far abgebiffen von Roͤringe, Roͤrunge; wit 
Fuͤrje von Fuͤrunge, Feurung: Hoolje von 
Holunge, Holdunge, die Haltung, die Pflege 
- am.) annoch ein Fluch: und Verwuͤnſchungs 
wort, wie etwa ben den Hochdeutſchen, fehwert 
Noth: z. B. De Rörje ſla mit. Dat di de 
Mörel 
Grund -  röringe, Grundruhr, Strandung: tar 
nämlich ein Schiff im Stranden eines Landesherrs 
Grund beruͤhrte oder. feheiterte, und dadurch vet 
. „Zeiten, mit der Ladung, dem Sandesheren verfak 
len war. Dief: unmenſchliche Strandrecht wur⸗ 
de auch aufs feſte Land, auf Wagen und Pferde 
ausgedehnet. Man ein. Magen umgefallen, 
en | > ode 


— X 


— 


Korn. 39 
odereinige Gater davon gefallen waren ‚ fo fielen 
fie dem Landesberrn oder deſſen Voͤgten heim, 
Inmgleichen wurde ein Pferd eingezogen und weg 


genommen,“ wenn der Weiter davon ins Waffeer 


gefallen und ertrunfen war. Ja ſo gar mußte 
das Fach eines Haufes mir Gelde geldfet werden, 
wenn jemand yon dem Boden deſſelben herab ges 
ſtuͤrzet war. S. Herzogth. Brem. und Verden 
te Samml. S. 105 u. fe Jetzt iſt dieſes Wort 
mit' der Sache ſelbſt beynahe iin Vergeſſenheit ge 
rathen. Renner in. der brem. Chron. erzaͤhlet, 
unter dem J. 1307, in dem Leben des Exzbiſch. 
Johann 1, eine Begebenheit, die bier, einen 
Platz verdienet, nicht nur weil fie die Sache er⸗ 
aͤutert, ſondern auch ein Beyſpiel enthaͤlt, wie 
ſehr dieſes Strandrecht von gewiſſenloſen Beam⸗ 
ten gemißbrauchet ſey: Up einen Tidt hadde 
de Vaget thom Langwedel einen gefangenen _ 
Kopman, md ſprack thom Biſchuppe: He 
re, duͤſſe Kopman hefft Grundroringe ‚ge 
bahn, und iſt mit ſiner Kahren und Gude ge⸗ 
fallen dorch de Brugge: derhalven ſchall he 
juw geven grot Gudt, dat alle juwe Pande 
ode loß werden. Do fprad de Bilhup 
Jaohann: hefft de Man ock wat miß gedahn? - 
antworde de Baget: ja, ‚wat, he darna frage; 
de. Do ſede de Biſchup: latet den Man 
quidt, und genet ohm ſin Gudt wedder: und 
hebbet es nenen Danck, dat gy de Bruͤggen 
nicht faſt maken. Mcchten wy fo Gudt 
ſammelen, dat wy boͤſe Bruͤggen maken, und 
81 en 


— 


530. — Rox. Ros. 


2 fingen o gude Side, de nicht Mißdahn heb⸗ 
ben, dat gewunnen wy boͤßlichen und mit Un⸗ 
glicke. Erzb. Nikolaus, in einer Urkunde, vom 

3. 1425, ſtellet auf der Heerſtraſſe zum Langwe⸗ 

del ab allerleye Angft, Vare, Walt, Afſettin⸗ 

ge, Ummeſtortinge, Grundroringe, wo men 
dat nomen wil. Es heißt auch Rore in den ak 
ten Urkunden, welches Wort Herr Haltaus im 
Gloſſ. med. ævi zwaãt anfüßter, ‚aber nicht zu er⸗ 
klaͤren weiß, “ 

Ber. recht, Grund: rör - recht, sus öBefthrichene 
Sirandrecht Grundruhrrecht. Sonſte Varech. 
S. Schilter unter dieſem Worte. 

Rör- -ei, gegihrte Eier. &. unter Er. ©: 

. Rör- -um, einer‘, der alles herum ruͤhret und in Unord⸗ 

J ung Di bringez, nichts auf der rechten Stelle liegen 

läßt. R. 

. Rörel- koft, Loͤffelſpeiſe, gehötet ovieleicht bicher. © 
oben RröıL-Kost. | 

‚ Ross. . Berkleinerungsw.. Röfeke, Möslein. In⸗ 
ſonderheit heiſſen alſs die Fleinen Streublumen in 

dem gedruckten Zeuse und in den gewirkten 
Stoffen. 

"Ross, roth, tothlich. R Gi, oucuc. at. "ruf. 
fus, rofeus. Sa, toffo. Fr. roux. . Engl 
ruſſet. H. ros. Daß dieſes Wort ſowol als 
Moſe von rood, roth, her zu leiten fen, leidet 
Seinen Zweifel, Der Brantwein iſt roß, wenn 
er eine hochgelbe Farbe hat. Won dieſem Worte 
ſtammet er Ruſt, Delle ferri rubigo: und 
| roſien, 





Ros. ‚Ron . ge 
© seoften; riften, auf dehr- Noſt ‚braten; von der 
Farbe des gebratenen Fleiſches. 


Los: TE; ver Roſt, crates, craticula. 6. Roofter, | 
In Osnabr. Roͤſter. Es gehoͤret unter die Woͤr 


ter, welche unmittelbar aus dem Celtiſchen her 


ſtammen. Denn in Boxhornii Lex: Ant, Brit. 
iſt hroſtio, roͤſten, auf dem Roſt braten: rhoſt. Ge; 
bratenes; was geroͤſtet iſt. E. roſt, roͤſten. St. ro⸗ 
für, roͤtir. Sprw. Dat geit heet van der Ro⸗ 
fin: das geht-fehlatnig zur man eilet die Sache 
“zu vollenden. Wenn einer fchlecht. finger, oder in 
einem Haufe eine elende Muſit iſt, ſo ſagt man im 
Scherz oder Spott: hangt de Roſten vor der 
Doͤre, dat de Klang daar nig uut tut. | 
or, Rott, 1.) eine Korporalfchaft: befonders in No 
Bremen eine Unterabtheilung der buͤrgerlichen 
Kompagnien, manipulus, turma. it. globus 
hominum, caterva. Es iſt ein Wort des aͤuſe 
ſerſten Altertzums. Cambr. Rhawd, Rhaw- 
ter, :caterva, turma: Hibern. Ruta: A. S. 
Ryt, Cread, Cruth: Sorab. Czroda:- Engl. 
Rout, -und Croud: Fr. Route:. % Rot: Ital. 
Frotta: Lat. barb, rotta, routa, ruta und 
rupta (welches einige -von ‚dem. lat, rumpere, 
von einander-reiffen, tvennen, berteiten) bey den 
neuern Griechen para. - 
| 2.). Bey den · Hochdeutſchen ſowol, als bey ung; iſt 
es auch in eine boͤſe Bedeutung ausgeartet, und 
bedeutet einen unvupigen, ‚aufrübrifchen Haufen - 
Volks, zufammen laufendes Gefindel,. is eine 
Faction, 68 ſey in der Kirche, .oder im Staat _ 
end, Rotta.  - !la 0 Aame- 


a 


Sn 


® - 


N _ ‚ 


Rom 0 
Rottetije , Rotttung, Verſchwoͤrung, ‚. conjuratio. 
| Sender. Art. 4. Darut den. Secten, Rotte 
rie unde Uprohr up ſtahn unde erwaſſen kon—⸗ 
des: woraus dan Factionen, Rottirung und Auf 
ruhr entftehen koͤnnten. Art. 12. Go fe jenige 
Rotterie unde Uprohr verſpoͤreden: wan fie ei⸗ 
nige Rottirung und Aufruhr verſpuͤreten. 
| Rott- melter, ein Unter» Officier bey einer Buͤrger: Kom: 
-. pagnie, ber ein Rott unter feiner, Aufficht hat. 
In dem bremifchen Bürgereide heiße es: Ik 
will minen Hövetmanne. und Rottmeſter, ok 
anderen des Rades Befehlhebbern, geboͤrliken 
Gehorſam leiſten. Eendr. Art. 10. Idt ſchoͤ⸗ 
le ok ein jeder Rottmeſter dem Rade enen fun 
derliken Eed don, dat he uppe ſynes Rottes 
verwanten ein getruw unde flytig Upſehen 
wille hebben, unde fo he under denſulften je⸗ 
mandes verſpoͤrede, de dar Uprohr unde Tom 
dracht an to fangende begunde, “dat he ein ſo⸗ 
danes dem Made ofte deme fittenden Borger⸗ 
meſter tor Tyd unvertoglif-anfeggen unde ver 
melden wille. ——. Art. 11. Idt ſchoͤle of 
ein jeder Rottmefter by demfulsen. finem Eede 
‚nemand in finem Kotte Igben, de nen Borger 
ſy geworden, unde ſik alſo dem Rade mit Lov⸗ 
ten unde Eeden nicht vorplichtet, unde fo ſik 
jemands darenbaven wedderſetten unde indren⸗ 
gen wolde, datſulve ſchoͤlen de Rottmeſtere 
deme ſittenden Borgermeiſter kund dohn unde 

verwittliken. 

Rott ge, Bott- Verwandter, Rottes-verwand. 
Y ter, 


. ; = 


-_ 


| | ‚Bot. Zu 533 “ 
| ter, ein Bine, ‚ber. L Beben Kot gehoͤ⸗ 
ret. 
Rorız, | Matte, Ratze. R⸗ Armor. Rat, Raz. 
u A. S. Ræt. €. Ratt. So behalten auch alle 
andere Dialekte das a. Nur die Frieſen und Daͤnen 
ſagen, wie wir, Rotte. Ene luͤtje Rotte van 
der Deren: ein kleines ſchlaues — J 
Slou as ene Rotte: ſchlau wie ein Fuchs. He. 
‚8 fo.faal. ad ene Rotte: er iſt verarmet, er 
"gehet in abgenüßten Kleidern. ne ole Rotte 
in der. Salle frigen: einen ſchlauen Menſchen ber. 
rücken, tiberliften. 
Brood - retten nennet ber gemeine Mann die Kinder, 
weil fie ihm das Brodt verzehren. | 
Rotten - kruud, Raßenpulver‘, arfenicum. R. He 
is ſo ſchumm, as Rotten⸗ kruud: er iſt ein 
verſchlagener, argliſtiger Menſch: auch im guten 
Sirnn: er iſt ſehr ſchlau und klug. 
| “RorttELn, Rotlen, roͤcheln. Es gehoͤret vermuth⸗ 
lich zu raͤteln. Oſtfrieſ. Landr. 3B. 73 Kap. 
We geſtott wert dorch ſine Keelen, dat he ſi⸗ 
nen Dranck nicht holden mach, und rotlende 
9 mit der Keelen, ein dorde Part Lywes. 
3 he nicht rotlende ꝛc. Wer geſtochen wird 
durch die Kehle, daß das Getraͤnk heraus laͤuft, 
und er mit der Kehle roͤchelt, das iſt der dritte 
Theil des Leibes, oder ganzen Wehrgeldes. Ro⸗ 
chelt er aber nicht dc 
Rorren, faulen. S. Raten | 
Borscnän, Rootfcher (n ). eine betannte A 
Sevockſſch. Bon dem alten Rots, Fels, Klin 
A 3 .: ’ RN x 


N 


53400 Rom. 


pe, welches die 1 Holländer noch. haben. And alfe 

iſſt es eigentlich der. ſonſi fo genannte Klippfiſch, 

.der am Ruͤckgrat aufgeriſſen, und auf den norwe⸗ 

u giſchen Klippen getrocknet wird. gm Morwegen 
heißt er Roſkiæaarr. 

Rouz, Ruhe. S. Rau. 

ROUEN, reuen, gereuen. . Wir fügen jeßt inehr Por 
der hochdeutſchen Mundart rijen. - A. ©. hre- 
owfign, hreowan. E. rue, H. rouwen. Ak 

fraͤnk. und Schwaͤb. hriunon, riuuen, ruwen, 

0... 7auwen, gerüwen.; ‚Cod,:.Arg: idreigen. 

WVon rouen koͤnnte man. grouen, grauen, füge 

lich ableiten: . welches die Aſpiration h in: den ab 

‚on Mundarten zu beflättigen. fcheint. 

"Reue, Rije, Reue. A. ©. Hreow. Bey dem De 
ſyp. Raw. Cod. Arg. Idreigo» daher das un 
kuͤrzte Sek Ider, ‚Bey den Holländ. beißt Ron 

we, teid, Betruͤbniß Trauer. 

Beroue daſſelbe. Hei ji nig Beroue? gereuet % 

eaceEuch noch nicht? habt ihr euch nicht bedacht. Of 
frieſ. Landr. 2 B. 292 Kap. Wann einer: dem 
andern etwas ſtiebit, und es ‚ihm nachher wieder 
zuſtellet, ſo ift .er- doch als ein Dieb. zu richten: 
wente de-nafolgende Berouwe maefet em deis 
halven nicht unfehuldich : denn die nachfolgende 

Menue macht ihn nicht unſchuldig. ° 

Rouel maant, die Zeit der Reue. De Rouel⸗ 

wmaant ward bald lamen: die Reue wird bald 
nachfolgen. 

Roucksop, Rutaul: das m, when man einem. 

wen u a. 


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n 


Rov. 3 
ib, damit er. den geſchloſſenen Kauf wieder aufe 
bebe. - Verel..jn Ind, Idrakiöp. ... 

j Röve (08-) 3. Ruͤbe. E. Rape. H. Raepe. Fr. Rave, 
= Ital. Rapo. fat.:rapa, rapım. G. hamuc. 

| Etwa von Roof, Bedeckung; weil die Rüben 

kt: Amter der. Erbe, und alfo verdeckt wachfen. 
Wurteln un. Rösen agter Faſtel⸗ avend (Safe. 

I nacht), un ene. Deern agter dartig J Jaren, de 
hebt. beide den. Smak verlaren, iſt ein Ar 
„wort auf dem Lande, welches des. Bauein Ge 
ſchmack in der Liebe anzeigen: „. Dem Buren 


hoͤrt Röven,. dem. Oſſen hört Stro:. man. 


muß einem jeden nach feiner Art begegnen: man 
muß demjenigen feine feine und Föftliche (Berichte 

vor feßen‘, der feiner Erziehung, wegen keinen Se 
i ſchmack daran Ba. 

Ä ‚Röf - ölje,.vor Zeiten Röf al, Ruͤbohl. Kuͤnd. | 
| R. Art. 164. Ock en fchall nemant nen Rof 
ſath edder Rofolig uthforen van hir: auch ſoll 
niemand. Ruͤbeſamen oder Ruͤboͤhl von.pier aus: 
führen. Man ſehe noch Art: 184.185" 
Röf- faat,. Ruͤbeſamen. Jetzt unterfcheiben wir - da⸗ | 
"son Rap⸗ ſaat, woraus. der Ruͤboͤbl gepreffet 
‚wird, rapiftrum.:. da Roͤf⸗ ſaat den Sawen bee 
eßbaren Rüben anzeiget. J 
Roven, 1.) rauben. Cod. Arg.. birauban.. Perf. 
rübaden. A. ©, reafian, reofian, bereafi- 
an. E. rob, bereave. Schw, rofwa. Daͤn. 
off, roſſue. roffuere. H. rooven. aucFr. ra- 
2 yir, robber, dexoheęr. ‘Span, robar. Ital. 
u robbare, zubbare. . fat, rahere. Wend. za 
Dr | ZU SEE 2 


536. Kov. Run. 


u 


t 


bu &c. Andere verwandte Wörter rn unter 

. Rapp, ſchnell, und Rapen, raffen. Das 
Stammwort iſt ohne Zweifel Roof, welches eine 
jede Bedeckung, Verbergung oder Heimlichkeit 
anzeiget. S. oben unter dieſem Worte. | 
2.) Unfere Vorfahren haben 'es. auch für beroven, | 
berauben, gebraucht. Stat. so, Wordej je⸗ 
nich unſer Borger rovet, he ſy arm edder ri⸗ 
ke, de ſchall dat tho hant den Radtmannen 
kundigen: wuͤrde einer unſer Bürger, ex ſey arm 
vder reich, beraubet, ber fol es unverzüglich dem 

Rach Fund thun. 


Roof, Raub, raping, fpolium, prea. Celt. Rob. | 


A. ©. Reaf;' Reöf. H. und Schw, Roof. 


J Rover (a), Raͤuber. A. S. Reafere, Reoſere. Hell, 


Roover. 


Koef good, geraubtes Gut, ober fotdhes, das für dit - 


¶ Diebe offen ſteht. Dat is io fien Roof good: 
"Un jeder, wer nur will, darf ja bier nicht zugteis 
: fen. ° Welche nieberfächfifche- Rebensare den art 
Pi 11,:6. erflären kann. 


' Russe; ein Seehund. 5%. Rob. Sonſt Sal: hund. 
| Rubbeh - f läger nennet man Die teute, wie auch die 


Schiffe, welche jährlich auf den Seehundefang 
ausgehen. Die Seehunde werden aber auf dem 
Eiſe, wo fie Heerdenweiſe liegen und ſchlafen, mit 
Keulen todt geſchlagen. 


| Rubben-- fpek, der Speck von ben Seefunden, wor 


aus: Thran gekochet wird. 


| Rubben bvell, das Fell der Seehunde, womit gemeis 


ie die Reifefofer überzogen n werben, _ 
Ru»- 





| u Run. Rucm. 0537 
Rubszaio, Rubbrig, ancben, alper, feaber: | 
was auf ber Oberfläche voller Gruͤblein, oder klei⸗ 
ner Erhoͤhungen iſt: wie ein Reibeiſen anzufuͤh⸗ 
len (es ſcheint mit Rive, Reibeiſen, verwandt 
ya ſeyn): H. robbelig. Wenn die Haut voller 
kleiner Blattern oder Finnen iſt, ſagt man: de 

put i8 ganz rubberig. Een rubberig Ge 

igt ; ein Geſicht, das ‚doll Pockengruben if. 


. Man vergleiche das Engl, rubb, reiben, Rub- 


bish, Graus, rudus. Cambr. Brit, rhubio, - 
reiben. Irl. reubam, ſcheuern, reiben. 
Rucux (kurzes u), Roche, ein befannter Seefiſch, 
raja. E. Ray. H. Roch. Da der Schwanz 
dieſes Fiſches mit. vielen ſcharfen Haken beſetzt iſt, 

ſo bat dahen amſer Poͤbel die Verwuͤnſchung: de 
Duͤvel wärd di kratzen mit'm Ruchen⸗ſwanze. 

Rucasn, 1.) Gerücht, ein böfer oder guter Name, -- 
Ruf. Holt, in Kilians Etym. Rucht. Schw, 

. Rychte, fama,- rumor. : Man tmeinetrgemeis - 
niglich, es fen von rufen, nad. Ruchte. Ge⸗ 
ruͤchte, anſtatt Geruͤffte, welches Wort in dem 
Sachſiſch. Landr. in dieſer Bedeutung vorkommt. 
Welche gern alles aus dem Groͤchiſchen hohlen, 
no, Die leiten es ab entweder von doxIeu, rauſchen, 
ein Geraͤuſch machen, oder von badayor, Ge⸗ 
raͤuſch. Am beſten aber von unſerm roͤgen, re 
gen, in Bewegung bringen: wie unſer Martinius 
Rumor vermuthet. In der. Goldſchmiede 
: Rolle hieſelbſt ſteht: Sprikt he Unorder an 

ſine Ehre und an ſin Ruchte, und he ſick dat 

tho Dans thut bat kön be beteren mit einer 

Bremee 


\ 


538 


N. 5 u ‚Rucn. 


Bremer Mr: redet er etwas ungebißefihe 
‚gegen deſſelben Ehre umd- guten Namen, wodurch 


er fich befchimpft haͤlt, dafuͤr ſoll er in einer bremer 


Mark. Strafe verfällen ſeyn. 


| . 2.) Zetergefehren : Geſchrey um Pin es. ſey ben 


einem. zufälligen Ungluͤck, oder-bey erlittener Ges 
waltthätigfeie: das Jodute rufen. Im Oſtfrieſ. 
Sant: Wapens Gerüchte: Welches aber nit 
‚ von Wanen, Wafen; abzuleiten iſt, als wollt 
man dadurch die Nachbarn zu den. Wafen zu grei 
fen ermahnen; ſondern vom A. S. Wop, Ge 
ſchrey, Gehenl Wwepan, weopan, ſchreien, 
weinen, Cod. Arg. wopgan, wopjan. Ruch— 
te ſchrijen; um Huͤlfe rufen, Laͤrm machen. 
Stat. 42. So: wes Hu Mannes offte 
Frowen binnen Bremen entfenget wert, ſo 
dat apenbaer wert, degenne de dar inne mw 
„net de fchall ein Ruchte fernen. . -Deit he dei 
Mich, ‚be fchalt der Stadt geven 3. Marl: 


. wenn jemandes Hans in Bremen in Brand ge 


rath, ſo ſoll derjenige, fo darin. wohnet, es 
ſev Mamn oder Frau, fo bald es entdecket wird, 


am: Huͤlfe vufen, odes Laͤrm machen. Thut er e6 
nicht, ſo ſoll er der Stadt 3 Mark zur Strafe ge⸗ 


ben.” So auch Verd. Stat. 103. Kund. R. 


Art. 53. ‚heißt es, wenn jemand in der Stadt 
verwundet / ‘oder getöbtet würde, tho den Rudy 
te ſcholen alle de gene gan und. kopen, de dat 
ſehen und horen, und den Handdadigen toͤ⸗ 
ven: zu dem Geſchrey und kaͤrm ſollen diejenigen 
seien ı und laufen, bie es +. fen und oe, und 

| vv den 


J 


den Beatafäre enfätten. Kt. 54. ESo wor = 


ein Ruchte ſchutt binnen unfer Stadt, unde 
dat gefchrietwerde, und kamen de Raber dar 


nicht, de dar by beſeten find, dat ſchoͤlen ſe 





heteren wenn in unſerer Stadt ein Lärm. 
gemacht und um ‚Hütfe geſchrien wird, fo ſollen 


‚bie naͤchſt daran gelegene Nachbaren, wenn fie“ 


nicht herbey Formen, geſtrafet werben. Art. 558. 
We od by Nächte, ein Ruchte maket ohne 
Mohr, de fehall idt evener Geftalt by will 


iohrücher Straffe heteren. Art. 56. Wur⸗ 


de ock jenig Ruchte edder Klockenſchlag by 

Nacht iyden in unſer Stadt, dat ſchall ne⸗ 
mand up jagen, ahne dein dem Verendeel be⸗ 

Meten find, dar dat Ruchte is ıc. | 


{ 


Bez 
Anrttchtiz, berüchtige, der im böfen Ruf it; qui in- 


famia notatur; Renner. 


Beruchten, berichtigen, in böfen Ruf, Seingen, vw 


ſchuldigen. | 
Unberuchted, unberhähtige, ‚wider Beffen guten Nas 
mien nichts zu ſagen if. Ord. 39. Were de 
Safe nicht hoger, den ene Mark, dat mochte 


ſe tugen "mit twen unberuchteden. Borgerenz 


beliefe fich die Sache nicht Über eine Mark, fe: | 


mag fie es bezeugen mit zween unberüchtigten Bes 


gern. (War die Sache 3 Mark werth, fo mu⸗ | 


ſten Geſchworne dazu gebraucht werden) 
Ropu kleines Geſtraͤuche, welches man auf den 

Wieſen oder Aeckern ausrettet. Man ſagt auch 

Struddik, füge auch wol, beydes jufammen,,. 


Hut un Struddi eradicetum, & fans 


—X 


> 


x 
W 
m 1 


| 540 u Run. Bunt. 


ser, 


ms von dem folgenden ruͤden, reuten, augrotten, 
In einigen alten hochdeutſchen Urkunden 
Wetih Ruͤtticht und Struͤtticht. S. Halt 
aus in dieſem Wort. Bon einem kleinen und 
kurzen Kinde braucht man es im ‚uneigentlichen 
Sinn: een luͤtjen Ruddik. 


| Rupr. Rue; Kayte, ruta. Gr. jurn. Cambr. 


: Rhyw. A. S. Rude. E. und Fr. Rue. H. 
Ruyte. . Span. Ruda. 


Hof- rue, Eberwurz, Stabwurz, abrotetium. Ein 


bekanntes wohlriechendes Kraut in den Gärten, 
‚mit fein geferbtem Laube, 


Wien - -rue, Weinraute: » Wyn-ruyte: | ruta hor« 


tenfis. 


Rupæ iſt beym Chytraͤue der Pflugſtocher, womit man 


das Pflugbrest von der anhangenden Erde ode 
Graswurzel reiniget: rulla, ralla oder rallum. 


Rüpen, veuten, rotten, wühlen Wir fagen.jck 


raden. ©. oben. To ruͤden, zerrütten. Man 
findet es beym Nenner. unter dem J. 1562. Dat 
„alle Stende und loff liche Ordnunge gantz er⸗ 
barmlich tho ruidet. 


u Runorin, im Hanndoeriſchen, einer dem die Haare 


unordentlich um den. Kopf bangen. Wir fagen 
Ruugule, oder ruge Ule. 


Ruzır, Rulk, ſchlecht, efend, Sm Ditmarf, 


Rürrer.- ©. Rörreı. 


J Rurreun, 1.) Euppeln, Kuppferep teeiben, ein uner 


laubtes geheimes Verſtaͤndniß wit jemand haben. 
Beſonders brauchen wir dieß Wort von feuten, 
die fü ſ ch als Unterpänbler em. ben. geheimen Räns 
ken 


NL 


Run J =. | 541 
fen tee Sf ndes und der jungen cente gebrauchen | 

. laſſen. und dieſelben zu allerhand Laſtern verfühs 
ren. Die Verwandſchaft, welche dieſes Wort in 

andern Dialekten hat ſ. unter dem gleich folgenden | 


Ruffeler.. Dat solde Wief deit niks, as mit 


ander Rüde Volk ruffeln: das alte Weib unter: 
baͤlt ſtets mit anderer Leute Geſinde ein geheimes 
und unerlaubtes Verſtaͤndniß, und verfuͤhret es 
zu allem Boͤſen. Se ruffelt jummer mit een⸗ 
ander: ſie, haben immer:eine unerlaubte Heimlich u 
keit unter einander. z 
2.) Im Hannoͤs. if ruffeln ibn, is,  vormefe, "| 
Verweis. geben. a 
fo ruffeln, heimlich zu ſtecken, furtim tradere, 3 
B. wenn das-Öefinde einer Kuppferinn oder Dies 
beshehlerinn etwas: gibt, infonderheit wenn fol 
ches der Herrſchaft entwendet iſt. Man ſagt auch 
Am eigentlichſten Sinn: Se hebt em ene Frouw 
to ruffelt: ‚fe Haben ihm ein Weib m gekup⸗ 
pelt. 
tuffeler, Ruffelerf ke, and Ruffelawieß, ‚ein Kupp⸗ 
ler, eine Kupplerinn: Gelegenheitnacher, Uns 
terhaͤndler in einer unerlaubten und das. Licht ſcheu⸗ 
enden Sache: Leute, ſo die Jugend: verführen, 
oder mit dem: Geſinde heimlich: zu halten, ‚Chytr. 
-Rufferfche, lena, ftupri fequeftra, concilia-. 
trix. E. Ruffian. H. Roffiäen, Ruffiaen, 
Fr. Ruffien. Ital. Ruffiano, Ruffiana. . Span, 
Rofian. Die Dänen ſagen Ruffer. Vergleiche 
das Schwed. rofla, und unſer roben, rauben, 
ſeblen: E. rifle: 2. S. realian. ‚el, riufa, 
ES °\ 3 ig 


| Ruffelij, Kupplergy: geheimes Verſtaͤndniß, geheime 


Siege in der Heimlichkeit, Verbergung: denn rof, 
ruf, bedeutet eine jede Bedeckung. S. Roor, 
die Bedeckung über. den Hintertheil eines Schif 


NT. 


| 543 | 


N 


muit luter Rüffelerffen up: ſte Bäte fi) Sefkändig 


6 


Ruva, 1.) rauh, rauch, haarig, hirtus, hifpidus, i 


— 


. Ruffelhaftig, - adj. und adv. kuppleriſch, JMr Kuppeley 


un 


D raub ſcharf, ungeſtuͤm, aſper. Renner ib. 


fel⸗wiver gaen: die Frau hate in ihrem Haufe 


Run. Ri 


verderben. Der urſprungliche und — 


ſes. Vergl. Roven,. rauben. Se hol ſit 


mit Kupplerinnen auf. De Frouw het vull Ruf 
viele Unterhändler und Kupplerinnen. 
Unterhandlung in einer unerlaubten Sache, - 
geneigt, oder der fich damit abgibt, | 


pilofus, —— Cod. Arg. tin. A. S. 
rih, ruh, Alt fraͤnk. und Schwaͤb. ruh, | 
E. rough.. » ruyg, touw. Dän. rug. ir 
vergleiche auch das €. rugged, Schw, rugge, | 
raub, afper,. ſcaber: 4, &, reoh, hresh. 
Cambr. Brit. Rhawn, Borſte, Zoͤte, ſeta: 
Rhwg, Wolle, ein zotiger Ueberrock, fo wie im 
A. S. Reowa, und. E. Rugg. Set. Ruu, 
Haupthagr. Ruge Ule, und in einem Wert | 
er Ruuguulfe ein tingefänimtet Kopf 
_ mit verworrenen Haaren. it. eine Perfon, : fonden 
u ein Mädchen, ‚dem die Haare über das Ge ]\ 
ſicht bangen. Def leit. ruug un roh ins er iſſet 

alles. weg, wenn es -aud) noch) fo ſchlecht iſt. 


J. 1149. De Hertog fohr oͤhne an mit rugen 
Worten, dat he fif der berſchur annehme in 
Minen Lane, . Rugen, 


\ . u t 





— 


J —F “ ‚ — 
⸗ ) . ‘ “ - , ® u 
. - . . . - 


| Ä ‚ Rua. “ —— 543 
Rugen, 1) and. oder fiodig werden. Dat Tüg u 


ruget:: Das Zeug wird flockig, panmus attritu 
floccoſus fit.. " Wenn flocfiges Zeug feine Flocken 


oder Wolle fallen, . oder. hie und da -anfeßen und - ; 


hangen laͤßt, fo ſagt man: dat: Tüg ruget af: 
de Hund ruget af u. d. ge 


\ 2.) In Hamburg wird es. von dem Mauftern des 


Federviehes gebraucht: die Federn abwerfen. R. 
Rusge- -riep. ©; unter Rırr. . J 
* Ruug-paterig. . S. Rupaterig unter Rurs. 


- der: innern Seite: rauch gemacht, umd- geſchwaͤrzt if. 


Ruug⸗ſwarte Schoe: Schuhe von. dergleichen 


Leder, welche in der Trauer getragen werden. 
Ruug- -ule. ©, obenin RPUG. 


“ Ruug-wark, Peljwerk. 


. Rucez,: der Ruͤcken. A. ©; Rise, Hrecg, Hrieg, 
Schw. und Dän. Ryg, Rygg. Die Holländer 


ſagen, wie wir. Die Engländer haben Rig, 


Ruß“ --fwart;' fo nennet:man das Leder, welches auf 


f 


: Rigging, "und‘ Ridge: das legte in Ridge öfthe 


Back, Ser: Ruͤckgtat, Ridge of:a Hill, eine Rei⸗ 


he Berge, jugum vel. dorfum montis. Schottl. 
*Rig. Isl. Riggur. Gr. jayıs, der Ruͤckgrat. 


Enen breden Rugge hebben: : fett, wohl gemaͤ⸗ 


Re ſeyn. it. ſich aus einem Verweis nichts mas. 


en. Enem den Rugge. riden: hinterruͤcks u | 


J * übel von einem-reben, einen verlaͤumden. Agter 


⸗ V 


bem. Rücken, ohne jemandes Vorwiſſen. Zu 
Kindern, „welche uͤber Ruͤckenſchmerzen klagen, 


‚pflegt man im Scherze zu "jagen: Def du oof 
REN 


* R 


Rugge, und agter Nuggs:. hinterrücke, Hinter | 


546 | . Rum | 


ſtatt: davon wirſt du das Nachſehen Baben: das 
nim hin: da haft du deinen Beſcheid. Uut den 
Halſe ruͤken: einen. infenden Othem habe, 
Dat ruft fief Faem in de Wind: das richt 
oder flinft einen Schuß Weges weit mit dem 
Winde. 

Berüken, beriechen· ‚Si beruͤken: einander. formen 
lernen, tentare vires inter fer Welche Nedenss 
art von den Hunden. entlehnet if. Von Leuten, 

“welche, nachdem fie anfänglich fich nicht vertragen 

koͤnnen, einträchtig zu leben anfangen , fagt mar 
wol: Ge hebbet fif eerft berafen. 

Verrüken,: verriechen, außsriechen, verrauchen, duch 
Ausdünftung den Geruch verlieren. . Man fagt 

. auch verrofen, won Rook, Rauch. Jenes aber 
ſcheint richtiger zu ſeyn. 

Rok, Röke (on), Geruch, odor: bas Vermogen h » 
riechen, das Riechen, odoratus, olfactio. H. 
Reuk. Hebr. 70 (reach). Ik hebbe ninen 
Wolen ich farm nicht riechen. Sprw. Heſt du 
ninen Roͤke, fo blief uut der Koͤke: wozu du 
nicht geſchickt biſt, Da-Iag dich nicht mit.ein. 

Rilker. ‚ der da riecht, qui odoratur. Wir. brauchen 
es im Scherz für die Naſe. nen groten Ruͤ⸗ 
fer vorn Koppe hebben: eine groffe lange Na⸗ 

7. febaben. 

Rükel - busk, Blumenſtrauß. Im She , Den 
ſchenkoth. In Hamburg Ruͤkelken. R: 
Rük-lecht, Rauchkerze, odoramentum. 
RIKKEBN, -rucken, tuͤcken. 
| Verrukked,. Worrukked,. wert, ven, au 


Lee 


B2 


N 


Ron Roi. Eu 547° 


der Drdnung gebracht. it. vorbergebend, abgetoichen, 
verfloſſen; wenn von der Zeit die Rede iſt. 
Eendr. gleich im Anfange: Wowol vor velen 


vorruckeden und bygewekenen Zaren twi⸗ 
ſchen dem Ehrſamen Rade und ganzen Ge 
meenheit der Stadt Bremen eine’loflife unde 


. wolgegrundete Vordracht - — upgerichtet un⸗ 


de gemaket ꝛ⁊c. | 

rukkels, Auſſchub. it. eine kurze Ruhe. in der Ar⸗ 
beit oder Muͤhſeligkeit: ein Zwiſcheyraum, worin 
der Paroxyſmus, oder die Heftigkeit der Krankheit 


"und des Schmerzens, ein wenig nachlaͤßt. Arie 


Upruffels : unaufhoͤrlich, ohne einige Ruhe, 


He hoſtet jummer ane Uprukkels wg: er hu⸗ 


ſtet unaufhoͤrlich, ohne Nachlaß. Idt reegnet 


ane Uprukkels: es regnet —* 
kk-eerſen. ©. unter Eures. J 
IJEF, Rudolf. In den alten. Urkunden Roleff. 
E. Ralph. Renner vom Erzbiſch. Giſelbert: De 
Regalia entfing he vam Keyſer Roleff. 


ILLEN, 1.) act: volien,- etwas. rundes. walzen, 


volvere, volutare. E. roll. Fr. rouler. H. 


— 


rollen. Dan. rolle. Schm. rulla. Einige | 


leiten dieſe Woͤrter ber. aus bem lat. barb. ‚rotu- 


lare: .Edmw, ine aber in. Juni Etym. Angl. v. 


Roll; ‚mit mehrerm Rechte aus. dem Celtiſchen 


Armor. ruilla, Hibern, rolam, in derfelben 
Bedeutung. De Bäte-in’t Huus rullen; die 
Faͤſſer ins Haus rollen. 
2.) neutr. gerollet werben, ſich waͤlzen, velvi ut 
„Sylindeus vel globus.. De Kugel rullet den 
Mm 2 u OS 


\ 


- so Bu \ U ‚Run. , 
Baͤrg heuunder die Kuga ff den Bag Gi 
, ab:: 

. 3.) Dat Tuͤg rullen: "die Waͤſche mangen, oder 
An einer Walze pfätten, weich und fanft machen. 
+) Man brauche rullen auch wol für: fahren auf 
ur einem Wagen. Daar rullet he hen: da fäprer | 

er hir. - Sie hen rullen laten: fich hin. ſahe 

ren laſſen. Holl. beym Kilian: rollen, auriga- 
re, currum regere, vecturam facere. S. 
auch Friſch im Wörtersbß. RB 

5.) pruͤgeln. Se hebt em doͤgd rullet, oder af FE 

xrxullet: fie haben ihn derbe geprügelt. Dieſe Bes 
“ beumpg iſt nur die uneigentliche von der dritten. 

Rulle, 1.) Rolle, Walze, und alles, was walzenfor⸗ 

mig iſt, cylindrus, E. und H. Roll. Franz. 

" Rouleau. Ene Rulle Einen : ‚ein aufgerolts 

Sthurk Leinwand. | 

Bu =) Beſonders ein aufgerolftes Deigament oder Par 

— pier, volumen. Fr. Role. Cambr. Rhol. 

| Irl. Roladh. Dabher die fonft noch bis aufs J. 

1756, am Somtag tätare, in Bremen vom 

5 Natbhmife jährlich abzuleſende Policey⸗Geſehe 
und Verordnungen, ' die wie in diefem, Woͤrterbu⸗ 
che oft anführen, ‘die Kundige Rulle genannt 
werden: weil, dag Original derſelben vom: Jabr 
112449 aus einigen jufammen gehefteten —— 
Gellen, die zuſammen in der Laͤnge 24 Fuß, 
der Breite Elle betragen, beſtehet, und 
rollet auf. dem hieſigen Archive bewahret wird. 
Driieſe Rolle wird die kundige genannt, von kun⸗ 
digen tand wo u “ Br oͤffentlich vers 


leſen 


° — — 





— Ru 02.2.0549. 
leſen wurde. Lacherlich iſt ber Fehler, wann N. 
P. Sibberen in Biblioth. hift. Dana-Norw. ſie 
die Rinder Rolle nenne, Eben -fo werden auch 
die Stiftungsbriefe und Statuten der Aemter und 
Handwerker, bie Sanimgsbriefe, Amts— rulen 
genaunt. 

3.) Eine Mange, oder Rolle, weruater man die 
Wuaſche rollet und plaͤttet. | 
+) Rulle, Handrulle, iſt in Hamburg ein n langes J 

drellen oder leinen Tuch, eine Handquelle, die 

"über ein Rad oder eine Rolle haͤngt, die Hände 

darin zu trocknen. R. Wir nennen es Rik⸗dwele. 
5.)Rallen nenne man’ auch, bey dem Deichtvefen, 

Fleine aber ſehr gefährliche Defnungen durch dem 

ganzen Deich, naͤchſt an dem Körper eines. Site 

- Gie-entfiehen aus den Gängen der Maulwuͤrfe, 
Wuaſſerratzen und Fiſchotter. Berg. RILLX. 
‚Rullken; 1.) dünne aufgerollte Kuchen, welche die 

— Geſtalt eines Cylinders baben. E⸗ it das Ver⸗ 
kleinerungswort von Rulle. u Ä 
2) aufgerollte, mit Fleiſch gefülfte ‚und zufammen 
genaͤhete Städte von Rinderpanzen, weiche in Eſ⸗ 
fig: bewahret, hernach in Scheiben vefänisen u und 
in einer Pfanne gebraten werden. 7. 
x. rulle. H. Katrol. S. im Bud. K..: | 
Rull-boom,. ein Kreuz, fo Wagerecht auf einem u Dfapt“ 
ſich herum drehet. Man ſetzt es vor äinem Fuß⸗ 


ſteige, daß nur. ein Fußgaͤnger durch gehen fann, = 


der im Durchgehen das Kreuz umdrehen muß. 

. Rull- Bred, Mangelholz, kleine Waͤſche und einjelne Ä 
| ‚ Guide darauf: zu allen. 5 0 2cie- 
M in 3 — | —R 


—8 


— 


Be 1.7. Rum Rum. 


Rull- ‚holt; die ueaglich gedrehete chunderfornuge Wal⸗ 
‚ze in einer Mange, um welche die Waͤſche, war 
fie gerollet wird, gewunden werden muß. 

 Rull- wagen, ein Kinderwagen, ein einen Wagen, 
den die Kinder ſelbſt ziehen können, _ Enen up 
den Rull⸗wagen krigen, oder faren, heißt nicht 
nr; einen,äffen: (ſo wie in Osnabruͤck. S); for: 
dern auch, einen ins Gerede: der Leute bringen: 

und, wenn von. eiriem Kaufmann die Rede ift, 

jemands Credit in üben Ruf bringen. Se hebt 
x em up den Rull⸗ wagen: die Rede sehe, daß 
ee bald Bankerot niachen werde, . . 

Ruxps,. 1.) . ein aus dem Magen mit“ ‚einem: Ge 

raͤuſch aufſtoſſender Wind, ructus. 

2) ein grober, ungefchliffener Menſch. 

‚Ruvm, 1.) ſubſt. Raum: fpatium, intercapedo, 
intervallum: infonderbeit der Raum. im Schiffe, 
wo die Guͤter liegen: alvus navis. Cod. Arg. 
Rums. A. ©. Rum. E. Room. Isl. Daͤn. 
Schww. und Theot. Rum. H. Ruym. Gr. 
Fund; ein Raum⸗ Zwiſchenraum ‚. tractus, in- 
tervallum loci, diſtantia: buun, eine Straſſe, 
‚yicus; He will to Rume? er will ins freie 

| Ge, oder. verreiſen. In Hambutg iſt: to Ru⸗ 
me— kamen; hervorkommen, aus dem Bette kom⸗ 
om R. De Föte up dem Ruum hebben: 
u af freiem Seide feyn, auf freiem Fuſſe feyn. 
a) adj. ‚geräumig, ledig. Engl, rowme. Holl. 
ruym. Ruum Huus maken: im Hauſe aufs 
raumen, das Haus ledig machen. it. alles alte 
BSeſnde een De rume See: die weite 
ur ... 6% 


‘ 
x 
Non 


> 


| | Rum 11 
* ie. upn rumen Selbe: auf dem weiten’ Feb 
"86° He hadde enen.tumen Mund: er redete 
zu viel, that den Mund zu weit auf, Meß der- 

“.. Zunge: den Zügel fehleffen. Compar.. Rumer), 

Ra geräuntiger, weiter: "De Wind ward tumer, 

2 fagt man’; wan-der Wind ſich fo drehet, daß, er 
2 mehr, als vorhin, von Waſſer oder der weiten 

2. Bee her anf das Ufer ſtebet: welches man ſſonſt 
auch wutt ſcheten nennet. Dit us ru⸗ 

mer dieß Haus iſt geraͤumiger. u 

4 ) Aadv. geraum, geräuniig. it. —A «oolltom⸗ 
| men, reichlich! ot: 8 ruum een Jaar ð es iſt 

Be voͤllig ein Jahr. He is ruum fo lang,as ikk 
Fe er if poͤllig von meiner Fänge.’ Ruum meten: 

7 reichlich. meffen. R. ' Rum fitten: geräumig, 
nicht beekget ſitzen. Auch hievon hat man den 
comparativum Timer, geraͤumiger, mit mehr 

- Raum und Bequemlichfeie ABI wanet hier 

mer" wir haben in: dieſer Wohnung’ mehe 
Raum. To ruum ſpreken: mehr: reden/ als 
man ſoll und darf: feine Zunge nicht im Zaum 

©, halten; "Daher mañ das hamburgfhe Ruum⸗ 
= fchöttel, Plaudertaſche, Großſprecher, verſtehen | 
tt Rand Dat is to ruum up geven das iſt 
| ‚über die Wahrheit vergroͤſſert, zu milde berichtet. 
BVogts Möntım.ined. T: II. p. 304. Unde 
wen son enen er Geld gegeven hebbet,: ſo ſcho⸗ 

Jet ſe uns im unfen Erven unſe Gud wedder 
7 folgen"laten reken un rum: d. i. frey und le⸗ 

> Dig; oder,“ wie es anch erklärst werden kauun, voͤl⸗ 
N, ini J 
N ‚Mm J BEE: — | 


i 4 


Ae« “.n 4 


352 | . Rom = | 
Rümer, dere etwas ausraͤumet, ledig watht, $. Ruy- 

. mer. Buͤdel⸗ ruͤmer, Beutelfeger. In Ham⸗ 
= “Burg R. 

. ‚Rümte; Raum, lediger Platz, freies Felb. Holland. 

„Rayman Daar hebbe if nine Ruͤmte vor: 
. dazie,pabe ich keinen Platz. Dat nimt nig veel 
Muͤmte weg: das wimt. feinen groſſen Raum ein. 

Daar hört jo ſo grote Ruͤmte nig to: Das er⸗ 
fordert ja einen ſo groſſen Platz nicht. De 

—15 van't Huus, oder Huus⸗ ruͤmte: der 
Raum im Haufe: Scheeps⸗ rimte: ber Raum 
im; Schiffe fuͤr Kauſmannsguͤter. ” 

Rumen, ‚räumen, Platz a, leer machen; einen 
Onr verlaffen, ausziehen, A. S. xymian: Alt 
fraͤnk. ruman, heer machen, weg taͤumen. U 
©. rumian, einen Ort verlaſſen. Mit dem 
- Stayife ruͤmen: ſich beym Abſchiede ſehr ſchlecht 

r auf fuͤhren. 

Ar rümen, 1.) abräutgen,. einen- Dres leer machen. 

29 abziehen, einen Dre verlaſſen, loco cedere. 

Renner unter dem J. 1425. Als fe tho ſtormen 

gingen, nehmen ſe ſo vele Doden, dat ſe mo⸗ 

ſten widder aff ruemen: als fie zum Sturm an⸗ 

ruͤckten, bekamen fie fo viele Tobte, deß fi ie ſich 
wieder zuruͤck zieben mußten. 

Weg rümen, 1.) weg, raͤumen, aus dem Be väns - 
er ment, removere. - \ 

Y 2.) ſich abfüßren, weichen, einen. Se: eerlaffen. 
Renner J. 1418: Min Raht were, dat wy 
weg ruͤhmeden: mein Math wär, daß wir uns 
son Iannen machten. 


N 


NN  RUNMELN, 


nn 


Rum © 553 
Roumzın, poltern;, ein dumpfiges Gerduſch machen, 
| _ ftrepere, infonare,. murmurare. R. cs iſt 
vom Laut gemacht. €, nımble. H. Tomme-. - 
‚:. „den, rammelen. Isl. Ryımber, Gemurmel; 
Dahber iſt Trummel, Trommel: und grum⸗ 
meln, ein dunkles Getoͤſe machen, wie der Dos _ 
ner in der Ferne. Idt rummelt mi im Live: 
Ies poltert oder gurret mir im Leibe. Dat Rum⸗ 
“mein der Darme: das Geruͤmpel der verfchloß | 
ſenen Winde in den Gedaͤrmen. Wo rummelt 
> Dive Buuk: wie gurret es dir im Leibe. Im 
Epott: auf ein Bauermaͤdchen ſagt man: Aalke 
Buur— staalfe, wo rummelt di de Buuk, dat 
deit de ſure Karn⸗melk, de will daar heruut. 
En vermengen es mit ben folgenden Rum⸗ 
| pen. 
| Rommel. 1.) allechand altes Eifengeig und ander⸗ u 
z ' verlegene Sachen, welche, wenn man fie beiveget, 
ein Geraͤuſch oder Gepolter machen: alter Plun: 
der, Geruͤmpel, ſcruta, veteramenta. :. Holl. 
| u. Ronimelery, Rommeling. : Beym Kilian 
Grimpel, .Gerimpel, Grempel. In Friſchs 
Woͤrterb. auch. Geruͤmmel. Lat. barb. rum- 
bula, Zeödelweib, Gerümpelweib u 
2%) ein ohne Zahl und Unterfcheid. Fufanmen genom: | 
miener Haufe: Gutes umd Schlechtes Durch einans 
ber, R. Un einigen Orten fage man Ramp. 
 Denahe. Raͤmter. Sr. Ramas.. 9. Rommel. 
... 200. Im Rummel fopen: in Bauſch und 
— Bogen faufen: per averlionem emere, . Den 
| | mm 5 ae ganzen | 


r . 
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* N ' 5 “ s 
n pr B . x 


“.- 5 u. 
⸗ 
Ten 


a . Rum. 
ganzen Rummel fopen: "alles mit einander Pr 

:: » einem Kauf erflehen. 
— 3.) Was der Rummel im Kartenfpiel iR, wird 
nwol Niemand aus einem bremiſchen Woͤrterbuche 
22. lernen wollen. u 
| Rummeliie, 1.) das Gurren im Beuche: das Pol⸗ 
| teen der Winde in ben Gedärmen: GG: Rum- 
bling. H. -Rommeling, Gerommel. Ik weet 
Ni wat ik vor Rummelije im Live hebbe: ich 
weis nicht, ‚woher es mir fo um Seibe poltert. 


" fetweife , ſondern im Rummel verfaufen muß. 


% ir - e. 


. u: 


* ein altes baufalliges Haus. ‚Ein. groffis weis 
lauftiges. Erbe, das alt und. verfallen ausfieht, 
heißt ene grote Rummelije. — 

Rumpam, ſchuͤtteln, ſtoſſen, wie ein Wagen auf. uneb⸗ 
nem Wege, oder wie eine alte Karre, deſſen Raͤ⸗ 


| be nicht mießr rund find: ſuccutere. R. Es iſt 
uunnſtreitig mit rummeln gu naͤchſt verwandt, 
.Denn was rumpelt, dag vummelt aud). Der 


5: Unterfcheid tft, daß rummeln aufs Gehör, und 
..: 2 zumpeln aufs Gefühl wirket. Dabher auch diefe 


Woͤrter, ſowol hier, als: in: Hamburg, oft. mit 


einander vertdechfelt werden: wenn man, de Buuk 
>: zumpeltimi, und, de Wage rummelt, ſagt. 


=) alte verlegene Sachen und Geräthe, ſo man nicht 


- Aber richtiger:.; de Wage tumpelt up dem 


BEE Steenivege: der hättet und. ale auf 
2.0. dögd: möten. rumpeln Taten: ic habe mich 
Auf ber alten Kane wacker muͤſſen ſchuͤtteln laſſen. 


J > x 
% - “ > * 


« 
s 


s Rum 555 

2 fon dat. # Rumpel nig rerdeigen· ich tann 

das Schuͤtteln nicht aushalten. 

Rumpumpeln, ift von obigem das. intenfivum: ſtark, 
oft und viel ſchuͤtteln. Daar rumpumpelden 
wi hen: da lieſſen wir uns auf dem m Wagen bin 

ſſchuͤtteln. .. 

‚Rümpel-geeft, Poliẽrgeiſt. J | u 

| En kare, :auch; Rummel - hate, ein: after Wa⸗ | 

| gen, auf. welchem man ‚unfanft: faͤhret: eine alte 
Karre: ein ſchlechtes Fuhrwerk, inſonderbeit ein 
ſolches, deſſen Kaſten nicht. in Riemen ing, und 
alſo ſtark ſchuͤttele. U 8 

Rummenm ..& Romenspe. un 

‚Run P, I.) Rumpf, truneus cornoris. H. Romp \ 
De Rump von. gen Schip: pas. eigentliche Ge⸗ 
baͤude, oder der Köcher eines Schiffes obne —* J 
und Taue. | 

2). ein Wambs, ein, gutterhemd ohne Yermel, R- 
2 der boͤlzerne Trichter. in den Mühlen, wodurch 
u das Getreidejauf.den Stein gefchüttet wird, Die⸗ 
fe Bedeutung ſcheint von ohigem rumpeln zu fen, 
‚weil Diefer Trichter unter dem Mablen in beſtandi— 
ger ſchuͤttelnder Bewegung iſt. 
Rump-r rekken. S. unter Recen, Rekken; N 
 Rumpern, Runzeln. S. Rımpeis I 
Rumpern,: ſchuůcteln. © Aa vorher unter Rum 
...MELN . | 
Rumr-srump, 1) unausgefucht, vor der Hand. 
weg, ungemeſſen, ungewogen, im Rummel. R. 
und 8. So wird es gebraucht beym Kauf und 
Verkauf gewiſſer Sachen, die man nach dem bfofs 


NN 


u Rundeel, ein rundes Bollwerck bey den alten Defei 


350 - Rum. Rum 


oa fen Gehör; und nach Muthmaſſung des eigen 
chen Werths ſchaͤtzet und bezablet; z. B. wenn 
man Schlachtvieh lebendig um einen gewiſſen 
Preis, kauft oder verkauft, ohne daſſelbe zu wi: 
gen: wobey⸗man eben. fo leicht Schaden, als Bor 
theil, haben kann. Es iſt zufammen gefegt von 
obigem Rummel, und Slump, ein ungefehrer 
Zufall, ein Gtäcsfall. "5 Rompflomp. . 
Ä =) ein ungefehrer Zufall. S.. Alp’ nRumpflump: 
auf gerathe wohl. -S,Srume. 
Rumüunks, heißt im Haunos. Geſchwiere, vermiſch | 
te Speiſie. 
Runo, wie das Hochdeutſche: rotundus, globofus,. | 
- teres. €; round: 9. und Fr. rond. Daͤn. 
und Schw. rund, Mund is de Welt, fagt 
7. man, Wenn man eine Perfon oder: Sadıe Im Kreis | 
>, fe berum-dreßer.. . He böret all, wat rund is: 
er nimmt alle Gelöfarten an, wenn fie. nur rund 
find. Een rund Jaar: ein völlig abgelaufenes ' 
or Nabe. Rund uut: ohne Umſchweif: -praecife | 
>: dietum. Rund’ fcheten : _ mit demjenigen, | 
was mon hat, auskommen. He kan nig rund 
ſcheten: er braucht mehr, als er iu: er komm 
Pürrel- rund. S. unter- Puxxen io 





— — — — 0.0 


gungömerfen, , eine Art Baſtion. munitio rotun- 
da. 


| Runderen, die Kunde geßen ‚ Ew Maches die Wagen 
und Voften ae eirceuire et luſtrare vigi- 
. lias, 


nn \ . Bd tur, 


IN 


Rüm. 537 

Rund- bürkig, Rund- buflig, freimuͤthig, der ſeine 

Meinung und ſeines Herzens Bedanfen ohne Zu⸗ 

ruͤckhaltung heraus ſagt. 

Rund -fisk, eine Art getrockneten Dorſches, der im. 

becſondern Sinn Stodfifch genennet wird, Er 
iſt am Ruͤckgrat nicht aufgeriſſen, wie die uͤbrigen 

Gaattungen Stockfiſches: und wird alſo genennet, 

weil er in feiner natürlichen Ruͤnde gelaſſen wird⸗ 

5 Rund- ‚holt, Brennholz von den Aeften der Bäume, 

| weiches nicht gefpalten iſt. 

Rune, ein Wallach. cantherius, equus ; caftratus. 
M 5. Ruyn. Beym Friſch finder man Raun. 
Eelt. Rhwnfi. Lat. barb. Runcinus. S. Wahr _ 
ter unter. Rein, caltratus. Vermuthlich gehͤ | 
vet dieß Wort zu dem alten Run, Rune,’ mas 

. verborgen iſt. Sprw. Frou Dingfi, frou Ru⸗ 

me fruͤh Hengſt, fruͤh Wallach. 
Runen, wallachen, "einen Hengſt vieſchneen. he 

rxuynen. Osnabr. rünfen. 

| Runen, raunen, ins Ohr ſagen, beimlich erzaͤhlen. = 

| A. S. runian.. Alt Fraͤnck. runen. Isl. runa-. 

E. round in tho Ear. H. ruynen, roenen 
J Dieß Wort iſt vom celtiſchen und ſeythiſchen 

Urſprung, wo Runa, Rune, | nicht nur eine 

Heimlichkeit, ſondern auch einen, der um eine 

.geheime Sache weiß, bezeichnet. Von welchem 
Stammworte Junius Etym. Angl. v. Round, 

und Wachter in Rune, weitlaͤuftig handeln. 

_Oor-runen, ins Die raunen, ein Obrenbläfer ſeyn. 

Henr. von Alckmar Anm. bey dem Rein. de Vos, 

PD 123 (Wulffenb, 1711..4): Dat de lo⸗ 

| we | 


.* * 


— 


38558 Rum. 


genaftygen Bedregers vele quedes fomien‘ vorn 


fetten, ſo wanner en ih der Deren Howe . 


wert ahelövet, unde fe betemen leth in ereme 


ſprekende uh greunende: daß die luͤgenbaftigen 


Betruͤger viel Boͤſes ausrichten koͤnnen, wenn man 


ithnen an den Höfen. der Groſſen glaubet, und ſi e 
ungehindert afterreden und verlaͤumden laͤßt. 


— Runer, Oor-runer, Obrenblaͤſer. Rein. de Dos, 


p. 107. Mo eyn Orrunre, eyn valſch Klafı 


fer, mannygem ſchadet in der Heren Hoͤve: 


-. 


wie ein Ohrenblaͤſer, ein falfcher Angeber, mani 


chem an den Höfen der Groſſen ſchadet. 
Alrtuken, Alraun, gehöret hieher. S. Wachter, 


Runen, 1.) Wagenrunge, an welche die Wagenleiter 


bolte, und Steek⸗ klammer. © Friſch unter | 
‚RunzS, ein Brobian , ‚en eöfpifcher Menſch. Eis 


ſich lehnet. Cod. Arg. Hrügg , ‘oder Hrung 


(enn gg wird hier, wie im Griechiſchen yy ode 
ng ausgefprochen) ; ein Stab, virgn 


2.) ein groſſer eiſerner Nagel, der an dem ſpitzigen 


Ende gemeiniglich eingehacket wird. Sonſt Spitz⸗ 


RMunge. 


gentlich nennen wir fo einen Menſchen, der.anf ei⸗ 
one bäurifche Weife mit den Arm über dem Tiſch 
lieget. In dem Grobian, Fol. 217. wird es 


5% .. 


J J Runcus geſchrieben. Frieſ. ronken, ſich ſtre⸗ 


den. Es iſt von dem wendiſchen Worte Runca, 
ein Arm: nicht von truncus, wie Friſch meint. 


In Hamburg iſt Runks auch ein groffer Hund. 
rue De ob def d die ee und eigentliche Bedeu⸗ 
Er ER’)? 5 


on I = u —— x ” 
u Rus Ron. 39 


u. mng ſey, und die oben angefüßete mut eine imeta> 
bphoriſche, wie R. will,-ift ein Irrthum. 
“ Runkfen, ſich unhöflich ſtrecken und deßnen. R. 
 Runzunker, ein altes,. garfüges und —— — 
Weib. R. Es ift ſchan unser Kunzer.ange. 
= führet , und dafelbſt von. dem Holl. ranken, - 
ſchnarchen, ‚abgeleitet. Wir fügen hier noch ein 
"Maar Ableitungen hinzu, und uͤberlaſſen einem jet 
den das Urtheil und die Wahl: . nämlich. vom A. 
S. ud’ E; Wrincle, 9. Wrinkel, ‘die Runzel 
„oder von oben angeführte tunen, raunen, Heim 
| lichfeiten ins Ohr ſagen. Wähler man dies Ießte,, 
ſo iſt Runkunkel eine alte Plaudertaſche binier I 
dem Spinnrocken. en \ 
Runs KEN, Af runsken, was ſchautig. geworden iſt, 
rein machen. Zieglers Idiot. Ditm.: ‚Sn Brenn 
AR es. nicht gebräuchlich. Eau Er 
u Burs, Raupe. eruca. Kilian‘, Ruepe, Roope. J 
Ruype, |Roepe... Daher vielleicht krupen, Fries 
"en, repere. Ene Rupe vam Kinde, nen 
net man ein kleines Kind, daß noch nicht gehen 
ann, daß noch als ein Warm herum kriecht. 
—* wurwſtichig. Es wird vom Obſte, Ruͤ⸗ 
ben. und Moͤhren gefagt, war: ſte von Würmern 
Baur: angefreſſen, und roſtig worden find, Ene rupa⸗ 
.terige Deren: ein Maͤdchen, deſſen Geſiche von’ 
. den Blattern verſtellt iſt: - oder überhaupt, ein 
2 uͤbel gebildetes Maͤdchen. Einige ſprechen ruug⸗ 
Paterig: aber unrecht. Paterig kann von paten, 
3paͤten, zerquetſchet werden, abflammen:: oder 
. rupaterig iſ ſo viel als ruup⸗ awalerig, don wa⸗ 
EEE 2 nn wi 


— 


wen. 


Pe 


J Run Rum “ 
terig, mäßig; s weili in den cnrnſichigen Zi 
ten eine unreine Feuchtigkeit gefunden wird. 

Rupen-fchiter, ein Schmetterliug. 

"Rurren, enpfen, vellere. €. rifle, rauben, be 

rauben. Ge rifler. H. ryfſelen. Mehr andere 

verwandte Woͤrter f. in Rapen, raffen, unter | 
= Rap: md Roven, rauben. 

Rappi berupft. it. verſtobet , lumpig gefehe. 

i Hanndv. 

Rum, Stoß, Bug, , ‚plöglicher Anfall, Augriff, im- 
petus. In, ober mit. enem Rups: sin einem’ 

2 Bug, bey dem erften Angriff. Dat het he im, 
= - Rups dann: er grifl die Sache kaum an, fe 
war fie ſchon vertichtet. 

Ruvs, eine Weile‘, Zwiſchenzeit. Con ganz Ruus: 
eine gute. Weile, lange. : Dat is een aardig 
Ruus her: es iſt ſchon eine ziemliche Weile: 

vor geraumer Zeit. Ik hebbe'r mannig Rund 
aver wenet: ich habe manchmahl daruͤber ges 
Meine Davon leitet man füglich ab - \ 
Ruſt, Ruhe, Raſt. A. S. und €. Reft. Alam: 
Reſti. H. Ruſt. Frieſ. Roſt. Wir ſagen auch, I 
ei wie die Hochdeutſchen Raſt. Womit überein 
* tomme das: Goth. in Cod. Arg. Rafta, miliare, 
eine Station auf ber Reife, wo man ausruhet: 

Lex. Run. Roſt, menſura viæ, ut miliare, 

leuca. Gr. basoun, quies animi, rekaxatio, 

or, Schw. Raft,. Ruhe. A. S. Hroſt, €. Rouſt, 
5. Roeſt, die Stange; "worauf die Huͤner fißen 
22: mb ruhen. He het nig ſo lange Ruſt, as een 

wi ‚How: gem: Koorn up nimt: sw kann nicht einen 
Bere an Audendlct | 


. ur‘ B 


Rus 561 _ 
Angoenblick eubig- ſeyn. He het fine Ruſt nig: 
er hat ſeine Ruhe nicht, er kann nicht eubig ſchla⸗ 
| fn. — 
Rauſten, ruhen, raten, ſchlafen. A. S. Gränf, und 
Alam. reftan. €, reft. H. ruften. Gr. paswvsuw. 
Ruſtet jou wat: ruhet euch aus. Roeften brau⸗ 
chen die Hollaͤnder von den Huͤnern, ſo auf der 
| Stange fißen. 
Ruſtig, Gerufüg, ruhig, gerubig. SerufligeNagt: | 
geruhige Nacht ! Slaapt Pulli: ſchiafſer tuhis. | 
Unruft, Unruhe. | 
 Unruftig, Ungeruftig, unruhig. Ä 
Ruft-kifte, win geoffer Sarg reicher und vornefme 
_ Leute, mit einem erhobenen Dede. - Ä Ä 
Rus, Rufie, 1.) Geraͤuſch Laͤrm, Getuͤmmel. 
A. ©. Hriftlung': €, Ruſtling: Gr. boꝛcog. 
A. S. Ræs, impetus: Gloſſ. Lipſ. Rufig, Aru- 
fin, curæ. Ik fan de Ruſie nig um de Oren 
hebben: ; ich kann das Geraͤuſch und Laͤrmen nicht 
vertragen. Hier is al to veel Ruſie: hier iſt 
gar zu viel Unruhe oder Getuͤmmel. H. Ruzie. 

Beym Friſch Raufch ud. Ru: - u 

2) Zanf, Streit, Handgemenge, woben gefchrien . 
unnd gelaͤrmet wird. Ruſie mit een ander. fris 
‚gen: in Streit gerathen. . Ce hebt Ruſie mit 

een ander : fie zanken fich. 

-3;) Rufe beißt auch eben daffelbe, was Mummel in. 
der. 2ten Bedeutung : die ganze Maffe ohne Uns 
terfcheid , die, zuſammen auf. ein mahi verkauft 
wird. In der Rufe fopen : den Ruramel kau⸗ 

ſen: zin Vauſch und Bogen kaufen. Von dem 
M n | Getimmmel. 


856— Rus | 


Getuͤinmel, sen eine Menge Waaren bey dem |: 
Verkauf, und bey der Äblieferung, verurſachen. 
In dieſem Sinn ſagen wir allzeit Ruſe, niemals 
Ruſie. 


J Rufebufe, groffe Unordnung ‚ die von einer Menge 


Sachen vertitfacht wird. - Idt is in der Rufe 


"7 bufe famen : es iſt unter unordentlichen Sachen, 


oder in. der Menge, verloren gegangen, 


Rufen, in der Maffe, .in Bauſch und Bogen, kaufen 


und verkaufen. 


| ‚Rufe vracht, heißt die Befrachtung eines Schifs, da |; 


‚der Befrachter die Fracht nicht nach Laſten oder 
Stuͤcksweiſe bedungen, fondern den ganzen Bo— 
den eines Schiffs auf eine gemiffe Fahrt gemietet 

. bat, fo daß er einladen darf, fo ‚viel das Schiff 
tragen Bann, und allerhand Güter oder Waaren, 
welche er will. Und alsdan thut der Schiffer, | 
wie es beißt, eine Ruſie⸗faart. | 


Rufig Ig, unruhig,/ rauſchend, ſtuͤrmiſch, ungeſtuͤm. Ru⸗ 


ſig (im Hannoͤv. ruſemuſig) Weder: ungeſtuͤ⸗ 
mes, ſtuͤrmiſches Wetter. De Lugt ſut ſo ruſig 
uut: die Luft drohet Sturm, oder unangeneh⸗ 
mes Wetter. 


Rusk, und Aurusk‘ oder Haurusk,. Binfe, juncns, 


feirpus. % ©. Refc, Rife, Aerifc, €. Rufh, 
. „ Bull-rufh. Im Hannoͤv. Riſch: daher fcharp 
— Rich, Schaftheu. Dim. Rüffchen. Osna⸗ 
be Ruͤſten. In Cod. Arg. ift Raus, Sdilf, 


Moe. Daar waſſet niks, 08 Ruſk un Buff, 


iſt die Befchreibung eines ungebaueten Landes, das 
netder un Wiefenland u Ader iſt hi Halt 
| - aus 





"Rus; | 5 | 563 


aus in Rufch bat dieſes Wort nicht verſtanden, 
und unrecht erklaͤrt. Man kann es am bequem⸗ 
ſten von Ruſie, Geraͤuſch, und zunaͤchſt vor dem 
folgenden ruffen, Geraͤuſch machen, herleiten; 
weil es im Waſſer, bey der geringſten Vewegung 
der Luft, zittert und rauſchet. Man könnte es 
aber auch von rifen, in’ die Höhe fhieflen, und 
riſk, aufgerichtet , herſtammen laffen;- weil es 
fehnurgerade in die Höhe waͤchſt. Auruff, oder 
Haurufk ift vom angefüprten A. ©. Aerife ;; 
oder.es kann auch von Au, Waffer, waſſerreiche 
Wieſe, oder endlich von Hau, Heu, ſeyn: denn 
die Binſen wachſen gern auf niedrigen Wieſen, 
und im Waſſer. He bevet, as een Auruſ f: 
er zittert am ganzen keibe⸗ wie die Binſen im Wa 
fer. 

ıusk, Rouſch: crapula. Auch dies More wiſſen 

wir nirgend beſſer binzubringen, als zu der Fa⸗ 
milie von Ruſe, und ruſken, rauſchen; wenn 
der Unordnung und Zerrüttung des Kopfs. E. 

Raous. Isl. ruffa, trunken werden, ſich voll 
faufen : Ruſs, Rutzs, Trunkenbeit. ©, Jumi 
ELtym. Angl. v. Rous. 

N ken, Ruuf ken, 1.) rauſchen: Äirepere, fride« 
‚re. 

2.) wild und ungeftim gerum laufen, daß die Als 
Der von ber Bewegung flattern. und raufchen. Hier 
‚ber. gebdren aus den verwandten Dialeften: A. S. 

‚hriftlan, rauſchen: ruxlan, laͤrmen, toben: 
rsefan, Anfall, Anlauf. thun. E. ruftle, ran 
ſchen: rufh, berrauchen/ ungeſtuͤm ea: 
| Rn2 “ rufe,. 


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564 u oe Rus. er 


“rufe, raife, flößren, aufwecken: roift, unge 
ſtuͤm feyn : rouft, fehreien (ſ. Junius unter die 
fen Wörtern). Schw. rufa, rauſchen. NH..ruy- 
fchen, ruyflen, ruyffelen, Geraͤuſch machen, | 

rieſeln. Imgl. die deutſchen bruſen, braufen, 
pruſten (nieſen), raſſeln, rieſeln (Fr. ruile-] 
| ler) ‚ u. a. m. Gr. paden ſtridorem edere. 
Hi mötet fo nig ruuffen , fagt man zu den Kin 
dern : ihr muͤſſet nicht fo saufend und wild ben 
um laufen. | 
> ruuſken, beruuffen, beraufehen: inebriare | 


Ruuſ ke 1.) die durchlocherte Scheibe i im Bututſaſ, | 
welche bey dem Buttermachen-auf und nieder geſo⸗ 
gen wird. Weil es: ein Geraͤuſch macher. 

2.) ein raufchendes Sräuenzimmer : ein wildes her 
‚um laufendes Mädchen. Wo du Ruuffe von 
der Deren uut fuft.! ift ein Verweis, den man 

einem Mädchen gibt, ‚welches fo fehr herum ge 
fprungen und gelaufen ift, daß es fchwißt, oder | 
bie Kleidung in Unordnung gebracht hat. 
Ruuf ken-plate, x.) eigentlich, eine gefteifte Weiber 
ſchuͤrze, welche rauſchet und raſſelt, wenn fie bei 
wegt wird. ©. Plate, untee PLarr.. | 
2.) daſſelbe, was Ruuſke in der zten Beben, Ri 
Du biſt ene regte Ruuf ken⸗plate: du biſt ein] - 
unbaͤndiges wildes Mädchen. Eine dergleichenſ 
u Mannsperſon nennetman Ruuf kenplaten⸗knecht. 
Rufpern, raͤuſpern. — 
Ruſſeln, ein kleines Geraͤuſch machen, ein wenig raß 
ſeln. it. rauſchen, wie feidene Zeuge, Im Han) \ 


Bu i on woͤveriſchen 


J 
⸗ n ir N . \ „. 
ln Rus. 865 


re noͤveriſchen ſetzt man ein kdavor, feuffeln.. In 

Preuſſen ruſcheln: daber verruſcheln, in Uun- 

“ordnung bringen, De Muus ruſſelt im Stro: | 
die Maus raffelt im Stroß. 

_ Unrüfk, unordentlich, verworren duſch einander dies 
gend. Unruͤſk Tuͤg: Unruͤfk Good: Geraͤ 
the und Sachen die unordentlich durch einander lie 
gen, die man wegraͤumen muß: Idt ligt bier 
unruͤſk to: alles liegt biet einem unser bie. 
Fuͤſſe, und im Wege. | 

Rust, Ruhe, Rafı ©. unter Ruvs. | . 

Rust, Roft, rubigd, aerugo, ferrugo. A. S. Ruſt 

Soo auch im Engl. und Din. Bey den Holläns‘ 

‚dern Roeſt. Schw. Roſt. Celt. Rhwd und 
Rhydni : von rhudd, roth: wie unfer Ruſt 
von roß. Gr. Spucsßn. oder Epvacißm:rubigo, . 

Ruften , Ruftern, Verruftern , voften, verroften, 

vom Roſt angefreſſen werden, oder ſehn. H ro 

| ‚fen. Af ruſtern, von Roft abgefreffen werz 

- Weg ruftern,. vom Moft verzehret und 
dann werden. Oolde Leeste ruftert'nig: f | 
Leevte, unter Lrven, lieben. Ä 

Ruſterig, roftig, verroſtet. It. alt, verlegen, r mas 

0 feinen Glanz verloren hat - » . | 

. Rufteviel, ein alter verrofteter Degen, eim altes Schieße 
gewehr. Metaph. ein alter abgenuͤtzter Mann. 

Inm Rein. de Vos heißt ein Vauen Ruſteviel: 
eiwa von ruſten, ruhen: daß es eigentlich be 
Beuten ſoll: ein langſamer, ſchlaͤfriger Menſch, 
ein traͤger Lmmel. 

RUST- WOoRM, ein Vingtichter ſcwarnr Wurm, von 

der 


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